Marat Rinatowitsch Gafarow "Er war ein freundlicher, sympathischer junger Mann, zuverlässig, mutig und entschlossen, mit einem guten Sinn für Humor, half, wenn Hilfe benötigt wurde, sorgte sich um andere und unterstützte sie. Er kochte gern." So lautete die Nachricht des Jenisseisk Kollegs zum Tod von Marat Rinatowitsch Gafarow, der im Krieg gegen die Ukraine gefallen war.
Marat, geboren am 31. Juli 2004, kam aus der Stadt Jenisseisk in der Region Krasnojarsk und hatte am örtlichen Kolleg den Beruf eines Kochs erlernt.
Und Marat ist für uns kein Unbekannter, wir haben den jungen Mann bereits im November 2024 hier vorgestellt. Aber wie so häufig, hatten wir nur die halbe Wahrheit in Erfahrung gebracht. Marat war nicht freiwillig in den Krieg gezogen.
Denn gegen Marat lief ein Strafverfahren, dem er sich durch die Flucht an die Front entzog. Im Jahr 2021 soll der 17-jährige Marat seine damals noch nicht einmal 14 Jahre alte Cousine vergewaltigt haben. Das Mädchen und ihre Verwandten beschlossen erst im Sommer 2024, Anzeige zu erstatten. Ein Strafverfahren wegen Vergewaltigung wurde eröffnet.
Das Verfahren wurde erst jetzt mit dem Antrag auf Einstellung bekannt, da der Täter inzwischen nicht mehr unter den Lebenden weilt. 

Sergej Podwarkow

Der Telegram-Kanal "Menschen des Baikal" berichtet:
Zwei Brüder aus einer kinderreichen Familie starben im Krieg in der Ukraine
Im Dorf Znamenka in der Region Irkutsk wurde Abschied von dem 41-jährigen Sergej Podwarkow genommen. Er starb am 9. Januar 2025 im Krieg in der Ukraine. Im September 2023 fiel sein jüngerer Bruder, der 29-jährige Ilja Podwarkow, an der Front.
Beide Brüder wuchsen in einer kinderreichen Familie in Znamenka auf. Der 29-jährige Ilja war das achte und jüngste Kind, Sergej das vierte. Ihre Mutter arbeitete im Dorftreff, der Vater war Maschinist in der Kolchose. Von klein auf halfen die Brüder den Eltern im Haushalt, hüteten das Vieh und arbeiteten bei der Heuernte.
Nach der Schule lernte Sergej Schweißer und zog nach Angarsk. Dort fand er Arbeit und zog zwei minderjährige Kinder groß. Im September 2024 entschied sich Podwarkow, einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium zu unterschreiben und in den Krieg zu ziehen. Fünf Monate später erhielt die Familie die Nachricht von seinem Tod.
Sergejs jüngerer Bruder Ilja unterschrieb 2023 einen Vertrag und fiel im September in der Region Saporischschja. Beide Brüder wurden in Znamenka beerdigt, wo sie geboren wurden und ihre Kindheit verbrachten.

Michail WerrierHin und wieder gibt es auch bei uns Nachrichten, bei denen es nicht um den Tod geht, sondern um das Leben. Michail Werrier ist so ein Fall. 
Er wurde vom Kommando gezwungen, einen Vertrag für den Militärdienst zu unterzeichnen - wir haben schon mehrfach über solche Fälle berichtet. Michail wurde eine fiktive Gefängnisstrafe angedroht und ihm wurde sofort angeboten, einen Vertrag zu unterschreiben – angeblich, um die Angelegenheit zu vertuschen. Natürlich versicherte man ihm, dass er nach der Unterzeichnung weiterhin in der Einheit dienen würde. Doch unmittelbar nach der Unterschrift sollte Michail in den Krieg in die Ukraine geschickt werden.
Als Michaels Mutter von dem Vorgang erfuhr, setzte sie Himmel und Hölle in Bewegung, um ihren Sohn aus den Klauen des Militärs zu befreien. Sie schaltete einen Anwalt ein, klopfte an jede Tür eines möglichen Zuständigen und machte die Angelegenheit öffentlich. In der Folge gab es eine behördliche Untersuchung mit dem Resultat, dass der Militärvertrag mit Michael aufgelöst wurde.
Michael ist jetzt wieder zuhause, dank der Durchsetzungskraft seiner Mutter.

Ein russischer Soldat hat dieses Video aufgenommen. Es zeigt einen Soldaten im Kampfgebiet, der eine Überdosis Drogen genommen hat. Die ersten medizinischen Maßnahmen wurden vom örtlichen Sanitäter durchgeführt, der ihn dann ins Krankenhaus bringen will. Der Soldat ist in einem schlechten Zustand und dieses Video war wahrscheinlich für die Vorgesetzten des Soldaten gedacht.
Die übliche Droge um die Angst der Soldaten klein zu halten, ist an der Front der Alkohol. Die Kommandanten geben allerdings auch Drogen aus - gegen die Furcht, gegen den Schlaf, gegen Schmerzen. Und natürlich grassieren in den Schützengräben auch allerlei verbotene Drogen - trotz der rigiden russischen Gesetze. Aber im ständigen Angesicht des Todes - wen interessiert es.

Die staatliche ukrainische Initiative "Ich will finden" haben wir bereits mehrfach vorgestellt. Sie veröffentlicht am laufenden Band Listen mit Namen gefallener russischer Soldaten. Dazu gehören die Namen, Geburts- und Todesdatum der getöteten Soldaten verschiedener russischer Regimenter, aber auch Listen über die Gefallenen aus verschiedenen Regionen. Stichproben haben ergeben, dass die Listen authentisch sind, wenn auch nicht immer aktuell. 
Leider bestehen alle veröffentlichten Listen aus Seitenfotos mit gering gewählter Auflösung, dazu mit Wasserzeichen verschönert. Es ist für uns deshalb nicht möglich, diese Listen automatisch zu verarbeiten und auf nicht erfasste russische Kriegstote zu durchsuchen. Für eine manuelle Auswertung fehlen uns die Ressourcen. Eine Anfrage uns diese Listen im Original zuzustellen, wurde nicht beantwortet. Glücklicherweise gibt es für alles Lösungen in der Kooperation mit anderen Einrichtungen - allerdings dauert es etwas länger.
In der folgenden Liste vergleichen wir unsere Zahlen mit den Einträgen auf den Listen der Initiative. Bitte beachtet, dass wir insgesamt bei 4% aller gefundenen Namen keine Region ermitteln konnten. Man kann deshalb auf unsere Zahlen 4% dazu zählen. Über die Links können die Originallisten eingesehen werden.

OM
30.06.25
Ich will finden
Baschkortostan 6.020 5.938 pdf
Burjatien 2.889 2.030 pdf
Dagestan 1.723 1.597 pdf
Inguschetien 163 135 pdf
Kalmückien 303 447 pdf
Komi 1.171 488 pdf
Sacha / Jakutien 1.514 1.108 pdf
Tatarstan 6.267 3.628 pdf
Tschetschenien 342 190 pdf
Tschuwaschien 1.065 1.273 pdf

Der Tuimasi-Bezirk liegt im Westen Baschkortostans und ist mit über 130.000 Bewohnern ein bevölkerungsreicher und wirtschaftlich gut entwickelter Teil Baschkortostans. Baschkiren und Tataren stellen die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung. Die Initiative "Fremder Krieg" hat obiges Video veröffentlicht. Der Text dazu in deutscher Übersetzung:
Im Bezirk Tuimasi gibt es einen ganzen Friedhof von Kämpfern, die nicht nach Hause zurückgekehrt sind.
Die Gräber der Soldaten des 108. Luftlandesturmregiments sind ein stummer Schrei derer, deren Leben für fremde Interessen geopfert wurden. Aber jetzt ist dieser Schmerz nur noch für ihre Familien.
Dieser fremde Krieg. Menschen werden weiterhin an die Front geschickt, ohne über ihr Schicksal und die Möglichkeit nachzudenken, lebend nach Hause zurückzukehren.

Die militaristische Ausbildung an der Schule Nr. 9 in Zima, Region Irkutsk, haben wir in einem Beitrag bereits vorgestellt. Wir wissen nicht, ob Roman diese Schule besuchte, aber auch alle anderen Schulen des Bezirks düften ähnliche Bildungsmodelle haben.
Der 24-jährige Roman Sergejewitsch Zelych entschloss sich im Mai in den Krieg zu ziehen und war im Juli bereits tot. Wir dokumentieren den Nachruf der Bezirksverwaltung:

Die Verwaltung der Gemeindeformation Siminski, die Abgeordneten der Duma des Gemeindebezirks Siminski, die Verwaltung der Gemeindeformation Batami, der Rat der Kriegs-, Arbeits- und Streitkräfteveteranen (Rentner) sowie der Strafverfolgungsbehörden des Gemeindebezirks Siminski sprechen der Familie, ihren Angehörigen und Freunden ihr aufrichtiges Beileid zum Tod von Roman Sergejewitsch Zelych aus.

Roman Sergejewitsch Zelych
Roman Zelych wurde am 14. Mai 2000 geboren und wuchs im Dorf Batama auf. Er absolvierte die Schule in Batama und anschließend das Eisenbahncollege. Er arbeitete im System des Innenministeriums.
Im Mai 2025 unterzeichnete er einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium der Russischen Föderation und begab sich in das Kampfgebiet der Sondermilitäroperation in der Ukraine.
Der Scharfschützen-Aufklärer Roman Sergejewitsch Zelych starb am 8. Juli 2025 während eines Kampfeinsatzes nahe dem Dorf Terny in der Volksrepublik Donezk.
Unsere Soldaten erfüllen mutig ihre Pflicht, das Vaterland zu verteidigen. Der Tod jedes Kämpfers, der an der Befreiung der Donbass-Republiken beteiligt war, erfüllt uns mit Schmerz und Trauer. Unsere Familien erleiden einen unwiederbringlichen Verlust. Die Erinnerung an jeden Verstorbenen wird in unseren Herzen bleiben.
Der Gouverneur der Region Irkutsk, Igor Iwanowitsch Kobzew, und die Bürgermeisterin des Bezirks Ziminsky, Natalja Wladimirowna Nikitina, sprechen der Familie und den Freunden ihr tiefes Beileid zum Tod von Roman Sergejewitsch Zelych aus.

Brüder Podwarkow
Snamenka ist ein Dorf in der Oblast Irkutsk mit rund 500 Einwohnern. Die Verwaltung der ländlichen Siedlung teilt mit:
Zwei Brüder aus einer kinderreichen Familie starben im Krieg in der Ukraine
Im Dorf Znamenka in der Region Irkutsk wurde Abschied von dem 41-jährigen Sergej Podwarkow genommen. Er starb am 9. Januar 2025 im Krieg in der Ukraine. Im September 2023 fiel sein jüngerer Bruder, der 29-jährige Ilja Podwarkow, an der Front.
Beide Brüder wuchsen in einer kinderreichen Familie in Znamenka auf. Der 29-jährige Ilja war das achte und jüngste Kind, Sergej das vierte. Ihre Mutter arbeitete im Dorftreff, der Vater war Maschinist in der Kolchose. Von klein auf halfen die Brüder den Eltern im Haushalt, hüteten das Vieh und arbeiteten bei der Heuernte.
Nach der Schule lernte Sergej Schweißer und zog nach Angarsk. Dort fand er Arbeit und zog zwei minderjährige Kinder groß. Im September 2024 entschied sich Podwarkow, einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium zu unterschreiben und in den Krieg zu ziehen. Nach fünf Monaten erhielt die Familie die Nachricht von seinem Tod.
Sergejs jüngerer Bruder Ilja hatte 2023 einen Vertrag unterschrieben und starb im September in der Region Saporischschja. Beide Brüder wurden in Znamenka beerdigt, wo sie geboren wurden und ihre Kindheit verbrachten.

Der U.S.-Außenminister  Marco Rubio äußerte am 10. Juli 25 in einer Pressekonferenz in Kuala Lumpur, Malaysia, dass in der ersten Hälfte des Jahres 2025 etwa 100.000 russische Soldaten getötet wurden. Die Verluste der Ukraine wären niedriger, aber immer noch bedeutend.
Wir wollen dieser Aussage unsere ermittelten und geschätzten Werte gegenüberstellen. Danach nimmt die amerikanische Regierung etwa doppelt so hohe Werte wie unsere Schätzumgen an.

Monat ermittelt geschätzt
Januar 25 5.360 8.933
Februar 25 5.578 9.297
März 25 5.018 8.363
April 25 3.894 6.490
Mai 25 3.245 5.408
Juni 25 4.592 7.653
 
Summe 27.687 46.145

Gennadi Viktorowitsch LechtagiginAm 11. August 24 wurde der russische Soldat Gennadi Wiktorowitsch Lechtagigin, geboren am 28. Januar 1981,  in der Ukraine getötet. Und es dauerte beinahe ein ganzes Jahr, bis seine Überreste in seiner Heimat begraben wurden. Sein Heimatdorf würde um ihn trauern, heißt es in einem Kommentar. Über Gennadi ist wenig bekannt, er war als Einzelunternehmer registriert und hatte erhebliche finanzielle Probleme. Das dürfte der Grund sein, warum er in den so weit entfernten Krieg zog.
Gennadi kam aus dem Dorf Topolowka der Region Magadan mit gerade mal 54 Einwohnern. Topolowka liegt ziemlich abgeschieden auf der dünn bediedelten Halbinsel Taiganos, die sich zwischen dem Festland und Kamtschatka befindet.

Konstantin Konstantinowski DrjachlowDas ist die Geschichte von Konstantin Konstantinowski Drjachlow, geboren am 9. März 1993, aus der Stadt Glasow in Udmurtien. Und um es gleich vorneweg zu sagen - Konstantin war nicht das hellste Licht in der Stadt. Sein letzter ständiger Wohnsitz war zudem die Haftanstalt IK-6 im Moschginski Bezirk in Udmurtien.
Zusammen mit einem Kumpel bemerkte Konstantin eine leicht offen stehende Türe an einem Reisebus. Sie brachen die Türe auf und klauten alles, was nicht niet und nagelfest war: Klopapier, Erste-Hilfe-Sets, Seesäcke, Glühbirnenkartons, Container, einen Schlafsack und den eingebauten Fernseher. Der Busfahrer entdeckte die beiden und stellte sie zur Rede, doch bei zwei gegen einen sah er keine Chance und ließ sie ziehen. Auf der Flucht warfen die beiden Diebe einen Teil der erbeuteten Sachen einfach weg.
Im Januar 2024 wurde Konstantin zu zwei Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt. In der Haft unterzeichnete er einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium - sein eigenes Todesurteil. Er landete in der Militäreinheit 34479. Nach Angaben seiner Angehörigen meldete er sich zuletzt aus einem Krankenhaus im Dorf Wodnoje. Er starb am 22. Mai 2024 und wurde 31 Jahre alt. Das Schicksal seines Komplizen ist unbekannt.

Igor Wjatscheslawowitsch Pribrjukow
Wir hatten berichtet, dass Angehörigen getöteter russischer Soldaten verboten wurde, die Zinksärge zu öffnen. Einer der Gründe könnte das Beispiel von Igor Wjatscheslawowitsch Pribrjukow sein, der im Zinksarg nach Hause kam. Der Mann wäre am 27. Februar 2025 im Krankenhaus gestorben.
Als die Angehörigen den Sarg öffnen ließen, fanden sie nur drei Stück Kohle - keine Militärmarke, keine Dokumente. (Übersetzung)

Oksana Sergejewna TschetschelnitskajaManche Lebensläufe sind von außen betrachtet, schwer zu erklären. Da hätten wir Oksana Sergejewna Tschetschelnitskaja, geboren am 3. Dezember 1974, die aus der Großstadt Kropywnyzkyj  in der Ukraine stammt - Kampfname Eule. Oksana hatte sich zunächst der Gruppe Wagner angeschlossen und kümmerte sich als Sanitäterin um die verwundeten Soldaten beim Kampf um die ukrainische Stadt Bachmut - in der russischen Nomenklatur gerne liebevoll Bachmut-Fleischwolf genannt. Als die Gruppe Wagner aufgelöst wurde, verpflichtete sich Oksana bei den tschetschenischen Achmat-Einheiten, der nächsten halbstaatlichen Ganoveneinheit.
Bei einem Zusammenstoß ihres Krankenwagens mit einem KamAZ-Laster Mitte Juni 25 in der Region Luhansk wurde Oksana getötet.

Wladimir Munkuewitsch OtschirowWladimir Munkuewitsch Otschirow, geboren am 16.08.1973 in Transbaikalien, war Berufssoldat in der russischen Armee. Im Jahr 2018 wurde er in den Ruhestand versetzt und arbeitete danach im Sicherheitsdienst eines Unternehmens. Sein Sohn Sergej (Tsydyp) war unter mysteriösen Umständen im Krieg getötet worden. Er war ganz zu Beginn des Krieges in ukrainische Gefangenschaft geraten, im Juli 2022 wurde sein Tod gemeldet (Pos. 225).
Drei Kriegsjahre später zog es auch den Militärrentner Wladimir wieder in den Krieg. Als Freiwilliger unterschrieb er im Jahr 2025 einen Militärvertrag. Sein Einsatz war überschaubar. Wann er getötet wurde, wird nicht berichtet, aber am 30. Juni 25 soll er in Tschita, der Hauptstadt Transbaikaliens, bestattet werden.

Bujan Nikolajewitsch Sat"Mit tiefer Trauer und bitterem Schmerz in unseren Herzen teilen wir Ihnen mit, dass Bujan Nikolajewitsch Sat, geboren am 16. Juli 1991, am 30. Januar 2025 in der Zone der militärischen Spezialoperation auf tragische Weise ums Leben kam, nachdem er bei einer Kampfmission zur Befreiung der Siedlung Udatschnoje Mut und Tapferkeit bewiesen hatte", schreibt eine tuwinische VKontakte-Seite am 22. Juni 25.
Jedoch am 15. März 2025 veröffentlichte ein ukrainischer Telegram-Kanal ein Verhör mit Bujan Nikolajewitsch Sat. Er war Soldat bei den "Schwarzen Husaren", wurde in den Angriff geschickt und kam in Gefangenschaft. 
"Wir hatten keine Ausbildung, wussten nicht, wie man kämpft, wohin man geht, was man tut. Wir wurden einfach als Kanonenfutter an die Front geschickt. Die Kommandeure drohten, Granaten auf diejenigen zu werfen, die nicht angriffen. Auf meinem Weg nach Udatschnoje sah ich 30 bis 40 Leichen unserer Soldaten. Die Soldaten der ukrainischen Streitkräfte nahmen uns auf, obwohl das russische Kommando versuchte, uns den Garaus zu machen. Wir wurden medizinisch versorgt, verköstigt und mit Wasser versorgt", sagte er in die Kamera.
Sicher ist folglich, dass Bujan nicht beim Angriff auf das Dorf Udatschnoje getötet wurde, sondern in Gefangenschaft geriet. Möglich wäre, dass er später gegen ukrainische Kriegsgefangene ausgetauscht wurde, erneut an die Front musste und schließlich doch getötet wurde. Am 25. Juni 25 wurde Bujan in Kyzyl, Tuwas Hauptstadt, beigesetzt. Wer oder was auch immer in diesem Sarg lag.

Rustam Asamatowitsch Anisimow

Hallo, ich wende mich an Sie, weil Rustam Asamatowitsch Anisimow, geboren am 09.03.2004, Rufzeichen Tichy, am 01.03.2025 seinen Dienst in der Militäreinheit 78568 angetreten hat und seit dem 04.04.2025 als vermisst gilt. Ich bitte Sie, bei der Suche nach ihm zu helfen!
Vielleicht sieht oder erkennt ihn einer der Jungs. Jede Information ist uns wichtig!!!
Suchanfrage am 25.04.25 - Rustam wurde am 17. Juni 25 auf dem Friedhof der Stadt Belowo, Region Kemerowo beigesetzt.

Wir zeigen dieses beispielhafte Video über einen russischen Kriegsgefangenen, um zu zeigen, welche Menschen in die Angriffe geschickt werden. Das sind die sogenannten entbehrlichen Soldaten, die losziehen müssen - manchmal sogar ohne Bewaffnung, um Positionen im Niemandsland zu besetzen oder um feindliches Feuer auf sich zu lenken, damit deren Stellungen erkundet werden können. Der Tod dieser Soldaten wird in Kauf genommen.
Wiktor Butorin besuchte keine Schule, er kann weder lesen noch schreiben. Er kam aus dem Dorf Kadachta in Transbaikalien. Sein Leben lang arbeitete er für umgerechnet etwa 30 € pro Woche auf einem Bauernhof. Nach ukrainischer Darstellung, hätte ihn seine Frau dazu überredet, in den Krieg zu ziehen, damit er endlich genügend Geld verdienen würde.
Die Untertitel sind wenig verständlich - 200 bedeutet getötete, 300 verletzte Soldaten. Er redet davon, dass er (?) wegen Trunkenheit in die Grube gesteckt wurde. Danach wäre er in den Sturm geschickt worden, seine Kameraden wurden getötet, er trat auf ein Blütenblatt (russische Personenmine) und kroch zu den gegnerischen Linien, um sich zu ergeben.

Krieg ist immer eine grausame Sache und bringt häufig das Schlechte im Menschen hervor. Im Schlepptau der Soldateska ziehen Plünderungen, Vergewaltigungen, Folter und das Morden von Zivilisten über das Kriegsgebiet. Und das trifft nicht nur die feindliche Bevölkerung, sondern auch die eigenen Kameraden. Wer Angst hat und sich Befehlen wiedersetzt, wer sich weigert, auf selbstmörderische Angriffe loszuziehen, wer schwach und in den Augen der Kameraden ein Opfer ist, der wird von den eigenen Kollegen schikaniert und verprügelt oder auf Befehl der Kommandanten brutal gefoltert.
Ein aktuelles Video zeigt beispielhaft solch eine angeordnete Folter an zwei russischen Soldaten. Das Video ist nichts für Jugendliche und schwache Nerven, wir zeigen es deshalb auch nicht auf der Frontseite. 

Wir haben heute in unserer Rubrik "Übersetzte Berichte aus Russland" ein Video veröffentlicht, das die gefallenen Soldaten aus einem Bezirk der Region Krasnodar auflistet. Das Video selbst ist nur für uns interessant, weil wir 27 neue Namen in unsere Datenbank aufnehmen konnten. Deshalb wollen wir es auch nicht auf unserer Titelseite vorstellen.
Viel interessanter ist der Beitrag zu diesem Video, das die totale Umkehrung von Tätern und Opfern propagiert. Russland wird als Opfer jenes Krieges dargestellt - unter dem Titel "Sie wollen uns zerstören!".

Andromeda

Andromeda war der Kampfname von Valentina Wladimirowna Demenkowa. Valentina wurde am 12.08.1971 in der Stadt Nurlat in der russischen Teilrepublik Tatarstan geboren. Die Familie zog nach Tadschikistan und Valentina heuerte dort beim Militär an. Zurück in Russland bekam sie eine Stelung bei der Innenbehörde.
Als das russische Militär in die Ukraine einmarschierte, wollte Valentina auch dabei sein. Zunächst sammelte sie Spenden für die kämpfende Truppe und organisierte Versorgungsfahrten. Im Herbst 2023 schließlich unterschrieb sie einen Militärvertrag. Zu ihren Beweggründen hatte sie nur eine wirre Antwort: „Ich kann nicht genau sagen, was mich dazu bewogen hat, den Vertrag zu unterschreiben. Ich weiß nur, dass ich hier sein muss und tun muss, was ich kann. Ich verstehe, dass ich Kinder und Enkelkinder habe … Aber innerlich habe ich gespürt, dass ich hier mehr gebraucht werde."
Jetzt wird sie nicht mehr gebraucht, am 5. Juni 25 meldete ein Telegram-Kanal ihren Tod.

Daniil Romanowitsch PoljanskiDas kleine Dorf Tschermoschnoi liegt in der Region Kursk, gerade mal 100 km von der ukrainischen Grenze entfernt. Früher konnte man sich ins Auto setzen, um Freunde oder Verwandte in der Ukraine zu besuchen. Heute fahren Dorfbewohner wieder in die Ukraine, um dort gegen Bezahlung Krieg zu führen - so wie der junge Daniil Romanowitsch Poljanski, geboren am 13. Mai 1998. Daniil meldete sich im Februar 2024 freiwillig zum Kriegsdienst beim russischen Militär, in der Regel erfolgt dann eine zweiwöchiges Training und danach geht es in die Kampfzone. Daniil wurde als Fahrer-Mechaniker und Assistent des Granatwerfers in der Region Charkiw eingesetzt. Sein Beitrag zum Krieg war überschaubar: Am 24.02.24 stellte Daniil die Kommunikation mit der Familie ein, am 29. Februar 24 wäre er getötet worden. Im April 2025 wurde seiner Schwester nachträglich der Mutorden überreicht.

Armen Ambartsumjan
Dem Namen nach hatte Armen Ambartsumjan armenische Wurzeln, er lebte aber in der Stadt Frolowo in der Oblast Wolgograd. Der Mann war mit seinen 63 Jahren auch nicht mehr ganz jung und war zudem alles andere als gesund. Er litt schwer an einer Krebserkrankung und hatte zudem noch Hepatitis. Nach mehreren erfolglosen Versuchen, fand er schließlich einem Militärkommisar, der ihn für gesund genug zum Kriegsdienst einstufte. 
Bei der Unterzeichnung des Vertrags wurde ihm unter Berücksichtigung seiner Krankengeschichte und seiner 40-jährigen Fahrerfahrung eine Stelle als Fahrer eines Lebensmittel-LKWs versprochen“, erzählt die Tochter des Verstorbenen. „Aber dann stellte sich heraus, dass man ihn betrogen hatte, ihm den Rufnamen „Gol“ gegeben und ihn am 20. August als Teil einer Sturmtruppe zum Sturm auf eine der Siedlungen geschickt hatte.“
In Russland weiß inzwischen jedermann, dass solche Versprechungen bei den Registrierungsämtern nichts bedeuten, meinen einige Kommentatoren unter der Nachricht. Und wahrscheinlich war es um die "ideologischen Gründe" , die Armen angab, auch nicht anders bestellt. Bereits am 27. August 24 wurde Armen als vermisst gemeldet. Neun Monate später wurden seine Überreste gefunden und am 8. Juni 25 bestattet.

Sergej Sergejewitsch Bedarew
Karakokscha ist ein Dorf in der Republik Altai mit etwa 1.400 Bewohnern. Dort gibt es eine Touristenbasis für einen Natururlaub in der abgeschiedenen Gegend. Im Ort haben zwei Buben ihren Vater im Krieg verloren. Ob sie stolz auf ihn sein werden, kann man bezweifeln, aber zumindest wartet eine großzügige Abfindung auf die Familie. Der Nachruf:
Bei einer besonderen Militäroperation wurde der Soldat Sergej Sergejewitsch Bedarew aus der Republik Altai getötet. Er wurde am 20. September 1996 im Dorf Karakokscha im Bezirk Tschoiski geboren. Im Januar 2025 unterzeichnete er einen Vertrag mit dem russischen Verteidigungsministerium und starb am 15. Februar im Dienst. Sergej hinterließ zwei Söhne, die stolz auf ihren Vater sein werden. Verwandte, Freunde und Landsleute werden dem Helden gedenken und das Andenken der gefallenen Soldaten bewahren.
Die Abschiedszeremonie findet am 2. Juni in Gorno-Altaisk im Engelsaal statt.

Rinat Rinatowitsch Churaschin

Die beiden Männer auf dem Foto sind Rinat Rinatowitsch Churaschin und Rinat Raisowitsch Churaschin, Sohn und Vater.  Beide stammen aus dem großen Dorf Tschulman in Jakutien (Sacha). Das Dorf leidet an Schwindsucht, im Jahr 1990 lebten dort noch mehr als 17.000 Menschen, heute hat das Dorf noch 7.500 Bewohner. Rinat, der Sohn mit einem einjährigen Buben, wurde im Herbst 2022 mobilisiert und war bereits am 15.11.2022 tot. Warum der Vater danach sein Leben im Krieg riskierte, wissen wir nicht. Vater Rinat wurde am 8. November 1968 geboren und war für den Kriegsdienst eigentlich zu alt. Trotzdem meldete er sich freiwillig und wurde am 30. März 2025 getötet.

Die Initiative "Geh in den Wald" hat eine aktuelle Information zu ihrer Arbeitsweise veröffentlicht. Wir haben den übersetzten Text hier veröffentlicht.

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