31.08.2026 -- 230.141// Zuwachs zum 31.07.2026: 6.580
Russlands Präsident schickt die Jugend seines Landes in einen verbrecherischen Krieg. Wie viele russische Soldaten inzwischen in der Ukraine ihr Leben gelassen haben, können wir nicht komplett aufklären. Wir sammeln hier seit Beginn des Krieges im Februar 2022 die Todesmeldungen aus den Medien der Regionen und sozialen Netzwerken Russlands und verschaffen so zumindest einen ungefähren Überblick.
Im ersten Kriegsjahr haben wir noch die Meldungen im übersetzten Originaltext veröffentlicht, auf Grund der schieren Menge der Kriegstoten mussten wir später zur Tabellenform übergehen, jetzt führen wir nur noch reduzierte Listen. Eine Liste der Regionen und den dazu veröffentlichten Tabellen, finden Sie hier.
Monatlich veröffentlichen wir eine Zusammenfassung unserer Datenbank - die Liste mit allen Auswertungen finden Sie hier - Aktuell Auswertung zum 31.07.2026. | Karte der Regionen Russlands | Föderationssubjekte | Kontakt: info[ɛt]oskarmaria.de
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Am Stadtrand von Moskau, bereits auf dem Gebiet der Großstadt Mytischtschi, wurde 2013 ein nationaler Ehrenfriedhof des Militärs eröffnet. Er ersetzte die Beisetzungen an der Kremlmauer und ist öffentlich nicht zugänglich. Bis Juli 2022 wurden 353 verdiente Persönlichkeiten Russlands dort bestattet, durch den russischen Angriffskrieg wurde die Fläche stark erweitert und bis Sommer 2024 sind etwa 900 Gräber neu dazu gekommen.
Die russischen Absurdität, die wir inzwischen beinahe als normal begreifen, zeigt sich auch darin, dass der militärische Führer der Gruppe Wagner, Dimitri Walerjewitsch Utkin, dort ein Ehrengrab erhalten hat. Dabei dürfte der Absturz jener Privatmaschine im August 2023, die zum Tod der gesamten Führung der Gruppe Wagner führte, mit ziemlicher Sicherheit von staatlichen Akteuren ausgeführt worden sein.
Die Verwaltung des „Pantheon der Verteidiger des Vaterlandes“, wie der Friedhof offiziell heißt, hat Anfang März auf Telegram ein längeres Video veröffentlicht, das Namen und Fotos von 744 dort begrabenen Soldaten zeigt, die im Krieg gegen die Ukraine getötet wurden. Die meisten stammen dabei aus Moskau oder der Oblast Moskau. Wir konnten über 250 neue Namen in unsere Statistik aufnehmen.
Auch hier der Hinweis, es lohnt nicht den Film anzuschauen, wir veröffentlichen ihn lediglich als Beleg.

Immer wieder berichten wir über kleine Ethnien, die in den abgelegensten und unwirtlichsten Gegenden Russlands leben, fernab unserer Zivilisation, die gezielt für den russischen Angriffskrieg geworben werden. Die Unwissenheit dieser Menschen über das aktuelle politische Geschehen weit weg von ihrer eigenen Lebensrealität und die vielen ausgelobten Rubel verführen immer wieder Menschen aus diesen Regionen in einem Krieg mitzumachen, der definitiv nicht ihrer ist. So kommt es, dass viele Regionen des hohen Nordens in unserer Statistik der Opfer im Krieg gegen die Ukraine - gemessen an der Bevölkerung - ganz weit vorne liegen.
Ein Beispiel dafür ist die Nachrichtenagentur von Tschukotka, die auf ihrer Titelseite im Internet inzwischen schamlos und gezielt für den Freiwilligendienst in der russischen Armee wirbt. Das sind die Resultate:
Schon wieder sind wir in dem kleinen Tschukschen-Dorf Ryrkaipij mit 500 Einwohnern, das völlig abgelegen an der Nordküste Tschukotkas liegt. Über das Dorf haben wir bereits berichtet. Jetzt ist der zweite Einwohner dieses Dorfes im Krieg gefallen. Dimitri Ettynekei, geboren am 13. November 2001 aus dem Dorf Ryrkaipij, hatte sich im Jahr 2024 freiwillig für den Krieg gemeldet und wurde am 21. August 24 getötet.
Ein noch abgelegeneres Dorf im Norden Tschukotkas ist das Dorf Nutepelmen mit nur etwa 150 Einwohnern. Wir hatten bereits über den Tod von Roman Rachthyn (Bericht) und Waleri Sleptsow (Bericht) geschrieben. Am 9. August 24 wurde der dritte Bewohner dieses kleinen Ortes getötet. Juri Chaletsky, geboren am 10. September 1998, hatte sich bereits im Sommer 2023 freiwillig gemeldet.
Die Berichte im übersetzten Original:
Weiterlesen: Die jungen Hoffnungen aus Tschukotka getötet im Krieg
Nabereschnyje Tschelny, Tatarstan - Urheber: Brücke-Osteuropa -- Lizenz: Gemeinfrei
Die russische Republik Tatarstan hat etwa 3,8 Millionen Einwohner, davon leben 1,14 Millionen in der Hauptstadt Kasan. Namensgeber der Republik sind die Tataren, die nach der letzten Erhebung 2021 53,6% der Bevölkerung stellen. Die Tataren sind ein Turk-Volk muslimischen Glaubens. Die größte Minderheit in Tatarstan stellen die Russen mit 39,3 % Bevölkerungsanteil. Tatarstan gilt als eine der reichsten Republiken Russlands mit reichhaltigen Gas- und Erdölvorkommen und einer entwickelten Industrie.
Tatarstan hat im ersten Halbjahr 2024 die höchste Anzahl an Kriegstoten aller Regionen Russlands.
Republik Tatarstan: Teil I bis 100 -- Teil II bis 200 -- Teil III bis 300 -- Teil IV bis 500 -- Teil V bis 700 -- Teil VI bis 1.000 -- Teil VII bis 1500 -- Teil VIII bis 2.000 -- Teil IX bis 2.500 -- Teil X bis 3.000 -- Teil XI bis 3.500 -- Teil XII bis 4.000 -- Teil XIII bis 5.000 -- Teil XIV bis 6.000 -- Teil XV ab 6.001
Weiterlesen: Tatarstans Jugend verblutet in der Ukraine -- Teil IX
Panorama von Barnaul - Urheber: Ludvig14 - Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Region Altai ist eine Verwaltungsregion (Krai) in Russland. Die Region liegt im südlichen Sibirien am Oberlauf des Ob. Sie grenzt im Süden an Kasachstan und im Südosten an die Republik Altai.
In der Region leben etwa 2,1 Millionen Menschen, davon kommen auf das Verwaltungszentrum Barnaul 620.000 Einwohner. Etwa drei Prozent der Bürger sind deutscher Abstammung, unter den Opfern des Krieges finden sich folglich häufig deutsche Nachnamen in unseren Listen.
Region Altai: Teil I bis 200 -- Teil II bis 400 -- Teil III bis 1.000 -- Teil IV bis 1.500 -- Teil V bis 2.000 -- Teil VI ab 2.001
Weiterlesen: Im Kampf gegen "Nazis" wird auch im Altai gestorben - Teil IV
Eine Beisetzung eines getöteten Freiwilligen im Dorf Bul-Kajpanowo in Baschkirien am 26.08.24
Die Republik Baschkortostan hat sich nach dem Zerfall der Sowjetunion weitgehende Autonomierechte gesichert, die aber von der Zentralregierung in Moskau tatsächlich immer wieder eingeschränkt werden. Baschkortostan ist die bevölkerungsreichste unter den russischen Teilrepubliken mit 4,1 Millionen Bewohner, die Hauptstadt Ufa hat etwa 1,1 Millionen Einwohner.
Nach der letzten Volkszählung im Jahr 2020 stellen die Russen mit 36,9 % die größte Gruppe der Bevölkerung, die Baschkiren kommen auf 31% und die Tataren auf 23,9% . Baschkiren und Tataren sind überwiegend muslimischen Glaubens.
Die Teilrepublik gilt als wohlhabend mit einer gut ausgebildeten Infrastruktur und eigenen Erdölvorkommen. Doch dieser Reichtum ist nicht auf dem Land angekommen.
Im Krieg gegen die Ukraine steht die Teilrepublik aber fest an der Seite der Zentralregierung und hat eigene Freiwilligenverbände an die Front geschickt. Diese Freiwilligen werden bei vielen Angriffen ganz vorne in den Tod geschickt, im Volksmund "Fleischangriffe" genannt. Im Winter 2024 gab es Proteste wegen der Verurteilung eines politischen Aktivisten. Es zeigte sich bei diesen Protesten, dass die Bevölkerung mit den extrem hohen Opferzahlen im Krieg gegen die Ukraine unzufrieden ist.
Baschkortostan hat unter allen föderalen Einheiten Russlands in absoluten Zahlen die höchste Anzahl an Kriegstoten.
Baschkortostan:
Teil I bis 99 -- Teil II bis 200 -- Teil III bis 300 -- Teil IV bis 500 -- Teil V bis 700 -- Teil VI bis 900 -- Teil VII bis 1.100 -- Teil VIII bis 1300 -- Teil IX bis 2.000 -- Teil X bis 2.500 -- Teil XI bis 3.000 -- Teil XII bis 3.500 -- Teil XIII bis 4.000 -- Teil XIV bis 4.500 -- Teil XV bis 5.000 -- Teil XVI bis 6.000 -- Teil XVII ab 6.001
Weiterlesen: Baschkiren, die für den Donbass starben - Teil XI

Fluss Kama bei Krasnokamensk -- Foto: Roman Koetsanow -- Lizenz: CC BY-SA 4.0
Perm, die Haptstadt der Region, ist von Moskau gut 1.300 km entfernt. Die östlichste Millionenstadt Europas war noch bis 1991 eine für Ausländer verbotene Stadt. Der Grund waren die Rüstungsbetriebe in der Stadt. Auch heute verfügt die Stadt über eine sehr starke industrielle Produktion - noch vor Ufa und Jekaterinburg. Und als Nebenprodukt soll Perm auch die höchste Kriminalitätsrate Russlands aufweisen.
Die Region Perm gehört zum Föderationskreis Wolga, es leben dort etwa 2,6 Millionen Menschen, davon knapp eine Million in der Hauptstadt Perm.
Perm: Teil I bis 100 -- Teil II bis 200 -- Teil III bis 400 -- Teil IV bis 600 -- Teil V bis 800 -- Teil VI bis 1.000 -- Teil VII bis 1500 -- Teil VIII bis 2.000 -- Teil IX bis 2.500 - Teil X bis 3.000 -- Teil XI bis 4.000 -- Teil XII bis 5.000 -- Teil XIII bis 6.000 -- Teil XIV ab 6.001
Weiterlesen: Perm - nicht aus der Schlacht zurück gekehrt - Teil IX

Panorama von Ulan-Ude -- Urheber: Zeitung "Number One" (Fotograf: Беркут)
Die Burjaten, Namensgeber der Republik, sind eine mongolische Ethnie, die vorwiegend den Buddhismus als Religion praktizieren. Sie stellen aber in der Republik eine Minderheit dar, zwei Drittel der Bevölkerung sind Russen.
Die Entfernung zwischen Ulan-Ude und Kiew beträgt über 5.000 km Luftlinie, mit dem Auto sind es noch einmal 1000 km extra. Trotzdem tragen Burjaten einen erheblichen Beitrag zum Krieg Russlands gegen die Ukraine bei und haben im Verhältnis zur Bevölkerung den zweihöchsten Anteil der Kriegsopfer aller russischen Gebietseinheiten.
Burjatien: Teil I bis 99 -- Teil II bis 199 -- Teil III bis 300 -- Teil IV bis 400 -- Teil V bis 500 -- Teil VI bis 700 -- Teil VII bis 900 -- Teil VIII bis 1100 -- Teil IX bis 1.500 -- Teil X bis 2.000 -- Teil XI bis 3.000 -- Teil XII bis 4.000 -- Teil XIII bis 5.000 -- Teil XIV ab 5.001

Nowosibirsk - vom Dach des 17. Stocks in der Parkhomenko-Straße -- Urheber: -- CC BY 3.0
Nowosibirsk, die drittgrößte Stadt Russlands, die größte Stadt Sibiriens und Hauptstadt der Oblast Nowosibirsk hat etwa 1,6 Millionen. Einwohner. Sie liegt in Westsibirien. Die Landschaft im Oblast ist meist flach. Die Stadt ist ein ökonomisches Zentrum in Sibirien mit Flugzeugbau, Herstellung von Nuklearbrennstäben, Generatoren, Textil- und Landwirtschaft.
Zu den nachfolgenden Zahlen der Kriegstoten aus der Region Nowosibirsk kommen auch noch die getöteten Söldner der Gruppe Wagner hinzu, für die ein extra Friedhof bei Nowosibirsk angelegt wurde - aktuell 324 Gräber.
Nowosibirsk: Teil I bis 100 -- Teil II bis 200 -- Teil III bis 300 -- Teil IV bis 500 -- Teil V bis 1.000 -- Teil VI ab 1.500 -- Teil VII bis 2.000 -- Teil VIII bis 3.000 -- Teil IX bis 4.000 -- Teil X ab 4.001
Weiterlesen: Nowosibirsk - freundliche, fröhliche Menschen sterben den Heldentod - Teil VI
Dorfzentrum von Petrowskoje (450 Einwohner) im Süden der Oblast Kirow -- Urheber: Нестор ф.Ш. -- Lizenz: CC BY-SA 4.0
Kirow ist die Hauptstadt der gleichnamigen Oblast, die im östlichen Teil des europäischen Russlands liegt. Die Hauptstadt hat etwa 470 Tausend Einwohner, die gesamte Oblast etwa 1,3 Millionen. Die Stadt Kirow liegt an der Transsibirischen Eisenbahn und am schiffbaren Fluss Wjatka. Kirow beherbergt Industrie in den Bereichen Maschinen- und Gerätebau, Elektrotechnik, Elektronik, mikrobiologische Industrie, Holzverarbeitung, Lebensmittel- und Leichtindustrie.
Kirow: Teil I bis 200 -- Teil II bis 400 -- Teil III bis 1.000 -- Teil IV bis 1.500 -- Teil V bsi 2.000 -- Teil VI bis 3.000 -- Teil VII ab 3.001
Weiterlesen: Kirow - Erinnerung an Helden wird verewigt - Teil IV

Stadt Iwanowo -- Urheber:
Iwanowo ist die Hauptstadt der gleichnamigen Oblast. In der Stadt leben etwa 400.000 Einwohner, in der gesamten Oblast etwa eine Million. Die Region gehört zu der mit am längsten durch Russen besiedelten Gegenden und war lange Zeit eines der Zentren der europäischen Textilindustrie. Deren Bedeutung ist zurück gegangen, spielt aber in der Region noch immer eine wichtige Rolle.
Und für unser Thema wichtig: In Iwanowo ist die 98. Garde-Luftlande-Division der russischen Luftlandetruppen stationiert.
Iwanowo: Teil I bis 100 -- Teil II bis 200 -- Teil III bis 500 -- Teil IV bis 1.000 -- Teil V ab 1.001
Weiterlesen: Iwanowo - sterben für die Verteidigung der Interessen des Vaterlandes - Teil IV

Tolbatschik-Vulkan mit zwei Vulkangipfeln auf Kamtschatka -- Urheber: Robert F. Tobler -- Lizenz: CC-BY-SA 4.0
Die politische Region Kamtschatka nimmt die ganze Halbinsel Kamtschatka und ein paar nördliche Gebiete ein. Es leben dort etwa 300.000 Menschen. Hauptstadt der Region ist Petropawlowsk-Kamtschatski mit etwa 180.000 Einwohnern. Die Hauptwirtschaftszweige der Region sind Jagd, Fischerei, Bergbau (unter anderem Gold und Steinkohle) sowie Tourismus. In der Landwirtschaft dominiert die Rentierhaltung. Außerdem ist die Region Kamtschatka Standort größerer Militärstützpunkte.
Gegenüber unserer Zusammenstellung vom Juli 2024 sind für die Region Kamtschatka viele neue Kriegstote dazu gekommen. Verantwortlich dafür waren zwei Videos, wir hatten dazu einen gesonderten Beitrag verfasst
Bilibino in Tschukotka -- Foto: Doctor Digger Shrew -- Lizenz: CC BY 3.0
In der Tundra-Landschaft ganz im Norden des Autonomen Kreises der Tschukschen liegt die Stadt Bilibino. Es ist kalt dort, es herrscht arktisches Klima, die jährliche Durchschnittstemperatur beträgt etwa minus 14 Grad Celsius. Die Stadt ist das Ergebnis von Goldfunden in der Region, die man industriell etwa ab 1960 abbaute.
Die Einwohnerzahl schnellte in die Höhe und erreichte im Jahr 1990 knapp 16.000 Bewohner. Seither geht es stetig bergab und heute wohnen noch etwa 5.500 Menschen in Bilibino.
Das nördlichste Kernkraftwerk der Erde befindet sich ebenfalls in Bilibino, vier Blöcke lieferten 48 MW Leistung und versorgten die Minen und die Bevölkerung der Region mit elektrischer Energie. Der erste Block wurde bereits stillgelegt, in Zukunft soll die Anlage durch das schwimmende Kernkraftwerk Akademik Lomonossow ersetzt werden.
Es gibt Pisten zu den Minen, zu Nachbarorten und zum Flugplatz, geteerte Straßen gibt es nicht. Das obige Bild täuscht etwas - die kleine Stadt ist auch geprägt durch den Zerfall (siehe Foto unten).
Das harte Leben der Minenarbeiter in einem unwirtlichen Klima bringt auch Männer aus Bilibino dazu, schnell sehr viel Geld im Krieg in der Ukraine verdienen zu wollen. Wir dokumentieren hier drei Kriegsopfer aus Bilibino und der Region.
Weiterlesen: Die Goldstadt Bilibino in Tschukotka und der Krieg in der Ukraine
Scharlachrotes Segel I Tjumen -- 2. Sept. 24 um 13:17 -- Staatliche Organisation -- Link
19 Jahre, aus Tjumen
Schüler des maritimen Kinderzentrums „Scharlachrotes Segel“ der militärisch-patriotischen Vereinigung „Karbyschewzy“, ausgezeichnet mit dem Tapferkeitsabzeichen der Jugendarmee (Junarmija) dritten Grades. Er kam bei der Erfüllung seiner militärischen Pflichten während einer speziellen Militäroperation auf tragische Weise ums Leben.
Während seiner Ausbildung beteiligte sich Kirill aktiv an der Organisation der Sommerkampagne zur Verbesserung der Gesundheit im Rahmen des Programms des Tjumener Ratniki-Verteidigungs- und Sportzeltlagers als Mitglied des Kommandantenzuges.
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Juri Alexandrowitsch, 18 Jahre Im Jahr 2022 ist die Familie von Juri Alexandrowitsch Tschernikow aus der Region Tschita in Transbaikalien in den kleinen Ort Rasswet in Irkutsk gezogen. Das Dorf Rasswet hat gerade mal 300 Einwohner. Juri , geboren am 21. Februar 2006 schrieb sich bei einer weiterführenden Schule in Irkutsk im Fach Maschinenbau ein. Die hat er abgebrochen und Anfang März für viel Geld sein eigenes Todesurteil beim Militär unterschrieben, das am 13. August 24 erwartungsgemäß vollstreckt wurde. Dieser Text war eigentlich für unsere ständige Rubrik der gefallenen Soldaten bestimmt, die nach dem Jahr 2000 geboren wurden und in der wir jeden Tag ein neues Opfer dieses Krieges vorstellen. Ok - etwas hart formuliert, aber vielleicht müssen sich die jungen Männer, die sich zum Kriegsdienst entscheiden, der Tatsache bewusst werden, dass nur wenige heil zurück kommen werden. |
Erst als wir uns die Webseite jener "Nationalen Technischen Forschungsuniversität Irkutsk" angeschaut haben, wurde uns bewusst, dass Juri auch Opfer einer perfiden Rekrutierungsmasche geworden ist. Auf ihrer Webseite wirbt die Fachschule aktiv für den Vertragsdienst - sprich Kriegsdienst - beim russischen Militär.
Wir haben für die Werbeseiten der Fachschule für den Kriegsdienst eine übersetzte Bildschirmkopie erstellt. Die Logos sind mit einem Link versehen, der auf die Originalseite der Fachschule führt.

Das Foto zeigt das Dorf Janranai im Autonomen Kreis der Tschuktschen - ganz im nordöstlichen Teil Russlands. Das Dorf war mal das nördlichste Dorf in Tschukotka, es lag am östlichen Eingang zur Tschaunbucht, bis es 2015 von staatlicher Seite aufgelöst wurde. Dabei war das Dorf noch jung, es wurde erst 1960 gegründet, als eine noch weiter nördliche Siedlung aufgegeben wurde. Die Bewohner von Janranai wurden nach Pewek umgesiedelt, einer Kleinstadt mit Gulaggeschichte am Ostrand der Tschaunbucht.
Der russische Staat konnte bisher kein Konzept entwickeln, das die traditionelle Lebensweise der Bewohner dieser unwirtlichen Gegenden bewahrt und den Menschen dort eine Zukunft bietet. Dafür lockt das russische Militär die Tschuktschen mit viel Geld in den Krieg gegen die Ukraine. Wie zum Beispiel den zwanzigjährigen Wassili Kutuwgi, der in jenem Dorf Janranai geboren wurde.
Wir geben den Bericht aus Tschukotka im übersetzten Original wieder:
Weiterlesen: Ein im Krieg getöteter Tschuktsche und sein verlassenes Dorf

Die russische Teilrepublik Tuwa kann man entweder mit den Flugzeug oder mit dem Auto erreichen. Das Auto oder der LKW sind die bevorzugten Verkehrmittel der Region. Die Straße von Abakan (Chakassien) zur Hauptstadt Kyzyl ist die wichtigeste von zwei Straßenverbindungen nach Tuwa. Dabei windet sich die Straße auf 250 km durch die Schluchten des Sajans und über drei Gebirgspässe.
Seit 2006 ist eine Eisenbahnverbindung nach Tuwa geplant. Sie soll nicht nur dem Personenverkehr dienen, sondern auch Kohlelager in Tuwa erschließen und privat finanziert werden. Im Dezember 2011 wurde der Bau der Trasse durch Präsident Putin symbolisch eröffnet. Die 50 Meter Bahnstrecke zeigt unser Bild. Seither ist nichts als neue Ankündigungen, Investionsstreichungen und wieder neue Ankündungen passiert. Und durch den Krieg gegen die Ukraine düfte auch in der nahen Zukunft keine Bahnverbindung mehr finanzierbar sein.
Wir haben am 26.08.24 eine Sperrverfügung der russischen Regulierungsbehörde für das Internet "Roskomnadsor" erhalten. Gleichzeitig wurde auch unser Servicedienstleister aufgefordert, unsere Webseite abzuschalten. Wir haben uns mit unserem Hoster in Verbindung gesetzt, er teilte uns mit, dass er nur bei offensichlichen Rechtsverstößen aktiv werden müsse.
Begründet wird die Sperrung mit der Verletzung der Privatsphäre russischer Bürger. Wörtlich heißt es in der Begründung:
Die Tätigkeit der Internet-Ressource wurde als rechtswidrig und als Verstoß gegen die Rechte der Bürger auf Privatsphäre, Persönlichkeits- und Familiengeheimnis anerkannt.
Wir haben bisher auf Presseinformationen und ähnliche Maßnahmen verzichtet, um etwas unter dem öffentlichen Radar zu bleiben und auch russischen Bürgern den Zugriff auf unsere Informationen zu ermöglichen. Das ist jetzt nicht mehr möglich, unsere Seite dürfte aus Russland nicht mehr aufrufbar sein.
Die Verfügung als pdf-Dokument

Alexander Tschintschikow (links) & Gennadi Woronow (rechts)
Ihr werdet euch noch wundern, wenn ich erst Rentner bin
Sobald der Stress vorbei ist, dann lang ich nämlich hin,
Dann fön' ich äußerst lässig, das Haar, das mir noch blieb
Ich ziehe meinen Bauch ein und mach' auf 'heißer Typ'
Das Lied sang Udo Jürgens Ende der 70-iger Jahre und schien uns die passende Einleitung für diesen Beitrag zu sein, denn wir wollen zwei 66-jährige Russen vorstellen, die sich als Freiwillige für den Krieg gegen die Ukraine gemeldet haben. Alexander Tschintschikow ist ein Professor für Rechtswissenschaft. Der bürgerliche Beruf von Leutnant Gennadi Woronow wurde nicht überliefert, er ist bereits an der Front gefallen. Beide sind/waren 66 Jahre alt.
Die Berichte über die beiden Spätberufenen liefern wir im übersetzten Original:
Mitschurisk, Region Tambow, im April 2021 -- Foto: Ludvig14 -- Lizenz: CC BY-SA 4.0
Wenn man auf der Karte eine Linie zwischen Moskau und Wolgograd zieht, dann liegt auf halbem Wege die Oblast Tambow. Die Region ist dünn besiedelt und hat etwa eine Million Einwohner. Die zweitgrößte Stadt mit knapp 100.000 Einwohnern ist Mitschurinsk. In Russland hat die Stadt den Status einer Wissenschaftsstadt. Da die Gegend landwirtschaftlich geprägt ist, finden sich dort Forschungsinstitute und Hochschulen zum Thema Gartenbau und Landwirtschaft.
Wir hatten die Stadt im selben Zusammenhang im Juli 24 schon einmal vorgestellt. Eine Initiative aus der Stadt hat den dortigen Polynkowo-Friedhof besucht und die Gräber der im Krieg gegen die Ukraine gefallenen Soldaten fotografiert. Im Juli waren es noch 44 Namen, jetzt sind es über 100. Da es ja bekanntermaßen keine offiziellen Dokumentationen über die Kriegsopfer geben darf, sind wir auf solche Informationen angewiesen. Durch den Film haben wir über 30 Namen neu in unsere Datenbank aufnehmen können.
Auch in diesem Fall gilt, solche Filme sind wenig guckenswert - wir veröffentlichen ihn ausschließlich zum Zwecke der Dokumentation.
Das Foto zeigt eine Beisetzung in der Region Krasny Kut in der Oblast Saratow. Fjodor Gerlein, geboren am 26. Juni 1976 in Kasachstan, wurde am 11. August 24 im Dorf Schurawlewka begraben. Er war als Bauarbeiter in der Region tätig und hatte zwei Töchter. Fjodor gehörte zu den Soldaten, die im Herbst 2022 mobilisiert wurden.
Am Nachnamen kann man erkennen, dass Fjodor deutsche Vorfahren hatte. Diese waren nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion nach Kasachstan deportiert worden. Viele dieser Wolgadeutschen - die Region Saratow war deren Zentrum - sind nach 1989 von Kasachstan nach Deutschland ausgereist, die Familie von Fjodor hat es in die alte Heimat in Russland gezogen.
Ein Russlanddeutscher hat eine Liste zusammengestellt, die die im Krieg getöteten Soldaten mit deutschen Wurzeln zusammenfasst. Solch eine Liste muss unvollständig sein, da sie nur die Linie der männlichen Nachkommen erfassen kann. Und doch sind Stand 22. August 24 über 600 Namen zusammengekommen.
Wir haben die Liste sehr roh übersetzen lassen und nur oberflächlich korrigiert. Über die russischen Namen kann man in fast allen Fällen die getöteten Soldaten auch in unseren Zusammenstellungen finden.
Weiterlesen: Über 600 Russlanddeutsche im Krieg gegen die Ukraine getötet
Im Kaukasusvorland in der Region Stawropol liegt die Stadt Swetlograd. Sie hat etwa 35.000 Einwohner, die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt. Dort besuchen wir den Kindergarten "Löwenzahn".
Im Rahmen der "moralischen und patriotischen Erziehung" war im August 24 Jana Gwosdenko zu Besuch. Sie ist die Witwe des 32-jährigen Wladislaw Wladimirowitsch Gwosdenko, der sich freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet hatte und am 8. März 24 in der Ukraine getötet wurde. Sie erzählte die Geschichte ihres Mannes und brachte Spielsachen mit.
Damit niemand auf die Idee kommt, wir würden uns solche Geschichten ausdenken, lassen wir den Kindergarten die Veranstaltung selbst erzählen:
Weiterlesen: Liebe Kinder, gebt fein Acht, ich hab euch etwas mitgebracht
Bezirk Selentschukski, Karatschai-Tscherkessien -- Foto: NovelNik -- Lizenz: CC BY-SA 4.0
Auf Basis unserer Daten zum 14. August 24 wollen wir einen kurzen Überblick über die aktuelle Situation in Bezug auf die russischen Kriegsopfer geben.
Schon eine ganze Weile schauen wir auf die Entwicklungen in den russischen Unruheprovinzen im Kaukasus. Zu Beginn des Krieges war die bevölkerungsreichste Republik Dagestan bei den russischen Verlusten immer mit an der Spitze, die dortigen Bürger hatten die imperialen Ambitionen der Zentralregierung mitgetragen. Das hat sich etwas geändert. Dagestan ist in unserer Tabelle der Kriegstoten im Verhältnis zur Bevölkerung langsam abgerutscht. Zum Jahresbeginn stand die Republik noch auf Platz 45, zum 31.07. auf Platz 53 und der Trend setzt sich auch zum 14.08. fort - nur 12 neue Kriegstote sind dazu gekommen.

„Unser geliebter Sohn, Ehemann, Bruder, Neffe und Freund Boris Andrejewitsch Schaurow starb im Einsatz während einer militärischen Spezialoperation. Im Oktober 2022 wurde er in die SWO-Zone abkommandiert. Fast vier Jahre lang diente er seinem Land und war stets seinen Kameraden zur Seite. Er war ein gütiger, fröhlicher Mann mit einem großen Herzen. Er hatte viele Pläne für sein Leben, die er leider nicht mehr verwirklichen konnte,“ schreiben die Angehörigen im Nachruf. Boris wurde am 20. September 1991 geboren und lebte in Barnaul, der Hauptstadt der Region Altai.
Durch die ersten Erkältungskrankheiten sind wir im Moment etwas in Schwierigkeiten. Trotzdem habe ich heute den Monatsabschluss Juli 2026 freigeschaltet, obwohl er nur oberflächlich Korrektur gelesen wurde. Sollten noch Fehler im Fließtext sein, werden diese im Laufe des morgigen Tages korrigiert - versprochen. Die Tabellen & veröffentlichten Zahlen dagegen wurden überprüft.
CK, 25.08.2026
Die Opferlisten der russischen Regionen haben wir in den letzten Tagen bis Ende Juli 2026 aktualisiert. Eine Zusammenfassung des Monats Juli ist in den kommende Tagen zu erwarten.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
OM, 24.08.26
Im kalten Winter 2022 in Ischewsk, der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Udmurtien, sang eine Gruppe Friedensdemonstranten das Lied „Möge es immer Sonenschein geben“. Wir haben darüber berichtet. Das Lied, aus der Perspektive eines kleinen Jungen, ist ein Apell an uns Menschen, den Frieden zu sichern. Das Lied gehört(e) zur sowjetischen Jugendkultur und wurde auch von den jungen Pionieren in der DDR gerne gesungen. Hier eine Version von Pete Seeger.
Der russische Refrain lautet etwa so:
Möge es immer Sonnenschein geben,
möge es immer blauen Himmel geben,
möge es immer Mama geben,
möge es immer mich geben!
In Anbetracht dieses Jahrhundertsommers können wir feststellen: Den ewigen Sonnenschein und den immer blauen Himmel haben wir. Den Frieden dagegen noch nicht.
OM, 11.08.26
Wir haben unsere Liste mit den deutschen Namen der Kriegstoten bis zum Juni 2026 aktualisiert. Insgesamt sind es jetzt 1.855 Namen.
Bitte beachtet - all diese Kriegstoten müssen nicht unbedingt einen russlanddeutschen Hintergrund haben. Sicher gibt es darunter auch einige Russen, die nur noch den Namen führen, aber mit russlanddeutscher Kultur nichts zu tun haben. Es ist durchaus auch möglich, dass sich darunter auch jüdische Namen befinden, die aus dem deutschen Sprachraum nach Osten gewandert sind.
Typisches Beispiel dafür ist der Nachname „Katzenelnbogen“, den wir einigemale in Russland angetroffen haben. Katzenelenbogen ist eine Kleinstadt am Rande des Taunus, den Namen hat eine jüdische Dynastie angenommen, die dort im Mittelalter gegründet wurde.
Und natürlich - es ist auch möglich, dass wir uns bei einigen der Namen getäuscht haben und diese eine andere Herkunft haben.
CK, 07.08.26
Die Opferlisten der russischen Regionen haben wir in den letzten Tagen bis Ende Juni 2026 aktualisiert. Eine Zusammenfassung des Monats Juni ist in den kommende Tagen zu erwarten.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
OM, 02.08.26
Da wir jeden Tag mehrere Kurzzeitsoldaten unter den russischen Kriegstoten finden, haben wir etwas umgestellt. Diese Personalien sind aus unserer Rubrik „Personalien & Kurznachrichten“ verschwunden, wir haben dafür eine neue Rubrik „Ohne viele Worte“ erstellt. Dort findet man nur den Namen des Kurzzeitsoldaten und das Datum der Veröffentlichung. Mit einem Klick auf den Namen erhält man das übliche Profil dieses Menschen.
Zunächst haben wir unsere letzte Veröffentlichung der 12 Kurzzeitsoldaten dort eingestellt, der Beitrag ist deshalb von der Titelseite verschwunden. In den nächsten Tagen werden wir täglich mehrere neue Kurzzeitsoldaten veröffentlichen, die bisher auf Halde liegen.
Auf Anfrage einiger Leser haben wir unserer Tabelle mit den vermutlich russlanddeutschen Kriegstoten noch eine Liste der regionalen Verteilung hinzugefügt.
Wie zu erwarten kommen die meisten dieser Kriegstoten aus Sibirien: Region Altai, Omsk und Nowosibirsk.
Das Übersetzen der russischen Namen ins Deutsche ist ein Kapitel für sich. Wir machen das mit dem Übersetzungsprogramm von DeepL. Allerdings ist das Ergebnis so, dass man alle Namenübersetzungen überprüfen muss. Spätestens nach einigen Namen fällt das Programm wieder ins Englische zurück und die Ergebnisse sind nur schwer lesbar. Manchmal vergisst das Programm auch Endungen oder wirft Zeichen mit fremden, nicht deutschen Akzentzeichen aus.
Beim Durchgehen der übersetzten Namen markieren wir die deutschen mit einem Sonderzeichen, damit wir diese in eine extra Tabelle überführen können. Was macht DeepL zuletzt? Haben wir solch einen Namen markiert und verbessern in der Folge weitere Namen, dann markiert KI diese auch mit jenem Sonderzeichen. So rutschen auch russische Namen automatisch in unsere Tabelle der Russlanddeutschen.
Folglich - alles muss erneut korrigiert werden.
Es ist alles zusammen gekommen, die Hitze der letzten Tage, die unsere Arbeitsmoral untergraben hat, durch die hessischen Ferien bedingte dünne Besetzung und schließlich ist unsere EDV-Erfassung auch noch abgestürzt. So dauerte unsere Zusammenfassung des Monats Mai länger als geplant. Wir bitten um Entschuldigung.
Die Todeslisten aller russischen Regionen sind jetzt bis zum Monat Mai 2026 aktuell. Die übliche Zusammenfassung werden wir bis zum 16.07.26 vorlegen.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
Wir hatten etwas Probleme mit unserer internen IT, deshalb haben wir uns mit dem Monat April 2026 weiter verspätet und konnten auch keine aktuellen Themen einschieben. Die Zusammenfassung werden wir am morgigen Donnerstag vorlegen.
Alle russischen Regionen wurden bereits mit den Daten des Monats April 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats März 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Monat März 2026 und die erfassten Daten zum April 2026 werden wir bis spätestens 12. Mai vorlegen können.
CK, 11.05.2026
Wir sind gerade im Stress und bereiten den Abschluss des Monats März 2026 vor. So haben wir versehentlich einen unfertigen Beitrag online gestellt: „Für Glaube und Vaterland in Nowomoskowsk“. Wir bitten um Entschuldigung.
Wir haben den Beitrag wieder versteckt, er wird erst in den nächsten Tagen - dann hoffentlich komplett - veröffentlicht.
OM 07.05.2026
Am Abend des 5. Mai 2026 war unsere Domain „oskarmaria.de“ nicht zu erreichen. Nach hektischen Versuchen, das Problem auf unserem Webserver zu suchen, mussten wir feststellen, dass wir nichts unternehmen können. Die Namensauflösung für de-Domains war bei Denic gestört. Über unsere zweite Domain https://www.gibtsnet.eu sind wir weiterhin & ungestört zu erreichen.
Zum Beitrag über die beiden in Russland inhaftierten Frauen Natalia Leonhardt und Daria Jegerewa wollen wir noch einige Anmerkungen nachreichen.
Nach der Verhaftung der beiden Frauen wurde zunächst nur der Name von Daria Jegerewa bekannt. Die Familie von Frau Leonhardt wollte, dass ihr Name nicht genannt werden solle. Sie versprachen sich so bessere Chancen vor Gericht. Das ist nicht eingetreten.
Aber dazu passt: Wir hatten beim Unterstützerkomitee angefragt, ob wir ein Foto benutzen können, das beide Frauen zeigt. Am folgenden Tag haben wir die Erlaubnis bekommen, die dann wenig später zurückgezogen wurde. Die Verantwortliche hatte unsere Webseite besucht und meinte danach, dass eine Fotoveröffentlichung in unserem Kontext den beiden Frauen eher schaden würde. Wir wollen das nicht weiter kommentieren.
Russische Freiwillige, die in den ersten drei Monaten nach Vertragsunterzeichnung an der Front getötet wurden, stellen wir unter der Überschrift „Ohne viele Worte“ vor. Da es zu viele waren, haben wir zunächst maximal einen Gefallenen pro Tag veröffentlicht. Aktuell ist die Situation so, dass es in vielen Regionen inzwischen untersagt ist, die genauen Daten anzugeben, wann der Vertrag unterschrieben und wann der Freiwillige getötet wurde. Neue Freiwillige sollen durch solch eine Wahrheit nicht abgeschreckt werden, meinen die russischen Behörden.
Wir haben uns deshalb entschieden, wieder alle Kurzzeitsoldaten zu veröffentlichen, die wir registrieren. Das sind meist Männer aus Burjatien, da in dieser Region - teilweise - noch immer ausführliche Nachrufe publiziert werden. Burjatien steht stellvertretend für alle russischen Regionen, wie unser aktuelles Beispiel aus Transbaikalien zeigt. Im Bezirk Krasnotschikoisky haben wir unter 128 Gefallenen insgesamt 36 Kurzzeitsoldaten gefunden.
Eine aktuelle Liste der Antrittsprämien aller rusischen Regionen, die der russische Staat für Zeitsoldaten bezahlt, haben wir hier veröffentlicht.
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Februar 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Februar 2026 und die erfassten Daten zum März 2026 werden wir bis spätestens 10. April vorlegen können.
OM, 09.04.2026
Vielleicht ist euch aufgefallen, dass wir sehr häufig Personen aus Burjatien vorstellen. In unserer Rubrik der Kurzzeitsoldaten (Ohne viele Worte) sind überwiegend Gefallene aus Burjatien vertreten. Das hat einfache Gründe - in Burjatien werden gewohnheitsmäßig ausführliche Nachrufe auf die im Krieg getöteten Landeskinder veröffentlicht. So erfahren wir viele Details. Das kommt in anderen Regionen eher selten vor, häufig werden auch mißliebige Daten gezielt verheimlicht. So zum Beispiel dass die getöteten Soldaten aus der Haft an die Front entlassen wurden, dass sie nur eine kurze Überlebensdauer hatten, usw. In einigen Regionen wie Baschkortostan sind inzwischen solche detaillierten Nachrichten verboten, häufig wird sogar das Alter verschwiegen.
So muss Burjatien als Beispiel herhalten, wenn es um Kurzzeitsoldaten, jugendliche Dummköpfe und Häftlinge geht. Es wird in allen anderen Regionen nicht viel anders sein.
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Januar 2025 aktualisiert.
Es wurden neun neue Listen angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Januar 2026 und die erfassten Daten zum Februar 2026 werden wir bis spätestens 13. März vorlegen können.
OM, 12.03.26
Der Trend bei den Nachrufen hält an - konkrete Daten werden nicht mehr angegeben. So will es die russische Regierung. Damit kann man nicht mehr abschätzen, wie lange der Zeitvertrag mit dem Militär dauerte oder besser, wie schnell der Soldat nach Vertragsunterzeichnung getötet wurde. Auch wird die Feststellung verhindert, wie lange der getötete Soldat irgendwo an der Front liegen blieb.
Normalerweise haben wir max. einen Kurzzeitsoldaten pro Tag in unserer Rubrik „Ohne viele Worte“ veröffentlicht. Das haben wir heute ausnahmsweiße verändert und alle Kurzzeitsoldaten gelistet, die uns im Zeitraum vom 19. bis 20. Januar 26 aufgefallen sind. Als Beleg dafür, dass auch weiterhin viele russischen Freiwilligen nur kurze Zeit an der Front überleben, auch wenn diese Tatsache unterdrückt werden soll.
CK, 23.02.26

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Doppelt
Wladimir: 25. Artem Kozhenkov // Nischni Nowgorod: 35 Artem Kozhenkov
Wolgograd: 01 Juri Agarkov // Pskow: 41 Juri Agarkow
Kutelev Stanislav, dreifach, Kostroma, Rjasan und Orenburg. Nur Orenburg
Nikolai Symov, Rjasan & Tschuwaschien - nur Tschuwaschien
Mamontov Mikhail - Krasnodar Teil 1 & Teil 2
Ivan Alekseevich Chulkov, Kostroma, Pos. 51/56
Elimov Alexey Michailowitsch , Kostroma & Tschuwaschien
Falsch einsortiert
Ruslan Khamitov, Tscheljabinsk, kein Söldner der Gruppe Wagner

Daniil Vitaljewitsch, 18 Jahre
Daniil konnte es kaum erwarten, 18 Jahre alt zu werden. Kurz nach seinem Geburtstag schmiss er die Berufsausbildung und meldete sich freiwillig zum Krieg in der Ukraine. Drohnenpilot, wie cool. Oder besser, wie dumm. Nach seiner dreimonatigen Drohnenausbildung war dann auch gleich Schluss - für immer. Daniil Vitaljewitsch Rymar (Рымарь Даниил Витальевич) wurde am 26.12.2007 im Dorf Zakladnoje in der Region Altai geboren. Der Dorfname heißt sinnigerweise Hypothek. Im Januar 2026 meldete Daniil sich freiwillig, am 10.05.26 war er tot.
Wir haben die Liste der russischen Regionen mit den Prämien für den Abschluss von -unbefristeten- Zeitverträgen mit dem Militär aktualisiert.
Seit unserer letzten Veröffentlichung Ende Juli haben einige Regionen ihre Antrittsprämien angepasst. Wenn eine Region Probleme hatte, ihre von Moskau vorgegeben Quoten zu erreichen, wurden die Zahlungen erhöht. Im Fall dass eine Region ausreichend Zeitsoldaten stellen kann, wurden die Zahlungen reduziert. Wir haben die Veränderungen in der Liste mit einem Sternchen (*) markiert.
In der Summe sind die bezahlten Prämien weiter angestiegen. Im Juli zahlten die Regionen im Durchschnitt 2.167.000 Rubel als Prämie, Anfang September 2026 erhöhte sich der Durchschnittsbetrag auf 2.339.000 Rubel.
Neu dabei sind Sonderzahlungen, die manche Regionen für Drohnenpiloten ausloben. Die Regionen Inguschetien, Kaliningrad, Pskow und die Stadt Sewastopol auf der Krim weisen diese Extrazahlungen aus. Eine besondere Pointe setzt die Region Komi - die Zeitsoldaten erhalten extra 100.000 Rubel bei Rückkehr, wohl wissend, dass nicht viele lebend von der Front nach Hause kommen werden.
Die russischen Behörden versuchen auf allen Ebenen zu verhindern, dass Informationen über Kriegstote das Land verlassen. Seit Beginn des russischen Krieges verschicken russische Bürger aus den verschiedensten Regionen Fotos und Videoaufnahmen über neue Kriegsgräber. Und zwar nicht an Geheimdienste, sondern zu den Telegram-Kanälen, die solche Informationen sammeln. Solch offene Info-Kanäle werden natürlich auch von den Geheimdiensten aller Länder gerne besucht, auch wenn diese mit Agententätigkeit nichts zu tun haben.
Nachstehend eine Presseerklärung des Regionalgerichts Jaroslawl vom 08.09.26:
Neuigkeiten vom 8. September 2026
Ein Einwohner von Jaroslawl, der Informationen über tote Soldaten weitergegeben hatte, wurde wegen Hochverrats verurteilt.
Das Regionalgericht Jaroslawl verurteilte heute einen 48-jährigen Einwohner wegen Hochverrats (Artikel 275 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation).
Das Gericht stellte fest, dass der Angeklagte Nikolai Schtscherbakow ab Oktober 2024 regelmäßig den Gedenkfriedhof aufsuchte und dort heimlich die Gräber von Militärangehörigen fotografierte und filmte. Der in Jaroslawl lebende Mann übermittelte die gesammelten Informationen anschließend per Instant Messenger an Vertreter der ukrainischen Geheimdienste.
Kriminelle Aktivitäten wurden von Beamten der FSB-Direktion für die Region Jaroslawl identifiziert und gestoppt.
Mit Urteil des Gerichts wurde Shcherbakov N. des Hochverrats (Artikel 275 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation) für schuldig befunden und zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren in einer Strafkolonie mit strengem Regime verurteilt, gefolgt von einer Freiheitsbeschränkung von 1 Jahr und 6 Monaten.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Im Herbst 2022 hat die russische Armee 300.000 Reservisten für den Krieg in der Ukraine eingezogen. Diese mobilisierten Soldaten sind jetzt viereinhalb Jahre im Dienst in einem Krieg, bei dem kein Ende in Sicht ist.
Bei vielen Meldungen über im Krieg gefallenen Soldaten können wir nicht erfahren, ob der Kriegstote ein freiwilliger Zeitsoldat, ein Mobilisierter oder ein Berufssoldat war. Trotzdem finden wir jeden Tag Meldungen, die den Status des Gefallenen nennen. Und da sind einige mobilisierte Reservisten darunter.
Deshalb stellt sich die Frage, wie viele der mobilisierten Männer noch im Kriegsgebiet vorhanden sind? Janis Kluge, von der Stiftung Wissenschaft & Politik, hat dazu eine Antwort geliefert. Anhand der Zahlungen im Bundeshaushalt für die mobilisierten Soldaten, konnte er ihre Anzahl berechnen. Von den knapp 300.000 mobilisierten Männern waren im Juli 2024 noch 246.303 vorhanden, im Juli 2025 waren noch 168.594 verblieben. Neuere Zahlen gibt es noch nicht. Setzt sich der Schwund fort, so dürften aktuell nur noch etwa 100.000 Mobilisierte im Dienst sein.
Diese Mobilisierten wurden im letzten Jahr häufig unter Druck gesetzt, in einen Zeitvertrag zu wechseln (siehe hier). Der weit größere Teil wurde getötet oder ist kriegsuntauglich, also physisch oder psychisch schwer verletzt.
„Dies ist eine sehr ernste und verantwortungsvolle Angelegenheit. Wir unternehmen gemeinsam mit Ihnen und den Bürgermeistern der Gemeinden auf allen Ebenen größte Anstrengungen, diese Aufgabe mit Würde zu bewältigen“, sprach der Gouverneur von Irkutsk, Igor Kobzew (Foto links), zu den Parlamentariern der Regionalversammlung. Er meinte damit die Erfüllung der Quote an Freiwilligen für den Kriegsdienst, die der Region Irkutsk von Moskau auferlegt wurde. Auf seinen Antrag hin wurden die Prämien von 2,1 Millionen Rubel auf 1,8 Millionen reduziert. Verurteilte und Angeklagte erhalten eine Million Rubel und neu eingeführt wurde die Zahlung von 900.000 Rubel für Ausländer und Statenlose.
Der eingebrachte Gesetzesentwurf wurde überarbeitet und in zweiter Lesung angenommen. Die Behörden gehen wohl davon aus, dass sie ihre Vorgaben hauptsächlich durch die Strafverfolgungs- und Ausländerbehörden abdecken können. Das spart Geld.
In der russischen Teilrepublik Inguschetien im Kaukasus überbringt der Ministerpräsident die Beileidsbekundigungen für die im Krieg gegen die Ukraine getöteten Inguschen persönlich. Mitte August hatte er vier Familien aufzusuchen.
Laut Wladimir Slasteinin, dem Ministerpräsidenten, nehmen insgesamt mehr als zweitausend Einwohner Inguschetiens an den Kampfhandlungen bei der russischen Armee teil. Wir haben bisher 290 Kriegstote registriert, die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen.
Der Telegram-Kanal „Fortanga“ schreibt zu den Kriegsversehrten:
Mehrere hundert Menschen erlitten schwere Verletzungen. Allein im Jahr 2025 wurden in Inguschetien 464 Teilnehmer an den Kampfhandlungen behandelt. Die genaue Zahl der Verletzten und derjenigen, die im Laufe der Kampfhandlungen eine Behinderung erlitten, wird nicht genannt. Die Verwundeten erhalten nicht immer die ihnen zustehenden Prothesen und sind gezwungen, sich bei verschiedenen Behörden zu beschweren.
Eine Gruppe Lehrer hatten die Möglichkeit zu einer Audienz bei Wladimir Putin. Ein Mann berichtet von einem Ausflug zum Nordpol und auf Rückfrage berichtet er, zwei Eisbären gesehen zu haben. Das findet Wladimir interessant und erzählt, dass Orcas Eisbären in Stücke reißen und vertilgen würden (dafür konnte der Verfasser keine Belege finden). So wäre das Leben, meint Wladimir, der Stärkere frisst den Schwächeren, die Nahrungskette eben. Das sollen die Lehrer ruhig ihren Schülern beibringen. Und deshalb würde Russland ja auch die „Spezielle Militäroperation“ durchführen.
Jabloko ist die einzige Partei in Russland, die sich gegen den Angriffskrieg gegen die Ukraine ausspricht. Sie wurde durch Beschluss eines Moskauer Gerichts, von den kommenden Parlamentswahlen ausgeschlossen. Geklagt hatte die linksnationalistische Partei „Rodina“, die sich selbst nationalkonservativ nennt. Soviel zur allgemeinen Verwirrung.
In ihrer Klage warf Rodina der Partei Jabloko Uhrheberrechtsverletzungen vor. So hätte Jabloko ohne Genehmigung Zeilen aus dem Antikriegslied „Es soll immer Sonnenschein geben“ und die Zeile „Wenn es doch nur keinen Krieg gäbe“ aus Alexander Wolodins Theaterstück „Fünf Abende“ verwendet, sowie Umfragedaten des Lewada-Zentrums zitiert. Es gibt in der Klage weitere Vorwürfe ähnlicher Qualität.
Bliebe zum Schluss noch zu erwähnen: Der Sohn des Komponisten des Liedes „Es soll immer Sonnenschein geben“ hatte der Partei ganz offiziell die Erlaubnis zur Nutzung gegeben.
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat Russland 43,5 Tonnen Gold verkauft. Aber es hat noch reichlich Reserven, Anfang Juli sollen sich noch 2.282 Tonnen Gold in den staatlichen Tresoren befunden haben. Trotzdem bedeutet dieser Verkauf den größten Rückgang der Goldreserven in den letzten 25 Jahre.
Der Goldverkauf dient in erster Linie der Deckung des russischen Haushaltsdefizits, der Staat muss immer höhere Ausgaben für den Krieg gegen die Ukraine finanzieren. Allerdings dürfte jenes verkaufte Gold meist im Land geblieben sein. In unsicheren Zeiten heben die Russen gerne ihre Rücklagen vom Konto ab und kaufen dafür Gold.
Die Kleinstadt Bad Ems liegt an der unteren Lahn und nur wenige Kilometer von der Stadt Koblenz entfernt. Bad Ems hatte seine Glanzzeit im 19. Jahrhundert. Es war die Kurstadt und Sommerresidenz von bedeutendem Adel und angesagten Künstlern. So führte zum Beispiel die Emser Depesche zum Französisch-Deutschen Krieg 1870/71.
Auch der russische Zar Alexander der II. verbrachte den Sommer gerne in Bad Ems. Dort unterzeichnete er am 30. Mai 1876 den „Emser Erlass“. Damit verbot er die Einfuhr und Veröffentlichung von Schriften in ukrainischer und belarussischer Sprache im Russischen Kaiserreich und stellte Zuwiderhandlungen unter Strafe. Eine kaiserliche Kommission hatte festgestellt, dass die Verwendung der ukrainischen Sprache staatsgefährdend wäre.
Dieses russische Überheblichkeitsdenken gegenüber den „Kleinrussen (Ukrainer)“ wirkt bis heute nach. Auf ihm basiert auch der propagandistische Überbau, mit dem der „Putinismus“ den russischen Angriffskrieg begründet.
Foto: Silin2005 -- Lizenz: Gemeinfrei -- Die Plakette wurde nach dem russischen Angriffskrieg 2022 von Unbekannten entfernt.
Wir hatten bereits über die Aussage der russischen Militätbloggerin Agnes Becker berichtet, die in ihrem Telegramkanal eine angeblich unabhängige Studie zitiert hatte. Danach würde die durchschnittliche Überlebensdauer eines Soldaten bei einem Angriff an den vordersten Positionen nur 20 - 35 Minuten betragen. Am letzten Mittwoch bestätigte der CIA-Direktor John Ratcliff diese Aussage:
„Unsere Erkenntnisse decken sich mit einigen Berichten aus offenen Quellen, die Sie möglicherweise im Zusammenhang mit der Ukraine gesehen haben: Die durchschnittliche Lebenserwartung eines russischen Rekruten, der derzeit auf dem Schlachtfeld in der Ukraine eintrifft, wird auf 20 bis 30 Minuten geschätzt.“
Durch den Einsatz von Drohnen mit KI-Unterstützung steigen jedoch die Verlustzahlen auch weit hinter der Front. Im folgenden Video sieht man solch eine Drohne, die zielgerichtet einen russischen Militärlaster ausschaltet. Vermutlich handelt es sich um die in Deutschland hergestellt HX-2 der Rüstungsfirma Helsing.
Die Kleinstadt Tschulym liegt etwa 130 km westlich der Hauptstadt Nowosibirsk. In der Stadt und im dazugehörigen Bezirk leben rund 20.000 Menschen - Tendenz rückläufig. Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt, etwa ein Drittel aller Erwerbstätigen arbeiten in diesem Bereich.
Ein Denkmal erinnert an die Toten aus den sowjetischen und russischen Kriegen. Im Krieg in Afghanistan sind zwei Soldaten aus dem Bezirk getötet worden, in den Tschetschenienkriegen wurden acht Männer getötet und im aktuellen Krieg gegen die Ukraine wurden bisher 113 Namen eingraviert.
Setzt man jene 113 Kriegtoten ins Verhältnis zur Bevölkerung, so würde jene Region an zweiter Stelle aller russischen Regionen in unserer entsprechenden Tabelle stehen.
Peter Frankopan ist Professor für Weltgeschichte an der Universität Oxford. In einem Essey über Wladimir Putin zitiert er den exilrussischen Telegram-Kanal „Astra“. Astra selbst zitiert in einem Beitrag eine/n Z-Blogger/in „Agna Becker“ der/die den Telegram-Kanal „Haus unter Lorbeeren“ betreibt. Agna Becker wiederum zitiert „unabhängige Studien von 'N' “ und damit kommen wir zur eigentlichen Nachricht.
Nach dieser Studie würde die durchschnittliche Überlebensdauer eines Soldaten bei einem Angriff an den vordersten Positionen nur 20 - 35 Minuten betragen. Laut der selben Studie betrage die „durchschnittliche Lebenserwartung“ eines Soldaten von der Zeit seiner Ankunft auf dem Übungsplatz bis zu seiner Abreise in den Kampfgebiet von zehn Tagen bis zu drei Wochen.
Ganz unrealistisch sind diese Aussagen nicht, wie unsere vielen Beispiele über Kurzzeitsoldaten zeigen. Wir haben Agna Becker angeschrieben und um einen Link auf die Originalveröffentlichung gebeten. Eine Antwort ist nicht zu erwarten.
„Ich freue mich auf meinen Tod“ ist der Titel einer bekannten Kantate von Johann Sebastian Bach. Die ist dem Autor spontan zum unten veröffentlichten - KI-generierten - Video eingefallen. In diesem werden 46 russische Soldaten vorgestellt, die alle aus der Großstadt Artjom oder deren näheren Umgebung in der Region Primorje stammen. Zur Erinnerung - die Region Primorje liegt im Fernen Osten Russlands. Die Soldaten im Video werfen ihre Waffen weg, lachen dabei und schreiten ins Nirwana.
Wieviel sinnvoller wäre es gewesen, wenn all diese Soldaten sich diesem verbrecherischen Krieg verweigert und gemeinsam ihre Waffen niedergelegt hätten? Sie wären zumindest lebend nach Hause gekommen. So dürfte auch diese KI-generierte Schmonzette keine Hilfe und Trost für ihre Angehörigen darstellen.
Im ersten Quartal 2026 floss beinahe jeder zweite Rubel aus dem russischen Staatshaushalt in das Militär. Das berichtet ein Mitarbeiter der deutschen Stiftung Wissenschaft und Politik in seinem aktuellen Rundschreiben. Ganz genau betragen die militärischen Ausgaben inzwischen 46% des gesamten russischen Haushalts.
Am 01.08.1914 ist Deutschland in den Ersten Weltkrieg eingetreten, am 11. November 1918 unterzeichnete eine deutsche Delegation den Waffenstillstand. Berechnet man die Zeitspanne des Krieges, so kommt man auf 1.564 Tage Krieg.
Am 24.02.2022 begann die zweite russische Invasion der Ukraine. Bis zum heutigen Tag gerechnet sind das inzwischen 1.570 Tage Krieg, der Konflikt dauert also inzwischen länger als der Erste Weltkrieg - trotz zwischen 300.000 und 500.000 russischen und vermutlich 100.000 ukrainischen Kriegstoten, all den Kriegsversehrten und unermesslicher Zerstörung der Lebensgrundlage der Menschen in der Region. Und noch immer ist kein Ende in Sicht.
Und zur Erinnerung: Die erste russischen Invasion in der Ukraine fand bereits im Jahr 2014 statt, als Russland die Krim gewaltsam annektierte und russische Geheimdiensttruppen in den Donbass einsickerten.
Das Dorf Uinskoje liegt in der russischen Region Perm mit etwa 4.000 Bewohnern. Vermutlich wurde in diesem Dorf ein Versuchsballon gestartet. In einer Information auf der VKonatkte-Seite der „Verwaltung des Stadtbezirks Uinsky“ wurde eine Anzeige der Verwaltung veröffentlicht. Danach werden Frauen in der Region Perm für den Kriegseinsatz rekrutiert. Die Behörden versprechen ein Gehalt von 210.000 Rubel pro Monat und einen Bonus von 1,5 Millionen Rubel für die Unterzeichnung eines Vertrags mit dem russischen Verteidigungsministerium. Der Vertrag soll eine Laufzeit von einem Jahr beinhalten. (Allerdings können solche Verträge laut einem Erlass des Präsidenten so lange verlängert werden, solange die Mobilisierung nicht aufgehoben ist.)
Laut dem Informationstext können nur Frauen zwischen 18 und 35 Jahren einen Vertrag als Drohnenpilotin unterzeichnen, Frauen unter 45 Jahren dürfen sich für Positionen als Fahrerin für humanitäre Hilfstransporte bewerben.
Die Informationsseite wurde inzwischen gelöscht. Allerdings ist es uns gelungen, noch einen Screenshot der betreffenden Anzeige zu sichern (Original, deutsche Übersetzung.).
Die russische Zensur verbietet die genaue Berichterstattung über die vielen ukrainischen Drohnenangriffe auf Erdölraffinerien und Militärstützpunkte im ganzen Land. Die örtlichen Medien berichten deshalb nur sehr zögerlich über die Resultate und zitieren lieber staatliche Erfolgsmeldungen, dass wieder eine Vielzahl von Drohnen abgeschossen wurden.
In den Kommentaren zu den Berichten der großen lokalen Medien ließen die Bürger ihrer Wut freien Lauf und verspotteten Behörden und Regierung. Wir haben mehrfach solche Kommentare veröffentlicht.
In den letzten Tagen gab es erneut Drohnenangriffe auf die Region Krasnodar und St. Petersburg. Wieder wurde im Raum Krasnodar eine Erdöl verarbeitende Anlage in Brand gesetzt und bei St. Petersburg wurde ein Munitionslager angegriffen. Es kam zu Explosionen, die Bevölkerung in der Nähe wurde evakuiert.
Leserkommentare zu den Berichten von Fontanka in St. Petersburg sind jetzt nicht mehr möglich, die Funktion wurde deaktiviert.
Die russische Staatsbank hat eine neue Tabelle über ihre Währungsreserven bis einschließlich 1. Mai veröffentlicht. Danach verkauft die Zentralbank seit Jahresanfang monatlich eine beträchtliche Menge an Gold - insgesamt knapp 28 Tonnen.
Russland dürfte durch den Verkauf etwa 3,7 Milliarden Euro eingenommen haben. Das russische Staatsvermögen wird aber nur zu einem geringen Teil, wenn überhaupt, bei den Bürgern ankommen. Der Staat benötigt die Einnahmen, um seinen Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren.
„Udmurtien gegen Koruption“ ist ein Telegram-Kanal, über den wir auch Meldungen über russische Kriegstote aus der russischen Teilrepublik Udmurtien beziehen. Der Gründer des Kanals, Iwan Elisejew, hatte bis zum Jahr 2021 das regionale Büro Alexej Nawalnys geleitet. Ende 2021 verließ auch Elisejew Russland, um einer Verhaftung zu entgehen.
„Udmurtien gegen Koruption“ wurde inzwischen in das russische Register der „ausländischen Agenten“ aufgenommen. Iwan Elisejew wurde aktuell vom russischen Innenministerium zur Fahndung ausgeschrieben.
Am 13. und 14. Mai startete Russland den größten Drohnenangriff auf Kiew und die gesamte Ukraine. Moskau setzte 1.567 Drohnen und 56 weitere Raketen ein. Allein in Kiew wurden 24 Menschen getötet.
Zwei Tage später griffen ukrainische Drohnen zum ersten Mal in großem Umfang die Region Moskau an. Ziele waren eine Erdölraffinerie und Betriebe mit militärischer Produktion. Mindestens drei Menschen wurden getötet.
Zum Bericht des Moskauer Internetportals MSK1 über die Schäden, gab es auch einige interessante Kommentare:
Das WZIOM ist ein staatliches Meinungsforschungsinstitut in Russland, das größte seiner Art im Land. Es veröffentlicht regelmäßig Untersuchungen über die Beliebtheitswerte des Präsidenten, der russischen Regierung und der Stimmung im Land. Im April 26 berichtete das Institut, dass die Zustimmungswerte zur Amtsführung des Präsidenten auf 65,6% gefallen wäre. Dem Ministerpräsidenten und seine Regierung bescheinigte das Institut Zustimmungswerte von 44,3%, bzw. 39,7%. Für eine deutsche Regierung wären das beruhigende Werte, im autoritären Staat Russland geht so etwas nicht.
Im Mai 2026 änderte WZIOM dann die Methodik - und siehe da, die Werte für Putin wurden besser. Zitat:
Laut den Ergebnissen einer gemeinsamen Umfrage unter Russen lag die Zustimmungsrate für die Leistung des Präsidenten im Zeitraum vom 4. Mai bis 10. Mai 2026 bei 66,8 %. Die positive Bewertung der Arbeit des Premierministers und der russischen Regierung in der vergangenen Woche betrug 42,2 % bzw. 38,9 %.
Damit kann Präsident Putin ganz gut leben und alle aktuellen politischen Probleme an seine Regierung adressieren.
Damit alles passt, hat WZIOM diesmal seine Methodik verändert. Statt einer reinen Telefonbefragung der Bürger, ist man jetzt zusätzlich von Haustüre zu Haustüre gegangen und hat die Menschen direkt angesprochen.
Frage an unsere Leser: Würden Sie in einem autoritären Staat eine ehrliche Antwort geben, wenn ein Unbekannter vor ihrer Tür steht und Sie nach Ihrer Meinung zum Präsidenten befragt? Auch wenn der Frager versichern würde, alles bliebe anonym?
Jeder deutsche Bundeskanzler wäre glücklich und froh, wenn er die Zustimmungswerte des russischen Präsidenten auch nur annähernd erreichen könnte. Die lagen seit Beginn des Angriffskrieges stabil bei über 80% in der russischen Bevölkerung.
Doch Unruhe kommt auf, das einzig verbliebene, unabhängige russische Meinungsforschungsinstitut, das Lewada-Zentrum, berichtet von ihrer letzten Umfrage vom 30.04.26:
Die Zustimmungswerte für Wladimir Putin als Präsident lagen im April 2026 bei 79 Prozent und sind in den vergangenen sechs Monaten kontinuierlich gesunken – um 8 Prozentpunkte seit September 2025. 16 Prozent der Befragten missbilligen die Amtsführung des Präsidenten (ein Anstieg um 5 Prozentpunkte seit September 2025). Dies ist das erste Mal seit Herbst 2022, dass dieser Wert unter 80 Prozent gefallen ist.