LeonidSchaidorowDer St. Petersburger Bürgerrechtler Leonid Schaidurow ist im Krieg gegen die Ukraine getötet worden. Über die genauen Umstände kann nur spekuliert werden, da von seinen Angehörigen genauere Angaben verweigert werden. Leonid hatte als Schüler der 10. Klasse eines Gymnasiums eine Schülervereingung gegründet, die sich auch gegen die Militarisierung des Schulsystems aussprach. Um so mysteriöser ist jetzt sein Tod. Doch politisch unbequeme Menschen müssen in Russland immer um ihr Leben fürchten.

Leonid, geboren am 23. August 2002, war Schüler der 10. Klasse eines Gymnasiums im Bezirk Wyborg. Er begann im September 2018 Gymnasiasten zu ermutigen, eine gewerkschaftsähnliche Organisation zu gründen. Die Schüler trafen sich zunächst zu informellen Treffen. Die Rektorin bekam davon Wind und drohte Leonid mit dem Rausschmiss.

Die St. Petersburger Internetzeitung "Fontanka" schrieb über diese Initiative:
Bei einem einzigen Tag öffentlicher Aktivität provozierte der 16-jährige Leonid Schaidurow aus einem St. Petersburger Gymnasium eine Reaktion von Bundes- und Stadtbeamten. Seine formal nicht existierende Gewerkschaft „Student“ hat bereits mehr Lärm gemacht als die mächtige regierungsnahe russische Schülerbewegung in den zwei Jahren ihres Bestehens.

Die Organisation "Student" kämpfte für die Lösung der Probleme von Schülern bei Prüfungen und der zunehmenden Bürokratisierung der Schulen. Sie sprach sich gegen die Militarisierung des Bildungswesens durch die Strukturen der „Jugendarmee (Junarmija)“ aus. Den Angaben der Schüler zufolge wurde ihnen in solchen Unterrichtsstunden etwas über die Annexion der Krim und den Militärdienst erzählt. Schaidurow trat in einen Hungerstreik und forderte, dass den Vertretern der Junarmija der Zutritt zur Turnhalle verwehrt werde.

Laut einigen Pressemitteilungen wäre Leonid ein politisch links stehender Mensch gewesen und hätte den Eindruck eines aufrichtigen und äußerst aktiven Menschen gemacht.

Die genauen Todesumstände von Leonid sind nicht bekannt, es gibt Berichte, dass die Unterschrift unter den Vertrag mit der russischen Armee nicht von ihm stammte und dass er in letzter Zeit „Probleme“ gehabt habe. Die Angehörigen warten nun auf das Ergebnis eines Gentests, der seinen Tod bestätigen soll.


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