31.01.2026 -- 182.890 // Zuwachs zum 31.12.2025: 9.335
Die veröffentlichten Lebensläufe der gefallenen russischen Soldaten enthalten häufig viele Merkwürdigkeiten, die offensichtlich sind, aber (wahrscheinlich absichtlich) nicht thematisiert werden.
Nehmen wir als Beispiel Dmitri Wadimowitsch Krasowski, geboren am 11.08.1987, der in Region Altai wohnte. Er absolvierte die 9. Klasse der Sekundarschule im Dorf Suslovo. "Danach besuchte er die Pawlowsker Landwirtschaftsschule, spezialisierte sich auf Rechtswissenschaften und schloss 2007 ab," heißt es in seinem Nachruf. Nun, mit 20 Jahren ist man kein Jurist, aber vielleicht Rechtsanwaltsgehilfe. Aber laut Nachruf arbeitete Dmitri danach in einem Stahlbetonwerk, bloß warum?
Im April 24 unterzeichnete er einen Militärvertrag und machte sich auf den langen Weg von Sibirien in den Donbass. Getötet wurde er bereits am 3. Juni 24. Auch diese kurze Verweildauer an der Front scheint niemand zu interessieren.
Durch die Stadt Rschew fließt die Wolga und teilt sie in zwei Hälften. Die Stadt liegt in der Oblast Twer, der Stadtbezirk hat knapp 67 Tausend Einwohner. Im Status einer VKontakte-Seite vom 14. Juni 24 erschien folgende Nachricht:
Der 32. offiziell in der Ukraine getötete Einwohner des Gemeindebezirks Rschew.
Heute, am 14. Juni, wurde die Leiche von Andrei Igorewitsch Fedorow, einem 1981 geborenen Einwohner der Stadt Rschew, der im Krieg in der Ukraine starb, nach Rschew überbracht.
Ort und Datum der Verabschiedung werden noch bekannt gegeben.
Es gibt noch etwa 15.000 Tschukschen in Russland, die zu den indigenen Völker gehören. Zur Zeit der Sowjetunion fand eine Russifizierung und Sowjetisierung der Tschuktschen statt, die keine Rücksicht auf ihre traditionelle Lebensweise und Kultur nahm. Um so schlimmer ist, dass gemessen an dem kleinen Volk, zur Zeit Männer aus dieser Region für den Krieg gegen die Ukraine angeworben werden.
Die Tschuktschen sind das Leben unter rauen Bedingungen gewohnt, deshalb werden sie bevorzugt eingesetzt.
Innocent Ettynkeu kam aus dem Dorf Alkatwaam in Tschukotscha (Foto). Auch dieses Dorf hat die Schwindsucht, 2010 lebten dort noch 299 Menschen, im Jahr 2023 zählte man nur noch 166. Innocent wurde am 30. Oktober 1966 in einem Dorf der Region Anadyr geboren, hat wahrscheinlich Tierpfleger/Tiermediziner gelernt und zog 2003 in das Dorf Alkatwaam. Er hätte dort bei verschiedenen Unternehmen gearbeitet, was übersetzt so etwas wie ohne feste Anstellung bedeutet.
So meldete sich auch Innocent im Oktober 2023 freiwillig. Er wurde bereits im Dezember 23 getötet.
Der Leiter des Bezirks Anadyr Sergej Sawtschenko gab seinen Tod am 25. Juni 24 bekannt und fand auch die "richtigen" Worte: "Er gab sein Leben, um die Sicherheit seines Landes und seines Volkes zu gewährleisten. "
Im November 2018 überfiel eine Gruppe Männer den Leiter der staatlichen Immobilienagentur von Samara in seinem Wohnhaus. Seine Frau, ihre drei Kinder und ein zufällig anwesender Installateur wurden im Badezimmer eingesperrt, während dessen der Behördenleiter etwas gefoltert wurde. Die Angreifer schlugen ihn mit Metallstäben, verletzten ihn mit einem Messer und traten auf ihn ein.
Die Söldner handelten im Auftrag einer unbekannt gebliebenen Person. Es bestand der Verdacht, dass der Besitzer einer Brauerei so besonders günstig an ein Industriegelände kommen wollte.
Einer der Angreifer, Wassili Grak, wurde im August 2022 zu 14 Jahren Haft verurteilt. Auch er ließ sich vom russischen Militär anwerben und kam frei. Am 3. Juni wurde er in der Ukraine getötet.
Alexej Anatoljewitsch Pusako, 49 Jahre alt, freiwilliger Kriegsteilnehmer aus dem Dorf Monetny in der Region Swerdlowsk wurde am 24.05.24 getötet. Das Dorf heißt zudem übersetzt Münze oder Geld. Dazu passt dann auch die Erklärung des Gemeinderates zum Tod von Alexej:
Zu unserem großen Bedauern muss sich die Stadt von unserem Landsmann, Helden und Krieger verabschieden. Er hat seine Schulden gegenüber unserem Vaterland ehrenvoll und vollständig beglichen und ist am 24. Mai gestorben, als er die Aufgaben einer besonderen Militäroperation auf dem Gebiet der Stadt Makejewka in der Volksrepublik Donezk wahrnahm.
Unser gesegneter und geliebter Mann, der älteste Sohn seiner Eltern, der liebevolle Bruder seiner Schwester, der starke Rückhalt seiner geliebten Frau, der schöne Sohn, der geliebte Vater seiner Tochter, der geliebte Bruder vieler Onkel, Brüder und Schwestern, der vorbildliche Onkel seiner Brüder und Schwestern, Stolz, treuer Freund vieler Freunde, respektierter Schwiegersohn der Großeltern, fröhliche und fröhliche Enkelkinder.
Ai-Cherel Doorbekowitsch Oorschak, Unterleutnant, geboren am 11.02.1996, wurde mit zahlreichen Medaillen und Ehrenorden ausgezeichnet und verstarb am 18. Mai 2024 in jungen Jahren im Interesse des friedlichen Lebens der Menschen von unserem Land.
Ein Beitrag auf VKontakte im typischen tuwinischen Stil. Niemand hat das Leben der Tuwiner bedroht und trotzdem ist es das Volk mit der höchsten Todesrate im Krieg gegen die Ukraine bezogen auf die Bevölkerung. Die strukturarme Republik erlebt durch die Rubelmilliarden, die in das Land als Sarggeld und Abfindungen bei Kriegsverletzungen fließen, einen tatsächlichen Aufschwung.
Die drittgrößte Stadt in der sibirischen Region Krasnojarsk ist Atschinsk. Die Stadt hat ziemlich genau 100.000 Einwohner und liegt an der Transsibirischen Eisenbahn. Als große Industrieunternehmen beherbergt die Stadt ein Aluminium- und ein Zementwerk. Und dazu gibt es auch noch eine große Ölraffinerie. Man kann sich leicht vorstellen, dass dieses Trio für einige Umweltsünden in der Region verantwortlich ist.
Zum Glück hatte die Stadt in Eduard Mischchoschew einen engagierten Umweltschützer, der den öffentlichen Rat der Stadt Atschinsk für Ökologie leitete und auch darüber hinaus als aktiver Umweltschützer in der Region aktiv war.
Warum der nächste Ökologie einen Gefallen darin fand, sein Nachbarland anzugreifen und zu zerstören, ist schwer zu begreifen. Eduard meldete sich im Sommer 2022 freiwillig zum Krieg gegen die Ukraine und hatte den Rang eines Oberleutnants. "Sie werden sterben und wir werden ins Paradies gehen," hatte er auf seinen Kampfanzug genäht. Im Juni 24 ist dann Eduard auch nur gestorben, besser gesagt, er wurde getötet. Sein Auto wurde von einer Drone angegriffen. Begraben wurde er in seiner "kleinen Heimat", in seiner Geburtsstadt Baksan in Kabardino-Balkarien.
Siehe auch Eduard Jurowitsch Batotsyrenow, Michail Alexejewitsch Mitrochow und Maxim Perewezentsew.
Die Kleinstadt Iwdel liegt über 500 km nördlich der Hauptstadt Jekaterinburg in der Taiga-Landschaft des Nordurals. Von dort kam Dmitri Sergejewitsch Lewin, geboren am 9. Mai 1980. Nach der Schule erfüllte er sich seinen Berufswunsch und wurde Baggerführer. In diesem Beruf arbeitete er dann auch die ganzen Jahre, heiratete und bekam zwei Töchter. Im Februar 24 wurde Dmitri sogar Großvater, eine seiner Töchter gebar einen Sohn.
Was Dmitri bewogen hat, in den Krieg zu ziehen, wissen wir nicht. Er hätte angeblich sein Vaterland verteidigen wollen, schrieb die lokale Nachrichtenseite von Iwdel. Fakt ist, sein Vaterland wurde nicht angegriffen und wahrscheinlich lockte auch Dmitri nur das viele Geld, das er als Baggerführer niemals hätte verdienen können.
Die Entscheidung stellte sich schnell als falsch heraus. Ab 21. März 24 versuchte sich Dmitri im Kriegshandwerk, am 21. Mai 24 war er bereits tot.
Seine Mutter erinnert sich an ihren Sohn, der als Kind freundlich, mitfühlend, fröhlich, bescheiden gewesen wäre. Der immer anderen zu Hilfe gekommen wäre, den Wald liebte, um dort Pilze und Beeren zu sammeln.
Ein halbes Jahr lang hat Dmitri Georgiewitsch Belych die Schrecken des Krieges durchlebt. Der junge Mann, geboren am 7. Oktober 1998, kam aus einem Dorf in der Region Perm. Dmitri hatte sich am 9. Mai 2023 freiwillig für ein halbes Jahr zum Kriegsdienst gemeldet. Er wurde verletzt, kam aber heil nach Hause und hätte sich auf ein friedliches Leben freuen können.
Nicht so Dmitri - im Februar 2024 unterzeichnete er erneut einen Vertrag mit dem Militär.
"Auf den Ruf des Vaterlandes hin trat er zu dessen Verteidigung an, auf das Diktat seines Herzens hin verschonte er sein Leben nicht für jeden seiner Landsleute, für jeden von uns," schrieb ein Landsmann. Übersetzt heißt das, auf Grund seiner Kampferfahrung wurde Dmitri sofort an die Front kommandiert. Am 29. März 2024 bestätigte sich bereits die Überschrift dieses kleinen Beitrags.
Vor wenigen Tagen haben wir über die sibirische Stadt Ust-Kut berichtet und deren Blutzoll im Krieg gegen die Ukraine. Etwa 43.000 Menschen leben in der Stadt und dem Bezirk, eine lokale Initiative hatte bis Angang Juni 56 getötete Bürger der Region gezählt. Der Wert liegt deutlich über dem Durchschnitt Russlands. Am 10. Juni wurden ein weiterer Soldaten aus dem Bezirk bestattet.
Roman Alexandrowitsch Zwerew wurde am 23. Dezember 1976 geboren und am 14. Mai 23 in der Ukraine getötet. Weitere Informationen hat die Stadt nicht veröffentlicht.
Marina Spirina ist Vertreterin der Abgeordneten der Stadt Pawlowo-Possad in der Oblast Moskau. In dieser Funktion berichtet sie am 7. Juni über einen Bürger der Stadt, der als Freiwilliger im Krieg gegen die Ukraine getötet worden war. "Als er in den blutigen Kampf mit den Neonazis zog, wurde Wadim Nikolajewitsch Koltschugin für alle Bewohner unseres Bezirks zu einem wahren Helden, einem wahren Patrioten seines Landes," schrieb sie pathetisch.
Doch in den Kommentaren ergab sich eine etwas andere Wirklichkeit. Die Mitbürgerin Swetlana Sanegina antwortete: "Gott sei Dank ist der Gerechtigkeit Genüge getan worden. Dieser Mann wurde für 9 Jahre ins Gefängnis gesteckt, weil er einen unschuldigen jungen Mann von 38 Jahren (unseren Bruder, einen freundlichen, sympathischen Mann) getötet hat. Der Ermittler, der für den Fall zuständig war, sagte, dass sie solche Mörder nicht zur SVO bringen. Ich halte ihn nicht für einen Helden."
Das war dem Priester Aleksej Glumow doch zuviel Realität und er betete: "Königreich des Himmels, gesegnetes Paradies ...". Seine Antwort auf den Einwand, es handele sich schließlich um einen Mörder, war: "Verschwinde Satano!"
"Mein Lieber, du wirst für immer in meinem Herzen sein, ich weiß nicht, wie ich ohne dich leben soll, Mama," schrieb Tatjana Solkina zu einem Beitrag der Schule Nr. 17 in einer Staniza der Region Krasnodar. Tatjanas Sohn, Dmitri Alexandrowitsch Solkin, war im Krieg gegen die Ukraine getötet worden. In diesem Zusammenhang fällt dem Chronisten ein Zitat von Albert Einstein ein: "Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."
Denn Dmitri hatte im Frühjahr 2023 für die Gruppe Wagner gekämpft und den Krieg überlebt. Doch statt froh darüber zu sein, zog er im Janur 2024 erneut in den Krieg. "Er müsse den Jungs an der Front helfen," wird überliefert. Aber wahrscheinlich lockte das Geld. Am 16.Juni 24 wurde er begraben.
Die Perversion des rusischen Krieges manifestiert sich in vielen Facetten. Als Beispiel könnte Asat Chairullowitsch Sabitow dienen. Der russische Soldat aus der Region Tscheljabinsk wurde am 6. Januar 2024 schwer verletzt, musste ein halbes Jahr im Krankenhaus leiden und verstarb am 1. Juni 24. Das ist schon schlimm genug.
Aber Asat kam aus einem Dorf mit dem Namen "Novoukrainskiye syuda", was so viel wie "Neue Ukraine" bedeutet. Das Dorf liegt in der Region "Syry Klyn" im Grenzgebiet zu Kasachstan, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts massiv von Ukrainern besiedelt wurde.
"Er hätte sich vom Unbekannten und Fernen angezogen gefühlt," schreibt das Schulmuseum für Militär- und Arbeitsruhm der sibirischen Region Krasnojarsk. Gemeint war der am 16. April 1993 geborene Alexander Jewgenjewitsch Kardasch. Der junge Mann wäre in einer Familie gewöhnlicher Menschen aufgewachsen, heißt es weiter in seinem Nachruf.
Denn auf Grund seiner Neugier wäre Alexander, entgegen alle Ratschläge, zum fernen Krieg in den Donbass aufgebrochen. Am 3. April 23 war er in Krasnojarsk gestartet, am 8. Mai 23 wurde er bei Bakhmut getötet.
Das Schulmuseum fühlt sich jetzt berufen, von diesen Heldengeschichten Zeugnis abzulegen.
Iwdel ist eine Kleinstadt ganz im Norden der Oblast Swerdlowsk mit aktuell 14.000 Einwohnern, 2010 waren es noch 18.000. Bis zur Hauptstadt Jekaterinburg sind es über 500 Straßenkilometer. Alexander Kuzmin stammte aus Iwdel, er wurde dort im April 1972 geboren. Alexander war gelernter Konditor, aber das war wohl kein Beruf für den Mann. Er arbeitete bei der Polizei, im Strafvollzug als Hundeführer, bei der Feuerwehr der Wälder und bei den Söldnern der Bars-Einheiten. Der letzte Einsatz war nicht von Erfolg gekrönt.
Im Nachruf der Stadt Iwdel klingt das dann so:
Im Jahr 2023 beschließt Alexander, sich als Freiwilliger für eine spezielle Militäroperation zu melden und sein Heimatland gegen den Faschismus zu verteidigen. Am 10. Dezember wird er in die Militäreinheit 90600 eingezogen, wo er Gruppenführer eines Zuges (...) wird.
Alexander Valentinowitsch gelang es nicht, den Feind auf dem Schlachtfeld lange zu besiegen, am 4. Januar 2024 starb er unter Mörserbeschuss in der Nähe der Stadt Awdejewka in der Donezker Volksrepublik.
Wir haben im Verlauf unserer Berichterstattung schon mehrfach über Umweltaktivisten berichtet, die freiwillig in den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine gezogen sind und getötet wurden. Es sind nicht nur die notorischen Militaristen und die Fanatiker eines Großrusslands, die diesen Krieg unterstützen, sondern auch viele sozial und ökologisch engagierte Menschen, die eigentlich keine Anhänger der Putin-Regierung sind.
Einen weiteren aktuellen Fall dokumentieren wir in unserer Rubrik der Originalberichte aus Russland über getötete Soldaten. Hier geht es um den Kommunisten Konstantin Gorbunow, der sich u.a. für den Erhalt von Grünflächen in Sewastopol eingesetzt hatte.
Leonid Michailowitsch Jussefowitsch wäre angeblich ein Facharzt und Mitglied in dem "PMC Veteranen", heißt es in einer Nachricht auf VKontakte. Bei der Evakuierung von Verwundeten wäre er gestorben. Wir schreiben das im Konjunktiv, weil Ärzte normalerweise nicht an vorderster Front agieren. Vielleich war Leonid ein ganz gewöhnlicher Söldner mit medizinischen Kenntnissen.
Die Freiwilligenbrigade Veteranen wurde 2022 gegründet und bündelte verschiedene Söldnereinheiten, z.B. Brigade Pjatnaschka, die Kosakenkompanie Turanow, eine Einheit von Sachar Prilepin und eine weitere Einheit benannt nach einem Journalisten aus Wladiwostok (Alan Mamiew). Die Brigade wurde durch den Zustrom von Freiwilligen schnell größer, sie wurde dem PMC Redut unterstellt.
Loyalität und seinen Mut hätte er bewiesen, heißt es im Nachruf von Albert Jurjewitsch Sinkow aus Uljanowsk, der im Krieg gegen die Ukraine getötet wurde. Sehr viel zu beweisen gab es da nicht. Albert schloss am 9. Januar 24 einen Vertrag zum Kriegsdienst, am 15. Februar war er bereits tot.
Bestattet wurde er im Dorf seiner Großeltern mit dem eingänglichen Namen Fabriksiedlung (Фабричные Выселки - Fabritschnyje Wyselki). Dort hatte er Kindheit und Jugend verbracht.
Telegram -- 11.06.2024
Während einer militärischen Sonderoperation wurde ein Soldat der Altai-Republik, Sergej Wladimirowitsch Tschumaschew, bei einem Kampfeinsatz getötet .
Er wurde am 24. April 1998 in einer freundlichen Großfamilie im Dorf Tyudrala im Bezirk Ust-Kansky geboren.
Im November 2023 schloss er einen Vertrag mit den Streitkräften der Russischen Föderation ab. Er war Sturmtruppler in einer motorisierten Schützenbrigade. Am 22. Januar 2024 erlitt er bei der Befreiung des Dorfes Krasnohorivka in der Volksrepublik Donezk lebensunvereinbare Verletzungen.
Er war ein liebevoller Sohn, Ehemann, Bruder und Onkel. Angehörige, Freunde und Bekannte trauern um diesen unwiederbringlichen Verlust. Ewige Erinnerung an den Helden!
Die Verabschiedung findet heute, am 11. Juni, im Elternhaus in Tudral statt.
Wir haben gestern eine kurze Zwischenbilanz gezogen. Wir wollten unseren Eindruck bestätigt wissen, dass aktuell Baschkortostan weiter die höchsten Kriegstoten zu verzeichnen hat. Genau so ist es - wir hatten bisher etwa 100 bestätigte Todesfälle vom 1. bis zum 15. Juni 24, die höchste Zahl aller Regionen.
Die Baschkiren kämpfen in einem Krieg, der sicher nicht der ihre ist. Es gab Bestrebungen nach dem Zerfall der Sowjetunion ebenfalls von Russland unabhängig zu werden, der Region wurden dann weitreichende Autonomierechte zugestanden.
Boris Melkoedow ist der Leiter eines Bezirks in Baschkortostan. Er versucht seine Landsleute trotzdem auf den Krieg und seine Opfer einzuschwören. Bei ihm klingt das dann so:
Wenn wir jemanden aus der Nachbarschaft weggehen sehen, hoffen wir, dass er lebend und gesund zurückkehrt. Wir wissen nicht, welche Prüfungen auf jeden von uns zukommen, um unsere Liebe zu unserem Vaterland und zu dem, was wir besitzen, zu beweisen. Unsere Jungs stehen vor einer solchen Entscheidung. Der Preis ist im Grunde das Leben.
Ich bin stolz darauf, dass wir solche Landsleute haben, die in schwierigen Zeiten für das Land durch ihr Handeln beweisen, dass es auch in unserer Zeit Helden gibt, dass es jemanden gibt, der uns beschützt, jemanden, der unser Land, unsere Natur, unsere Kultur und unsere Traditionen verteidigt.
Eine schnelle militärische Karriere hatte Pawel Moskwitschew angestrebt. Schon in jungen Jahren zeigte er sich in einer adretten Kadettenuniform beim Besuch der Militärschule der Garde-Suworow-Universität Uljanowsk. Danach ging es weiter an einer der führenden Adressen in der Offiziersausbildung, der "Höheren Luftlandekommandoschule der Rjasaner Garde".
Sein Offizierspatent bekam Pawel im Dezember 2023, danach ging es noch schneller. Im Frühjahr musste Pawel an die Front und bereits am 30. Mai 24 war es für ihn vorbei. Pawel wurde am 9. Juni begraben.
Nachtrag: In den Kommentaren zur Nachricht auf VKontakte wurde eine Liste der vielen im Krieg gegen die Ukraine getöteten Offiziere der Rjasaner Offiziersakademie erwähnt. Die Liste wurde dann durch persönliche Nachrichten untereinander ausgetauscht. Alle daran beteiligten Personen waren kurze Zeit später auf VKontakte gesperrt.
Iwan Anufriewitsch Aigulew ist wahrscheinlich 60 Jahre alt, sieht aber deutlich älter aus. Auch er ist ein Beleg dafür, dass das Alter nicht gleichbedeutend mit Weisheit ist, sondern eben nur den Bart und die Haare weiß färbt.
Da das russische Militär jeden nimmt, der nur gerade stehen kann, hat man auch Iwan eine Chance gegeben, einen schnellen Rubel zu verdienen. Iwan kam aus dem Alscheewski-Bezirk in Baschkortostan, der auch schon bessere Tage gesehen hat. 1970 gab es 62.000 Bewohner, 2021 waren davon noch 36.800 übrig. Iwan gehört auch nicht mehr dazu, er wurde am 3. Juni 24 begraben.
Einen Beruf findet man im Nachruf von Aleksej Wladimirowitsch Emelianenko nicht. Er wurde am 21. März in der Stadt Unetscha in der Region Brjansk geboren und hätte 2005 die Schule abgeschlossen. Dann geht es erst mit der Gruppe Wagner weiter, die Aleksej zwischen Februar und Juli 2023 überlebt hat. Dazwischen keine Ausbildung? Keinen Beruf? Vielleicht Gefängnis? Für die letzte Option spricht zumindest, dass nur eine Person die Todesnachricht des Stadtportals seines Wohnortes kommentiert hat.
Also hat Aleksej dort weiter gemacht, wo er bei der Gruppe Wagner begonnen hat. Am 5. Februar 24 verpflichtete er sich bei der russischen Armee, am 16. Mai ist er ausgeschieden.
Wie Russland seinen Präsidenten gerne sehen würde, nämlich als überlegenen Strategen, Macher und Menschenfreund, zeigt dieser kleine Film eines Fotografen aus Orenburg. Na klar - die Realität ist völlig anders, aber für einen Lacher ist das Filmchen immer gut und eine Abwechslung in all den wenig erfreulichen Inhalten auf unseren Seiten. Verstehen muss man übrigens nix - der Film erklärt sich selber.
Abasa ist eine Kleinstadt in Chakassien. Die Stadt hat schon bessere Tage gesehen, 2010 lebten noch 17.000 Menschen dort, inzwischen sind es nur noch 12.000. Und es wird weiter bergab gehen, denn die dortige wichtige Eisenerzmine will wegen Unwirtschaftlichkeit den Betrieb einstellen.
Aus Abasa kam Eduard Merkel, geboren am 11.09.1979. Nach dem Wehrdienst hätte er für das Wohl des Landes gearbeitet, heißt es in seinem Nachruf. Dass er dem Ruf seines Herzens gefolgt wäre und am 19. Mai 23 sich beim Militär verpflichtet hätte. Am 12. Mai wäre er dann heldenhaft gestorben.
"Ist das vielleicht ein Verwandter derselben Merkel? Das ist alles schrecklich," fragt Tatjana in den Kommentaren.

Ein Mann in seinem Alter hat eigentlich im Krieg nichts verloren. Viktor Alexejewitsch Utjaschew wurde am 26.01.1963 im Dorf Iwolginsk in Burjatien geboren. Er arbeitete vorwiegend als Fahrer für unterschiedliche Firmen. Im Juni 2023 meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst, will aber das so nicht gewusst haben. Zumindest behauptete er das in einem Verhör durch ukrainisches Militär. Viktor war im Oktober 2023 in Kriegsgefangenschaft geraten. Doch auch Viktor bekam eine zweite Chance zum Sterben. Nach einem Gefangenenaustausch wurde er vom russischen Militär erneut an die Front geschickt. Er wurde am 12. Januar 2025 getötet.
Wir haben jetzt alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Dezember 2025 aktualisiert. Es wurden sechs neue Listen angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Dezember 2025 und die erfassten Daten zum Januar 2026 werden wir bis spätestens 4. Februar vorlegen können.
CK, 01.02.26
Noch zwei Tage und wir sind endlich mit den Kriegstoten vom Dezember 2025 durch. Dann müssen die Namen noch übersetzt und alles in unsere Tabellen eingetragen werden, was zusätzlich zwei bis drei Tage in Anspruch nimmt. Zum gleichen Zeitpunkt werden dann auch die erfassten Zahlen vom Januar 2026 verfügbar sein.
Ein Blick in unsere Datenbank zeigt - es wird keine großen Überraschungen geben. Baschkortostan und Tatarstan, führend bei den Kriegstoten nach Regionen, werden ihren Vorsprung weiter ausbauen. Dahinter kommt die Region Swerdlowsk usw. Und wenn man die Kriegstoten ins Verhältnis zur Bevölkerung der Regionen stellt, bauen die ethnisch bestimmten Regionen wie Tuwa, Burjatien, Tschukotka, Altai und Jakutien ihren Abstand zu den russisch geprägten Regionen weiter aus.
OM, 28.01.26
Zu unserer Berichterstattung über den russischen Angriffskrieg passt der Bürgerprotest über den Abriss eines Gebäudes in St. Petersburg vordergründig nicht. Wir meinen aber, der Artikel passt sehr gut.
Zum einen ist er einer der wenigen breit aufgestellten Bürgerproteste seit Beginn des russischen Angriffskrieges. Auf Anhieb fallen uns dazu nur noch die Proteste im baschkirischen Baimak Anfang 2024 ein.
Zum anderen dokumentiert er sehr gut die verschiedenen Meinungen und Vorurteile der Stadtbürger von St. Petersburg. Die „Migranten“ im Beitrag sind keine Migranten in unserem Sinne, sondern ganz normale russische Staatsbürger, deren Geburtsregion der russische Kaukasus ist. Dagestan ist die größte, überwiegend muslimisch geprägte russische Teilrepublik im Kaukasus.
Und vielleicht, vielleicht ein ganz klein wenig, existiert der zivile Ungehorsam in Russland immer noch. Und konnte auch durch die seit Beginn des Krieges ständig erweiterte Repression nicht ganz ausgerottet werden.
Wir haben jetzt alle russischen Regionen mit den Daten des Monats November 2025 aktualisiert. Es wurden 21 neue Listen angelegt:
Bei den Fotos zu den neuen Tabellen haben wir auf Kritik reagiert und möglichst keine Postkartenmotive ausgewählt. Denn diese bilden die Lebenswirklichkeit der Menschen in diesen Regionen nicht ab.
Die große Zahl an russischen Kriegstoten lässt uns kaum noch Zeit zu aktuellen Berichten. Wir können etwa 300 Kriegstote pro Tag bearbeiten, da darf aber nichts dazwischen kommen - wie zum Beispiel persönliche Angelegenheiten. Tatsächlich haben wir im Moment durchschnittlich etwa 400 Fälle in unseren Listen.
Heute haben wir den 20. November bearbeitet, es wird also mindestens noch 11 Tage dauern, bis wir den November abgeschlossen haben.
Die hohe Zahl an Kriegstoten resultiert nicht aus dem aktuellen Kampfgeschehen. Durch das Erbschaftsregister können viele Suchanfragen auf VKontakte und Telegramkanälen geschlossen werden - Soldat tot.
Das alles hindert uns nicht, in den nächsten Tagen einen Zwischenstand zum 15. Dezember zu veröffentlichen.
Wir haben heute alle russischen Regionen mit den Daten des Oktobers aktualisiert. Es wurden drei neue Listen angelegt:
Wir werden für eine kurze Zeit nicht erreichbar sein - einfach später wieder kommen.
Unter den Positionen 1021 und 1022 der Region Krasnojarsk haben wir die im Beitrag „Die Särge sind natürlich geschlossen“ genannten Alexej und Michail Leschok bereits gelistet. Der Originalbeitrag über Alexej ist nicht mehr verfügbar, deshalb haben wir auf eine Zweitveröffentlichung verlinkt. Der Status von Michail Leschok auf VKontakte ist allerdings weiterhin online, dort findet man noch weitere Fotos. Den dritten Bruder Wladimir haben wir bisher noch nicht in unserer Datenbank.
Am 8. November 1939 explodierte um 21:20 h im Bürgerbräukeller in München eine Bombe. Sie galt Adolf Hitler, der zwei Monate zuvor den Angriffskrieg gegen Polen gestartet hatte. Allerdings hatte der „Führer" wegen schlechten Wetters seine Zeitplanung umgestellt und war bereits auf der Rückreise. Wäre das Attentat erfolgreich gewesen, wäre der Welt - vielleicht - jener zweite Weltkrieg erspart geblieben und jene begonnen Kampfhandlungen wären eingestellt worden.
Der schwäbische Tischler Georg Elsner hatte jenes Attentat akribisch geplant, er wurde kurz vor Kriegsende im KZ Dachau ermordet.
Jenes Attentat hat auch im deutschen Grundgesetz Eingang gefunden. In Artikel 20 Absatz 4 der Verfassung heißt es: „Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“
Auch in Russland bedarf es dringend solch mutiger Menschen, die jenem blutigen & verbrecherischen Gemetzel in der Ukraine ein Ende setzen.
Günter W. Berger, 08.11.25
Die hohen Verlustzahlen der russischen Armee stellen uns aktuell vor unlösbare Probleme. Wir können pro Tag etwa 300 Meldungen verarbeiten bei sechs Arbeitstagen in der Woche. Folglich kommen wir im Moment jeden Tag mit etwa 100 bis 150 Meldungen in den Rückstand.
Aktuell haben wir etwa 7.000 Kriegstote aus dem Oktober bearbeitet - also die regionale Herkunft, das Alter und weitere Informationen in unsere Datenbank eingetragen. Es wird also noch mindestens 12 Tage dauern, bis wir den Monat Oktober 2025 komplett abschließen können.
An den von uns bereits veröffentlichten Zahlen wird sich allerdings nur marginal etwas ändern.
Alle russischen Regionen wurden jetzt mit den Daten des Monats September 2025 aktualisiert.
Folgende neue Listen wurden angelegt:
Die Monatszusammenfassung 09/25 werden wir bis zum 14.10.25 auch fertig bekommen.
Uff....
Aus aktuellem Anlass wollen wir darauf hinweisen, dass wir in unserer Statistik der russischen Kriegstoten in der Regel keine ausländischen Söldner erfassen, die auf der Seite von Russland kämpften. Wir wissen, dass nordkoreanische Einheiten in der Region Kursk am Krieg teilgenommen haben, dass Russland in Nepal, Indien, China, in afrikanischen Staaten und in Kuba aktiv Söldner angeworben hat und viele dieser Männer im Einsatz auch getötet wurden. Und auf Baustellen und in Wirtschaftsbetrieben gibt es Razzien auf Arbeiter ohne russischen Aufenthaltstitel. Da es aber keine öffentlichen Meldungen der russischen Armee über die eigenen Verluste gibt, erfahren wir nichts über diese Kriegsopfer.
Ausnahmen sind dann gegeben, wenn die Ukraine den Tod von Söldnern öffentlich macht oder wenn die ausländischen Soldaten in Russland gelebt und verwurzelt waren. Dann gibt es Meldungen in den lokalen Medien und auch eine Beisetzung auf russischem Boden.
Ein Ableger der staatlichen Initiative „Ich will (jemanden) finden" mit Namen „Ich will leben“ hat heute eine Liste mit gefallenen Söldnern aus Tadschikistan veröffentlicht, die 446 Namen enthält. Die Initiative schreibt dazu:
„Russische Nationalisten haben gemeinsam mit der Polizei eine Jagd auf (Arbeits-)Migranten organisiert: Gefangene werden gezwungen, Verträge zu unterzeichnen, um im Krieg zu kämpfen. Ihnen drohen Abschiebung oder Gefängnis. Duschanbe ignoriert all das weiterhin.“
Stand 30.09.2025 wurden im September 8.626 Kriegstote neu in unsere Datenbank aufgenommen - so viele wie noch nie. Die hohe Zahl an getöteten russischen Soldaten überfordert uns im Moment. Für all diese Namen müssen ja noch die persönlichen Daten festgestellt werden - also Herkunft, Alter, usw. Im Moment haben wir etwa 6.000 davon bearbeitet, wir werden also noch mindestens 12 Tage für unsere übliche Monatszusammenstellung benötigen. Eine vorläufige Zusammenstellung veröffentlichen wir in den kommenden Tagen.
Die monatlich im Jahr 2025 erfassten Toten:
| Januar | 5.360 |
| Februar | 5.578 |
| März | 5.018 |
| April | 3.894 |
| Mai | 3.245 |
| Juni | 4.592 |
| Juli | 7.084 |
| August | 7.224 |
| September | 8.626 |
| Summe 2025 | 50.621 |
| Durchschnitt Monat | 5.625 |
An der Front in der Ukraine wären die Kampfhandlungen leicht zurück gegangen oder zumindest nicht eskaliert, lesen wir aus den Mitteilungen der beiden Kriegsparteien heraus. Doch mit unserer Statistik der Kriegstoten können wir das nicht bestätigen. Natürlich wissen wir, dass die Informationen sehr zeitversetzt bei uns ankommen, aber die Zahlen gehen ständig weiter nach oben. Und im September 2025 gibt es keine außergewöhnlichen Sonderinformationen, wie die vorgestellten Listen der staatlich ukrainischen Initiative "Ich will finden" in den Monaten zuvor.
Doch wenn wir die von uns bisher erfassten Zahlen auf den ganzen Monat hochrechnen, dürften im September mehr als 8.000 neue Kriegstote dazu kommen. Der höchste Wert seit Beginn des Krieges.
24.09.25
In der ersten Hälfte des Septembers 2025 haben wir 4.022 getötete russische Soldaten neu erfasst. In einem halben Monat sind mehr Gefallene zusammengekommen als im Monat April 25 oder Mai 25. Wie üblich sind auch ein paar Auswertungen von Videos und Denkmälern dabei mit Gefallenen der vorherigen Jahre, aber der Anteil ist nicht sehr hoch.
Daraus ergeben sich die folgenden Zahlen nach unseren bewährten Schätzungen:
| Kriegstote 15.09.25 | 137.845 |
| Geschätzt (nur 60% erfasst) |
230.000 |
| Versehrte Soldaten | 804.000 |
| Kriegsopfer gesamt | 1.034.000 |
Die monatlich im Jahr 2025 erfassten Toten:
| Januar | 5.360 |
| Februar | 5.578 |
| März | 5.018 |
| April | 3.894 |
| Mai | 3.245 |
| Juni | 4.592 |
| Juli | 7.084 |
| August | 7.224 |
| bis 15. September | 4.022 |
Alle im Monat August 2025 gefundenen russischen Kriegstoten sind jetzt in den entsprechenden Tabellen der Regionen eingepflegt.
Auf Grund der hohen Verlustzahlen sind einige Tabellen neu dazu gekommen:
Die ausführliche Zusammenfassung des Monats August wollen wir bis zum 11.09.25 vorlegen.
Vor mehr als 20 Jahren hatte ich einen Versuch gestartet, englische Texte mit einem Übersetzungsprogramm in die deutsche Sprache übersetzen zu lassen. Ich habe den Versuch schnell abgebrochen, weil das Ergebnis völlig unbrauchbar war. Also habe ich weiter einen professioneller Übersetzer an die Texte gesetzt.
Dank KI-gesteuerter Übersetzungsprogramme sind die Ergebnisse im heutigen Arbeitsalltag inzwischen mehr als brauchbar, ohne diese Hilfe wäre unsere Webseite nicht finanzierbar.
Seit Beginn des russischen Angriffskrieges haben sich zudem die Übersetzungen stetig verbessert. Bei normalen Texten gibt es kaum noch einen qualitativen Unterschied zwischen den beiden von uns benutzten Programmen "DeepL" und "Google Translate". In beiden Fällen nervt allerdings, dass beide Sprachmodelle ihre Basis in der englischen Sprache haben. Begriffe wie Firmennamen, Namen von Institutionen usw. werden immer in der englischen Übersetzung ausgegeben.
Der Vorteil des von Google herausgegeben Browsers Chrome ist, dass man Webseiten sehr einfach in die gewünschte Sprache übersetzen kann. Das funktioniert für uns allerdings häufig nicht - lässt man sich eine russische Telegram-Seite mit Chrome anzeigen, bekommt man in der Regel keine brauchbare Übersetzung, Das Programm fabuliert etwas wild zusammen, weil es annimmt, die Texte wären in englischer Sprache geschrieben. Die selbe Reaktion hat man auch häufig beim russischen sozialen Netzwerk VKontakte und fast immer bei Odnoklasniki. Man fragt sich, warum ein Ki-Programm die russische Sprache in diesen Fällen nicht erkennt, besonders weil alle Texte zudem auch in kyrillischer Schrift geschrieben sind.
Die Übersetzungen der russischen Namen sind allerdings für uns das größte Problem. Mit Google Translate bekommt man in der Regel nur eine englischsprachige Übersetzung, die man in Deutsch oft nur schwer aussprechen kann. Besser ist da DeepL, das Programm hat sich zudem in den letzten Jahren in dieser Disziplin stetig verbessert. Doch seit drei Monaten bringt es uns zu Verzweiflung. Unsere Namenslisten werden zerhackt, Namen doppelt übersetzt, Leerzeichen missachtet, Zeilenschaltungen vervielfacht und html-Code wird im Klartext gleich mitgeliefert. Aus den Listen macht das Programm ein wildes Durcheinander. Obwohl die reinen Namensübersetzungen besser wurden, können wir mit dem Ergebnis zunächst nichts anfangen. Das nennt man dann Fortschritt.
OM, 08.09.25
Im August hatten wir Urlaubszeit und zusätzlich für 14 Tage einen Totalausfall unserer Internetverbindung. Der vierte Techniker hat es dann geschafft, uns wieder eine stabile Verbindung herzustellen. In der Zwischenzeit mussten wir uns mit mobilem Internet behelfen.
Dazu sind die erfassten Kriegstoten noch einmal angestiegen. Einer der Gründe dafür ist die Liste der russischen Einheit "Schwarze Husaren", deren Auswertung glücklicherweise von anderer Stelle vorgenommen wurde.
| Monat | ermittelt |
| Januar 25 | 5.360 |
| Februar 25 | 5.578 |
| März 25 | 5.018 |
| April 25 | 3.894 |
| Mai 25 | 3.245 |
| Juni 25 | 4.592 |
| Juli 25 | 7.084 |
| August 25 | 7.224 |
Es wird jetzt noch ein paar Tage dauern bis wir die endgültige Auswertung vorlegen können.
Auf Grund der Ferienzeit und der Tatsache, dass wir im August wahrscheinlich einen neuen fragwürdigen Rekord mit den erfassten Kriegstoten aufstellen werden, wird es mindestens noch 10 Tage dauern, bis wir die übliche Zusammenfassung vorlegen können. Wir haben im Moment etwa 5.000 Gefallene in unserer Datenbank und so wie es aussieht werden wir über 7.000 getötete Soldaten erfassen.
Dann müssen wir die Namen noch übersetzen, damit sie für unsere westlichen Besucher überhaupt lesbar sind und schließlich in unsere Tabellen einpflegen...
01.09.25
Alle im Monat Juli 2025 gefundenen russischen Kriegstoten sind jetzt in den entsprechenden Tabellen der Regionen eingepflegt.
Auf Grund der hohen Verlustzahlen sind viele Tabellen neu dazu gekommen:
Die ausführliche Zusammenfassung des Monats Juli wollen wir bis zum 11.08.25 vorlegen.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Doppelt
Wladimir: 25. Artem Kozhenkov // Nischni Nowgorod: 35 Artem Kozhenkov
Wolgograd: 01 Juri Agarkov // Pskow: 41 Juri Agarkow
Kutelev Stanislav, dreifach, Kostroma, Rjasan und Orenburg. Nur Orenburg
Nikolai Symov, Rjasan & Tschuwaschien - nur Tschuwaschien
Mamontov Mikhail - Krasnodar Teil 1 & Teil 2
Ivan Alekseevich Chulkov, Kostroma, Pos. 51/56
Elimov Alexey Michailowitsch , Kostroma & Tschuwaschien
Falsch einsortiert
Ruslan Khamitov, Tscheljabinsk, kein Söldner der Gruppe Wagner
Der Soldat in diesem kurzen Video kommt der Physiognomie nach aus dem Fernen Osten Russlands. Er hat das für ihn aussichtslose Rennen um sein Leben aufgegeben und wollte zumindest in Würde sterben.
Um die ukrainischen Verteidigungslinien zu durchbrechen, werden die russischen Zeitsoldaten alleine oder in kleinen Gruppen losgeschickt, um Lücken zu finden und die gegnerischen Linien zu infiltrieren. Die russischen Kommandanten nehmen dabei in Kauf, dass die meisten dieser Soldaten nicht zurückkehren werden - zumindest nicht lebend.
Dieser russische Angriffskrieg ist nicht nur ein Verbrechen an der Ukraine, sondern auch ein Verbrechen an den eigenen russischen Bürgern. Russland ist bereits das größte Land auf der Erde, trotzdem werden seine Männer für weitere Quadratmeter fremden Bodens geopfert.
Viktor Andrejewitsch Scharoborin (Rufname „Schwarzer“), 21 Jahre alt
Status: Verstorben
Geburtsdatum: 18.02.2004
Todesdatum: 26.06.2025
Dienstart: Freiwilliger (Vertrag seit Mai 2025)
Kinder: 2
Wohnort: Jakutsk
Anmerkung: Sein Vater, Andrej Scharoborin, wurde 2022 mobilisiert.
Meldung im Telegram-Kanal „Die Toten aus Jakutien“, einen auführlichen Nachruf zu Viktor haben wir hier veröffentlicht.
In einem Wohnhaus in Moskau wurde am 6. Februar 26 der russische General Wladimir Alexejew angeschossen. Ob der Mann das Attentat überlebt, ist im Moment noch offen. Über die Schüsse auf den Generalleutnant wurde in der Presse breit berichtet, wir wollen allerdings dessen spezifische Rolle im Krieg gegen die Ukraine etwas näher beleuchten.
Wladimir Alexejew wurde am 24. April 1961 im Dorf Golodki in der Ukraine geboren. Er machte sein Offizierspatent in der Fallschirmjägerschule in Rjasan und danach Karriere im Militärgeheimdienst. Alexejew gehörte zu den Kuratoren des Militärgeheimdienstes GRU, die die russischen Stellvertretertruppen initiierten, finanzierten, ausstatteten und beauftragten. Damit sind die russischen PMCs wie die Gruppe Wagner, Redut, Hispaniola usw. gemeint. All diese Einheiten rekrutierten sich aus Männern, denen die russische Armee zu konventionell, formalistisch und mit festgefahrenen Befehlsstrukturen erschien. Die Kämpfer der PMC agierten außerhalb des Gesetzes und konnten so für Strafmaßnahmen, Attentate auf unliebsame Politiker und für militärische Aktionen eingesetzt werden, für die die Regierung jedwede Beteiligung abstreiten konnte.
Übrigens war Wladimir Alexejew auch jener hochrangige General, der in Rostow am Don persönlich in Verhandlungen mit Jewgeni Prigoschin den Wagner-Putsch beendete.
Nach vier Jahren Krieg lösen sich jene Freiwilligenstrukturen langsam auf - sie werden nicht mehr benötigt. Die Gruppe Wagner ist seit dem Jahr 2023 Geschichte, die anderen Einheiten bluten langsam aus und haben Mühe, neuen Nachwuchs zu akquirieren. Zuletzt löste sich auch die Holligan-Einheit Hispaniola auf und ihr Anführer, Stanislaw Orlow, wurde durch staatliche Akteure liquidiert.
Aber Alexejew soll auch einer der Verantwortlichen gewesen sein, der die Abberufung des ehemaligen Kriegsministers Sergej Schoigu initiierte.
So hatte der General Feinde aus allen Richtungen - der politische Clan um Schoigu, ehemalige Söldner der zahlreichen PMCs, die sich verraten fühlen und natürlich auch der ukrainische Geheimdienst.
Der russische Soldat ist nach Hause gekommen und hat sofort mit dem weitergemacht, was er im Krieg jeden Tag tun musste. Er hat einen Schützengraben ausgehoben.
Die Frau im Off sagt sinngemäß: „Schau dir an, was mit meinem Nachbarn los ist. Er hat einen Graben im Garten ausgehoben und sitzt da voller Paranoia. Die Ärzte kamen, zuckten mit den Schultern und gingen wieder.“
Lustig ist das nicht, sondern das Beispiel zeigt, mit welchen psychischen Deformationen die Familien konfrontiert werden, wenn der Krieg vorbei ist und die Soldaten sich wieder in den Alltag eingliedern müssen.
Ende Dezember berichtete der Kreml-Mitarbeiter Sergej Nowikow, dass 250.000 ehemalige russische Soldaten keiner Arbeit nachgehen.
Zitat: „Wir haben eine ziemlich große Grauzone – Zehntausende von Menschen, die keine Arbeit gefunden haben. Sie sind zurückgekehrt, arbeiten nicht, geben entweder das erhaltene Geld aus oder bestreiten ihren Lebensunterhalt auf andere Weise… Insgesamt haben 250.000 Menschen nirgendwo eine Anstellung gefunden…“
Staatliche russische Nachrichtenagenturen griffen diese Meldung auf, korrigierten sich allerdings nach kurzer Zeit. Die Zahl 250.000 wurde durch „zehntausende“ ersetzt. Solch negativen Meldungen kann die Regierung im Moment nicht brauchen.
Ende 2024 beauftragte Präsident Putin die Regierung und die Stiftung „Verteidiger des Vaterlandes“ mit der Entwicklung eines Plans zur Verbesserung der Beschäftigungsquote von Kampfveteranen. Im vergangenen Juni berichtete die Regierung , dass 57 % der demobilisierten Soldaten bereits einer Beschäftigung nachgingen, nannte aber keine konkreten Zahlen.
Der „Autonome Kreis der Nenzen“ liegt im äußersten Nordosten Europas und seine Fläche ist etwa halb so groß wie Finnland. Nur etwa 42.000 Menschen wohnen dort, davon die Hälfte in der Hauptstadt Narjan-Mar.
Am 26. Dezember 2025 meldete der Kreis den Tod des jungen Rio Andreewitsch Markow, der im Krieg gegen die Ukraine getötet wurde. Weitere Angaben zur Person gab es nicht.
Aber es gab eine recht offene Debatte in den Kommentaren zur Nachricht.
Ein paar Beispiele
Sergej Losa:
...Wie viele Tragödien werden unsere Familien noch durch die inneren und äußeren Kriege erleiden, die von der Politik unserer Machthaber verursacht werden? Wir werden im Ausland und im eigenen Land getötet. Rein hypothetisch könnten sich unsere Machthaber bei unserem Volk entschuldigen und die Menschen (Väter, Mütter) um Vergebung für die Fehler ihrer Politik bitten, ODER: DAS SIND KEINE FEHLER.
Walentina Toropowa
Sergej, wer braucht schon seine Entschuldigung?! Der Mann ist tot, und er kann nicht wieder zum Leben erweckt werden. Er hat vielleicht eine Familie, ein Kind, und seine Mutter hat ihn großgezogen! Was kümmert sie das? Wird Putins Entschuldigung sie etwa trösten? Wann hört dieser verdammte Krieg endlich auf, mein Gott, wann hören endlich die Menschen auf zu sterben?
Natalja Kortschagina
Mein aufrichtiges Beileid. Es ist so schrecklich, wenn Kinder in den Krieg ziehen müssen. In ehrender Erinnerung an den russischen Soldaten. Danke für die Zukunft – ein friedliches Leben für die nächste Generation.
Nata Lia
Natalja, Woher kommt dieses Vertrauen in die Zukunft und ein friedliches Leben für die nächste Generation? Kriege dauern an, Wälder werden zerstört, Flüsse verschmutzt, Dörfer sterben aus, die Produkte in den Regalen sind vollgestopft mit Chemikalien und Palmöl … die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Was werden unsere Nachkommen erben, außer einem digitalen Konzentrationslager, das „zu unserem eigenen Schutz“ mit unserer stillschweigenden Zustimmung errichtet wird? Sehen die Leute denn nicht, was vor sich geht?!
Vorausgeschickt - dieser russische Kriegsgefangene ist keine seriöse Quelle. Er hat sich als Freiwilliger aus dem Gefängnis freigekauft und nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau. Das Video wurde zudem von der ukrainischen staatlichen Initiative „Ich will leben“ verbreitet, auch da ist Propaganda im Spiel. Trotzdem erscheint uns das Video berichtenswert.
Eduard Alexejewitsch Grischetschkin ist 30 Jahre alt und unterschrieb den Militärvertrag, um das Gefängnis verlassen zu können. Nach seinem Auftreten dürfte er ein Dauergast in den russischen Besserungsanstalten und Gefängnissen sein.
Er wurde bei einem Einsatz verwundet, ohne auch nur einmal sein Gewhr benutzt zu haben. So desertierte er und floh nach Sotschi. Nach eineinhalb Jahren wurde er erwischt, man schickte ihn in Socken zurück an die Front. Dort wurde er erneut zu einem Sturmangriff abkommandiert - ohne Waffen. So kam Eduard in ukrainische Kriegsgefangenschaft.
Die traurige Pointe dieser Geschichte ist - Eduard hatte zuvor eine Operation am Darm, es wurde ein künstlicher Darmausgang gelegt und er hatte einen Kolostomiebeutel am Bauch.
Solch ein unnatürlicher Darmausgang bedarf besonderer Pflege und Hygiene, beides ist im normalen Leben schon schwierig genug. An der Front und bei den Sturmtruppen ist aber eine angemessene Behandlung völlig unmöglich.
Was ist das für eine Armee, die solche Kranke oder Verletzte an die Front schickt?
Auch aus Jakutien (Sacha) werden die Stimmen lauter, die ein schnelles Ende des Krieges gegen die Ukraine fordern.
Der Telegramkanal „Initiativgruppe - Institut für Reputation der Republik Sacha (Jakutien)“ schreibt in einem Beitrag vom 24. Dezember 2025:
Die Friedhöfe von Jakutsk sind mit Teilnehmern der "SWO" übersät.
Behördenvertreter behaupten weiterhin, dass alles "nach Plan verläuft". Doch ein Gang über einen beliebigen lokalen Friedhof genügt, um zu erkennen: Die Realität stimmt nicht mit der offiziellen Rhetorik überein. Wenn dies tatsächlich der "Plan" ist, dann besteht sein Kern nur in dem massenhaften Tod von Männern in einem sinnlosen Krieg.
In Jakutsk und seiner Umgebung hat die Zahl der Bestattungen während der drei Kriegsjahre deutlich zugenommen. Um das wahre Ausmaß der Verluste zu verschleiern, werden nicht alle Teilnehmer der SWO auf einem speziellen Abschnitt des Magansky-Friedhofs begraben. Die Bestattungen werden punktuell auf verschiedenen Friedhöfen Jakutsks verteilt, was es unmöglich macht, ein vollständiges Bild der Gefallenen zu erhalten, und eine Illusion von geringeren Verlusten schafft. Besonders viele frische Bestattungen gibt es derzeit auf dem Friedhof hinter der Geflügelfabrik.
Doch trotz der wachsenden Zahl von Toten und Verletzten geben die Behörden immer noch keine klaren Antworten auf die Frage, welche Ziele dieser Krieg verfolgt, warum solche Opfer gebracht werden und welchen Preis unsere Region für Putins Abenteuer zahlen muss?
Wir meinen damit die Antrittsprämien, die Russen erhalten, wenn sie freiwillig einen Zeitvertrag mit dem Militär abschließen. Und der Begriff „Russisch Roulette“ ist dabei nicht falsch, denn die Überlebenschancen sind gering.
In der zweiten Hälfte des letzten Jahres haben viele Regionen diese Antrittsprämien stark reduziert. Offensichtlich fehlt es an Neuunterzeichner, deshalb erhöhen manche Regionen diese Prämien zum Teil erheblich - trotz chronischem Haushaltsdefizit. Denn alle Regionen müssen eine bestimmte Quote erfüllen, um jene 30.000 bis 35.000 monatlich gefallenen und verwundeten Soldaten im Krieg gegen die Ukraine zu ersetzen.
Über Anhebung der Prämien in Baschkortostan und Tatarstan haben wir bereits berichtet. In Tschuwaschien wurde die regionale Prämie von 400.000 Rubel auf 2,1 Millionen Rubel angehoben. Bis zum 31.03.26 erhält somit jeder Neuunterzeichner zusammen mit der Prämie des Staates 2,5 Millionen Rubel (€ 27.000). In Samara wurde die Einmalzahlung von 400.000 auf 1,1 Millionen Rubel erhöht, dort erhält jeder Unterzeichner zusammen mit der Staatsprämie 1,5 Millionen Rubel (€ 16.000). Und schließlich in Orenburg gibt es zusammen mit der Staatsprämie statt 800.000 Rubel jetzt 1,4 Millionen Rubel (€ 15.000). Bereits Ende Dezember hat auch die ökonomisch schwache Region Mari El die Prämien stark angehoben. Statt bisher 800.000 Rubel von Staat und Region gibt es jetzt 2,5 Millionen Rubel (€ 27.000).
Es lohnt sich also, quer durch Russland zu reisen - dorthin wo die höchsten Prämien gezahlt werden.
Die Stadt Pokrowsk in der Ukraine ist zur Zeit eine der umkämpfsten Regionen an der Front. Sie wurde im letzten Jahr mit der Taktik der Infiltration durch russische Einheiten teilweise besetzt, deren Unterstützung und Versorgung aber durch ukrainische Kräfte erfolgreich verhindert wurde. So ist die Stadt und deren Umgebung aktuell wieder frei von russischen Angreifern.
Doch immer wieder schicken russische Kommandeure ihre Soldaten einzeln oder in kleinen Gruppen in Richtung der Stadt, in der Hoffnung wieder einen Stützpunkt hinter den Verteidigungslinien aufbauen zu können. Wie in diesem Fall sind die Soldaten nicht einmal bewaffnet.
Weite Teile der Front sind vermint, aber für die vorschleichenden Soldaten warten auch andere Fallen. Unser Video zeigt eine Drohne auf der Lauer. Sie übermittelt ihre Bilder an den Drohnenpiloten, der entscheidet, wann der Sprengkörper gezündet wird. Auch jener russische Soldat wird irgendwann in unseren Listen auftauchen.
Alexej Fjodorowitsch Jeropejew wurde am 21.11.1978 im Dorf Scharaldai in Burjatien geboren. Nach der Schule begann Alexej eine Ausbildung zum Schneider und KFZ-Mechaniker. Nach einem Unfall wurde er schwerbehindert, Stufe 2. Der Nachruf schreibt: „Trotz dieser Schwierigkeiten blieb Alexey optimistisch und verdiente sich etwas dazu, indem er Kleidung und Schuhe nähte und dabei sein handwerkliches Geschick unter Beweis stellte. Er konnte keine Familie gründen, blieb aber stets ein gütiger und mitfühlender Mensch.“
Trotz schwerster Behinderung konnte Alexej am 16.05.2025 einen Vertrag als Zeitsoldat mit dem russischen Militär abschließen.
Die Sache endete schnell - Alexej wurde bereits am 11. Juni 2025 bei einem Einsatz ins Verderben geschickt.
So schwärmt der Nachruf weiter: „Alexey war von Natur aus gutherzig, mitfühlend und hilfsbereit. Er war stets bereit, andere zu unterstützen und mit ihnen Freud und Leid zu teilen. Seine Güte und Menschlichkeit werden in den Herzen all derer, die ihn kannten, für immer weiterleben.“
Ein russischer Kommandeur steht auf dem Rollfeld des Flughafens in Kaliningrad und nimmt vor dem Abflug an die ukrainische Front noch ein Video für seine Familie auf.
Seine Worte in deutscher Übersetzung:
"Hallo, meine Lieben!
Jetzt fliegen wir los. Hinter mir steht ein Il-76-Flugzeug, mit dem wir fliegen werden. Gefühle gemischt. Es ist unklar, was uns erwartet, was als Nächstes kommt.
Aber offiziell geht es in die Zone der Spezialoperation, um Verluste aufzufüllen. Die Verluste sind, soweit ich verstehe, sehr hoch. Deshalb schicken sie jeden dorthin.
Niemand wird in die Kategorie der Untauglichen eingestuft. Wir haben hier mehrere Behinderte. Sogar solche mit Prothesen. Also werden alle der Reihe nach aus dem Krieg zurückkehren – entweder behindert oder mit den Füßen voran.
Aber hoffen wir auf das Beste. Ich hoffe, lebend zurückzukommen. Gott segne euch.
Möge Gott ein schnelles Kriegsende gewähren.
Ich liebe euch, Küsse.Tschüss."
Vorausgeschickt - die wahrscheinliche Liquidierung des „Hispaniola“-Gründers, Stanislaw Orlow, ist für das Kriegsgeschehen in der Ukraine völlig ohne Bedeutung. Interessant ist lediglich, wie der russische Staat mit jenen militärisch-politischen Anführern umgeht, die in der Öffentlichkeit zu viel Aufmerksamkeit bekommen. Wer sich nicht in die graue Masse des Militärs einordnet, läuft Gefahr irgendwann durch staatliche Akteure beseitigt zu werden (Beispiele). Die Ermittlungen zum Tod verlaufen regelmäßig im Sande, aber die liquidierte Person bekommt ein prächtiges Staatsbegäbnis mit vielen weinenden Trauergästen.
So passierte dann auch im Fall Orlow, der am 22.12.2025 in Moskau beerdigt wurde und zu dessen Ehren das Militär ein beachtliches Trauerkommando abstellte.
Der Telegram-Kanal von ehemaligen Hispaniola-Akteuren veröffentliche folgendes Video von der Beisetzung: