15.05.2026 -- 210.406// Zuwachs zum 30.04.2026: 4.096
Russlands Präsident schickt die Jugend seines Landes in einen verbrecherischen Krieg. Wie viele russische Soldaten inzwischen in der Ukraine ihr Leben gelassen haben, können wir nicht komplett aufklären. Wir sammeln hier seit Beginn des Krieges im Februar 2022 die Todesmeldungen aus den Medien der Regionen und sozialen Netzwerken Russlands und verschaffen so zumindest einen ungefähren Überblick.
Im ersten Kriegsjahr haben wir noch die Meldungen im übersetzten Originaltext veröffentlicht, auf Grund der schieren Menge der Kriegstoten mussten wir später zur Tabellenform übergehen, jetzt führen wir nur noch reduzierte Listen. Eine Liste der Regionen und den dazu veröffentlichten Tabellen, finden Sie hier.
Monatlich veröffentlichen wir eine Zusammenfassung unserer Datenbank - die Liste mit allen Auswertungen finden Sie hier - Aktuell Auswertung zum 28.02.2026 & erfasst zum 31.03.2026. | Karte der Regionen Russlands | Föderationssubjekte | Kontakt: info[ɛt]oskarmaria.de
Unsere Webseite oskarmaria.de und die dazu gehörigen IP-Adressen wurden durch die russische Aufsichtsbehörde für das Internet "Roskomnadsor" am 26. August 2024 gesperrt. Details dazu erfahren Sie hier. | Alternativ-Link: gibtsnet.eu

Die Gräber der Brüder
Im Dorf Bolschije Prudy in der Region Krasnojarsk starben innerhalb eines Monats drei Brüder im Krieg in der Ukraine. Insgesamt zogen sieben Männer aus dem Dorf in den Krieg, von denen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Textes nur noch einer am Leben war.

1998 aufgegebenes Dorf Iultin im Autonomen Kreis der Tschuktschen
Foto: Levanchuk Vitaly (http://astafiev.narod.ru/iultin.html)
Die östlichste und ganzjährig befahrbare Straße in Russland ist 340 km lang und verbindet die städtische Siedlung Egwekinot an der Küste der Tschuktschen-Halbinsel am Beringmeer mit der Siedlung Mys Schmidta, die an der Tschuktensee liegt. Die Orte an der Straße verlieren immer schneller ihre Bewohner und die Straße zerfällt. Die Lagerstätten für seltene Metalle und Gold sind erschöpft, viele Bergwerke geschlossen und die Arbeiter sind weggezogen.
Für die einheimische Bevölkerung der Tschuktschen und Eskimos stehen immer weniger finanzielle Mittel zur Verfügung, die Bevölkerung der Tschuktschen-Dörfer nimmt stetig ab und die Männer, die vom Fischfang, der Jagd und der Renntierzucht leben, werden mit viel Geld zum Kriegsdienst in der Ukraine angeworben.
Weiterlesen: Die Folgen des russischen Krieges ganz im Nordosten Russlands

Ukrainische Soldaten untersuchen ein zerstörtes russisches BMP-2-Kampffahrzeug im Dorf Storozhevoye / Region Donezk
Im ersten Halbjahr 2025 wurde eine Rekordzahl von Russen wegen „militärischer Fälschungen“ (207.3 Strafgesetzbuch der Russischen Föderation) verurteilt. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres fällten die Gerichte Urteile gegen 45 Personen – innerhalb von zwei Jahren hat sich diese Zahl um das 2,5-fache erhöht. Im Jahr 2025 wurde den Medien zum ersten Mal seit Beginn des Krieges ein Fall bekannt, in dem ein Gericht im Rahmen dieses Artikels des Strafgesetzbuches einen Soldaten wegen „defätistischer Äußerungen” verurteilt hatte.
Update 7.11.25: Ergänzt durch Angaben des britischen Geheimdienstes
Mit 10.663 erfassten russischen Kriegstoten im Monat Oktober 2025 haben wir die bisher höchste Zahl seit Beginn des russischen Angriffskrieges erreicht. Die Zahl setzt sich aus drei unterschiedlichen Quellen zusammen: Die weiter gleichbleibend hohen russischen Verluste an der Front, im Mai 2025 nicht erfasste Meldungen auf VKontakte und der Nacharbeitung der vielen russischen vermissten Soldaten an der Front.
Zum letzten Punkt, den vermissten Soldaten, wurden - nicht von uns - Abfragen im russischen Erbschaftsregister vorgenommen. Bei einem Treffer haben wir den Kriegstoten in unsere Statistik aufgenommen (Beispiel, übersetzt).
Das Foto der betagten Mutter eines gefallenen russischen Soldaten hat uns veranlasst, diesen kurzen Bericht zu veröffentlichen.
Wir befinden uns im abgelegenen Dorf Gluchowka mit weniger als tausend Bewohnern in der Region Belgorod. Das Dorf besitzt eine Sekundarschule, die Mitte Februar 2025 einen „Heldenschreibtisch" für den ehemaligen Schüler Jurij Iwanowitsch Klischin (07.11.1974 - 17.06.2024) einweihte. Jene Heldenschreibtische stellen eine landesweite Aktion der Partei „Einiges Russland" dar, zum Gedenken an die vielen getöteten Soldaten im Krieg gegen die Ukraine.
Wie in allen, ziemlich gleichgeschalteten Veranstaltungen werden die Kriegstoten zu Helden überhöht, den Schulkindern wird Soldatentum und das Sterben im Krieg als höchste patriotische Aufgabe vermittelt. Hier in der Schule wurde extra eine Soldatenecke mit Munitionskisten und Tarnnetzen aufgebaut.
Wir geben den Text der Schule im übersetzten Original wieder:
Wenn man mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau aus nach Osten fährt, dann zweigt ein Schienenstrang in die Volksrepublik China ab. An diesem Zweig in der russischen Region Transbaikalien liegt am Streckenkilometer 6.371 die Ortschaft Mogoitui mit rund 10.000 Einwohnern. Mogoitui ist eines der burjatischen Kulturzentren der Region. Etwas südöstlich davon liegt das Dorf Tsagan-Chelutaj mit rund 1.000 Bewohnern.
Das Dorf hat zwei russische Helden vorzuweisen. Der erste war Fähnrich Andrei Wladimirowitsch Dneprovski ( 06.05.1971 - 21.03.1995), der allerdings nur zwei Jahre im Dorf lebte und im ersten Tschetschenienkrieg getötet wurde, nachdem er "sagenhafte" Heldentaten vollbracht hatte. Immerhin kam sein Foto auf eine Briefmarke (Bild links).
Der zweite Held ist allerdings eher ein Opfer - ein Opfer jener militärisch-patriotischen Erziehung vom Kindergarten an bis zur Berufsschule. Maxim Sergejewitsch Basenko ist im Dorf aufgewachsen und ging dort zur Schule. Er wurde keine 19 Jahre alt.
Wladimir Wladimirowitsch Gamota, geboren am 27. Februar 1996, Rufname „Raptor (Räuber)“, lebte in der baschkirischen Großstadt Salawat. Beruflich war er Lagerleiter, verheiratet, zwei Kinder. Er wäre der perfekte Ehemann gewesen, berichtete seine Frau der Presse:
Er konnte einfach alles: reparieren, renovieren, die Wohnung putzen, Zeit mit den Kindern verbringen, kochen. Sein Lieblingsgericht war Schaschlik. Niemand konnte ihm das Wasser reichen
Doch ein ruhiges, friedliches Leben war wohl nicht die Sache von Wladimir. Von einem Tag auf den anderen entschloss er sich, einen Militärvertrag zu unterschreiben und in den Krieg gegen die Ukraine zu ziehen.
Es kam eine traurige Nachricht. Ohne Details. Auf diesem Foto bin ich der Einzige, der noch lebt...
Sergej Astachow, St. Petersburg (Link)
Dorf Tayturka
Die Arbeitersiedlung Tayturka liegt an der Transsibirischen Eisenbahn, 75 km vor der Regionalhauptstadt Irkutsk. Die Siedlung hat rund 5.000 Bewohner und liegt nahe an zwei großen Militärstützpunkten.
Auch in dieser Siedlung wird heftig um Freiwillige für den Krieg in der Ukraine geworben. Der Text der Anzeige in den Siedlungsnachrichten verspricht:
Wie die Realität dann aussieht, zeigt das Schicksal der Brüder Losew aus der Siedlung, die sich freiwillig gemeldet hatten.
Dorf Chongurey im Autonomen Kreis der Nenzen -- Foto: Iźva Komi Dokumentationsprojekt (Niko Partanen) -- Lizenz: CC BY-SA 4.0
Ganz im Nordosten des europäischen Teil von Russland liegt der Autonome Kreis der Nenzen. Der Kreis ist etwa 2,5 mal so groß wie das deutsche Bundesland Bayern, dort leben nur etwa 42.000 Menschen - die meisten in der Hauptstadt Narjan-Mar. Die Namensgeber der Region sind die Nenzen, die gerade noch 16% der Bevölkerung stellen.
Andrej Ruschniko ist Abgeordneter im Parlament der Region und hat die „ehrenvolle" Aufgabe, den im Krieg gegen die Ukraine getöteten Bewohner zu gedenken. Drei Beispiele seiner salbungsvollen Worte wollen wir dokumentieren:
Es ist 13:00 h am 10. Oktober 2025 - wir befinden uns bei einer Beisetzung auf dem Friedhof der Kleinstadt Melenki in der russischen Oblast Wladimir. Die Stadt liegt etwa 150 km südöstlich der Hauptstadt Wladimir und hat auch schon bessere Tage gesehen. In Zeiten der Perestroika hatte Meleniki noch über 18.000 Einwohner, im Jahr 2021 zählte man noch 13.400 Bewohner.
Begraben wird mit militärischen Ehren der Soldat Rustam Raufowitsch Potapow, der im Krieg gegen die Ukraine getötet wurde.
Mit der militärisch-patriotischen Indoktrination kann man nie zu früh beginnen, wie des Beispiel des Kindergartens Nr. 11 in der russischen Großstadt Kursk zeigt. Der älteste Kindergarten-Jahrgang ist Anfang September zu Besuch bei einer Kadettenschule der Stadt, um die Kinder auf ihren späteren schulischen Weg vorzubereiten.

Das Dorf Swatai im Srednekolymski ulus
Wir befinden uns heute im Srednekolymski ulus, einem Landkreis im Nordosten der russischen Teilrepublik Sacha(Jakutien). Der Kreis grenzt im Osten an den Autonomen Kreis der Tschuktschen und an die Oblast Magadan. Die Fläche des Landkreises ist noch größer als die drei deutschen Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zusammen. Auf dieser riesigen Fläche leben gerade mal 6.700 Menschen.
Sergej Innokentjewitsch Kolesow und Askalon Sergejewitsch Kolesow waren Vater und Sohn, beide sind im Krieg gegen die Ukraine gefallen. Sie kommen aus dem Dorf Swatai, was übersetzt Heiratsvermittler heißt. Das Dorf mit rund 500 Bewohnern, meist Jakuten, ist vom Verwaltungszentrum Srednekolymsk etwa 100 km Luftlinie entfernt und nur über eine Winterstraße oder per Flugzeug zu erreichen.
Die Zahl der von uns monatlich zu erfassenden russischen Kriegstoten steigt auch im Oktober weiter an. Zur Hälfte des Monats Oktober sind 5.094 neue Namen dazu gekommen und kein Rückgang in Sicht.
Wir haben in unserer Grafik links deshalb für den Monat Oktober einen Zugang von 10.000 neuen Todesfällen angenommen, um den höchst wahrscheinlichen Anstieg auch grafisch zu verdeutlichen.
Inzwischen gibt es kaum noch Geländegewinne für die russische Armee und trotzdem werden täglich hunderte Soldaten in den Tod geschickt. Der Krieg ist festgefahren, aber kein Ende ist in Sicht.
Weiterlesen: Viertelmillion getötete russische Soldaten zum 15.10.25
Russen gegen die Ukrainer - das gibt es nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch im Medienbereich. Genauer gesagt in der Information über die russischen menschlichen Verlusten im Krieg gegen die Ukraine. Da dieser peinliche und dumme Konflikt jetzt in aller Öffentlichkeit ausgetragen wird und zudem auch unsere eigene Arbeit beeinträchtigt, erscheint es notwendig, darüber zu berichten.
Wer liefert die besseren Zahlen & Einschätzungen - darum balgen sich in der Öffentlichkeit zwei Lager. Und wie im Krieg sind es auf der einen Seite die russischen Exilmedien - Medusa, Mediazona und „Conflict Intelligence Team" mit meist russischen Akteuren besetzt, auf der anderen Seite vom ukrainischen Staat initiierte und finanzierte Telegram-Kanäle mit anonymen Akteuren.
Etkol-Sekundarschule Nr. 1 im Bezirk Baimak
Die russische Teilrepublik Baschkortostan hat in absoluten Zahlen die meisten Gefallenen aller russischen Regionen im Krieg gegen die Ukraine - 7.182 Kriegstote zum 30.09.24. Wir haben über den Bezirk Baimak schon mehrfach berichtet, weil er eine Sonderstellung einnimmt. Die Bevölkerung besteht mehrheitlich aus Baschkiren und Anfang 2024 gab es dort die größten Proteste in ganz Russland seit Beginn des Krieges (Baimak Teil I, Teil II und Teil III).
Ein dreiviertel Jahr später hat sich im Bezirk nichts geändert. Jede Woche werden etwa zwei neue Kriegstote gemeldet, die Bevölkerung ist zur Unterstützung der Soldaten aufgerufen, sammelt Geld und Sachspenden. Frauen weben Tarnnetze. Und der Schulunterricht ist durch eine fortschreitende Militarisierung geprägt. Einen guten Überblick dazu gibt die VKontakte-Seite der Kampfbruderschaft Baimak.
Weiterlesen: Schulbildung im Bezirk Baimak in Baschkortostan

Vorausgeschickt - seit Beginn des russischen Angriffskrieges ermitteln wir die russischen Kriegstoten aus offenen Quellen. Wir machen das ohne Werbung, ohne Unterstützung von außen, sind politisch ungebunden und tragen die erheblichen Kosten selbst. Wir erstellen alle Informationen nach bestem Wissen und Gewissen.
Im Monat September 2025 haben wir die höchste Anzahl an russischen Kriegstoten seit Beginn des Krieges in einem Monat erfasst - insgesamt 8.626 gefallene Soldaten. Und nach vorsichtiger Schätzung werden es im Monat Oktober nicht weniger werden - kein Grund für die russische Regierung, den Krieg und das Opfern der vielen eigenen Soldaten zu beenden.
Im Moment verlieren wir den Wettlauf mit den vielen Kriegsopfern. So wie es aussieht, werden wir unseren Rückstand in der Auswertung (nicht der Erfassung) nicht aufholen können.
Die reinigende Kraft des Krieges
Einer der Gründe, warum es so wenig Widerstand in der russischen Bevölkerung gegen den Krieg mit seinen vielen russischen Kriegsopfern gibt, dürfte der soziale Status der meisten Kriegstoten sein. Es sind meist Freiwillige, deren Leben gescheitert ist und die hoffen, mit dem vielen Geld, das sie für den Kriegsdienst bekommen, wieder zurück in die Gesellschaft zu finden. Das Mitleid mit ihrem Tod hält sich in Grenzen.
Weiterlesen: Getötete russische Soldaten -- Stand: 30.09.2025
Die Veröffentlichung jener russischen Zusammenstellung der menschlichen und technischen Verluste in den ersten acht Monaten des Jahres 2025 blieb in den Diskussionsforen der sozialen Medien nicht unwidersprochen. Prominentester Kritiker jenes angeblich geleakten Papiers war das russische Exilmedium "Mediazona", das zusammen mit der BBC wie wir die russischen Verluste an Soldaten dokumentiert. Dieser Kritik schlossen sich eine Vielzahl von Diskutanten an, die das veröffentlichte Papier als Fake-News abtaten.
Ob das Papier tatsächlich aus russischer Quelle stammt oder ob es sich um ein Machwerk der ukrainischen Gegenpropaganda handelt, können wir nicht gänzlich herausfinden. Was wir können, ist festzustellen, ob die im Papier genannten Zahlen uns plausibel erscheinen und ob das Dokument in sich stimmig ist.
Weiterlesen: Russischer Verlust-Leak - plausibel oder nicht plausibel
86.744 Tote, 33.966 Vermisste, 158.529 Verwundete, 2.311 Soldaten in Gefangenschaft.
Wir haben die staatliche ukrainische Initiative "Ich will (jemanden) finden" schon mehrfach hier vorgestellt. In diesem Jahr hat diese Initiative mehrere Listen gefallener russischer Soldaten aus russischen Einheiten veröffentlicht, die sich bei Überprüfung als plausibel herausstellten.
Heute hat hat die Initiative eine Zusammenstellung aller russischen Verluste seit Anfgang des Jahres 2025 bis einschließlich August veröffentlicht. Es sind erschütternde Zahlen.
Wir veröffentlichen den Telegram-Beitrag von "Ich will finden" in deutscher Übersetzung:
Weiterlesen: Russische Verluste vom 1. Januar 2025 bis 1. September 2025
Ende September wurde in Krasnodar im Süden Russlands die erste Drohnenschule für Kinder & Jugendliche eröffnet. Dort sollen die Schüler die grundlegenden Fähigkeiten im Zusammenbau und in der Steuerung von Drohnen sowie im 3D-Druck erlernen. Die Ausbildung findet an echten Fluggeräten und Simulatoren statt. Doch nicht jedes Schulkind wird aufgenommen. Voraussetzung sind gute feinmotorische Fähigkeiten und eine Affinität zu technischen Berufen.
Die Ausbilder sind zum Teil Drohnenpiloten, die am russischen Angriffskrieg teilnehmen oder teilgenommen haben.
Hispaniola-Kämpfer mit Gründer Stanislaw Orlow in der Mitte
Die russische Freiwilligeneinheit „Hispaniola“ gab ihre Auflösung auf ihrem Telegram-Kanal bekannt. „Hispaniola“ war der Kampfname des Gründers Stanislaw Orlow, der sich im Jahr 2014 den angeblichen Separatisten im Donbass angeschlossen hatte. Die Einheit setzte sich zum überwiegenden Teil aus Fußball-Hooligans der großen russischen Vereine ZSKA Moskau und Zenit St. Petersburg zusammen. Die Söldnertruppe war ein bunter Tupfer in der grauen Masse der russischen Truppen, allerdings mit kackbrauner Ausrichtung. Hier kämpften - zumindest teilweise - echte Nazis gegen die angeblichen Nazis der Ukraine.
Zudem gilt zu erwähnen, jene Hooliganeinheit ist nur ein minimales Segment im russischen Militär, ihre Auflösung bedeutet für das Kampfgeschehen nichts. Sie spiegelt aber durchaus das Bewusstsein eines bestimmten Teils der russischen Jugend wieder.
Weiterlesen: Russische Hooligan-Einheit „Hispaniola“ aufgelöst
Update vom 3.10.25: Auch die russische Ausgabe der BBC hat heute eine Abschätzung veröffentlicht. Wir haben deren Angaben in in unsere Tabelle eingepflegt.
Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine haben wir im September 2025 die mit Abstand höchste Zahl an Kriegstoten seit Beginn erfasst (siehe Tabelle weiter unten im Text). Der Konflikt fordert immer mehr Opfer und bringt immer mehr Zerstörung für beide Seiten, dabei ist er beinahe festgefahren mit minimalen Geländegewinnen für die russische Seite – allerdings verbunden mit sehr hohen Opferzahlen.
Durch die Menge der erfassten Kriegstoten sind wir in Rückstand mit der Auswertung geraten. Die gewohnte Zusammenfassung wird deshalb noch einige Tage dauern. Bis heute haben wir erst drei Viertel aller erfassten Links ausgewertet.
Weiterlesen: Russische Kriegstote September 25 - Vorabinformation / Update

Wie veruntreut man Forschungsgelder? Dimitri hat es vorgemacht. Man beantragt Fördermittel beim Staat und gibt die gewährten Mittel selbst aus. Als Ergebnis reicht man dann die Arbeiten anderer Wissenschaftler ein, die man vorher einfach umgeschrieben hat. Beteiligt waren an diesem Betrug der Rektor der Polytechnischen Universität Omsk, Dmitri Pawlowitsch Maewski, die ehemalige Professorin für Außenbeziehungen und Jugendpolitik, Alexandra Kosulina, und der Professor Wladislaw Ratscheki. Im Oktober 2024 wurden alle drei zu Bewährungs- und zusätzlichen Geldstrafen verurteilt, zudem mussten sie Schadensersatz leisten.
Der jetzt ehemalige Rektor Dimitri Maewski, geboren am 03.09.1974, wollte sich mit der Tötung von Ukrainern refinanzieren und zog in den Krieg. Am 16.10.2025 wurde er selbst getötet.
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats März 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Monat März 2026 und die erfassten Daten zum April 2026 werden wir bis spätestens 12. Mai vorlegen können.
CK, 11.05.2026
Wir sind gerade im Stress und bereiten den Abschluss des Monats März 2026 vor. So haben wir versehentlich einen unfertigen Beitrag online gestellt: „Für Glaube und Vaterland in Nowomoskowsk“. Wir bitten um Entschuldigung.
Wir haben den Beitrag wieder versteckt, er wird erst in den nächsten Tagen - dann hoffentlich komplett - veröffentlicht.
OM 07.05.2026
Am Abend des 5. Mai 2026 war unsere Domain „oskarmaria.de“ nicht zu erreichen. Nach hektischen Versuchen, das Problem auf unserem Webserver zu suchen, mussten wir feststellen, dass wir nicht unternehmen können. Die Namensauflösung für de-Domains war bei Denic gestört. Über unsere zweite Domain https://www.gibtsnet.eu sind wir weiterhin & ungestört zu erreichen.
Zum Beitrag über die beiden in Russland inhaftierten Frauen Natalia Leonhardt und Daria Jegerewa wollen wir noch einige Anmerkungen nachreichen.
Nach der Verhaftung der beiden Frauen wurde zunächst nur der Name von Daria Jegerewa bekannt. Die Familie von Frau Leonhardt wollte, dass ihr Name nicht genannt werden solle. Sie versprachen sich so bessere Chancen vor Gericht. Das ist nicht eingetreten.
Aber dazu passt: Wir hatten beim Unterstützerkomitee angefragt, ob wir ein Foto benutzen können, das beide Frauen zeigt. Am folgenden Tag haben wir die Erlaubnis bekommen, die dann wenig später zurückgezogen wurde. Die Verantwortliche hatte unsere Webseite besucht und meinte danach, dass eine Fotoveröffentlichung in unserem Kontext den beiden Frauen eher schaden würde. Wir wollen das nicht weiter kommentieren.
Russische Freiwillige, die in den ersten drei Monaten nach Vertragsunterzeichnung an der Front getötet wurden, stellen wir unter der Überschrift „Ohne viele Worte“ vor. Da es zu viele waren, haben wir zunächst maximal einen Gefallenen pro Tag veröffentlicht. Aktuell ist die Situation so, dass es in vielen Regionen inzwischen untersagt ist, die genauen Daten anzugeben, wann der Vertrag unterschrieben und wann der Freiwillige getötet wurde. Neue Freiwillige sollen durch solch eine Wahrheit nicht abgeschreckt werden, meinen die russischen Behörden.
Wir haben uns deshalb entschieden, wieder alle Kurzzeitsoldaten zu veröffentlichen, die wir registrieren. Das sind meist Männer aus Burjatien, da in dieser Region - teilweise - noch immer ausführliche Nachrufe publiziert werden. Burjatien steht stellvertretend für alle russischen Regionen, wie unser aktuelles Beispiel aus Transbaikalien zeigt. Im Bezirk Krasnotschikoisky haben wir unter 128 Gefallenen insgesamt 36 Kurzzeitsoldaten gefunden.
Eine aktuelle Liste der Antrittsprämien aller rusischen Regionen, die der russische Staat für Zeitsoldaten bezahlt, haben wir hier veröffentlicht.
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Februar 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Februar 2026 und die erfassten Daten zum März 2026 werden wir bis spätestens 10. April vorlegen können.
OM, 09.04.2026
Vielleicht ist euch aufgefallen, dass wir sehr häufig Personen aus Burjatien vorstellen. In unserer Rubrik der Kurzzeitsoldaten (Ohne viele Worte) sind überwiegend Gefallene aus Burjatien vertreten. Das hat einfache Gründe - in Burjatien werden gewohnheitsmäßig ausführliche Nachrufe auf die im Krieg getöteten Landeskinder veröffentlicht. So erfahren wir viele Details. Das kommt in anderen Regionen eher selten vor, häufig werden auch mißliebige Daten gezielt verheimlicht. So zum Beispiel dass die getöteten Soldaten aus der Haft an die Front entlassen wurden, dass sie nur eine kurze Überlebensdauer hatten, usw. In einigen Regionen wie Baschkortostan sind inzwischen solche detaillierten Nachrichten verboten, häufig wird sogar das Alter verschwiegen.
So muss Burjatien als Beispiel herhalten, wenn es um Kurzzeitsoldaten, jugendliche Dummköpfe und Häftlinge geht. Es wird in allen anderen Regionen nicht viel anders sein.
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Januar 2025 aktualisiert.
Es wurden neun neue Listen angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Januar 2026 und die erfassten Daten zum Februar 2026 werden wir bis spätestens 13. März vorlegen können.
OM, 12.03.26
Der Trend bei den Nachrufen hält an - konkrete Daten werden nicht mehr angegeben. So will es die russische Regierung. Damit kann man nicht mehr abschätzen, wie lange der Zeitvertrag mit dem Militär dauerte oder besser, wie schnell der Soldat nach Vertragsunterzeichnung getötet wurde. Auch wird die Feststellung verhindert, wie lange der getötete Soldat irgendwo an der Front liegen blieb.
Normalerweise haben wir max. einen Kurzzeitsoldaten pro Tag in unserer Rubrik „Ohne viele Worte“ veröffentlicht. Das haben wir heute ausnahmsweiße verändert und alle Kurzzeitsoldaten gelistet, die uns im Zeitraum vom 19. bis 20. Januar 26 aufgefallen sind. Als Beleg dafür, dass auch weiterhin viele russischen Freiwilligen nur kurze Zeit an der Front überleben, auch wenn diese Tatsache unterdrückt werden soll.
CK, 23.02.26
Nach aktuellen Berichten wurden von der russischen Behörde für das Internet "Roskomnadsor" alle „Sozialen Netzwerke“ des Meta-Konzerns abgeschaltet. Folglich sind Facebook, Instagram und der Nachrichtendienst Whatsapp in Russland nicht mehr zu erreichen. Für uns ist das beinahe bedeutungslos. Nur aus der russischen Teilrepublik Nordossetien-Alanien kamen manchmal Informationen via Instagram.
Schwieriger stellt sich die Situation bei Telegram dar. Viele Meldungen von unabhängigen & kritischen Gruppierungen kommen aus Russland über Telegram. Und auch staatliche Akteure nutzen dieses Medium häufig zur Präsentation und Dokumentation ihrer Arbeit. Im Moment berichten Nutzer aus Russland, dass sich Videos und Fotos nur langsam aufbauen - wenn überhaupt. Telegram ist also noch nicht ganz abgeschaltet, aber der Zugriff deutlich erschwert. Wir werden weiter berichten.
OM, 11.02.26
Wir haben jetzt alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Dezember 2025 aktualisiert. Es wurden sechs neue Listen angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Dezember 2025 und die erfassten Daten zum Januar 2026 werden wir bis spätestens 4. Februar vorlegen können.
CK, 01.02.26
Noch zwei Tage und wir sind endlich mit den Kriegstoten vom Dezember 2025 durch. Dann müssen die Namen noch übersetzt und alles in unsere Tabellen eingetragen werden, was zusätzlich zwei bis drei Tage in Anspruch nimmt. Zum gleichen Zeitpunkt werden dann auch die erfassten Zahlen vom Januar 2026 verfügbar sein.
Ein Blick in unsere Datenbank zeigt - es wird keine großen Überraschungen geben. Baschkortostan und Tatarstan, führend bei den Kriegstoten nach Regionen, werden ihren Vorsprung weiter ausbauen. Dahinter kommt die Region Swerdlowsk usw. Und wenn man die Kriegstoten ins Verhältnis zur Bevölkerung der Regionen stellt, bauen die ethnisch bestimmten Regionen wie Tuwa, Burjatien, Tschukotka, Altai und Jakutien ihren Abstand zu den russisch geprägten Regionen weiter aus.
OM, 28.01.26
Zu unserer Berichterstattung über den russischen Angriffskrieg passt der Bürgerprotest über den Abriss eines Gebäudes in St. Petersburg vordergründig nicht. Wir meinen aber, der Artikel passt sehr gut.
Zum einen ist er einer der wenigen breit aufgestellten Bürgerproteste seit Beginn des russischen Angriffskrieges. Auf Anhieb fallen uns dazu nur noch die Proteste im baschkirischen Baimak Anfang 2024 ein.
Zum anderen dokumentiert er sehr gut die verschiedenen Meinungen und Vorurteile der Stadtbürger von St. Petersburg. Die „Migranten“ im Beitrag sind keine Migranten in unserem Sinne, sondern ganz normale russische Staatsbürger, deren Geburtsregion der russische Kaukasus ist. Dagestan ist die größte, überwiegend muslimisch geprägte russische Teilrepublik im Kaukasus.
Und vielleicht, vielleicht ein ganz klein wenig, existiert der zivile Ungehorsam in Russland immer noch. Und konnte auch durch die seit Beginn des Krieges ständig erweiterte Repression nicht ganz ausgerottet werden.
Wir haben jetzt alle russischen Regionen mit den Daten des Monats November 2025 aktualisiert. Es wurden 21 neue Listen angelegt:
Bei den Fotos zu den neuen Tabellen haben wir auf Kritik reagiert und möglichst keine Postkartenmotive ausgewählt. Denn diese bilden die Lebenswirklichkeit der Menschen in diesen Regionen nicht ab.
Die große Zahl an russischen Kriegstoten lässt uns kaum noch Zeit zu aktuellen Berichten. Wir können etwa 300 Kriegstote pro Tag bearbeiten, da darf aber nichts dazwischen kommen - wie zum Beispiel persönliche Angelegenheiten. Tatsächlich haben wir im Moment durchschnittlich etwa 400 Fälle in unseren Listen.
Heute haben wir den 20. November bearbeitet, es wird also mindestens noch 11 Tage dauern, bis wir den November abgeschlossen haben.
Die hohe Zahl an Kriegstoten resultiert nicht aus dem aktuellen Kampfgeschehen. Durch das Erbschaftsregister können viele Suchanfragen auf VKontakte und Telegramkanälen geschlossen werden - Soldat tot.
Das alles hindert uns nicht, in den nächsten Tagen einen Zwischenstand zum 15. Dezember zu veröffentlichen.
Wir haben heute alle russischen Regionen mit den Daten des Oktobers aktualisiert. Es wurden drei neue Listen angelegt:
Wir werden für eine kurze Zeit nicht erreichbar sein - einfach später wieder kommen.
Unter den Positionen 1021 und 1022 der Region Krasnojarsk haben wir die im Beitrag „Die Särge sind natürlich geschlossen“ genannten Alexej und Michail Leschok bereits gelistet. Der Originalbeitrag über Alexej ist nicht mehr verfügbar, deshalb haben wir auf eine Zweitveröffentlichung verlinkt. Der Status von Michail Leschok auf VKontakte ist allerdings weiterhin online, dort findet man noch weitere Fotos. Den dritten Bruder Wladimir haben wir bisher noch nicht in unserer Datenbank.
Am 8. November 1939 explodierte um 21:20 h im Bürgerbräukeller in München eine Bombe. Sie galt Adolf Hitler, der zwei Monate zuvor den Angriffskrieg gegen Polen gestartet hatte. Allerdings hatte der „Führer" wegen schlechten Wetters seine Zeitplanung umgestellt und war bereits auf der Rückreise. Wäre das Attentat erfolgreich gewesen, wäre der Welt - vielleicht - jener zweite Weltkrieg erspart geblieben und jene begonnen Kampfhandlungen wären eingestellt worden.
Der schwäbische Tischler Georg Elsner hatte jenes Attentat akribisch geplant, er wurde kurz vor Kriegsende im KZ Dachau ermordet.
Jenes Attentat hat auch im deutschen Grundgesetz Eingang gefunden. In Artikel 20 Absatz 4 der Verfassung heißt es: „Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“
Auch in Russland bedarf es dringend solch mutiger Menschen, die jenem blutigen & verbrecherischen Gemetzel in der Ukraine ein Ende setzen.
Günter W. Berger, 08.11.25
Die hohen Verlustzahlen der russischen Armee stellen uns aktuell vor unlösbare Probleme. Wir können pro Tag etwa 300 Meldungen verarbeiten bei sechs Arbeitstagen in der Woche. Folglich kommen wir im Moment jeden Tag mit etwa 100 bis 150 Meldungen in den Rückstand.
Aktuell haben wir etwa 7.000 Kriegstote aus dem Oktober bearbeitet - also die regionale Herkunft, das Alter und weitere Informationen in unsere Datenbank eingetragen. Es wird also noch mindestens 12 Tage dauern, bis wir den Monat Oktober 2025 komplett abschließen können.
An den von uns bereits veröffentlichten Zahlen wird sich allerdings nur marginal etwas ändern.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Doppelt
Wladimir: 25. Artem Kozhenkov // Nischni Nowgorod: 35 Artem Kozhenkov
Wolgograd: 01 Juri Agarkov // Pskow: 41 Juri Agarkow
Kutelev Stanislav, dreifach, Kostroma, Rjasan und Orenburg. Nur Orenburg
Nikolai Symov, Rjasan & Tschuwaschien - nur Tschuwaschien
Mamontov Mikhail - Krasnodar Teil 1 & Teil 2
Ivan Alekseevich Chulkov, Kostroma, Pos. 51/56
Elimov Alexey Michailowitsch , Kostroma & Tschuwaschien
Falsch einsortiert
Ruslan Khamitov, Tscheljabinsk, kein Söldner der Gruppe Wagner
Renat Ismailowitsch, 20 Jahre
„Renat kam vor zwei Jahren als Freiwilliger aus Moskau, als er gerade 18 Jahre alt geworden war… Er ging aus Pflichtgefühl, weil er so erzogen wurde: nicht gleichgültig gegenüber dem Leid anderer zu sein. Er wählte den Weg des Kriegers! Renat entwickelte sich vor den Augen aller von einem Jungen zu einem Mann“, schreibt die Brigade „Pjatnaschka“ in ihrem Nachruf. „Pjatnaschka“ ist eine mafiöse russische Freiwilligeneinheit, die bereits seit 2014 im Donbass wütet. Wir haben sie hier vorgestellt. Renat Ismailowitsch Mamlejew wurde am 02.07.2005 geboren, den 21. Geburtstag hat er nicht mehr geschafft. Er wurde am 26.03.2026 getötet.
Das WZIOM ist ein staatliches Meinungsforschungsinstitut in Russland, das größte seiner Art im Land. Es veröffentlicht regelmäßig Untersuchungen über die Beliebtheitswerte des Präsidenten, der russischen Regierung und der Stimmung im Land. Im April 26 berichtete das Institut, dass die Zustimmungswerte zur Amtsführung des Präsidenten auf 65,6% gefallen wäre. Dem Ministerpräsidenten und seine Regierung bescheinigte das Institut Zustimmungswerte von 44,3%, bzw. 39,7%. Für eine deutsche Regierung wären das beruhigende Werte, im autoritären Staat Russland geht so etwas nicht.
Im Mai 2026 änderte WZIOM dann die Methodik - und siehe da, die Werte für Putin wurden besser. Zitat:
Laut den Ergebnissen einer gemeinsamen Umfrage unter Russen lag die Zustimmungsrate für die Leistung des Präsidenten im Zeitraum vom 4. Mai bis 10. Mai 2026 bei 66,8 %. Die positive Bewertung der Arbeit des Premierministers und der russischen Regierung in der vergangenen Woche betrug 42,2 % bzw. 38,9 %.
Damit kann Präsident Putin ganz gut leben und alle aktuellen politischen Probleme an seine Regierung adressieren.
Damit alles passt, hat WZIOM diesmal seine Methodik verändert. Statt einer reinen Telefonbefragung der Bürger, ist man jetzt zusätzlich von Haustüre zu Haustüre gegangen und hat die Menschen direkt angesprochen.
Frage an unsere Leser: Würden Sie in einem autoritären Staat eine ehrliche Antwort geben, wenn ein Unbekannter vor ihrer Tür steht und Sie nach Ihrer Meinung zum Präsidenten befragt? Auch wenn der Frager versichern würde, alles bliebe anonym?
Jeder deutsche Bundeskanzler wäre glücklich und froh, wenn er die Zustimmungswerte des russischen Präsidenten auch nur annähernd erreichen könnte. Die lagen seit Beginn des Angriffskrieges stabil bei über 80% in der russischen Bevölkerung.
Doch Unruhe kommt auf, das einzig verbliebene, unabhängige russische Meinungsforschungsinstitut, das Lewada-Zentrum, berichtet von ihrer letzten Umfrage vom 30.04.26:
Die Zustimmungswerte für Wladimir Putin als Präsident lagen im April 2026 bei 79 Prozent und sind in den vergangenen sechs Monaten kontinuierlich gesunken – um 8 Prozentpunkte seit September 2025. 16 Prozent der Befragten missbilligen die Amtsführung des Präsidenten (ein Anstieg um 5 Prozentpunkte seit September 2025). Dies ist das erste Mal seit Herbst 2022, dass dieser Wert unter 80 Prozent gefallen ist.
Am 9. Mai feierte ganz Russland den Tag des Sieges über Nazideutschland. Aus Sicherheitsgründen wurden landesweit die Massenveranstaltungen mit Militärparaden und schwerem Gerät abgesagt. Doch kleinere Paraden fanden statt, häufig mit Bezug auf den Krieg gegen die Ukraine.
„Gesucht wird Valentin Michailowitsch Kulikow, geboren am 22.03.2007. Militäreinheit 75281. Er ging am 09.06.2025 in Redkodub auf Patrouille. Ab dem 11.06.2025 wurde er vermisst. Von der Einheit wurde berichtet, dass die Gruppe unter einen Mörserbeschuss geraten sei und die Soldaten sich zur Erhaltung der Truppe zerstreut hätten. Seine Mutter sucht nach ihm. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder er ist gefangen oder er liegt in einem Buschversteck. Dort herrscht eine Temperatur von 40 Grad.“ Telegram vom 11.08.25 (Kopie).
Inzwischen wissen wir aus dem russischen Erbschaftsregister, dass Valentin am 11. Juni 2025 getötet wurde. Ein Foto und weitere Informationen haben wir nicht gefunden.
Was wir aber sicher wissen: Valentin wurde am 22.03.2025 18 Jahre alt. Erst danach konnte er einen Vertrag mit dem russischen Militär abschließen. Und militärische Vorkenntnisse hatte er auch nicht. 81 Tage oder nicht ganz drei Monate nach seinem 18. Geburtstag wurde Valentin an der Front verheizt.
Am 30. April begeht Russland zum ersten Mal den Tag der indigenen Völker. Vor Vertretern verschiedener Ethnien erklärt Wladimir Putin:
In der Russischen Föderation leben 47 indigene Völker. Jedes von ihnen ist ein integraler Bestandteil des Landes und seiner unverwechselbaren Vielfalt und trägt zudem einzigartige Bräuche, kulturelle Codes und nationale Eigenheiten. Jede ethnische Gruppe innerhalb der brüderlichen Völkerfamilie Russlands stellt das gemeinsame Erbe des Landes dar. Dessen Erhaltung, Wachstum und Wohlergehen bedeuten unmittelbar die Erhaltung und das Wachstum des gesamten multinationalen Volkes Russlands.
Perm - das ist die östlichste Millionenstadt in Europa und Hauptstadt der gleichlautenden Oblast. Ukrainische Langstreckendrohnen haben in der Nacht zum 29. April 2026 Rohöl verarbeitende Anlagen in der Stadt in Brand gesetzt. Eine riesige schwarze Rauchsäule steigt seither zum Himmel.
Der Gouverneur der Region, Dimitri Machonin, gibt Entwarnung: „Die Schadstoffwerte liegen im Normbereich und stellen keine Gefahr für die Einwohner von Perm dar.“ Im Bericht des Internetmediums 59.RU geht es in den Kommentaren hoch her. Einige Beispiele:
Oleg Jurjewitsch Kasantsew, 39 Jahre alt
Status: Verstorben
Geburtsdatum: 12.07.1986
Todesdatum: 20.08.2025 (Beerdigung: 2026)
Geburtsort: Siedlung Aichalsky, Bezirk Mirny
Todesort: Siedlung Poddubnoe, Bezirk Velikonowoselsky, Region Donezk
Dienstart: Vertragsdienst seit Juli 2025
Friedlicher Beruf: Arbeitet im Aichalsky Bergbau- und Aufbereitungskombinat
Originalmeldung Telegramkanal „Die Toten aus der Republik Sacha (Jakutien)“ vom 19.03.26
Am 17. April wurde der Vater des 43-jährigen christlichen Bloggers Vegan Christoljub Boschij (Foto links bei einer Anti-Kriegsdemonstration) informiert, dass er die Leiche seines Sohnes aus einer Strafkolonie in der Oblast Woronesch abholen könne. Sein Sohn hätte sich in seiner Zelle erhängt. Seine Familie hält einen Selbstmord für unwahrscheinlich: „Seinen religiösen Überzeugungen zufolge ist das eine Sünde“, sagten sie.
Vegan, der bürgerlich mal Dimitrij Kusnetzow hieß, war bekennender Christ, Kriegsgegner und Veganer. Er hatte sich in YouTube-Videos kritisch zur Rolle der Sowjetunion im 2. Weltkrieg geäußert und meinte zudem, dass der Islam nicht als Religion der Gewaltlosigkeit betrachtet werden sollte. Dafür bekam Vegan drei Jahre Haft in einer Strafkolonie.
Vegan war allerdings alles andere als ein weltabgewandter christlicher Fundamentalist, wie auch seine Einschätzung des russischen Präsidenten zeigt:
„Seit 25 Jahren regiert das Land ein verrückter, alter Geheimdienstler, der längst kein heimlicher, sondern ein offenkundiger Menschenfresser geworden ist, dessen jedes Wort per Definition eine Lüge ist. Polen hat Hitler 1939 dazu gezwungen, es anzugreifen.... Wir bedrohen niemanden, wir brauchen keine fremden Länder, Wehrpflichtige kämpfen nicht (im Krieg gegen die Ukraine, Red.), es wird keine Mobilmachung geben, ‚sie sind nicht da‘. Wir brauchen die Krim nicht, ich werde das Rentenalter nicht anheben, sie ist untergegangen (Flaggschiff Moskwa, Red.), ich werde die Verfassung nicht ändern, ich werde nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren, ich werde mich nicht an der Macht festklammern und so weiter, man könnte die Liste noch sehr lange fortsetzen. Nur in einer Sache hat er nicht gelogen, nämlich als er sagte, ich zitiere RIA Novosti vom 12. 2. 2004: „Wenn man sieben Jahre lang so als Präsident arbeitet, kann man den Verstand verlieren.“