31.08.2024 -- 68.100 // Zuwachs zum 31.07.24: 4.246
Russlands Präsident schickt die Jugend seines Landes in einen verbrecherischen Krieg. Wie viele russische Soldaten inzwischen in der Ukraine ihr Leben gelassen haben, können wir nicht komplett aufklären. Wir sammeln hier seit Beginn des Krieges im Februar 2022 die Todesmeldungen aus den Medien der Regionen und sozialen Netzwerken Russlands und verschaffen so zumindest einen ungefähren Überblick.
Im ersten Kriegsjahr haben wir noch die Meldungen im übersetzten Originaltext veröffentlicht, auf Grund der schieren Menge der Kriegstoten musten wir später zur Tabellenform übergehen, jetzt führen wir nur noch reduzierte Listen. Eine Liste der Regionen und den dazu veröffentlichten Tabellen, finden Sie hier.
Alle 14 Tage veröffentlichen wir eine Zusammenfassung unserer Datenbank - die Liste mit allen Auswertungen finden Sie hier - Aktuell 31.08.2024 | Karte der Regionen Russlands | Föderationssubjekte
Es war eine Epidemie. Vierzehn Moderatoren von 22 wurden von einer unerklärlichen Schwermut befallen und legten aus persönlichen Gründen ihr Amt nieder. Die Ursache für diese Massenunlust wollte aber keiner konkret benennen, so dass unter den Mitgliedern das große Rätselraten begann. Auch Boardchef Simon Moon brachte keine Klarheit. Er dementierte meist lediglich die vielen aufkeimenden Gerüchte. Die Rede ist vom Sharereactor, einem großen internationalen Forum für die Liebhaber des eDonkey-Netzwerks.
Dem Cdrsoft-Forum laufen die Administratoren und Moderatoren davon. Seitenbetreiber N.B. teilte heute mit, dass insgesamt acht Teammitglieder bereits das Board verlassen hätten - alle aus Sorge über den dort offen praktizierten Warenhandel. Eigentlich will N.B. davon nicht lassen, im Gegenteil für zahlende Benutzer sollte es auf internen Foren einen besonderen Service geben. Doch die Mitglieder votieren anders.
Wir haben seit heute Abend ein neues Design am Start. Somit sind wir zwar von der Traditionellen MeBu Farbe weg, dennoch denken wir, dass wir mit dem neuen Design besser fahren werden. Wir haben damit verbunden ein kleines Wiedersehen mit einem Mann, der vor mir Board Administrator auf dem MeBu Board war und von dem man sehr lange nichts mehr aktiv gehört hat.
Über Ostern ist das Supernature-Board vom Provider Hosteurope auf einen eigenen Server umgezogen. Noch sind die Geschwindigkeitsvorteile gegenüber dem alten Standort bescheiden, doch scheint dies zur Zeit noch an anderen Ursachen zu liegen. Wir haben Boardchef Supernature mal nach den Gründen für den Umzug befragt und natürlich wollten wir wissen, wie das Team die höheren Kosten denn eigentlich finanziert?
Erstmals möchten wir mit News und Info Seiten und anderen Boards zusammenarbeiten. Die erste Anlaufstelle wäre für uns OskarMaria.
Ob Dialer den neuen gesetzlichen Anforderungen entsprechen, kann man jetzt leicht feststellen. Die deutsche Regulierungsbehörde für Telekommunikation hat jetzt eine Datenbank veröffentlicht, mit der man nachprüfen kann, ob diese Programme registriert sind.
Wichtig ist - wer ab Mitte August einen nicht registrierten Dialer benutzt hat, muss nach Ansicht des Behördenleiters die angefallenen Gebühren nicht bezahlen.
Trotzdem findet man im Umfeld einiger Foren noch immer unregistrierte Dialerprogramme, wie ein kurzer Test gezeigt hat.
Weiterlesen: Dialertest: Welche sind legal und welche nicht?
Es ist eines der wichtigsten Foren im Netz - das Diskussionsboard der Netzseiten Dialerschutz und Computerbetrug. Doch nach einer Abmahnung durch den netzbekannten Rechtsanwalt Syndicus, wegen des angeblichen Verstoßes gegen das Rechtsberatungsgesetz, ist die Stimmung im Forum angespannt und auch die Beratungsqualität hat deutlich nachgelassen.
Die Umbau- und Erneuerungsaktivitäten bei der ftpworld gehen weiter. Eine eDonkey-Sektion und neue Moderatoren sind dazugekommen, berichtet Administrator Flashfunk im neuen Rundbrief:
Mein Sohnemann hat Gamestar abonniert, sein bester Freund liest Gamestar und beide haben mir versichert, dass auch ihre anderen Freunde diese Zeitschrift lesen würden. Doch so erfolgreich das Magazin auch sein mag, mit dem Gamestar-Forum scheint es nicht so glücklich zu laufen. Bis auf einen sind alle Moderatoren des Boards in den Streik getreten und wurden wohl inzwischen auch aus der Team-Liste ausgetragen.
Zwei Frauen haben im Internet ein Forum neu eröffnet, das sich mit der Zwischenmenschlichkeit unter und über dem Bauchnabel beschäftigt. Das ist einigermaßen neu, denn dieser Bereich war bisher immer eine Domäne der Männer, Frauen waren eher die Ausnahme. Ein kurzer Blick auf das neue Board zeigt: Im Moment geht alles noch mit Niveau von statten. Trotzdem macht man sich so seine Gedanken. Foren, die sich mit Sex, Erotik und Pornografie beschäftigen, gibt es ja im Netz zuhauf. Was unterscheidet also die Luderforen von Westside & Jokergirl von all den andern Boards, die sich mit demselben Thema beschäftigen. Wir haben die beiden einfach mal gefragt.
Beim gEB geht es im Moment drunter und drüber. Gestern noch hat AA den Bettel hingeworfen, heute ist er wieder im Amt. Moderatoren treten im Stundentakt zurück, so dass längst der Überblick fehlt, wer denn alles noch zum Team gehört und wer nicht. Und mitten drin im Gewimmel erklärt sich Boardneuling Lucy zur moralischen Siegerin. Denn immerhin hat ihre Attacke gegen einige Moderatoren einen Stein ins Rollen gebracht, der zum Auslöser der ganzen Lawine wurde.
Weiterlesen: gEB: Die Sehnsucht der Mitglieder nach dem Mittelmaß
Nach unserem ersten Bericht über TheBlond, dem Eselchen-Portal und dem So-gehts-Net-Board setzte das übliche Verwirrspiel ein. Damit die Sache wieder überschaubar ist, wollen wir ein paar Fakten nachschieben. Besonders TheBlond versucht ihre Rolle beim Eselchen-Portal etwas herunterzuspielen, doch die Wirklichkeit sieht anders aus.
razor:alien hat in den letzten Wochen für den Freundeskreis guter Musik ein Boardeigenes Informations- und Tauschsystem entwickelt, das sich im Augenblick in einer fortgeschrittenen Testphase befindet. Damit kann jedes Mitglied feststellen, ob andere Mitglieder mit einem ftp-Server online sind und welche Musik sie zum tauschen bereithalten.
Weiterlesen: Freundeskreis guter Musik mit eigenem Info- und Tauschsystem
Die Programmierer des eDonkey-Clients eMule bereiten ein neues Filesharing-Netzwerk vor, das ohne Server auskommen soll. Einen Namen hat die Sache noch nicht, dafür wurden erste Tests bereits erfolgreich durchgeführt, wie das Mitglied Schuttwegräumer zu berichten weiß.
Seit Januar überprüfen die BoardNachrichten regelmäßig die Besucherzahlen der wichtigsten Szeneboards. Dabei geht es weniger darum, ganz exakte Zahlen zu ermitteln, sondern in etwa zu überprüfen, wie viele Mitglieder sich zu den wichtigsten Zeiten auf den Boards aufhalten. Über den Tag verteilt übernehmen wir dazu im Abstand von etwa drei Stunden fünf Mal die aktuellen Besucherzahlen auf den Boards.
Nachdem in den letzten Monaten die Nutzung der verschiedenen Foren überaus konstant geblieben ist, haben sich doch in den letzten Wochen ein paar deutlichere Entwicklungen gezeigt.
Das All-You-Can-Eat-Board ist ab sofort unter einer neuen Adresse zu erreichen. Für den Umzug werden technische Probleme angegeben. Das Ausweichquartier wird aber wohl nur temporär bezogen. Wir werden über weitere Adressänderungen hier berichten.
Leider war es mir in den letzten zwei Monaten nicht möglich, die BoardNachrichten aktuell zu gestalten. Auch früher gab es hin und wieder längere Pausen, wenn ich viel zu tun hatte. Doch diesmal lagen die Dinge etwas anders.
Zuerst waren es private familiäre Gründe, die mich im April zwangen, etwas mehr Aufmerksamkeit meiner Familie zu widmen. Alles war völlig undramatisch, aber es blieb keine Zeit und keine rechte Lust mehr fürs Internet. Doch kaum hatte sich die Situation etwas verbessert, ist meine langjährige Lebenspartnerin sehr schwer erkrankt und es ist noch völlig unklar, wie die Sache ausgehen wird.
Ab nächster Woche will ich wenigstens die News auf einem etwas niedrigen Niveau wieder aktuell halten. Zu mehr reicht im Moment meine Zeit und Energie nicht. Ich bitte das zu entschuldigen.
Die neue deutsche kostenlose Sex Community ist Online gegangen. Mehr darüber unter Infos oder www.xxray.de
phpBB-Webseite gehackt
Kaum ist die neue Version von phpBB fertig entwickelt, schon wurde der Server des Projekts gehackt. Bisher weiß niemand genau, was eigentlich passiert ist und wie die Täter in das System vordringen konnten. Erst wenn der Vorgang geklärt ist, wird das Projekt wieder ins Netz gehen. Immerhin wurde das Support-Board nicht betroffen, das ist zum Glück noch immer erreichbar. Und auch die Software kann man weiterhin hier herunterladen.
boZart war eines der Mitglieder, die sich im Zuge der Diskussionen der letzten Wochen, selbst vom gEB gelöscht haben. Er gehörte zu den Mitgliedern, die sich immer sehr sachlich an den Diskussionen beteiligt haben, sich nie in den Vordergrund gespielt haben und gerade deshalb ist so ein Weggang besonders schade. Wir fragten boZart nach seinen Beweggründen.
Falls nichts dazwischen kommt, können wir die Zusammenfassung des Monats August am späten Abend des kommenden Mittwochs Donnerstags (12.09.24) vorlegen.
Es ist ein ständiges Rennen gegen die Zeit - wenn wir uns eine Wochenendpause gönnen, dann ist es auf Grund der vielen Kriegsopfer nur schwer möglich, wieder aktuell zu werden.
09.09.24 -- OM
Im Zeitraum ab dem 15. August sind die Berichte über getötete russische Soldaten zurückgegangen. Die Anzahl der gefallenen Soldaten, die wir bearbeiten, ist aber gleichbleibend sehr hoch. Das erklärt sich daraus, dass immer mehr Altfälle öffentlich werden.
Es gibt Verzeichnisse von Friedhöfen, bei denen die Toten aus dem Krieg gegen die Ukraine ausgewiesen werden, es gibt Filme, die die Kriegsgräber auf den Friedhöfen dokumentieren und es gibt Initiativen, die in den Regionen systematisch die Friedhöfe und Medien nach gefallenen Soldaten durchsuchen. So kommen eine Menge Altfälle auf unseren Tisch.
Soweit möglich, werden wir in unserem Abschluss des Monats August versuchen, die Anzahl zu quantifizieren.
Wir meinen, jene russische Sperrverfügung zielt genau in die richtige Richtung. Wir versuchen immer wieder, nicht nur schnöde Zahlen zu liefern, sondern den vielen russischen Opfern dieses Krieges ein Gesicht zu geben. Noch immer ist für uns aktuell, was wir mit einem Tucholsky-Zitat am 11. Januar 23 beschrieben haben:
Es wird von den Schrecknissen des Krieges gesprochen. Darauf sagt ein Diplomat vom Quai d’Orsay: „Der Krieg? Ich kann das nicht so schrecklich finden! Der Tod eines Menschen: das ist eine Katastrophe. Hunderttausend Tote: das ist eine Statistik!“
Die Rückbesinnung auf das Leid der einzelnen Menschen kann man natürlich in russischem Juristensprech als "als Verstoß gegen die Rechte der Bürger auf Privatsphäre, Persönlichkeits- und Familiengeheimnis" bezeichnen. Abgesehen davon, dass wir nur das publizieren, was bereits öffentlich gemacht wurde, zeigt jene Reaktion aus Russland, dass wir mit unseren Veröffentlichungen nicht ganz falsch liegen.
Unser Bericht über die beiden Kriegsdienstverweigerer aus Kemerowo, Gennadi und Semjon Kiskorow, stützt sich auf Informationen der russischen Agentur Astra. Die russisch sprachige Webseite von "Radio Free Europe" hat am 20.08.24 einen aktuelleren Beitrag veröffentlicht, der auch eigene Recherchen enthält. Das Thema wird mit mehr Details behandelt, die Autoren vermuten, dass auch der zweite Bruder nicht mehr lebt.
Am 13. Juni 24 veröffentlichte das US-amerikanische Verteidigungsministerium Zahlen zu den russischen Kriegsopfern. Verteidigungsminister Austin sagte dazu bei einem Nato-Treffen, dass seit Beginn des Krieges mindestens 350.000 russische Soldaten getötet oder verwundet wurden.
Den Bericht haben wir erst jetzt zur Kenntnis genommen.
Immer wieder von Neuem schockiert uns die Menschenverachtung und Brutalität des russischen Militärs. Und nein - wir meinen damit nicht, was dieses Militär ihrem Gegner den Ukrainern antut - das tut es sowieso in diesem Krieg, sondern wir meinen den Umgang mit den eigenen Soldaten. Ohne Ausbildung werden sie schlecht bewaffnet an die Front geworfen, heute angekommen, morgen tot und niemand scheint sich dafür zu interessieren.
In einem Beitrag der Exilpublikation Meduza wird über ein besonders grausames Regiment berichtet, das früher eine Einheit der "Donezker Volksrepublik" war. Dort würden die Soldaten als "Fleisch" begriffen, das man für den Erfolg der Schlacht opfern würde. Schuld wären die Kommandeure der ehemaligen Volksrepublik, die 2014 im Donbass die Macht übernahmen und eigentlich ukrainischer Herkunft wären.
Bei solcher Darstellung sind wir nur entsetzt. Abgesehen davon, dass alle Einheiten inzwischen der russischen Militärführung unterstellt sind, bestand die sogenannte Volksmiliz der "Donezker Volksrepublik" zum großen Teil auch aus Russen. Die Führung wurden teilweise vom russischen Geheimdienst dort hin abgestellt. Und wer von den Kommandeuren nicht nach der russischen Pfeife tanzen wollte, wurde schnell liquidiert.
Es gibt einen neueren Beitrag der BBC zu unserem Thema (Bericht vom 04.08.24), den russischen Verlusten im Krieg gegen die Ukraine. Darin wird von der bisherigen Abschätzung der tatsächlichen Kriegstoten abgewichen. Bisher hat die BBC angenommen, dass aus offenen Quellen nur die Hälfte der Kriegstoten ermittelt würden. In deren Statistik wurde folglich von einer doppelten Anzahl an russischen Kriegstoten ausgegangen. Im neuen Beitrag schreibt die Autorin: "Militärexperten meinen, unsere Analyse russischer Friedhöfe, Kriegsdenkmäler und Todesanzeigen erfasse 55-70% der wahren Todeszahlen..."
Das enspricht in etwa der Linie, die wir seit unserer ersten Abschätzung vertreten haben - nämlich dass wir nur etwa 60% aller Kriegsopfer erfassen. Ansonsten berichtet die BBC wieder von jenen 20.000 - 25.000 Kriegstoten der Donbassmilizen, die man noch addieren müsse. Vielleicht - vielleicht auch nicht, meinen wir. Denn jene Milizen sind zum großen Teil mit russischen Staatsbürgern aus ganz Russland bestückt, die dann auch in den regionalen Todesmeldungen in Russland wieder auftauchen. Ukrainische Bürger, die auf der Seite Russlands kämpfen, erfassen wir auch und benennen sie regelmäßig bei den Auswertungen.
Da wir ständig die russische Presse durchsuchen, ein paar Worte zum Thema Kursk. Für uns völlig überraschend ist, dass selbst relativ "liberale" Medien wie z.B. Fontanka aus St. Petersburg kaum darüber berichten. Wenn man einen Artikel findet, dann basiert der auf den offiziellen Verlaubarungen zu diesem Thema. Ansonsten in welche Region man auch schaut, keine Berichte sind auf den Titelseiten zu finden.
Wir sitzen gerade an der Auswertung des Monats Juli 24 und sind guter Hoffnung, alles bis morgen abschließen zu können. Mit aktuellen Nachrichten geht es auch ab Donnerstag weiter.
Wir haben heute den 23. Juli abgearbeitet, sind also eine Woche im Rückstand. Die Todeszahlen bleiben hoch. Der Monatsabschluss des Juli wird sich um etwa 10 Tage verzögern. Deshalb ein paar Trands im Voraus:
Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt inormierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Doppelt
Wladimir: 25. Artem Kozhenkov // Nischni Nowgorod: 35 Artem Kozhenkov
Wolgograd: 01 Juri Agarkov // Pskow: 41 Juri Agarkow
Kutelev Stanislav, dreifach, Kostroma, Rjasan und Orenburg. Nur Orenburg
Nikolai Symov, Rjasan & Tschuwaschien - nur Tschuwaschien
Mamontov Mikhail - Krasnodar Teil 1 & Teil 2
Ivan Alekseevich Chulkov, Kostroma, Pos. 51/56
Elimov Alexey Michailowitsch , Kostroma & Tschuwaschien
Falsch einsortiert
Ruslan Khamitov, Tscheljabinsk, kein Söldner der Gruppe Wagner
Wladislaw Aleksejewitsch, 19 Jahre
Seine Freundin Swetlana hat ab dem 13. August 24 nach Wladislaw öffentlich gesucht, am 26. August hatte sie Gewissheit, dass ihr Freund in der russischen Region Kursk getötet wurde. Wladislaw Aleksejewitsch Nametkin wurde am 17. November 2004 in der russischen Teilrepublik Komi geboren. Gelebt hat er - vielleicht - in Ulan-Ude in Burjatien, denn von dort kam die Meldung über seinen Tod. Bei Swetlana können wir nicht nachfragen - ihr Account bei VKontakte ist inzwischen gesperrt. Auch Wladislaw hätte als Wehrdienstleistender niemals am Krieg gegen die Ukraine teilnehmen dürfen.
Ein Mann mit einem schwierigen Schicksal bedeutet nach unserer Erfahrung nichts Gutes. Meist benutzen die russischen Autoren dieses Begrifflichkeit, wenn ein Mann sich wegen einer Strafermittlung oder Verurteilung bei der Armee verdingt hatte und im Krieg getötet wurde. Vielleicht trifft das auch auf Danila Sergejewitsch Owsjannikow, dem sehr jungen Mann mit schwierigem Schicksal.
Danila, geboren am 4. November 2005, kam aus der russischen Stadt Kostroma, die etwa 300 km nordöstlich von Moskau liegt. Seine Ausbildung an der Berufsschule hat er abgebrochen und sich freiwillig (?) zum Kriegsdienst gemeldet - Rufzeichen Boxer.
"Er wollte immer zeigen, dass er im Leben viel erreichen würde. Er hatte vielleicht nicht immer Erfolg, wie viele Jungen, aber er versuchte es", heißt es in seinem Nachruf. Viel ist es nicht geworden, Danila wurde in der Nacht vom 8. auf 9. August getötet, als seine Kolonne in der Region Kursk durch ukrainische Raketen komplett zerstört wurde. Siehe unseren Bericht.
Kargopol ist eine der ältesten Stadte in der Region Archangelsk mit weniger als 9.000 Einwohnern. Ein Soldat aus der Stadt wurde bei jenem HIMARS-Angiff in der Nacht vom 8. auf 9. August getötet. Die Verwaltung der Stadt schrieb darauf folgenden Nachruf:
Michail Anatoljewitsch Sofronow starb bei der Erfüllung von Aufgaben während einer speziellen Militäroperation auf dem Gebiet der Region Kursk am 9. August 2024.
Michail Anatoljewitsch, geboren am 2. Oktober 1974, ist Absolvent der Uchotskaja-Sekundarschule, er war ein fröhlicher, freundlicher, sympathischer Mensch, immer bereit zu helfen.
Während seines Dienstes blieb M.A. Sofronov dem Militäreid treu, hielt sich heilig an die Verfassung der Russischen Föderation, hielt sich strikt an die Anforderungen der Militärvorschriften und Befehle der Kommandeure, erfüllte seine Pflicht mit Würde, war mutig und entschlossen, ein wahrer Patriot sein Land.
Pawel Alexandrowitsch Tscheremisin aus der russischen Region Karelien ist am 6. Juni 2024 im Krieg gegen die Ukraine getötet worde. Zu seinem Tod finden sich einige Einträge bei VKontakte, nur nennt niemand sein Alter oder Geburtsdatum. Auf Grund seines jugendlichen Aussehens haben wir versucht etwas mehr über Pawel zu erfahren und sind fündig geworden. Aber gleich vorneweg - sein Alter konnten wir nicht recherchieren.
Dafür fanden wir ein Urteil des Stadtgerichts Segescha vom 29. März 2023. Darin wird Pawel so charkterisiert: Er hat eine Meldepflicht und einen ständigen Wohnsitz, wird vom örtlichen Polizeikommissar zufriedenstellend beschrieben, es liegen keine Beschwerden über das Verhalten zu Hause vor, ist ledig, hat ein unterhaltsberechtigtes kleines Kind und ist nicht erwerbstätig, nicht bei der Agentur für Arbeit gemeldet; keine Vorstrafen. Am Ende des Urteils wird Pawel zu einer fünfjährigen Strafe wegen des versuchten Handels mit Drogen verurteilt.
Den Rest der Geschichte kann man sich getrost zusammenreimen. Pawel wurde vor oder während der Haft zu einem Sturm-V Kommando rekrutiert. So kam er frei, musste aber bei Angriffen ganz vorne dabei sein.
„Wir wollen es nicht glauben, es scheint, als würde es an der Tür klingeln, wir werden uns umarmen und weinen, dass das nicht so ist ... Unsere kleine, warme Sonne ...“, schrieb seine Mutter.
Manchmal stolpert man über alte Fälle. Jedes Jahr zum Geburtstag von Wladimir Igorewitsch Nozdrin veröffentlichen Freunde auf VKontakte eine Todesanzeige. Geht man der Sache nach, dann findet man einen Donbass-Separatisten der ersten Stunde. Dumm nur, dass auch dieser "Separatist" gar nicht aus dem Donbass stammte, sondern aus der russischen Stadt Rostow am Don.
Wladimir wurde am 22.04.1984 dort geboren und bei einer der vielen Kampfhandlungen an der Demarkationslinie am 12.06.2017 getötet.
Ab 1. August 2014 kämpfte er in der LPR (ab 24. September - CheGuevara Brigade), dann ab 11. Mai 2015 in der DPR (GRU-Spezialeinheiten).
Artem Jurjewitsch Turowtsew kam aus dem Dorf Krasnoswobodnoje in der Region Tambow. Das ist beinahe alles, was wir über den russischen Soldaten wissen.
Aber auch Artem befand sich in jener Kolonne, die in der Nacht vom 8. und 9. August in der Region Kursk durch einen HIMARS-Raketenangriff der ukrainischen Armee komplett zerstört wurde.
Im Nachruf schreibt die Dorfgemeinde: "Für seine Landsleute und Einwohner Russlands wird Artjom Jurjewitsch für immer ein Beispiel der Loyalität gegenüber dem Vaterland bleiben. Wir werden sein Andenken für immer in unseren Herzen behalten...
P. S. KRIEG WIRD NUR VON DENEN GELIEBT, DIE DURCH IHN BEREICHERT WERDEN. WIR ALLE WOLLEN DEN FRIEDEN, ABER WIR KÖNNEN IHN NOCH NICHT ERREICHEN...."
Telegram - 17.08.2024 - Antikriegsprojekt der Region Stawropol:
Ein Soldat aus Mineralnyje Wody starb in der Nähe von Kursk.
Der Name des Verstorbenen war Viktor Okunew. Er war 43 Jahre alt. Den Fotos zufolge war der Mann ein Vertragssoldat.
Ich werde nicht müde, zu wiederholen, dass der Krieg gegen die Ukraine beendet werden muss. Er wird die Toten nicht zurückbringen, aber er wird das endlose Fließband des Todes zugunsten eines verrückten alten Tschekisten stoppen, der am Ende seines Lebens steht. Männer haben im zivilen Leben etwas zu tun!
Nein zum Krieg!
Namensliste der verstorbenen Soldaten aus Mineralnyje Wody (70 Namen):
https://teletype.in/@otkrovenya_minvod/spisok-pogibshih-minvody
Allgemeine Liste der Opfer aus der gesamten Region Stawropol (1255 Namen):
https://teletype.in/@otkrovenya_minvod/spisok-pogibshih-stavropolye
Warum findet das russische Militär immer wieder neue Soldaten als Freiwillige, wenn doch klar ist, dass die Chance den Militärdienst gesund zu überleben recht klein ist? Natürlich spielen die hohen Zahlungen des Staats eine Rolle, dieses Risiko einzugehen. Manchmal findet man die Antwort auch in den Lebensläufen der Soldaten.
Juri Andrejewitsch Talbuninin, geboren am 11.11.1998, kam aus der großen Siedlung Mogoituy in Transbaikalien. Ende Juni 24 unterschrieb er einen Vertrag, am 1. August 24 starb er im Krankenhaus an seinen Verletzungen. Er war sicher weniger als 14 Tage an der Front. Im Nachruf schreibt die Ortsverwaltung:
Bis zu seinem 16. Lebensjahr lebte er mit seinen Eltern im Dorf Nomokonowo. Dann zog er nach Mogoituy und lebte bei seinem Onkel. Absolvent von neun Klassen. Verheiratet. Arbeitete von 2018 bis 2020 als Hilfsarbeiter im Café Bagulnik. Er arbeitete auch als Metzger im Café ODON und bekam dann eine Anstellung im Straßendienst des Dorfes Zabaikalsk.
Im Februar 2024 bekam er eine Stelle als Lader-Spedition bei Partners Noyabrsk LLC (Novaya Chara, Udokan Copper). Er hat 2 Monate lang in einer Schicht gearbeitet.
Artem Dobrodumski war ein 22-jähriger Wehrpflichtiger, der bei der ukrainischen Offensive in der Region Kursk getötet wurde. Der junge Mann kam aus der Stadt Schachti in der Region Rostow am Don.
Sein Tod wurde durch den Karate-Klub bekannt gemacht, für den er wohl mehrfach erfolgreich antrat. Die Tatsache, dass Artem ein Wehrpflichtiger war, löschte der Karate-Club umgehend.