Sandarmoch GedenksteinSandarmoch ist ein Waldgebiet in Karelien etwa 12 km von der Kleinstadt Medweschjegorsk entfernt, die am nördlichen Ende des Onegasees liegt. In dem Waldgebiet liegen knapp 10.000 Opfer der stalinistischen Säuberung begraben, die dort geheim zwischen Oktober 1937 und Dezember 1938 erschossen wurden.  Die Hinrichtungsstätte wurde 1997 von Mitarbeitern der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial wiedergefunden. 

Foto: Granitstein an der Gedenkstätte: Menschen, tötet nicht einander -- Foto: Semenov.m7 -- Lizenz: CC BY-SA 3.0

Etwa 3.500 Bewohner Kareliens, 4.500 nach Norden abgewanderte Bauern und über 1,000 Lagerinsassen wurden in den Waldgebiet hingerichtet. Heute weisen viele Gedenksteine auf die verschiedenen Ethnien hin, die dort begraben liegen. Darunter auch die damalige politische und kulturelle Elite der Ukraine - insgesamt mehr als 200 Personen (Liste).


Muslime
Juden3
Juden
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Alle Fotos von Semenov.m7 -- Lizenz:  CC BY-SA 3.0

 Sandarmorch ist inzwischen zum Politikum geworden. Nationalistische Gruppierungen in Russland versuchen die Toten als russische Gefangene umzudeuten, die in finnischer Gefangenschaft umgekommen wären. Und auch ukrainische Flaggen bei Gedenkveranstaltungen verursachten böses Blut.

In diesem Jahr versuchten schwarz gekleidete und maskierte junge Männer die Gedenkveranstaltung zu sabotieren, wieder der Bericht im zweiten Teil unseres Beitrages zeigt. Es sind Mitglieder der "Russischen Gemeinschaft", einer rechtsradikalen Gruppe, die inzwischen in ganz Rusland aktiv ist.

Vor dem Krieg gegen die Ukraine agierte diese Gruppierung vorwiegend im Untergrund und wurde von den Behörden streng verfolgt. Heute im Krieg braucht der Staat eine nationalistische Mobilisierung in der Gesellschaft und die Aktionen werden toleriert.


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