Chugtey Chan

Wir sind ganz im Süden Burjatiens, der heilige Berg Chugtey Chan auf dem Foto ist nur einen Kilometer von der mongolischen Grenze entfernt. Es gibt am Fuß des Berges mehrere alte Gräberfelder, eine heilige Quelle und auf dem Gipfel werden religiöse Massenzeremonien abgehalten. Das Dorf Ust-Dungay, von dem wir berichten wollen, hat gerade noch etwas mehr als 500 Bewohner - Tendenz stetig fallend- und liegt am Fuße des heiligen Berges.

 Acht Männer aus dem Dorf sind inzwischen im Krieg gegen die Ukraine getötet worden - ein enormer Verlust für das kleine Dorf. Im Januar 2026 errichtete eine private Initiative ein Denkmal für die Soldaten.

Das entstandene Denkmal sieht nach unserem Empfinden eher nach der Haltestelle einer S-Bahn aus

Am Grenzfluss zur Mongolei gibt es am Fuße des Berges einen majestätischen Stein und eine heilende Quelle. Der Stein wird Chan Schuluun genannt und gilt den Dorfbewohnern als heilig. Er ist oval und unterscheidet sich in Farbe und Beschaffenheit von den umliegenden Felsen. Die Einheimischen glauben, er sei vulkanischen Ursprungs. Fragmente dieses Steins dienen als Talisman für die Soldaten, die ihre Heimat verlassen, um in den Krieg zu ziehen. Wer einen solchen Talisman bei sich trägt, kehrt sicher in seine Heimat zurück.

Besonders wirkungsvoll scheint der Stein aber nicht zu sein, immerhin sind acht Männer aus dem Dorf im Krieg gegen die Ukraine gefallen. So entschlossen sich die Dorfbewohner, diesen getöteten Soldaten ein Denkmal zu bauen, das zudem privat finanziert wurde. Ein Aufruf im Internet richtete sich an die vielen ehemaligen Dorfbewohner, die irgendwo verstreut in Russland leben. So kamen 424.000 Rubel (etwa 4.300 €) zusammen. Dann dauerte es eine Weile, denn die Steinplatten wurden in China bestellt.

Ust Dunguy 2

Ende Oktober 2025 wurde dann die Gedenkstätte eingeweiht. Die Dorfvorsteherin Viktorowna Rampilowa sagte bei der Eröffnung:

„Möge diese Gasse weiterhin ein Ort sein, an dem die Menschen in Ruhe derer gedenken können, die sie verloren haben, an dem Kinder die Namen der Helden ihres Dorfes lernen und an dem die Erinnerung nicht in Stein gemeißelt ist, sondern in den Herzen derer weiterlebt, die jeden Tag hierher kommen“.

Die Namen der getöteten Soldaten:

  • Berufssoldaten - Viktor Tsyrempilowitschch Tulburejew (Pos. 710), Andrej Gyrylowitsch Darajew (Pos.968), Dmitri Michailowitsch Otschirow (Pos. 2679);
  • Mobilisierte Soldaten - Aleksander Borisowitsch Sanschiew (Pos. 2274), Nikolai Nikolajewitsch Darchanow (Jan. 2026), Denis Michailowitsch Rytschkow (Pos. 933);
  • Freiwillige -  Viktor Aleksandrowitsch Rytschkow (Pos. 2184) und Andrei Juriewitsch Tsyrenschapow (Pos. 3235).

Viktor Aleksandrowitsch RytschkowViktor Rytschkow (Steinplatte rechts) meldete sich freiwillig, um seinen Bruder, den mobilisierten Soldaten Pawel Anatoliewitsch Moskwitin, zu finden, der im Kriegsgetümmel vermisst wurde. Er selbst starb drei Monate später an der Front und hinterließ drei Kinder. Auf seiner Gedenktafel steht: „Wir sind bereit, unser Leben zu opfern, auch wenn es uns nur einmal gegeben wurde. Beschützt das Vaterland, junge Männer, denn es ist wie unsere einzige Mutter!“ 


-