nepalDie russische Militärpolizei sucht in den besetzten Gebieten der Ukraine nach desertierten Söldnern aus Nepal. Uns liegen sieben solcher Steckbriefe vor, mit denen nach den verschwundenen Nepalesen gesucht wird. Nach einem Bericht des ukrainischen Geheimdienstes soll es sich um deutlich mehr Söldner handeln - der Geheimdienst spricht von Massenflucht.

Derzeit sind nach Angaben eines nepalesischen  Internetmediums (Stand 12.02.24, deutsche Übersetzung pdf) etwa 16 getötete nepalesische Söldner der russischen Armee bekannt, 116 wurden verletzt,  272 gelten als vermisst (also getötet oder auf der Flucht) und vier wurden vom ukrainischen Militär gefangen genommen.

Alle Steckbriefe sind gleich aufgebaut, zur Veranschaulichung zeigen wir ein Exemplar mit der Google-Übersetzungsfunktion in deutscher Sprache (Tschetendra Khadka). Die Originale findet man am Ende des Beitrags.

Die Flucht der nepalesischen Söldner, die alle der Militäreinheit 29328 der Russischen Föderation angehörten, hatte mehrere Ursachen. Die Angriffe der russischen Armee war für viele Soldaten gleichzusetzen mit dem sicheren Tod. Dazu kam die die brutale Haltung der russischen Feldkommandanten, die im Falle von Befehlsverweigerung mit außergerichtlichen Hinrichtungen reagierten. Und schließlich warteten viele Söldner auf den versprochenen Sold.

Bei den Angaben auf den Steckbriefen "vermutlich auf Grund eines Erdbebens gestorben" oder ähnliches dürfte es sich um die Verschleierung der tatsächlichen Fluchtgründe handeln.

Die russische Einheit 29328 war im Gebiet Luhansk stationiert, es wird für die geflüchteten Nepalesen also nicht einfach sein, wieder zurück in ihre Heimat zu kommen. Zudem droht ihnen in ihrer Heimat eine strafrechtliche Verfolgung, weil sie sich illegal am Krieg gegen die Ukraine beteiligt hatten.

Die nepalesische Regierung hat seit langer Zeit mit einigen Ländern vertraglich vereinbart, dass ihre Bürger sich in diesen militärischen Formationen anschließen können. Dazu gehören Großbritannien, dessen legendäre Gurkha-Einheiten berühmt und gefürchtet waren, außerdem verfügen Indien, Singapur und Brunei über Gurkha-Kämpfer.


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