
Russland mangelt es an Soldaten im Krieg gegen die Ukraine. Deshalb sollen jetzt Studenten als Drohnenpiloten die Lücken füllen. Die russische Zentralregierung erwartet von allen höheren Bildungseinrichtungen im Land, dass sie zwei Prozent ihrer Studenten als Drohnenpiloten für den Krieg gegen die Ukraine rekrutieren.
Jeden Monat muss das russische Militär zwischen 30.000 und 35.000 neue Zeitsoldaten gewinnen, um die menschlichen Verluste im Krieg gegen die Ukraine auszugleichen. Und es gibt Stimmen, die behaupten, dass selbst diese Zahlen im Moment nicht mehr ausreichen.
Die mit viel Geld eingekauften Zeitsoldaten sind meist keine vollwertigen Soldaten. Häufig sind es die Verlierer der russischen Gesellschaft, verschuldet, zu jung, zu alt, körperlich und psychisch wenig belastbar, chronisch krank mit Hepatitis oder HIV, drogenabhängig oder kriminell. Sie erhalten zudem gerade eine maximal zehntägige Ausbildung, bevor sie an die Front geworfen werden. Das soll sich jetzt ändern.
Anfang 2026 teilte der Minister für Wissenschaft und Hochschulbildung, Waleri Nikolajewitsch Falkow (Foto links), den Rektoren der größten russischen Universitäten mit, dass mindestens 2% ihrer Studenten einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium abschließen sollen. Diese Vorgabe bestätigten zwei Anwesende bei dem Treffen mit dem Minister.
Wie diese Rekrutierung abläuft, haben wir hier schon mehrfach dokumentiert (Link 1, 2, 3). Doch da die Hochschulen und weiterführenden Schulen ab jetzt eine bestimmte Quote erfüllen müssen, wird der Druck auf die Studenten weiter erhöht. Dieses Vorgehen entspricht in etwa den Anforderungen an die Regionen, die ebenfalls jeden Monat eina Mindestzahl an neuen Zeitsoldaten nachweisen müssen.
Jetzt werden die Lernenden eindringlich aufgefordert, einen akademischen Urlaub zu nehmen, einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium für mindestens ein Jahr abzuschließen und in den Krieg gegen die Ukraine zu ziehen. Nach Schätzungen von Journalisten wird die Agitation in fast 200 Universitäten und Hochschulen betrieben.
Laut den Daten des letzten Jahres studierten dort 2,2 Millionen männliche Studenten. Wenn also die Hochschulen die Quote erfüllen, dann würde das 44.000 neue Soldaten ergeben. Rechnet man die Fachhochschulen noch dazu, so würden weitere 32.000 Soldaten zur Verfügung stehen.
Dazu passt auch ein anderes Dokument des russischen Verteidigungsministerium, nach dem bis Ende 2026 insgesamt 78.800 Soldaten für neu zu schaffende Drohneneinheiten rekrutiert werden sollen. Die Drohneneinheiten der russischen Armee wurden im November 2025 gegründet und sollen jetzt hauptsächlich mit jungen Studenten aufgefüllt werden.
Verträge können auch von Erstsemestern abgeschlossen werden, wenn diese älter als 18 Jahre sind.
Russisches Werbevideo für militärische Drohnenpiloten
Den jungen Männern wird versprochen, dass sie nach Ablauf des Vertrags wieder zum Studium zurückkehren können. Dazu bekommen sie die selben Zahlungen und Vergünstigungen wie die Zeitsoldaten auch. Das sind die Antrittsprämie, die hohen monatlichen Zahlungen, die Sozialleistungen für die Familie und natürlich die Gelder bei Verwundung und Tod. Darüber hinaus bieten einige reichere Hochschulen den Studenten zusätzliche Zahlungen auf eigene Kosten an.
Wenn die Pläne des Ministeriums aufgehen, ist eine weitere allgemeine Mobilisierung im Moment nicht auf der Tagesordnung. Dies bestätigte der Kreml-Sprecher Dimitri Peskow gegenüber der Presse.
Wie schnell die russische Armee Nachschub für ihre Reihen braucht, zeigt auch ein aktuelles Gesetz der Duma - ausländische Straftäter, die einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium abschließen, werden nicht an ihre Heimatländer ausgeliefert.
Mit Material des Telegram-Kanals Faridaily
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