Russisches Militär nicht unterschätzen

Wir berichten ständig über die katastrophalen Zustände beim russischen Militär: Verwundete werden an die Front geschickt, geistig eingeschränkte Männer führen Versorgungsaufgaben durch, ältere Freiwillige mit fehlender Kraft und Beweglichkeit werden in sogenannten Fleischangriffen verheizt, genau so wie gerade 18- oder 19-jährige Zeitsoldaten, ohne militärische Ausbildung. Dazu gibt es massive Probleme mit Alkohol und anderen Drogen in der kämpfenden Truppe, die Moral der Männer an der Front ist nicht hoch, zahlreiche Soldaten desertieren.

Durch den massiven Einsatz von Drohnen ist zudem der Bestand an Panzern und gepanzerten Mannschaftstransportern bei den russischen Truppen geschrumpft. Viele Angriffe werden jetzt in ungeschützten Fahrzeugen und auf leichten Motocrossrädern durchgeführt.

Doch die russische Armee führt weiter Offensivaktionen durch und drängt langsam aber stetig die ukrainischen Verteidiger zurück. Sie hat ihre Taktik den veränderten Bedingungen erfolgreich angepasst

Vorbei sind die Zeiten massenhafter russischer gepanzerter Angriffe. Diese zu Beginn des Krieges durchgeführten Aktionen, verbunden mit hohen Verlusten an Mensch und Material, kommen seit Mitte des Jahres 2024 nur noch selten vor. Die russische Armee hat sich taktisch umgestellt und agiert viel flexibler als zuvor. Heute greifen kleine, mobile russische Infanteriegruppen auf Motorrädern an. Wenn diese eine Lücke finden, können solche Angreifer problemlos weit in die Front eindringen. Die Ukraine verfügt einfach nicht über genügend Männer, um die gesamte Front effektiv zu besetzen, sodass einige Gruppen immer durchkommen werden.

Ein wichtiges Indiz, dass diese Betrachtung stützt, ist die Verluststatistik an militärischem Gerät, das die Initiative Oryx seit Beginn des Krieges führt. Lange Zeit waren die russischen Verluste an Material zwei bis dreimal so hoch wie die ukrainischen. Die Situation hat sich gedreht, heute sind die ukrainische Materialverluste höher als die russischen. Beispiel vom 8. August 25: Russland - Ukraine.

Nun - wir berichten zwar über die aktuellen Entwicklung, sind allerdings alles andere als militärtaktische Experten und wollen es auch nicht werden. Zur genaueren Lektüre über die angepassten russischen Angriffe empfehlen wir einen Beitrag der sicherheitspolitischen Zeitschrift Hartpunkt. Diese wiederum stützt ihren Artikel auf eine Analyse US-amerikanischer Generäle im Ruhestand, die im Download auch angeboten wird.