15.02.2026 -- 187.026 // Zuwachs zum 31.01.2026: 4.136
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Vitaly Jurjewitsch Sanotschkin, geboren am 02.03.1992 (in rot), lebte mit seiner Familie in einem Wohnheim in der Bogdan-Chmelnitsky-Straße (heute geschlossen) in Nowosibirsk. Zusammen mit seinem Kumpel Konstantin Sudarkin, aus dem selben Wohnheim, tanzten sie Tectonic zu elektronischer Musik.
Das Video wurde Anfang der 2010er Jahre im Wohnheim in einem Raum mit postsowjetischem Interieur gedreht. Im Internet ist es seit 2022 zu finden: Vitaly hat es auf TikTok mit dem Kommentar „Vor zehn Jahren wären wir definitiv in die Nachrichten gekommen” gepostet. Und plötzlich hatte es 135 Millionen Aufrufe.
„Die Leute bitten darum, das Video noch einmal zu drehen. Aber leider ist es nicht mehr möglich, zu zweit zu tanzen, weil Vitaly letztes Jahr im Krieg gefallen ist”, erzählte Konstantin Sudarkin. Vitaly wurde am 25.01.2025 getötet und hinterlässt seine Frau und eine 2-jährige Tochter.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.