Im Schaubild haben wir die Erfassung der russischen Kriegstoten als Balkendiagramm dargestellt. Bitte beachtet, dass die monatlich erfassten gefallenen Soldaten nichts über die aktuelle Situation auf dem Schlachtfeld aussagen. Die Meldungen treffen häufig stark verspätet bei uns ein. Einer der Gründe dafür ist, dass die Toten eine lange Zeit irgendwo an der Front liegen und nicht geborgen werden können.
Im Zuge der aktuellen Kampfhandlungen - nämlich dass einzelne Soldaten oder kleine Gruppen losgeschickt werden, um die ukrainischen Stellungen zu infiltrieren, hat sich die Zeitdauer zwischen Tod und Veröffentlichung oder Beisetzung weiter vergrößert.
Trotzdem zeigt auch dieses Schaubild sehr deutlich, dass Russland immer mehr Soldaten für meist nur geringe Geländegewinne bereit ist zu opfern.
Inzwischen gibt es auch Anzeichen dafür, dass es Russland nicht immer gelingt, jene 35.000 Mann neu zu rekrutieren, die im Monat zuvor an der Front verwundet oder getötet wurden. Das russische Exilmedium Verstka berichtet aus Moskau, dass im Dezember 2025 nur noch 879 Personen einen Zeitvertrag mit dem Militär abgeschlossen hatten. Im September 2025 waren es noch knapp 7.000.
Ohne Moos nix los
Die überwiegende Zahl der Freiwilligen, die das russische Militär rekrutiert, macht das aus finanziellen Gründen. Die Männer reisen dann in die Region Russlands, die die höchsten Prämien zum Vertragsbeginn bezahlt. Doch fast alle Regionen leiden unter einem beachtlichen Haushaltsdefizit, so dass sie sich hohe Prämien eigentlich nicht leisten können.
So wechseln die Antrittsprämien in den Regionen ständig. Und egal wie leer die Kassen sind, wenn eine Region nicht genügend Freiwillige stellen kann, wird die Antrittsprämie wieder erhöht - meist zu Lasten des Sozial- und Bildungsetats.
Unsere folgenden Zahlen zeigen die elektronisch erfassten Kriegstoten, die wir allerdings noch nicht ausgewertet haben. Wir erhalten so die Namen und die Links auf die entsprechenden Veröffentlichungen. Wir kontrollieren diese und tragen die Region, das Alter und wenn vorhanden auch den Todestag in unsere Datenbank ein. Bei einigen Regionen versuchen wir auch konsequent zu ermitteln, ob der getötete Soldat als Freiwilliger, Mobilisierter oder als Berufssoldat in den Krieg gezogen ist. Zudem tragen wir bei Offizieren noch den militärischen Rang ein.
Bei der Kontrolle werden auch Fehler und Doppelnennungen ausgeschlossen. Meist gibt es nur marginale Änderungen an diesen Zahlen.
Ebenfalls werden im Moment auch Listen der staatlichen Initiative „Ich will leben“ ausgewertet, die die Todeszahlen von zahlreichen russischen Einheiten zugespielt bekam. Die Fälle liegen häufig weiter zurück, so dass auch viele Kriegstote aus dem Jahr 2024 und davor neu registriert werden.
Unsere aktuell erfassten Zahlen:
| Ermittelte Kriegstote |
Geschätzte Gesamtzahl |
Geschätzte Verletzte |
Gesamt- verluste |
|
| Unsere Statistik (15.02.2026) |
187.026 | 312.000 60% erfasst |
889.000* |
1.201.000 |
| BBC (06.02.2026) | 173.477 | 267.000 bis 385.500 45%-65% erfasst |
keine Angaben | keine Angaben |
* Berechnung der Opferzahlen:
Auf Grund der veränderten Angriffstaktik der russischen Armee müssen wir unsere Abschätzungen anpassen. Es werden keine größeren Einheiten mehr in die Angriffe geschickt, sondern das Militär versucht, mit vielen einzelnen Soldaten oder Kleingruppen die ukrainische Abwehr zu infiltrieren. Da wir die Situation an der Front nur mit großer Verzögerung bei der Erhebung der Kriegstoten feststellen können, haben wir unsere Statistik ab Juli 2025 den neuen Gegebenheiten angepasst. Wir berechnen folglich ab Juli 2025 auf einen Gefallenen, 1,5 verwundete Soldaten.
| Tote | Geschätzt | Verwundet | ||
| bis 30.06.25 | 126.599 | 210.998 | 738.494 | |
| bis 15.02.25 | 187.026 | 311.710 | ||
| Zuwachs | 60.427 | 100.712 | 151.068 | |
| 889.562 | 1.201.272 |


