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Mordwinischer Chor -- Foto: Erzianj jurnalist -- Lizenz: CC BY-SA 3.0

In unserer Berichterstattung über die verschiedenen russischen Regionen ist die russische Teilrepublik Mordwinien (oder auch Mordowien) bisher kaum vorgekommen. Die Region liegt im Föderationskreis Wolga, die Hauptstadt Saransk befindet sich rund 640 km südöstlich von Moskau. Namensgeber der Republik sind die Mordwinen, eine finnisch-ungarische Ethnie, die allerdings nur 37 % der Bevölkerung ausmacht. Die Bevölkerungsmehrheit stellen die Russen - die hauptsächlich in den Städten leben.  Allerdings schrumpft die Bevölkerung Mordwiniens stetig - 1970 lebten noch etwa eine Million Menschen dort, heute sind es nur noch 760.000. 

Auffallend ist zudem, dass im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine die Republik Mordwinien kaum in Erscheinung getreten ist. In Sachen Kriegstote befindet sich die Region stetig auf den hinteren Plätzen - gemessen an der Bevölkerung. Die örtliche Presse hat zwar von Beginn des Krieges an die russische Regierung unterstützt und immer eine staatstragende Rolle eingenommen,  die Regierung hat sich aber öffentlich eher passiv verhalten. Allerdings finanziert der Staat auch hier die Rekrutierung von Freiwilligen mit 1,3 Millionen Rubel, Moskau gibt noch 400.000 Rubel dazu (inges. 18.000 €).

Artjum Sdunow ist seit Ende 2020 das Oberhaupt Morwiniens. Er versucht ein positives Bild der Republik zu zeichnen. Die demografische Situation negiert er, heute hätten viele Familien drei bis vier Kinder. Und auch Russlands Krieg gegen die Ukraine hätte auf Mordwinien kaum Einfluss.

"An den militärischen Sonderoperationen sind Menschen aus allen Regionen beteiligt. Das ist ganz natürlich, denn unsere Leute verteidigen das Vaterland. In der Zwischenzeit tun wir unser Möglichstes, um sicherzustellen, dass der soziale und wirtschaftliche Bereich durch diese Situation nicht beeinträchtigt wird", meint er in einem Interview.
"Alle Einrichtungen in der Republik, von den Krankenhäusern bis zu den Theatern und Schulen, funktionieren wie gewohnt, und Straßen werden gebaut. Das Leben geht also weiter, und die Stabilität wird durch diese Situation nicht beeinträchtigt. Die Sanktionen haben den Prozess der Ablösung von Importen beschleunigt, was sich in der Region besonders bemerkbar macht, zum Beispiel bei der Kabelproduktion oder der Pharmaindustrie."

Dass diese Aussagen so nicht stimmen, zeigen wir in unserem Beitrag "Es herrscht Krieg. Wir müssen Geld für die Spezielle Militäroperation bereitstellen", den uns die Redaktion Okno zur Verfügung gestellt hat.

Sdunow unterliegt Sanktionen der Europäischen Union, Kanadas und der USA.


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