Geschätzte 200.000 tote russische Soldaten!Schaetzungen bis 06 25

Laut unserer nachfolgenden Abschätzung haben wir zwar die Zahl von 200.000 knapp verfehlt, wir bewegen uns aber im Rahmen der Fehlertoleranz. Mit unserer kommenden Statistik werden wir den Wert weit übertreffen. Wir nennen diese Zahl zwar eine Abschätzung, sind aber aus unserer Erfahrung von mehr als drei Jahren Krieg heraus der Meinung, dass diese Zahl die Wirklichkeit richtig wiedergibt.

Diese ungeheure Zahl von toten russischen Soldaten resultiert nicht aus den Schlagworten russischer Propaganda, wie Kampf gegen Nazis, Bedrohung Russlands durch Nato oder Schutz der russischsprachigen Bevölkerung in der Ukrane – sondern ausschließlich aus dem Wunsch heraus, ein anderes Land - nämlich die Ukraine - zu erobern und unterwerfen. 

Wir im Westen Europas müssen uns von der Illusion verabschieden, das aktuelle Russland wäre ein europäisches Partnerland, mit dem eine friedvolle Koexistenz möglich wäre.

Wir, in Deutschland und in Westeuropa, haben über zwei Weltkriege hinweg lernen müssen, dass sich Kriege nicht lohnen und dass ein Miteinander weitaus besser ist als ein Gegeneinander. Außer ein paar Ewiggestrige denkt niemand mehr daran, das Elsass zurück nach Deutschland zu holen oder Südtirol zurück nach Österreich.

Russland hat sich nach dem Zerfall der Sowjetunion in eine völlig andere Richtung entwickelt. Der Verlust an Einfluss auf der Welt wird in großen Teilen der Bevölkerung als Demütigung und Schmach empfunden. So hat man sich unter der Regierung von Putin daran gemacht, die alte Größe wieder herzustellen. Als das Schlüsselland dazu hat die Regierung Russlands die Ukraine ausgemacht. Sie ist das bevölkerungsreichste und wirtschaftlich stärkste Land, das sich aus der Sowjetunion herausgelöst hat. Zusammen mit dem Territorium und  Bevölkerung der Ukraine will man zu alter Stärke zurückfinden.

Vom Kindergarten an auf das Militär getrimmt

Den russischen Kindern, Schülern und Studenten wird ein Bild der permanenten Bedrohung Russlands von außen vermittelt. Die militär-patriotische Erziehung zieht sich durch das gesamte Bildungswesen. Wir haben das schon häufig dokumentiert. Kindergartenkinder werden in Militäruniformen gesteckt, paradieren in angedeutetem Stechschritt und spielen Kriegsspiele. In der Schule ist die russische Jugendarmee "Junarmija" allgegenwärtig, organisiert Nachhilfe und Freizeitaktivitäten. Und wer als Schüler nicht mitmacht, hat schlechtere Chancen im Schulalltag. 

Dazu gibt es als verpflichtende Unterrichtseinheit die "Gespräche über wichtige Dinge". Hier wird Patriotismus, Akzeptanz der politischen Gegebenheiten und auch die Notwendigkeit der "Speziellen Militäroperation" gelehrt.

Das Bild der permanenten Bedrohung Russlands von außen schafft in der Bevölkerung die Akzeptanz für jene "Spezielle Militäroperation". Die russischen Bürger nehmen die wirtschaftlichen Konsequenzen wie Verringerung des Angebots an Waren, steigende Kosten durch Inflation und auch die Reisebeschränkungen meist klaglos hin. Und so muss man sich nicht wundern, dass auch die dramatisch hohen Verlustzahlen im Krieg einfach akzeptiert werden. "Im Krieg sterben eben auch unsere Soldaten", kann man in zahlreichen Nachrufen von getöteten Soldaten als Ausdruck des Bedauerns lesen. Die Tatsache, dass die Bevölkerung einer russische Groß- und Regionalhauptstadt wie Pskow (ca. 193.000 Bewohner) komplett ausgelöscht wurde, wird in der Öffentlichkeit ignoriert. Auf Deutschland umgesetzt würde das bedeuten, dass alle Bewohner einer Stadt wie Kassel oder Rostock getötet worden wären.

Zur Verschleierung der Konsequenzen des Krieges trägt auch die russische Statistikbehörde Rosstat inzwischen ihren Teil bei. Die monatlichen Daten der Standesämter über Geburten, Todesfälle und Eheschließungen/Scheidungen werden aktuell nicht mehr veröffentlicht (1).