15.07.2026 -- 221.293// Zuwachs zum 30.06.2026: 2.769
Russlands Präsident schickt die Jugend seines Landes in einen verbrecherischen Krieg. Wie viele russische Soldaten inzwischen in der Ukraine ihr Leben gelassen haben, können wir nicht komplett aufklären. Wir sammeln hier seit Beginn des Krieges im Februar 2022 die Todesmeldungen aus den Medien der Regionen und sozialen Netzwerken Russlands und verschaffen so zumindest einen ungefähren Überblick.
Im ersten Kriegsjahr haben wir noch die Meldungen im übersetzten Originaltext veröffentlicht, auf Grund der schieren Menge der Kriegstoten mussten wir später zur Tabellenform übergehen, jetzt führen wir nur noch reduzierte Listen. Eine Liste der Regionen und den dazu veröffentlichten Tabellen, finden Sie hier.
Monatlich veröffentlichen wir eine Zusammenfassung unserer Datenbank - die Liste mit allen Auswertungen finden Sie hier - Aktuell Auswertung zum 31.05.2026 & erfasst zum 30.06.2026. | Karte der Regionen Russlands | Föderationssubjekte | Kontakt: info[ɛt]oskarmaria.de
Unsere Webseite oskarmaria.de und die dazu gehörigen IP-Adressen wurden durch die russische Aufsichtsbehörde für das Internet "Roskomnadsor" am 26. August 2024 gesperrt. Details dazu erfahren Sie hier. | Alternativ-Link: gibtsnet.eu
Das ist die kurze Geschichte von Nikita Sergejewitsch Malyschew aus dem kleinen Dorf Poperetschnoje mit knapp 400 Bewohnern in Burjatien. Aus diesem Dorf sind mit Nikita bereits sechs Männer im Krieg in der Ukraine gefallen. Wir haben das Dorf zusammen mit allen übersetzten Nachrufen an anderer Stelle veröffentlicht.
Nikita ist der bisher jüngste russische Soldat, der im Krieg in der Ukraine gefallen ist.
Als Nikita am 07. April 2008 geboren wurde, da lief gerade die zweite Amtszeit von Präsident Wladimir Putin ab und er konnte nach der Verfassung nicht mehr kandidieren. Am 7. Mai 2008 übergab er für einen Wahlperiode an seinen Platzhalter Dimitri Medwedew.
Als Nikita sechs Jahre alt war, startete der erste Krieg Russlands - getarnt als Separatistenaufstand - im ukrainischen Donbass. Und als Nikita noch 13 Jahre alt war, griff die russische Armee im Februar 2022 die ganze Ukraine an.
Vorausgeschickt: Seit Beginn des russischen Angriffskrieges ermitteln wir die russischen Kriegstoten aus offenen Quellen. Wir machen das ohne Werbung, ohne Unterstützung von außen, sind politisch ungebunden und tragen die erheblichen Kosten selbst. Wir erstellen alle Informationen nach bestem Wissen und Gewissen.
Am Ende des Jahres 2022 hatten wir rund 10.000 russische Kriegstote erfasst. Wir empfanden diese Zahl als riesig, bedeutete dies doch, dass die männliche wehrfähige Bevölkerung einer Mittelstadt wie z.B. die deutsche Stadt Speyer im Krieg ausgelöscht wurde. Wir konnten uns nicht vorstellen, wie die Regierung des größten Landes der Erde für solch einen marginalen Landgewinn all diese Soldaten opfert.
Doch das war erst der Anfang dieses Verbrechens gegen die ukrainische und russische Bevölkerung. Ende des Jahres 2023 waren wir bei 40.000 Kriegstoten angekommen und das Karussell des Grauens nahm weiter Fahrt auf. Ende 2024 hatten wir 92.000 bestätigte Kriegstote ermittelt und Ende des letzten Jahres war die Zahl auf 174.000 angestiegen. Das sind mehr Tote als die Stadt Leverkusen Einwohner hat.
Wir fühlen mit beim Todeskampf eines Buckelwals - aber haben uns mit diesem Grauen in unserer europäischen Nachbarschaft irgendwie abgefunden.
Weiterlesen: Getötete russische Soldaten -- Mai 26 // erfasst Juni 26
Damit unsere Kurznachrichten-Rubrik nicht überläuft, wollen wir sechs russische Kurzzeitsoldaten in einem Beitrag vorstellen. Wir schätzen grob, dass zwischen einem Viertel und einem Drittel der Zeitsoldaten die ersten drei Monate an der Front nicht überlebt.
Die bevorzugten Kandidaten für Selbstmordangriffe kommen in der Regel aus den russischen Gefängnissen. Diese werden zuallererst auf die gefährlichsten Missionen geschickt. Selbst Verwundungen wie ein steifes Bein, gebrochenes Schlüsselbein oder noch nicht ausgeheilte Wunden werden bei dieser Gruppe ignoriert und man hetzt die „Simulanten“ an die vorderen Linien.
Der erste Skandal um das kurze Leben von Grigorij Andrejewitsch Djatschkow begann im August 2025. Gregorij lebte in der sibirischen Großstadt Tjumen und war am 21. Juli 2025 volljährig geworden. Bereits einen Monat danach , am 22. August, unterzeichnete er einen Vertrag mit dem russischen Militär. Seine Mutter Angela hatte ihn nicht aufgehalten.
Der zweite Skandal folgte zugleich. Ohne militärische Vorkenntnisse und kaum an der Front angekommen, wurde Grigorij sofort als Fahrer-Mechaniker in einem Angriffszug eingesetzt. Seine gewissenlosen Kommandanten schickten den jungen Kerl vom 16. auf den 17. September auf seinen ersten Kampfeinsatz, von dem er nicht zurückkehrte. Seit dem 23. September galt er als vermisst.
Und weil das nicht alles schlimm genug ist, gab es dann auch noch kafkaeske Umstände rund um die Beisetzung von Grigorij, die zeigen, wie die militärische Bürokratie noch in der sowjetischen Vergangenheit feststeckt.
Weiterlesen: Gregors kurzer Krieg und der Ärger mit der Leiche
Petropawlowsk-Kamtschatski, Hauptstadt von Kamtschatka -- Foto: kuhnmi -- Lizenz: CC BY 2.0
Die Halbinsel Kamtschatka ganz im Osten Russlands ist etwa so groß, wie Spanien und Portugal zusammen. Über 160 Vulkane gibt es auf der Insel, wovon 29 noch aktiv sind. Bewohnt wird die Insel von etwa 288.000 Menschen mit stark abnehmender Tendenz, im Jahr 1990 lebten dort noch 480.000 Personen. Knapp 60 % der Bevölkerung lebt in der Hauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski. Das Klima ist kalt bis gemäßigt (kalt) mit viel Niederschlag. Durchgehende Straßenverbindungen von Norden nach Süden gibt es nicht.
Und obwohl der Krieg Russlands gegen die Ukraine geografisch ganz weit weg liegt, sterben Männer aus Kamtschatka in der Ukraine. Bis April 26 haben wir 890 Namen von getöteten Soldaten erfasst.
Weiterlesen: Die getöteten Soldaten aus Kamtschatka - 4. Update 28.06.2026

Verfallende Kirche im Dorf Swjatitsa -- Foto: Aleksandr10663 -- Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Oblast Kirow liegt im östlichen Teil des europäischen Russlands. Sie ist wirtschaftlich schwach, die Menschen wandern ab. Seit dem Jahr 2000 hat etwa ein Viertel der Bevölkerung die Region verlassen. Der Falensky-Bezirk liegt am östlichen Rand der Oblast. Dieser Bezirk hat in diesem Zeitraum etwa die Hälfte seiner Bevölkerung eingebüßt.
Wo die wirtschaftliche Situation düster ist, versuchen die Männer ihr Glück im Krieg gegen die Ukraine. Mindestens 50 Bewohner des Bezirks sind bereits gefallen, wie jenes Video aus der Region zeigt.
Dorf Halbstadt im Deutschen Nationalbezirk in der Region Altai -- Foto: vlakon1986 -- Lizenz: CC BY-SA 3.0
Wir befinden uns im Westen der Region Altai nahe der Grenze zu Kasachstan. Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt und liegt am Rande der Kulundasteppe. Zentrum des Gebiets ist die Stadt Slawgorod mit rund 27.000 Bewohnern - Tendenz stark fallend. Das Gebiet um Slawgorod ist das verbliebene Hauptsiedlungsgebiet der Russlanddeutschen. Deren Zentrum ist der Deutsche Nationalbezirk, der an den Bezirk Slawgorod angrenzt.
Zur Zeiten der Perestroika gab es im deutschen Nationalbezirk noch etwa 18.400 Russlanddeutsche, im Jahr 2010 sind davon gerade noch 4.700 geblieben.
Auf Grund der bescheidenen Lebenssituation melden sich auch viele Bewohner dieser Region freiwillig zum Krieg gegen die Ukraine und werden getötet.
Weiterlesen: Slawgorod: Vier Jahre Krieg, vier Jahre Leid und Tränen
Iwan Jurjewitsch Köberlein
Wer aus Oberschwaben in Baden-Württemberg kommt, hat sicher mal was von der Rockband „Schwoißfuß“ gehört, der Gründer hört auf den Nachnamen Köberlein. Dieser Nachname kommt aus dieser Region. |
Maxim Wladimirowitsch Schneidmüller
Der Tod von Maxim wurde durch eine Liste aus der Stadt Slawgorod in der Region Altai bekannt. 60 Kriegstote aus der Stadt mit gerade mal 27.000 Einwohnern wurden aufgezählt - darunter auch viele deutsche Nachnamen. |
Witali Alexandrowitsch Günter
Witali Alexandrowitsch Günter (14.10.1978 - 14.12.2025) stammte aus dem Dorf Borowicha mit über 6.000 Bewohnern in der Region Altai. Das Dorf ist durch den Bau der Westsibirischen Eisenbahn entstanden. Und Witali nennt als Arbeitgeber auch die Russische Eisenbahn. Witali scheint zuletzt in St. Petersburg gelebt zu haben, das gibt er zumindest auf seinem VKontakte-Status an. Sein Motto: Wie schmerzhaft es ist, sich in Menschen zu irren. Das Schicksal selbst lehrt uns eine Lektion… Wenn du ihnen deine Seele auf dem Silbertablett anbietest… bespucken sie sie… Sein letzter Eintrag in seinem Status stammt aus dem April 2025, danach zog er in den Krieg. Warum Witali sich freiwillig meldete, konnten wir nicht erfahren. Es gibt schwache Hinweise, auf einen russlanddeutschen Hintergrund. |
Im Zeitraum zwischen Januar und April 2025 haben wir 258 Namen unter den russischen Kriegstoten entdeckt, die deutschen Ursprungs sein können - aber nicht sein müssen. Insgesamt dürften es inzwischen mehr als 1.800 russische Kriegstote geben, deren Namen auf eine russlanddeutsche Abstammung schließen lassen. Um uns nicht zu wiederholen, verweisen wir auf unseren entsprechenden Beitrag vom Mai 2025.
In der folgenden Liste sind die Namen nach Regionen und Erfassungsdatum sortiert.
Weiterlesen: Deutsche Namen unter den russischen Kriegstoten Januar bis April 2026

Dorf Alkatwaam in Tschukotka
Das Dorf Alkatwaam in Tschukotka kann man nicht über eine Straße erreichen. Es gibt eine etwa 20 km lange Schotterpiste zum nächsten Ort und an die Küste des Beringmeers, wo sich ein Hafen und ein kleiner Flugplatz befindet. Das Dorf besitzt eine Schule, einen Kindergarten, eine Bibliothek, ein Gemeindezentrum, eine Krankenstation, ein Postamt, einen Laden und eine Bäckerei. Die Bewohner leben von der Rentierzucht und dem Fischfang.
Aber auch dieses Dorf hat die Schwindsucht, 2010 lebten dort noch 299 Menschen, im Jahr 2023 zählte man nur noch 166. Bisher haben wir sechs Männer erfasst, die im fernen Krieg in der Ukraine getötet wurden:
Das Dorf Snamenskoje liegt etwa fünf Kilometer von der Stadt Suchoi Log entfernt an den östlichen Ausläufern des Urals in der Oblast Swerdlowsk und damt bereits im asiatischen Teil Russlands. Das Dorf hat rund 1.500 Bewohner. Anfang Mai 2026 wurde ein Denkmal für die im Krieg gegen die Ukraine getöteten Bewohner eingeweiht. Das Plakat wurde für 20 Kriegstote konzipiert, doch während der Produktion kamen noch zwei weitere Gefallene hinzu, die am unteren Rand eingeflickt wurden.
Vorausgeschickt: Seit Beginn des russischen Angriffskrieges ermitteln wir die russischen Kriegstoten aus offenen Quellen. Wir machen das ohne Werbung, ohne Unterstützung von außen, sind politisch ungebunden und tragen die erheblichen Kosten selbst. Wir erstellen alle Informationen nach bestem Wissen und Gewissen.
Jeden Monat muss die russische Armee 30 bis 35 Tausend Zeitsoldaten rekrutieren, um die Verluste an der Front wieder aufzufüllen und die ausgebrannten, kranken, verwundeten und toten Soldaten zu ersetzen. Im fünften Jahr des Krieges wird das zunehmend schwieriger. Die russischen Bürger wissen inzwischen um das Risiko versehrt oder tot nach Hause zu kommen. Und auch die hohe Bezahlung der Zeitsoldaten stellt kaum noch einen Anreiz dar, da die Kommandeure vor Ort viel davon kassieren - zur Finanzierung des Nachschubs oder zum Bedarf der Befehlshaber.
Es gibt allerdings vereinzelte Daten, die zeigen, wie der monatliche Ersatz sich an der Front zusammensetzt.
Weiterlesen: Getötete russische Soldaten -- April 26 // erfasst Mai 26
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert jetzt über vier Jahre und es war nur eine Frage der Zeit, bis wir einen neuen Geburtsjahrgang unter den russischen Kriegstoten antreffen würden. Heute können wir euch die ersten russischen Kriegstoten vorstellen, die im Jahr 2008 geboren wurden. Zu Beginn des Krieges waren die beiden Jungs gerade mal 14 Jahre alt und beide hatten es nach ihrem 18. Geburtstag offensichtlich eilig, sich freiwillig zum Kriegsdienst in der Ukraine zu melden.
Alischer Alexejewitsch Swirin (Foto links) wurde am 21. Februar 2008 geboren und kam aus dem Bezirk Pawlowsk-Possad in der Oblast Moskau. Artem Nikolajewitsch Derewzow (Foto rechts) wurde am 25.02.2008 in der Stadt Borsja in Transbaikalien geboren und am 5. Mai 2026 getötet. Alischer und Artem - beide waren gerade mal 70 Tage lang 18 Jahre alt.
Nach unserer bewährten Hochrechnung dürften die russischen Verluste inzwischen bei 356.000 Kriegstoten und zusammen mit den Kriegsversehrten bei 1,3 Millionen russischen Kriegsopfern liegen. Der britische Geheimdienst schätzt noch weit höhere Zahlen - er geht von 500.000 russischen Kriegstoten aus.
Kein Grund für den russischen Präsidenten in ernsthafte Friedensverhandlungen einzusteigen. Er bleibt bei seinen Maximalforderungen, die im Resultat die totale Unterwerfung der Ukraine unter das russische Diktat bedeuten würden und keine Garantie bieten, dass Russland erneut militärisch gegen die geschwächte Ukraine vorgehen würde.
Wir fragen uns täglich: Was ist das für eine russische Regierung, die jeden Monat zwischen 30.000 und 35.000 russische Männer durch Verletzung und Tod opfert, um wieder ein paar Quadratkilometer verwüstetes ukrainisches Land zu erobern?
Beisetzung von Petr Wukwugwe (32 Jahre) und Konstantin Rochgyn (18 Jahre) am 21.04.26 auf der Insel Aion
Aion so heißt eine Insel mit etwa 2.000 km² Fläche westlich der Tschaunbucht in der Ostsibirischen See ganz im Nordosten Sibiriens. Aion heißt auch das einzig bewohnte Dorf auf der Insel, dessen Bewohnerzahl stetig schrumpft - ob der kargen und kalten Lebensumstände und ob des Krieges gegen die Ukraine.
Weiterlesen: Die Männer des Tschuktschen-Dorfs Aion sterben im fernen Krieg
Alle großen Glaubensgemeinschaften in Russland unterstützen den russischen Angriffskrieg. Der russisch-orthodoxe Patriarch Kirill hat kürzlich eine Ikone an die russischen Streitkräfte übergeben, „mit dem Wunsch nach Gottes Hilfe und Kraft bei der Erreichung der für das Vaterland notwendigen Ergebnisse, die heute erzielt werden, auch auf dem Schlachtfeld.“ Aber auch die geistlichen Führer der russischen Muslime und der Buddhisten stehen hinter dem Kriegsabenteuer von Wladimir Putin. Einzige Ausnahme ist der in den USA geborene kalmückische Lama Telo Tulku Rinpoche, der sich schnell in die Mongolei absetzten musste.
Doch nicht alle orthodoxen Priester sind mit dem Kriegskurs ihrer Kirche einverstanden. Wer keine Gebete zur Unterstützung der russischen Armee spricht, wird aus seinem kirchlichen Amt schnell entfernt. Knapp 50 russisch-orthodoxe Prister wurden bereits deshalb entlassen. Bekanntestes Gesicht ist Alexej Anatoljewitsch Uminski (Foto links), der bis Januar 2024 Erzpriester des Moskauer Patriarchats und Rektor der Dreifaltigkeitskirche in Chochly bei Moskau war.
Bahnhof der Kleinstadt Nasywajewsk an der Transsibirischen Eisenbahn, Streckenkilometer 2.562 ab Moskau
Foto: Petar Milošević -- Lizenz: CC BY-SA 3.0
In unserer Reihe der getöteten Soldaten aus der russischen Provinz wollen wir heute den Bezirk Nazywajewsky im Westen der Oblast Omsk vorstellen. Der Bezirk hatte im Jahr 2023 noch etwa 18.000 Bewohner - Tendenz fallend, darunter auch rund 600 Russlanddeutsche. Zentrum des Bezirks ist die Kleinstadt Nasywajewsk mit etwa 10.000 Bewohnern und auch das Zentrum der Landwirtschaftsbetriebe im Bezirk
Wie in allen ländlichen Gebieten ist im Bezirk Nazywajewsky die Todesrate im Krieg gegen die Ukraine gemessen an der Bevölkerung überdurchschnittlich hoch. Bis Anfang November 2025 lag sie bei 311 Kriegstoten auf 100.000 Bewohner.
Weiterlesen: Mut, Ehre und Selbstaufopferung aus dem Nasywajewsky-Bezirk in der Oblast Omsk
„Ein gesegnetes Andenken dem Helden! Meine Seele ist voller Trauer... Wie viele Kinder werden nie wieder nach Hause zurückkehren? Wie viele Mütter werden ihre Söhne nie wiedersehen? Wann wird das endlich ein Ende haben?!“, schreibt Nadeschda S. zum Tod von Ernest Nikolajewitsch Saltykow, 23 Jahre aus dem Dorf Jar-Sale
Getreidespeicher im Bezirk Mamontowski -- Foto: pav1898 -- Lizenz: CC BY 3.0
Mit dem Bezirk Mamontowski führen wir unsere Reihe der ländlichen oder abgelegenen Bezirke in Russland fort, die beinahe vollständige Listen über die im Krieg gegen die Ukraine gefallenen Soldaten führen. In dieser Reihe haben wir den Bezirk Krasnotschikoisky in Transbaikalien, die Stadt Arsenjew in der Oblast Primorje und den Bezirk Toptschicha in der Region Altai vorgestellt.
Der Bezirk Mamontowski liegt im Zentrum der Region Altai. Im Jahr 2025 wurden 17.263 Bewohner gezählt. Der Bezirk ist landwirtschaftlich geprägt mit einem Schwerpunkt im Getreideanbau. Die folgende Liste enthält 97 Kriegstote, umgerechnet bedeutet das 562 Tote auf 100.000 Bewohner. Ein sehr hoher Wert, die gesamte Region Altai kommt nach unserer Statistik vom März 2026 auf einen Wert von 148 Tote auf 100.000 Menschen.
Weiterlesen: 97 Gefallene aus dem Mamontowski-Bezirk in der Region Altai
Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass Russland in diesem Jahr nicht genügend Zeitsoldaten rekrutieren konnte, um die Verluste an der Front auszugleichen. Wir hatten hier bereits darüber berichtet.
Will die russische Armee ihre erklärten Ziele – nämlich die Eroberung des gesamten Donbass erreichen, dann benötigt sie Soldaten, Soldaten, Soldaten.
Das gestaltet sich zunehmend schwieriger, dazu ein paar Ausführungen:
Die Prämien für den Abschluss eines Vertrages zum Kriegsdienst bleiben stabil auf hohem Niveau. In den meisten russischen Regionen ist die finanzielle Situation angespannt, die Haushalte weisen ein ständig steigendes Defizit aus. Trotzdem werden erhebliche Prämien ausgeschüttet, damit die staatlichen Vorgaben an neuen Freiwilligen erfüllt werden können. 400.000 Rubel (etwa 4.700 €) davon zahlt die Zentralregierung, der Rest muss von den Regionen finanziert werden. Je nach Region betragen deshalb die Prämien 800.000 Rubel (rund 9.500 €) bis zu 5,5 Millionen Rubel (rund 54.000 €).
Es ist völlig egal, aus welcher russischen Region der Freiwillige kommt. Dort wo er die Unterschrift leistet, wird die Prämie fällig. So gibt es einen Prämientourismus quer durch Russland hin zu der Region, wo die höchsten Zahlungen erfolgen.
Für Männer, denen das Wasser bereits bis zum Hals steht oder besser, der Gerichtsvollzieher zum Pfänden in der Wohnung steht, gibt es jetzt die Möglichkeit, seine Schulden durch eine Vertragsunterschrift abzuwenden.
Weiterlesen: Prämien & Zahlungen für den russischen Vertragsdienst - Mai 2026

Russischen Studenten wurde Ende 2025 bis Anfang 2026 ein lukrativer Job angeboten. Sie konnten ein Urlaubsjahr von ihrer Ausbildung einlegen, bekamen danach garantiert ihren Studienplatz zurück, wenn sie einen Zeitvertrag mit dem russischen Militär abschlossen und sich als Drohnenpiloten ausbilden ließen. Jede Berufsschule und Universität sollte mindestens zwei Prozent ihrer Auszubildenden für das Programm abstellen. Wir haben darüber berichtet (Link 0, 1, 2, 3). All diesen Studenten wurde ein sicherer Job fernab der Front versprochen.
Bereits jetzt ist der erste Drohnenpilot aus diesem Programm wieder nach Hause gekommen: Valery Viktorowitsch Awerin aus dem Dorf Bolschaja Kudara in Burjatien. (Foto)
Vorausgeschickt: Seit Beginn des russischen Angriffskrieges ermitteln wir die russischen Kriegstoten aus offenen Quellen. Wir machen das ohne Werbung, ohne Unterstützung von außen, sind politisch ungebunden und tragen die erheblichen Kosten selbst. Wir erstellen alle Informationen nach bestem Wissen und Gewissen.
Anfang Mai 2026 wurde ein EU-Geheimdienstbericht öffentlich, in dem berichtet wird, dass der russische Präsident sich zunehmend abschotte und die Sicherheitskontrollen in seinem Umfeld verschärft wurden. Wladimir Putin würde sich zunehmend in extra für ihn hergerichteten Bunkern verschanzen und die Öffentlichkeit mit vorab aufgezeichnetem Videomaterial täuschen. Nachprüfbar ist auf jeden Fall, dass Putin sich in der Öffentlichkeit immer seltener zeigt.
Weiterlesen: Getötete russische Soldaten -- März 26 // erfasst April 26

Auf dem Foto sieht Igor wie ein professioneller Soldat aus, in Wirklichkeit war er eher ein Ritter der traurigen Gestalt. Entsprechend verlief auch seine Zeit als Vertragssoldat. Im August 2024 kam er in ukrainische Gefangenschaft, ein Verhör mit ihm wurde veröffentlicht. Aber niemand vermisste ihn. Igor wurde nach einiger Zeit ausgetauscht und musste wieder zurück in den Krieg. Am 23. Mai 2026 war dann Schluss. Igor Gennadjewitsch Kalinin wurde am 04.07.1974 geboren und lebte im Dorf Iljinsky in Karelien. Am 11.06. wurde er dort begraben.
Es ist alles zusammen gekommen, die Hitze der letzten Tage, die unsere Arbeitsmoral untergraben hat, durch die hessischen Ferien bedingte dünne Besetzung und schließlich ist unsere EDV-Erfassung auch noch abgestürzt. So dauerte unsere Zusammenfassung des Monats Mai länger als geplant. Wir bitten um Entschuldigung.
Die Todeslisten aller russischen Regionen sind jetzt bis zum Monat Mai 2026 aktuell. Die übliche Zusammenfassung werden wir bis zum 16.07.26 vorlegen.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
Wir hatten etwas Probleme mit unserer internen IT, deshalb haben wir uns mit dem Monat April 2026 weiter verspätet und konnten auch keine aktuellen Themen einschieben. Die Zusammenfassung werden wir am morgigen Donnerstag vorlegen.
Alle russischen Regionen wurden bereits mit den Daten des Monats April 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats März 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Monat März 2026 und die erfassten Daten zum April 2026 werden wir bis spätestens 12. Mai vorlegen können.
CK, 11.05.2026
Wir sind gerade im Stress und bereiten den Abschluss des Monats März 2026 vor. So haben wir versehentlich einen unfertigen Beitrag online gestellt: „Für Glaube und Vaterland in Nowomoskowsk“. Wir bitten um Entschuldigung.
Wir haben den Beitrag wieder versteckt, er wird erst in den nächsten Tagen - dann hoffentlich komplett - veröffentlicht.
OM 07.05.2026
Am Abend des 5. Mai 2026 war unsere Domain „oskarmaria.de“ nicht zu erreichen. Nach hektischen Versuchen, das Problem auf unserem Webserver zu suchen, mussten wir feststellen, dass wir nicht unternehmen können. Die Namensauflösung für de-Domains war bei Denic gestört. Über unsere zweite Domain https://www.gibtsnet.eu sind wir weiterhin & ungestört zu erreichen.
Zum Beitrag über die beiden in Russland inhaftierten Frauen Natalia Leonhardt und Daria Jegerewa wollen wir noch einige Anmerkungen nachreichen.
Nach der Verhaftung der beiden Frauen wurde zunächst nur der Name von Daria Jegerewa bekannt. Die Familie von Frau Leonhardt wollte, dass ihr Name nicht genannt werden solle. Sie versprachen sich so bessere Chancen vor Gericht. Das ist nicht eingetreten.
Aber dazu passt: Wir hatten beim Unterstützerkomitee angefragt, ob wir ein Foto benutzen können, das beide Frauen zeigt. Am folgenden Tag haben wir die Erlaubnis bekommen, die dann wenig später zurückgezogen wurde. Die Verantwortliche hatte unsere Webseite besucht und meinte danach, dass eine Fotoveröffentlichung in unserem Kontext den beiden Frauen eher schaden würde. Wir wollen das nicht weiter kommentieren.
Russische Freiwillige, die in den ersten drei Monaten nach Vertragsunterzeichnung an der Front getötet wurden, stellen wir unter der Überschrift „Ohne viele Worte“ vor. Da es zu viele waren, haben wir zunächst maximal einen Gefallenen pro Tag veröffentlicht. Aktuell ist die Situation so, dass es in vielen Regionen inzwischen untersagt ist, die genauen Daten anzugeben, wann der Vertrag unterschrieben und wann der Freiwillige getötet wurde. Neue Freiwillige sollen durch solch eine Wahrheit nicht abgeschreckt werden, meinen die russischen Behörden.
Wir haben uns deshalb entschieden, wieder alle Kurzzeitsoldaten zu veröffentlichen, die wir registrieren. Das sind meist Männer aus Burjatien, da in dieser Region - teilweise - noch immer ausführliche Nachrufe publiziert werden. Burjatien steht stellvertretend für alle russischen Regionen, wie unser aktuelles Beispiel aus Transbaikalien zeigt. Im Bezirk Krasnotschikoisky haben wir unter 128 Gefallenen insgesamt 36 Kurzzeitsoldaten gefunden.
Eine aktuelle Liste der Antrittsprämien aller rusischen Regionen, die der russische Staat für Zeitsoldaten bezahlt, haben wir hier veröffentlicht.
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Februar 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Februar 2026 und die erfassten Daten zum März 2026 werden wir bis spätestens 10. April vorlegen können.
OM, 09.04.2026
Vielleicht ist euch aufgefallen, dass wir sehr häufig Personen aus Burjatien vorstellen. In unserer Rubrik der Kurzzeitsoldaten (Ohne viele Worte) sind überwiegend Gefallene aus Burjatien vertreten. Das hat einfache Gründe - in Burjatien werden gewohnheitsmäßig ausführliche Nachrufe auf die im Krieg getöteten Landeskinder veröffentlicht. So erfahren wir viele Details. Das kommt in anderen Regionen eher selten vor, häufig werden auch mißliebige Daten gezielt verheimlicht. So zum Beispiel dass die getöteten Soldaten aus der Haft an die Front entlassen wurden, dass sie nur eine kurze Überlebensdauer hatten, usw. In einigen Regionen wie Baschkortostan sind inzwischen solche detaillierten Nachrichten verboten, häufig wird sogar das Alter verschwiegen.
So muss Burjatien als Beispiel herhalten, wenn es um Kurzzeitsoldaten, jugendliche Dummköpfe und Häftlinge geht. Es wird in allen anderen Regionen nicht viel anders sein.
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Januar 2025 aktualisiert.
Es wurden neun neue Listen angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Januar 2026 und die erfassten Daten zum Februar 2026 werden wir bis spätestens 13. März vorlegen können.
OM, 12.03.26
Der Trend bei den Nachrufen hält an - konkrete Daten werden nicht mehr angegeben. So will es die russische Regierung. Damit kann man nicht mehr abschätzen, wie lange der Zeitvertrag mit dem Militär dauerte oder besser, wie schnell der Soldat nach Vertragsunterzeichnung getötet wurde. Auch wird die Feststellung verhindert, wie lange der getötete Soldat irgendwo an der Front liegen blieb.
Normalerweise haben wir max. einen Kurzzeitsoldaten pro Tag in unserer Rubrik „Ohne viele Worte“ veröffentlicht. Das haben wir heute ausnahmsweiße verändert und alle Kurzzeitsoldaten gelistet, die uns im Zeitraum vom 19. bis 20. Januar 26 aufgefallen sind. Als Beleg dafür, dass auch weiterhin viele russischen Freiwilligen nur kurze Zeit an der Front überleben, auch wenn diese Tatsache unterdrückt werden soll.
CK, 23.02.26
Nach aktuellen Berichten wurden von der russischen Behörde für das Internet "Roskomnadsor" alle „Sozialen Netzwerke“ des Meta-Konzerns abgeschaltet. Folglich sind Facebook, Instagram und der Nachrichtendienst Whatsapp in Russland nicht mehr zu erreichen. Für uns ist das beinahe bedeutungslos. Nur aus der russischen Teilrepublik Nordossetien-Alanien kamen manchmal Informationen via Instagram.
Schwieriger stellt sich die Situation bei Telegram dar. Viele Meldungen von unabhängigen & kritischen Gruppierungen kommen aus Russland über Telegram. Und auch staatliche Akteure nutzen dieses Medium häufig zur Präsentation und Dokumentation ihrer Arbeit. Im Moment berichten Nutzer aus Russland, dass sich Videos und Fotos nur langsam aufbauen - wenn überhaupt. Telegram ist also noch nicht ganz abgeschaltet, aber der Zugriff deutlich erschwert. Wir werden weiter berichten.
OM, 11.02.26
Wir haben jetzt alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Dezember 2025 aktualisiert. Es wurden sechs neue Listen angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Dezember 2025 und die erfassten Daten zum Januar 2026 werden wir bis spätestens 4. Februar vorlegen können.
CK, 01.02.26
Noch zwei Tage und wir sind endlich mit den Kriegstoten vom Dezember 2025 durch. Dann müssen die Namen noch übersetzt und alles in unsere Tabellen eingetragen werden, was zusätzlich zwei bis drei Tage in Anspruch nimmt. Zum gleichen Zeitpunkt werden dann auch die erfassten Zahlen vom Januar 2026 verfügbar sein.
Ein Blick in unsere Datenbank zeigt - es wird keine großen Überraschungen geben. Baschkortostan und Tatarstan, führend bei den Kriegstoten nach Regionen, werden ihren Vorsprung weiter ausbauen. Dahinter kommt die Region Swerdlowsk usw. Und wenn man die Kriegstoten ins Verhältnis zur Bevölkerung der Regionen stellt, bauen die ethnisch bestimmten Regionen wie Tuwa, Burjatien, Tschukotka, Altai und Jakutien ihren Abstand zu den russisch geprägten Regionen weiter aus.
OM, 28.01.26
Zu unserer Berichterstattung über den russischen Angriffskrieg passt der Bürgerprotest über den Abriss eines Gebäudes in St. Petersburg vordergründig nicht. Wir meinen aber, der Artikel passt sehr gut.
Zum einen ist er einer der wenigen breit aufgestellten Bürgerproteste seit Beginn des russischen Angriffskrieges. Auf Anhieb fallen uns dazu nur noch die Proteste im baschkirischen Baimak Anfang 2024 ein.
Zum anderen dokumentiert er sehr gut die verschiedenen Meinungen und Vorurteile der Stadtbürger von St. Petersburg. Die „Migranten“ im Beitrag sind keine Migranten in unserem Sinne, sondern ganz normale russische Staatsbürger, deren Geburtsregion der russische Kaukasus ist. Dagestan ist die größte, überwiegend muslimisch geprägte russische Teilrepublik im Kaukasus.
Und vielleicht, vielleicht ein ganz klein wenig, existiert der zivile Ungehorsam in Russland immer noch. Und konnte auch durch die seit Beginn des Krieges ständig erweiterte Repression nicht ganz ausgerottet werden.
Wir haben jetzt alle russischen Regionen mit den Daten des Monats November 2025 aktualisiert. Es wurden 21 neue Listen angelegt:
Bei den Fotos zu den neuen Tabellen haben wir auf Kritik reagiert und möglichst keine Postkartenmotive ausgewählt. Denn diese bilden die Lebenswirklichkeit der Menschen in diesen Regionen nicht ab.
Die große Zahl an russischen Kriegstoten lässt uns kaum noch Zeit zu aktuellen Berichten. Wir können etwa 300 Kriegstote pro Tag bearbeiten, da darf aber nichts dazwischen kommen - wie zum Beispiel persönliche Angelegenheiten. Tatsächlich haben wir im Moment durchschnittlich etwa 400 Fälle in unseren Listen.
Heute haben wir den 20. November bearbeitet, es wird also mindestens noch 11 Tage dauern, bis wir den November abgeschlossen haben.
Die hohe Zahl an Kriegstoten resultiert nicht aus dem aktuellen Kampfgeschehen. Durch das Erbschaftsregister können viele Suchanfragen auf VKontakte und Telegramkanälen geschlossen werden - Soldat tot.
Das alles hindert uns nicht, in den nächsten Tagen einen Zwischenstand zum 15. Dezember zu veröffentlichen.
Wir haben heute alle russischen Regionen mit den Daten des Oktobers aktualisiert. Es wurden drei neue Listen angelegt:
Wir werden für eine kurze Zeit nicht erreichbar sein - einfach später wieder kommen.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Doppelt
Wladimir: 25. Artem Kozhenkov // Nischni Nowgorod: 35 Artem Kozhenkov
Wolgograd: 01 Juri Agarkov // Pskow: 41 Juri Agarkow
Kutelev Stanislav, dreifach, Kostroma, Rjasan und Orenburg. Nur Orenburg
Nikolai Symov, Rjasan & Tschuwaschien - nur Tschuwaschien
Mamontov Mikhail - Krasnodar Teil 1 & Teil 2
Ivan Alekseevich Chulkov, Kostroma, Pos. 51/56
Elimov Alexey Michailowitsch , Kostroma & Tschuwaschien
Falsch einsortiert
Ruslan Khamitov, Tscheljabinsk, kein Söldner der Gruppe Wagner

Nikita Valerjewitsch, 18 Jahre
Missbrauchte Jugend! Nikita Valerjewitsch Karnatschow wurde am 29. April 2007 im Dorf Sewernoje in der Oblast Nowosibirsk geboren. Nach der Schule bekam er keine Ausbildung, sondern arbeitete als Taglöhner. Um bessere Arbeit zu finden, zog er in die Stadt Kuibyschew, etwa 300 km westlich von Nowosibirsk. Eine feste Anstellung hat er wohl nicht gefunden, so verdingte er sich drei Wochen nach seinem 18. Geburtstag beim russischen Militär - ganz ohne militärische Vorbildung. Am 22. Mai 2025 unterzeichnete Nikita den Vertrag. Seine Kommandanten kannten auch bei diesem jungen Mann keine Gnade und warfen ihn in den Fleischwolf. Am. 20. Juni 2025 wurde er an der Front getötet.
Wir hatten bereits über die Aussage der russischen Militätbloggerin Agnes Becker berichtet, die in ihrem Telegramkanal eine angeblich unabhängige Studie zitiert hatte. Danach würde die durchschnittliche Überlebensdauer eines Soldaten bei einem Angriff an den vordersten Positionen nur 20 - 35 Minuten betragen. Am letzten Mittwoch bestätigte der CIA-Direktor John Ratcliff diese Aussage:
„Unsere Erkenntnisse decken sich mit einigen Berichten aus offenen Quellen, die Sie möglicherweise im Zusammenhang mit der Ukraine gesehen haben: Die durchschnittliche Lebenserwartung eines russischen Rekruten, der derzeit auf dem Schlachtfeld in der Ukraine eintrifft, wird auf 20 bis 30 Minuten geschätzt.“
Durch den Einsatz von Drohnen mit KI-Unterstützung steigen jedoch die Verlustzahlen auch weit hinter der Front. Im folgenden Video sieht man solch eine Drohne, die zielgerichtet einen russischen Militärlaster ausschaltet. Vermutlich handelt es sich um die in Deutschland hergestellt HX-2 der Rüstungsfirma Helsing.
Ilja Eduardowitsch Tirskij, 26 Jahre
Geburtsdatum: 18.07.1998
Todesdatum: 08.04.2025
Todesort: Oblast Donezk, Bezirk Wolnowacha, Siedlung Schewtschenko
Art des Dienstes: Vertrag vom 27.02.2025, Militäreinheit 46102
Ziviler Beruf: Koch
Wohnort: Jakutsk
Telegram-Kanal „Die Toten aus Sacha“ vom 02.06.26
Wladimir Sergejewitsch Nenartowitsch, 59 Jahre
Telegram-Kanal „Die Toten aus Sacha“ vom 28.05.2026
Die Kleinstadt Tschulym liegt etwa 130 km westlich der Hauptstadt Nowosibirsk. In der Stadt und im dazugehörigen Bezirk leben rund 20.000 Menschen - Tendenz rückläufig. Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt, etwa ein Drittel aller Erwerbstätigen arbeiten in diesem Bereich.
Ein Denkmal erinnert an die Toten aus den sowjetischen und russischen Kriegen. Im Krieg in Afghanistan sind zwei Soldaten aus dem Bezirk getötet worden, in den Tschetschenienkriegen wurden acht Männer getötet und im aktuellen Krieg gegen die Ukraine wurden bisher 113 Namen eingraviert.
Setzt man jene 113 Kriegtoten ins Verhältnis zur Bevölkerung, so würde jene Region an zweiter Stelle aller russischen Regionen in unserer entsprechenden Tabelle stehen.
Nikolai Afanassjewitsch Atlasow (Rufname „Odun“), 35 Jahre alt
Status: Verstorben Geburtsdatum: 29. Oktober 1989
Sterbedatum: 28. März 2025
Geburtsort: Rajon Changalasski, Dorf Katschikatsy
Sterbeort: Region Donezk, Siedlung Jelisawetowka
Dienstverhältnis: Vertragsdienst (ab 30. November 2024)
Kinder (Anzahl): Unbekannt
Ziviler Beruf: Abfüllung und Lieferservice für reines Trinkwasser
„Die Toten aus Sacha“ vom 5.5.26