Kursk Trauernde Mutter

Die russische Großstadt Kursk liegt etwa 500 km südlich von Moskau nahe der Grenze zur Ukraine. Die Stadt hat rund 430.000 Einwohner und eine breit aufgestellte Industrie. 

Im Jahr 1992 ist auf dem Proletarski-Platz in Kursk ein Denkmal für die im Afghanistan-Krieg gefallenen Soldaten aus der Stadt entstanden. Insgesamt 105 Namen sind in die Steinplatten eingraviert. Im Zentrum des Denkmals befindet sich eine trauernde Mutter, die auf dem Grab ihres Sohnes liegt. Der Betrachter könnte diese Skulptur als Mahnmal deuten: Der Schmerz dieser Mutter als Mahnung vor weiteren Kriegen, zusammen mit dem Auftrag zur friedlichen Lösung von Konflikten. Das Gegenteil ist aus diesem Mahnmal geworden.

Die getöteten Soldaten aus Kursk zwischen 1990 und 2016

Kursk 2022

Die im Jahr 2023 aufgestellten Granitplatten für die Toten des Vorjahres

Im Jahr 2022 entstand in Kursk die Idee, aus jenem Mahnmal ein allgemeines Denkmal zu machen. Es soll die Namen aller getöteten Soldaten  aus Kursk nennen, die in den von Russland geführten Kriegen seit dem Jahr 1990 gefallen sind. Und es sind einige Konflikte dazu gekommen: Moldawien, zwei Tschetschenien-Kriege, Georgien, Syrien, erster Ukrainekrieg im Donbass und der zweite ab 2022. Bis heute sind so immer neue Stelen mit Namen von im Krieg gegen die Ukraine getöteten Kursk-Bewohnern hinzugekommen.

Trauernde MutterMan trauert heute um den Einzelnen, den Krieg dagegen traut sich niemand mehr in Frage zu stellen. Denn in der weit verbreiteten öffentlichen Wahrnehmung dient jene "Spezielle Militäroperation" lediglich dem Schutz der Bürger Russlands vor einem Angriff der nationalsozialistisch geprägten Ukraine. Und richtig - dieser Unsinn wird tatsächlich von vielen Bürgern auch geglaubt.

Foto: Gesicht der trauernden Mutter

 Die Anzahl der Kriegstoten auf den Stelen entwickelt sich dynamisch:

  • Jahr 2022 - 166
  • Jahr 2023 - 342
  • Jahr 2024 - 485

Kursk 2023

 Im Juli 2024 war eine neue Platte für die Toten aus dem Jahr 2023 dazu gekommen. Für weitere Namen wurde vorgesorgt.

Im Februar dieses Jahres war die zweite Wand noch leer.  Im Mai 2025 wurden jedoch drei weitere Wände errichtet und alle vier wurden gleichzeitig mit Namen gefüllt. Und zur Vorsorge wurden noch zwei weitere Platten ohne Namen aufgestellt - im Hinblick auf die Toten aus dem Jahr 2025.

Kursk Denkmal

Die vier Stelen mit den Namen der 2024 getöteten Soldaten


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