Danila Sergejewitsch OwsjannikowEin Mann mit einem schwierigen Schicksal bedeutet nach unserer Erfahrung nichts Gutes. Meist benutzen die russischen Autoren dieses Begrifflichkeit, wenn ein Mann sich wegen einer Strafermittlung oder Verurteilung bei der Armee verdingt hatte und im Krieg getötet wurde. Vielleicht trifft das auch auf Danila Sergejewitsch Owsjannikow, dem sehr jungen Mann mit schwierigem Schicksal.
Danila, geboren am 4. November 2005, kam aus der russischen Stadt Kostroma, die etwa 300 km nordöstlich von Moskau liegt. Seine Ausbildung an der Berufsschule hat er abgebrochen und sich freiwillig (?) zum Kriegsdienst gemeldet - Rufzeichen Boxer.
"Er wollte immer zeigen, dass er im Leben viel erreichen würde. Er hatte vielleicht nicht immer Erfolg, wie viele Jungen, aber er versuchte es", heißt es in seinem Nachruf. Viel ist es nicht geworden, Danila wurde in der Nacht vom 8. auf 9. August getötet, als seine Kolonne in der Region Kursk durch ukrainische Raketen komplett zerstört wurde. Siehe unseren Bericht.

Michail Anatoljewitsch SofronowKargopol ist eine der ältesten Stadte in der Region Archangelsk mit weniger als 9.000 Einwohnern. Ein Soldat aus der Stadt wurde bei jenem HIMARS-Angiff in der Nacht vom 8. auf 9. August getötet. Die Verwaltung der Stadt schrieb darauf folgenden Nachruf:
Michail Anatoljewitsch Sofronow starb bei der Erfüllung von Aufgaben während einer speziellen Militäroperation auf dem Gebiet der Region Kursk am 9. August 2024.
Michail Anatoljewitsch, geboren am 2. Oktober 1974, ist Absolvent der Uchotskaja-Sekundarschule, er war ein fröhlicher, freundlicher, sympathischer Mensch, immer bereit zu helfen.
Während seines Dienstes blieb M.A. Sofronov dem Militäreid treu, hielt sich heilig an die Verfassung der Russischen Föderation, hielt sich strikt an die Anforderungen der Militärvorschriften und Befehle der Kommandeure, erfüllte seine Pflicht mit Würde, war mutig und entschlossen, ein wahrer Patriot sein Land.

Pawel Alexandrowitsch TscheremisinPawel Alexandrowitsch Tscheremisin aus der russischen Region Karelien ist am 6. Juni 2024 im Krieg gegen die Ukraine getötet worde. Zu seinem Tod finden sich einige Einträge bei VKontakte, nur nennt niemand sein Alter oder Geburtsdatum. Auf Grund seines jugendlichen Aussehens haben wir versucht etwas mehr über Pawel zu erfahren und sind fündig geworden. Aber gleich vorneweg - sein Alter konnten wir nicht recherchieren.
Dafür fanden wir ein Urteil des Stadtgerichts Segescha vom 29. März 2023. Darin wird Pawel so charkterisiert: Er hat eine Meldepflicht und einen ständigen Wohnsitz, wird vom örtlichen Polizeikommissar zufriedenstellend beschrieben, es liegen keine Beschwerden über das Verhalten zu Hause vor, ist ledig, hat ein unterhaltsberechtigtes kleines Kind und  ist nicht erwerbstätig, nicht bei der Agentur für Arbeit gemeldet; keine Vorstrafen. Am Ende des Urteils wird Pawel zu einer fünfjährigen Strafe wegen des versuchten Handels mit Drogen verurteilt.
Den Rest der Geschichte kann man sich getrost zusammenreimen. Pawel wurde vor oder während der Haft zu einem Sturm-V Kommando rekrutiert.  So kam er frei, musste aber bei Angriffen ganz vorne dabei sein.
Wir wollen es nicht glauben, es scheint, als würde es an der Tür klingeln, wir werden uns umarmen und weinen, dass das nicht so ist ... Unsere kleine, warme Sonne ...“, schrieb seine Mutter.

Wladimir Igorewitsch NozdrinManchmal stolpert man über alte Fälle. Jedes Jahr zum Geburtstag  von Wladimir Igorewitsch Nozdrin veröffentlichen Freunde auf VKontakte eine Todesanzeige. Geht man der Sache nach, dann findet man einen Donbass-Separatisten der ersten Stunde. Dumm nur, dass auch dieser "Separatist" gar nicht aus dem Donbass stammte, sondern aus der russischen Stadt Rostow am Don.
Wladimir wurde am 22.04.1984 dort geboren und bei einer der vielen Kampfhandlungen an der Demarkationslinie am 12.06.2017 getötet.
Ab 1. August 2014 kämpfte er in der LPR (ab 24. September - CheGuevara Brigade), dann ab 11. Mai 2015 in der DPR (GRU-Spezialeinheiten).

Artem Jurjewitsch TurowtsewArtem Jurjewitsch Turowtsew kam aus dem Dorf Krasnoswobodnoje in der Region Tambow. Das ist beinahe alles, was wir über den russischen Soldaten wissen.
Aber auch Artem befand sich in jener Kolonne, die in der Nacht vom 8. und 9. August in der Region Kursk durch einen HIMARS-Raketenangriff der ukrainischen Armee komplett zerstört wurde.
Im Nachruf schreibt die Dorfgemeinde: "Für seine Landsleute und Einwohner Russlands wird Artjom Jurjewitsch für immer ein Beispiel der Loyalität gegenüber dem Vaterland bleiben. Wir werden sein Andenken für immer in unseren Herzen behalten...
P. S. KRIEG WIRD NUR VON DENEN GELIEBT, DIE DURCH IHN BEREICHERT WERDEN. WIR ALLE WOLLEN DEN FRIEDEN, ABER WIR KÖNNEN IHN NOCH NICHT ERREICHEN...."

Telegram - 17.08.2024 - Antikriegsprojekt der Region Stawropol:

Viktor OkunewEin Soldat aus Mineralnyje Wody starb in der Nähe von Kursk.

Der Name des Verstorbenen war Viktor Okunew. Er war 43 Jahre alt. Den Fotos zufolge war der Mann ein Vertragssoldat.

Ich werde nicht müde, zu wiederholen, dass der Krieg gegen die Ukraine beendet werden muss. Er wird die Toten nicht zurückbringen, aber er wird das endlose Fließband des Todes zugunsten eines verrückten alten Tschekisten stoppen, der am Ende seines Lebens steht. Männer haben im zivilen Leben etwas zu tun!

Nein zum Krieg!

Namensliste der verstorbenen Soldaten aus Mineralnyje Wody (70 Namen):
https://teletype.in/@otkrovenya_minvod/spisok-pogibshih-minvody
Allgemeine Liste der Opfer aus der gesamten Region Stawropol (1255 Namen):

https://teletype.in/@otkrovenya_minvod/spisok-pogibshih-stavropolye

Juri Andrejewitsch TalbunininWarum findet das russische Militär immer wieder neue Soldaten als Freiwillige, wenn doch klar ist, dass die Chance den Militärdienst gesund zu überleben recht klein ist?  Natürlich spielen die hohen Zahlungen des Staats eine Rolle, dieses Risiko einzugehen. Manchmal findet man die Antwort auch in den Lebensläufen der Soldaten.
Juri Andrejewitsch Talbuninin, geboren am 11.11.1998, kam aus der großen Siedlung Mogoituy in Transbaikalien. Ende Juni 24 unterschrieb er einen Vertrag, am 1. August 24 starb er im Krankenhaus an seinen Verletzungen. Er war sicher weniger als 14 Tage an der Front. Im Nachruf schreibt die Ortsverwaltung:
Bis zu seinem 16. Lebensjahr lebte er mit seinen Eltern im Dorf Nomokonowo. Dann zog er nach Mogoituy und lebte bei seinem Onkel. Absolvent von neun Klassen. Verheiratet. Arbeitete von 2018 bis 2020 als Hilfsarbeiter im Café Bagulnik. Er arbeitete auch als Metzger im Café ODON und bekam dann eine Anstellung im Straßendienst des Dorfes Zabaikalsk.
Im Februar 2024 bekam er eine Stelle als Lader-Spedition bei Partners Noyabrsk LLC (Novaya Chara, Udokan Copper). Er hat 2 Monate lang in einer Schicht gearbeitet.

Artem DobrodumskiArtem Dobrodumski war ein 22-jähriger Wehrpflichtiger, der bei der ukrainischen Offensive in der Region Kursk getötet wurde. Der junge Mann kam aus der Stadt Schachti in der Region Rostow am Don.

Sein Tod wurde durch den Karate-Klub bekannt gemacht, für den er wohl mehrfach erfolgreich antrat. Die Tatsache, dass Artem ein Wehrpflichtiger war, löschte der Karate-Club umgehend.

Der kleine Film zeigt Danilo Dmitrowitsch Mitrofanow, geboren am 23. Juni 2002. Er kommt aus dem Bezirk Jurlinski in der Region Perm. Danilo hatte sich freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet und hatte Glück - er wurde in einem Waldgebiet in der Gegend von Bakhmut gefangen genommmen.

Danilo bekam als Soldat keine Waffe, seine Aufgabe bestand darin, Nahrung und Wasser an die Front zu bringen - was gefährlich genug ist.  Danilo hat eine Behinderung der 2. Gruppe wegen geistiger Beeinträchtigung. Wir hatten bereits über ähnliche Fälle berichtet. Aber die Leute von der Rekrutierung nehmen offensichtlich jeden.

Magomed Gadschimuradowitsch SchamilowDem Namen nach kommt Magomed Gadschimuradowitsch Schamilow eigentlich aus Dagestan, aber sein Tod wird aus der Stadt Rjasan gemeldet. Kein Wunder - denn dort gibt es eine berühmte Ausbildungsstätte für die Offiziere der Luftlandetruppen.
Dem Stern auf seiner Schulterklappe nach zu urteilen, hätte er den Rang eines Majors bekleidet. Aber das ist nicht eindeutig, das Foto ist nicht scharf genug.
Auch Magomed steckte in der Nacht vom 8. auf 9. August in jenem Konvoi, der den vorstoßenden ukrainischen Truppen in der Region Kursk Paroli bieten sollte und durch einen HIMARS-Raketenangriff komplett zerstört wurde. Zu den toten russischen Soldaten gehörte auch Magomed.
Hätte er überlebt, wäre er als Offizier vielleicht untragbar geworden. Denn die Verantwortlichen ließen den Konvoi als dichte Kolonne fahren. So konnten jene Raketen den größt möglichen Schaden verursachen.

Danil Wakiljewitsch NurmuchametowEiner der vielen Kriegstoten aus Baschkortostan ist Danil Wakiljewitsch Nurmuchametow. Wahrscheinlich kommt er aus der Region um die Großstadt Sterlitamak - etwa 130 km südlich der Hauptstadt Ufa und hat weit weniger als einen Monat im Krieg überlebt.
Und weil der Nachruf auf Danil so typisch für viele andere Gefallene ist, wollen wir ihn übersetzt wiedergeben:
Erinnern wir uns gemeinsam an... Danil Wakiljewitsch Nurmuchametow... Am 28. Mai ging er zur SVO (spezielle Militäroperation)... Am 10. Juni wurde er bereits zu einer Sonderaufgabe abkommandiert, am 16. Juni nahm er zum letzten Mal Kontakt auf.... Am 12. August wurde über seinen Tod berichtet...
Er hinterließ vier Kinder - alles schöne Mädchen...
Er diente bei der Polizei, arbeitete als Nachbarschaftspolizist. Dann beschloss er, seine Schulden gegenüber seinem Heimatland zurückzuzahlen und meldete sich freiwillig zur Verteidigung seines Heimatlandes ...
Ewige Erinnerung an die Helden Russlands!!!

Aleksey Iwanowitsch SmirnowAuch Aleksey Iwanowitsch Smirnow gehört zu den Opfern jenes HIMARS-Angriffs auf einen Militärkonvoi in der Region Kursk in der Nacht vom 8. auf den 9. August 2024. Aleksey wurde am 05. Juli 1987 geboren und kam aus der Arbeitersiedlung Woskressenskoje in der Oblast Nischni Nowgorod.
"Aleksey ging, um seinen Bruder Roman zu rächen ... aber die feindlichen Überfälle haben auch ihn nicht verschont ... Das Himmelreich gehört dir, Soldat. Der Mutter viel Kraft, diesen Verlust zu verkraften," heißt es in einem Kommentar zur Nachricht.

Ewgeni Rozanow Am 6. August 24 überschritt die ukrainische Armee die Grenze zu Russland und drang in die Region Kursk ein. Der erste russische Offizier, der bei diesem Angriff getötet wurde, dürfte Ewgeni Rozanow gewesen sein. Der Mann war Kommandant eines Feuerleitzuges einer Raketenartilleriebatterie, die in der Region stationiert und mit als erstes ausgeschaltet worden war.
Der Leutnant kam aus Weliki Nowgorod, der Hauptstadt der Oblast Nowgorod. Sein Alter wird nicht genannt, er wurde am 13. August bestattet.
Das stark aufgebesserte Foto von Ewgeni:
Ewgeni Rozanow

Juri Gennadjewitsch LagutinDie meisten Nachrichten über Juri Gennadjewitsch Lagutin wurden schnell wieder gelöscht. Juri wurde am 13. Oktober 1980 in der Region Kursk geboren und war Leutnant der russischen Armee. Der Mann hätte alle russischen Kriege durchgemacht, ohne einen Kratzer abzubekommen, schreibt dann schließlich sein Boxclub in einem Nachruf.
In einem Schützengraben holte ihn am 6. August 24 trotzdem das Schicksal ein. Keine Granate, keine Kugel, sondern ein Schlaganfall beendete dort sein Leben. Kein Wunder, dass die ersten Nachrichten zu seinem Tod schnell gelöscht wurden.

Juri Gennadijewitsch Lagutin

An der Front geht es beim russischen Militär brutal zu. Wer Befehle verweigert, zum Beispiel bei einem der Selbstmorkommandos mitzumachen, wer besoffen im Schützengraben angetroffen wird, wer Fehler bei der Bedienung der schweren Waffen macht, usw wird mit Züchtigung oder sogar mit Folter bestraft. Das kleine Video zeigt solch eine Bestrafung russischer Soldaten durch ihre Kommandanten. Die Deliquenten werden mit Plastikfolie an einen Baum gefesselt, das hinterlässt kaum Spuren. Und dann lässt man sie stehen ... Siehe unseren Bericht über zwei Schoren.

Eigentlich hatte Sergej Iwanowitsch Tulbukonow den ehrenhaften Beruf eines Zimmermanns erlernt. Der junge Mann, geboren am 9. Juni 1997 in einem Dorf in Burjatien, hatte Arbeit im Rotationsverfahren gefunden, was vielleicht nicht jedermanns Sache ist.
In seinem Lebenslauf heißt es dann lapidar: Am 26. Juni 2024 unterzeichnete er einen Vertrag und wurde zu Kampfeinsätzen in die militärische Sondereinsatzzone entsandt.
Burjatien ist vom Krieg in der Ukraine eine ganze Ecke entfernt - mit Verkehrsmitteln sind es etwa 6.000 km. Sergej hatte in der 36. Armee des östlichen Militärbezirks in der 5. Panzerbrigade der Separaten Garde gekämpft. Seine Vorgesetzten meinten vielleicht, warum lange warten? Verheizen wir den jungen Mann sofort. Bereits am 9. Juli 2024 wurde Sergej in der Region Donezk getötet. Gestorben wäre er heldenhaft, heißt es in seinem Nachruf.
Sergej Iwanowitsch Tulbukonow

Aus einem Nachruf für Sergej Alexandrowitsch Glawaty, 30.11.1964 – 31.07.2024, aus dem Bezirk Nischnegorski der Republik Krim.

Sergej arbeitete in den letzten Jahren als Mechaniker auf Bauernhöfen.
Von Beginn der militärischen Sonderoperation an bewarb sich Sergej Alexandrowitsch mehrmals um einen Militärdienst; er konnte nicht abseits stehen, wenn das Vaterland in Gefahr ist. Aber jedes Mal wurde er aufgrund seines Alters und seines Gesundheitszustands abgelehnt.
Jeder hat seinen eigenen Weg, die Pflicht zum Schutz des Vaterlandes zu erfüllen. Auch Sergej Alexandrowitsch ging seinen eigenen Weg. Als Teil der Angriffskompanie der 20. Garde-Motorschützendivision nahm er im Rang eines Unterfeldwebels an einer speziellen Militäroperation zum Schutz der Donbass-Republiken teil. Er starb bei einem Kampfeinsatz in Richtung Donezk...

Sergej Alexandrowitsch Glawaty

Kirill JemejewDer junge Mann auf dem Foto ist Kirill Imejew, 20 Jahre alt, und kommt aus einem Bezirk der Region Irkutsk.

Unter der Meldung über einen gefallen Soldaten aus der selben Region entwickelte sich eine heftige Diskussion, die wir als Bildschirmkopie wiedergeben. Sie steht beispielhaft für manche Debatte unter den Meldungen zu gefallenen russischen Soldaten.

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Hasan Schamilewitsch Busin Hasan hatte es wohl eilig in den Krieg zu ziehen. Hasan Schamilewitsch Busin, geboren am 17, März 2006, war gerade 18 Jahre alt geworden, als er einen Vertrag mit dem tschetschenischen Achmat-Bataillon abschloss. Vielleicht wollte er es seinem ein Jahr älteren Bruder gleichtun, der auch schon beim Militär und im Krieg gelandet war.

Hasan kam aus Chabarowsk im ganz fernen Osten Russlands und bis Tschetschenien ist es ein weiter Weg. Dazu hatte er auch keinerlei militärische Vorkenntnisse, so wundert es auch nicht, dass bereits am 20. Mai 24 der Kontakt zu dem jungen Soldaten verloren ging.

Anfang Juni suchten Angehörige nach ihm, am 7. Juli 24 bekamen sie Gewissheit, dass Hasan im Krieg getötet wurde.

Flagge des Achmat-Battaillons, rechts steht der Name von Hasan Busin

Hasan Schamilewitsch Busin

Lieber Wladimir Wladimirowitsch (Putin)

ich bin die Mutter eines 2023 eingezogenen Wehrpflichtigen. Mein Sohn dient in der Grenzregion des Dorfes Korenewo. Heute finden in diesem und den benachbarten Bezirken Militäroperationen statt.
Der Feind ist in das Gebiet unseres Staates eingedrungen. Wir, die Mütter der Wehrpflichtigen, bitten Sie, die Wehrpflichtigen aus den Gebieten der Militäroperationen zu entfernen. Sie haben keine Erfahrung mit militärischen Überlegungen und keine Waffen.
Auf unserem Territorium findet heute eine groß angelegte Offensive statt. Verschonen Sie das Leben von Soldaten, die nicht auf militärische Aktionen vorbereitet sind. Ihr habt euren Eltern versprochen, dass sie nicht an Feindseligkeiten teilnehmen werden!!!!
Wir glauben an euch. Wir bitten Sie, diese Situation ernst zu nehmen. Wir sind Patrioten!!!
Unsere Söhne und jedes ihrer Leben wird noch nützlich sein, um einen starken Staat zu schaffen. Aber wenn die Kräfte der erfahreneren Militärs ausreichen. Wir bitten Sie, das Leben unserer Jungen zu retten. Wir vertrauen Ihnen.
Jede Mutter, die ihren Sohn an die Grenze geschickt hat, wird meine Worte unterschreiben. Hört uns an!!!! Seht die Wehrpflichtigen, bitte!!!!!
Eine Petition bei Change.org  mit aktuell etwa 10.000 Unterschriften in all ihrer Verlogenheit. Denn niemand bittet, jenen Krieg mit all diesen vielen Toten und Verstümmelten, mit all der Zerstörung ziviler Infrastruktur endlich zu beenden. Und niemand interessiert sich für die vielen Opfer in der Ukraine mit Tod, Vertreibung, Folter und Kindesentführung.

Aigis Walerikowitsch ChaliloAigis Walerikowitsch Chalilo, geboren am 15. Februar 2002 kam aus dem Dorf Verchnie Kigi in Baschkortostan. Im März 2024 hat er einen Vertrag mit dem russischen Militär abgeschlossen, Ende Juni ist der Kontakt mit ihm abgebrochen. Sein genaues Todesdatum wurde nirgends angegeben, aber am 31. Juli 024 wurde er in seinem Heimatdorf begraben.
Es gibt allerdings einen kurzen Lebenslauf, der vielleicht zeigt, warum Aigis sein Heil in einem Selbstmordkommando gesucht hat:
Aigiz wurde 2002 im Dorf Ulkundy im Bezirk Duwan geboren. Er besuchte das Nischnekiginskij-Gymnasium und anschließend die Duwanskij-Multiprofilschule im Dorf Werchnije Kigi, wo er sich als Traktorfahrer spezialisierte. Nach seinem Abschluss wurde er in die Reihen der russischen Armee aufgenommen. Nach seinem Dienst in der Armee arbeitete er als Hilfsarbeiter und im März 2024 unterzeichnete er einen Vertrag für den Militärdienst.

Andrej TschernetskowDer 37-jährige Andrej Tschernetskow kam aus der Stadt Frolowo in der Region Wolgograd. Er musste aus gesundheitlichen Gründen keinen Wehrdienst ableisten und war als einfacher Arbeiter in einem Stahlwerk der Stadt und anderen lokalen Unternehmen beschäftigt.
Im März 24 wollte sich auch Andrej beweisen und richtig Geld verdienen - er unterzeichnete einen Vertrag mit dem Militär. Obwohl als Soldat ungeeignet, wurde er in einem Angriffszug bei Donezk eingesetzt. Eine Granate beendete sein Leben, Ende Juli 24 wurde er beigesetzt.

Andrej BublikFreundlich, fröhlich, mitfühlend, konfliktfrei, weigerte sich nie, jemandem zu helfen, liebte Kinder sehr, ein echter Familienmensch, so wird Andrej Bublik in seinem Nachruf beschrieben. Der Mann wurde am 10. August 1991 in Kamensk-Uralski geboren, das ist eine industriell geprägte Großstadt in der Oblast Swerdlowsk. Andrej war verheiratet, hatte zwei Kinder und arbeitete in einem Industrieunternehmen der Stadt.
Offensichtlich war Andrej weder freundlich, fröhlich, mitfühlend und konfliktfrei, denn am 29. Mai unterschrieb er aus egoistischen Motiven einen Vertrag, um ein fremdes Land mit zu erobern und Menschen dort zu töten. Das ging schief, bereits am 20. Juni 24 wurde Andrej bei einem Angriffseinsatz in der Region Donezk durch Granatsplitter getötet.
Er hätte vielen Soldaten das Leben gerettet, wäre ein Beispiel für Mut und Heldentum gewesen, heißt es im Nachruf.  Wie er das in den wenigen Tagen, die er an der Front war, leisten konnte, wird nicht erzählt. Begraben wird er übrigens am 9. August 24.

Denis Anatoljewitsch LamskowBeitrag auf VKontakte vom 24.07.24:
Am 01.07.2024 in im hinteren Teil des Ortes Arapowka in der "Luhansker Volksrepublik"  wurde unser Bruder Denis Anatoljewitsch Lamskow, Rufzeichen "Akuscher", Scharfschütze, gemein und heimtückisch mit einem Schuss in den Kopf von seinen Kameraden getötet. Er war keine zufällige Person in der speziellen Militäroperation, sondern ein echter Krieger. Er gab sein Leben für den Dienst an der Heimat.
Wiederholt besuchte er Krisenherde und ging durch alle Kreise der Hölle. Er dachte nie, dass der Feind hinter seinem Rücken steht.
Unser Anliegen ist, die Gerechtigkeit wiederherzustellen.
Wir bitten um Hilfe: Wer etwas gehört oder gesehen hat, bitte antworten Sie. Vertraulichkeit ist garantiert. Von mir persönlich, wenn es erforderlich ist, ich bin bereit, eine Vergütung im Rahmen einer Vereinbarung zu diskutieren.

Oleg UtewManche Lebensläufe sind schwer nachzuvollziehen. Zum Beispiel, der von Oleg Utew, geboren am 15.07.1974 aus der Region Perm.
Oleg hatte eine Ausbildung zum Maurer abgeschlossen und hätte lange Zeit als Feuerwehrmann für einen Kindergarten und einen Einzelunternehmer gearbeitet. Braucht ein Kindergarten oder ein Einzelunternehmer, also ein Unternehmer ohne Angestellte, einen Feuerwehrmann?
Oleg wäre ein konfliktfreier, geselliger und mitfühlender Mensch gewesen, der anderen immer geholfen hätte, sagten seine Verwandten und Nachbarn über ihn. Dazu passt nicht ganz, dass er im Juni 24 sich für den Krieg gegen die Ukraine beim Militär einschrieb. Auch Oleg gehörte zu den entbehrlichen Soldaten. Am 8. Juli 24 wurde er an der Front getötet.

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