Etkol-Sekundarschule Nr. 1 im Bezirk Baimak
Die russische Teilrepublik Baschkortostan hat in absoluten Zahlen die meisten Gefallenen aller russischen Regionen im Krieg gegen die Ukraine - 7.182 Kriegstote zum 30.09.24. Wir haben über den Bezirk Baimak schon mehrfach berichtet, weil er eine Sonderstellung einnimmt. Die Bevölkerung besteht mehrheitlich aus Baschkiren und Anfang 2024 gab es dort die größten Proteste in ganz Russland seit Beginn des Krieges (Baimak Teil I, Teil II und Teil III).
Ein dreiviertel Jahr später hat sich im Bezirk nichts geändert. Jede Woche werden etwa zwei neue Kriegstote gemeldet, die Bevölkerung ist zur Unterstützung der Soldaten aufgerufen, sammelt Geld und Sachspenden. Frauen weben Tarnnetze. Und der Schulunterricht ist durch eine fortschreitende Militarisierung geprägt. Einen guten Überblick dazu gibt die VKontakte-Seite der Kampfbruderschaft Baimak.
Die Angehörigen der gefallenen Soldaten, Schüler und Lehrer vereint
In der Etkol-Sekundarschule Nr. 1 fand die Einweihung von drei „Heldenschreibtischen" statt, eine Aktion der Partei „Einiges Russland", die in beinahe allen Schulen in Russland durchgeführt wird. Die Schreibtische sind illustriert mit Texten und Fotos von im Krieg gegen die Ukraine gefallenen russischen Soldaten, die früher an der jeweiligen Schule den Unterricht besucht hatten. Häufig nimmt an diesen Veranstaltungen auch die jeweilige Schulabteilung der Junarmija (Jugendarmee) teil und bewacht die von der Schule aufgebauten Devotionalien der getöteten Soldaten.
In Baimak sind die Uniformen der Junarmija nicht zu sehen, dafür wurden 15- bis 16-jährige Jugendliche beiderlei Geschlechts mit Tarnfleck und Maschinengewehren ausgestattet.
An jenen Schreibtischen sollen dann die besten Schüler sitzen, die sich nicht nur mit den schulischen Noten ausgezeichnet haben, sondern sich auch als Aktivist bei Sportaktivitäten und miliär-patriotischen Veranstaltungen hervorgetan haben.
Wie wir wissen, sind ein großer Teil der gefallenen Soldaten nicht gerade der Stolz des Bezirkes. Ihre Darstellung wird den Schülerinnen und Schülern verklärt, sie werden zu Helden emporgehoben. Die Schule schreibt zur Veranstaltung:
Die Heldentische sind nicht nur eine Hommage an die Gefallenen, sondern auch eine wichtige Lektion in Mut und Patriotismus für die heutige Generation. Möge der Heldentisch ein Ort werden, an dem jeder Schüler etwas über die Heldentaten unserer Landsleute erfahren, die Verbundenheit zwischen den Generationen spüren und den wahren Wert des Friedens verstehen kann.
In Russland dauert die Grundschule in der Regel vier Jahre, danach kommt die Hauptschule mit fünf Altersklassen. Begabte Schüler können dann noch zwei weitere Schuljahre in der Oberstufe absolvieren, für die anderen beginnt die Berufsausbildung.
In der Oberstufe geht die militärische Unterrichtung der Schüler weiter. In einem Park mit dem treffenden Namen "Patriot" werden im Oktober 2025 insgesamt 78 Schüler militärisch unterrichtet. Die Bezirksverwaltung veröffentlicht dazu::
Eine Woche lang werden sie sich mit Formations- und Taktikausbildung befassen, den Umgang mit Waffen und Erste-Hilfe-Maßnahmen erlernen, sich mit militärischer Topografie und den Grundlagen des Strahlen-, Chemie- und Biologieschutzes vertraut machen und ihre ersten Fallschirmsprünge absolvieren.
Wir wünschen den Jugendlichen, dass sie alle Aufgaben würdig bewältigen, wertvolle Erfahrungen und Kenntnisse sammeln und sich von ihrer besten Seite zeigen können! Viel Glück!
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