Update 7.11.25: Ergänzt durch Angaben des britischen Geheimdienstes
Mit 10.663 erfassten russischen Kriegstoten im Monat Oktober 2025 haben wir die bisher höchste Zahl seit Beginn des russischen Angriffskrieges erreicht. Die Zahl setzt sich aus drei unterschiedlichen Quellen zusammen: Die weiter gleichbleibend hohen russischen Verluste an der Front, im Mai 2025 nicht erfasste Meldungen auf VKontakte und der Nacharbeitung der vielen russischen vermissten Soldaten an der Front.
Zum letzten Punkt, den vermissten Soldaten, wurden - nicht von uns - Abfragen im russischen Erbschaftsregister vorgenommen. Bei einem Treffer haben wir den Kriegstoten in unsere Statistik aufgenommen (Beispiel, übersetzt).
| Erfasste Kriegstote im Jahr 2025 |
|
| Januar | 5.360 |
| Februar | 5.578 |
| März | 5.018 |
| April | 3.894 |
| Mai | 3.245 |
| Juni | 4.592 |
| Juli | 7.084 |
| August | 7.224 |
| September | 8.626 |
| Oktober | 10.663 |
| Summe 2025 | 61.284 |
| Durchschnitt Monat | 6.809 |
Das russische Erbschaftsregister bestätigt den Tod eines Menschen und danach eventuelle Erbansprüche von Verwandten. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Leiche jenes vermissten Soldaten aufgefunden wurde oder ob der Mann gerichtlich für Tod erklärt wurde.
Bis Ende August meldete die russische Initiative „Ich will leben" auf Basis eines russischen Dokuments rund 34.000 vermisste russische Soldaten. Das können natürlich gefangen genommene Soldaten sein, von denen die Militärführung nichts wusste, dazu die Deserteure, die sich abgesetzt haben, aber die überwiegende Anzahl jener vermissten Soldaten liegt tot irgendwo im Niemandsland zwischen den Fronten.
Für den russischen Staatshaushalt ist jene Einstufung als vermisst von Vorteil, denn so lange der Tod nicht festgestellt ist, erhalten die Angehörigen nicht die hohe Abfindung.
Es ist folglich nicht zu erwarten, dass die hohen Verlustzahlen in der Zukunft wesentlich zurück gehen werden. So lange das Erbschaftsregister öffentlich zugänglich ist, werden wir auch diese Kriegstoten erfassen können.
| Ermittelte Kriegstote |
Geschätzte Gesamtzahl |
Geschätzte Verletzte |
Gesamt- verluste |
|
| Unsere Statistik (31.10.25) |
153.112 | 255.000 60% erfasst |
805.000 siehe Erläuterung |
1.060.000 |
| Britischer Geheimdienst (04.11.2025, übersetzt) |
1.140.000 | |||
| Mediazone (24.10.2025) Bildschirmkopie |
140.101 | keine Angaben | keine Angaben | keine Angaben |
| BBC (31.10.25) | 143.087 | 220.000 bis 318.000 45%-65% erfasst |
keine Angaben | keine Angaben |
Bei den verwundeten Soldaten sind wir bisher folgender Feststellung gefolgt:
Nach Beobachtungen des US Center for Naval Analysis kommen auf jeden russischen Soldaten, der während des Krieges in der Ukraine getötet wurde, im Durchschnitt etwa dreieinhalb Verwundete. Die von uns so ermittelten Abschätzungen deckten sich in fast allen Fällen grob mit den Veröffentlichungen staatlicher Stellen aus Großbritannien und den USA.
Auf Grund der veränderten Angriffstaktik der russischen Armee müssen wir unsere Abschätzungen anpassen. Es werden keine größeren Einheiten mehr in die Angriffe geschickt, sondern das Militär versucht, mit vielen einzelnen Soldaten oder Kleingruppen die ukrainische Abwehr zu infiltrieren. Die ukrainische Initiative "Ich will leben" schreibt dazu:
Aufgrund des Fehlens eines normalen Systems zur Evakuierung von Verwundeten vom Schlachtfeld kommen auf einen Gefallenen nur 1,3 verwundete Soldaten. Dies zeugt von einer geringen Überlebensrate der Verwundeten, die nur unzureichend in taktischer Medizin ausgebildet sind und nach einer Verwundung in der Regel ohne Hilfe zurückgelassen werden.
Da wir die Situation an der Front nur mit großer Verzögerung bei der Erhebung der Kriegstoten feststellen können, haben wir unsere Statistik erst ab Juli den neuen Gegebenheiten angepasst. Wir berechnen folglich ab Juli 2025 auf einen Gefallenen, 1,5 verwundete Soldaten.
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