Vorbemerkung: Die folgenden Statistiken basieren auf unserer elektronischen Erfassung der russischen Kriegstoten. Erst bis zum 20.12.25 haben wir bisher die Daten kontrolliert und vervollständigt, der Rest steht noch aus. Es sind allerdings keine großen Korrekturen zu erwarten. In der Regel fischen wir wenige doppelt erfasste Namen heraus, aber es kommen auch neue dazu.

Das Volk will den Sieg

In einem Monat und einer Woche geht Russlands Angriffskrieg ins fünfte Jahr und weiter ist kein Ende in Sicht. Doch Präsident Putin hat seiner Bevölkerung große Versprechungen gemacht. Er will Kleinrussland zurück ins russische Staatsgebiet holen.

Kleinrussland ist ein historischer Begriff, der ungefähr das heutige Staatsgebiet der Ukraine umfasst. Aus Sicht vieler Russen sind die Ukrainer nichts anderes als Kleinrussen - also eine Unterform des Russentums. So wie etwa die Schwaben oder Sachsen sich als Teil der deutschen Gesellschaft definieren. 

Der Krieg hat inzwischen weit mehr als eine Million russische Opfer gefordert, die ökonomischen Reserven des Landes sind beinahe aufgebraucht und aktuell steht die Ökonomie Russlands recht nah am Abgrund. Deshalb erwartet die russische Bevölkerung ob der hohen Opfer, dass Regierung und Militär irgendwann dem Volk einen Sieg präsentieren können. Das macht die Friedensverhandlungen mit Russland schwierig.

Täglich lesen wir immer wieder die gleichen Todesmeldungen in den russischen sozialen Medien - mit folgendem Tenor:

„Heute ist wieder ein Mitbürger gestorben. Er kämpfte in der SWO (russische Abkürzung für spezielle Militäroperation) für die Interessen Russlands und den friedlichen Himmel über unseren Köpfen. Aber dieser Kampf kostet auch Verluste. So wünschen wir uns, dass unsere Soldaten bald mit einem Sieg nach Hause kommen.“

Dieses imperiale Denken ist tief in der Bevölkerung verwurzelt und wird selbst von Kritikern der Regierung Putins geteilt. Will man folglich eine Ende des Krieges herbeiführen, müsste eine Einigung gefunden werden, die Wladimir Putin zuhause als Sieg verkaufen kann. 

Es ist deshalb kaum vorstellbar, dass die aktuellen Verhandlungen zwischen Europa und den USA und danach zwischen USA und Russland aktuell zu einem Ergebnis führen werden. Der Krieg geht ins fünfte Jahr - mit gleichbleibend hohen menschlichen Verlusten.

Unsere Statistik zum 15.01.2026

Auf Grund der veränderten Angriffstaktik der russischen Armee haben wir unsere Abschätzungen angepasst. Es werden keine größeren Einheiten mehr in die Angriffe geschickt, sondern das Militär versucht, mit vielen einzelnen Soldaten oder Kleingruppen die ukrainische Abwehr zu infiltrieren. Da wir die Situation an der Front nur mit großer Verzögerung bei der Erhebung der Kriegstoten feststellen können, haben wir unsere Statistik ab Juli 2025 den neuen Gegebenheiten angepasst. Wir berechnen folglich ab Juli 2025 auf einen Gefallenen, 1,5 verwundete Soldaten.

Dies erklärt auch, warum der britische Geheimdienst für das Jahr 2025 etwas geringere Opferzahlen ausweist als für das Jahr 2024. Die Anzahl der getöteten Soldaten ist im Jahr 2025 weiter angestiegen, die Zahl der Verletzten auf Grund der veränderten Angriffstaktik der russischen Truppen ist geringer geworden. Wenn ein russischer Soldat bei einem Angriff erheblich verletzt wird, bedeutet es den sicheren Tod, da eine rechtzeitige Evakuierung meist unmöglich ist.

  Ermittelte
Kriegstote
Geschätzte
Gesamtzahl
Geschätzte
Verletzte
Gesamt-
verluste
Unsere Statistik
(15.01.2026)
177.297 295.000
60% erfasst
865.000

1.160.000
MediaZona/BBC (16.01.26)
Screenshot
163.606 keine Angaben keine Angaben  keine Angaben 
Britischer Geheimdienst (14.01.2026)
Deutsche Übersetzung
Jahr 2024 -- 430.000 Opfer (Gefallene & Verwundete)
Jahr 2025 -- 415.000 Opfer 
1.213.000

Berechnung der Verletzten zum 15.01.25

  Tote Geschätzt Verwundet  Summe
Stand 30.06.25 126.599 210.998 738.494
Stand 15.01.26 177.297 295.495  
Zuwachs 50.698 84.497*1,5 = 126.746  
      865.240 1.160.735

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