Egwekinot 2005

Egwekinot in Tschukotka (2005) -- Foto: Шабанов -- Lizenz: CC BY-SA 3.0

Am 16. Juli 1946 traf ein Schiff in einer Bucht an der Südküste der Tschuktschen-Halbinsel ein, an Bord waren 1.500 Häftlinge. Das war das Gründungsdatum der Siedlung Egwekinot in Tschukotka.  Man hatte eine bedeutende Lagerstätte für Zinn-, Wolfram- und Molybdänerze 200 km nördlich entdeckt und die Häftlinge mussten die Siedlung, eine Straße zu den Bergwerken und einen Hafen für den Abtransport der Erze bauen. Das war das System des Gulag unter unwürdigsten und unmenschlichen Bedingungen.

Das Bergwerk wurde in den neunziger Jahren geschlossen, die Bevölkerung von Egwekinot hat sich seither halbiert. An der Straße von Egwekinot zu den ehemaligen Bergwerken liegt etwa 80 km entfernt das kleine Dorf Amguema. Dort leben gerade mal 500 Menschen, einer davon war Alexander Rultiet, geboren am 16.11.1981.

Alexander Rultiet

Nach Informationen der dortigen Presseagentur wollte Alexander Rultiet auch in den Krieg gegen die Ukraine ziehen. Ausschlaggebend dürfte die Perspektivlosigkeit in den abgelegenen Gebieten und das harte Leben in der Kälte von Tschukotka gewesen sein. Zweimal wurde seine Bewerbung vom russischen Militär abgelehnt. Doch die Sturm-Z Einheiten nehmen schließlich jeden und im Oktober 2023 wurde auch Alexander akzeptiert -Rufzeichen Tschuktscha.

Auch Alexander ereilte ein schnelles Schicksal. Am 23. Oktober 23 wurde er bereits getötet. Mit der Beisetzung allerdings dauerte es länger. Er soll in Egwekinot begraben werden, Datum und Uhrzeit waren Ende Mai noch offen.