Vorausgeschickt: Seit Beginn des russischen Angriffskrieges ermitteln wir die russischen Kriegstoten aus offenen Quellen. Wir machen das ohne Werbung, ohne Unterstützung von außen, sind politisch ungebunden und tragen die erheblichen Kosten selbst. Wir erstellen alle Informationen nach bestem Wissen und Gewissen.

Nachschub für die Front

Jeden Monat muss die russische Armee 30 bis 35 Tausend Zeitsoldaten rekrutieren, um die Verluste an der Front wieder aufzufüllen und die ausgebrannten, kranken, verwundeten und toten Soldaten zu ersetzen. Im fünften Jahr des Krieges wird das zunehmend schwieriger. Die russischen Bürger wissen inzwischen um das Risiko versehrt oder tot nach Hause zu kommen. Und auch die hohe Bezahlung der Zeitsoldaten stellt kaum noch einen Anreiz dar, da die Kommandeure vor Ort viel davon kassieren - zur Finanzierung des Nachschubs oder zum Bedarf der Befehlshaber.

Es gibt allerdings vereinzelte Daten, die zeigen, wie der monatliche Ersatz sich an der Front zusammensetzt.

Häftlinge

Die Zeiten in denen Häftlinge in großem Stil aus den Gefängnissen heraus rekrutiert werden konnten, sind inzwischen vorbei. Die Gefängnisse haben sich seit 2022 geleert. Frischen Häftlingen, die bereits verurteilt wurden, werden solche Verträge nicht nur angeboten; sie werden vielmehr zur Unterzeichnung gezwungen. Und nicht verurteilte Personen, gegen die ermittelt wird oder die unter Anklage stehen, wird angeboten, das Strafverfahren einzustellen, wenn sie einen Vertrag mit dem russischen Verteidigungsministerium unterzeichnen. 

Die ukrainische staatliche Initiative „Ich will leben“ hat eine Liste aller Häftlinge eines Monats veröffentlicht, die einen Vertrag mit dem russischen Militär geschlossen hatten. Die Liste dürfte authentisch sein.

Auf der Liste sind rund 5.000 Namen aufgeführt. Das sind gerade mal 17% des monatlichen Bedarfs an der Front.

Junge Drohnenpiloten

Die russischen Berufsschulen und Universitäten wurden verpflichtet, 2% ihrer Schüler & Studenten als Drohnenpiloten zu akquirieren. Auch die Liste der so rekrutierten jungen Männer ist in die Ukraine durchgesickert - insgesamt 1.321 Namen. Über die sechs Monate verteilt, wären das dann etwa 200 neue Soldaten pro Monat.

Auch diese veröffentlichte Liste scheint authentisch zu sein. Das russische Exilmedium „Nowaja Gazeta“ kontaktierte 37 rekrutierte Studenten, die die Angaben auf der Liste bestätigten.

Zeitsoldaten

So werden die russischen Einheiten an der Front vorwiegend mit rekrutierten Zeitsoldaten aufgefüllt.

Die meisten russischen Regionen verzeichnen Defizite in ihren Haushalten. Trotzdem werden sie gezwungen, immer mehr Geld für diese Rekrutierung auszugeben. Die durchschnittliche Antrittsprämie aller russischen Regionen beträgt im Juni 2026 rund 1,6 Millionen Rubel (19.100 €), so hoch wie nie zuvor. Die höchsten Beträge zahlen die Region Leningrad und St. Petersburg - 4.500.000 Rubel (rund 54.000 €).

Man kann davon ausgehen, dass die Regionen, die die Prämienzahlungen nicht erhöht haben, ein ausreichend großes Kontingent an Zeitsoldaten stellen konnten. Dort, wo zu wenige Zeitsoldaten rekrutiert werden, werden die Antrittsprämien angehoben. In der Regel ist es völlig egal, aus welcher Region der neue Rekrut kommt. Hauptsache er unterschreibt dort, wo neue Zeitsoldaten dringend benötigt werden.

Im ersten Quartal 2026 wurde nach einer Erhebung eines Mitarbeiters der Stiftung Wissenschaft und Politik etwa 20% weniger Zeitsoldaten rekrutiert als im Jahr zuvor.  Der russische Verteidigungsminister Belousow dagegen meinte in einem veröffentlichten Video:

Ich kann nur sagen, dass wir dem Zeitplan voraus sind. Wir setzen alle unsere Pläne um und bilden neue Einheiten und Untereinheiten“.

Neue Mobilisierung

Sollte der russische Krieg noch länger andauern, wird Präsident Putin gezwungen sein, eine neue Mobilisierung unter den Reservisten anzuordnen. Zwar ist nicht damit zu rechnen, dass auf einmal wieder mehrere 100.000 Reservisten eingezogen werden, wie im Jahr 2022 bei der ersten Mobilisierungswelle. Dies wäre den russischen Bürgern kaum zu vermitteln, hätte massive Auswirkungen auf die russische Ökonomie, wo jetzt schon ein Mangel an Fachkräften herrscht.

Vielmehr ist eine schleichende Mobilisierung zu erwarten, wo in einzelnen Regionen überraschend Reservisten in die Militärverwaltungen vorgeladen und sofort verpflichtet werden. In der Stadt Pensa wurden Männer in verschiedenen Bezirken der Stadt festgenommen, anschließend zum Militärregistrierungs- und Rekrutierungsbüro gebracht. Viele der Männer hatten bei ihrer Festnahme weder Pässe noch Militärausweise. Sie erhielten innerhalb weniger Stunden vom Militär neue Dokumente und wurden nach Angaben ihrer Ehefrauen gezwungen, einen Militärvertrag zu unterschreiben. 

„Im Juni erreichte das Ganze ein völlig unglaubliches Ausmaß. Schon Ende Mai kontaktierten mich täglich Dutzende Ehefrauen, Mütter, Schwestern und Töchter von Inhaftierten. Mittlerweile sind es Hunderte. Ich habe schlichtweg keine Zeit, alle Beschwerden zu bearbeiten und jeder einzelnen Geschichte nachzugehen“, kommentierte ein Menschenrechtsaktivist die Situation.

Razzia in Pensa

 Militärrazzia in Pensa

Russland bereitet sich folglich für ein weiteres Kriegsjahr gegen die Ukraine vor. Nichts deutet darauf hin, dass die Rekrutierung von neuen Soldaten langsam zurück gefahren wird, weil ein Friedensvertrag zu erwarten wäre. Präsident Putin ist weiter bereit, jeden Monat mehr als 30.000 russische Staatsbürger für diesen verbrecherischen Krieg zu opfern.

Wie stehen die Russen zum Krieg gegen die Ukraine?

Dazu zitieren wir - wie immer an dieser Stelle - das einzig verbliebene unabhängige Meinungsforschungsinstitut in Russland:

Lewada-Zentrum vom 09.06.2026

  • Im Mai 2026 verfolgte fast die Hälfte der Befragten die Ereignisse in der Ukraine aufmerksam, während jeder sechste Befragte sie überhaupt nicht verfolgte.
  • Die Unterstützung für das Vorgehen der russischen Streitkräfte in der Ukraine ist weiterhin hoch; dieser Wert war in den letzten Monaten zwar leicht gesunken, stieg aber im Mai wieder an.
  • Sechs von zehn Befragten halten Friedensverhandlungen für notwendig, während etwa jeder Dritte die Fortsetzung der Militäraktion befürwortet.
  • Die Zahl derer, die sich für die Fortsetzung der Militäraktion aussprechen, ist in den letzten drei Monaten gestiegen.
  • Die Hälfte der Befragten glaubt, dass die Situation in der Ukraine zu einem militärischen Konflikt mit NATO-Staaten eskalieren könnte; diesbezüglich hat sich in den letzten zwei Jahren nichts geändert.

Im Mai 2026 kam der Rückgang des Interesses an den Ereignissen rund um die Ukraine zum Stillstand und stieg leicht auf 45 % an (davon verfolgten 15 % die Ereignisse „sehr aufmerksam“ und 30 % „ziemlich aufmerksam“). 38 % der Befragten verfolgten die Ereignisse ohne besondere Aufmerksamkeit, während 16 % der Befragten sie überhaupt nicht verfolgten. Zur Erinnerung: Im vergangenen Monat wurde ein Tiefststand bei der Aufmerksamkeit für die Ereignisse rund um die Ukraine verzeichnet.


Altersstruktur

Die russischen Kriegstoten werden tendenziell immer jünger, wie die nachstehende Tabelle zeigt. Der Anteil der vor 1980 geborenen Soldaten geht langsam zurück.

Allerdings dürften die vielen aus den Ausbildungsstätten und Universitäten rekrutierten Drohnenpiloten noch keine Rolle in dieser Tabelle spielen, da die meisten Nachrichten über Todesfälle durchschnittlich erst nach einem halben Jahr gemeldet werden. Die Mehrzahl dieser getöteten Drohnenbediener müssten dann in der Altersgruppe „geboren im Jahr 2.000 oder jünger“ auftauchen. 

Altersstruktur der russischen Kriegstoten
  08
2025
01 - 02
2026
03 - 04
2026
2000 & jünger 10%  10,3 % 10,8%
1990 – 1999 27%  24,1 % 26,0%
1980 – 1989 35%  34,3 % 35.8%
1970 – 1979 22%  24,6 % 21,8%
1960 – 1969 7%  6,7 % 5,6%
1950 – 1959   0,1 % 0,0%

Wir werden deshalb in Zukunft die nachfolgende Tabelle jeden zweiten Monat aktualisieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Monatlich erfasste Kriegstote ab Dezember 2022

Die Grafik zeigt wie sich im Jahresrhythmus die erfassten Kriegstoten darstellen. Im Frühjahr sind die erfassten Kriegstoten niedriger, um sich dann im Sommer bis zum Herbst deutlich zu erhöhen. In jedem neuen Jahr wird das Niveau höher.

Datum Tote Differenz zum
Vormonat
31.12.22 10.600
31.1.23 12.700 2.100
28.2.23 16.100 3.400
31.3.23 19.700 3.600
30.4.23 22.500 2.800
31.5.23 25.100 2.600
30.6.23 27.200 2.100
31.7.23 29.300 2.100
31.8.23 31.200 1.900
30.9.23 33.100 1.900
31.10.23 35.001 1.901
30.11.23 37.596 2.595
31.12.23 39.953 2.357
31.1.24 43.064 3.111
29.2.24 46.378 3.314
31.3.24 49.486 3.108
30.4.24 53.159 3.673
31.5.24 56.035 2.876
30.6.24 59.460 3.425
31.7.24 63.854 4.394
31.8.24 68.100 4.246
30.9.24 72.737 4.637
31.10.24 78.094 5.357
30.11.24 84.930 6.836
31.12.24 91.569 6.639
31.1.25 96.929 5.360
28.2.25 102.516 5.587
31.3.25 107.581 5.065
30.4.25 111.678 4.097
31.5.25 114.923 3.245
30.6.25 119.515 4.592
31.7.25 126.488 6.973
31.8.25 133.823 7.335
30.9.25 142.449 8.626
31.10.25 153.112 10.663
30.11.25 162.911 9.799
31.12.25 173.535 10.624
31.01.26 182.890 9.355
28.02.26 190.974 8.084
31.03.26 199.201 8.227
30.04.26 206.308 7.107
31.05.26 213.686 7.378
30.06.26

Die Zahlen zur Grafik findet ihr in der Tabelle rechts.

Erfasste Kriegstote

 


Erfasste russische Kriegstote bis Mai 2026

Die Kurve der erfassten russischen Kriegstoten geht weiter steil nach oben. In Frühjahr gibt es aus den Erfahrungen der Vorjahre heraus eine leichte Abschwächung, die dann im Herbst & Winter sich ins Gegenteil verkehrt.

05 26 Tote

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Gesamte russische Verluste bis Mai 2026

Verletzte & Tote

Bis Juni 2025 sind wir von 3,5 verletzten Soldaten auf einen Kriegstoten ausgegangen. Dieses Verhältnis haben wir auf Grund der veränderten russischen Taktik (Infiltration) danach verändert. Seither gehen wir von 1,5 Verletzten auf einen Kriegstoten aus. An der Kurve hat sich so nur ein marginaler Knick ergeben, die Kurve steigt beinahe linear höher.

05 26 Gesamt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Liste der Regionen

Stand 30.04.2026

Die meisten von uns erfassten gefallenen Soldaten kommen im Monat April aus Tatarstan (439), Moskau (259), Tscheljabinsk (245), Baschkortostan (243), Perm (240) und Swerdlowsk (223). Der hohe Wert von Moskau setzt sich aus dem Abgleich mit anderen Quellen zusammen. Bei der Republik Baschkortostan macht sich das Fehlen des Projekts „Fremder Krieg“ bemerkbar, der Wert dürfte real wesentlich höher sein. Aus 26 russischen Regionen haben wir mehr als 100 Kriegstote im Berichtsmonat erfasst.

59 Gefallene konnten wir keiner russischen Region zuordnen. Meist handelt es sich dabei um Suchanfragen von Angehörigen, die irgendwann mitteilen, dass der Gesuchte bei Kampfhandlungen gefallen ist, aber die Ortsangaben fehlen. Darunter sind auch ein Aseri, ein Kasache, ein Tadschike, sieben Ukrainer aus der Region Donezk und vier aus der Region Luhansk.  Vier Südosseten, die rechtlich Bürger Georgiens wären, haben wir der russischen Teilrepublik Nordossetien-Alanien zugeschlagen. 

Allerdings hat die ukrainische staatliche Initiative „Ich will leben“ zusätzliche Listen veröffentlicht, die sich als authentisch herausgestellt haben:

  • Belarus:  Liste mit 314 Soldaten aus Weißrussland vom 24.11.25 
  • Indien: Der indische Außenminister erklärte, dass es sich um mehr als 200 von Russland an die Front geschickte Personen handelt, von denen 26 getötet wurden und weitere 7 vermisst sind. Liste (deutsch) mit 22 Namen von getöteten Indern vom  24.11.25. Der von uns im Dezember 2025 registrierte Inder, Godara Adschaja, ist nicht auf der Liste.
  • Kamerun: Liste mit 93 getöteten Söldnern aus Kamerun
  • Kasachen:  Liste mit 270 getöteten Soldaten aus Kasachstan vom 15.10.25.
  • Kenia: 5 getötete Soldaten, die sich weigerten, an Angriffen teilzunehmen.
  • Kirgisen:  Liste mit 143 getöteten Soldaten aus Kirgisien vom  31.10.25.
  • Kuba: Eine Liste von 55 kubanischen Söldnern haben wir hier veröffentlicht.
  • Tadschiken:  Liste  mit 446 getöteten Soldaten aus Tadschikistan vom 09.10.2025.
  • Tansania: Liste mit 13 Bürgern von Söldnern aus Tansania, davon werden zwei vermisst.
  • Usbeken: Liste mit 481 Söldnern aus Usbekistan vom 29.10.2025

In der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang ist ein großer Museumskomplex entstanden, der den im Krieg gegen die Ukraine getöteten nordkoreanischen Soldaten gewidmet ist. Es gibt dort zwei Mauern, auf denen die Namen der getöteten Soldaten gelistet sind. Die BBC hat daraus errechnet, dass rund 2.300 Nordkoreaner getötet wurden (Beitrag in englischer Sprache).

 In der Summe ergibt das rund 4.200 weitere Kriegstote, die für die russische Sache gekämpft haben, die aber nicht in unseren Statistiken enthalten sind.

  Region Todeszahlen
31.03.26
Todeszahlen
30.04.26
Einwohner Kriegstote pro
100-tausend
Einwohner
1 Adygeja 432 446 439.996 101,36
2 Altai Region 3.591 3.687 2.419.755 152,37
3 Altai Republik 743 786 206.168 381,24
4 Amur Oblast 1.239 1.274 830.103 153,47
5 Archangelsk 2.056 2172 1.227.626 176,93
6 Astrachan 1.680 1.718 1.010.073 170,09
7 Autonomer Kreis der Chanten und Mansen (Jugra) 1.946 2.020 1.532.243 131,83
8 Autonomer Kreis der Jamal-Nenzen 1.010 1.055 522.904 201,76
9 Autonomer Kreis der Nenzen 137 145 42.090 344,50
10 Baschkortostan 9.394 9.637 4.072.292 236,65
11 Belgorod 2.414 2.490 1.532.526 162,48
12 Brjansk, Oblast 1.680 1.751 1.278.217 136,99
13 Burjatien 4.569 4.722 972.021 485,79
14 Chabarowsk, Region 1.288 1.324 1.343.869 98,52
15 Chakassien 1.290 1.341 532.403 251,88
16 Dagestan 2.668 2.709 2.910.249 93,08
17 Inguschetien 264 273 412.529 66,18
18 Irkutsk 5.528 5.692 2.428.750 234,36
19 Iwanowo 1.552 1.602 1.061.651 150,90
20 Jaroslawl 1.077 1.138 1.272.468 89,43
21 Jüdische Autonome Oblast 198 249 176.558 141,03
22 Kabardino-Balkarien 624 644 859.939 74,89
23 Kaliningrad 1.094 1.132 941.873 120,19
24 Kalmückien 531 576 289.481 198,98
25 Kaluga 1.017 1.049 1.010.930 103,77
26 Kamtschatka 836 890 322.079 276,33
27 Karatschai-Tscherkessien 403 421 477.859 88,10
28 Karelien 1.295 1.367 643.548 212,42
29 Kemerowo 3.934 4.042 2.763.135 146,28
30 Kirow 3.192 3.296 1.341.312 245,73
31 Komi 1.818 1.878 901.189 208,39
32 Kostroma 899 929 667.562 139,16
33 Krasnodar 5.395 5.579 5.226.647 106,74
34 Krasnojarsk 3.733 3.852 2.828.187 136,20
35 Kurgan 1.544 1.598 910.807 175,45
36 Kursk 1.556 1.613 1.127.081 143,11
37 Lipezk 1.262 1.296 1.173.513 110,44
38 Magadan 431 448 156.996 285,36
39 Mari El 1.358 1.393 696.459 200,01
40 Mordowien 836 859 834.755 102,90
41 Moskau 2.285 2.544 11.503.501 22,12
42 Moskau, Oblast 5.602 5.732 7.095.120 80,79
43 Murmansk 807 898 795.409 112,90
44 Nischni Nowgorod 2.939 3.056 3.310.597 92,31
45 Nord- und Südossetien 1.350 1.395 766.512 181,99
46 Nowgorod 998 1.020 634.111 160,86
47 Nowosibirsk 3.574 3.719 2.665.911 139,50
48 Omsk 2.599 2.714 1.977.665 137,23
49 Orenburg 3.328 3.455 2.033.072 169,94
50 Orjol 831 850 786.935 108,01
51 Pensa 1.612 1.670 1.386.186 120,47
52 Perm 6.035 6.275 2.635.276 238,12
53 Primorje, Region 2.864 2.962 1.956.497 151,39
54 Pskow 930 962 673.423 142,85
55 Rjasan 1.021 1.043 1.154.114 90,37
56 Rostow 4.353 4.492 4.277.976 105,00
57 Sacha (Jakutien) 2.708 2.768 958.528 288,78
58 Sachalin 1.143 1.183 497.973 237,56
59 Samara 3.674 3.784 3.215.532 117,68
60 Saratow 5.311 5.488 2.521.892 217,61
61 St. Petersburg /Leningrad 3.458 3.607 6.596.434 54,68
62 Smolensk 737 894 985.537 90,71
63 Stawropol 2.539 2.633 2.786.281 94,50
64 Swerdlowsk 6.286 6.509 4.297.747 151,45
65 Tambow 1.275 1.307 1.091.994 119,69
66 Tatarstan 9.110 9.549 3.786.488 252,19
67 Tjumen 2.300 2.387 1.340.608 178,05
68 Tomsk 1.609 1.657 1.047.394 158,20
69 Transbaikalien 3.329 3.477 1.107.107 314,06
70 Tscheljabinsk 6.136 6.381 3.476.217 183,56
71 Tschetschenien 525 550 1.268.989 43,34
72 Tschuktschen – Automomer Kreis 241 254 50.526 502,71
73 Tschuwaschien 1.684 1.713 1.251.619 136,86
74 Tula 1.162 1.203 1.553.925 77,42
75 Tuwa 2.045 2.114 307.930 686,52
76 Twer 1.826 1.884 1.353.392 139,21
77 Udmurtien 3.043 3.166 1.521.420 208,10
78 Uljanowsk 1.946 2.020 1.292.799 156,25
79 Wladimir 1.454 1.507 1.443.693 104,39
80 Wolgograd 3.993 4.070 2.610.161 155,93
81 Wologda 1.837 1.924 1.202.444 160,01
82 Woronesch 2.299 2.403 2.335.380 102,90
  Summe Regionen 189.312 196.312 --  -- 
  Krim 2.194 2.240 1.909.499 117,31
  Wagner Friedhof Krasnodar 695 695    
  Wagner ohne Region 577 579    
  Unbekannte Region 6.421 6.482    
  Gesamtzahl 199.199 206.308 144.526.636 142,75


Unsere Abschätzung der gesamten Verluste

31.05.2026

Natürlich wissen wir, dass wir mit der Durchforstung der öffentlich zugänglichen Quellen nicht alle russischen Verluste erfassen können. Wir sind der Auffassung, dass wir nur 60% der tatsächlichen Verluste gefunden haben. Dieser Wert bestätigt sich - in etwa - immer wieder, zum Beispiel bei den Auswertungen längeren Videozusammenstellungen russischer Kriegstoter (Beispiel) und aus der Erfahrung der vier Kriegsjahre heraus, dürfte dieser konservative Wert der Realität ziemlich nahe kommen.

Bitte beachtet, dass viele Regionen auf den hinteren Platzen in unserer Liste "Kriegstote in Relation zur Bevölkerung" nur deshalb so wenige Verluste zu verzeichnen haben, weil die Behörden entsprechende Meldungen konsequent zurückhalten. Die Stadt Moskau, die Oblast Moskau und die Stadt St. Petersburg sind die bevölkerungsreichsten Regionen in ganz Russland. Gerade aus diesen Gebieten kommen nur wenige Informationen über die lokalen russischen Verluste.

Bisher haben wir einen Faktor von 3,5 Verletzten pro russischen Gefallenen in unseren Abschätzungen benutzt. Dieser Multiplikator hat in den ersten Kriegsjahren eine realistische Darstellung der russischen Verluste ergeben. Auf Grund der veränderten Angriffstaktik der russischen Armee, nämlich keine größeren Einheiten mehr in die Angriffe zu schicken, sondern mit vielen einzelnen Soldaten oder Kleingruppen versuchen, die ukrainische Abwehr zu infiltrieren, ist dieser Faktor nicht mehr zu halten. Wir haben deshalb unsere Abschätzung angepasst. Details dazu findet ihr in den Anmerkungen.

Abschätzung zum 31. Mai 2026

  Ermittelte
Kriegstote
Geschätzte
Gesamtzahl
Geschätzte
Verletzte
Gesamt-
verluste
Unsere Statistik
(31.05.2026)
213.686 356.000
60% erfasst
956.000*

1.312.000
Britischer Geheimdienstes GCHQ
(27.05.2026)
  beinahe 500.000    
Ukrainisches Projekt
„Ich will zurückkehren“
19.06.26
229.390      

* Berechnung der Opferzahlen:

Auf Grund der veränderten Angriffstaktik der russischen Armee müssen wir unsere Abschätzungen anpassen. Es werden keine größeren Einheiten mehr in die Angriffe geschickt, sondern das Militär versucht,  mit vielen einzelnen Soldaten oder Kleingruppen die ukrainische Abwehr zu infiltrieren. Da wir die Situation an der Front nur mit großer Verzögerung bei der Erhebung der Kriegstoten feststellen können, haben wir unsere Statistik ab Juli 2025  den neuen Gegebenheiten angepasst. Wir berechnen folglich ab Juli 2025 auf einen Gefallenen, 1,5 verwundete Soldaten.

Opferzahlen ab 1.07.2025 Tote Geschätzt Verwundet  Gesamt-
verluste
bis 30.06.25 126.599 210.998 738.494
bis 31.05.26 213.686 356.143
Zuwachs 87.087 145.145 217.718
956.212 1.312.355

 


Vergleichszahlen:

Zum Schluss wollen wir die Opferzahlen aus anderen Kriegen vorstellen. Damit jedem Leser auch die Dramatik der russischen Todeszahlen bewusst wird. Bitte beachtet, dass diese Zahlen nur die Kriegstoten jener genannten Länder benennen, die Opfer unter den Soldaten der betroffenen Ländern wesentlich höher sind, von der Zivilbevölkerung ganz zu schweigen.

Vergleichszahlen USA Sowjetunion Russland
Winterkrieg (Überfall der Sowjetunion auf Finnland,
30.11.39 - 13.03.40)
  167.976*  
Koreakrieg 1950-1953 40.000
Vietnamkrieg 1963 – 1973 58.220
Afghanistan 1979 – 1989 14.500
1. Tschetschenienkrieg 1994 – 1996 14.000
2. Tschetschenienkrieg 1999 – 2009 3.684
Irakkrieg 2003 – 2011 5.272
Afghanistan 2001 – 2021
Gesamte US-geführte Koalition
Inkl. Private Sicherheitsdienste
7.263

*Sokolov, Boris (2000). Der Weg zum Frieden / Geheimnisse des finnischen Krieges -- ISBN 5-7838-0583-1
auch: Petrow, P.w. Winterkrieg. Baltikum, 1939-1940. - Helsinki: RME Group Oy, 2013. - 480 S. — ISBN 978-952-5761-01-6 



Russische Kriegstote - nach absoluten Zahlen

Stand 30.04.2026

Die fünf führenden russischen Regionen in unserer Liste liegen auf der russischen Landkarte dich nebeneinander - im Osten des europäischen Russlands und ganz im Westen des asiatischen Russlands. In diesen fünf Regionen wohnen rund 18 Millionen Menschen, das sind knapp 13% der russischen Bevölkerung. Diese Regionen stellen aber rund 19 Prozent aller Kriegstoten, die meist nicht aus den großen Städten kommen, sondern aus der einfach lebenden Landbevölkerung. 

Viele dieser Dörfer sind nur durch einfache Schotterstraßen an das Verkehrsnetz angebunden, es gibt keine Kanalisation, sondern Plumpsklos außerhalb der Häuser und viele der Dörfer sind auch nicht an das Gasnetz angeschlossen. Aus wirtschaftlicher Not heraus, melden sich die Bewohner als Freiwillige und kommen häufig im Zinksarg wieder nach Hause.

Die Regionen Russlands zeigt diese Landkarte.

  Region Todeszahlen
30.04.26
Einwohner Kriegstote pro
100-tausend
Einwohner
1 Baschkortostan 9.637 4.072.292 236,65
2 Tatarstan 9.549 3.786.488 252,19
3 Swerdlowsk 6.509 4.297.747 151,45
4 Tscheljabinsk 6.381 3.476.217 183,56
5 Perm 6.275 2.635.276 238,12
6 Moskau, Oblast 5.732 7.095.120 80,79
7 Irkutsk 5.692 2.428.750 234,36
8 Krasnodar 5.579 5.226.647 106,74
9 Saratow 5.488 2.521.892 217,61
10 Burjatien 4.722 972.021 485,79
11 Rostow 4.492 4.277.976 105,00
12 Wolgograd 4.070 2.610.161 155,93
13 Kemerowo 4.042 2.763.135 146,28
14 Krasnojarsk 3.852 2.828.187 136,20
15 Samara 3.784 3.215.532 117,68
16 Nowosibirsk 3.719 2.665.911 139,50
17 Altai Region 3.687 2.419.755 152,37
18 St. Petersburg /Leningrad 3.607 6.596.434 54,68
19 Transbaikalien 3.477 1.107.107 314,06
20 Orenburg 3.455 2.033.072 169,94
21 Kirow 3.296 1.341.312 245,73
22 Udmurtien 3.166 1.521.420 208,10
23 Nischni Nowgorod 3.056 3.310.597 92,31
24 Primorje, Region 2.962 1.956.497 151,39
25 Sacha (Jakutien) 2.768 958.528 288,78
26 Omsk 2.714 1.977.665 137,23
27 Dagestan 2.709 2.910.249 93,08
28 Stawropol 2.633 2.786.281 94,50
29 Moskau 2.544 11.503.501 22,12
30 Belgorod 2.490 1.532.526 162,48
31 Woronesch 2.403 2.335.380 102,90
32 Tjumen 2.387 1.340.608 178,05
33 Archangelsk 2172 1.227.626 176,93
34 Tuwa 2.114 307.930 686,52
35 Autonomer Kreis der Chanten und Mansen (Jugra) 2.020 1.532.243 131,83
36 Uljanowsk 2.020 1.292.799 156,25
37 Wologda 1.924 1.202.444 160,01
38 Twer 1.884 1.353.392 139,21
39 Komi 1.878 901.189 208,39
40 Brjansk, Oblast 1.751 1.278.217 136,99
41 Astrachan 1.718 1.010.073 170,09
42 Tschuwaschien 1.713 1.251.619 136,86
43 Pensa 1.670 1.386.186 120,47
44 Tomsk 1.657 1.047.394 158,20
45 Kursk 1.613 1.127.081 143,11
46 Iwanowo 1.602 1.061.651 150,90
47 Kurgan 1.598 910.807 175,45
48 Wladimir 1.507 1.443.693 104,39
49 Nord- und Südossetien 1.395 766.512 181,99
50 Mari El 1.393 696.459 200,01
51 Karelien 1.367 643.548 212,42
52 Chakassien 1.341 532.403 251,88
53 Chabarowsk, Region 1.324 1.343.869 98,52
54 Tambow 1.307 1.091.994 119,69
55 Lipezk 1.296 1.173.513 110,44
56 Amur Oblast 1.274 830.103 153,47
57 Tula 1.203 1.553.925 77,42
58 Sachalin 1.183 497.973 237,56
59 Jaroslawl 1.138 1.272.468 89,43
60 Kaliningrad 1.132 941.873 120,19
61 Autonomer Kreis der Jamal-Nenzen 1.055 522.904 201,76
62 Kaluga 1.049 1.010.930 103,77
63 Rjasan 1.043 1.154.114 90,37
64 Nowgorod 1.020 634.111 160,86
65 Pskow 962 673.423 142,85
66 Kostroma 929 667.562 139,16
67 Murmansk 898 795.409 112,90
68 Smolensk 894 985.537 90,71
69 Kamtschatka 890 322.079 276,33
70 Mordowien 859 834.755 102,90
71 Orjol 850 786.935 108,01
72 Altai Republik 786 206.168 381,24
73 Kabardino-Balkarien 644 859.939 74,89
74 Kalmückien 576 289.481 198,98
75 Tschetschenien 550 1.268.989 43,34
76 Magadan 448 156.996 285,36
77 Adygeja 446 439.996 101,36
78 Karatschai-Tscherkessien 421 477.859 88,10
79 Inguschetien 273 412.529 66,18
80 Tschuktschen – Automomer Kreis 254 50.526 502,71
81 Jüdische Autonome Oblast 249 176.558 141,03
82 Autonomer Kreis der Nenzen 145 42.090 344,50


Russische Kriegstote - in Relation zur Bevölkerung

Stand 30.04.2026

Russland lässt bevorzugt andere Ethnien für den Krieg der Russen sterben. All die Bewohner der vorderen Regionen in unserer Tabelle treibt in erster Linie ihre Unwissenheit gepaart mit der russischen Propaganda, ihre bescheidene Lebenssituation und das viele Geld in die Fänge des russischen Militärs. Für den russischen Imperialismus sterben bevorzugt Tuwiner, Tschuktschen, Burjaten (in Burjatien, Transbaikalien und Irkutsk), Altaier, Nenzen, Ewenen, Korjaken, Jakuten, Chakassen, Tataren und Baschkiren.

Dramatisch sind weiterhin die hohen Zahlen im bevölkerungsarmen Autonomen Kreis der Tschuktschen - meist gehören diese Toten zur Ethnie der Tschuktschen, von denen etwa 16.000 Menschen übrig geblieben sind. Inzwischen rekrutiert das russische Militär auch verstärkt unter den Jakuten der Republik Sacha. Auch diese Männer sind es gewohnt, unter extremen Winterbedingungen zu arbeiten und zu jagen - also ideale Soldaten für den Krieg in der Ukraine. Ende 2023 stand Sacha noch auf Platz 22 dieser Liste, Ende 2024 auf Platz 16 und jetzt auf Platz 7.

Ungefährdeter Spitzenreiter bleibt die Region Tuwa, eine der ärmsten russischen Regionen. Wenn man - ganz grob - die Todesrate ins Verhältnis zur wehrfähigen Bevölkerung des Landes setzt, so wurden bereits 2,7 % der männlichen, wehrfähigen Bevölkerung im Krieg gegen die Ukraine getötet. Und auch weiterhin melden sich die Männer dieser Region aus wirtschaftlicher Not heraus freiwillig zum Kriegsdienst. Da passt eine andere Zahl dazu, Tuwa hat die höchste Geburtenrate von ganz Russland mit durchschnittlich 2,3 Kindern pro Frau.

Die Regionen Russland zeigt diese Landkarte. Die rot und violett dargestellten Regionen liegen über dem Mittel (132,1) für ganz Russland. 

  Region Todeszahlen
30.04.26
Einwohner Kriegstote pro
100-tausend
Einwohner
1 Tuwa 2.114 307.930 686,52
2 Tschuktschen – Automomer Kreis 254 50.526 502,71
3 Burjatien 4.722 972.021 485,79
4 Altai Republik 786 206.168 381,24
5 Autonomer Kreis der Nenzen 145 42.090 344,50
6 Transbaikalien 3.477 1.107.107 314,06
7 Sacha (Jakutien) 2.768 958.528 288,78
8 Magadan 448 156.996 285,36
9 Kamtschatka 890 322.079 276,33
10 Tatarstan 9.549 3.786.488 252,19
11 Chakassien 1.341 532.403 251,88
12 Kirow 3.296 1.341.312 245,73
13 Perm 6.275 2.635.276 238,12
14 Sachalin 1.183 497.973 237,56
15 Baschkortostan 9.637 4.072.292 236,65
16 Irkutsk 5.692 2.428.750 234,36
17 Saratow 5.488 2.521.892 217,61
18 Karelien 1.367 643.548 212,42
19 Komi 1.878 901.189 208,39
20 Udmurtien 3.166 1.521.420 208,10
21 Autonomer Kreis der Jamal-Nenzen 1.055 522.904 201,76
22 Mari El 1.393 696.459 200,01
23 Kalmückien 576 289.481 198,98
24 Tscheljabinsk 6.381 3.476.217 183,56
25 Nord- und Südossetien 1.395 766.512 181,99
26 Tjumen 2.387 1.340.608 178,05
27 Archangelsk 2172 1.227.626 176,93
28 Kurgan 1.598 910.807 175,45
29 Astrachan 1.718 1.010.073 170,09
30 Orenburg 3.455 2.033.072 169,94
31 Belgorod 2.490 1.532.526 162,48
32 Nowgorod 1.020 634.111 160,86
33 Wologda 1.924 1.202.444 160,01
34 Tomsk 1.657 1.047.394 158,20
35 Uljanowsk 2.020 1.292.799 156,25
36 Wolgograd 4.070 2.610.161 155,93
37 Amur Oblast 1.274 830.103 153,47
38 Altai Region 3.687 2.419.755 152,37
39 Swerdlowsk 6.509 4.297.747 151,45
40 Primorje, Region 2.962 1.956.497 151,39
41 Iwanowo 1.602 1.061.651 150,90
42 Kemerowo 4.042 2.763.135 146,28
43 Kursk 1.613 1.127.081 143,11
44 Pskow 962 673.423 142,85
45 Jüdische Autonome Oblast 249 176.558 141,03
46 Nowosibirsk 3.719 2.665.911 139,50
47 Twer 1.884 1.353.392 139,21
48 Kostroma 929 667.562 139,16
49 Omsk 2.714 1.977.665 137,23
50 Brjansk, Oblast 1.751 1.278.217 136,99
51 Tschuwaschien 1.713 1.251.619 136,86
52 Krasnojarsk 3.852 2.828.187 136,20
53 Autonomer Kreis der Chanten und Mansen (Jugra) 2.020 1.532.243 131,83
54 Pensa 1.670 1.386.186 120,47
55 Kaliningrad 1.132 941.873 120,19
56 Tambow 1.307 1.091.994 119,69
57 Samara 3.784 3.215.532 117,68
58 Murmansk 898 795.409 112,90
59 Lipezk 1.296 1.173.513 110,44
60 Orjol 850 786.935 108,01
61 Krasnodar 5.579 5.226.647 106,74
62 Rostow 4.492 4.277.976 105,00
63 Wladimir 1.507 1.443.693 104,39
64 Kaluga 1.049 1.010.930 103,77
65 Mordowien 859 834.755 102,90
66 Woronesch 2.403 2.335.380 102,90
67 Adygeja 446 439.996 101,36
68 Chabarowsk, Region 1.324 1.343.869 98,52
69 Stawropol 2.633 2.786.281 94,50
70 Dagestan 2.709 2.910.249 93,08
71 Nischni Nowgorod 3.056 3.310.597 92,31
72 Smolensk 894 985.537 90,71
73 Rjasan 1.043 1.154.114 90,37
74 Jaroslawl 1.138 1.272.468 89,43
75 Karatschai-Tscherkessien 421 477.859 88,10
76 Moskau, Oblast 5.732 7.095.120 80,79
77 Tula 1.203 1.553.925 77,42
78 Kabardino-Balkarien 644 859.939 74,89
79 Inguschetien 273 412.529 66,18
80 St. Petersburg /Leningrad 3.607 6.596.434 54,68
81 Tschetschenien 550 1.268.989 43,34
82 Moskau 2.544 11.503.501 22,12


Anmerkungen:

Wir beobachten die Situation in allen Regionen Russlands. Alle registrierten Kriegstoten stammen aus offenen Quellen und werden von uns auf die Originalinformation verlinkt. Es kann allerdings vorkommen, dass diese von den Verfassern nachträglich gelöscht werden. In diesem Fall liegt uns ein Screenshot vor.

Die Sortierung der Kriegstoten nach Regionen ist extrem zeitraubend. Nur die wenigsten Meldungen kommen von amtlicher Seite, sondern meist von Freunden oder Familie. Hier sind die Angaben häufig unbestimmt, so dass fast alles nachrecherchiert werden muss. Da die Todeszahlen weiter steigen, haben wir im Jahr 2024 die Informationen in unseren Tabellen weiter reduziert, um den Arbeitsaufwand in Grenzen zu halten und veröffentlichen nur noch die Namen, die Ortsangabe, den Link auf die Originalinformation, die Altersangabe und den Tag des Todes, falls verfügbar.

Die von uns angegebenen Bevölkerungszahlen stammen von der russischen Zählung aus dem Jahr 2010. Zu Beginn des Krieges lagen uns keine aktuelleren Zahlen vor. Inzwischen gibt es eine neuere Zählung zum 1.1.2024. Danach ist die Bevölkerung inzwischen um etwas mehr als drei Millionen gewachsen. Zudem gibt es weiterhin eine Landflucht in die russischen Zentren. Der besseren Vergleichbarkeit haben wir bisher die Zahlen von 2010 belassen, da die rechnerischen Unterschiede meist nicht bedeutend wären.

Zusatzinformationen

Wir nehmen in die Statistik nur solche Kriegstote auf, bei denen es Hinweise auf eine russische Heimatregion gibt. Alle anderen werden als unbekannte Region geführt. Häufig kommen die Nachrichten von Verwandten, Kollegen oder Soldaten aus dem selben Trupp. Fehlt ein Hinweis auf den Lebensmittelpunkt, nehmen wir an, dass der getötete Soldat aus der selben Region wie der Berichterstatter stammt. Das muss nicht immer zutreffen.

Alle weiteren Informationen sind statistisch wenig aussagekräftig. Man kann schon froh sein, wenn der Name in der Todesnachricht genannt wird, statt unser Vater, Bruder, Schwager oder ein Kosenamen. Auch lange Texte enthalten häufig wenig Verwertbares. Wer genauere Informationen über Alter, Beruf, militärischer Rang, Todesort usw. haben möchte, müsste danach sehr umfangreich recherchieren. Das ist uns in diesem Zusammenhang nicht möglich.

Neu ab 28.03.24
Da wir nur noch einfache Tabellen veröffentlichen, müssen wir auch die Darstellungen vereinfachen. In den Meldungen kommen ganz unterschiedliche Darstellungen des Alters vor. Wir veröffentlichen nur noch zwei Varianten: xx Jahre(alt), oder geboren am, spätestens getötet am. Ist kein genaues Datum angegeben, sondern z.B. nur 1984, dann geben wir 1.1.1984 an. Oder falls nur der Monat angegeben ist, dann wird der 1. Tag im Monat angezeigt. Das hilft uns bei statistischen Auswertungen des Alters.

Uns liegen Fotos von Grabstellen russischer Soldaten vor, die aus nicht öffentlichen Quellen stammen. In diesen Fällen verlinken wir die aussagekräftigen Fotos auf unseren Webserver.

Grundlage unserer Abschätzungen

Wir wissen, dass wir mit unseren Zahlen nur bedingt die Realität abbilden. Viele Kriegstote werden öffentlich verschwiegen. Das bringt uns zu folgenden Überlegungen:

  • Der ehemalige russische Offizier Vitaly Votanovsky hat die Friedhöfe in der gesamten Region Krasnodar aufgesucht und dabei die Gräber von Kriegstoten ermittelt, die von den Medien nicht veröffentlicht wurden. Man kann also davon ausgehen, dass zumindest in dieser Region die meisten gefallenen Soldaten auch erfasst wurden. Insgesamt haben wir in Krasnodar (Stand 15.10.23) 1.167 gefallene Soldaten gelistet, davon wurden 699 in den Medien veröffentlicht, Vitaly Votanovsky oder seine Mitstreiter haben bis zu diesem Zeitpunkt die Gräber von 468 weiteren Gefallenen aufgezählt. Das bedeutet, dass in der Region Krasnodar gerundet etwa 60% aller Kriegstoten durch die Medien veröffentlicht wurden. 
  • Auch am Beispiel der Toten von Makijiwka ergeben sich ähnliche Relationen. 89 tote Soldaten wurden gemeldet, wir haben 137 gelistet, das ergibt etwa 65 Prozent der öffentlich gemachten Opfer.
  • Die tatarische Initiative "Tot aus Tatarstan" hat in ihrer Region ein umfassendes Bild der Opferzahlen erstellt. Danach hatten wir bis Oktober 24 etwa 67% aller Kriegstoten erfasst.
  • Der britische Geheimdienst hat zuletzt am 04.12.23 sich zu den russischen Verlustzahlen geäußert. Nach seinen Angaben hätte Russland 50.000 tote Soldaten und 20.000 getötete Wagnersöldner zu verzeichnen. Dazu kämen 180.000 bis 240.000 verwundete Soldaten und 40.000 verwundete Wagner-Söldner. Die Anzahl der getöteten Wagner-Söldner bezieht sich übrigens auf eine Aussage von Jewgeny Prigoschin vor seiner Attacke auf das russische Militärsystem.
  • Die Kriegstoten stellen aber nur einen Teil der Opferzahlen dar. Viele Soldaten wurden schwer traumatisiert – an Körper und Seele. Die BBC trifft dazu folgende Aussage: Nach Beobachtungen des US Center for Naval Analysis kommen auf jeden russischen Soldaten, der während des Krieges in der Ukraine getötet wurde, im Durchschnitt etwa dreieinhalb Verwundete. Durch die Situation an der Front im Jahr 2025 korrigieren wir den Multiplikator  ab Juli 1025.
  • Neu ab 01.07.2025
    Auf Grund der veränderten Angriffstaktik der russischen Armee müssen wir unsere Abschätzungen anpassen. Es werden keine größeren Einheiten mehr in die Angriffe geschickt, sondern das Militär versucht,  mit vielen einzelnen Soldaten oder Kleingruppen die ukrainische Abwehr zu infiltrieren. Die ukrainische Initiative "Ich will leben" schreibt dazu:
    Aufgrund des Fehlens eines normalen Systems zur Evakuierung von Verwundeten vom Schlachtfeld kommen auf einen Gefallenen nur 1,3 verwundete Soldaten. Dies zeugt von einer geringen Überlebensrate der Verwundeten, die nur unzureichend in taktischer Medizin ausgebildet sind und nach einer Verwundung in der Regel ohne Hilfe zurückgelassen werden.
    Da wir die Situation an der Front nur mit großer Verzögerung bei der Erhebung der Kriegstoten feststellen können, haben wir unsere Statistik ab Juli 2025  den neuen Gegebenheiten angepasst. Wir berechnen folglich ab Juli 2025 auf einen Gefallenen, 1,5 verwundete Soldaten.

Unsere Verlinkungen

Die meisten von uns erfassen getöteten russischen Soldaten im Krieg gegen die Ukraine stammen aus den sozialen Netzwerken Russlands (VKontake, Odnoklassniki). Diese Netzwerke werden von nicht durch uns betriebene Bots nach Stichworten abgesucht. Wir erhalten so Listen mit Links.

Bis wir diese Listen dann überprüfen gehen einige Tage ins Land. Es kommt häufig vor, dass inzwischen die Nachricht bereits gelöscht wurde. Finden wir keinen Alternativlink, veröffentlichen wir Sekundärlinks (pechalbeda200, poisk_in_ua), die nach unserer Erfahrung zuverlässig sind oder verlinken auf ein aussagekräftiges Foto in unserer eigenen Datenbank.

Der Krieg dauert inzwischen über vier Jahre. In dieser Zeit sind auch zahlreiche Zeitungen, Internetmedien und Telegramkanäle aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr erreichbar. Hier laufen unsere Links ins Nirwana, dafür liegen uns Screenshots der Meldungen vor.


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