15.09.2026 -- 233.026// Zuwachs zum 31.08.2026: 2.885
Der kleine Film zeigt Danilo Dmitrowitsch Mitrofanow, geboren am 23. Juni 2002. Er kommt aus dem Bezirk Jurlinski in der Region Perm. Danilo hatte sich freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet und hatte Glück - er wurde in einem Waldgebiet in der Gegend von Bakhmut gefangen genommmen.
Danilo bekam als Soldat keine Waffe, seine Aufgabe bestand darin, Nahrung und Wasser an die Front zu bringen - was gefährlich genug ist. Danilo hat eine Behinderung der 2. Gruppe wegen geistiger Beeinträchtigung. Wir hatten bereits über ähnliche Fälle berichtet. Aber die Leute von der Rekrutierung nehmen offensichtlich jeden.
Dem Namen nach kommt Magomed Gadschimuradowitsch Schamilow eigentlich aus Dagestan, aber sein Tod wird aus der Stadt Rjasan gemeldet. Kein Wunder - denn dort gibt es eine berühmte Ausbildungsstätte für die Offiziere der Luftlandetruppen.
Dem Stern auf seiner Schulterklappe nach zu urteilen, hätte er den Rang eines Majors bekleidet. Aber das ist nicht eindeutig, das Foto ist nicht scharf genug.
Auch Magomed steckte in der Nacht vom 8. auf 9. August in jenem Konvoi, der den vorstoßenden ukrainischen Truppen in der Region Kursk Paroli bieten sollte und durch einen HIMARS-Raketenangriff komplett zerstört wurde. Zu den toten russischen Soldaten gehörte auch Magomed.
Hätte er überlebt, wäre er als Offizier vielleicht untragbar geworden. Denn die Verantwortlichen ließen den Konvoi als dichte Kolonne fahren. So konnten jene Raketen den größt möglichen Schaden verursachen.
Einer der vielen Kriegstoten aus Baschkortostan ist Danil Wakiljewitsch Nurmuchametow. Wahrscheinlich kommt er aus der Region um die Großstadt Sterlitamak - etwa 130 km südlich der Hauptstadt Ufa und hat weit weniger als einen Monat im Krieg überlebt.
Und weil der Nachruf auf Danil so typisch für viele andere Gefallene ist, wollen wir ihn übersetzt wiedergeben:
Erinnern wir uns gemeinsam an... Danil Wakiljewitsch Nurmuchametow... Am 28. Mai ging er zur SVO (spezielle Militäroperation)... Am 10. Juni wurde er bereits zu einer Sonderaufgabe abkommandiert, am 16. Juni nahm er zum letzten Mal Kontakt auf.... Am 12. August wurde über seinen Tod berichtet...
Er hinterließ vier Kinder - alles schöne Mädchen...
Er diente bei der Polizei, arbeitete als Nachbarschaftspolizist. Dann beschloss er, seine Schulden gegenüber seinem Heimatland zurückzuzahlen und meldete sich freiwillig zur Verteidigung seines Heimatlandes ...
Ewige Erinnerung an die Helden Russlands!!!
Auch Aleksey Iwanowitsch Smirnow gehört zu den Opfern jenes HIMARS-Angriffs auf einen Militärkonvoi in der Region Kursk in der Nacht vom 8. auf den 9. August 2024. Aleksey wurde am 05. Juli 1987 geboren und kam aus der Arbeitersiedlung Woskressenskoje in der Oblast Nischni Nowgorod.
"Aleksey ging, um seinen Bruder Roman zu rächen ... aber die feindlichen Überfälle haben auch ihn nicht verschont ... Das Himmelreich gehört dir, Soldat. Der Mutter viel Kraft, diesen Verlust zu verkraften," heißt es in einem Kommentar zur Nachricht.
Am 6. August 24 überschritt die ukrainische Armee die Grenze zu Russland und drang in die Region Kursk ein. Der erste russische Offizier, der bei diesem Angriff getötet wurde, dürfte Ewgeni Rozanow gewesen sein. Der Mann war Kommandant eines Feuerleitzuges einer Raketenartilleriebatterie, die in der Region stationiert und mit als erstes ausgeschaltet worden war.
Der Leutnant kam aus Weliki Nowgorod, der Hauptstadt der Oblast Nowgorod. Sein Alter wird nicht genannt, er wurde am 13. August bestattet.
Das stark aufgebesserte Foto von Ewgeni:
Die meisten Nachrichten über Juri Gennadjewitsch Lagutin wurden schnell wieder gelöscht. Juri wurde am 13. Oktober 1980 in der Region Kursk geboren und war Leutnant der russischen Armee. Der Mann hätte alle russischen Kriege durchgemacht, ohne einen Kratzer abzubekommen, schreibt dann schließlich sein Boxclub in einem Nachruf.
In einem Schützengraben holte ihn am 6. August 24 trotzdem das Schicksal ein. Keine Granate, keine Kugel, sondern ein Schlaganfall beendete dort sein Leben. Kein Wunder, dass die ersten Nachrichten zu seinem Tod schnell gelöscht wurden.
An der Front geht es beim russischen Militär brutal zu. Wer Befehle verweigert, zum Beispiel bei einem der Selbstmorkommandos mitzumachen, wer besoffen im Schützengraben angetroffen wird, wer Fehler bei der Bedienung der schweren Waffen macht, usw wird mit Züchtigung oder sogar mit Folter bestraft. Das kleine Video zeigt solch eine Bestrafung russischer Soldaten durch ihre Kommandanten. Die Deliquenten werden mit Plastikfolie an einen Baum gefesselt, das hinterlässt kaum Spuren. Und dann lässt man sie stehen ... Siehe unseren Bericht über zwei Schoren.
Eigentlich hatte Sergej Iwanowitsch Tulbukonow den ehrenhaften Beruf eines Zimmermanns erlernt. Der junge Mann, geboren am 9. Juni 1997 in einem Dorf in Burjatien, hatte Arbeit im Rotationsverfahren gefunden, was vielleicht nicht jedermanns Sache ist.
In seinem Lebenslauf heißt es dann lapidar: Am 26. Juni 2024 unterzeichnete er einen Vertrag und wurde zu Kampfeinsätzen in die militärische Sondereinsatzzone entsandt.
Burjatien ist vom Krieg in der Ukraine eine ganze Ecke entfernt - mit Verkehrsmitteln sind es etwa 6.000 km. Sergej hatte in der 36. Armee des östlichen Militärbezirks in der 5. Panzerbrigade der Separaten Garde gekämpft. Seine Vorgesetzten meinten vielleicht, warum lange warten? Verheizen wir den jungen Mann sofort. Bereits am 9. Juli 2024 wurde Sergej in der Region Donezk getötet. Gestorben wäre er heldenhaft, heißt es in seinem Nachruf.
Aus einem Nachruf für Sergej Alexandrowitsch Glawaty, 30.11.1964 – 31.07.2024, aus dem Bezirk Nischnegorski der Republik Krim.
Sergej arbeitete in den letzten Jahren als Mechaniker auf Bauernhöfen.
Von Beginn der militärischen Sonderoperation an bewarb sich Sergej Alexandrowitsch mehrmals um einen Militärdienst; er konnte nicht abseits stehen, wenn das Vaterland in Gefahr ist. Aber jedes Mal wurde er aufgrund seines Alters und seines Gesundheitszustands abgelehnt.
Jeder hat seinen eigenen Weg, die Pflicht zum Schutz des Vaterlandes zu erfüllen. Auch Sergej Alexandrowitsch ging seinen eigenen Weg. Als Teil der Angriffskompanie der 20. Garde-Motorschützendivision nahm er im Rang eines Unterfeldwebels an einer speziellen Militäroperation zum Schutz der Donbass-Republiken teil. Er starb bei einem Kampfeinsatz in Richtung Donezk...

Der junge Mann auf dem Foto ist Kirill Imejew, 20 Jahre alt, und kommt aus einem Bezirk der Region Irkutsk.
Unter der Meldung über einen gefallen Soldaten aus der selben Region entwickelte sich eine heftige Diskussion, die wir als Bildschirmkopie wiedergeben. Sie steht beispielhaft für manche Debatte unter den Meldungen zu gefallenen russischen Soldaten.
Hasan hatte es wohl eilig in den Krieg zu ziehen. Hasan Schamilewitsch Busin, geboren am 17, März 2006, war gerade 18 Jahre alt geworden, als er einen Vertrag mit dem tschetschenischen Achmat-Bataillon abschloss. Vielleicht wollte er es seinem ein Jahr älteren Bruder gleichtun, der auch schon beim Militär und im Krieg gelandet war.
Hasan kam aus Chabarowsk im ganz fernen Osten Russlands und bis Tschetschenien ist es ein weiter Weg. Dazu hatte er auch keinerlei militärische Vorkenntnisse, so wundert es auch nicht, dass bereits am 20. Mai 24 der Kontakt zu dem jungen Soldaten verloren ging.
Anfang Juni suchten Angehörige nach ihm, am 7. Juli 24 bekamen sie Gewissheit, dass Hasan im Krieg getötet wurde.
Flagge des Achmat-Battaillons, rechts steht der Name von Hasan Busin
Lieber Wladimir Wladimirowitsch (Putin)
ich bin die Mutter eines 2023 eingezogenen Wehrpflichtigen. Mein Sohn dient in der Grenzregion des Dorfes Korenewo. Heute finden in diesem und den benachbarten Bezirken Militäroperationen statt.
Der Feind ist in das Gebiet unseres Staates eingedrungen. Wir, die Mütter der Wehrpflichtigen, bitten Sie, die Wehrpflichtigen aus den Gebieten der Militäroperationen zu entfernen. Sie haben keine Erfahrung mit militärischen Überlegungen und keine Waffen.
Auf unserem Territorium findet heute eine groß angelegte Offensive statt. Verschonen Sie das Leben von Soldaten, die nicht auf militärische Aktionen vorbereitet sind. Ihr habt euren Eltern versprochen, dass sie nicht an Feindseligkeiten teilnehmen werden!!!!
Wir glauben an euch. Wir bitten Sie, diese Situation ernst zu nehmen. Wir sind Patrioten!!!
Unsere Söhne und jedes ihrer Leben wird noch nützlich sein, um einen starken Staat zu schaffen. Aber wenn die Kräfte der erfahreneren Militärs ausreichen. Wir bitten Sie, das Leben unserer Jungen zu retten. Wir vertrauen Ihnen.
Jede Mutter, die ihren Sohn an die Grenze geschickt hat, wird meine Worte unterschreiben. Hört uns an!!!! Seht die Wehrpflichtigen, bitte!!!!!
Eine Petition bei Change.org mit aktuell etwa 10.000 Unterschriften in all ihrer Verlogenheit. Denn niemand bittet, jenen Krieg mit all diesen vielen Toten und Verstümmelten, mit all der Zerstörung ziviler Infrastruktur endlich zu beenden. Und niemand interessiert sich für die vielen Opfer in der Ukraine mit Tod, Vertreibung, Folter und Kindesentführung.
Aigis Walerikowitsch Chalilo, geboren am 15. Februar 2002 kam aus dem Dorf Verchnie Kigi in Baschkortostan. Im März 2024 hat er einen Vertrag mit dem russischen Militär abgeschlossen, Ende Juni ist der Kontakt mit ihm abgebrochen. Sein genaues Todesdatum wurde nirgends angegeben, aber am 31. Juli 024 wurde er in seinem Heimatdorf begraben.
Es gibt allerdings einen kurzen Lebenslauf, der vielleicht zeigt, warum Aigis sein Heil in einem Selbstmordkommando gesucht hat:
Aigiz wurde 2002 im Dorf Ulkundy im Bezirk Duwan geboren. Er besuchte das Nischnekiginskij-Gymnasium und anschließend die Duwanskij-Multiprofilschule im Dorf Werchnije Kigi, wo er sich als Traktorfahrer spezialisierte. Nach seinem Abschluss wurde er in die Reihen der russischen Armee aufgenommen. Nach seinem Dienst in der Armee arbeitete er als Hilfsarbeiter und im März 2024 unterzeichnete er einen Vertrag für den Militärdienst.
Der 37-jährige Andrej Tschernetskow kam aus der Stadt Frolowo in der Region Wolgograd. Er musste aus gesundheitlichen Gründen keinen Wehrdienst ableisten und war als einfacher Arbeiter in einem Stahlwerk der Stadt und anderen lokalen Unternehmen beschäftigt.
Im März 24 wollte sich auch Andrej beweisen und richtig Geld verdienen - er unterzeichnete einen Vertrag mit dem Militär. Obwohl als Soldat ungeeignet, wurde er in einem Angriffszug bei Donezk eingesetzt. Eine Granate beendete sein Leben, Ende Juli 24 wurde er beigesetzt.
Freundlich, fröhlich, mitfühlend, konfliktfrei, weigerte sich nie, jemandem zu helfen, liebte Kinder sehr, ein echter Familienmensch, so wird Andrej Bublik in seinem Nachruf beschrieben. Der Mann wurde am 10. August 1991 in Kamensk-Uralski geboren, das ist eine industriell geprägte Großstadt in der Oblast Swerdlowsk. Andrej war verheiratet, hatte zwei Kinder und arbeitete in einem Industrieunternehmen der Stadt.
Offensichtlich war Andrej weder freundlich, fröhlich, mitfühlend und konfliktfrei, denn am 29. Mai unterschrieb er aus egoistischen Motiven einen Vertrag, um ein fremdes Land mit zu erobern und Menschen dort zu töten. Das ging schief, bereits am 20. Juni 24 wurde Andrej bei einem Angriffseinsatz in der Region Donezk durch Granatsplitter getötet.
Er hätte vielen Soldaten das Leben gerettet, wäre ein Beispiel für Mut und Heldentum gewesen, heißt es im Nachruf. Wie er das in den wenigen Tagen, die er an der Front war, leisten konnte, wird nicht erzählt. Begraben wird er übrigens am 9. August 24.
Beitrag auf VKontakte vom 24.07.24:
Am 01.07.2024 in im hinteren Teil des Ortes Arapowka in der "Luhansker Volksrepublik" wurde unser Bruder Denis Anatoljewitsch Lamskow, Rufzeichen "Akuscher", Scharfschütze, gemein und heimtückisch mit einem Schuss in den Kopf von seinen Kameraden getötet. Er war keine zufällige Person in der speziellen Militäroperation, sondern ein echter Krieger. Er gab sein Leben für den Dienst an der Heimat.
Wiederholt besuchte er Krisenherde und ging durch alle Kreise der Hölle. Er dachte nie, dass der Feind hinter seinem Rücken steht.
Unser Anliegen ist, die Gerechtigkeit wiederherzustellen.
Wir bitten um Hilfe: Wer etwas gehört oder gesehen hat, bitte antworten Sie. Vertraulichkeit ist garantiert. Von mir persönlich, wenn es erforderlich ist, ich bin bereit, eine Vergütung im Rahmen einer Vereinbarung zu diskutieren.
Manche Lebensläufe sind schwer nachzuvollziehen. Zum Beispiel, der von Oleg Utew, geboren am 15.07.1974 aus der Region Perm.
Oleg hatte eine Ausbildung zum Maurer abgeschlossen und hätte lange Zeit als Feuerwehrmann für einen Kindergarten und einen Einzelunternehmer gearbeitet. Braucht ein Kindergarten oder ein Einzelunternehmer, also ein Unternehmer ohne Angestellte, einen Feuerwehrmann?
Oleg wäre ein konfliktfreier, geselliger und mitfühlender Mensch gewesen, der anderen immer geholfen hätte, sagten seine Verwandten und Nachbarn über ihn. Dazu passt nicht ganz, dass er im Juni 24 sich für den Krieg gegen die Ukraine beim Militär einschrieb. Auch Oleg gehörte zu den entbehrlichen Soldaten. Am 8. Juli 24 wurde er an der Front getötet.
Aus Eriwan in Armenien stammte Hamlet Eritsian, geboren am 1. Dezember 1991. Hamlet war noch ein Kind, als seine Eltern aus Armenien ins ferne Baschkortostan zogen. Im dortigen Sibai hätte Hamlet Wirtschaftswissenschaften studiert und danach einen Bauernhof betrieben - wohl nicht sehr erfolgreich.
Am 20. Januar 24 schoß Hamlet einen Vertrag zum Kriegsdienst, wurde mehrfach verwundet und am 2. Juni 2024 schließlich in der Region Donezk getötet.
Der Leiter des Bezirks, in dem Hamlet lebte, erklärt seinen Bürgern an Hamlets Beispiel, wie alle aufgerufen sind, unabhängig von ihrer Nationalität, das Vaterland Russland zu verteidigen. Wir dokumentieren seinen Nachruf.
In Nischni Nowgorod lebte Asat Andranikowitsch Mkrtschjan, geboren am 19.12.1985. Er war armenischer Herkunft, hätte Jura studiert und die Vollkontakt-Kampfsportart MMA geliebt. Beruflich wäre er unternehmerisch tätig gewesen.
Sehr erfolgreich war er wohl nicht mit dem Unternehmertum, sonst hätte er sich nicht am 25. Juni 2024 zum Kriegsdienst gemeldet. Und Krieg ist eben auch kein Kampfsport. Aus dem Ring steigen die Kontrahenten meist lebend, wenn auch mit weichgeklopfter Birne. Im Krieg dagegen geht es um den Tod. Bei Asat ging es ganz schnell, bereits am 14. Juli 24 ist er ausgeschieden. Einen Mutorden gab es posthum als Auszeichnung.
Abakan trauert: Dmitri Jurjewitsch Worotnikow ist gestorben. Viele Freiwillige unterschreiben heute Verträge und begründen ihre Entscheidung: „Damit Kinder eine glückliche Zukunft haben!“ "Damit Russland, wie viele Jahrhunderte lang, groß und unbesiegbar bleibt!“
Dmitry Vorotnikov war weise und freundlich, sagen diejenigen, die ihm am nächsten stehen. Dmitry war mutig, erinnern sich seine Kollegen. Jeder, der Dmitri Jurjewitsch kannte, ist taub vor Schmerz und Traurigkeit und kann nicht glauben, dass er nicht mehr ist ... Offizieller Telegram-Kanal aus Chakassien vom 20. Juli 24.
Wir hoffen, dass wir auf diesen Seiten eine Vorstellung über die Wirklichkeit vermitteln können.
Die Großstadt Mytischtschi liegt direkt am nordöstlichen Stadtrand von Moskau. Dort gibt es auch einen großen Soldatenfriedhof, auf dem verdiente Soldaten aus Moskau und der Region bestattet werden. Mytischtschi war auch der Wohnort von Sergej Polikarpow, geboren am 8. Juni 1970. Er bezeichnete sich als Kommunisten und lebte nach dem Motto „Was uns nicht umbringt, macht uns stärker“.
Sergej hatte sich wohl freiwillig zum Militär gemeldet, denn für den regulären Dienst oder für die Mobilisierung war er zu alt. Ein Jahr lang war er als Techniker tätig und reparierte Maschinen und anderes Kriegsgerät.
Am 19. Februar 24 bekam Sergey den Befehl, sich bei einer Militäreinheit in Luhansk zu melden. Er bekam Waffen und musste an die Front. Sergej informierte seine Familie, er verstand, dass er nicht lebend zurück kommen würde.
Bei einem Angriff am 21. Februar wurde er verletzt, seine Kameraden ließen ihn im Stich. Sergey wäre langsam im Niemansland verblutet, mit einer Granate hat er sich in die Luft gesprengt. Nach vier Monaten fand man seine Überreste.
Dieser Selbstmord eines verwundeten Soldaten ist übrigens kein Einzelfall. Im Internet kursieren zahlreiche Dronenvideos von verletzten Soldaten, die sich selbst töten. Manche von ihnen, hätten sich ergeben können, das ließ ihr Stolz oder ihre Angst nicht zu.
Am 15. Dezember 2023 hätte Alexander Nikolajewitsch Lomajew einen Vertrag mit dem russischen Militär abgeschlossen. Er und seine Kameraden wären dann nach Samara zur Ausbildung geschickt worden. Dort wären sie zwei bis drei Tage geblieben, erzählen seine Verwandten.
Am 26. Januar 24 wurde Alexander zu seinem zweiten Angriff an der Front losgeschickt. Er kam nicht wieder zurück.
Alexander Lomajew wurde am 5. Januar 1978 geboren. Er lebte in Ischewsk, der Hauptstadt von Udmurtien. Auf dem Chochrjakowskoje-Friedhof in Ischewsk befindet sich heute sein Grab.
Natalja aus St. Petersburg schrieb am 15. Juli zum Tod von Pawel, gefallen im Krieg gegen die Ukraine:
Ich hoffe, dass du dich nie von deinem Mann verabschieden wirst, der dem Tod entgegenreist, nicht mit Aufregung und Angst, sondern mit so aufrichtiger Freude.
Marinotschka, du brauchst mehr Männer in deinem Leben, sie überleben nicht lange neben dir.
Einer der seltenen Söhne seiner Heimat Tuwa, der stolze Sohn von Tes-Chem, dem Land Ambyn-Nojan, der älteste Sohn seiner Mutter, ein vorbildlicher Bruder seiner Schwestern, ein starker Unterstützer seiner Brüder, ein lieber Freund für viele Verwandte, ein verlässlicher Freund seiner Freunde.
2017 Absolvent der Samagaltay-Schule Nr. 2, 2021 Absolvent der Kyzyl-Körperkulturschule, Gewinner zahlreicher Medaillen und Auszeichnungen. Er begann seinen Militärdienst im Jahr 2021. Er ist Träger des Ordens des Präsidenten der Russischen Föderation für Mut.
Dachyr Akkimowitsch Mumbaldai, geboren am 23.06.2000, nahm heldenhaft am feurigen Kampf zum Schutz des Vaterlandes vor den eindringenden Feinden teil und gab sein Leben für den Frieden des Volkes, das friedliche Leben und das Glück künftiger Generationen.
Das Bild unseres jungen Helden, dessen Name in der Geschichte unseres Landes verewigt ist, wird für immer in den Herzen seiner Verwandten und Freunde bleiben.
Vkontakte, 18.07.24
Bogotol ist eine Stadt im Westen der Region Krasnojarsk mit etwa 20.000 Einwohnern. Sie besitzt einen Bahnhof an der Transsibirischen Eisenbahn, von Moskau etwa 3.800 Bahnkilometer entfernt. Diese Strecke musste auch der 38-jährige Artem Skworzow mindestens zurücklegen, als er von Bogotol ins Kriegsgebiet reiste. Artem hatte sich am 28. Februar 24 freiwillig zum Militärdienst gemeldet. Dann sollte er auch noch mindestens eine Woche Schnelleinweisung erfahren und am Ende wird es knapp. Denn am 13. März 24 war Artem bereits tot. "Für mich warst du ein Freund und ein guter Mensch. Das Schicksal hat es so bestimmt," irrte der Autor des Nachrufs. Denn das Schicksal kann man nicht für seinen Tod verantwortlich machen, sondern die Gier auf einen schnellen Rubel und die Dummheit, nicht hinter die verlogene Kriegspropaganda schauen zu wollen.

Oleg Anatoljewitsch Ganzurow, geboren am 9. Mai 1991, stammte aus dem kleinen Dorf Bolschoi Lug (Große Wiese) in Burjatien. Nach seinem Wehrdienst blieb er bei der Armee und stieg auf bis zum Leutnant mit einer stolzen Sammlung Orden. Seine kriegerische Laufbahn wurde am 22.07.2026 beendet. Natascha schreibt dazu in einem Kommentar:
Alles schön und gut, alles klar, Medaillen, alles wie es sein soll …, aber der Verdienst gebührt gerade den Jungs, die er wissentlich in den sicheren Tod geschickt hat – solche Kommandeure darf es nicht geben! Die Jungs, die er dorthin geschickt hat, können bis heute nicht evakuiert werden, und das dauert, nur mal kurz, ein halbes Jahr und länger …, und hier wurden sie so schnell evakuiert, dass er noch nicht einmal Zeit hatte, „verdorben“ zu werden, während die Angehörigen der einfachen, gewöhnlichen Soldaten warten müssen – vielleicht wird ja etwas von eurem Bruder, Ehemann oder Sohn zurückgebracht! Früher oder später kommt alles wie ein Bumerang zurück – möge er im Jenseits für die zahlreichen Leben Rechenschaft ablegen!
Durch die ersten Erkältungskrankheiten sind wir im Moment etwas in Schwierigkeiten. Trotzdem habe ich heute den Monatsabschluss Juli 2026 freigeschaltet, obwohl er nur oberflächlich Korrektur gelesen wurde. Sollten noch Fehler im Fließtext sein, werden diese im Laufe des morgigen Tages korrigiert - versprochen. Die Tabellen & veröffentlichten Zahlen dagegen wurden überprüft.
CK, 25.08.2026
Die Opferlisten der russischen Regionen haben wir in den letzten Tagen bis Ende Juli 2026 aktualisiert. Eine Zusammenfassung des Monats Juli ist in den kommende Tagen zu erwarten.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
OM, 24.08.26
Im kalten Winter 2022 in Ischewsk, der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Udmurtien, sang eine Gruppe Friedensdemonstranten das Lied „Möge es immer Sonenschein geben“. Wir haben darüber berichtet. Das Lied, aus der Perspektive eines kleinen Jungen, ist ein Apell an uns Menschen, den Frieden zu sichern. Das Lied gehört(e) zur sowjetischen Jugendkultur und wurde auch von den jungen Pionieren in der DDR gerne gesungen. Hier eine Version von Pete Seeger.
Der russische Refrain lautet etwa so:
Möge es immer Sonnenschein geben,
möge es immer blauen Himmel geben,
möge es immer Mama geben,
möge es immer mich geben!
In Anbetracht dieses Jahrhundertsommers können wir feststellen: Den ewigen Sonnenschein und den immer blauen Himmel haben wir. Den Frieden dagegen noch nicht.
OM, 11.08.26
Wir haben unsere Liste mit den deutschen Namen der Kriegstoten bis zum Juni 2026 aktualisiert. Insgesamt sind es jetzt 1.855 Namen.
Bitte beachtet - all diese Kriegstoten müssen nicht unbedingt einen russlanddeutschen Hintergrund haben. Sicher gibt es darunter auch einige Russen, die nur noch den Namen führen, aber mit russlanddeutscher Kultur nichts zu tun haben. Es ist durchaus auch möglich, dass sich darunter auch jüdische Namen befinden, die aus dem deutschen Sprachraum nach Osten gewandert sind.
Typisches Beispiel dafür ist der Nachname „Katzenelnbogen“, den wir einigemale in Russland angetroffen haben. Katzenelenbogen ist eine Kleinstadt am Rande des Taunus, den Namen hat eine jüdische Dynastie angenommen, die dort im Mittelalter gegründet wurde.
Und natürlich - es ist auch möglich, dass wir uns bei einigen der Namen getäuscht haben und diese eine andere Herkunft haben.
CK, 07.08.26
Die Opferlisten der russischen Regionen haben wir in den letzten Tagen bis Ende Juni 2026 aktualisiert. Eine Zusammenfassung des Monats Juni ist in den kommende Tagen zu erwarten.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
OM, 02.08.26
Da wir jeden Tag mehrere Kurzzeitsoldaten unter den russischen Kriegstoten finden, haben wir etwas umgestellt. Diese Personalien sind aus unserer Rubrik „Personalien & Kurznachrichten“ verschwunden, wir haben dafür eine neue Rubrik „Ohne viele Worte“ erstellt. Dort findet man nur den Namen des Kurzzeitsoldaten und das Datum der Veröffentlichung. Mit einem Klick auf den Namen erhält man das übliche Profil dieses Menschen.
Zunächst haben wir unsere letzte Veröffentlichung der 12 Kurzzeitsoldaten dort eingestellt, der Beitrag ist deshalb von der Titelseite verschwunden. In den nächsten Tagen werden wir täglich mehrere neue Kurzzeitsoldaten veröffentlichen, die bisher auf Halde liegen.
Auf Anfrage einiger Leser haben wir unserer Tabelle mit den vermutlich russlanddeutschen Kriegstoten noch eine Liste der regionalen Verteilung hinzugefügt.
Wie zu erwarten kommen die meisten dieser Kriegstoten aus Sibirien: Region Altai, Omsk und Nowosibirsk.
Das Übersetzen der russischen Namen ins Deutsche ist ein Kapitel für sich. Wir machen das mit dem Übersetzungsprogramm von DeepL. Allerdings ist das Ergebnis so, dass man alle Namenübersetzungen überprüfen muss. Spätestens nach einigen Namen fällt das Programm wieder ins Englische zurück und die Ergebnisse sind nur schwer lesbar. Manchmal vergisst das Programm auch Endungen oder wirft Zeichen mit fremden, nicht deutschen Akzentzeichen aus.
Beim Durchgehen der übersetzten Namen markieren wir die deutschen mit einem Sonderzeichen, damit wir diese in eine extra Tabelle überführen können. Was macht DeepL zuletzt? Haben wir solch einen Namen markiert und verbessern in der Folge weitere Namen, dann markiert KI diese auch mit jenem Sonderzeichen. So rutschen auch russische Namen automatisch in unsere Tabelle der Russlanddeutschen.
Folglich - alles muss erneut korrigiert werden.
Es ist alles zusammen gekommen, die Hitze der letzten Tage, die unsere Arbeitsmoral untergraben hat, durch die hessischen Ferien bedingte dünne Besetzung und schließlich ist unsere EDV-Erfassung auch noch abgestürzt. So dauerte unsere Zusammenfassung des Monats Mai länger als geplant. Wir bitten um Entschuldigung.
Die Todeslisten aller russischen Regionen sind jetzt bis zum Monat Mai 2026 aktuell. Die übliche Zusammenfassung werden wir bis zum 16.07.26 vorlegen.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
Wir hatten etwas Probleme mit unserer internen IT, deshalb haben wir uns mit dem Monat April 2026 weiter verspätet und konnten auch keine aktuellen Themen einschieben. Die Zusammenfassung werden wir am morgigen Donnerstag vorlegen.
Alle russischen Regionen wurden bereits mit den Daten des Monats April 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats März 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Monat März 2026 und die erfassten Daten zum April 2026 werden wir bis spätestens 12. Mai vorlegen können.
CK, 11.05.2026
Wir sind gerade im Stress und bereiten den Abschluss des Monats März 2026 vor. So haben wir versehentlich einen unfertigen Beitrag online gestellt: „Für Glaube und Vaterland in Nowomoskowsk“. Wir bitten um Entschuldigung.
Wir haben den Beitrag wieder versteckt, er wird erst in den nächsten Tagen - dann hoffentlich komplett - veröffentlicht.
OM 07.05.2026
Am Abend des 5. Mai 2026 war unsere Domain „oskarmaria.de“ nicht zu erreichen. Nach hektischen Versuchen, das Problem auf unserem Webserver zu suchen, mussten wir feststellen, dass wir nichts unternehmen können. Die Namensauflösung für de-Domains war bei Denic gestört. Über unsere zweite Domain https://www.gibtsnet.eu sind wir weiterhin & ungestört zu erreichen.
Zum Beitrag über die beiden in Russland inhaftierten Frauen Natalia Leonhardt und Daria Jegerewa wollen wir noch einige Anmerkungen nachreichen.
Nach der Verhaftung der beiden Frauen wurde zunächst nur der Name von Daria Jegerewa bekannt. Die Familie von Frau Leonhardt wollte, dass ihr Name nicht genannt werden solle. Sie versprachen sich so bessere Chancen vor Gericht. Das ist nicht eingetreten.
Aber dazu passt: Wir hatten beim Unterstützerkomitee angefragt, ob wir ein Foto benutzen können, das beide Frauen zeigt. Am folgenden Tag haben wir die Erlaubnis bekommen, die dann wenig später zurückgezogen wurde. Die Verantwortliche hatte unsere Webseite besucht und meinte danach, dass eine Fotoveröffentlichung in unserem Kontext den beiden Frauen eher schaden würde. Wir wollen das nicht weiter kommentieren.
Russische Freiwillige, die in den ersten drei Monaten nach Vertragsunterzeichnung an der Front getötet wurden, stellen wir unter der Überschrift „Ohne viele Worte“ vor. Da es zu viele waren, haben wir zunächst maximal einen Gefallenen pro Tag veröffentlicht. Aktuell ist die Situation so, dass es in vielen Regionen inzwischen untersagt ist, die genauen Daten anzugeben, wann der Vertrag unterschrieben und wann der Freiwillige getötet wurde. Neue Freiwillige sollen durch solch eine Wahrheit nicht abgeschreckt werden, meinen die russischen Behörden.
Wir haben uns deshalb entschieden, wieder alle Kurzzeitsoldaten zu veröffentlichen, die wir registrieren. Das sind meist Männer aus Burjatien, da in dieser Region - teilweise - noch immer ausführliche Nachrufe publiziert werden. Burjatien steht stellvertretend für alle russischen Regionen, wie unser aktuelles Beispiel aus Transbaikalien zeigt. Im Bezirk Krasnotschikoisky haben wir unter 128 Gefallenen insgesamt 36 Kurzzeitsoldaten gefunden.
Eine aktuelle Liste der Antrittsprämien aller rusischen Regionen, die der russische Staat für Zeitsoldaten bezahlt, haben wir hier veröffentlicht.
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Februar 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Februar 2026 und die erfassten Daten zum März 2026 werden wir bis spätestens 10. April vorlegen können.
OM, 09.04.2026
Vielleicht ist euch aufgefallen, dass wir sehr häufig Personen aus Burjatien vorstellen. In unserer Rubrik der Kurzzeitsoldaten (Ohne viele Worte) sind überwiegend Gefallene aus Burjatien vertreten. Das hat einfache Gründe - in Burjatien werden gewohnheitsmäßig ausführliche Nachrufe auf die im Krieg getöteten Landeskinder veröffentlicht. So erfahren wir viele Details. Das kommt in anderen Regionen eher selten vor, häufig werden auch mißliebige Daten gezielt verheimlicht. So zum Beispiel dass die getöteten Soldaten aus der Haft an die Front entlassen wurden, dass sie nur eine kurze Überlebensdauer hatten, usw. In einigen Regionen wie Baschkortostan sind inzwischen solche detaillierten Nachrichten verboten, häufig wird sogar das Alter verschwiegen.
So muss Burjatien als Beispiel herhalten, wenn es um Kurzzeitsoldaten, jugendliche Dummköpfe und Häftlinge geht. Es wird in allen anderen Regionen nicht viel anders sein.
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Januar 2025 aktualisiert.
Es wurden neun neue Listen angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Januar 2026 und die erfassten Daten zum Februar 2026 werden wir bis spätestens 13. März vorlegen können.
OM, 12.03.26
Der Trend bei den Nachrufen hält an - konkrete Daten werden nicht mehr angegeben. So will es die russische Regierung. Damit kann man nicht mehr abschätzen, wie lange der Zeitvertrag mit dem Militär dauerte oder besser, wie schnell der Soldat nach Vertragsunterzeichnung getötet wurde. Auch wird die Feststellung verhindert, wie lange der getötete Soldat irgendwo an der Front liegen blieb.
Normalerweise haben wir max. einen Kurzzeitsoldaten pro Tag in unserer Rubrik „Ohne viele Worte“ veröffentlicht. Das haben wir heute ausnahmsweiße verändert und alle Kurzzeitsoldaten gelistet, die uns im Zeitraum vom 19. bis 20. Januar 26 aufgefallen sind. Als Beleg dafür, dass auch weiterhin viele russischen Freiwilligen nur kurze Zeit an der Front überleben, auch wenn diese Tatsache unterdrückt werden soll.
CK, 23.02.26

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Doppelt
Wladimir: 25. Artem Kozhenkov // Nischni Nowgorod: 35 Artem Kozhenkov
Wolgograd: 01 Juri Agarkov // Pskow: 41 Juri Agarkow
Kutelev Stanislav, dreifach, Kostroma, Rjasan und Orenburg. Nur Orenburg
Nikolai Symov, Rjasan & Tschuwaschien - nur Tschuwaschien
Mamontov Mikhail - Krasnodar Teil 1 & Teil 2
Ivan Alekseevich Chulkov, Kostroma, Pos. 51/56
Elimov Alexey Michailowitsch , Kostroma & Tschuwaschien
Falsch einsortiert
Ruslan Khamitov, Tscheljabinsk, kein Söldner der Gruppe Wagner
Wir haben die Liste der russischen Regionen mit den Prämien für den Abschluss von -unbefristeten- Zeitverträgen mit dem Militär aktualisiert.
Seit unserer letzten Veröffentlichung Ende Juli haben einige Regionen ihre Antrittsprämien angepasst. Wenn eine Region Probleme hatte, ihre von Moskau vorgegeben Quoten zu erreichen, wurden die Zahlungen erhöht. Im Fall dass eine Region ausreichend Zeitsoldaten stellen kann, wurden die Zahlungen reduziert. Wir haben die Veränderungen in der Liste mit einem Sternchen (*) markiert.
In der Summe sind die bezahlten Prämien weiter angestiegen. Im Juli zahlten die Regionen im Durchschnitt 2.167.000 Rubel als Prämie, Anfang September 2026 erhöhte sich der Durchschnittsbetrag auf 2.339.000 Rubel.
Neu dabei sind Sonderzahlungen, die manche Regionen für Drohnenpiloten ausloben. Die Regionen Inguschetien, Kaliningrad, Pskow und die Stadt Sewastopol auf der Krim weisen diese Extrazahlungen aus. Eine besondere Pointe setzt die Region Komi - die Zeitsoldaten erhalten extra 100.000 Rubel bei Rückkehr, wohl wissend, dass nicht viele lebend von der Front nach Hause kommen werden.
Die russischen Behörden versuchen auf allen Ebenen zu verhindern, dass Informationen über Kriegstote das Land verlassen. Seit Beginn des russischen Krieges verschicken russische Bürger aus den verschiedensten Regionen Fotos und Videoaufnahmen über neue Kriegsgräber. Und zwar nicht an Geheimdienste, sondern zu den Telegram-Kanälen, die solche Informationen sammeln. Solch offene Info-Kanäle werden natürlich auch von den Geheimdiensten aller Länder gerne besucht, auch wenn diese mit Agententätigkeit nichts zu tun haben.
Nachstehend eine Presseerklärung des Regionalgerichts Jaroslawl vom 08.09.26:
Neuigkeiten vom 8. September 2026
Ein Einwohner von Jaroslawl, der Informationen über tote Soldaten weitergegeben hatte, wurde wegen Hochverrats verurteilt.
Das Regionalgericht Jaroslawl verurteilte heute einen 48-jährigen Einwohner wegen Hochverrats (Artikel 275 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation).
Das Gericht stellte fest, dass der Angeklagte Nikolai Schtscherbakow ab Oktober 2024 regelmäßig den Gedenkfriedhof aufsuchte und dort heimlich die Gräber von Militärangehörigen fotografierte und filmte. Der in Jaroslawl lebende Mann übermittelte die gesammelten Informationen anschließend per Instant Messenger an Vertreter der ukrainischen Geheimdienste.
Kriminelle Aktivitäten wurden von Beamten der FSB-Direktion für die Region Jaroslawl identifiziert und gestoppt.
Mit Urteil des Gerichts wurde Shcherbakov N. des Hochverrats (Artikel 275 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation) für schuldig befunden und zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren in einer Strafkolonie mit strengem Regime verurteilt, gefolgt von einer Freiheitsbeschränkung von 1 Jahr und 6 Monaten.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Im Herbst 2022 hat die russische Armee 300.000 Reservisten für den Krieg in der Ukraine eingezogen. Diese mobilisierten Soldaten sind jetzt viereinhalb Jahre im Dienst in einem Krieg, bei dem kein Ende in Sicht ist.
Bei vielen Meldungen über im Krieg gefallenen Soldaten können wir nicht erfahren, ob der Kriegstote ein freiwilliger Zeitsoldat, ein Mobilisierter oder ein Berufssoldat war. Trotzdem finden wir jeden Tag Meldungen, die den Status des Gefallenen nennen. Und da sind einige mobilisierte Reservisten darunter.
Deshalb stellt sich die Frage, wie viele der mobilisierten Männer noch im Kriegsgebiet vorhanden sind? Janis Kluge, von der Stiftung Wissenschaft & Politik, hat dazu eine Antwort geliefert. Anhand der Zahlungen im Bundeshaushalt für die mobilisierten Soldaten, konnte er ihre Anzahl berechnen. Von den knapp 300.000 mobilisierten Männern waren im Juli 2024 noch 246.303 vorhanden, im Juli 2025 waren noch 168.594 verblieben. Neuere Zahlen gibt es noch nicht. Setzt sich der Schwund fort, so dürften aktuell nur noch etwa 100.000 Mobilisierte im Dienst sein.
Diese Mobilisierten wurden im letzten Jahr häufig unter Druck gesetzt, in einen Zeitvertrag zu wechseln (siehe hier). Der weit größere Teil wurde getötet oder ist kriegsuntauglich, also physisch oder psychisch schwer verletzt.
„Dies ist eine sehr ernste und verantwortungsvolle Angelegenheit. Wir unternehmen gemeinsam mit Ihnen und den Bürgermeistern der Gemeinden auf allen Ebenen größte Anstrengungen, diese Aufgabe mit Würde zu bewältigen“, sprach der Gouverneur von Irkutsk, Igor Kobzew (Foto links), zu den Parlamentariern der Regionalversammlung. Er meinte damit die Erfüllung der Quote an Freiwilligen für den Kriegsdienst, die der Region Irkutsk von Moskau auferlegt wurde. Auf seinen Antrag hin wurden die Prämien von 2,1 Millionen Rubel auf 1,8 Millionen reduziert. Verurteilte und Angeklagte erhalten eine Million Rubel und neu eingeführt wurde die Zahlung von 900.000 Rubel für Ausländer und Statenlose.
Der eingebrachte Gesetzesentwurf wurde überarbeitet und in zweiter Lesung angenommen. Die Behörden gehen wohl davon aus, dass sie ihre Vorgaben hauptsächlich durch die Strafverfolgungs- und Ausländerbehörden abdecken können. Das spart Geld.
In der russischen Teilrepublik Inguschetien im Kaukasus überbringt der Ministerpräsident die Beileidsbekundigungen für die im Krieg gegen die Ukraine getöteten Inguschen persönlich. Mitte August hatte er vier Familien aufzusuchen.
Laut Wladimir Slasteinin, dem Ministerpräsidenten, nehmen insgesamt mehr als zweitausend Einwohner Inguschetiens an den Kampfhandlungen bei der russischen Armee teil. Wir haben bisher 290 Kriegstote registriert, die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen.
Der Telegram-Kanal „Fortanga“ schreibt zu den Kriegsversehrten:
Mehrere hundert Menschen erlitten schwere Verletzungen. Allein im Jahr 2025 wurden in Inguschetien 464 Teilnehmer an den Kampfhandlungen behandelt. Die genaue Zahl der Verletzten und derjenigen, die im Laufe der Kampfhandlungen eine Behinderung erlitten, wird nicht genannt. Die Verwundeten erhalten nicht immer die ihnen zustehenden Prothesen und sind gezwungen, sich bei verschiedenen Behörden zu beschweren.
Eine Gruppe Lehrer hatten die Möglichkeit zu einer Audienz bei Wladimir Putin. Ein Mann berichtet von einem Ausflug zum Nordpol und auf Rückfrage berichtet er, zwei Eisbären gesehen zu haben. Das findet Wladimir interessant und erzählt, dass Orcas Eisbären in Stücke reißen und vertilgen würden (dafür konnte der Verfasser keine Belege finden). So wäre das Leben, meint Wladimir, der Stärkere frisst den Schwächeren, die Nahrungskette eben. Das sollen die Lehrer ruhig ihren Schülern beibringen. Und deshalb würde Russland ja auch die „Spezielle Militäroperation“ durchführen.
Jabloko ist die einzige Partei in Russland, die sich gegen den Angriffskrieg gegen die Ukraine ausspricht. Sie wurde durch Beschluss eines Moskauer Gerichts, von den kommenden Parlamentswahlen ausgeschlossen. Geklagt hatte die linksnationalistische Partei „Rodina“, die sich selbst nationalkonservativ nennt. Soviel zur allgemeinen Verwirrung.
In ihrer Klage warf Rodina der Partei Jabloko Uhrheberrechtsverletzungen vor. So hätte Jabloko ohne Genehmigung Zeilen aus dem Antikriegslied „Es soll immer Sonnenschein geben“ und die Zeile „Wenn es doch nur keinen Krieg gäbe“ aus Alexander Wolodins Theaterstück „Fünf Abende“ verwendet, sowie Umfragedaten des Lewada-Zentrums zitiert. Es gibt in der Klage weitere Vorwürfe ähnlicher Qualität.
Bliebe zum Schluss noch zu erwähnen: Der Sohn des Komponisten des Liedes „Es soll immer Sonnenschein geben“ hatte der Partei ganz offiziell die Erlaubnis zur Nutzung gegeben.
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat Russland 43,5 Tonnen Gold verkauft. Aber es hat noch reichlich Reserven, Anfang Juli sollen sich noch 2.282 Tonnen Gold in den staatlichen Tresoren befunden haben. Trotzdem bedeutet dieser Verkauf den größten Rückgang der Goldreserven in den letzten 25 Jahre.
Der Goldverkauf dient in erster Linie der Deckung des russischen Haushaltsdefizits, der Staat muss immer höhere Ausgaben für den Krieg gegen die Ukraine finanzieren. Allerdings dürfte jenes verkaufte Gold meist im Land geblieben sein. In unsicheren Zeiten heben die Russen gerne ihre Rücklagen vom Konto ab und kaufen dafür Gold.
Die Kleinstadt Bad Ems liegt an der unteren Lahn und nur wenige Kilometer von der Stadt Koblenz entfernt. Bad Ems hatte seine Glanzzeit im 19. Jahrhundert. Es war die Kurstadt und Sommerresidenz von bedeutendem Adel und angesagten Künstlern. So führte zum Beispiel die Emser Depesche zum Französisch-Deutschen Krieg 1870/71.
Auch der russische Zar Alexander der II. verbrachte den Sommer gerne in Bad Ems. Dort unterzeichnete er am 30. Mai 1876 den „Emser Erlass“. Damit verbot er die Einfuhr und Veröffentlichung von Schriften in ukrainischer und belarussischer Sprache im Russischen Kaiserreich und stellte Zuwiderhandlungen unter Strafe. Eine kaiserliche Kommission hatte festgestellt, dass die Verwendung der ukrainischen Sprache staatsgefährdend wäre.
Dieses russische Überheblichkeitsdenken gegenüber den „Kleinrussen (Ukrainer)“ wirkt bis heute nach. Auf ihm basiert auch der propagandistische Überbau, mit dem der „Putinismus“ den russischen Angriffskrieg begründet.
Foto: Silin2005 -- Lizenz: Gemeinfrei -- Die Plakette wurde nach dem russischen Angriffskrieg 2022 von Unbekannten entfernt.
Wir hatten bereits über die Aussage der russischen Militätbloggerin Agnes Becker berichtet, die in ihrem Telegramkanal eine angeblich unabhängige Studie zitiert hatte. Danach würde die durchschnittliche Überlebensdauer eines Soldaten bei einem Angriff an den vordersten Positionen nur 20 - 35 Minuten betragen. Am letzten Mittwoch bestätigte der CIA-Direktor John Ratcliff diese Aussage:
„Unsere Erkenntnisse decken sich mit einigen Berichten aus offenen Quellen, die Sie möglicherweise im Zusammenhang mit der Ukraine gesehen haben: Die durchschnittliche Lebenserwartung eines russischen Rekruten, der derzeit auf dem Schlachtfeld in der Ukraine eintrifft, wird auf 20 bis 30 Minuten geschätzt.“
Durch den Einsatz von Drohnen mit KI-Unterstützung steigen jedoch die Verlustzahlen auch weit hinter der Front. Im folgenden Video sieht man solch eine Drohne, die zielgerichtet einen russischen Militärlaster ausschaltet. Vermutlich handelt es sich um die in Deutschland hergestellt HX-2 der Rüstungsfirma Helsing.
Die Kleinstadt Tschulym liegt etwa 130 km westlich der Hauptstadt Nowosibirsk. In der Stadt und im dazugehörigen Bezirk leben rund 20.000 Menschen - Tendenz rückläufig. Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt, etwa ein Drittel aller Erwerbstätigen arbeiten in diesem Bereich.
Ein Denkmal erinnert an die Toten aus den sowjetischen und russischen Kriegen. Im Krieg in Afghanistan sind zwei Soldaten aus dem Bezirk getötet worden, in den Tschetschenienkriegen wurden acht Männer getötet und im aktuellen Krieg gegen die Ukraine wurden bisher 113 Namen eingraviert.
Setzt man jene 113 Kriegtoten ins Verhältnis zur Bevölkerung, so würde jene Region an zweiter Stelle aller russischen Regionen in unserer entsprechenden Tabelle stehen.
Peter Frankopan ist Professor für Weltgeschichte an der Universität Oxford. In einem Essey über Wladimir Putin zitiert er den exilrussischen Telegram-Kanal „Astra“. Astra selbst zitiert in einem Beitrag eine/n Z-Blogger/in „Agna Becker“ der/die den Telegram-Kanal „Haus unter Lorbeeren“ betreibt. Agna Becker wiederum zitiert „unabhängige Studien von 'N' “ und damit kommen wir zur eigentlichen Nachricht.
Nach dieser Studie würde die durchschnittliche Überlebensdauer eines Soldaten bei einem Angriff an den vordersten Positionen nur 20 - 35 Minuten betragen. Laut der selben Studie betrage die „durchschnittliche Lebenserwartung“ eines Soldaten von der Zeit seiner Ankunft auf dem Übungsplatz bis zu seiner Abreise in den Kampfgebiet von zehn Tagen bis zu drei Wochen.
Ganz unrealistisch sind diese Aussagen nicht, wie unsere vielen Beispiele über Kurzzeitsoldaten zeigen. Wir haben Agna Becker angeschrieben und um einen Link auf die Originalveröffentlichung gebeten. Eine Antwort ist nicht zu erwarten.
„Ich freue mich auf meinen Tod“ ist der Titel einer bekannten Kantate von Johann Sebastian Bach. Die ist dem Autor spontan zum unten veröffentlichten - KI-generierten - Video eingefallen. In diesem werden 46 russische Soldaten vorgestellt, die alle aus der Großstadt Artjom oder deren näheren Umgebung in der Region Primorje stammen. Zur Erinnerung - die Region Primorje liegt im Fernen Osten Russlands. Die Soldaten im Video werfen ihre Waffen weg, lachen dabei und schreiten ins Nirwana.
Wieviel sinnvoller wäre es gewesen, wenn all diese Soldaten sich diesem verbrecherischen Krieg verweigert und gemeinsam ihre Waffen niedergelegt hätten? Sie wären zumindest lebend nach Hause gekommen. So dürfte auch diese KI-generierte Schmonzette keine Hilfe und Trost für ihre Angehörigen darstellen.
Im ersten Quartal 2026 floss beinahe jeder zweite Rubel aus dem russischen Staatshaushalt in das Militär. Das berichtet ein Mitarbeiter der deutschen Stiftung Wissenschaft und Politik in seinem aktuellen Rundschreiben. Ganz genau betragen die militärischen Ausgaben inzwischen 46% des gesamten russischen Haushalts.
Am 01.08.1914 ist Deutschland in den Ersten Weltkrieg eingetreten, am 11. November 1918 unterzeichnete eine deutsche Delegation den Waffenstillstand. Berechnet man die Zeitspanne des Krieges, so kommt man auf 1.564 Tage Krieg.
Am 24.02.2022 begann die zweite russische Invasion der Ukraine. Bis zum heutigen Tag gerechnet sind das inzwischen 1.570 Tage Krieg, der Konflikt dauert also inzwischen länger als der Erste Weltkrieg - trotz zwischen 300.000 und 500.000 russischen und vermutlich 100.000 ukrainischen Kriegstoten, all den Kriegsversehrten und unermesslicher Zerstörung der Lebensgrundlage der Menschen in der Region. Und noch immer ist kein Ende in Sicht.
Und zur Erinnerung: Die erste russischen Invasion in der Ukraine fand bereits im Jahr 2014 statt, als Russland die Krim gewaltsam annektierte und russische Geheimdiensttruppen in den Donbass einsickerten.
Das Dorf Uinskoje liegt in der russischen Region Perm mit etwa 4.000 Bewohnern. Vermutlich wurde in diesem Dorf ein Versuchsballon gestartet. In einer Information auf der VKonatkte-Seite der „Verwaltung des Stadtbezirks Uinsky“ wurde eine Anzeige der Verwaltung veröffentlicht. Danach werden Frauen in der Region Perm für den Kriegseinsatz rekrutiert. Die Behörden versprechen ein Gehalt von 210.000 Rubel pro Monat und einen Bonus von 1,5 Millionen Rubel für die Unterzeichnung eines Vertrags mit dem russischen Verteidigungsministerium. Der Vertrag soll eine Laufzeit von einem Jahr beinhalten. (Allerdings können solche Verträge laut einem Erlass des Präsidenten so lange verlängert werden, solange die Mobilisierung nicht aufgehoben ist.)
Laut dem Informationstext können nur Frauen zwischen 18 und 35 Jahren einen Vertrag als Drohnenpilotin unterzeichnen, Frauen unter 45 Jahren dürfen sich für Positionen als Fahrerin für humanitäre Hilfstransporte bewerben.
Die Informationsseite wurde inzwischen gelöscht. Allerdings ist es uns gelungen, noch einen Screenshot der betreffenden Anzeige zu sichern (Original, deutsche Übersetzung.).
Die russische Zensur verbietet die genaue Berichterstattung über die vielen ukrainischen Drohnenangriffe auf Erdölraffinerien und Militärstützpunkte im ganzen Land. Die örtlichen Medien berichten deshalb nur sehr zögerlich über die Resultate und zitieren lieber staatliche Erfolgsmeldungen, dass wieder eine Vielzahl von Drohnen abgeschossen wurden.
In den Kommentaren zu den Berichten der großen lokalen Medien ließen die Bürger ihrer Wut freien Lauf und verspotteten Behörden und Regierung. Wir haben mehrfach solche Kommentare veröffentlicht.
In den letzten Tagen gab es erneut Drohnenangriffe auf die Region Krasnodar und St. Petersburg. Wieder wurde im Raum Krasnodar eine Erdöl verarbeitende Anlage in Brand gesetzt und bei St. Petersburg wurde ein Munitionslager angegriffen. Es kam zu Explosionen, die Bevölkerung in der Nähe wurde evakuiert.
Leserkommentare zu den Berichten von Fontanka in St. Petersburg sind jetzt nicht mehr möglich, die Funktion wurde deaktiviert.
Die russische Staatsbank hat eine neue Tabelle über ihre Währungsreserven bis einschließlich 1. Mai veröffentlicht. Danach verkauft die Zentralbank seit Jahresanfang monatlich eine beträchtliche Menge an Gold - insgesamt knapp 28 Tonnen.
Russland dürfte durch den Verkauf etwa 3,7 Milliarden Euro eingenommen haben. Das russische Staatsvermögen wird aber nur zu einem geringen Teil, wenn überhaupt, bei den Bürgern ankommen. Der Staat benötigt die Einnahmen, um seinen Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren.
„Udmurtien gegen Koruption“ ist ein Telegram-Kanal, über den wir auch Meldungen über russische Kriegstote aus der russischen Teilrepublik Udmurtien beziehen. Der Gründer des Kanals, Iwan Elisejew, hatte bis zum Jahr 2021 das regionale Büro Alexej Nawalnys geleitet. Ende 2021 verließ auch Elisejew Russland, um einer Verhaftung zu entgehen.
„Udmurtien gegen Koruption“ wurde inzwischen in das russische Register der „ausländischen Agenten“ aufgenommen. Iwan Elisejew wurde aktuell vom russischen Innenministerium zur Fahndung ausgeschrieben.
Am 13. und 14. Mai startete Russland den größten Drohnenangriff auf Kiew und die gesamte Ukraine. Moskau setzte 1.567 Drohnen und 56 weitere Raketen ein. Allein in Kiew wurden 24 Menschen getötet.
Zwei Tage später griffen ukrainische Drohnen zum ersten Mal in großem Umfang die Region Moskau an. Ziele waren eine Erdölraffinerie und Betriebe mit militärischer Produktion. Mindestens drei Menschen wurden getötet.
Zum Bericht des Moskauer Internetportals MSK1 über die Schäden, gab es auch einige interessante Kommentare:
Das WZIOM ist ein staatliches Meinungsforschungsinstitut in Russland, das größte seiner Art im Land. Es veröffentlicht regelmäßig Untersuchungen über die Beliebtheitswerte des Präsidenten, der russischen Regierung und der Stimmung im Land. Im April 26 berichtete das Institut, dass die Zustimmungswerte zur Amtsführung des Präsidenten auf 65,6% gefallen wäre. Dem Ministerpräsidenten und seine Regierung bescheinigte das Institut Zustimmungswerte von 44,3%, bzw. 39,7%. Für eine deutsche Regierung wären das beruhigende Werte, im autoritären Staat Russland geht so etwas nicht.
Im Mai 2026 änderte WZIOM dann die Methodik - und siehe da, die Werte für Putin wurden besser. Zitat:
Laut den Ergebnissen einer gemeinsamen Umfrage unter Russen lag die Zustimmungsrate für die Leistung des Präsidenten im Zeitraum vom 4. Mai bis 10. Mai 2026 bei 66,8 %. Die positive Bewertung der Arbeit des Premierministers und der russischen Regierung in der vergangenen Woche betrug 42,2 % bzw. 38,9 %.
Damit kann Präsident Putin ganz gut leben und alle aktuellen politischen Probleme an seine Regierung adressieren.
Damit alles passt, hat WZIOM diesmal seine Methodik verändert. Statt einer reinen Telefonbefragung der Bürger, ist man jetzt zusätzlich von Haustüre zu Haustüre gegangen und hat die Menschen direkt angesprochen.
Frage an unsere Leser: Würden Sie in einem autoritären Staat eine ehrliche Antwort geben, wenn ein Unbekannter vor ihrer Tür steht und Sie nach Ihrer Meinung zum Präsidenten befragt? Auch wenn der Frager versichern würde, alles bliebe anonym?
Jeder deutsche Bundeskanzler wäre glücklich und froh, wenn er die Zustimmungswerte des russischen Präsidenten auch nur annähernd erreichen könnte. Die lagen seit Beginn des Angriffskrieges stabil bei über 80% in der russischen Bevölkerung.
Doch Unruhe kommt auf, das einzig verbliebene, unabhängige russische Meinungsforschungsinstitut, das Lewada-Zentrum, berichtet von ihrer letzten Umfrage vom 30.04.26:
Die Zustimmungswerte für Wladimir Putin als Präsident lagen im April 2026 bei 79 Prozent und sind in den vergangenen sechs Monaten kontinuierlich gesunken – um 8 Prozentpunkte seit September 2025. 16 Prozent der Befragten missbilligen die Amtsführung des Präsidenten (ein Anstieg um 5 Prozentpunkte seit September 2025). Dies ist das erste Mal seit Herbst 2022, dass dieser Wert unter 80 Prozent gefallen ist.