30.09.2026 -- 241.171// Zuwachs zum 31.08.2026: 11.032
Russlands Präsident schickt die Jugend seines Landes in einen verbrecherischen Krieg. Wie viele russische Soldaten inzwischen in der Ukraine ihr Leben gelassen haben, können wir nicht komplett aufklären. Wir sammeln hier seit Beginn des Krieges im Februar 2022 die Todesmeldungen aus den Medien der Regionen und sozialen Netzwerken Russlands und verschaffen so zumindest einen ungefähren Überblick.
Im ersten Kriegsjahr haben wir noch die Meldungen im übersetzten Originaltext veröffentlicht, auf Grund der schieren Menge der Kriegstoten mussten wir später zur Tabellenform übergehen, jetzt führen wir nur noch reduzierte Listen. Eine Liste der Regionen und den dazu veröffentlichten Tabellen, finden Sie hier.
Monatlich veröffentlichen wir eine Zusammenfassung unserer Datenbank - die Liste mit allen Auswertungen finden Sie hier - Aktuell Auswertung zum 31.08.2026. | Karte der Regionen Russlands | Föderationssubjekte | Kontakt: info[ɛt]oskarmaria.de
Unsere Webseite oskarmaria.de und die dazu gehörigen IP-Adressen wurden durch die russische Aufsichtsbehörde für das Internet "Roskomnadsor" am 26. August 2024 gesperrt. Details dazu erfahren Sie hier. | Alternativ-Link: gibtsnet.eu
Die Stadt Troizk (übersetzt Dreieinigkeit) liegt in der Oblast Tscheljabinsk im westlichen Teil Sibiriens nahe der Grenze zu Kasachstan. Die Stadt hat um die 70.000 Einwohner - Tendenz fallend. Die Ökonomie der Stadt schwächelt, die Menschen wandern ab, was steigt sind die Opferzahlen im Krieg gegen die Ukraine.
Eine örtliche militaristische Initiative hat in Zusammenarbeit mit Schulen und dem Waisenhaus einen "Heldenschreibtisch" eingeweiht, auf dem die Namen von 90 gefallenen Soldaten prangen. Wir geben den Bericht des Telegramkanals "Tscheljabinsk der Zukunft" vom 23. März 25 übersetzt wieder.
Die Hauptstadt Dagestans Machatschkala -- Foto: Alexander Novikov -- Lizenz: CC BY-SA 4.0
Ganz im Süden Russlands zwischen dem Kaukasus im Westen und dem Kaspischen Meer im Osten und liegt die russische Teilrepublik Dagestan. Sie ist die größte und bevölkerungsreichste Kaukasusrepublik mit aktuell etwa 3,2 Millionen Einwohnern. Dagestan ist eine multiethnische Region mit vielen unterschiedlichen Sprachen und Dialekten. Beinahe alle Bewohner sind Muslime, der Anteil an Russen geht immer mehr zurück - 2020 machten sie noch 3,3 Prozent der Bevölkerung aus.
In unserer Rubrik Kurzbiografien stellen wir russische Soldaten vor, die nur eine kurze Zeit im Kriegseinsatz überlebt haben. Da sich der Ablauf fast identisch wiederholt, veröffentlichen wir die Beiträge mit der Überschrift "Ohne viele Worte" im Formularstil. Nach einigen Wochen haben wir die Anzahl dieser Beiträge stark reduziert, da sie einen zu großen Platz in unserer Berichterstattung eingenommen hätten. Doch das Thema ist weiter aktuell, wie wir mit einigen Beispielen aus wenigen Tagen zwischen dem 3. und 5. April 2025 zeigen wollen.
Es stellt sich die Frage - warum lassen sich die russischen Freiwilligen so einfach in selbstmörderische Angriffe jagen, ganz ohne zu rebellieren?
Paralympics 2020 in Tokyo: Der Silbermedaillenlauf von Alexander Rabotnitsky
Wie Menschen mit psychischen Diagnosen für den Krieg rekrutiert werden
Am 23. März 2025 kam Alexander Rabotnitsky, ein Paralympionike aus Omsk mit der Diagnose „geistige Behinderung“, im Krieg in der Ukraine ums Leben. Seine Freunde, Verwandten und Kollegen sind schockiert, dass das russische Verteidigungsministerium einen Vertrag mit dem Mann unterzeichnet hat, bei dem eine „organische Hirnschädigung“ diagnostiziert wurde.
Aktuell bittet die Mutter eines anderen Soldaten um Hilfe, um ihn von der Front zu holen. Nach Angaben von Olga Wakruschewa wurde der 22-jährige Alexej, bei dem eine geistige Behinderung vom Typ VIII diagnostiziert wurde, unter der Androhung rekrutiert, wegen Diebstahls für zehn Jahre ins Gefängnis zu kommen. In der Einheit in Wologda wurde er von Kommandanten und Soldaten misshandelt: Er wurde geschlagen und mit Vergewaltigung bedroht. Nachdem Alexej mit Benzin übergossen wurde und ihm versprochen wurde, ihn anzuzünden, gelang ihm die Flucht.
Beiden Rekruten wurde zugesichert, dass ihnen „aufgrund ihrer psychiatrischen Diagnose keine Waffen ausgehändigt würden“, aber beide wurden nach Angaben ihrer Familien wiederholt mit Sturmgewehren losgeschickt.

Die Fotos zeigen drei russische Freiwillige, die wir bereits vorgestellt haben. Ganz links - das ist Danilo Dmitrowitsch Mitrofanow, geboren am 23. Juni 2002, der von ukrainischen Einheiten gefangen genommen wurde und lebt. In der Mitte sieht man Andrej Romanowitsch Kutusow, 22 Jahre alt, der das Sturm-V-Kommando nicht überlebt hat. Und das Foto rechts zeigt Alexej Iwanowitsch Gladyschew, geboren am 12. März 2004, den seine Mutter seit dem 22.03. an der Front sucht - wahrscheinlich ist er tot.
Alle drei junge Männer haben eins gemeinsam - sie sind/waren geistig behindert und wurden deshalb nicht zum Wehrdienst eingezogen. Und die Drei sind auch keine Einzelfälle durch Fehler der Rekrutierungsämter - hinter deren Verpflichtung steckt ein System.
Weiterlesen: Geistig behinderte Soldaten in der russischen Armee
Viele "Altfälle" unter den Kriegstoten im März
Die von uns erfassten russischen Kriegstoten sind im März 2025 deutlicher zurück gegangen, als es die Zahlen vermuten lassen. Trotzdem bleiben die russischen Verluste auf einem hohen Niveau:
- Dezember 2024 -- 6.641
- Januar 2025 -- 5.360
- Februar 2025 -- 5.587
- März 2025 -- 5065
Wir haben im März sehr viele Listen mit getöteten Soldaten ausgewertet, deren Tod meist einige Monate zurück lag. Die Initiativen aus Baschkortostan, Tatarstan und Jakutien (Sacha) haben dazu uns die Namen geliefert, in Astrachan wurden Tafeln mit getöteten Soldaten ausgewertet, es gab diverse Filme und die Listen der Sozialinitiativen, die Angehörige von Toten suchen.
Tatsächlich sind auch die Kampfhandlungen der russischen Armee in der Ukraine zu Beginn des Jahres 2025 etwas zurück gegangen.
Weiterlesen: Getötete russische Soldaten -- Stand: 31.03.2025
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| Roman Reingartowitsch Merkel geboren am 16.04.1978 aus der Stadt Sajanogorsk in Chakassien. Freiwilliger, ab März 2024 ohne Kontakt zu Angehörigen. Link |
Mark Iwanowitsch Kindsvater geboren am 04.03.19194, Friedhof in der Stadt Koltschugino in der Region Wladimir, Link genau übersetzt "Kinsfater", der mehrfach wegen Diebstahls verurteilt wurde. |
Jewgeni Wiktorowitsch Rindfleisch geboren am 26.10.85 aus dem Dorf Talaja, Gebiet Kemerowo. Wurde 2022 wegen kleinerem Diebstahl (Schaden 750 Rubel =7,5 €) zu 2 Jahren Haft verurteilt. Link 1, Link 2 |
Die folgende Liste enthält 50 Namen aus dem Monat März 2025, die von Russlanddeutschen sein können. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und vielleicht haben manche Namen auch einen anderen Ursprung. Richtigstellungen nehmen wir gerne entgegen. Wir haben beim Außenministerium Deutschlands nach Erkenntnissen angefragt, warum sich so viele deutsche Nachnamen in den Listen der gefallenen russischen Soldaten befinden, aber bisher noch keine Antwort erhalten.
Wie wir immer wieder berichten, ist die Überlebenschance für die russische Freiwilligen an der Front in der Ukraine nicht sehr hoch. Und häufig werden jene Soldaten schon nach sehr kurzer Zeit getötet. Das weckt Begehrlichkeiten. Das Video links stammt von einem Mitarbeiter des Sozialdienstes aus Rostow am Don. Leider sind die deutschen Untertitel nicht immer ganz verständlich, so dass wir eine Zusammenfassung seines Videomonologes nachfolgend veröffentlichen.
„Wir haben in letzter Zeit mit einer besonderen Art von Geschäftsplänen zu tun! Es gibt eine Anzahl von Frauen, die versuchen auf einfache Weise zu Geld zu kommen: Sie heiraten einen Teilnehmer der "speziellen Militäroperation" einzig zu dem Zweck, dass er sterben soll! Und später wollen sie alle Zahlungen für ihn zu erhalten. Nun, und dementsprechend kaufen sie sich damit eine Wohnung“, berichtet ein Mitarbeiter des russischen Sozialfonds in Rostow am Don.
Russland spielt bei den Friedensverhandlungen auf Zeit und hofft auf dem Schlachtfeld weitere Geländegewinne zu erzielen. Das Endziel bedeutet weiterhin die Zerschlagung der Ukraine als unabhängigen Staat.
Das bedeutet nach den aktuellen russischen Verlustzahlen, dass das Land jeden Monat etwa 38.000 Soldaten für seine Ziele opfert. Aufgeschlüsselt entsprechend dem Monat März 2025 sind das mindestens 8.400 getötete Soldaten und knapp 30.000 Kriegsversehrte.
Leider können wir unsere Zahlen nicht mehr mit Mediazone/BBC vergleichen. BBC veröffentlicht aktuell keine Zahlen auf ihrer russischen Webseite und Mediazone wurde wohl durch die ausbleibende finanzielle Unterstützung aus den USA zurückgeworfen.
Aufschrift auf Gebäude: Deine Helden, Russland
Nach unseren aktuellen Zahlen vom Monat März 2025 befinden sich erneut neun junge Männer aus dem Autonomer Kreis der Tschuktschen unter den toten russischen Soldaten im Krieg gegen die Ukraine. Das sind sehr wenige, wenn man die Menge der Kriegstoten betrachtet, aber sehr viele, wenn man die wenigen Bewohner von Tschukotka einbezieht. Auf einer Fläche die etwa doppelt so groß wie Deutschland ist, leben gerade mal 48.000 Menschen. Und es besteht der begründete Verdacht, dass es wahrscheinlich noch wesentlich weniger Menschen sind, da viele weggezogen sind, in den Registern der kleinen Dörfer aber weiter geführt werden.
Weiterlesen: Die "Tschukotka-Front" und der Krieg in der Ukraine

Panorama von Gelendschik -- Foto: Messir azazello -- Lizenz: frei
Wir haben die Stadt Gelendschik bereits in unserer letzten Tabelle mit den Kriegstoten der Region Krasnodar vorgestellt. Der Ort ist eines der wichtigsten touristischen Ziele an der russischen Schwarzmeerküste. Gelendschik hat etwa 80.000 Einwohner und kann während der Tourismussaison über 40.000 Betten bereit stellen. Südlich von Gelendschik gibt es auch jenes mysteriöse Anwesen, das über eine Milliarde € gekostet haben soll und das dem russischen Präsidenten Putin zugeschrieben wird.
Aus Gelendschik kommt auch ein Video, das auf VKontake veröffentlicht wurde und das die im Krieg gegen die Ukraine gefallenen Soldaten aus der Stadt auflistet. Von den 62 veröffentlichten Namen konnten wir elf neu in unsere Statistik auf nehmen.
Wir veröffentlichen das Video lediglich zum Zwecke der Dokumentation. Es hat ansonsten keinerlei weiteren Informationsgehalt.
Der russische Diplomat Grigori Karasin (Foto rechts) vertritt Russland bei den Verhandlungen mit den USA in Riad/Saudi-Arabien über einen Waffenstillstand in der Ukraine. In einem Interview mit einem russischen Fernsehsender äußerte er sich sehr wage: "Ein positives Ergebnis der Waffenstillstandsgespräche werde es noch nicht in diesem Jahr geben oder erst Ende dieses Jahres".
Es scheint so, dass Russland noch immer an einen mlitärischen Erfolg im Krieg gegen die Ukraine setzt und abwarten will, wie die Lage an der Front sich entwickelt.
Wir geben den Bericht der St. Petersburger Internetzeitung "Fontanka" als übersetzte Bildschirmkopie wieder:
Gerade sind wir in Pokrowsk, einer Kleinstadt mit etwa 12.000 Bewohnern im Changalasski Ulus in Jakutien. Im Januar liegen dort die Tagesdurchschnittstemperaturen bei -40° Celsius. Das Foto oben wurde in der Pokrowskaja Sekundarschule am 23. April 2024 erstellt. Der Lehrer für Geschichte und Sozialkunde ist für einen Besuch an seine Schule gekommen. Andrej Wjatscheslawowitsch Kobyzew gehörte zu den im Herbst 2022 mobilisierten Männern und hatte Urlaub vom Krieg. Am 8. Dezember 24 wurde er getötet.
Am 18.März 2025 wird der 19-jährige Denis Alexandrowitsch Gabdrafikow zu Grabe getragen. Wir sind hier im Dorf Demsky, Bezirk Bischbuljakski in Baschkortostan. Das Dorf hat etwa 1.000 Einwohner, der nächste Bahnhof ist 65 km entfernt. Denis ist einer der vielen Baschkiren, die sich freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet haben und die schnell in einem Zinksarg wieder nach Hause kommen.
Über Denis wissen wir nur wenig. Er ist in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen, wie das folgende Foto vor dem Haus seiner Eltern zeigt.
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Wir haben die Initiative "Fremder Krieg" aus Baschkortostan bereits vorgestellt (Teil I, Teil II), die versucht, die hohen Verlustzahlen Baschkiriens aufzuklären und die Bürger der russischen Teilrepublik warnt, an einem Krieg teilzunehmen, der nichts mit den Interessen der Baschkiren zu tun hat - deshalb der Name "Fremder Krieg".
Wir haben achtzehn aufeinander folgende Meldungen vom 17. und 18 März 2025 der Initiative übersetzt und veröffentlichen sie nachstehend. Den gleichlautenden Text zu allen Meldungen haben wir nur bei den ersten drei Nachrichten belassen.
Alle hier vorgestellten Kriegstoten sind Freiwillige - sie sind Täter in einem verbrecherischen Krieg und Opfer zugleich. Durch die Zusammenstellung bekommt man einen Eindruch, was für Menschen sich zum Freiwilligendienst entschieden haben. Ein Kommentator fasst das so zusammen:
Sehr optimistisch sehen diese russischen Soldaten nicht aus, die sich zweieinhalb Minuten lang ausruhen, eine Zigarette rauchen und auf eine warme Suppe hoffen. Wie viele von ihnen werden aus der Ukraine lebend und unverletzt zurückkehren? Der aktuelle Film stammt von einer Pfadfindereinheit, die sich aus Soldaten der russischen Teilrepublik Tuwa zusammensetzt.
Der St. Petersburger Bürgerrechtler Leonid Schaidurow ist im Krieg gegen die Ukraine getötet worden. Über die genauen Umstände kann nur spekuliert werden, da von seinen Angehörigen genauere Angaben verweigert werden. Leonid hatte als Schüler der 10. Klasse eines Gymnasiums eine Schülervereingung gegründet, die sich auch gegen die Militarisierung des Schulsystems aussprach. Um so mysteriöser ist jetzt sein Tod. Doch politisch unbequeme Menschen müssen in Russland immer um ihr Leben fürchten.
Weiterlesen: Gründer der Gewerkschaft "Student" im Krieg gefallen
Seit Beginn des russischen Angriffskrieges führt die Wolgaredaktion von "Radio Free Europe" eine Liste der im Krieg getöteten russischen Soldaten. Aktuell hat die Redaktion eine neue Zusammenstellung veröffentlicht. Die Zahlen decken sich in etwa mit unseren Erkenntnissen, wenn man unsere Zahlen im Monat März noch hinzufügen würde - bis auf zwei Ausnahmen.
Foto: Gedenktafeln an
einer Schule in Uljanowsk
Für die Region Astrachan und für die Republik Tatarstan gibt es große Unterschiede, die man allerdings erklären kann.
Etwa 40.000 Menschen wohnen im Pallasowsky Bezirk in der Oblast Wolgograd. Zentrum des Bezirks ist die Stadt Pallasowka mit 15.000 Einwohnern. Welche Funktion im Bezirk Gulnera Maskalowa (Foto links) genau hat, konnten wir nicht erfahren. Vermutlich ist sie Verwaltungsleiterin.
Und Frau Maskalowa ist auch eine leidenschaftliche Unterstützerin des Krieges gegen die Ukraine. Auf ihrer VKontakte-Seite berichtet sie von den Aktiviäten zur Kriegsunterstützung ihres Bezirks, zum Beispiel ein Seminar zum Thema „Patriotische Erziehung jüngerer Schüler im Unterricht und bei außerschulischen Aktivitäten“.
Der Zweck dieses Seminars besteht darin, Erfahrungen auszutauschen, wie man bei Schülern Patriotismus, Liebe zum Vaterland und Stolz auf ihr Land fördern kann.
Zu ihrem Job gehört auch die rotinierte Verabschiedung der getöteten Soldaten aus ihrem Bezirk, wir hatten darüber bereits berichtet. Zwischen dem 9. und 11. März 25 waren es drei getötete Mitbürger: Kadrbay Akbulatowitsch Imataliew, Sergej Romanowitsch Tschernowalow und Alexander Walkowsky.
Aktuell hat Frau Maskalowa einen Film über die im Jahr 2024 getöten Soldaten des Bezirks veröffentlicht mit insgesamt 28 Namen. Wir konnten 12 neue Kriegstote nachtragen.
Unsere nächste Gedenkstätte, die wir vorstellen wollen, befindet sich in der Großstadt Armawir in der Region Krasnodar. Die vielen russischen Kriegstoten bringen es mit sich, dass an vielen Stellen einer Stadt solche Ehrenalleen entstehen. Wir befinden uns hier auf dem Gelände der staatlichen "Armawir Industrie- und Baufachschule", auf dem am 4. März 25 eine "Ruhmesallee" eingeweiht wurde.
Weiterlesen: Die Armawir Industrie- und Baufachschule gedenkt
Der russische Krieg gegen die Ukraine hat inzwischen sicher über 170.000 russischen Soldaten (siehe Tabelle am Ende des Beitrages) das Leben gekostet, mindestens 600.000 wurden mehr oder weniger bleibend verletzt.
In der ersten Angriffswelle zu Beginn des Krieges im Jahr 2022 waren die Toten überwiegend Berufs- und Zeitsoldaten der russischen Armee, im Herbst 2022 gab es eine Teilmobilisierung in der Bevölkerung – von nun an starben auch normale Bürger, also Ehemänner, Arbeiter und Angestellte.
Doch um wirkliche Erfolge im Krieg vorweisen zu können, reichte die Kampfkraft dieser Soldaten nicht aus. Die Gruppe Wagner zeigte wie es gehen konnte.
Weiterlesen: Wieviele Kriegstote kann der Kreml seinen Bürgern zumuten?
Verstümmelte russische Soldaten werden wegen „unerlaubter Abwesenheit“ verfolgt
Verwundete wurden gewaltsam aus dem Krankenhaus an die Front gebracht. Die Soldaten wurden buchstäblich aus dem Krankenhaus in Jeisk gezerrt und in ein Auto geschleift, um nach Luhansk gebracht zu werden. (Video links)
Einer von ihnen wurde kürzlich zweimal operiert und benötigt eine weitere Operation. Dem Mann fehlt ein Finger an der Hand, er bewegt sich auf Krücken und leidet unter Schmerzen. Andere haben noch postoperative Drainageschläuche, stehen aber kurz vor dem Einsatz.
Der russische Soldat Iwan Toptschij, 40, lebt seit Dezember letzten Jahres ohne Schultergelenk. Dmitri Mischin, 32, ist seit dem Sommer 2024 ohne seinen rechten Arm. Beide wurden von der Staatsanwaltschaft darüber aufgeklärt, dass sie mit der Behinderungskategorie „D“ entlassen werden können.
Das Kommando beruft sich jedoch auf den „internen Befehl“ der Vorgesetzten - „niemanden zu entlassen“ - und schickt statt der Entlassung armlose Kämpfer an die Front. „Die Gesetze funktionieren schon lange nicht mehr“, sagen die Menschenrechtsaktivisten.
Weiterlesen: „Jeder armlose Mann bekommt ein automatisches Gewehr“

Eine steile Karriere hatte Konstantin Alexejewitsch Poleschajew (14.08.1972 - 21.09.2026) hinter sich. Im Jahr 1996 beendete er sein Studium in der Ukraine als Bauingenieur für Straßen- und Flugplatzbau. Bereits neun Jahre später war er Leiter der Straßenbaubehörde in Belgorod. Schließlich wurde er im Jahr 2015 zum Bürgermeister der Großstadt Belgorod gewählt und vier Jahre später wurde er zum stellvertretenden Gouverneur der Oblast Belgorod ernannt. Aber auch Konstantin ließ sich schmieren, er nahm einen Porsche Panamera und einen Range Rover gegen Gefälligkeiten von einem Bauunternehmen an. Im August 2024 wurde er zu fünf Jahren Haft in einer Hochsicherheitsstrafanstalt verurteilt. Statt in den Knast ging Konstantin an die Front. Eine ukrainische Drohne beendete sein Leben.
An Themen für unsere Titelseite mangelt es uns wahrlich nicht. Leider frisst die Erfassung der vielen Kriegstoten einen Großteil unserer Zeit auf.
Damit wir nicht weiter in Rückstand geraten, konzentrieren wir uns im Moment auf die Erfassung all der vielen russischen Gefallenen.
Im Monat September 26 gibt es zudem eine Besonderheit. Von den über 10.000 erfassten Kriegstoten stammt die Mehrzahl nicht aus dem aktuellen Kriegsgeschehen, sondern aus dem Abgleich mit anderen regionalen und überregionalen Listen.
Die staatliche Berufsschule in der Großstadt Bijsk in der Region Altai hat eine Liste ihrer Absolventen veröffentlicht, die im Krieg gegen die Ukraine gefallen sind. Insgesamt 47 Namen haben wir gezählt. Darunter waren 13 Kurzzeitsoldaten.
Deren Namen haben wir heute in der Rubrik „Ohne viele Worte“ eingestellt, allerdings haben wir auf eine Strukturierung diesmal verzichtet. Wir haben die übersetzten Texte ohne Änderungen veröffentlicht. Sie sind recht kurz, da kann man es schon mal so machen.
Auch an diesem Beispiel bestätigt sich, dass etwa 30% aller Freiwilligen in kürzester Zeit an der Front getötet werden.
Es gibt auch einige Wagner-Söldner unter den Kurzzeitsoldaten, diese dürften alle aus den Haftanstalten stammen.
Die russischen lokalen Nachrichten- und Unterhaltungsseiten im Internet sind mit viel Werbung vollgepflastert. Ganz besonders ärgerlich ist eine besondere Werbeform - die Orginalseite, die man lesen möchte, verschwindet und wird durch eine Bildschirm füllende Werbeanzeige ersetzt. Man kann diese Werbung nur dadurch umgehen, dass man die Seite verlässt und danach neu aufruft. Aber damit nicht genug - man ruft eine Nachrichtenseite auf, zum Beispiel aus Saratow und bekommt Werbung zum Beispiel der „Deutschen Telekom“ oder von „Aldi Talk“ auf den Bildschirm gebeamt. Technisch ist das einfach zu realisieren. Man ist mit einer deutschen IP-Adresse unterwegs und die Werbung wird entsprechend angepasst.
Allerdings muss man sich fragen, warum Firmen wie die Telekom oder Aldi ihren Werbeagenturen erlauben, auf russischen Webseiten sehr dubiose Anzeigeninhalte zu schalten. Und letztlich auch zur Finanzierung dieser russischen systemkonformen Medien beitragen.
Die Liste der deutschen Namen unter den russischen Kriegstoten wird immer länger. Im August sind erneut 60 deutsch klingende Nachnamen dazu gekommen. Es ist zu erwarten, dass wir in wenigen Tagen die Zahl von 2.000 erreichen werden. Wir veröffentlichen dazu auch die regionale Verteilung dieser Namen. Diese stimmt grob auch mit den Siedlungsgebieten der in Russland verbliebenen Russlanddeutschen überein.
Sicher gibt es darunter auch Russen, die nur noch den Namen führen, aber mit russlanddeutscher Kultur nichts zu tun haben. In der Liste befinden sich wahrscheinlich auch jiddische Namen, die aus dem deutschen Sprachraum nach Osten gewandert sind, wie zum Beispiel der Nachname „Zuckermann“ in unserer Liste.
Die Opferlisten der russischen Regionen haben wir in den letzten Tagen bis Ende August 2026 aktualisiert.
Eine Zusammenfassung dieses Monats ist in den kommenden Tagen zu erwarten.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
OM, 16.09.26
Durch die ersten Erkältungskrankheiten sind wir im Moment etwas in Schwierigkeiten. Trotzdem habe ich heute den Monatsabschluss Juli 2026 freigeschaltet, obwohl er nur oberflächlich Korrektur gelesen wurde. Sollten noch Fehler im Fließtext sein, werden diese im Laufe des morgigen Tages korrigiert - versprochen. Die Tabellen & veröffentlichten Zahlen dagegen wurden überprüft.
CK, 25.08.2026
Die Opferlisten der russischen Regionen haben wir in den letzten Tagen bis Ende Juli 2026 aktualisiert. Eine Zusammenfassung des Monats Juli ist in den kommenden Tagen zu erwarten.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
OM, 24.08.26
Im kalten Winter 2022 in Ischewsk, der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Udmurtien, sang eine Gruppe Friedensdemonstranten das Lied „Möge es immer Sonenschein geben“. Wir haben darüber berichtet. Das Lied, aus der Perspektive eines kleinen Jungen, ist ein Apell an uns Menschen, den Frieden zu sichern. Das Lied gehört(e) zur sowjetischen Jugendkultur und wurde auch von den jungen Pionieren in der DDR gerne gesungen. Hier eine Version von Pete Seeger.
Der russische Refrain lautet etwa so:
Möge es immer Sonnenschein geben,
möge es immer blauen Himmel geben,
möge es immer Mama geben,
möge es immer mich geben!
In Anbetracht dieses Jahrhundertsommers können wir feststellen: Den ewigen Sonnenschein und den immer blauen Himmel haben wir. Den Frieden dagegen noch nicht.
OM, 11.08.26
Wir haben unsere Liste mit den deutschen Namen der Kriegstoten bis zum Juni 2026 aktualisiert. Insgesamt sind es jetzt 1.855 Namen.
Bitte beachtet - all diese Kriegstoten müssen nicht unbedingt einen russlanddeutschen Hintergrund haben. Sicher gibt es darunter auch einige Russen, die nur noch den Namen führen, aber mit russlanddeutscher Kultur nichts zu tun haben. Es ist durchaus auch möglich, dass sich darunter auch jüdische Namen befinden, die aus dem deutschen Sprachraum nach Osten gewandert sind.
Typisches Beispiel dafür ist der Nachname „Katzenelnbogen“, den wir einigemale in Russland angetroffen haben. Katzenelenbogen ist eine Kleinstadt am Rande des Taunus, den Namen hat eine jüdische Dynastie angenommen, die dort im Mittelalter gegründet wurde.
Und natürlich - es ist auch möglich, dass wir uns bei einigen der Namen getäuscht haben und diese eine andere Herkunft haben.
CK, 07.08.26
Die Opferlisten der russischen Regionen haben wir in den letzten Tagen bis Ende Juni 2026 aktualisiert. Eine Zusammenfassung des Monats Juni ist in den kommende Tagen zu erwarten.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
OM, 02.08.26
Da wir jeden Tag mehrere Kurzzeitsoldaten unter den russischen Kriegstoten finden, haben wir etwas umgestellt. Diese Personalien sind aus unserer Rubrik „Personalien & Kurznachrichten“ verschwunden, wir haben dafür eine neue Rubrik „Ohne viele Worte“ erstellt. Dort findet man nur den Namen des Kurzzeitsoldaten und das Datum der Veröffentlichung. Mit einem Klick auf den Namen erhält man das übliche Profil dieses Menschen.
Zunächst haben wir unsere letzte Veröffentlichung der 12 Kurzzeitsoldaten dort eingestellt, der Beitrag ist deshalb von der Titelseite verschwunden. In den nächsten Tagen werden wir täglich mehrere neue Kurzzeitsoldaten veröffentlichen, die bisher auf Halde liegen.
Auf Anfrage einiger Leser haben wir unserer Tabelle mit den vermutlich russlanddeutschen Kriegstoten noch eine Liste der regionalen Verteilung hinzugefügt.
Wie zu erwarten kommen die meisten dieser Kriegstoten aus Sibirien: Region Altai, Omsk und Nowosibirsk.
Das Übersetzen der russischen Namen ins Deutsche ist ein Kapitel für sich. Wir machen das mit dem Übersetzungsprogramm von DeepL. Allerdings ist das Ergebnis so, dass man alle Namenübersetzungen überprüfen muss. Spätestens nach einigen Namen fällt das Programm wieder ins Englische zurück und die Ergebnisse sind nur schwer lesbar. Manchmal vergisst das Programm auch Endungen oder wirft Zeichen mit fremden, nicht deutschen Akzentzeichen aus.
Beim Durchgehen der übersetzten Namen markieren wir die deutschen mit einem Sonderzeichen, damit wir diese in eine extra Tabelle überführen können. Was macht DeepL zuletzt? Haben wir solch einen Namen markiert und verbessern in der Folge weitere Namen, dann markiert KI diese auch mit jenem Sonderzeichen. So rutschen auch russische Namen automatisch in unsere Tabelle der Russlanddeutschen.
Folglich - alles muss erneut korrigiert werden.
Es ist alles zusammen gekommen, die Hitze der letzten Tage, die unsere Arbeitsmoral untergraben hat, durch die hessischen Ferien bedingte dünne Besetzung und schließlich ist unsere EDV-Erfassung auch noch abgestürzt. So dauerte unsere Zusammenfassung des Monats Mai länger als geplant. Wir bitten um Entschuldigung.
Die Todeslisten aller russischen Regionen sind jetzt bis zum Monat Mai 2026 aktuell. Die übliche Zusammenfassung werden wir bis zum 16.07.26 vorlegen.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
Wir hatten etwas Probleme mit unserer internen IT, deshalb haben wir uns mit dem Monat April 2026 weiter verspätet und konnten auch keine aktuellen Themen einschieben. Die Zusammenfassung werden wir am morgigen Donnerstag vorlegen.
Alle russischen Regionen wurden bereits mit den Daten des Monats April 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats März 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Monat März 2026 und die erfassten Daten zum April 2026 werden wir bis spätestens 12. Mai vorlegen können.
CK, 11.05.2026
Wir sind gerade im Stress und bereiten den Abschluss des Monats März 2026 vor. So haben wir versehentlich einen unfertigen Beitrag online gestellt: „Für Glaube und Vaterland in Nowomoskowsk“. Wir bitten um Entschuldigung.
Wir haben den Beitrag wieder versteckt, er wird erst in den nächsten Tagen - dann hoffentlich komplett - veröffentlicht.
OM 07.05.2026
Am Abend des 5. Mai 2026 war unsere Domain „oskarmaria.de“ nicht zu erreichen. Nach hektischen Versuchen, das Problem auf unserem Webserver zu suchen, mussten wir feststellen, dass wir nichts unternehmen können. Die Namensauflösung für de-Domains war bei Denic gestört. Über unsere zweite Domain https://www.gibtsnet.eu sind wir weiterhin & ungestört zu erreichen.
Zum Beitrag über die beiden in Russland inhaftierten Frauen Natalia Leonhardt und Daria Jegerewa wollen wir noch einige Anmerkungen nachreichen.
Nach der Verhaftung der beiden Frauen wurde zunächst nur der Name von Daria Jegerewa bekannt. Die Familie von Frau Leonhardt wollte, dass ihr Name nicht genannt werden solle. Sie versprachen sich so bessere Chancen vor Gericht. Das ist nicht eingetreten.
Aber dazu passt: Wir hatten beim Unterstützerkomitee angefragt, ob wir ein Foto benutzen können, das beide Frauen zeigt. Am folgenden Tag haben wir die Erlaubnis bekommen, die dann wenig später zurückgezogen wurde. Die Verantwortliche hatte unsere Webseite besucht und meinte danach, dass eine Fotoveröffentlichung in unserem Kontext den beiden Frauen eher schaden würde. Wir wollen das nicht weiter kommentieren.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Doppelt
Wladimir: 25. Artem Kozhenkov // Nischni Nowgorod: 35 Artem Kozhenkov
Wolgograd: 01 Juri Agarkov // Pskow: 41 Juri Agarkow
Kutelev Stanislav, dreifach, Kostroma, Rjasan und Orenburg. Nur Orenburg
Nikolai Symov, Rjasan & Tschuwaschien - nur Tschuwaschien
Mamontov Mikhail - Krasnodar Teil 1 & Teil 2
Ivan Alekseevich Chulkov, Kostroma, Pos. 51/56
Elimov Alexey Michailowitsch , Kostroma & Tschuwaschien
Falsch einsortiert
Ruslan Khamitov, Tscheljabinsk, kein Söldner der Gruppe Wagner

Alexej Walerjewitsch, 18 Jahre
„Ein junger, gütiger und mitfühlender Mann, ein liebevoller Sohn und Enkel, ist von uns gegangen“, schreibt der Nachruf. Alexej Walerjewitsch Schimbjew wurde am 30. Dezember 2025 volljährig, bereits am 6. Februar 2026, also einen Monat danach, schloss er einen Zeitvertrag mit dem russischen Militär. Natürlich hatte er keinen Wehrdienst abgeleistet noch andere militärische Erfahrung. Erzogen von Mutter und Großmutter, gab es keine Männer in der Familie. Da wollte Alexej wohl zeigen, dass er ein richtiger Mann ist. Aber nur für ein halbes Jahr - am 23.08.26 wurde auch er im Krieg verheizt. Alexej kam aus dem burjatischen Dorf Tochoi mit 261 Bewohnern im Jahr 2010.
Die Liste der russischen Regionen über die Prämien für den Abschluss von -unbefristeten- Zeitverträgen mit dem Militär haben wir aktualisiert. Weiterhin sind die Unterschiede in der Höhe der Zahlungen extrem unterschiedlich. Wenn eine Region Probleme hat, ihre von Moskau vorgegeben Quoten zu erreichen, werden die Zahlungen erhöht. Im Fall dass eine Region ausreichend Zeitsoldaten stellen kann, werden die Zahlungen reduziert. Wir haben die Veränderungen in der Liste mit einem Sternchen (*) markiert.
Die höchsten Zahlungen leisten im Moment St. Petersburg und die umgebende Oblast Leningrad mit 4.500.000 Rubel, umgerechnet etwa 47.000 €. Zahlreiche Regionen zahlen allerdings die Mindestsumme von 800.000 Rubel oder 8.400 €.
Zudem berechnen wir die Durchschnittsprämie über ganz Russland hinweg, allerdings ohne die von Russland besetzten Gebiete in der Ukraine. Größere Veränderungen könnten anzeigen, ob Russland Schwieigkeiten hat, genügend Zeitsoldaten zu rekrutieren. Das scheint nicht der Fall.
Im Juli 2026 zahlten die Regionen im Durchschnitt 2.167.000 Rubel als Prämie, Anfang September erhöhte sich der Durchschnittsbetrag leicht auf 2.339.000 Rubel und ist im September mit 2.280.000 Rubel wieder etwas gefallen.
Die Stadt Schelechow muss man nicht kennen, sie ist eine Satellitenstadt der Regionalhauptstadt Irkutsk und existiert hauptsächlich auf Grund eines großen Aluminiumwerkes. In der Stadt gibt es auch das „Irkutsker Anti-Pest-Institut“. Dort arbeitete Daria Schipilowa, eine 28jährige junge Frau, die von den Behörden mal als Labortechnikerin, mal als wissenschaftliche Mitarbeiterin bezeichnet wurde.
Höchst wahrscheinlich stimmt letztere Angabe, die junge Frau forschte zur Wirksamkeit von antibakteriellen Medikamenten gegenüber Pestbakterien. Sie nahm zudem am jährlichen Allrussischen Kongress für Infektionskrankheiten (März) und an den internationalen Übungen von Schnelleinsatzteams für Notfälle (August) teil.
Am 29. September wurde die Frau ins Krankenhaus eingeliefert mit Verdacht auf Pest, offizielle Diagnose: Lungenentzündung mit unbekannter Ursache. Daria starb am 1. Oktober - an Lungenpest. Angeblich wäre ihr ein Reagenzglas mit Pestbakterien zerbrochen - wobei die Betonung auf angeblich liegt.
Die Behörden stellen etwa 200 Personen unter Quarantäne, die mit ihr Kontakt hatten.
Die ganze Region um den Baikalsee geriet danach in Aufruhr, weil man den offiziellen Beschwichtigungen nicht glaubte. Weitere Erkrankungen wurden bisher nicht festgestellt. Allerdings mussten die Arbeiter im örtlichen Aluminiumwerk mit Schutzmasken zur Arbeit antreten.
Anmerkung: Vielleicht erinnert sich jemand unter unseren Lesern über jene geheimen Bio-Labore, die angeblich die USA in der Ukraine betreiben würden. Die Behauptungen darüber gehen auf eine langanhaltende Desinformationskampagne Russlands zurück, die auch im Zuge des Ukraine-Krieges immer wieder als Argument für die russische Invasion gebraucht wurden. Für deren Existenz gab und gibt es keinerlei Hinweise. Tatsächlich finden sich jetzt solche Labore in Russland.
Die Rekrutierung von Zeitsoldaten für den russischen Angriffskrieg ist straff organisiert. Jede Region hat eine bestimmte Quote an neuen Freiwilligen zustellen, die von der Zentralregierung festgelegt wird. Die Regionalregierungen wiederum geben diese Quoten weiter und schreiben den Bezirken und Städten vor, wie viele Freiwillige diese akquirieren müssen. Die Höhe der ausgelobten Antrittsprämie richtet sich danach, wie schwierig es für die Regionalregierungen ist, neue Zeitsoldaten zu gewinnen.
Der russische Exilpolitiker Andrej Piwowarow berichtet nun, dass ihm 61 Gerichtsurteile vorliegen, in denen Regionalbeamte bestraft wurden, weil sie die gesetzten Quoten nicht erfüllen konnten. Eines der Beispiele handelt vom stellvertretenden Verwaltungsleiter der Großstadt Newinnomyssk in der Region Stawropol. Die Stadt konnte nur 80% der Quote an Freiwilligen erfüllen, der Beamte erhielt deshalb Ende des Jahres 2025 vom zuständigen Friedensrichter eine Geldstrafe von 30.000 Rubel (etwa 300 €).
Wir haben die Liste der russischen Regionen mit den Prämien für den Abschluss von -unbefristeten- Zeitverträgen mit dem Militär aktualisiert.
Seit unserer letzten Veröffentlichung Ende Juli haben einige Regionen ihre Antrittsprämien angepasst. Wenn eine Region Probleme hatte, ihre von Moskau vorgegeben Quoten zu erreichen, wurden die Zahlungen erhöht. Im Fall dass eine Region ausreichend Zeitsoldaten stellen kann, wurden die Zahlungen reduziert. Wir haben die Veränderungen in der Liste mit einem Sternchen (*) markiert.
In der Summe sind die bezahlten Prämien weiter angestiegen. Im Juli zahlten die Regionen im Durchschnitt 2.167.000 Rubel als Prämie, Anfang September 2026 erhöhte sich der Durchschnittsbetrag auf 2.339.000 Rubel.
Neu dabei sind Sonderzahlungen, die manche Regionen für Drohnenpiloten ausloben. Die Regionen Inguschetien, Kaliningrad, Pskow und die Stadt Sewastopol auf der Krim weisen diese Extrazahlungen aus. Eine besondere Pointe setzt die Region Komi - die Zeitsoldaten erhalten extra 100.000 Rubel bei Rückkehr, wohl wissend, dass nicht viele lebend von der Front nach Hause kommen werden.
Die russischen Behörden versuchen auf allen Ebenen zu verhindern, dass Informationen über Kriegstote das Land verlassen. Seit Beginn des russischen Krieges verschicken russische Bürger aus den verschiedensten Regionen Fotos und Videoaufnahmen über neue Kriegsgräber. Und zwar nicht an Geheimdienste, sondern zu den Telegram-Kanälen, die solche Informationen sammeln. Solch offene Info-Kanäle werden natürlich auch von den Geheimdiensten aller Länder gerne besucht, auch wenn diese mit Agententätigkeit nichts zu tun haben.
Nachstehend eine Presseerklärung des Regionalgerichts Jaroslawl vom 08.09.26:
Neuigkeiten vom 8. September 2026
Ein Einwohner von Jaroslawl, der Informationen über tote Soldaten weitergegeben hatte, wurde wegen Hochverrats verurteilt.
Das Regionalgericht Jaroslawl verurteilte heute einen 48-jährigen Einwohner wegen Hochverrats (Artikel 275 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation).
Das Gericht stellte fest, dass der Angeklagte Nikolai Schtscherbakow ab Oktober 2024 regelmäßig den Gedenkfriedhof aufsuchte und dort heimlich die Gräber von Militärangehörigen fotografierte und filmte. Der in Jaroslawl lebende Mann übermittelte die gesammelten Informationen anschließend per Instant Messenger an Vertreter der ukrainischen Geheimdienste.
Kriminelle Aktivitäten wurden von Beamten der FSB-Direktion für die Region Jaroslawl identifiziert und gestoppt.
Mit Urteil des Gerichts wurde Shcherbakov N. des Hochverrats (Artikel 275 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation) für schuldig befunden und zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren in einer Strafkolonie mit strengem Regime verurteilt, gefolgt von einer Freiheitsbeschränkung von 1 Jahr und 6 Monaten.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Im Herbst 2022 hat die russische Armee 300.000 Reservisten für den Krieg in der Ukraine eingezogen. Diese mobilisierten Soldaten sind jetzt viereinhalb Jahre im Dienst in einem Krieg, bei dem kein Ende in Sicht ist.
Bei vielen Meldungen über im Krieg gefallenen Soldaten können wir nicht erfahren, ob der Kriegstote ein freiwilliger Zeitsoldat, ein Mobilisierter oder ein Berufssoldat war. Trotzdem finden wir jeden Tag Meldungen, die den Status des Gefallenen nennen. Und da sind einige mobilisierte Reservisten darunter.
Deshalb stellt sich die Frage, wie viele der mobilisierten Männer noch im Kriegsgebiet vorhanden sind? Janis Kluge, von der Stiftung Wissenschaft & Politik, hat dazu eine Antwort geliefert. Anhand der Zahlungen im Bundeshaushalt für die mobilisierten Soldaten, konnte er ihre Anzahl berechnen. Von den knapp 300.000 mobilisierten Männern waren im Juli 2024 noch 246.303 vorhanden, im Juli 2025 waren noch 168.594 verblieben. Neuere Zahlen gibt es noch nicht. Setzt sich der Schwund fort, so dürften aktuell nur noch etwa 100.000 Mobilisierte im Dienst sein.
Diese Mobilisierten wurden im letzten Jahr häufig unter Druck gesetzt, in einen Zeitvertrag zu wechseln (siehe hier). Der weit größere Teil wurde getötet oder ist kriegsuntauglich, also physisch oder psychisch schwer verletzt.
„Dies ist eine sehr ernste und verantwortungsvolle Angelegenheit. Wir unternehmen gemeinsam mit Ihnen und den Bürgermeistern der Gemeinden auf allen Ebenen größte Anstrengungen, diese Aufgabe mit Würde zu bewältigen“, sprach der Gouverneur von Irkutsk, Igor Kobzew (Foto links), zu den Parlamentariern der Regionalversammlung. Er meinte damit die Erfüllung der Quote an Freiwilligen für den Kriegsdienst, die der Region Irkutsk von Moskau auferlegt wurde. Auf seinen Antrag hin wurden die Prämien von 2,1 Millionen Rubel auf 1,8 Millionen reduziert. Verurteilte und Angeklagte erhalten eine Million Rubel und neu eingeführt wurde die Zahlung von 900.000 Rubel für Ausländer und Statenlose.
Der eingebrachte Gesetzesentwurf wurde überarbeitet und in zweiter Lesung angenommen. Die Behörden gehen wohl davon aus, dass sie ihre Vorgaben hauptsächlich durch die Strafverfolgungs- und Ausländerbehörden abdecken können. Das spart Geld.
In der russischen Teilrepublik Inguschetien im Kaukasus überbringt der Ministerpräsident die Beileidsbekundigungen für die im Krieg gegen die Ukraine getöteten Inguschen persönlich. Mitte August hatte er vier Familien aufzusuchen.
Laut Wladimir Slasteinin, dem Ministerpräsidenten, nehmen insgesamt mehr als zweitausend Einwohner Inguschetiens an den Kampfhandlungen bei der russischen Armee teil. Wir haben bisher 290 Kriegstote registriert, die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen.
Der Telegram-Kanal „Fortanga“ schreibt zu den Kriegsversehrten:
Mehrere hundert Menschen erlitten schwere Verletzungen. Allein im Jahr 2025 wurden in Inguschetien 464 Teilnehmer an den Kampfhandlungen behandelt. Die genaue Zahl der Verletzten und derjenigen, die im Laufe der Kampfhandlungen eine Behinderung erlitten, wird nicht genannt. Die Verwundeten erhalten nicht immer die ihnen zustehenden Prothesen und sind gezwungen, sich bei verschiedenen Behörden zu beschweren.
Eine Gruppe Lehrer hatten die Möglichkeit zu einer Audienz bei Wladimir Putin. Ein Mann berichtet von einem Ausflug zum Nordpol und auf Rückfrage berichtet er, zwei Eisbären gesehen zu haben. Das findet Wladimir interessant und erzählt, dass Orcas Eisbären in Stücke reißen und vertilgen würden (dafür konnte der Verfasser keine Belege finden). So wäre das Leben, meint Wladimir, der Stärkere frisst den Schwächeren, die Nahrungskette eben. Das sollen die Lehrer ruhig ihren Schülern beibringen. Und deshalb würde Russland ja auch die „Spezielle Militäroperation“ durchführen.
Jabloko ist die einzige Partei in Russland, die sich gegen den Angriffskrieg gegen die Ukraine ausspricht. Sie wurde durch Beschluss eines Moskauer Gerichts, von den kommenden Parlamentswahlen ausgeschlossen. Geklagt hatte die linksnationalistische Partei „Rodina“, die sich selbst nationalkonservativ nennt. Soviel zur allgemeinen Verwirrung.
In ihrer Klage warf Rodina der Partei Jabloko Uhrheberrechtsverletzungen vor. So hätte Jabloko ohne Genehmigung Zeilen aus dem Antikriegslied „Es soll immer Sonnenschein geben“ und die Zeile „Wenn es doch nur keinen Krieg gäbe“ aus Alexander Wolodins Theaterstück „Fünf Abende“ verwendet, sowie Umfragedaten des Lewada-Zentrums zitiert. Es gibt in der Klage weitere Vorwürfe ähnlicher Qualität.
Bliebe zum Schluss noch zu erwähnen: Der Sohn des Komponisten des Liedes „Es soll immer Sonnenschein geben“ hatte der Partei ganz offiziell die Erlaubnis zur Nutzung gegeben.
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat Russland 43,5 Tonnen Gold verkauft. Aber es hat noch reichlich Reserven, Anfang Juli sollen sich noch 2.282 Tonnen Gold in den staatlichen Tresoren befunden haben. Trotzdem bedeutet dieser Verkauf den größten Rückgang der Goldreserven in den letzten 25 Jahre.
Der Goldverkauf dient in erster Linie der Deckung des russischen Haushaltsdefizits, der Staat muss immer höhere Ausgaben für den Krieg gegen die Ukraine finanzieren. Allerdings dürfte jenes verkaufte Gold meist im Land geblieben sein. In unsicheren Zeiten heben die Russen gerne ihre Rücklagen vom Konto ab und kaufen dafür Gold.
Die Kleinstadt Bad Ems liegt an der unteren Lahn und nur wenige Kilometer von der Stadt Koblenz entfernt. Bad Ems hatte seine Glanzzeit im 19. Jahrhundert. Es war die Kurstadt und Sommerresidenz von bedeutendem Adel und angesagten Künstlern. So führte zum Beispiel die Emser Depesche zum Französisch-Deutschen Krieg 1870/71.
Auch der russische Zar Alexander der II. verbrachte den Sommer gerne in Bad Ems. Dort unterzeichnete er am 30. Mai 1876 den „Emser Erlass“. Damit verbot er die Einfuhr und Veröffentlichung von Schriften in ukrainischer und belarussischer Sprache im Russischen Kaiserreich und stellte Zuwiderhandlungen unter Strafe. Eine kaiserliche Kommission hatte festgestellt, dass die Verwendung der ukrainischen Sprache staatsgefährdend wäre.
Dieses russische Überheblichkeitsdenken gegenüber den „Kleinrussen (Ukrainer)“ wirkt bis heute nach. Auf ihm basiert auch der propagandistische Überbau, mit dem der „Putinismus“ den russischen Angriffskrieg begründet.
Foto: Silin2005 -- Lizenz: Gemeinfrei -- Die Plakette wurde nach dem russischen Angriffskrieg 2022 von Unbekannten entfernt.
Wir hatten bereits über die Aussage der russischen Militätbloggerin Agnes Becker berichtet, die in ihrem Telegramkanal eine angeblich unabhängige Studie zitiert hatte. Danach würde die durchschnittliche Überlebensdauer eines Soldaten bei einem Angriff an den vordersten Positionen nur 20 - 35 Minuten betragen. Am letzten Mittwoch bestätigte der CIA-Direktor John Ratcliff diese Aussage:
„Unsere Erkenntnisse decken sich mit einigen Berichten aus offenen Quellen, die Sie möglicherweise im Zusammenhang mit der Ukraine gesehen haben: Die durchschnittliche Lebenserwartung eines russischen Rekruten, der derzeit auf dem Schlachtfeld in der Ukraine eintrifft, wird auf 20 bis 30 Minuten geschätzt.“
Durch den Einsatz von Drohnen mit KI-Unterstützung steigen jedoch die Verlustzahlen auch weit hinter der Front. Im folgenden Video sieht man solch eine Drohne, die zielgerichtet einen russischen Militärlaster ausschaltet. Vermutlich handelt es sich um die in Deutschland hergestellt HX-2 der Rüstungsfirma Helsing.
Die Kleinstadt Tschulym liegt etwa 130 km westlich der Hauptstadt Nowosibirsk. In der Stadt und im dazugehörigen Bezirk leben rund 20.000 Menschen - Tendenz rückläufig. Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt, etwa ein Drittel aller Erwerbstätigen arbeiten in diesem Bereich.
Ein Denkmal erinnert an die Toten aus den sowjetischen und russischen Kriegen. Im Krieg in Afghanistan sind zwei Soldaten aus dem Bezirk getötet worden, in den Tschetschenienkriegen wurden acht Männer getötet und im aktuellen Krieg gegen die Ukraine wurden bisher 113 Namen eingraviert.
Setzt man jene 113 Kriegtoten ins Verhältnis zur Bevölkerung, so würde jene Region an zweiter Stelle aller russischen Regionen in unserer entsprechenden Tabelle stehen.
Peter Frankopan ist Professor für Weltgeschichte an der Universität Oxford. In einem Essey über Wladimir Putin zitiert er den exilrussischen Telegram-Kanal „Astra“. Astra selbst zitiert in einem Beitrag eine/n Z-Blogger/in „Agna Becker“ der/die den Telegram-Kanal „Haus unter Lorbeeren“ betreibt. Agna Becker wiederum zitiert „unabhängige Studien von 'N' “ und damit kommen wir zur eigentlichen Nachricht.
Nach dieser Studie würde die durchschnittliche Überlebensdauer eines Soldaten bei einem Angriff an den vordersten Positionen nur 20 - 35 Minuten betragen. Laut der selben Studie betrage die „durchschnittliche Lebenserwartung“ eines Soldaten von der Zeit seiner Ankunft auf dem Übungsplatz bis zu seiner Abreise in den Kampfgebiet von zehn Tagen bis zu drei Wochen.
Ganz unrealistisch sind diese Aussagen nicht, wie unsere vielen Beispiele über Kurzzeitsoldaten zeigen. Wir haben Agna Becker angeschrieben und um einen Link auf die Originalveröffentlichung gebeten. Eine Antwort ist nicht zu erwarten.
„Ich freue mich auf meinen Tod“ ist der Titel einer bekannten Kantate von Johann Sebastian Bach. Die ist dem Autor spontan zum unten veröffentlichten - KI-generierten - Video eingefallen. In diesem werden 46 russische Soldaten vorgestellt, die alle aus der Großstadt Artjom oder deren näheren Umgebung in der Region Primorje stammen. Zur Erinnerung - die Region Primorje liegt im Fernen Osten Russlands. Die Soldaten im Video werfen ihre Waffen weg, lachen dabei und schreiten ins Nirwana.
Wieviel sinnvoller wäre es gewesen, wenn all diese Soldaten sich diesem verbrecherischen Krieg verweigert und gemeinsam ihre Waffen niedergelegt hätten? Sie wären zumindest lebend nach Hause gekommen. So dürfte auch diese KI-generierte Schmonzette keine Hilfe und Trost für ihre Angehörigen darstellen.
Im ersten Quartal 2026 floss beinahe jeder zweite Rubel aus dem russischen Staatshaushalt in das Militär. Das berichtet ein Mitarbeiter der deutschen Stiftung Wissenschaft und Politik in seinem aktuellen Rundschreiben. Ganz genau betragen die militärischen Ausgaben inzwischen 46% des gesamten russischen Haushalts.
Am 01.08.1914 ist Deutschland in den Ersten Weltkrieg eingetreten, am 11. November 1918 unterzeichnete eine deutsche Delegation den Waffenstillstand. Berechnet man die Zeitspanne des Krieges, so kommt man auf 1.564 Tage Krieg.
Am 24.02.2022 begann die zweite russische Invasion der Ukraine. Bis zum heutigen Tag gerechnet sind das inzwischen 1.570 Tage Krieg, der Konflikt dauert also inzwischen länger als der Erste Weltkrieg - trotz zwischen 300.000 und 500.000 russischen und vermutlich 100.000 ukrainischen Kriegstoten, all den Kriegsversehrten und unermesslicher Zerstörung der Lebensgrundlage der Menschen in der Region. Und noch immer ist kein Ende in Sicht.
Und zur Erinnerung: Die erste russischen Invasion in der Ukraine fand bereits im Jahr 2014 statt, als Russland die Krim gewaltsam annektierte und russische Geheimdiensttruppen in den Donbass einsickerten.
Das Dorf Uinskoje liegt in der russischen Region Perm mit etwa 4.000 Bewohnern. Vermutlich wurde in diesem Dorf ein Versuchsballon gestartet. In einer Information auf der VKonatkte-Seite der „Verwaltung des Stadtbezirks Uinsky“ wurde eine Anzeige der Verwaltung veröffentlicht. Danach werden Frauen in der Region Perm für den Kriegseinsatz rekrutiert. Die Behörden versprechen ein Gehalt von 210.000 Rubel pro Monat und einen Bonus von 1,5 Millionen Rubel für die Unterzeichnung eines Vertrags mit dem russischen Verteidigungsministerium. Der Vertrag soll eine Laufzeit von einem Jahr beinhalten. (Allerdings können solche Verträge laut einem Erlass des Präsidenten so lange verlängert werden, solange die Mobilisierung nicht aufgehoben ist.)
Laut dem Informationstext können nur Frauen zwischen 18 und 35 Jahren einen Vertrag als Drohnenpilotin unterzeichnen, Frauen unter 45 Jahren dürfen sich für Positionen als Fahrerin für humanitäre Hilfstransporte bewerben.
Die Informationsseite wurde inzwischen gelöscht. Allerdings ist es uns gelungen, noch einen Screenshot der betreffenden Anzeige zu sichern (Original, deutsche Übersetzung.).
Die russische Zensur verbietet die genaue Berichterstattung über die vielen ukrainischen Drohnenangriffe auf Erdölraffinerien und Militärstützpunkte im ganzen Land. Die örtlichen Medien berichten deshalb nur sehr zögerlich über die Resultate und zitieren lieber staatliche Erfolgsmeldungen, dass wieder eine Vielzahl von Drohnen abgeschossen wurden.
In den Kommentaren zu den Berichten der großen lokalen Medien ließen die Bürger ihrer Wut freien Lauf und verspotteten Behörden und Regierung. Wir haben mehrfach solche Kommentare veröffentlicht.
In den letzten Tagen gab es erneut Drohnenangriffe auf die Region Krasnodar und St. Petersburg. Wieder wurde im Raum Krasnodar eine Erdöl verarbeitende Anlage in Brand gesetzt und bei St. Petersburg wurde ein Munitionslager angegriffen. Es kam zu Explosionen, die Bevölkerung in der Nähe wurde evakuiert.
Leserkommentare zu den Berichten von Fontanka in St. Petersburg sind jetzt nicht mehr möglich, die Funktion wurde deaktiviert.
Die russische Staatsbank hat eine neue Tabelle über ihre Währungsreserven bis einschließlich 1. Mai veröffentlicht. Danach verkauft die Zentralbank seit Jahresanfang monatlich eine beträchtliche Menge an Gold - insgesamt knapp 28 Tonnen.
Russland dürfte durch den Verkauf etwa 3,7 Milliarden Euro eingenommen haben. Das russische Staatsvermögen wird aber nur zu einem geringen Teil, wenn überhaupt, bei den Bürgern ankommen. Der Staat benötigt die Einnahmen, um seinen Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren.
„Udmurtien gegen Koruption“ ist ein Telegram-Kanal, über den wir auch Meldungen über russische Kriegstote aus der russischen Teilrepublik Udmurtien beziehen. Der Gründer des Kanals, Iwan Elisejew, hatte bis zum Jahr 2021 das regionale Büro Alexej Nawalnys geleitet. Ende 2021 verließ auch Elisejew Russland, um einer Verhaftung zu entgehen.
„Udmurtien gegen Koruption“ wurde inzwischen in das russische Register der „ausländischen Agenten“ aufgenommen. Iwan Elisejew wurde aktuell vom russischen Innenministerium zur Fahndung ausgeschrieben.