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Olesja Gontar - 4. Jul. 24 um 20:58 -- Link
Anton Uwarow. Gestorben bei der SWO (Spezielle Militäroperation). Ewiges Andenken. Toha ruhe in Frieden und Gott sei deiner Seele gnädig. Leben und leben lassen für diesen Mann. Wessen Krieg ist das? Wer wird diesen Sohn seiner Mutter zurückgeben? Niemand.....
Denis Mudarisowitsch Muchamedrakhimow, geboren am 28.05.1987, aus einer ländlichen Region der Oblast Tscheljabinsk hatte sich freiwillig gemeldet und sollte Anfang Mai von der Grenze bei Belgorod aus mit seiner Einheit die ukrainische Region Charkiw angreifen. Er wurde dabei getötet und blieb zunächst verschollen. Am 6. Juli 24 wurde er begraben.
Zwischen der offiziellen Nachricht seines Todes und der Wirklichkeit gibt es doch große Unterschiede. Denis war wohl häufig bei Schlägereien beteiligt, hatte seine oberen Vorderzähne komplett verloren und hätte mehrfache Erfahrungen mit Gehirnerschütterungen. Zwischen dem offiziellen Foto und einem aktuellen Bild gibt es nur wenig Ähnlichkeit. Für die Armee war er ein entbehrlicher Soldat: Am 24.04.24 hatte er sich verpflichtet, am 11. Mai 24 war er tot.
Das Sterben der tuwinischen Soldaten setzt sich weiter fort. Keine Region Russlands hat so hohe Opferzahlen wie die kleine buddhistisch geprägte Republik. Am 3. Juli 24 wurde der Tod des jungen Njamsjurjun Jurjewitsch Sat gemeldet. In der blumigen Sprache der Tuwiner werden Märchen erfunden, um diesen völlig überflüssigen Tod zu rechtfertigen:
Einer der seltenen Söhne Tuwas, der geliebte Sohn seiner Eltern, der geliebte Bruder seiner Verwandten, der beste Freund seiner Frau, der beliebteste Vater seiner einzigen Tochter, der angesehene Mann vieler Verwandter, Onkel, Tante, Bruder , Schwiegersohn, Schwager, Ehemann, treuer Freund seiner Familie, Unterfeldwebel der 55.115. Gebirgsgarde-Brigade von Kyzyl, Veteran der „Militärbewegung“, Träger des Ordens des Mutes und der Tapferkeit, Madyrlek , Yunus Yunus Yunus JEVITSCH in einer speziellen Militäroperation.
Wir sind zutiefst traurig, bekannt geben zu müssen, dass er sein Leben für das Mutterland gegeben hat und heldenhaft an dem feurigen Kampf teilgenommen hat, um den Frieden und die Ruhe des Volkes und des Mutterlandes vor den eindringenden Feinden zu schützen.
Das Bild unseres Sohnes, dessen Name in der Geschichte unseres Landes verewigt ist, wird für immer in den Herzen seiner Verwandten und Freunde bleiben.
Wir haben das "Buch der Erinnerung" aus Saratow dokumentiert, das knapp 900 Namen von gefallenen Soldaten im russischen Krieg gegen die Ukraine listet. Aus der Liste konnten wir noch 25 53 nicht erfasste Namen aufnehmen. Da wir nicht wissen, ob solche Dokumente nicht von heute auf morgen verschwinden, haben wir die gesamte Liste kopiert und durch Google sehr roh übersetzen lassen (Link). Interessant ist auch, wie im Verlauf des Krieges die einzelnen Namensblöcke immer länger werden.
Nachtrag: Übrigens viel mehr als die Namen der getöteten Soldaten ist in Saratow nicht zu erwarten. Die Regierung veröffentlicht die Namen, mehr nicht und die Presse recherchiert nicht weiter.
CK - 17.07.24
Wassili Gennadijewitsch Baschkow, geboren 29.10.1990, kam aus der Stadt Schumerlja in Tschuwaschien. Er hatte eine Kadettenschule in Jekaterinburg besucht, was danach in seinem Leben so passierte wird verschwiegen.
Wassili unterschrieb am 19. April 2024 einen Militärvertrag und wurde bereits am 28. April getötet. Dazwischen lag die Anreise und eine Kurzausbildung, die in der Regel eine Woche dauert.
Wir dokumentieren deshalb sein Begräbnis am 22. Juni 24 in einem Dorf bei Schumerlja.
Die Halbinsel Taimyr liegt ganz im Norden des asiatischen Teils Russland - siehe unsere Berichte (Teil I, Teil II). Ende Mai 2024 ist ein sehr junger Bewohner dieser wenig besiedelten Region im Krieg gegen die Ukraine getötet worden. Arkadi Alexejewitsch Michailow war gerade mal 21 Jahre alt und stammte aus dem Dorf Nowaja (Bezirk Taimyr Dolgano-Nenzen). Das ist alles was wir über ihn wissen.
Das Dorf Nowaja hatte 2020 gerade mal 266 Bewohner. Es gibt dort eine Grundschule, einen Kindergarten, eine Erste-Hilfe-Station, ein Wohnungs- und Kommunaldienstleistungsunternehmen, ein Geschäft, ein Lebensmittelgeschäft, ein Postamt, ein Dieselkraftwerk, ein ländliches Kulturzentrum und eine Bibliothek.
Die jährliche Durchschnittstemperatur beträgt - 13° Celsius, acht bis neun Monate liegt Schnee, die Menschen leben von der Jagd und Fischerei. Die überwiegende Mehrzahl der Bewohner sind Dolganen, ein turksprachiges indigenes Volk. Etwas über 8.000 Menschen bezeichnen sich als Dolganen, davon leben etwa 5.500 auf Taimyr.
"In unserer Stadt Sredneuralsk herrscht erneut Trauer. Unser Landsmann und Held Dmitri Kazantsew ist verstorben. Ewige Erinnerung. Helden sterben nicht. Zum Gedenken an den Krieger," schrieb eine Gruppe von Bewohnern der Stadt, die Unterstützung für die russischen Soldaten im Krieg leisten. Sredneuralsk ist übrigens eine Stadt mit etwa 20.000 Bewohnern in der Region Swerdlowsk.
Der Soldat Dmitri Walerjewitsch Kazantsew ist wieder ein gutes Beispiel, wie die russische Armee mit ihren Freiwilligen verfährt. Dmitri arbeitete zehn Jahre lang als Ölabfüller für eine Firma in Sredneuralsk. Auch er erhoffte sich ein besseres Leben durch die hohen Verdienstmöglichkeiten bei der Armee. Am 5. Juni 2024 schloss er einen Vertrag ab, am 25. Juni war er bereits tot, beerdigt am 2. Juli 24.
Man kann getrost den Begriff Held für Dmitri bezweifeln, aber richtig falsch ist die Aussage, dass Helden nicht sterben. Sie sterben ziemlich schnell und genau so schnell sind sie von der Öffentlichkeit vergessen.
Alexander Alexandrowitsch Schamachow kam aus dem Dorf Werchowaschje in der Region Wologda. Auch er ist im Krieg gegen die Ukraine gefallen - ganz sicher als Freiwilliger, obwohl in den vielen Todesnachrichten nichts davon angegeben ist. Die Verwaltung schrieb am 1. Juli:
"Er starb, während er einen Kampfeinsatz durchführte und im Kampf Mut und Heldentum bewies und seinem Eid treu blieb. Wir drücken der Familie und den Freunden von Alexander, der sein Leben für die Sicherheit und Zukunft unseres Landes gegeben hat, unser tiefes und aufrichtiges Beileid aus. Das ist ein irreparabler Verlust. Alle Bewohner des Bezirks Werchowaschski trauern mit Ihnen."
Wir hätte da noch eine Frage: Wie alt war denn Alexander Schachmanow, als er in den Krieg zog?
Ein russischer Berufssoldat, Valentin Michailowitsch Geiko - Rufzeichen Nebel, wurde am 19. Juni 24 beim Versuch getötet, einige Inseln im Dnjepr zu erobern. In russischen Telegram-Kanälen wurde über den jungen Offizier, geboren 1990, in den hellsten Tönen gejubelt. Die verbreiteten Heldengeschichten wären auch für eine Neuauflage von Grimms Märchen zu unrealistisch, wir wollen hier nur die Jahre als Berufssoldat von Valentin wiedergeben.
Angefangen hatte Valentin Geiko im Jahr 2011 als Unteroffizier bei einer Spezialeinheit des russischen Geheimdienstes. Zwei Jahre später war er in Dagestan stationiert, um die dortigen Unruhen zu unterdrücken.
Von 2014 bis 2019 war er dann mit seinen Kollegen im Donbass als "Separatist" verkleidet aktiv, eine Tatasche, die Russland immer geleugnet hat.
Danach ging es nach Syrien, wo er mithalf, das System des Diktators Assad zu stützen. Und als Russland den Krieg gegen die Ukraine begann, war er auch vom ersten Tag an dabei.
In all dieser Zeit stieg Valentin in der militärischen Rangordnung nach oben. Obwohl er keine Offiziersausbildung durchlaufen hatte, bekam er im Frühjahr 2023 seinen ersten Offizierstitel als Unterleutnant. Kurz vor seinem Tod stieg er dann zum Leutnant auf, der Befehl dazu traf nicht rechtzeitig ein. So ging Valentin mit seinen Soldaten in den Tod, als Leutnant hätte er den Einsatz nicht selbst führen müssen.
Bei Bakhmut sind ungefähr 20.000 Söldner der Gruppe Wagner getötet worden. Faktisch bedeutet das, dass zum Beispiel beinahe alle Männer im wehrfähigen Alter der Stadt Worms (84.000 Einwohner) beim Kampf um Bakhmut gefallen wären.
Wir haben in unseren Listen etwa 6.000 Namen erfasst. Das liegt zum Teil daran, dass bei Todesnachrichten nicht angegeben war, dass es sich um einen getöteten Söldner gehandelt hatte. Trotzdem - die Dunkelziffer ist groß, besonders weil es sich häufig um Langzeit-Sträflinge handelte, mit denen auch die Familie gebrochen hatte.
Ein Film mit etwa 300 Söldnern wurde zum 9. Mai veröffentlicht, zum jährlichen Siegesfest über Nazi-Deutschland. Das Video dauert 36 Minuten, man muss sich das nicht ansehen. Da wir einige neue Namen auch aus diesem Film erfahren haben, dokumentieren wir ihn.
Die Stadt Udolija liegt in der Oblast Twer, etwa 300 km nordwestlich von Moskau. Wie so viele Städte in den Weiten Russlands leidet die Stadt an Schwindsucht - 2010 hatte sie noch 31.000 Einwohner, 2021 wurden nur noch 26.000 gezählt. Wichtigstes Unternehmen in der Nähe ist ein Kernkrafwerk mit 4.000 Megawatt Leistung.
Aus der Stadt kam Alexander Alexandrowitsch Awerkin, dort geboren am 27. Juni 1991. Im Jahr 2007 beendete er die Schule und danach war nichts? Zumindest berichtet keiner der vielen Nachrichten etwas über Ausbildung, Wehrdienst oder Beruf. Nur in zwei Dingen sind sich alle sicher. Am 3. Mai 24 schloss er freiwillig einen Vertrag mit dem russischen Militär, der bereits am 1. Juni 24 mit seinem Tod beendet wurde. Viel wird der Mann im Krieg nicht bewegt haben, eben das übliche Kanonenfutter. Die Stadtverwaltung fasste sich dann auch kurz: "Ewige Erinnerung an den Helden!"
Am 19. April 24 hatten wir über ein Wagner-Denkmal berichtet, das auf einem Gelände der Stadt Gorjatschi Kljutsch errichtet wurde. Dort war in früheren Jahren bereits eine Kapelle der Gruppe Wagner eingeweiht worden. Dessen formaler Inhaber Jewgeni Prigoschin und der militärische Leiter Dmitri Utkin wurden dort überlebensgroß abgebildet.
Wir müssen allerdings noch ein weiteres Denkmal auf jenem Gelände nachtragen, das bereits im Herbst 2023 entstanden ist. Auf drei Granitplatten sind die Erkennungsmarken aller Gruppe Wagner Söldner eingetragen, die im Krieg gegen die Ukraine getötet wurden. Über 20.000 Marken sollen es sein, wird berichtet.
Die Personen, die zu den Marken gehören, konnten in wenigen Fällen identifiziert werden. Wir werden diese in unsere Juli-Statistik aufnehmen.
Im Dezember 2023 unterzeichnete Oleg Wladimirowitsch Schalfidski einen Vertrag mit dem russischen Militär, das genaue Datum ist unbekannt. Er kam aus dem einem kleinen Dorf Krasnaja Slobodka in der Region Orenburg und musste von dort in das 1.500 km entfernte Donezk reisen. Eine Einweisung und Kurzausbildung dürfte auch noch erfolgt sein, trotzdem wurde Oleg bereits am 26. Dezember 23 irgendwo an der Front getötet. Zurück dauerte es erheblich länger, erst Ende Juni wurde er in seiner Heimat bestattet.
Um die Sinnlosigkeit seines Todes zu kaschieren, fielen beim Begräbnis große Worte: "Oleg Wladimirowitsch wird als echter Held in die Geschichte eingehen. Für seinen Mut und seine Tapferkeit wurde ihm posthum der Orden des Mutes verliehen... Jeder Soldat, der für den Frieden, für das Glück seiner Familie und von uns allen, für Sicherheit und Freiheit gestorben ist, hinterlässt eine ewige Erinnerung an sich selbst und tiefe Trauer!"
Wenn Oleg wegen des Geldes in den Krieg gezogen ist, dann stimmt zumindest das "Glück seiner Familie". Denn diese kann sich über ein beträchliches Sümmchen freuen.
Dass ein guter Reporter oder Schreiberling nicht unbedingt mit überragender Intelligenz ausgestattet sein muss, zeigte das Beispiel von Alexej Panifilowitsch Wassiljew. Der Mann arbeitete 15 Jahre lang bei der "Iswestija" der Republik Udmurtien und wurde von der Chefredaktion als "Reporter von Gott" bezeichnet. Er wäre immer und überall der Erste gewesen.
Im Dezember 2023 kam Alexej Wassiljew in den Sinn, es mal mit dem Töten von Menschen zu versuchen. Als guter Reporter hatte er sich schon das Segeln, Drachenfliegen und den Umgang mit Waffen auf dem Schießstand beigebracht. Also warum nicht in den Krieg gegen die Ukraine ziehen? Wenn man alle ethischen Gründe beiseite schiebt, warum der Mann besser die Finger davon lassen sollte, dann wäre da noch sein Alter. Denn Alexej war 1961 geboren.
Wobei wir wieder beim ersten Satz dieser Nachricht wären. Aus Erfahrung wurde Alexej dann auch nicht klüger - bereits am 23. März 24 war er tot.
Die kleine russische Teilrepublik Tuwa hat mit etwa 300 Tausend Einwohnern höhere Opferzahlen als die Hauptstadt Moskau mit 11,5 Millionen. Zum Ende des Monats Juni 2024 dürften es mindestend 610 Kriegstote sein, die wir gefunden haben. Damit erreicht Tuwa beinahe die Marke von 200 Toten auf 100 Tausend Einwohnern - mit Abstand die höchste Zahl in ganz Russland.
Nachstehend eine Meldung vom 24. Juni:
Unser lieber, enger Mann, ein starker Unterstützer seiner Frau, ein liebevoller Vater seiner Söhne, ein wunderschöner jüngerer Bruder seiner Cousins, ein geliebter Bruder seiner Verwandten, ein Schwager, ein Schwager, ein Schwager, ein Schwager, ein geliebter Onkel seiner Tanten, ein Kollege von Tschetschek-Ool Dembilowitsch Mongusch (11.07.1976), Verwandte, Freunde und Verwandte verkünden den Tod des einfachen Soldaten des Landes, der am 15.06.2024 sein Leben für die Verteidigung des Landes gab.
Nachtrag: Die Überschrift ist mit Bedacht gewählt, denn durch das Sarggeld ist die Familie plötzlich reich.
Kargopol ist eine der ältesten Städte im Norden Russlands mit aktuell 8.700 Einwohnern, Tendenz fallend. 1990 lebten noch etwa 13.000 Menschen in der Stadt. Sie liegt am linken Ufer des Flusses Onega und war in früheren Zeiten mal ein Handelszentrum.
Die Verwaltung des Bezirks strengt sich ganz besonders an, wenn sie den Tod seiner Bürger im Krieg gegen die Ukraine vermelden muss. Am 17. Juni 24 gab es den Tod von Wjatscheslaw Witaljewitsch Tretjakow zu beklagen, einem Absolventen der örtlichen Oberschule:
Wjatscheslaw Witaljewitsch war ein guter Kampfgefährte, ein liebevoller Sohn, Bruder, Ehemann, Vater, Onkel und wahrer Freund. Er war ein großartiger Mensch, ein echter Mann.
Während seines Dienstes blieb er dem Militäreid treu, befolgte heilig die Verfassung der Russischen Föderation, erfüllte strikt die Anforderungen der Militärvorschriften und Befehle der Kommandeure und erfüllte seine Pflicht mit Würde.
Er war ein wahrer Patriot seines Landes! Unser Beileid gilt der Familie und den Freunden des Verstorbenen.
Die veröffentlichten Lebensläufe der gefallenen russischen Soldaten enthalten häufig viele Merkwürdigkeiten, die offensichtlich sind, aber (wahrscheinlich absichtlich) nicht thematisiert werden.
Nehmen wir als Beispiel Dmitri Wadimowitsch Krasowski, geboren am 11.08.1987, der in Region Altai wohnte. Er absolvierte die 9. Klasse der Sekundarschule im Dorf Suslovo. "Danach besuchte er die Pawlowsker Landwirtschaftsschule, spezialisierte sich auf Rechtswissenschaften und schloss 2007 ab," heißt es in seinem Nachruf. Nun, mit 20 Jahren ist man kein Jurist, aber vielleicht Rechtsanwaltsgehilfe. Aber laut Nachruf arbeitete Dmitri danach in einem Stahlbetonwerk, bloß warum?
Im April 24 unterzeichnete er einen Militärvertrag und machte sich auf den langen Weg von Sibirien in den Donbass. Getötet wurde er bereits am 3. Juni 24. Auch diese kurze Verweildauer an der Front scheint niemand zu interessieren.
Durch die Stadt Rschew fließt die Wolga und teilt sie in zwei Hälften. Die Stadt liegt in der Oblast Twer, der Stadtbezirk hat knapp 67 Tausend Einwohner. Im Status einer VKontakte-Seite vom 14. Juni 24 erschien folgende Nachricht:
Der 32. offiziell in der Ukraine getötete Einwohner des Gemeindebezirks Rschew.
Heute, am 14. Juni, wurde die Leiche von Andrei Igorewitsch Fedorow, einem 1981 geborenen Einwohner der Stadt Rschew, der im Krieg in der Ukraine starb, nach Rschew überbracht.
Ort und Datum der Verabschiedung werden noch bekannt gegeben.
Es gibt noch etwa 15.000 Tschukschen in Russland, die zu den indigenen Völker gehören. Zur Zeit der Sowjetunion fand eine Russifizierung und Sowjetisierung der Tschuktschen statt, die keine Rücksicht auf ihre traditionelle Lebensweise und Kultur nahm. Um so schlimmer ist, dass gemessen an dem kleinen Volk, zur Zeit Männer aus dieser Region für den Krieg gegen die Ukraine angeworben werden.
Die Tschuktschen sind das Leben unter rauen Bedingungen gewohnt, deshalb werden sie bevorzugt eingesetzt.
Innocent Ettynkeu kam aus dem Dorf Alkatwaam in Tschukotscha (Foto). Auch dieses Dorf hat die Schwindsucht, 2010 lebten dort noch 299 Menschen, im Jahr 2023 zählte man nur noch 166. Innocent wurde am 30. Oktober 1966 in einem Dorf der Region Anadyr geboren, hat wahrscheinlich Tierpfleger/Tiermediziner gelernt und zog 2003 in das Dorf Alkatwaam. Er hätte dort bei verschiedenen Unternehmen gearbeitet, was übersetzt so etwas wie ohne feste Anstellung bedeutet.
So meldete sich auch Innocent im Oktober 2023 freiwillig. Er wurde bereits im Dezember 23 getötet.
Der Leiter des Bezirks Anadyr Sergej Sawtschenko gab seinen Tod am 25. Juni 24 bekannt und fand auch die "richtigen" Worte: "Er gab sein Leben, um die Sicherheit seines Landes und seines Volkes zu gewährleisten. "
Im November 2018 überfiel eine Gruppe Männer den Leiter der staatlichen Immobilienagentur von Samara in seinem Wohnhaus. Seine Frau, ihre drei Kinder und ein zufällig anwesender Installateur wurden im Badezimmer eingesperrt, während dessen der Behördenleiter etwas gefoltert wurde. Die Angreifer schlugen ihn mit Metallstäben, verletzten ihn mit einem Messer und traten auf ihn ein.
Die Söldner handelten im Auftrag einer unbekannt gebliebenen Person. Es bestand der Verdacht, dass der Besitzer einer Brauerei so besonders günstig an ein Industriegelände kommen wollte.
Einer der Angreifer, Wassili Grak, wurde im August 2022 zu 14 Jahren Haft verurteilt. Auch er ließ sich vom russischen Militär anwerben und kam frei. Am 3. Juni wurde er in der Ukraine getötet.
Alexej Anatoljewitsch Pusako, 49 Jahre alt, freiwilliger Kriegsteilnehmer aus dem Dorf Monetny in der Region Swerdlowsk wurde am 24.05.24 getötet. Das Dorf heißt zudem übersetzt Münze oder Geld. Dazu passt dann auch die Erklärung des Gemeinderates zum Tod von Alexej:
Zu unserem großen Bedauern muss sich die Stadt von unserem Landsmann, Helden und Krieger verabschieden. Er hat seine Schulden gegenüber unserem Vaterland ehrenvoll und vollständig beglichen und ist am 24. Mai gestorben, als er die Aufgaben einer besonderen Militäroperation auf dem Gebiet der Stadt Makejewka in der Volksrepublik Donezk wahrnahm.
Unser gesegneter und geliebter Mann, der älteste Sohn seiner Eltern, der liebevolle Bruder seiner Schwester, der starke Rückhalt seiner geliebten Frau, der schöne Sohn, der geliebte Vater seiner Tochter, der geliebte Bruder vieler Onkel, Brüder und Schwestern, der vorbildliche Onkel seiner Brüder und Schwestern, Stolz, treuer Freund vieler Freunde, respektierter Schwiegersohn der Großeltern, fröhliche und fröhliche Enkelkinder.
Ai-Cherel Doorbekowitsch Oorschak, Unterleutnant, geboren am 11.02.1996, wurde mit zahlreichen Medaillen und Ehrenorden ausgezeichnet und verstarb am 18. Mai 2024 in jungen Jahren im Interesse des friedlichen Lebens der Menschen von unserem Land.
Ein Beitrag auf VKontakte im typischen tuwinischen Stil. Niemand hat das Leben der Tuwiner bedroht und trotzdem ist es das Volk mit der höchsten Todesrate im Krieg gegen die Ukraine bezogen auf die Bevölkerung. Die strukturarme Republik erlebt durch die Rubelmilliarden, die in das Land als Sarggeld und Abfindungen bei Kriegsverletzungen fließen, einen tatsächlichen Aufschwung.
Die drittgrößte Stadt in der sibirischen Region Krasnojarsk ist Atschinsk. Die Stadt hat ziemlich genau 100.000 Einwohner und liegt an der Transsibirischen Eisenbahn. Als große Industrieunternehmen beherbergt die Stadt ein Aluminium- und ein Zementwerk. Und dazu gibt es auch noch eine große Ölraffinerie. Man kann sich leicht vorstellen, dass dieses Trio für einige Umweltsünden in der Region verantwortlich ist.
Zum Glück hatte die Stadt in Eduard Mischchoschew einen engagierten Umweltschützer, der den öffentlichen Rat der Stadt Atschinsk für Ökologie leitete und auch darüber hinaus als aktiver Umweltschützer in der Region aktiv war.
Warum der nächste Ökologie einen Gefallen darin fand, sein Nachbarland anzugreifen und zu zerstören, ist schwer zu begreifen. Eduard meldete sich im Sommer 2022 freiwillig zum Krieg gegen die Ukraine und hatte den Rang eines Oberleutnants. "Sie werden sterben und wir werden ins Paradies gehen," hatte er auf seinen Kampfanzug genäht. Im Juni 24 ist dann Eduard auch nur gestorben, besser gesagt, er wurde getötet. Sein Auto wurde von einer Drone angegriffen. Begraben wurde er in seiner "kleinen Heimat", in seiner Geburtsstadt Baksan in Kabardino-Balkarien.
Siehe auch Eduard Jurowitsch Batotsyrenow, Michail Alexejewitsch Mitrochow und Maxim Perewezentsew.
Die Kleinstadt Iwdel liegt über 500 km nördlich der Hauptstadt Jekaterinburg in der Taiga-Landschaft des Nordurals. Von dort kam Dmitri Sergejewitsch Lewin, geboren am 9. Mai 1980. Nach der Schule erfüllte er sich seinen Berufswunsch und wurde Baggerführer. In diesem Beruf arbeitete er dann auch die ganzen Jahre, heiratete und bekam zwei Töchter. Im Februar 24 wurde Dmitri sogar Großvater, eine seiner Töchter gebar einen Sohn.
Was Dmitri bewogen hat, in den Krieg zu ziehen, wissen wir nicht. Er hätte angeblich sein Vaterland verteidigen wollen, schrieb die lokale Nachrichtenseite von Iwdel. Fakt ist, sein Vaterland wurde nicht angegriffen und wahrscheinlich lockte auch Dmitri nur das viele Geld, das er als Baggerführer niemals hätte verdienen können.
Die Entscheidung stellte sich schnell als falsch heraus. Ab 21. März 24 versuchte sich Dmitri im Kriegshandwerk, am 21. Mai 24 war er bereits tot.
Seine Mutter erinnert sich an ihren Sohn, der als Kind freundlich, mitfühlend, fröhlich, bescheiden gewesen wäre. Der immer anderen zu Hilfe gekommen wäre, den Wald liebte, um dort Pilze und Beeren zu sammeln.
Ein halbes Jahr lang hat Dmitri Georgiewitsch Belych die Schrecken des Krieges durchlebt. Der junge Mann, geboren am 7. Oktober 1998, kam aus einem Dorf in der Region Perm. Dmitri hatte sich am 9. Mai 2023 freiwillig für ein halbes Jahr zum Kriegsdienst gemeldet. Er wurde verletzt, kam aber heil nach Hause und hätte sich auf ein friedliches Leben freuen können.
Nicht so Dmitri - im Februar 2024 unterzeichnete er erneut einen Vertrag mit dem Militär.
"Auf den Ruf des Vaterlandes hin trat er zu dessen Verteidigung an, auf das Diktat seines Herzens hin verschonte er sein Leben nicht für jeden seiner Landsleute, für jeden von uns," schrieb ein Landsmann. Übersetzt heißt das, auf Grund seiner Kampferfahrung wurde Dmitri sofort an die Front kommandiert. Am 29. März 2024 bestätigte sich bereits die Überschrift dieses kleinen Beitrags.

Maxim Wjatscheslawowitsch Safronow wurde am 4. Julij 1995 im Dorf Nowaja Brjan in Burjatien geboren. Das Dorf hat seit den Zeiten der Perestroika fast die Hälfte seiner Einwohner verloren. Heute leben noch etwa 4.200 Menschen dort. Maxim bekam während seiner Schulzeit eine kräftige Dosis Militarismus eingeflösst: Er besuchte den militärpatriotischen Club „Kasatschok“ und absolvierte das Militärspiel „Zarnitsa“. Nach der Schule studierte Maxim Medizin und arbeitete als Anästhesist und Notfallmediziner in einem Krankenhaus in Tschita (Transbaikalien).
Im Jahr 2025 wollte Maxim endlich ordentlich verdienen und ging als Notfallmediziner im Rang eines Leutnants an die Front in der Ukraine. Eine häufige Legende der Nachrufschreiber lautet, dass der Tote heldenhaft Verwundete evakuiert hätte und dabei getötet wurde. So auch bei Maxim - eine Drohne hätte am 23. Juni 26 den Rettungswagen angegriffen und Maxim getötet.
Wir hatten etwas Probleme mit unserer internen IT, deshalb haben wir uns mit dem Monat April 2026 weiter verspätet und konnten auch keine aktuellen Themen einschieben. Die Zusammenfassung werden wir am morgigen Donnerstag vorlegen.
Alle russischen Regionen wurden bereits mit den Daten des Monats April 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats März 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Monat März 2026 und die erfassten Daten zum April 2026 werden wir bis spätestens 12. Mai vorlegen können.
CK, 11.05.2026
Wir sind gerade im Stress und bereiten den Abschluss des Monats März 2026 vor. So haben wir versehentlich einen unfertigen Beitrag online gestellt: „Für Glaube und Vaterland in Nowomoskowsk“. Wir bitten um Entschuldigung.
Wir haben den Beitrag wieder versteckt, er wird erst in den nächsten Tagen - dann hoffentlich komplett - veröffentlicht.
OM 07.05.2026
Am Abend des 5. Mai 2026 war unsere Domain „oskarmaria.de“ nicht zu erreichen. Nach hektischen Versuchen, das Problem auf unserem Webserver zu suchen, mussten wir feststellen, dass wir nicht unternehmen können. Die Namensauflösung für de-Domains war bei Denic gestört. Über unsere zweite Domain https://www.gibtsnet.eu sind wir weiterhin & ungestört zu erreichen.
Zum Beitrag über die beiden in Russland inhaftierten Frauen Natalia Leonhardt und Daria Jegerewa wollen wir noch einige Anmerkungen nachreichen.
Nach der Verhaftung der beiden Frauen wurde zunächst nur der Name von Daria Jegerewa bekannt. Die Familie von Frau Leonhardt wollte, dass ihr Name nicht genannt werden solle. Sie versprachen sich so bessere Chancen vor Gericht. Das ist nicht eingetreten.
Aber dazu passt: Wir hatten beim Unterstützerkomitee angefragt, ob wir ein Foto benutzen können, das beide Frauen zeigt. Am folgenden Tag haben wir die Erlaubnis bekommen, die dann wenig später zurückgezogen wurde. Die Verantwortliche hatte unsere Webseite besucht und meinte danach, dass eine Fotoveröffentlichung in unserem Kontext den beiden Frauen eher schaden würde. Wir wollen das nicht weiter kommentieren.
Russische Freiwillige, die in den ersten drei Monaten nach Vertragsunterzeichnung an der Front getötet wurden, stellen wir unter der Überschrift „Ohne viele Worte“ vor. Da es zu viele waren, haben wir zunächst maximal einen Gefallenen pro Tag veröffentlicht. Aktuell ist die Situation so, dass es in vielen Regionen inzwischen untersagt ist, die genauen Daten anzugeben, wann der Vertrag unterschrieben und wann der Freiwillige getötet wurde. Neue Freiwillige sollen durch solch eine Wahrheit nicht abgeschreckt werden, meinen die russischen Behörden.
Wir haben uns deshalb entschieden, wieder alle Kurzzeitsoldaten zu veröffentlichen, die wir registrieren. Das sind meist Männer aus Burjatien, da in dieser Region - teilweise - noch immer ausführliche Nachrufe publiziert werden. Burjatien steht stellvertretend für alle russischen Regionen, wie unser aktuelles Beispiel aus Transbaikalien zeigt. Im Bezirk Krasnotschikoisky haben wir unter 128 Gefallenen insgesamt 36 Kurzzeitsoldaten gefunden.
Eine aktuelle Liste der Antrittsprämien aller rusischen Regionen, die der russische Staat für Zeitsoldaten bezahlt, haben wir hier veröffentlicht.
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Februar 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Februar 2026 und die erfassten Daten zum März 2026 werden wir bis spätestens 10. April vorlegen können.
OM, 09.04.2026
Vielleicht ist euch aufgefallen, dass wir sehr häufig Personen aus Burjatien vorstellen. In unserer Rubrik der Kurzzeitsoldaten (Ohne viele Worte) sind überwiegend Gefallene aus Burjatien vertreten. Das hat einfache Gründe - in Burjatien werden gewohnheitsmäßig ausführliche Nachrufe auf die im Krieg getöteten Landeskinder veröffentlicht. So erfahren wir viele Details. Das kommt in anderen Regionen eher selten vor, häufig werden auch mißliebige Daten gezielt verheimlicht. So zum Beispiel dass die getöteten Soldaten aus der Haft an die Front entlassen wurden, dass sie nur eine kurze Überlebensdauer hatten, usw. In einigen Regionen wie Baschkortostan sind inzwischen solche detaillierten Nachrichten verboten, häufig wird sogar das Alter verschwiegen.
So muss Burjatien als Beispiel herhalten, wenn es um Kurzzeitsoldaten, jugendliche Dummköpfe und Häftlinge geht. Es wird in allen anderen Regionen nicht viel anders sein.
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Januar 2025 aktualisiert.
Es wurden neun neue Listen angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Januar 2026 und die erfassten Daten zum Februar 2026 werden wir bis spätestens 13. März vorlegen können.
OM, 12.03.26
Der Trend bei den Nachrufen hält an - konkrete Daten werden nicht mehr angegeben. So will es die russische Regierung. Damit kann man nicht mehr abschätzen, wie lange der Zeitvertrag mit dem Militär dauerte oder besser, wie schnell der Soldat nach Vertragsunterzeichnung getötet wurde. Auch wird die Feststellung verhindert, wie lange der getötete Soldat irgendwo an der Front liegen blieb.
Normalerweise haben wir max. einen Kurzzeitsoldaten pro Tag in unserer Rubrik „Ohne viele Worte“ veröffentlicht. Das haben wir heute ausnahmsweiße verändert und alle Kurzzeitsoldaten gelistet, die uns im Zeitraum vom 19. bis 20. Januar 26 aufgefallen sind. Als Beleg dafür, dass auch weiterhin viele russischen Freiwilligen nur kurze Zeit an der Front überleben, auch wenn diese Tatsache unterdrückt werden soll.
CK, 23.02.26
Nach aktuellen Berichten wurden von der russischen Behörde für das Internet "Roskomnadsor" alle „Sozialen Netzwerke“ des Meta-Konzerns abgeschaltet. Folglich sind Facebook, Instagram und der Nachrichtendienst Whatsapp in Russland nicht mehr zu erreichen. Für uns ist das beinahe bedeutungslos. Nur aus der russischen Teilrepublik Nordossetien-Alanien kamen manchmal Informationen via Instagram.
Schwieriger stellt sich die Situation bei Telegram dar. Viele Meldungen von unabhängigen & kritischen Gruppierungen kommen aus Russland über Telegram. Und auch staatliche Akteure nutzen dieses Medium häufig zur Präsentation und Dokumentation ihrer Arbeit. Im Moment berichten Nutzer aus Russland, dass sich Videos und Fotos nur langsam aufbauen - wenn überhaupt. Telegram ist also noch nicht ganz abgeschaltet, aber der Zugriff deutlich erschwert. Wir werden weiter berichten.
OM, 11.02.26
Wir haben jetzt alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Dezember 2025 aktualisiert. Es wurden sechs neue Listen angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Dezember 2025 und die erfassten Daten zum Januar 2026 werden wir bis spätestens 4. Februar vorlegen können.
CK, 01.02.26
Noch zwei Tage und wir sind endlich mit den Kriegstoten vom Dezember 2025 durch. Dann müssen die Namen noch übersetzt und alles in unsere Tabellen eingetragen werden, was zusätzlich zwei bis drei Tage in Anspruch nimmt. Zum gleichen Zeitpunkt werden dann auch die erfassten Zahlen vom Januar 2026 verfügbar sein.
Ein Blick in unsere Datenbank zeigt - es wird keine großen Überraschungen geben. Baschkortostan und Tatarstan, führend bei den Kriegstoten nach Regionen, werden ihren Vorsprung weiter ausbauen. Dahinter kommt die Region Swerdlowsk usw. Und wenn man die Kriegstoten ins Verhältnis zur Bevölkerung der Regionen stellt, bauen die ethnisch bestimmten Regionen wie Tuwa, Burjatien, Tschukotka, Altai und Jakutien ihren Abstand zu den russisch geprägten Regionen weiter aus.
OM, 28.01.26
Zu unserer Berichterstattung über den russischen Angriffskrieg passt der Bürgerprotest über den Abriss eines Gebäudes in St. Petersburg vordergründig nicht. Wir meinen aber, der Artikel passt sehr gut.
Zum einen ist er einer der wenigen breit aufgestellten Bürgerproteste seit Beginn des russischen Angriffskrieges. Auf Anhieb fallen uns dazu nur noch die Proteste im baschkirischen Baimak Anfang 2024 ein.
Zum anderen dokumentiert er sehr gut die verschiedenen Meinungen und Vorurteile der Stadtbürger von St. Petersburg. Die „Migranten“ im Beitrag sind keine Migranten in unserem Sinne, sondern ganz normale russische Staatsbürger, deren Geburtsregion der russische Kaukasus ist. Dagestan ist die größte, überwiegend muslimisch geprägte russische Teilrepublik im Kaukasus.
Und vielleicht, vielleicht ein ganz klein wenig, existiert der zivile Ungehorsam in Russland immer noch. Und konnte auch durch die seit Beginn des Krieges ständig erweiterte Repression nicht ganz ausgerottet werden.
Wir haben jetzt alle russischen Regionen mit den Daten des Monats November 2025 aktualisiert. Es wurden 21 neue Listen angelegt:
Bei den Fotos zu den neuen Tabellen haben wir auf Kritik reagiert und möglichst keine Postkartenmotive ausgewählt. Denn diese bilden die Lebenswirklichkeit der Menschen in diesen Regionen nicht ab.
Die große Zahl an russischen Kriegstoten lässt uns kaum noch Zeit zu aktuellen Berichten. Wir können etwa 300 Kriegstote pro Tag bearbeiten, da darf aber nichts dazwischen kommen - wie zum Beispiel persönliche Angelegenheiten. Tatsächlich haben wir im Moment durchschnittlich etwa 400 Fälle in unseren Listen.
Heute haben wir den 20. November bearbeitet, es wird also mindestens noch 11 Tage dauern, bis wir den November abgeschlossen haben.
Die hohe Zahl an Kriegstoten resultiert nicht aus dem aktuellen Kampfgeschehen. Durch das Erbschaftsregister können viele Suchanfragen auf VKontakte und Telegramkanälen geschlossen werden - Soldat tot.
Das alles hindert uns nicht, in den nächsten Tagen einen Zwischenstand zum 15. Dezember zu veröffentlichen.
Wir haben heute alle russischen Regionen mit den Daten des Oktobers aktualisiert. Es wurden drei neue Listen angelegt:
Wir werden für eine kurze Zeit nicht erreichbar sein - einfach später wieder kommen.
Unter den Positionen 1021 und 1022 der Region Krasnojarsk haben wir die im Beitrag „Die Särge sind natürlich geschlossen“ genannten Alexej und Michail Leschok bereits gelistet. Der Originalbeitrag über Alexej ist nicht mehr verfügbar, deshalb haben wir auf eine Zweitveröffentlichung verlinkt. Der Status von Michail Leschok auf VKontakte ist allerdings weiterhin online, dort findet man noch weitere Fotos. Den dritten Bruder Wladimir haben wir bisher noch nicht in unserer Datenbank.
Am 8. November 1939 explodierte um 21:20 h im Bürgerbräukeller in München eine Bombe. Sie galt Adolf Hitler, der zwei Monate zuvor den Angriffskrieg gegen Polen gestartet hatte. Allerdings hatte der „Führer" wegen schlechten Wetters seine Zeitplanung umgestellt und war bereits auf der Rückreise. Wäre das Attentat erfolgreich gewesen, wäre der Welt - vielleicht - jener zweite Weltkrieg erspart geblieben und jene begonnen Kampfhandlungen wären eingestellt worden.
Der schwäbische Tischler Georg Elsner hatte jenes Attentat akribisch geplant, er wurde kurz vor Kriegsende im KZ Dachau ermordet.
Jenes Attentat hat auch im deutschen Grundgesetz Eingang gefunden. In Artikel 20 Absatz 4 der Verfassung heißt es: „Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“
Auch in Russland bedarf es dringend solch mutiger Menschen, die jenem blutigen & verbrecherischen Gemetzel in der Ukraine ein Ende setzen.
Günter W. Berger, 08.11.25

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Doppelt
Wladimir: 25. Artem Kozhenkov // Nischni Nowgorod: 35 Artem Kozhenkov
Wolgograd: 01 Juri Agarkov // Pskow: 41 Juri Agarkow
Kutelev Stanislav, dreifach, Kostroma, Rjasan und Orenburg. Nur Orenburg
Nikolai Symov, Rjasan & Tschuwaschien - nur Tschuwaschien
Mamontov Mikhail - Krasnodar Teil 1 & Teil 2
Ivan Alekseevich Chulkov, Kostroma, Pos. 51/56
Elimov Alexey Michailowitsch , Kostroma & Tschuwaschien
Falsch einsortiert
Ruslan Khamitov, Tscheljabinsk, kein Söldner der Gruppe Wagner