Dieses Video wurde Anfang März von der staatlichen Universität Wjatka veröffentlicht. Wjatka ist ein Fluss im östlichen Teil des europäischen Russlands und der historische Begriff für die heutige Region Kirow. Anfang März 2026 hat die Universität eine Initiative gestartet, um ihre Studenten als Drohnenpiloten für den russischen Angriffskrieg zu rekrutieren.
Die Region Kirow liegt in unserer Liste der Kriegstoten in Relation zur Bevölkerung auf dem 13. Platz und weist damit eine stark überdurchschnittliche Todesrate auf. Diesen Platz will die örtliche Universität wohl weiter „verbessern“.
Anfang März 2026 wurden Studenten eines der geisteswissenschaftlichen Fachbereiche aufgefordert, zu einem Treffen mit Vertretern des Wehramtes zu kommen. Laut den Studenten wurde ihnen angeboten, einen Vertrag zu unterzeichnen und dem Drohnen-Regiment beizutreten.
Zudem wurden Werbeposter auf die Bildschirmschoner der Universitätscomputer gestellt und Werbewände im gesamten Universitätsgebäude aufgehängt. Und auch auf dem Internetauftritt der Universität prangt inzwischen eine Rekrutierungsanzeige an prominenter Stelle.
Die Studenten beschwerten sich auch, dass sie seit 2022 als Statisten zu Veranstaltungen von der Partei "Einiges Russland" geschickt wurden, um Studienleistungen zu erhalten. "Und im Allgemeinen gibt es in der Universität enorme Probleme", berichteten die Studenten.
Werbung für den Dienst in den Drohnen-Regimenten erschien auch im Telegram-Kanal der Universität. Am 5. März 2026 veröffentliche die Universität auf ihrem offiziellen Telegram-Kanal einen Werbebeitrag für den Kriegsdienst als Drohnenpiloten.
Den Studenten wurde garantiert, ihren Studienplatz zu behalten, Vorzüge bei der Aufnahme auf die nächste Bildungsebene zu erhalten und auf einen Studienplatz mit öffentlicher Finanzierung umzusteigen.
Der Text im übersetzten Original:
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- Finanzielle Unterstützung beim Übergang zu einer staatlich finanzierten Ausbildung;
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Die Rekrutierung von Studenten für den Krieg begann im vergangenen Dezember. In der ersten Phase fanden die Rekrutierungsbemühungen, an den besten technischen Universitäten und Militärinstitutionen des Landes statt . In der zweiten Phase, die im Januar 2026 begann, wurden gezielt Studenten rekrutiert, die kurz vor dem Ausschluss standen - also entweder ihre Prüfungen nicht geschafft hatten oder gar nicht angetreten waren. Das hat offensichtlich nicht gereicht. Ab Februar 2026 wird versucht, alle Studenten zu rekrutieren.
Anfang März berichtete das Internetmedium „Werstka“ von mindestens 200 Veranstaltungen an Universitäten und Hochschulen in ganz Russland. Allen Studenten werden „Sonderverträge“ für die Streitkräfte unbemannter Systeme und einen einjährigen „Hightech“-Einsatz abseits der Frontlinien versprochen.
In diesem Zusammenhang haben wir bereits in unserem letzten Beitrag geschrieben:
Wäre am Ende zu erwähnen, dass jene angebotenen Verträge so gut wie nichts bedeuten. Die Paragraphen 4 und 5 des Präsidialdekrets zur Mobilisierung machen jede Vereinbarung bis zum Ende der Mobilisierungsperiode unbefristet und das Gesetzt hebelt damit jeden Vertrag aus. Dazu kommt, dass es ein Auswahlverfahren gibt. Wer das nicht besteht, wird kein Drohnen-Pilot sondern beliebigen Armeeeinheiten zugeteilt - also auch den Sturmtruppen mit den höchsten Todesraten. Ein russischer Spezialanwalt für Menschenrechte schätzt, dass nur 10% dieser Rekruten es tatsächlich zum Drohnenpiloten schaffen.

Zudem bietet die Universität Wjatka auch die Möglichkeit einer kombinierten Berufs- und Militärausbildung. Die militärische Ausbildung findet an einem Tag in der Woche statt und ließe sich problemlos mit dem Hauptstudium verbinden. Sie dauert drei Semester, am Ende erhält jeder Absolvent einen Militärausweis und wird in die Reserve der russischen Streitkräfte aufgenommen.
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