Erfasste russische Kriegstote:

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Leichen Pflastern den Feldweg II

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Geschrieben von OskarMaria
Veröffentlicht: 23. Oktober 2025

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Inhaltsverzeichnis

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KriegsGalerie

Wie veruntreut man Forschungsgelder? Dimitri hat es vorgemacht. Man beantragt Fördermittel beim Staat und gibt die gewährten Mittel selbst aus. Als Ergebnis reicht man dann die Arbeiten anderer Wissenschaftler ein, die man vorher einfach umgeschrieben hat. Beteiligt waren an diesem Betrug der Rektor der Polytechnischen Universität Omsk, Dmitri Pawlowitsch Maewski, die ehemalige Professorin für Außenbeziehungen und Jugendpolitik, Alexandra Kosulina, und der Professor Wladislaw Ratscheki. Im Oktober 2024 wurden alle drei zu Bewährungs- und zusätzlichen Geldstrafen verurteilt, zudem mussten sie Schadensersatz leisten.
Der jetzt ehemalige Rektor Dimitri Maewski, geboren am 03.09.1974, wollte sich mit der Tötung von Ukrainern refinanzieren und zog in den Krieg. Am 16.10.2025 wurde er selbst getötet.

Wer wir sind...

OskarMaria

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.

Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.


Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schrift­steller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücher­verbren­nungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927. 

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Kurznachrichten & Personalien

Was nicht passt, wird passend gemacht

Das WZIOM ist ein staatliches Meinungsforschungsinstitut in Russland, das größte seiner Art im Land. Es veröffentlicht regelmäßig Untersuchungen über die Beliebtheitswerte des Präsidenten, der russischen Regierung und der Stimmung im Land. Im April 26 berichtete das Institut, dass die Zustimmungswerte zur Amtsführung des Präsidenten auf 65,6% gefallen wäre. Dem Ministerpräsidenten und seine Regierung bescheinigte das Institut  Zustimmungswerte von 44,3%, bzw. 39,7%. Für eine deutsche Regierung wären das beruhigende Werte, im autoritären Staat Russland geht so etwas nicht.
Im Mai 2026 änderte WZIOM dann die Methodik - und siehe da, die Werte für Putin wurden besser. Zitat: 

Laut den Ergebnissen einer gemeinsamen Umfrage unter Russen lag die Zustimmungsrate für die Leistung des Präsidenten im Zeitraum vom 4. Mai bis 10. Mai 2026 bei 66,8 %. Die positive Bewertung der Arbeit des Premierministers und der russischen Regierung in der vergangenen Woche betrug 42,2 % bzw. 38,9 %.

Damit kann Präsident Putin ganz gut leben und alle aktuellen politischen Probleme an seine Regierung adressieren.
Damit alles passt, hat WZIOM diesmal seine Methodik verändert. Statt einer reinen Telefonbefragung der Bürger, ist man jetzt zusätzlich von Haustüre zu Haustüre gegangen und hat die Menschen direkt angesprochen.
Frage an unsere Leser: Würden Sie in einem autoritären Staat eine ehrliche Antwort geben, wenn ein Unbekannter vor ihrer Tür steht und Sie nach Ihrer Meinung zum Präsidenten befragt? Auch wenn der Frager versichern würde, alles bliebe anonym?

Ohne viele Worte - Rawschan Schirinowitsch

  • Nachricht: 03.04.2026
  • Name: Rawschan Schirinowitsch Misirchanow
  • Geboren:  23. Juni 1970 in Pachtakor, Usbekistan
  • Wohnort:  Dorf Iwolginsk - am heiligen Berg Bajan-Togod
  • Region: Burjatien
  • Ausbildung:  Fahrermechaniker
  • Beruf:   Unbekannt
  • Familie: Verheiratet, einen Sohn
  • Militärvertrag:  2025
  • Getötet: 20.03.2025
  • Nachruf: Die Erinnerung an Rawschan Schirinowitsch – seine Güte, seine Pflichterfüllung und sein wahrer Mut – wird für immer in den Herzen seiner Familie, seiner Angehörigen, seiner Freunde und seiner Mitbürger weiterleben.

Ohne viele Worte - Wladimir Nikolajewitsch

  • Nachricht: 01.04.2026
  • Name: Wladimir Nikolajewitsch Prokopiew
  • Geboren:  9. Juni 1985
  • Wohnort:  Kleinstadt Babuschkin, rund 4.200 Einwohner
  • Region: Burjatien
  • Ausbildung:  Freileitungselektriker
  • Beruf:   Schichtdienst
  • Familie: Geschieden, zwei Töchter
  • Militärvertrag:  26. Juli 2025
  • Getötet: 1. September 2025
  • Nachruf:   Er nahm an den schwersten Kämpfen teil und blieb seiner militärischen Pflicht bis zum Schluss treu.

Ohne viele Worte - Maxim Anatoljewitsch

  • Nachricht: 02.04.2026
  • Name: Maxim Anatoljewitsch Wakarin
  • Geboren: 17. April 1997
  • Wohnort:  Dorf Nowij Zagan
  • Region: Burjatien
  • Ausbildung:  Schulabschluss
  • Beruf:   Fahrer & Mechaniker
  • Familie: Verheiratet, zwei Töchter
  • Militärvertrag:  Februar 2026
  • Getötet: 18. März  2026
  • Nachruf:  Sein Name wird in die Geschichte unseres Kreises eingehen als der eines wahren Helden, der sein Leben für eine friedliche Zukunft gab. Ewiges Andenken und Ehre dem Helden!

Ohne viele Worte - Alexej Alexandrowitsch

  • Nachricht: 31.03.2026
  • Name: Alexej Alexandrowitsch Sachwatow
  • Geboren: 4. August 1985
  • Wohnort:  Dorf Romanowka & Ulan-Ude
  • Region: Burjatien
  • Ausbildung:  Schulabschluss
  • Beruf:   Arbeiter bei Prospektionsgenossenschaften
  • Familie: Unverheiratet
  • Militärvertrag:  18. Juni 2025
  • Getötet: 18. Juli 2025
  • Nachruf:  Alexey war ein gütiger und mitfühlender Mann, der Kinder über alles liebte. Er hinterlässt zwei Brüder und Neffen.

Ohne viele Worte - Zorikto Gombojewitsch

  • Nachricht: 31.03.2026
  • Name: Zorikto Gombojewitsch Tsybekschapow (Schugdurow)
  • Geboren: 14. Januar 1975
  • Wohnort:  Aginsky Burjat Okrug (Bezirk, Wohnort nicht auffindbar)
  • Region: Transbaikalien
  • Ausbildung:  Traktorfahrer
  • Beruf:   Arbeiter auf Kolchose
  • Familie: Unbekannt
  • Militärvertrag:  Juli 2025
  • Getötet: 4. September 2025

Ohne viele Worte - Ilja Dugarjapowitsch

  • Nachricht: 31.03.2026
  • Name: Ilja Dugarjapowitsch Mischitdorschiew
  • Geboren: 9. Juli 1975
  • Wohnort:  Dorf Urda-Aga, etwa 800 Bewohner
  • Region: Transbaikalien
  • Ausbildung:  Schulabschluss
  • Beruf:   Mechaniker, Viehhirte
  • Familie: Unbekannt
  • Militärvertrag:  1. September 2025
  • Getötet: 15. Oktober 2025

Das Volk & der russische Präsident

Jeder deutsche Bundeskanzler wäre glücklich und froh, wenn er die Zustimmungswerte des russischen Präsidenten auch nur annähernd erreichen könnte. Die lagen seit Beginn des Angriffskrieges stabil bei über 80% in der russischen Bevölkerung.
Doch Unruhe kommt auf, das einzig verbliebene, unabhängige russische Meinungsforschungsinstitut, das Lewada-Zentrum, berichtet von ihrer letzten Umfrage vom 30.04.26:

Die Zustimmungswerte für Wladimir Putin als Präsident lagen im April 2026 bei 79 Prozent und sind in den vergangenen sechs Monaten kontinuierlich gesunken – um 8 Prozentpunkte seit September 2025. 16 Prozent der Befragten missbilligen die Amtsführung des Präsidenten (ein Anstieg um 5 Prozentpunkte seit September 2025). Dies ist das erste Mal seit Herbst 2022, dass dieser Wert unter 80 Prozent gefallen ist.

Tag des Sieges

Am 9. Mai feierte ganz Russland den Tag des Sieges über Nazideutschland. Aus Sicherheitsgründen wurden landesweit die Massenveranstaltungen mit Militärparaden und schwerem Gerät abgesagt. Doch kleinere Paraden fanden statt, häufig mit Bezug auf den Krieg gegen die Ukraine.

  • In Tschita, der Hauptstadt Transbaikaliens, paradierten auch Witwen von in der Ukraine gefallenen Soldaten (Video).
  • Auf der Krim büxten die Insassen einer Rehabilitationsklinik aus und veranstalteten einen Siegeszug (Video).
  • Und natürlich gab es auch einen Zug eines Kindergartens (Video).

Ohne viele Worte - Alexander Nikolajewitsch

  • Nachricht: 24.03.2026
  • Name: Alexander Nikolajewitsch Liljenko
  • Geboren: 17. Dezember 1971
  • Wohnort:  Stadt Baikalsk
  • Region: Irkutsk
  • Ausbildung:  Elektroschweißer
  • Beruf:   Arbeiter im Baugewerbe
  • Familie: Ja
  • Militärvertrag:  Mai 2025
  • Getötet: 5. Juli 2025
  • Anmerkung:  Lebte bis zu seinem 18. Lebensjahr in einem Waisenhaus der Stadt Portwin, Oblast Moskau.

Valentin aus Moskau

„Gesucht wird Valentin Michailowitsch Kulikow, geboren am 22.03.2007. Militäreinheit 75281. Er ging am 09.06.2025 in Redkodub auf Patrouille. Ab dem 11.06.2025 wurde er vermisst. Von der Einheit wurde berichtet, dass die Gruppe unter einen Mörserbeschuss geraten sei und die Soldaten sich zur Erhaltung der Truppe zerstreut hätten. Seine Mutter sucht nach ihm. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder er ist gefangen oder er liegt in einem Buschversteck. Dort herrscht eine Temperatur von 40 Grad.“ Telegram vom 11.08.25 (Kopie).
Inzwischen wissen wir aus dem russischen Erbschaftsregister, dass Valentin am 11. Juni 2025 getötet wurde. Ein Foto und weitere Informationen haben wir nicht gefunden.
Was wir aber sicher wissen: Valentin wurde am 22.03.2025 18 Jahre alt. Erst danach konnte er einen Vertrag mit dem russischen Militär abschließen. Und militärische Vorkenntnisse hatte er auch nicht. 81 Tage oder nicht ganz drei Monate nach seinem 18. Geburtstag wurde Valentin an der Front verheizt.

Ohne viele Worte - Wladimir Wdowitschenko

  • Nachricht: 24.03.2026
  • Name: Wladimir Wdowitschenko
  • Geboren: 32 Jahre
  • Wohnort:  Stadt Potschep
  • Region: Brjansk
  • Ausbildung:  Unbekannt
  • Beruf:   Unbekannt
  • Familie: Unbekannt
  • Militärvertrag:  Januar 2026
  • Getötet: Unbekannt
  • Todesnachricht:  24.03.2026

Ohne viele Worte - Witali Nikolajewitsch

  • Nachricht: 24.03.2026
  • Name: Witali Nikolajewitsch Memjatow
  • Geboren: 23.10.1989
  • Wohnort:  Stadt Wjasniki
  • Region: Wladimir
  • Ausbildung:  Unbekannt
  • Beruf:   Unbekannt
  • Familie: Unbekannt
  • Militärvertrag:  Dezember 2025
  • Getötet: 05. März 2026
  • Beisetzung:  Unbekannt

Ohne viele Worte - Michail Wassiljewitsch

  • Nachricht: 27.03.2026
  • Name: Michail Wassiljewitsch Popow
  • Geboren: 21. November 1988
  • Wohnort:  Dorf Bargusin, rund 5.000 Bewohner
  • Region: Burjatien
  • Ausbildung:  Ausbildung zum Schweißer
  • Beruf:   Gelegenheitsarbeiter
  • Familie: Unbekannt
  • Militärvertrag:  Oktober 2025
  • Getötet: 12. Dezember 2025
  • Beisetzung:  Unbekannt

Tag der indigenen Völker


Am 30. April begeht Russland zum ersten Mal den Tag der indigenen Völker. Vor Vertretern verschiedener Ethnien erklärt Wladimir Putin:
In der Russischen Föderation leben 47 indigene Völker. Jedes von ihnen ist ein integraler Bestandteil des Landes und seiner unverwechselbaren Vielfalt und trägt zudem einzigartige Bräuche, kulturelle Codes und nationale Eigenheiten. Jede ethnische Gruppe innerhalb der brüderlichen Völkerfamilie Russlands stellt das gemeinsame Erbe des Landes dar. Dessen Erhaltung, Wachstum und Wohlergehen bedeuten unmittelbar die Erhaltung und das Wachstum des gesamten multinationalen Volkes Russlands.

Dicke Luft in Perm

Perm - das ist die östlichste Millionenstadt in Europa und Hauptstadt der gleichlautenden Oblast. Ukrainische Langstreckendrohnen haben in der Nacht zum 29. April 2026 Rohöl verarbeitende Anlagen in der Stadt in Brand gesetzt. Eine riesige schwarze Rauchsäule steigt seither zum Himmel.
Der Gouverneur der Region, Dimitri Machonin, gibt Entwarnung: „Die Schadstoffwerte liegen im Normbereich und stellen keine Gefahr für die Einwohner von Perm dar.“ Im Bericht des Internetmediums 59.RU geht es in den Kommentaren hoch her. Einige Beispiele:

  • Du hast nicht ganz unrecht. Für Reptiloide gilt: Je mehr Umweltverschmutzung, desto leichter lässt es sich atmen. Du weißt schon, vulkanische Emissionen, Ruß von Bränden und anderes CO2.
  • Bin ich der Einzige, der sich sofort daran erinnert, wie nach der Reaktorexplosion in Tschernobyl ebenfalls berichtet wurde, dass alles in Ordnung und unter Kontrolle sei, und wie die Behörden am Ende selbst ihren eigenen Lügen glaubten und die Stadt Slawutytsch auf dem am stärksten radioaktiven Gelände errichteten?
  • Ja, genau. Selbst wenn die Leute in den Himmel schauen und die Rauchsäule brennenden Öls sehen, beharren sie immer noch darauf, dass „alles wunderbar“ sei. Jetzt kann man sich leicht vorstellen, wie groß ihre „Wahrheit“ in Bezug auf das ist, was wir nicht sehen können! All diese Siege, Erfolge und rosigen Zukunftsaussichten, verdammt.
  • Schau nicht nach oben. Das sind Wolken, kein Rauch. Und atme nicht ein. Dann besteht keine Gefahr.

Ohne viele Worte - Alexej Leonidowitsch

  • Nachricht: 18.03.2026
  • Name: Alexej Leonidowitsch Schaidorow
  • Geboren: 14. November 1992
  • Wohnort:  Dorf Bykowo, 230 Bewohner (2010)
  • Region: Burjatien
  • Ausbildung:  Schulabschluss
  • Beruf:   Arbeiter im Schichtdienst
  • Familie: Verheiratet, Kind/er
  • Militärvertrag:  05. Oktober 2025
  • Getötet: 23. Dezember 2025
  • Beisetzung: 18. März 2026

Ohne viele Worte - Wjatscheslaw Alexandrowitsch

  • Nachricht: 19.03.2026
  • Name: Wjatscheslaw Alexandrowitsch Stepanow
  • Geboren: 19. Oktober 1986
  • Wohnort:  Kleinstadt Sakamensk, etwa 10.500 Bewohner
  • Region: Transbaikalien
  • Ausbildung:  Ausbildung an der Russischen Staatlichen Sozialuniversität Krasnojarsk
  • Beruf:   Arbeiter in einer Firma Goldgewinnungsfirma
  • Familie: Tochter
  • Militärvertrag:  Juli 2025
  • Getötet: 23. September 2025
  • Beisetzung: 21. März 2026
  • Nachruf:  In der Erinnerung seiner Familie und seiner engsten Freunde wird Wjatscheslaw für immer ein gütiger, mitfühlender und positiver Mensch, ein loyaler und zuverlässiger Kamerad, ein geliebter Sohn und Bruder und ein sehr liebevoller Vater bleiben.

Ohne viele Worte - Oleg Jurjewitsch

Oleg Jurjewitsch Kasantsew, 39 Jahre alt

Status: Verstorben
Geburtsdatum: 12.07.1986
Todesdatum: 20.08.2025 (Beerdigung: 2026)
Geburtsort: Siedlung Aichalsky, Bezirk Mirny
Todesort: Siedlung Poddubnoe, Bezirk Velikonowoselsky, Region Donezk
Dienstart: Vertragsdienst seit Juli 2025
Friedlicher Beruf: Arbeitet im Aichalsky Bergbau- und Aufbereitungskombinat

Originalmeldung Telegramkanal „Die Toten aus der Republik Sacha (Jakutien)“ vom 19.03.26

Jedes Wort per Definition eine Lüge

Am 17. April wurde der Vater des 43-jährigen christlichen Bloggers  Vegan Christoljub Boschij (Foto links bei einer Anti-Kriegsdemonstration) informiert, dass er die Leiche seines Sohnes aus einer Strafkolonie in der Oblast Woronesch abholen könne. Sein Sohn hätte sich in seiner Zelle erhängt. Seine Familie hält einen Selbstmord für unwahrscheinlich:  „Seinen religiösen Überzeugungen zufolge ist das eine Sünde“, sagten sie.
Vegan, der bürgerlich mal Dimitrij Kusnetzow hieß, war bekennender Christ, Kriegsgegner und Veganer. Er hatte sich in YouTube-Videos kritisch zur Rolle der Sowjetunion im 2. Weltkrieg geäußert und meinte zudem, dass der Islam nicht als Religion der Gewaltlosigkeit betrachtet werden sollte. Dafür bekam Vegan drei Jahre Haft in einer Strafkolonie.
Vegan war allerdings alles andere als ein weltabgewandter christlicher Fundamentalist, wie auch seine Einschätzung des russischen Präsidenten zeigt:
„Seit 25 Jahren regiert das Land ein verrückter, alter Geheimdienstler, der längst kein heimlicher, sondern ein offenkundiger Menschenfresser geworden ist, dessen jedes Wort per Definition eine Lüge ist. Polen hat Hitler 1939 dazu gezwungen, es anzugreifen.... Wir bedrohen niemanden, wir brauchen keine fremden Länder, Wehrpflichtige kämpfen nicht (im Krieg gegen die Ukraine, Red.), es wird keine Mobilmachung geben, ‚sie sind nicht da‘. Wir brauchen die Krim nicht, ich werde das Rentenalter nicht anheben, sie ist untergegangen (Flaggschiff Moskwa, Red.), ich werde die Verfassung nicht ändern, ich werde nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren, ich werde mich nicht an der Macht festklammern und so weiter, man könnte die Liste noch sehr lange fortsetzen. Nur in einer Sache hat er nicht gelogen, nämlich als er sagte, ich zitiere RIA Novosti vom 12. 2. 2004: „Wenn man sieben Jahre lang so als Präsident arbeitet, kann man den Verstand verlieren.“

Ohne viele Worte - Valeri Nikolajewitsch

  • Nachricht: 12.03.2026
  • Name: Valeri Nikolajewitsch Dorochow
  • Geboren: 07. Mai 2002
  • Wohnort:  Dorf Tschelutai, etwa 700 Bewohner
  • Region: Transbaikalien
  • Ausbildung:  Schulabschluss
  • Beruf:   Heizer einer Schule, Tankwart
  • Familie: Unbekannt
  • Militärvertrag:  17. Juni 2025
  • Getötet: 20. Juli 2025
  • Beisetzung: Unbekannt
  • Nachruf:  Das Andenken an diesen Verteidiger des Vaterlandes, der seine militärische und staatsbürgerliche Pflicht mit Ehre und Mut erfüllte, wird für immer in unseren Herzen weiterleben.

Ohne viele Worte - Roman Sergejewitsch

  • Nachricht: 13.03.2026
  • Name: Roman Sergejewitsch Golubew
  • Geboren: 18. Mai 1998
  • Wohnort:  Dorf Zyrjansk, etwa 650 Bewohner (Jahr 2010)
  • Region: Burjatien
  • Ausbildung:  Technischen Schule für Bauwesen und Stadtentwicklung
  • Beruf:   Hochhausmonteur in Moskau
  • Familie: Tochter
  • Militärvertrag:  Januar 2025
  • Getötet: 20. Februar 2025
  • Beisetzung: 11.03.2026
  • Anmerkung:  Dem Nachruf kann man entnehmen, dass Sergejs Ehe gescheitert ist. Dies dürfte einer der Gründe für seine Vertragsunterzeichnung beim Militär sein, die ihm einen schnellen Tod bescherte.

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