Kirill Permjakow

In Russland gibt es zwei Städte mit dem Namen Blagoweschtschensk. Ganz im fernen Osten hat die Hauptstadt der Region Amur diesen Namen und im europäischen Teil Russland heißt so eine Stadt in Baschkortostan mit um die 35.000 Einwohnern. Aus Blagoweschtschensk in Baschkortostan kam der junge Mann, der auf dem Foto oben am Computer sitzt.

Sein Name war Kirill Permjakow, er wurde 06. Juli 2006 in der Stadt geboren und war leider alles andere als ein lieber Junge. Bereits mit 12 Jahren wurde er auffällig, brach die Schule ab und wurde danach zuhause unterrichtet. Nachdem er in einem Lebensmittelladen die Kasse geplündert hatte, kam er in eine geschlossene Sonderschule, die er ganz offensichtlich mit Bravour meisterte. Mit 17 Jahren wurde Kirill aus der Schule entlassen, danach hatte er noch ziemlich genau ein Jahr zu leben, bis er im Alter von 18 Jahren und zwei Monaten als russischer Soldat an der Front "entsorgt" wurde.

Kirill machte nach seiner Schulentlassung damit weiter, womit er vor der Sonderschule angefangen hatte. Er knackte Autos, fuhr eins zu Schrott und gelobte Besserung. Doch die hielt nicht lange an - noch vor seinem 18. Geburtstag überfiel er mit seinem Bruder mehrere Rentner, sie verprügelten die Männer und stahlen deren Mobiltelefone. Ein Opfer landete danach auf der Intensivstation eines Krankenhauses.

Einer der Überfälle von Kirill wurde durch eine Überwachungskamera gefilmt

Kirill wurde erwischt und landete im Untersuchungsgefängnis. Als er in Haft 18 Jahre alt geworden war, bekam er das Angebot, dass das Verfahren gegen ihn eingestellt würde, wenn er einen Militärvertrag als Sturm-V Soldat abschließen würde. Kirill unterzeichnete.

Danach ging alles ganz schnell. Am 16. August brach der militärisch unerfahrene Kirill zu einem Übungsgelände auf, eine Woche später ging es an die Front. Am 28. August 2024 wurde der entbehrliche Soldat Kirill Permjakow irgendwo im Kriegsgebiet der Ukraine getötet.

Kirills Mutter versuchte vergeblich den Kontakt zu ihrem Sohn herzustellen, sie wusste lange nichts von seinem Tod. Dafür bekam sie Anrufe von unbekannten Männern, die sie aufforderten schnell viel Geld zu überweisen, weil Kirill medizinische Hilfe und eine Fahrkarte benötige.

Ende Oktober 2024 wurde Kirill in Blagoweschtschensk begraben. Die Zeremonie wurde nach militärischen Traditionen abgehalten und es wurde von seinen  Heldentaten berichtet. Er war jetzt ein -toter- Held, denn er hatte "seine Missetaten mit Blut gesühnt".


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