Chevreaux ist der klare Gewinner unseres kleines Weihnachtsrätsels. Gefragt war, welches Wort am häufigsten im Suchindex der Board-Rundschau auftaucht. Dabei handelt es sich um eine große Tabelle, die durchsucht wird, wenn man unter einem oder mehreren Stichworten einen Beitrag finden möchte. Doch unser Ratemeister hat nicht nur den Begriff richtig erraten, auch seine Begründung dazu stimmte.

Beste Samstagabend-Unterhaltung im Netz liefern Ben-99 und LoddarNewYork. Der Gründer des Theme from NewYork-Boards war seines Amtes überdrüssig, wollte die Verantwortung schnell loswerden und trug sich deshalb als Administrator aus. Inzwischen ist er wieder im Amt, dafür hat sein Kollege Ben-99 wieder mal seinen Rücktritt erklärt. Der ist inzwischen völlig isoliert und außer Kontrolle. So veröffentlichte er heute Abend aufgeschnappte Details aus dem Privatleben einiger Mitglieder des gEB.

… zunächst einmal finde ich es toll, daß die Leser der BoardNachrichten wachsam sind und immer wieder zeigen, daß ihnen nichts entgeht.

Besonders das Hopper-Volk hat es sich ja bekanntlich zur Aufgabe gemacht, immer wieder mahnend auf Verfehlungen von uns hinzuweisen. Dafür sind wir auch sehr dankbar, und nur böse Zungen würden behaupten, daß den himmlischen Rammlern schon längst die Themen ausgegangen wären, könnten sie sich nicht wenigstens über uns ihre kleinen Köpfchen zerbrechen.

Und natürlich war auch der Heaven schon seit jeher das Sammelbecken aller moralisch besonders gefestigten Szene-Mitglieder. Darauf deutet allein schon das hohe Niveau der meisten Hopper-Threads in den letzten Wochen hin. Wer je ein Gedicht von Makker oder die wunderbare Prosa eines JR33 – stets applaudiert von Frau sheeply und Sohn Taxi - gelesen hat, wird wissen, was ich damit meine. Und dann sind dort ja eben auch so erlesene Member wie Dimitris anzutreffen, die immer wieder mutig ihren moralischen Zeigefinger erheben, wenn sie wieder mal auf eine himmelschreiende Ungerechtigkeit gestoßen sind.

Es soll sie noch geben, diese merkwürdige Spezies Mensch, die ihre Autos liebevoll mit vielerlei Schnickschnack aufpolieren, das Fahrgestell tunen und den Motor tiefer legen. Dabei wenden diese Leute viele, viele Arbeitsstunden, zehntausende von Kröten, den gesamten Familien- und Freundesclan auf, um am Schluss mit viel Glück bei einem Treffen von Autoenthusiasten einen schnöden Pokal oder eine geile Braut zu ergattern.

Kurznachrichten & Personalien

Schlagbäume sind etwas für Weicheier

Akhra Avidzba, Kampfnahme „der Abchasier“, ist zwar im russischen Sotschi geboren, lebt aber lange in Abchasien. Zur Erinnerung: Abchasien hat sich mit russischer Hilfe von Georgien abgespalten und will heute ein eigener Staats sein – von Russlands Gnaden. Im Krieg in der Ostukraine machte Avidzba sich einen Namen als Kommandeur der 15. Rebellenbrigade ("Pyatnashka") , einer Einheit hauptsächlich aus Männern, die auch in Abchasien für Russland und gegen Georgien gekämpft hatten. Nach dem Minsk II Abkommen und dem damit verbundenen Waffenstillstand versuchte Avidzba mit seinem Bataillon, die ukrainische Kleinstadt Marjinka einzunehmen – was ihm letztlich nicht gelang, dafür aber den Titel „Held der Donezker Republik“ einbrachte.
Anfang dieses Jahres versuchte Avidzba in Abchasien mal wieder den Umsturz und war bei den Unruhen gegen dessen Präsident Aslan Bschania beteiligt. Jetzt wollte er wieder nach Abchasien einreisen, ausgerüstet mit einem Diplomatenpass. Doch wegen Steuerschulden, Geldstrafen der Verkehrspolizei und unbezahlten Stromrechnungen wurde er am Grenzübergang nicht durchgelassen. Das kann aber einen Kämpfer der russischen Sache niemals aufhalten, wie jenes Video zeigt. OM, 11.08.2020


Mit positivem Denken gegen eine Pandemie

Kennt ihr eigentlich Dr. Leonard Coldwell aus den USA? Den Mann, der jede Form von Krebs heilen kann? Mit positivem Denken und dem Abbau von Stress?

Ok, ok, der Mann ist ein Blender, der aus der Not von Krebspatienten versucht, eigenes Kapital zu schöpfen und dabei recht erfolgreich ist. Denn eigentlich heißt der Mann auch Bernd Klein, stammt aus Deutschland und war lange ein unbedeutender Motivationscoach. Den Doktortitel hat er gegen Geld geschossen, jetzt spielt er erfolgreich die Rolle des Mediziners im Kampf gegen Pharmakonzerne und Impfwahn.

Kein Wunder, dass der kleine Bernd auch in Sachen der Corvid-19 Pandemie wichtige Botschaften zu verbreiten hat. Denn jener Virus wäre nur ein Drittel so gefährlich wie eine normale Grippe und jener Mund- und Nasenschutz würde uns deutlich mehr gefährden.

Ok, ok, solchen Verschwörungs­theoretikern sollte man eigentlich keine Zeile einräumen, gäbe es da nicht Russland. Dort wütet das Coronavirus wie in keinem Land Europas. Stand heute wurden über 500 Tausend Menschen damit infiziert, wie viele daran gestorben sind, ist unbekannt. Offiziell sind es 6.500, wahrscheinlich aber ein Vielfaches davon. Und noch immer hat das Land die höchste Zahl an Neuerkrankungen pro Tag in Europa - aktuell 8.400.

Und genau in Russland hat Dr. Leonard Coldwell mit seiner "Aufklärungsmission" gerade richtigen Erfolg. Sein etwa neun minütiges Video - auf russisch übersetzt - bekam innerhalb einer Woche auf Youtube knapp fünf Millionen Aufrufe. Da kann man nur wünschen - bleibt trotzdem gesund. 11.06.2020 OM

Der im Glashaus sitzt, bittet um neue Steine

Boris Palmer, grüner Bürgermeister zu Tübingen, scheint in seinem Amt nicht ausgelastet. Zusammen mit ein paar Wissenschaftlern und einer Schriftstellerin veröffentlicht er im Spiegel einen Aufruf, wie Deutschland doch besser mit der Corona-Pandemie umgehen solle. Und das bitte dalli dalli, sonst wäre unsere Ökonomie und unsere Demokratie in Gefahr. Das bei einem läppischen  Virus, der für den Otto-Normalbürger auch nicht gefährlicher wäre als eine Grippe.

Man kann getrost unterstellen, dass all die aktuellen Einschränkungen im öffentlichen Leben den Unterzeichnern viel zu weit gehen und sie lieber ins Risiko gehen wollen. Doch bis auf ein paar Allgemeinplätze an die Politik, was denn nun dalli dalli bitte angegangen werden solle und auf einen Appell an die Bürger, ihrer Verantwortung gerecht zu werden, mehr ist jenen Unterzeichnern nicht eingefallen.

Dabei hätte „Doc Boris“ ja mit Taten zur Bekämpfung der Epidemie  seit Wochen glänzen können. Denn sein Studentenstädtchen ist von Corona ganz besonders gebeutelt, der Kreis Tübingen hat Stand heute knapp 1200 Infizierte und 39 Todesfälle zu verzeichnen. Mit 530 Fällen pro 100tausend Einwohner gehört der Landkreis Tübingen zudem zu den HotSpots in Deutschland (Foto von Superbass, CC-by-SA-4.0). OM 25.04.2020

Systemrelevant oder nicht?

Mit einem drei Milliarden Euro Kredit wird Adidas vor der drohenden Zahlungsunfähigkeit gerettet. Allein 2,4 Milliarden € kommen dabei vom Staat über dessen Förderbank KfW, den Rest steuert ein privates Bankenkonsortium bei. Dabei hatte das Unternehmen das Jahr 2019 bei einem Umsatz von über 23 Milliarden Euro knapp zwei Milliarden Gewinn erwirtschaftet. In der Corona-Krise liegen aber die Adidas-Produkte weltweit wie Blei in den Lagern, es wird nirgendwo mehr Fußball gespielt, auch die Olympischen Spiele sind verschoben und die Sportgeschäfte sind geschlossen.

Apropos Sportgeschäfte - die sind geschlossen weil nicht systemrelevant, genauso wie Fußball oder Leichtathletik - alles nicht systemrelevante Freizeitbeschäftigungen mit hohem Infektionsrisiko. Da wundert es schon, dass der Hersteller von Freizeit- und Sportkleidung jetzt plötzlich systemrelevant sein soll und mit einer Milliardenspritze des Staats gerettet werden muss. OM, 15.04.2020

 

Wie erschieße ich einen Virus?

Im Umgang mit den Folgen des Coronavirus zeigen sich in den Ländern deutliche Kulturunterschiede. Während in Deutschland Mehl, Hefe und Klopapier zur Mangelware geworden sind, sollen zum Beispiel in Frankreich in den Läden Rotwein und Kondome knapp geworden sein.

Wieder anders gehen die us-amerikanischen Bürger mit der Krise um. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg soll im März 2020 der Verkauf von Pistolen und Gewehren gewaltig angestiegen sein. Der Umsatz mit Handfeuerwaffen stieg laut  der vorgelegten Analyse gegenüber dem Vorjahr um 91,1%, und der Umsatz mit Langwaffen stieg um 73,6%.

Da stellt sich doch die Frage: Wie erschieße ich einen Virus?
OM, 03.04.2020

Mörderisches System

Schon lange steht der recht naheliegende Verdacht im Raum: Der Wikileaks-Gründer Julian Assange ist Opfer einer staatlichen Verschwörung geworden. Beteiligt daran sind Schweden, Großbritannien und die USA. Die Staaten hatten das Ziel, jenen unbequemen Mann aus dem Verkehr zu ziehen und damit weitere höchst peinliche Veröffentlichungen von staatlich unmoralischem oder kriminellem Handeln zu unterbinden.

Wer an dieser Aussage Zweifel hegt, der möge das Interview lesen, das der Uno-Sonderberichterstatter für Folter, Nils Melzer, dem Schweizer Magazin Republik gegeben hat. Der Mann konnte die schwedischen Gerichtsakten einsehen und musste erschaudern, wie Vergewaltigungsvorwürfe konstruiert wurden. Und wie die Briten die Schweden baten, ja nicht das Verfahren einzustellen. Weil sonst die Verfolgung von Assange in England nicht mehr zu rechtfertigen wäre. Aus all den Fakten ergibt sich nur eins: Assange ist unverzüglich frei zu lassen.
OM 18.02.2020

Vom Söldner zum Umweltaktivisten

Benes Ayo, auch Beness Aijo (Foto) geschrieben, ist ein lettischer Staatsbürger mit einer russischen Mutter und einem ugandischen Vater. Er war aktives Mitglied der Nationalbolschewistischen Partei Russlands, die 2005 dort verboten wurde. Jetzt ist er Mitglied der 2005 gegründeten Communist Party of Great Britain (Marxist-Leninist). Auf Grund seiner politischen Ansichten wird er der „Schwarze Lenin“ genannt.
Bereits 2014 wollte Ayo sich den Separatisten im Donbass anschließen, wurde aber inhaftiert und schließlich nach Lettland abgeschoben. Von dort entzog er sich der polizeilichen Überwachung und floh über Finnland, Russland in die Ostukraine. Dort nahm er auf Seiten der Separatisten an den Kämpfen u.a. um Debalzewe teil.
Aktuell wurde er in Russland festgenommen und wird in der Region des Oblast Archangelsk im Dorf Jarensk festgehalten. Er  hatte sich den Umweltaktivisten angeschlossen, die dort im eisigen Nordwesten Russlands gegen eine riesige Müllkippe demonstrieren. Update 14.02.: Nach Presseberichten wurde Ayo inzwischen wieder frei gelassen.
OM, 12.02.2020

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