Sergei Ruslanowitsch Lodygin

Eigentlich handelt es sich um zwei Geschichten, über die wir hier schreiben wollen. Die Erste handelt von Sohn & Vater und ist recht kurz. Die Zweite handelt von dem Dorf Jugydjag in der russischen Teilrepublik Komi, das Teil des sowjetischen Gulag-Systems war und in das Russlanddeutsche verbannt wurden.

Sergei Ruslanowitsch Lodygin unterschrieb im Oktober 2023 einen Zeitvertrag mit dem russischen Militär und wurde am 23.03.2025 getötet. Also meldete sich sein Vater, Ruslan Anatoljewitsch Lodygin, freiwillig und unterschrieb noch im März 2025 den Vertrag. Ruslan wurde 31.12.2025 in der Region Belgorod getötet. Gemeinsam wurden beide am 10. Januar 2026 im Dorf Jugydjag bestattet.

Und jetzt zur zweiten Geschichte:

Das Dorf  Jugydjag bekam seinen Namen aus der Sprache der Komi und bedeutet „heller Kiefernwald“. Das Dorf hat im Moment etwa 1.400 Bewohner, Tendenz abnehmend. Seine Geschichte ist mit dem sowjetischen Gulag-System und den deportierten Russlanddeutschen verknüpft. 

Wir zitieren die russische Wikipedia:

Als die Siedler in den 1940er Jahren in der Sondersiedlung ankamen, bot sich ihnen folgendes Bild: ein Gelände, umgeben von tief in den Boden gerammten Baumstämmen (heute die Hauptstraße und zwei parallel verlaufende Straßen der Siedlung). Auch ein Brunnen, der vom Lagerpersonal genutzt wurde, ist noch heute erhalten. Damals hieß er „Zarenbrunnen“. Ab 1941 wurde die Siedlung hauptsächlich von Sowjetdeutschen bewohnt. Es gab sogar eine Schule, eine Baracke mit vier Räumen. Drei Räume dienten den Siedlern als Unterkunft, der vierte Raum beherbergte die Grundschule. 1948 waren fünf von sieben Schülern Deutsche. 1943 erhielten die Kinder der Siedler, die zur Schule gingen, Pässe, 1944 folgten ihre Familienangehörigen. Das Verlassen der Siedlung war jedoch weiterhin ohne Sondergenehmigung verboten. 1948 begann der Bau einer Schmalspurbahn, die in den 1990er Jahren abgebaut wurde. 1956 erhielten die Neuankömmlinge Pässe. Die Deutschen erhielten als Letzte Pässe.

Derzeit beziehen 25 Personen im Dorf Jugydjag eine Rehabilitationsrente, darunter neun Deutsche. Insgesamt sind 17 Nationalitäten vertreten.

Luftbildaufnahmen der Siedlung Jugydjag:



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