Timur Renatowitsch Lekarew

Wir befinden uns in der Stadt Gukowo in der Oblast Rostow am Don im Süden Russlands. Die Stadt hat noch 58.000 Bewohner und liegt nahe der Grenze zur Ukraine. Früher gab es dort acht Zechen in denen Steinkohle abgebaut wurde, inzwischen wurden alle geschlossen und hinterließen beträchtliche Schulden.

Der Bürgermeister der Stadt und der Militärkommissar verteilten am 12. August Orden an die Familien von drei im Krieg gegen die Ukraine gefallenen Soldaten. Danach wurde ein Foto mit den Hinterblieben aufgenommen. Leider gab der Bürgermeister nicht an, welches Foto zu welchem getöteten Soldaten gehört. Folgt man der Reihenfolge der Namen und der Fotos, dann müsste die obige Aufnahme die Angehörigen von Timur Renatowitsch Lekarew zeigen. Daraus ergibt sich dann folgende Geschichte:

Timur wurde am 7. November 2007 geboren. Es gibt nicht viele Informationen im Internet über ihn zu finden. Seine Seite bei Odnoklassniki hat er nur bis zu seinem neunten Lebensjahr geführt, seine Mutter Julia gab damals an, in Chikago zu leben. Timur war gut in Sport und errang hier einen zweiten Platz.

Ganz offensichtlich hatte Timur seine Freundin geschwängert, wenn man dem obigen Foto glaubt. Und um die werdende Familie zu ernähren, kam er auf die dumme Idee, sich zum Kriegsdienst in der Ukraine zu verpflichten.

Am 7. November 2025 wurde er 18 Jahre alt und kurz danach schloss er den Vertrag - ohne militärische Vorkenntnisse. Und auch Timur wurde an der Front von seinen Kommandanten durch den Fleischwolf gedreht. Bereits am 27. Dezember 2025 wurde er als vermisst gemeldet. Timur war zu diesem Zeitpunkt gerade mal 50 Tage lang achtzehn Jahre alt.

Am 5. Januar 2026 suchten Angehörige öffentlich nach ihm:

HILFE BEI ​​DER SUCHE NACH EINEM FREUND ❗❗❗
LEKAREW TIMUR RENATOWITSCH
FUNKNAME: FARA
GEBURTSDATUM: 07.11.2007
EINHEIT: 40463 123. Brigade, 1. Bataillon (Abschnitt Sewersk)
Am 21.12.2025 zu einem Kampfeinsatz ausgerückt Letzter Kontakt: 26.12.2025. Seit dem 27.12.2025 im Einsatz vermisst Wir suchen nach jeglichen Informationen oder Kameraden, die bei ihm waren. Jeder Hinweis hilft!

Aus den Kommentaren zu dieser Suchanfrage geht hervor, dass zahlreiche andere Personen ebenfalls ihre an der Front vermissten Angehörigen suchen und niemand von den Militärbehörden nähere Informationen zu ihrem Verbleib erteilt.


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