Stanislaw Der Spanier Orlow

Es ist eine Konstante seit Beginn der russischen Besetzung des Donbass, dass die Personen, die sich ins Rampenlicht geschoben haben und bei der Donbass-Soldateska beliebt waren, irgend wann einmal verschwinden. Entweder sie gehen freiwillig oder sie werden auf die eine oder andere Art liquidiert. Wir haben das in unserem Beitrag „Der schnelle Tod der Separatistenführer des Donbass“ bereits detailliert geschildert.

Nach dem Chef der Gruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, wurde aktuell auch der Gründer der rechtsradikalen Fußball-Hooligan-Einheit „Hispaniola“, Stanislaw Orlow, von staatlichen Akteuren ausgeschaltet.

Nach Auflösung der Hooligan-Einheit „Hispaniola“ hatte sich Orlow zusammen mit einigen Mistreitern in eine teilweise aufgekaufte Datscha-Siedlung am Rande von Sewastopol auf der Krim zurückgezogen. 

Am 4. Dezember stürmten bewaffnete und maskierte Männer mit automatischen Waffen das Haus von Orlow. Es fielen Schüsse, nach Angaben von Nachbarn soll Orlow selbst nicht (zurück-)geschossen haben. Mit sehr viel Verspätung kam dann auch ein Krankenwagen ohne Sirene und Blauchlicht und nahm die Leiche mit.

Orlow wurde illegaler Waffenhandel vorgeworfen. Am 22. Dezember 25 fand eine Trauerfeier für ihn in einer Moskauer Kirche statt. 

Ein Propagandist der Komsomolskaja Prawda, der „Hispaniola“ und dem Nazi-Gedankengut zumindest nahe steht, formulierte den Tod von Orlow so:

„Ich verstehe, dass kluge und initiative Menschen nicht gebraucht werden, sondern loyale. Und loyale, kluge und initiative Menschen werden auch nicht gebraucht. In dieser Dreierkombination, weil die letzten beiden Elemente überflüssig sind. Es werden auch keine auffälligen Menschen mit einer Geschichte, einer eigenen Meinung und einem charismatischen Anführer gebraucht, der seine Leute nicht im Stich lässt.“


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