Leningrad Rekrutierung

Im Februar 2026 zahlte die Oblast Leningrad noch drei Millionen Rubel, wenn ein russischer Bürger in einem Militärbüro der Region einen Zeitvertrag abschloss. Jetzt wurde die Antrittsprämie auf 4,5 Millionen Rubel (etwa 48.000 €) angehoben, wie in der angrenzenden Stadt St. Petersburg auch.

Eigentlich verzeichnen die meisten russischen Regionen ein Defizit in ihren Haushalten und können sich diese hohen Ausgaben nicht leisten.  Aber der Krieg hat Vorrang, jede Region hat ein gewisses Kontingent an Zeitsoldaten zu stellen und dann muss eben an anderer Stelle gespart werden.

Man könnte auch sagen - der Preis eines Lebens beträgt für die Region Leningrad jetzt rund 50.000 €. Denn die meisten jener geworbenen Zeitsoldaten sind Verbrauchsmaterial und werden das erste Jahr an der Front kaum überleben.

Und selbst wenn - jene sieben Millionen im ersten Jahr werden sie nicht nach Hause tragen können. Im Kriegsgebiet angekommen, erfahren sie schnell, wie dort der Rubel rollt. Sie müssen die teure Schutzausrüstung selbst bezahlen, die Armee stellt nur die Uniform. Die Kommandanten fordern einen beträchtlichen Obolus für die Regimentskasse, um die Versorgung der Einheit sicher zu stellen und dann gibt es noch die raffgierigen Chefs, die ebenfalls kassieren wollen. Wer nicht spurt und zahlt, findet sich schnell in einem Selbstmordkommando wieder.

Wer zudem auf einen Angriff mit hohem Risiko geschickt wird, muss sowieso seine Geldkarte „zur Sicherheit“ bei den Kommandanten abgeben. Viele Angehörige beklagen, dass im Todesfall das Bankkonto ebenfalls „auf Null gestellt wurde“.


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