15.08.2026 -- 225.397// Zuwachs zum 31.07.2026: 1.835
Kirill Dmitrijew ist der eigentliche Außenminister Russlands. Kirill wurde im Jahr 1975 in Kiew in der Ukraine geboren und war einer der ersten sowjetischen Austauschschüler in den USA. Dort erhielt er einen Universitätsabschluss und arbeitete anschließend als Investmentbanker in den USA und Europa. Im Jahr 2000 ging er zurück nach Russland und verwaltete große russische und ukrainische Vermögen. Aktuell ist er Wladimir Putins persönlicher Gesandter bei den Verhandlungen mit der Ukraine. Gute Ratschläge gibt er bei Twitter (X) gerne gratis. So schreibt er angesichts der Verwerfungen durch den US-amerikanischen Krieg gegen den Iran:
„Die EU warnt 15 JAHRE ZU SPÄT: Sie ist nicht auf einen „lang anhaltenden Energieschock“ vorbereitet. Die EU hat es versäumt, die Energieströme zu diversifizieren; sie ließ sich von russophober, grüner und woker Ideologie leiten. Immer noch nur Warnungen, keine wirklichen Lösungen. Nur Ideen: Preiserhöhungen an der Zapfsäule auf eine pro Tag begrenzen und Energieverbrauch senken.“
Kirill irrt wie meist, denn jene angeblich russophobe, grüne und woke Ideologie hat dazu geführt, dass Deutschland sich in Sachen Gas und Erdöl komplett von Russland unabhängig gemacht hat und nicht mehr erpressbar ist. Und zudem - je mehr grüne Energie in Deutschland selbst hergestellt wird, um so weniger sind wir von den aktuellen und zukünftigen Verwerfungen auf dem internationalen Energiemarkt abhängig.
Das russische Militär benötigt ständig neue Zeitsoldaten, um die großen Verluste an der Front zu ersetzen. Der Gouverneur der Region Rjasan, Pawel Malkow (Foto), verpflichtet jetzt Firmen, eine gewisse Quote ihrer Mitarbeiter an die Front abzustellen.
Der entsprechende Erlass sieht vor, dass Unternehmen mit einer Belegschaft von 150 bis 300 Mitarbeitern zwei Zeitsoldaten abstellen müssen, Firmen mit einer Belegschaft von 300 bis 500 Mitarbeitern müssen drei und Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern müssen fünf Vertragssoldaten stellen.
Rechtliche Grundlage ist ein Erlass des russischen Präsidenten aus dem Jahr 2022, die den Leitern der Regionen die Befugniss erteilt, „Maßnahmen zur Deckung des Bedarfs“ der russischen Streitkräfte umzusetzen.
Der ehemalige Bürgermeister der Stadt Manturowo in der Region Kostroma Igor Leonidowitsch Ustuschanin schloss einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium, nachdem er wegen Korruptionsvorwürfen verurteilt worden war. Am 16.02.2026 wurde sein Tod gemeldet. Igor führte die Stadtverwaltung nur zwei Jahre lang.
Wie das Gericht feststellte, erhielt Ustuschanin persönlich von November 2021 bis März 2023 über einen bevollmächtigten Vertreter große Bestechungsgelder von drei Unternehmern. Die Gesamtsumme betrug 760.000 Rubel (etwa 8.100 €). Im Gegenzug ermöglichte er ihnen, immobiles Eigentum eines Werks zu demontieren.
Igor wurde zu einer Freiheitsstrafe von 8,5 Jahren verurteilt - in einer Kolonie mit strengem Regime. Statt die Strafe zu verbüßen unterschrieb er einen Zeitvertrag mit dem Militär und ging an die Front. Dort nahm Igor ein Video auf, in dem er erklärte, man habe ihn hereingelegt. Es sei ihm nicht gelungen, eine Überprüfung des Falls zu erreichen und seine Unschuld zu beweisen. Seiner Behauptung zufolge wurde er beseitigt, um die Stelle für eine andere Person freizumachen.
Der Getötete hinterließ eine Frau und fünf Kinder. Die Abschiedszeremonie fand am 17. Februar 2026 in der Stadt Manturowo statt.
Die St. Petersburger Internetzeitung „Fontanka“ berichtet, dass Ilja Remeslo sich noch immer in der geschlossenen Abteilung der psychiatrischen Klink befindet. Das gab sein Anwalt bekannt: „Die Familie teilte mit, dass Ilja Borissowitsch seine Behandlung fortsetzt und bittet darum, Takt und Diskretion walten zu lassen – nicht gestört zu werden.“ Die Berichte um seine Freilassung sind falsch.
„Sie behandeln die Wahrheit“, kommentiert ein Leser den Beitrag auf „Fontanka“.
„Das ist keine Technik-Unterrichtsstunde, sondern ein Kampfeinsatz“, schrieb die Winnowskaja-Sekundarschule in Astrachan im Oktober 2024. Die Schüler stellten in diesen Unterrichtseinheiten Grubenkerzen für die Front her. Aus einer aktuellen Recherche der Internetmedien „Werstka“ und „Ne Norma“ geht hervor, dass in über tausend Schulen in Russland Ausrüstungsgegenstände für das russische Militär hergestellt werden. Dazu gehörten Uniform- und Tarnkleidung (Helme, Ponchos, Tarnnetze), Grabenkerzen, Schlaf- und Hygieneartikel sowie Lebensmittel.
Die Republik Baschkortostan ist dabei führend, an 76 Schulen werden Ausrichtungsgegenstände hergestellt. Danach kommen Krasnodar (53 Schulen), Tatarstan (52) und Rostow (40). Die Hauptstadt Moskau liegt dahinter auf dem 5. Platz (38).
„Einer der Slogans aus dem Großen Vaterländischen Krieg – ‚Alles für die Front! Alles für den Sieg!‘ – ist heute aktueller denn je“, schrieben die Mitarbeiter der Schule Nr. 5 in Morosowsk, Oblast Rostow.
Alexander Michailowitsch Zajarnij, geboren am 7. August 2006, ist zwischen die Fronten geraten. Sein Vater ist mit ihm und einem anderen Kind im Jahr 2017 von der Ukraine nach Russland gezogen. Seine Mutter und seine Großmutter blieben in der Ukraine. Vater und Kinder lebten in der Großstadt Rjasan, etwa 200 km südöstlich von Moskau. Alexander ging dort zur Schule, doch als er älter wurde bekam er Probleme mit der öffentlichen Verwaltung. Er stand mit 17 und 18 Jahren dreimal vor Gericht, weil seine Aufenthaltsberechtigung abgelaufen war. Offensichtlich hatte sich sein Vater nicht darum gekümmert.
Den Rest kann man sich zusammenreimen. Um die russische Staatsbürgerschaft zu bekommen, bieten die Behörden einen einfachen Weg: Melde dich freiwillig zum Dienst an der Front, dann bekommst du die Staatsbürgerschaft mit Kusshand. Wahrscheinlich war auch das der Weg, den der junge Alexander ging. Am 9. September 2025 schloss er einen Vertrag mit dem russischen Militär, um gegen sein Vaterland (in diesem Fall Mutterland) zu kämpfen. Das endete übel - bereits am 19. Oktober 2025 war Alexander tot.
„Ein freundlicher, fleißiger, mitfühlender und aufrichtiger Mensch – das war Alexander...“, schrieb seine Rjasaner Schule im Nachruf.
Das Sterben all der vielen Soldaten ist auf unseren Seiten eine abstrakte Sache. Wir zählen die Toten, wir berichten von Begräbnissen & Denkmälern getöteter Soldaten aus großer Entfernung. All das Leid der vom Krieg Betroffenen, der Schmerz der Angehörigen und der grausame Tod der russischen Soldaten können wir kaum vermitteln. Und je länger der Krieg dauert, um so schwerer fällt uns, dazu eine kühle Distanz einzunehmen. Dieser Krieg ist nicht nur ein Verbrechen am Volk der Ukrainer, sondern auch ein Verbrechen des russischen Staats an seiner eigenen Bevölkerung. Immer mehr russische Soldaten werden für ein paar Hektar ukrainischen Bodens geopfert und kein Ende ist in Sicht.
Die russischen Soldaten werden meist in kleinen Gruppen oder einzeln an der langen Frontlinie vorwärts geschickt, in der Hoffnung, hinter die ukrainischen Befestigungen zu kommen und den Nachschub für die Frontstellungen zu erschweren. Die meisten dieser Einzelkämpfer werden getötet. Dazu zeigen wir drei Beispiele, die nicht für Jugendliche und Menschen mit schwachen Nerven geeignet sind.
Durch den Krieg der USA und Israel gegen den Iran sind die Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine höchst wahrscheinlich gescheitert. Die Sperrung der Straße von Hormus lässt die Energiepreise weltweit steigen. Aus innenpolitischen Gründen, um die Preissteigerungen in Grenzen zu halten, hat die amerikanische Regierung die Sanktionen gegenüber Russland ausgesetzt. So nimmt der russische Staat wieder viel Geld mit dem Verkauf von Rohöl und Gas ein und steht nicht mehr finanziell unter Druck.
Auch der amerikanische Präsident hätte das Interesse an den Verhandlungen verloren, seine Konzentration gilt jetzt der Situation im Iran, schreibt die „Financial Times“ und bezieht sich auf ungenannte Regierungsmitarbeiter. Donald Trump sieht die Schuld sowieso bei der Ukraine.
Zudem gibt es Berichte, dass es in den nächsten Tagen eine entsprechende Information der Abgeordneten des ukrainischen Parlaments gibt. Der gut unterrichtete Telegram-Kanal Ukraine-Kontext berichtet: „...dass das Land in einen langen Kriegszeitraum eintritt - mit allen entsprechenden Konsequenzen.“
Die russische Regierung plant, alle Ausgaben im Bundeshaushalt um 10% zu kürzen. Ausgenommen davon wären Sozialausgaben, die Kriegskosten und die Unterstützung der Familien der Soldaten. Damit soll das Defizit im Staatshaushalt begrenzt werden.
Das russische Finanzministerium gab am 10. März 2026 bekannt, dass das Haushaltsdefizit in den ersten beiden Monaten 2026 bereits 3.449 Billionen Rubel bzw. 1,5 % des BIP (Bruttoinlandsprodukt) erreicht hat. Geplant war ein Defizit von 3.786 Billionen Rubel bzw. 1,6 % des BIP für das ganze Jahr 2026.
Zur Erinnerung: In Russland können verschuldete Männer, wenn sie sich als Zeitsoldaten länger als ein Jahr verpflichten, sich von Darlehens- und Hypothekenschulden von bis zu 10 Millionen Rubel (etwa 109.000 €) befreien lassen.
Aus der Region Perm liegen uns dazu konkrete Zahlen vor.
Im Jahr 2025 haben 6.500 Einwohner der Region Perm diese Möglichkeit der Entschuldung ergriffen und einen Vertrag zum Kriegsdienst unterschrieben. Dadurch wurden 22.000 Vollstreckungsverfahren obsolet. Die Gesamtsumme aller erlassenen Schulden betrug 968 Millionen Rubel.
Das bedeutet, dass im Durchschnitt 149.000 Rubel Schulden erlassen wurden. Der Betrag entspricht etwa 1.626 €, trotz der höheren Kaufkraft des Rubels in Russland ein geringer Betrag für das Risiko einer schweren Verletzung oder des Todes.
„Wir sind bereit, uns zu ergeben. Wir sind erschöpft. Wir haben seit drei Wochen nichts gegessen. Wir brauchen Nahrung und Kommunikationsmöglichkeiten“ lautet der Text auf dem Plakat.
Wir haben die russische Strategie der Infiltration der gegnerischen Linien einzeln oder in kleinen Gruppen schon öfters vorgestellt. Das ist ein mögliches Resultat. Im Raum Liman, Region Donezk, hat eine Drohne dieses Plakat aufgenommen. Geschrieben wurde es von russischen Soldaten, die von ihrem Kommandeur im Stich gelassen wurden. Das ist bei dieser Kampftaktik keine große Sache, die meisten Angreifer überleben sowieso nicht. Vielleicht hatten diese Soldaten Glück und wurden gefangen genommen.
Nabereschnyje Tschelny ist mit rund 550.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in der russischen Teilrepublik Tatarstan. Der Militärkommissar der Stadt, Raschid Iljassow (Foto), hat gegenüber der Presse ein paar Angaben zur Rekrutierung für den Kriegsdienst in der Ukraine gemacht. Danach hat die Stadt 1.400 Soldaten rekrutiert und in das Kriegsgebiet geschickt. Plan erfüllt! Im aktuellen Jahr sollen 1.500 neue Soldaten gewonnen werden. „Insgesamt hat die Republik letztes Jahr ihr Jahresziel um 110 % übertroffen. Die Vertragssoldaten kommen nicht nur aus der Stadt, sondern aus ganz Russland. Weil die Motivation in Tatarstan sehr hoch wäre“, sagte der Kommissar. Wenn er von Motivation spricht, meinte er wahrscheinlich die hohen Antrittsprämien, die aktuell 3,1 Millionen Rubel (etwa 33.600 €) betragen
Tatarstan hat in absoluten Zahlen mit 8.246 Kriegstoten bis zum 31.12.25 die zweithöchste Todesrate in ganz Russland.
Im Jahr 2013 saßen etwa 700.000 Häftlinge in Russlands Haftanstalten. Diese Zahl hat sich inzwischen mehr als halbiert. Wladimir Dawydow, stellvertretender Vorsitzender des Obersten Gerichtshofs Russlands, nannte dazu aktuelle Zahlen: „308.000 Bürger befinden sich in Gefängnissen und Untersuchungshaftanstalten. […] Auch die Zahl der Untersuchungshäftlinge ist mit 89.000 Personen auf einem historischen Tiefstand“. Seine Begründung für diesen Rückgang ist allerdings skurril: „Dies ist das Ergebnis eines Kurses hin zu einer humaneren Gesetzgebung und Strafverfolgungspraxis“.
Richtiger wäre, Russland verheizt seine Strafgefangenen im Krieg gegen die Ukraine. Der ukrainische Geheimdienst veröffentlichte Anfang 2025 eine Schätzung von 140.000 - 180.000 Gefangenen, die vom russischen Militär für den Krieg rekrutiert wurden. Im Jahr 2025 kam sicher noch eine beachtliche Anzahl dazu.
Wie dringend die russische Regierung neue Freiwillige für den Krieg in der Ukraine benötigt, zeigen diese Aufnahmen aus den Straßen von Moskau. Überall in der Stadt finden sich solche Webetafeln. Dabei geht es nicht mehr um die ideologische Rechtfertigung des Krieges wie „Kampf gegen den Faschismuss oder die Nato“, sondern nur noch um Geld: „Steigen Sie in die Drohnenstaffel ein und verdienen Sie dasselbe wie ein Lehrer in Belgien“. Der unbefangene Leser dieser Werbetafeln könnte meinen, dass man nach Vertragsunterzeichnung irgendwo in einem Kontrollzentrum sitzt - fernab jedweder Gefahr, Drohnen bedient und dabei Millionen Rubel scheffelt. Doch das ist falsch - es gibt keine speziellen Verträge für Freiwillige als Drohnenpiloten. Das Militär schickt die Männer mit neuen Zeitverträgen dorthin, wo gerade der Personalstand niedrig ist. Und so scheitern viele Hoffnungen auf ein gutes Leben in den Todeszonen an der Front.
Russland musste im Januar 2026 nach langer Zeit wieder auf seine Goldreserven zurückgreifen und hat 300.000 Feinunzen Gold verkauft. Wer mit dem Begriff Feinunze nichts anfangen kann, eine Unze entspricht etwa 31 Gramm. Russland hat folglich mehr als neun Tonnen Gold verkauft und damit ungefähr 1,2 Milliarden € erlöst. Damit lässt sich das Loch, das der Krieg gegen die Ukraine in den russischen Haushalt reißt, zumindest teilweise stopfen.
Zudem hat Russland noch Glück mit seinen Goldreserven. Auf Grund der weltweiten Unsicherheiten gilt Gold als sichere Anlage und die Nachfrage wächst. So ist der Goldpreis im letzten Jahr stark gestiegen und die etwas geringeren russischen Reserven sind trotzdem mehr wert als im Jahr 2024.
Ende August 2024 haben wir eine Sperrverfügung von der russischen Regulierungsbehörde für das Internet "Roskomnadsor" erhalten. In der Begründung heißt es: „Die Tätigkeit der Internet-Ressource wurde als rechtswidrig und als Verstoß gegen die Rechte der Bürger auf Privatsphäre, Persönlichkeits- und Familiengeheimnis anerkannt“. So kann man das nennen, wenn man die Menschen in Wort, Bild und mit persönlichen Daten über all die vielen getöteten russischen Soldaten im Krieg gegen die Ukraine informiert.
Mit einer ähnlichen Begründung geht Roskomnasdor jetzt auch gegen Telegram vor. Sie wirft der Plattform vor, personenbezogene Daten von Russen illegal zu verbreiten, unter anderem in Form von „persönlichen Dossiers“. Telegram solle eigenständig die Weitergabe von personenbezogenen Daten russischer Bürger verhindern. Und natürlich meint die Behörde mit diesen verschwurbelten Formulierungen nichts anderes als die vielen Kanäle aus Russland heraus, die Informationen über die regionalen Verluste im Krieg liefern. Russland will weiter Krieg führen, dafür das Leben vieler ihrer Soldaten opfern - nur soll die Bevölkerung nicht mit solch negativen Informationen beunruhigt werden.
Der Chat- & Nachrichtendienst Telegram soll in Russland komplett gesperrt werden. Im Moment scheint er dort noch eingeschränkt nutzbar zu sein. Das bringt viele russische Informations- und Propagandakanäle zur Verzweiflung, weil sie ihr Geschäftsmodell darauf aufgebaut haben.
Warum die russische Regierung trotzdem Telegram abwürgen will, könnte auch an Kanälen wie „Erwarten Sie keine guten Nachrichten“ liegen. Bei diesem Projekt, wahrscheinlich aus der Ukraine heraus initiiert, können sich russische Teilnehmer melden und ihre Videos veröffentlichen. Es geht zum Beispiel um
Die meisten Beiträge enthalten selbst aufgenommene Videos der Betroffenen oder ihrer Angehörigen, dazu amtliche Dokumente und Schriftverkehr. Natürlich muss man in diesem Zusammenhang erwähnen, dass all diese persönlichen und familiären Dramen daraus entstanden sind, dass die russischen Teilnehmer an diesem Krieg sich einen schnellen Rubel durch das Töten ihrers Nachbarvolkes versprochen hatten. Doch all diese vielen Dramen zusammen verstärken das düstere Bild eines Russlands, das seine imperialen Interessen ohne Rücksicht und Gnade gegenüber den eigenen Bürgern durchsetzt.
Wer in der russischen Gesellschaft vorankommen will, braucht Beziehungen. Waisen haben diese in der Regel nicht und können diesen Makel auch nicht durch gute Leistungen ausgleichen. So bleibt häufig nur das Militär, wir haben das schon viele Male dokumentiert.
Andrej Walerjewitsch Zlygostjew, geboren am 1. Dezember 2006, wurde im Alter von vier Jahren aus einem Waisenhaus heraus von einer Pflegemutter übernommen. Er besuchte die Mittelschule Nr. 2 in Ust-Ordinsk in Irkutsk und ab der 9. Klasse die Abendschule. Anschließend erlernte er ein Jahr lang den Beruf des Kochs und Konditors. Die Familie zog dann nach Jakutien (Sacha) und Andrej sattelte auf den Beruf des Gasschweißers um.
Vielleicht wurde Andrej am 22.10.2025 zum Wehrdienst eingezogen und zum Vertragsdienst „überredet“ oder er meldete sich gleich freiwillig zum Kriegsdienst - der Nachruf lässt beide Versionen zu. Sicher ist - Andrej kam zum Kampfeinsatz an die Front und wurde zwei Tage nach seinem 19. Geburtstag getötet. Sein Militärdienst dauerte damit gerade 43 Tage.
Die Deutsche Welle berichtet heute von einer Pressekonferenz der NATO in Brüssel. Auf die Frage nach den russischen menschlichen Verlusten im Krieg gegen die Ukraine sagte der NATO-Sprecher:
Seit Beginn des umfassenden Einmarsches in die Ukraine hat Russland etwa 1,3 Millionen Menschen verloren, davon rund 350.000 Tote. Allein im Jahr 2025 hat die russische Armee fast 400.000 Tote und Verwundete zu beklagen.
Diese Zahlen entsprechen in etwa unseren Erhebungen und Abschätzungen. Zum Vergleich haben wir die NATO-Angaben in unsere Zusammenstellung eingepflegt.
Im Dezember 2025 sind im Abstand von einigen Tagen zwei Cargo-Flugzeuge in Jakutsk (Hauptstadt der Republik Sacha) gelandet und haben die Särge von im Krieg getöteten Jakuten angeliefert. Wir haben im Januar 2024 ein Video solch einer Anlieferung veröffentlicht, leider haben wir kein neues Video entdecken können.
Im Augenblick verzeichnen wir deshalb viele neue Meldungen über Kriegstote aus dieser Region Russlands. Offensichtlich wurden in letzter Zeit auch vermehrt Einheiten aus Jakutien an der Front eingesetzt. Im Internet kursierte ein Video, das die Tötung einer solchen jakutischen Einheit in einem Wäldchen an der Front zeigt.
Ganz offensichtlich sterben aktuell mit den Jakuten bevorzugt eine neue Ethnie für den Krieg der Russen. In unserer Statistik der Kriegstoten in Relation zur Bevölkerung stand Jakutien (Sacha) Ende des Jahres 2023 auf Platz 22, Ende des Jahres 2024 auf Platz 16 und zum 31.12.2025 auf Platz 9. Noch sind wir nicht so weit, den ganzen Monat Januar 2026 beurteilen zu können. Es ist aber zu erwarten, dass Jakutien weiter vorrückt.
Der Soldat in diesem kurzen Video kommt der Physiognomie nach aus dem Fernen Osten Russlands. Er hat das für ihn aussichtslose Rennen um sein Leben aufgegeben und wollte zumindest in Würde sterben.
Um die ukrainischen Verteidigungslinien zu durchbrechen, werden die russischen Zeitsoldaten alleine oder in kleinen Gruppen losgeschickt, um Lücken zu finden und die gegnerischen Linien zu infiltrieren. Die russischen Kommandanten nehmen dabei in Kauf, dass die meisten dieser Soldaten nicht zurückkehren werden - zumindest nicht lebend.
Dieser russische Angriffskrieg ist nicht nur ein Verbrechen an der Ukraine, sondern auch ein Verbrechen an den eigenen russischen Bürgern. Russland ist bereits das größte Land auf der Erde, trotzdem werden seine Männer für weitere Quadratmeter fremden Bodens geopfert.
In einem Wohnhaus in Moskau wurde am 6. Februar 26 der russische General Wladimir Alexejew angeschossen. Ob der Mann das Attentat überlebt, ist im Moment noch offen. Über die Schüsse auf den Generalleutnant wurde in der Presse breit berichtet, wir wollen allerdings dessen spezifische Rolle im Krieg gegen die Ukraine etwas näher beleuchten.
Wladimir Alexejew wurde am 24. April 1961 im Dorf Golodki in der Ukraine geboren. Er machte sein Offizierspatent in der Fallschirmjägerschule in Rjasan und danach Karriere im Militärgeheimdienst. Alexejew gehörte zu den Kuratoren des Militärgeheimdienstes GRU, die die russischen Stellvertretertruppen initiierten, finanzierten, ausstatteten und beauftragten. Damit sind die russischen PMCs wie die Gruppe Wagner, Redut, Hispaniola usw. gemeint. All diese Einheiten rekrutierten sich aus Männern, denen die russische Armee zu konventionell, formalistisch und mit festgefahrenen Befehlsstrukturen erschien. Die Kämpfer der PMC agierten außerhalb des Gesetzes und konnten so für Strafmaßnahmen, Attentate auf unliebsame Politiker und für militärische Aktionen eingesetzt werden, für die die Regierung jedwede Beteiligung abstreiten konnte.
Übrigens war Wladimir Alexejew auch jener hochrangige General, der in Rostow am Don persönlich in Verhandlungen mit Jewgeni Prigoschin den Wagner-Putsch beendete.
Nach vier Jahren Krieg lösen sich jene Freiwilligenstrukturen langsam auf - sie werden nicht mehr benötigt. Die Gruppe Wagner ist seit dem Jahr 2023 Geschichte, die anderen Einheiten bluten langsam aus und haben Mühe, neuen Nachwuchs zu akquirieren. Zuletzt löste sich auch die Holligan-Einheit Hispaniola auf und ihr Anführer, Stanislaw Orlow, wurde durch staatliche Akteure liquidiert.
Aber Alexejew soll auch einer der Verantwortlichen gewesen sein, der die Abberufung des ehemaligen Kriegsministers Sergej Schoigu initiierte.
So hatte der General Feinde aus allen Richtungen - der politische Clan um Schoigu, ehemalige Söldner der zahlreichen PMCs, die sich verraten fühlen und natürlich auch der ukrainische Geheimdienst.
Der russische Soldat ist nach Hause gekommen und hat sofort mit dem weitergemacht, was er im Krieg jeden Tag tun musste. Er hat einen Schützengraben ausgehoben.
Die Frau im Off sagt sinngemäß: „Schau dir an, was mit meinem Nachbarn los ist. Er hat einen Graben im Garten ausgehoben und sitzt da voller Paranoia. Die Ärzte kamen, zuckten mit den Schultern und gingen wieder.“
Lustig ist das nicht, sondern das Beispiel zeigt, mit welchen psychischen Deformationen die Familien konfrontiert werden, wenn der Krieg vorbei ist und die Soldaten sich wieder in den Alltag eingliedern müssen.
Ende Dezember berichtete der Kreml-Mitarbeiter Sergej Nowikow, dass 250.000 ehemalige russische Soldaten keiner Arbeit nachgehen.
Zitat: „Wir haben eine ziemlich große Grauzone – Zehntausende von Menschen, die keine Arbeit gefunden haben. Sie sind zurückgekehrt, arbeiten nicht, geben entweder das erhaltene Geld aus oder bestreiten ihren Lebensunterhalt auf andere Weise… Insgesamt haben 250.000 Menschen nirgendwo eine Anstellung gefunden…“
Staatliche russische Nachrichtenagenturen griffen diese Meldung auf, korrigierten sich allerdings nach kurzer Zeit. Die Zahl 250.000 wurde durch „zehntausende“ ersetzt. Solch negativen Meldungen kann die Regierung im Moment nicht brauchen.
Ende 2024 beauftragte Präsident Putin die Regierung und die Stiftung „Verteidiger des Vaterlandes“ mit der Entwicklung eines Plans zur Verbesserung der Beschäftigungsquote von Kampfveteranen. Im vergangenen Juni berichtete die Regierung , dass 57 % der demobilisierten Soldaten bereits einer Beschäftigung nachgingen, nannte aber keine konkreten Zahlen.
Der „Autonome Kreis der Nenzen“ liegt im äußersten Nordosten Europas und seine Fläche ist etwa halb so groß wie Finnland. Nur etwa 42.000 Menschen wohnen dort, davon die Hälfte in der Hauptstadt Narjan-Mar.
Am 26. Dezember 2025 meldete der Kreis den Tod des jungen Rio Andreewitsch Markow, der im Krieg gegen die Ukraine getötet wurde. Weitere Angaben zur Person gab es nicht.
Aber es gab eine recht offene Debatte in den Kommentaren zur Nachricht.
Ein paar Beispiele
Sergej Losa:
...Wie viele Tragödien werden unsere Familien noch durch die inneren und äußeren Kriege erleiden, die von der Politik unserer Machthaber verursacht werden? Wir werden im Ausland und im eigenen Land getötet. Rein hypothetisch könnten sich unsere Machthaber bei unserem Volk entschuldigen und die Menschen (Väter, Mütter) um Vergebung für die Fehler ihrer Politik bitten, ODER: DAS SIND KEINE FEHLER.
Walentina Toropowa
Sergej, wer braucht schon seine Entschuldigung?! Der Mann ist tot, und er kann nicht wieder zum Leben erweckt werden. Er hat vielleicht eine Familie, ein Kind, und seine Mutter hat ihn großgezogen! Was kümmert sie das? Wird Putins Entschuldigung sie etwa trösten? Wann hört dieser verdammte Krieg endlich auf, mein Gott, wann hören endlich die Menschen auf zu sterben?
Natalja Kortschagina
Mein aufrichtiges Beileid. Es ist so schrecklich, wenn Kinder in den Krieg ziehen müssen. In ehrender Erinnerung an den russischen Soldaten. Danke für die Zukunft – ein friedliches Leben für die nächste Generation.
Nata Lia
Natalja, Woher kommt dieses Vertrauen in die Zukunft und ein friedliches Leben für die nächste Generation? Kriege dauern an, Wälder werden zerstört, Flüsse verschmutzt, Dörfer sterben aus, die Produkte in den Regalen sind vollgestopft mit Chemikalien und Palmöl … die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Was werden unsere Nachkommen erben, außer einem digitalen Konzentrationslager, das „zu unserem eigenen Schutz“ mit unserer stillschweigenden Zustimmung errichtet wird? Sehen die Leute denn nicht, was vor sich geht?!

Bujanto wurde als sechstes Kind in eine große Familie geboren. Er hatte gesundheitliche Probleme und verbrachte die letzten drei Schuljahre in einem Sanatorium. Folglich musste er keinen Wehrdienst ableisten, dafür malochte er direkt nach der Schule im Schichtdienst.
Für den Krieg in der Ukraine war er allerdings gesund genug, im Jahr 2024 unterschrieb er einen Militärvertrag. Im Februar 2025 wurde er schwer verwundet, aber auch Krüppel werden an der Front eingesetzt. Im März 2026 musste errneut in das Kampfgebiet, wo er nach kurzer Zeit getötet wurde. Bujanto Bulatowitsch Ochirow (26.03.1987 - 16.04.2026) lebte im Dorf Dyrestui in Burjatien.
Im kalten Winter 2022 in Ischewsk, der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Udmurtien, sang eine Gruppe Friedensdemonstranten das Lied „Möge es immer Sonenschein geben“. Wir haben darüber berichtet. Das Lied, aus der Perspektive eines kleinen Jungen, ist ein Apell an uns Menschen, den Frieden zu sichern. Das Lied gehört(e) zur sowjetischen Jugendkultur und wurde auch von den jungen Pionieren in der DDR gerne gesungen. Hier eine Version von Pete Seeger.
Der russische Refrain lautet etwa so:
Möge es immer Sonnenschein geben,
möge es immer blauen Himmel geben,
möge es immer Mama geben,
möge es immer mich geben!
In Anbetracht dieses Jahrhundertsommers können wir feststellen: Den ewigen Sonnenschein und den immer blauen Himmel haben wir. Den Frieden dagegen noch nicht.
OM, 11.08.26
Wir haben unsere Liste mit den deutschen Namen der Kriegstoten bis zum Juni 2026 aktualisiert. Insgesamt sind es jetzt 1.855 Namen.
Bitte beachtet - all diese Kriegstoten müssen nicht unbedingt einen russlanddeutschen Hintergrund haben. Sicher gibt es darunter auch einige Russen, die nur noch den Namen führen, aber mit russlanddeutscher Kultur nichts zu tun haben. Es ist durchaus auch möglich, dass sich darunter auch jüdische Namen befinden, die aus dem deutschen Sprachraum nach Osten gewandert sind.
Typisches Beispiel dafür ist der Nachname „Katzenelnbogen“, den wir einigemale in Russland angetroffen haben. Katzenelenbogen ist eine Kleinstadt am Rande des Taunus, den Namen hat eine jüdische Dynastie angenommen, die dort im Mittelalter gegründet wurde.
Und natürlich - es ist auch möglich, dass wir uns bei einigen der Namen getäuscht haben und diese eine andere Herkunft haben.
CK, 07.08.26
Die Opferlisten der russischen Regionen haben wir in den letzten Tagen bis Ende Juni 2026 aktualisiert. Eine Zusammenfassung des Monats Juni ist in den kommende Tagen zu erwarten.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
OM, 02.08.26
Da wir jeden Tag mehrere Kurzzeitsoldaten unter den russischen Kriegstoten finden, haben wir etwas umgestellt. Diese Personalien sind aus unserer Rubrik „Personalien & Kurznachrichten“ verschwunden, wir haben dafür eine neue Rubrik „Ohne viele Worte“ erstellt. Dort findet man nur den Namen des Kurzzeitsoldaten und das Datum der Veröffentlichung. Mit einem Klick auf den Namen erhält man das übliche Profil dieses Menschen.
Zunächst haben wir unsere letzte Veröffentlichung der 12 Kurzzeitsoldaten dort eingestellt, der Beitrag ist deshalb von der Titelseite verschwunden. In den nächsten Tagen werden wir täglich mehrere neue Kurzzeitsoldaten veröffentlichen, die bisher auf Halde liegen.
Auf Anfrage einiger Leser haben wir unserer Tabelle mit den vermutlich russlanddeutschen Kriegstoten noch eine Liste der regionalen Verteilung hinzugefügt.
Wie zu erwarten kommen die meisten dieser Kriegstoten aus Sibirien: Region Altai, Omsk und Nowosibirsk.
Das Übersetzen der russischen Namen ins Deutsche ist ein Kapitel für sich. Wir machen das mit dem Übersetzungsprogramm von DeepL. Allerdings ist das Ergebnis so, dass man alle Namenübersetzungen überprüfen muss. Spätestens nach einigen Namen fällt das Programm wieder ins Englische zurück und die Ergebnisse sind nur schwer lesbar. Manchmal vergisst das Programm auch Endungen oder wirft Zeichen mit fremden, nicht deutschen Akzentzeichen aus.
Beim Durchgehen der übersetzten Namen markieren wir die deutschen mit einem Sonderzeichen, damit wir diese in eine extra Tabelle überführen können. Was macht DeepL zuletzt? Haben wir solch einen Namen markiert und verbessern in der Folge weitere Namen, dann markiert KI diese auch mit jenem Sonderzeichen. So rutschen auch russische Namen automatisch in unsere Tabelle der Russlanddeutschen.
Folglich - alles muss erneut korrigiert werden.
Es ist alles zusammen gekommen, die Hitze der letzten Tage, die unsere Arbeitsmoral untergraben hat, durch die hessischen Ferien bedingte dünne Besetzung und schließlich ist unsere EDV-Erfassung auch noch abgestürzt. So dauerte unsere Zusammenfassung des Monats Mai länger als geplant. Wir bitten um Entschuldigung.
Die Todeslisten aller russischen Regionen sind jetzt bis zum Monat Mai 2026 aktuell. Die übliche Zusammenfassung werden wir bis zum 16.07.26 vorlegen.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
Wir hatten etwas Probleme mit unserer internen IT, deshalb haben wir uns mit dem Monat April 2026 weiter verspätet und konnten auch keine aktuellen Themen einschieben. Die Zusammenfassung werden wir am morgigen Donnerstag vorlegen.
Alle russischen Regionen wurden bereits mit den Daten des Monats April 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats März 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Monat März 2026 und die erfassten Daten zum April 2026 werden wir bis spätestens 12. Mai vorlegen können.
CK, 11.05.2026
Wir sind gerade im Stress und bereiten den Abschluss des Monats März 2026 vor. So haben wir versehentlich einen unfertigen Beitrag online gestellt: „Für Glaube und Vaterland in Nowomoskowsk“. Wir bitten um Entschuldigung.
Wir haben den Beitrag wieder versteckt, er wird erst in den nächsten Tagen - dann hoffentlich komplett - veröffentlicht.
OM 07.05.2026
Am Abend des 5. Mai 2026 war unsere Domain „oskarmaria.de“ nicht zu erreichen. Nach hektischen Versuchen, das Problem auf unserem Webserver zu suchen, mussten wir feststellen, dass wir nicht unternehmen können. Die Namensauflösung für de-Domains war bei Denic gestört. Über unsere zweite Domain https://www.gibtsnet.eu sind wir weiterhin & ungestört zu erreichen.
Zum Beitrag über die beiden in Russland inhaftierten Frauen Natalia Leonhardt und Daria Jegerewa wollen wir noch einige Anmerkungen nachreichen.
Nach der Verhaftung der beiden Frauen wurde zunächst nur der Name von Daria Jegerewa bekannt. Die Familie von Frau Leonhardt wollte, dass ihr Name nicht genannt werden solle. Sie versprachen sich so bessere Chancen vor Gericht. Das ist nicht eingetreten.
Aber dazu passt: Wir hatten beim Unterstützerkomitee angefragt, ob wir ein Foto benutzen können, das beide Frauen zeigt. Am folgenden Tag haben wir die Erlaubnis bekommen, die dann wenig später zurückgezogen wurde. Die Verantwortliche hatte unsere Webseite besucht und meinte danach, dass eine Fotoveröffentlichung in unserem Kontext den beiden Frauen eher schaden würde. Wir wollen das nicht weiter kommentieren.
Russische Freiwillige, die in den ersten drei Monaten nach Vertragsunterzeichnung an der Front getötet wurden, stellen wir unter der Überschrift „Ohne viele Worte“ vor. Da es zu viele waren, haben wir zunächst maximal einen Gefallenen pro Tag veröffentlicht. Aktuell ist die Situation so, dass es in vielen Regionen inzwischen untersagt ist, die genauen Daten anzugeben, wann der Vertrag unterschrieben und wann der Freiwillige getötet wurde. Neue Freiwillige sollen durch solch eine Wahrheit nicht abgeschreckt werden, meinen die russischen Behörden.
Wir haben uns deshalb entschieden, wieder alle Kurzzeitsoldaten zu veröffentlichen, die wir registrieren. Das sind meist Männer aus Burjatien, da in dieser Region - teilweise - noch immer ausführliche Nachrufe publiziert werden. Burjatien steht stellvertretend für alle russischen Regionen, wie unser aktuelles Beispiel aus Transbaikalien zeigt. Im Bezirk Krasnotschikoisky haben wir unter 128 Gefallenen insgesamt 36 Kurzzeitsoldaten gefunden.
Eine aktuelle Liste der Antrittsprämien aller rusischen Regionen, die der russische Staat für Zeitsoldaten bezahlt, haben wir hier veröffentlicht.
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Februar 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Februar 2026 und die erfassten Daten zum März 2026 werden wir bis spätestens 10. April vorlegen können.
OM, 09.04.2026
Vielleicht ist euch aufgefallen, dass wir sehr häufig Personen aus Burjatien vorstellen. In unserer Rubrik der Kurzzeitsoldaten (Ohne viele Worte) sind überwiegend Gefallene aus Burjatien vertreten. Das hat einfache Gründe - in Burjatien werden gewohnheitsmäßig ausführliche Nachrufe auf die im Krieg getöteten Landeskinder veröffentlicht. So erfahren wir viele Details. Das kommt in anderen Regionen eher selten vor, häufig werden auch mißliebige Daten gezielt verheimlicht. So zum Beispiel dass die getöteten Soldaten aus der Haft an die Front entlassen wurden, dass sie nur eine kurze Überlebensdauer hatten, usw. In einigen Regionen wie Baschkortostan sind inzwischen solche detaillierten Nachrichten verboten, häufig wird sogar das Alter verschwiegen.
So muss Burjatien als Beispiel herhalten, wenn es um Kurzzeitsoldaten, jugendliche Dummköpfe und Häftlinge geht. Es wird in allen anderen Regionen nicht viel anders sein.
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Januar 2025 aktualisiert.
Es wurden neun neue Listen angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Januar 2026 und die erfassten Daten zum Februar 2026 werden wir bis spätestens 13. März vorlegen können.
OM, 12.03.26
Der Trend bei den Nachrufen hält an - konkrete Daten werden nicht mehr angegeben. So will es die russische Regierung. Damit kann man nicht mehr abschätzen, wie lange der Zeitvertrag mit dem Militär dauerte oder besser, wie schnell der Soldat nach Vertragsunterzeichnung getötet wurde. Auch wird die Feststellung verhindert, wie lange der getötete Soldat irgendwo an der Front liegen blieb.
Normalerweise haben wir max. einen Kurzzeitsoldaten pro Tag in unserer Rubrik „Ohne viele Worte“ veröffentlicht. Das haben wir heute ausnahmsweiße verändert und alle Kurzzeitsoldaten gelistet, die uns im Zeitraum vom 19. bis 20. Januar 26 aufgefallen sind. Als Beleg dafür, dass auch weiterhin viele russischen Freiwilligen nur kurze Zeit an der Front überleben, auch wenn diese Tatsache unterdrückt werden soll.
CK, 23.02.26
Nach aktuellen Berichten wurden von der russischen Behörde für das Internet "Roskomnadsor" alle „Sozialen Netzwerke“ des Meta-Konzerns abgeschaltet. Folglich sind Facebook, Instagram und der Nachrichtendienst Whatsapp in Russland nicht mehr zu erreichen. Für uns ist das beinahe bedeutungslos. Nur aus der russischen Teilrepublik Nordossetien-Alanien kamen manchmal Informationen via Instagram.
Schwieriger stellt sich die Situation bei Telegram dar. Viele Meldungen von unabhängigen & kritischen Gruppierungen kommen aus Russland über Telegram. Und auch staatliche Akteure nutzen dieses Medium häufig zur Präsentation und Dokumentation ihrer Arbeit. Im Moment berichten Nutzer aus Russland, dass sich Videos und Fotos nur langsam aufbauen - wenn überhaupt. Telegram ist also noch nicht ganz abgeschaltet, aber der Zugriff deutlich erschwert. Wir werden weiter berichten.
OM, 11.02.26
Wir haben jetzt alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Dezember 2025 aktualisiert. Es wurden sechs neue Listen angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Dezember 2025 und die erfassten Daten zum Januar 2026 werden wir bis spätestens 4. Februar vorlegen können.
CK, 01.02.26

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Doppelt
Wladimir: 25. Artem Kozhenkov // Nischni Nowgorod: 35 Artem Kozhenkov
Wolgograd: 01 Juri Agarkov // Pskow: 41 Juri Agarkow
Kutelev Stanislav, dreifach, Kostroma, Rjasan und Orenburg. Nur Orenburg
Nikolai Symov, Rjasan & Tschuwaschien - nur Tschuwaschien
Mamontov Mikhail - Krasnodar Teil 1 & Teil 2
Ivan Alekseevich Chulkov, Kostroma, Pos. 51/56
Elimov Alexey Michailowitsch , Kostroma & Tschuwaschien
Falsch einsortiert
Ruslan Khamitov, Tscheljabinsk, kein Söldner der Gruppe Wagner