Alexander KuznetsowDurch den Krieg Russlands gegen die Ukraine kommen auch immer wieder zeitlich zurückliegende Details aus dem Jahr 2014 ans Licht der Öffentlichkeit. Nach russischer Lesert hätten in diesem Jahr Separatisten aus dem Donbass Krieg gegen die Zentralregierung der Ukraine geführt. Tatsächlich stammte aber ein großer Teil dieser "Separatisten" aus Russland. Ein weiteres Bespiel ist dieser Mann:
Alexander Kusnezow kommt aus der Region Nowosibirsk und war ab dem Jahr 2003 Berufssoldat - zunächst im Tschetschenienkrieg. "Im Jahr 2014 beteiligte sich der Mann als Teil der Bewegung „Höfliches Volk“ am Unabhängigkeitskampf der Bürger der Volksrepubliken Donezk und Lugansk", schreibt ein lokales Medium aus der Region.
Im Krieg gegen die Ukraine nahm er als Söldner der Gruppe Wagner teil, überlebte Bakhmut und nach Auflösung der Wagner-Einheiten ging er zur regulären russischen Armee. Er war 40 Jahre alt als er am 01.12.23 schließlich an der Front getötet wurde.

Abatskoje ist ein größeres Dorf mit etwa 8.000 Einwohnern in der westsibirischen Region Tjumen. Es war im Jahr 2015 als zwei Freunde reichlich betrunken mit einem Auto durch das Dorf kutschierten . Einer der beiden, der damals 20-jährige Dmitri Tatjanenko, prahlte damit, dass er bedenkenlos einen Menschen töten könne. Top - die Wette galt. Die beiden hielten auf der Straße einen 50-jährigen Dorfbewohner an und boten ihm an, ihn nach Hause zu fahren.
Stattdessen ging die Fahrt an einen abgelegenen Ort, Dmitri versuchte das Opfer zu erwürgen, was aber nicht gelang. Die helfende Hand des Freundes besorgte eine Bajonettschaufel, mit der er den Mann schließlich erschlug. Die Leiche wurde im Sumpf entsorgt, die Schaufel im Fluss.
Erst  sechs Jahre später wurde das Verbrechen aufgeklärt. Dimitri Tatjanenko wurde 2021 zu 17 Jahren in einer Hochsicherheitskolonie verurteilt, sein Komplize erhielt 14 Jahre. Die Geschichte endete wie viele andere: Im November 2022 verpflichtete sich Dimitri bei der Gruppe Wagner, am 17. Januar 23 wurde er bei Bakhmut getötet.
Aber halt - ganz ist die Geschichte noch nicht erzählt. In seinem Heimatdorf plant die Verwaltung, seinen Namen auf einen Gedenkobelisken einzugravieren - natürlich ohne die hässlichen Details. Ein Anfang ist in der lokalen Zeitung schon gemacht. Original, übersetzt.

Hätten wir in unserer Jugend nicht "Risiko" bis zum Abwinken gespielt, dann hätte sich die Region Kamtschatka nicht im Gedächtnis eingebrannt. Im fernen Osten Russlands, ganz weit weg vom Krieg gegen die Ukraine, hat man in Schulen und Waisenhäusern der Hauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski der Kriegstoten im Ukrainekrieg gedacht.
Maria Belkina, Regionalkoordinatorin des Parteiprojekts „Frauenbewegung des Vereinigten Russlands“, suchte dazu die passenden Worte:
„Unsere heilige Pflicht ist es, die Erinnerung an diejenigen zu bewahren, die ihr Leben für unser friedliches Leben, für ihr Vaterland gegeben haben. Dies sind die Helden, die die Welt vor faschistischen Invasoren gerettet haben, diejenigen, die das Vaterland, ihre Familie und Verwandten verteidigt haben und weiterhin verteidigen."

Sergej LjutasIrgendwie scheint die Punkkultur in der Provinz Russlands verspätet angekommen zu sein. Die Rede ist von Sergej Ljutas, der erst 2001 geboren wurde, aber in der russischen Stadt Apatity wie ein Punk leben wollte. Was durchaus als Herauforderung zu begreifen ist, denn Apatity ist eine Stadt in der Region Murmansk und da ist es vorwiegend kalt.
Der junge Mann hatte folglich eine nette Sammlung von Jugendstrafen. So stahlen er und seine Freunde im Oktober 2017 mehrere Dutzend Flaschen Whisky aus der Bar Barewitsch und im Juli 2018 verursachte er an einer Lukoil-Tankstelle einen Unfall mit einem gestohlenen Auto. Das alles (und noch viel mehr) brachte ihm eine längere Haftstrafe ein.
Auch Sergey ließ sich von der Gruppe Wagner im Gefängnis verpflichten und oh Wunder, der junge Mann überlebte Bakhmut, wenn auch schwer verletzt. Ende Mai humpelte er nach Hause, doch offensichtlich auch psychisch schwer traumatisiert. Den Andeutungen nach hat eine zu starke Droge sein Leben beendet.

Pavel SolomkoDie Kosakenjurte des Großherzogs aus Proletarsk (Region Rostow) meldet den Tod eines ihrer Kosakenbrüder im Ukrainekrieg mit drastischen Worten:
Heute Morgen ist unser Kosakenbruder Pawel Solomko im Kampf gegen den Ukrofaschismus einen Heldentod gestorben!
Die Kosaken der Jurte des Großherzogs sprechen der Familie und den Freunden des gefallenen Helden, seines Bruders Dmitri Solomko, ihr aufrichtiges Beileid aus! Es gibt keine Worte, um unsere Trauer und unser Mitgefühl für die Familie von Pavel Solomko auszudrücken ...
Alle vernünftigen Menschen werden über Jahrhunderte und Generationen hinweg den verfluchten drogenabhängigen Selenskyj, seine westlichen Kuratoren – die Sholtsy (Scholz), die Macrons, die Dudas, die Nachkommen des Christusmörders Netanjahu, den ausländischen Großvaters Biden verdammen!!!
Pawel Solomko hat für immer seinen Platz in den Reihen unseres unsterblichen Regiments eingenommen! Ewiges Gedenken an den Helden!!!

Talgat AbdrakipowDer freundliche Herr auf dem Sessel heißt Talgat Abdrakipow und kommt aus der Großstadt Nabereschnyje Tschelny in Tatarstan. Es geschah im September 2019, Talgat und sein Freund von der Schulzeit an - Rustem Popow - betranken sich gemeinsam. Es kam zum Streit, Rustem argumentierte mit einem Stuhl, Talgat konterte mit einem Messer. Ein Stich, danach war Ruhe, Talgat aß etwas und trank weiter. Nach einer Weile überprüfte er den Puls von Rustem, der nicht mehr vorhanden war. So ging Talgat von dannen, um die Sache zu regeln. Er kaufte Müllsäcke und besorgte eine große Einkaufs­tasche, zerstückelte die Leiche, verpackte alles sorgsam und machte sauber. Dann rief er einen anderen Freund an, der ihm bei der Entsorgung seines Mülls behiflich sein musste. Der Müll flog unter einer Brücke in den Fluss.
Irgendwann tauchten die menschlichen Überreste auf, der Täter wurde ermittelt und Talgat wurde vom Gericht zu zehn Jahren Lagerhaft verurteilt.
Die Sache endete, wie alle diese Geschichten enden. Aus der Haft von der Gruppe Wagner rekrutiert, danach ein schneller Tod. Doch immerhin hat es der Mann auf eine Gedenktafel der im Ukrainekrieg gefallenen Soldaten aus Nabereschnyje Tschelny geschafft.

Dorush ool Mergenovich MongulDein Wille ist die Ehre deines lieben Sohnes, des Sohnes deines Sohnes, des Sohnes deines Sohnes, deiner Schwiegertochter, deiner Schwiegertochter. MONGUL DORUSH-OL MERGENOVYCH, geboren am 27. Mai 1984, ist seit 2002 Lehrer der Schule Nr. 2 im Bezirk Shagaan-Aryg.
In den Jahren 2002-2004 begleitete Sergeant Ergelig die albanische Wache in den Bezirk Kansk der Region Krasnojarsk. Es ist der Ort, an dem Sie das Essen und das Essen der Kolonie genießen können, das voller Freude und Glück ist.
Vor der Operation von Tuskailattyngan, Sie werden am 25.11.2023 zwei Einwohner der Stadt Salechard sein, möchte ich mit großem Stolz Ihren Freunden, Kollegen, Klassenkameraden und Kollegen meinen Dank aussprechen. Sie haben mich mit einem Tanz überrascht.
Hören wir den Menschen in der Branche zu.
Übersetzung mit Google

Artem LawrentjewEs gibt Dinge, die kann man kaum glauben. Da überfällt die verbrecherische Regierung Russlands das Nachbarland Ukraine und entfesselt einen Krieg mit hunderttausenden toten Zivilisten und Soldaten, mit  mehr als 200.000 schwer traumatisierten Menschen, mit Zerstörung  ganzer Städte und doch nehmen es die Menschen in Russland mit mehr oder weniger Begeisterung hin.
Aber die Folter und den Mord an der Katze Kuzi (Foto), den verzeiht die russische Öffentlichkeit nicht.
In Kurzform: Der Skandal spielte im Jahr 2021 in der Stadt Sewerodwinsk, Gebiet Archangelsk. Es gab Streit zwischen Anna-Viktoria und ihrer Schwiegermutter. Anna-Viktoria und ihr Partner Artjom ließen ihren Groll an der Katze der Schwiegermutter aus, indem sie diese etwas folterten. Schwiegermutter bemerkte zunächst nichts, weil sie Kopfhörer trug.
Irgendwann war die Katze verschwunden, die Polizei ging der Sache nach, fand die Katzenleiche und stellte Folterspuren fest. Über ganz Russland gab es einen Aufschrei nach Sühne. Das Paar bekam eine Haftstrafe jeweils über mehr als drei Jahre.
Und jetzt zurück zum Krieg gegen die Ukraine: Artjom Lawrentjew (Foto), der Katzenfolterer, wurde aus der Haft zum Sturm-Z rekrutiert, im Sommer 23 getötet, im Januar 24 erst gefunden  und was von ihm noch übrig ist, wird demnächst begraben.
Die Langform findet man in der russischen Wikipedia, die wir unredigiert als Rohfassung übersetzt hier veröffentlichen.

Was einen Professor der Universität Samara in den Krieg treibt, wäre interessant zu wissen. Wir wissen nur, dass er jetzt tot ist.

Die Nachricht:
Im Alter von 48 Jahren starb bei der Erfüllung von Aufgaben während einer speziellen Militäroperation auf dem Territorium der Ukraine, der Gefreite, Aufklärungsoffizier,
Außerordentlicher Professor der Abteilung für Tierwissenschaften,
Fakultät für Biotechnologie und Veterinärmedizin, Samara
Staatliche Landwirtschaftsuniversität
Andrej Wladimirowitsch Kiritschenko
05.02.1976 - 14.11.2023

Kirichenko Andrey

Aleksey Alexandrowitsch SchaermanAleksey Alexandrowitsch Schaerman kam aus einem Dorf in der Region Tjumen und war ziemlich sicher ein wenig erfreulicher Zeitgenosse. Er hatte bereits vorher Strafen wegen Diebstahls kassiert, als er im Sommer 2011 zu 12 Jahren in einer Hochsicherheitskolonie verurteilt wurde. Aleksey hatte betrunken einen Saufkumpan mit einem Messer getötet.
Im Oktober 2022 schloss sich dann Aleksey der Gruppe Wagner an, ganz ohne Not, denn er wäre ja sowieso im nächsten Jahr entlassen worden. Aber vielleicht brauchte er das Geld.
Das Geld brauchte er dann auch nicht - am 15. April 2023 wurde er im Ukrainekrieg getötet.
Es stellte sich heraus, dass der Mann zumindest eine Sache richtig gemacht hatte. Von den fünf Millionen Sarggeld verfügte er testamentarisch,  daß eine Million an eine seiner Schwestern und der Rest an seine Lebensgefährtin gehen sollte. Er hatte mit der Frau allerdings nur wenige Monate gemeinsam verbracht.
Doch Alexey hatte noch drei zusätzliche Schwestern und einen Bruder, die gerichtlich ihren Anteil am Sarggeld einforderten. Das machte Alexeys Tod erst öffentlich. Ihre Klage wurde vom Gericht der Kleinstadt Sawodoukowsk Ende November 23 abgelehnt.

igor pakIn der Region Stawropol gab es mal drei Freunde: Igor Pak, Jewgeni Bajramukow und Bakhmud Bakhmudow. Alle zusammen hatten Großes vor, ein sehr großes Ding. Warum sie sich dazu einen Autokran ausgesucht hatten, bleibt uns leider unbekannt.  Auf jeden Fall wollten sie solch ein massiges Ding stehlen und für viel Geld weiterverkaufen.
Der Coup lief allerdings aus dem Ruder. Sie hatten einen Kranfahrer mit einem Vorwand zu einem verlassenen Ort gelockt,  dort überwältigten sie ihn ihn, zwei hielten das Opfer fest. Mit fünf Schlägen auf den Kopf des Opfers mit einem Hammer löschte der Dritte das Lebenslicht des Kranfahrers aus. Die Leiche entsorgten sie in einem Entwässerungskanal.
Bei der Überführung des Autokrans waren die Drei auch nicht die Geschicktesten. Ihre Fahrt fiel einer Polizeistreife auf, sie wurden festgenommen. Ein Gericht der Region Stawropol verurteilte sie im Jahr 2010 zu jeweils 20 Jahren Haft.
Igor Pak (Foto) wollte es letztes Jahr mit der Gruppe Wagner versuchen. Er kämpfte für die Freiheit und Unabhängigkeit der Volksrepublik Luhansk., wie es im Nachruf beschönigend heißt. Tatsächlich kämpfte er um eine vorzeitige Entlassung. Auch das ging schief, vor mehr als einem Jahr wurde er an der Front getötet.

Artem Pawlowitsch RodionowAus Obninsk in der Region Kaluga kam Artem Pawlowitsch Rodionow, ein Mann mit Schulden. Knapp hunderttausend Rubel wollten die Gerichtvollzieher von ihm.  Das sind umgerechnet etwa tausend Euro, in Russland aber deutlich mehr wert. Wenn man nicht bezahlen kann, dann helfen vielleicht einige kleine Diebstähle dachte Artem und besuchte folglich zwei Häuser in seiner Nachbarschaft.
Die Beute: einen Siemens 3in1-Mikrowellenherd, Sony LCD-Fernseher mit Fernbedienung, eine Schleifmaschine der Marke Dextr; Anglerschleifer der Marke „Interskol“; eine Handkreissäge der Marke Bosch; eine Stichsäge der Marke Devall, ein elektrischer Hefter, ein Luftgewehr, ein Satz Klempnerwerkzeuge, bestehend aus 5 Teilen (Hammer, Bügelsäge, Handsäge, zwei Schraubendreher), Herren-Outventure-Jacke, Herrenjacke (Daunenjacke) „Columbia“, alles zusammen im Wert von 63.000 Rubel. Dieser Einbruch und noch ein zweiter dazu brachten ihm im Jahr 2022 dann 3,5 Jahre Lagerhaft ein.
Damit nicht genug mit Artems Dummheiten - statt die Haft abzusitzen, ließ er sich als Söldner der Gruppe Wagner verpflichten. Er wurde am 24.05.23 bei Bakhmut getötet.

Iwan LeschewOriginaltext - 22.11.23 - Link

Olga berichtet, dass ihr 32-jähriger Sohn Iwan Leschew in der Kampfzone gestorben ist. Seine Leiche wurde in der Kampfzone zurückgelassen.
Olga, eine Bewohnerin des Autonomen Kreises Chanty-Mansi, erzählte die Geschichte ihres 32-jährigen Sohnes Iwan Leschew. Der Mann ging zu einer speziellen Militäroperation aus einer Strafanstalt heraus. Der Mann wurde einer "Sturm Z"-Einheit zugeteilt. Im September informierten Kameraden Olga, dass ihr Sohn getötet wurde.
Olga erklärte, dass sie, als ihr Sohn noch lebte, von den Regeln seines Kommandos erfuhr. Der Frau zufolge weigert die Armee sich, die toten Kämpfer, abzutransportieren. Unter Drohungen werden Kämpfer an der Front gelassen, selbst wenn der Soldat verwundet ist. So erhielt beispielsweise ein Sturmtruppler eine Schrapnellwunde, setzte aber seinen Dienst ohne die notwendige Behandlung fort." Es gibt eine unausgesprochene Regel, die besagt, dass sie nicht evakuiert werden. Als ob sie keine Menschen wären."
Olga gibt zu, dass ihr Sohn jetzt weder als tot oder vermisst geführt wird. Aus diesem Grund hat sie außer den Worten von Iwans Kameraden nichts in der Hand. Auch bei der Armee gibt es keine Beweise für das Ableben des Mannes. Olga hat keine Informationen von der Staatsanwaltschaft, der Präsidialverwaltung oder dem Roten Kreuz erhalten.

Lew Alekseewitsch JanvarewWir haben über jenen Raketenangriff auf eine Morgenbesprechung hochrangiger russischer Militärpolizisten in der Region Cherson berichtet. Jetzt wurde ein neues Opfer bekannt:
Oberleutnant der Reserve Lew Alekseewitsch Janvarew aus der Region Mari El gehörte auch zu den Todesopfern, wie verschiedene Eintragungen bei VKontakte berichten.
Lew Janvarew wurde 53 Jahre alt. Er wurde am 19. November in Joschkar-Ola beerdigt.

Die Redaktion von "Svobodnye Novosti" führte seit März 2022 eine Liste der aus der Region Saratow gefallenen Soldaten im Krieg gegen die Ukraine. Dabei stützte sie sich ausschließlich auf offizielle Berichte über die Toten von lokalen Behörden und Gemeindevorstehern, auf Denkmäler und Gedenktafeln mit den Namen der Toten, auf in Saratow und Engels angebrachte Banner über die Toten, sowie auf Informationen aus dem virtuellen Buch der Erinnerung, das im Oktober dieses Jahres in einem Saratower Museum vorgestellt wurde. Dieses Buch der Erinnerung wurde vom Staat eingerichtet.

Der Militärstaatsanwalt von Saratow sieht das anders. Für ihn sind die Kriegstoten Staatsgeheimnisse, die nur durch das russische Kriegsministerium veröffentlicht werden dürfen. Die Redaktion hat die gerichtliche Sperrung nicht abgewartet und die Liste gelöscht.

Wir haben jetzt eine Informationsquelle weniger.

Stanislaw SilchenkowMit 18 ist man auch in Russland volljährig. Man darf Verträge selbständig abschließen, heiraten, Alkohol und Tabak konsumieren und sich an zweifelhaften Ortschaften wie Stripbars oder Bordellen aufhalten. Die russische Staatsduma hatte die Gesetzgebung kürzlich erst so angepasst, dass auch 18-jährige junge Männer sich beim Militär verpflichten können. 
Stanislaw Silchenkow wurde am 20. Mai 2005 in der Region Smolensk geboren und hatte folglich 2023 die Volljährigkeit erreicht. Er schloss in diesem Jahr die Schule ab und trat in die regionale Technologieakademie Smolensk ein. Doch aus irgend einem Grund überlegte er sich anders - am 5. September schloss er einen Vertrag mit dem russischen Militär. Statt gründlich ausgebildet zu werden, wurde er alsbald in das Kampfgeschehen geworfen. Bereits am 17. November 23 wurde Stanislaw Silchenkow an vorderster Front getötet. Er ist im Moment der jüngste russische Soldat, der im Krieg gegen die Ukraine gefallen ist.

Sergej Iwanowitsch WorobjowSergej Iwanowitsch Worobjow wurde im russischen Uljanowsk am 22.12.1983 geboren. Auch soll er zwei Hochschulausbildungen gehabt haben - von der "Staatlichen Universität Uljanowsk" und der "Staatlichen Universität Donezk". Doch dann gibt es eine Lücke in seiner Biographie - offensichtlich hat Sergej bis dahin nirgendwo regulär gearbeitet.
Macht aber nichts - als Dreißigjähriger hat er sich dann aufgemacht, den Donbass zu befreien, das wurde sein Beruf. Dass dort nicht sein Heimatland liegt, störte ihn offensichtlich nicht und so kämpfte er von 2014 bis 2015 mit all den anderen "Separatisten", die fast alle aus Russland kamen.
Danach hat seine Biografie die nächste Lücke. Aber beim russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine war Sergej wieder dabei. Diesmal ging es allerdings schief - am 23.10.23 wurde er in der Region Saporischschja getötet.

Sergej Michailowitsch Wedernikow

Noch immer finden wir Wagner-Söldner mit einer beängstigenden Vita. Aus der Altai-Region kam Sergej Michailowitsch Wedernikow, ein vorher bereits mehrfach vorbestrafter Jugendlicher. Im Jahr 2006 wurde der damals 22-jährige Mann wegen eines Doppelmordes zu 22 Jahren Haft verurteilt.
Sergej hatte ein älteres Paar, eine 75-jährige  Arbeitsveteranin und ein behinderter 80-jähriger Kriegsveteran, mit einem Nagelzieher erschlagen und danach deren Hütte nach Wertvollem durchwühlt. Gestohlen hatte er schließlich - einen Staubsauger, ein Tonbandgerät, eine Geldbörse mit 1.300 Rubel, ein Hörgerät, sowie einen zeremoniellen Waffenrock mit militärischen Auszeichnungen und eine Taschenuhr "Orden des Sieges", verliehen zu Ehren des 50. Jahrestages des Sieges über den Faschismus.
Durch weiteres Töten mit der Gruppe Wagner in der Ukraine wollte Sergej  seine vorzeitige Freiheit erkaufen. Am 16.02.23 war damit Schluss.

Gulnara MaslakowaGulnara Maslakowa ist wohl die Verwaltungsleiterin des Gemeindebezirks Pallasovsky in der Region Wolgograd. Am 12. November 23 veröffentlichte sie gleich drei Todesmeldungen, von in ihrem Bezirk im Ukrainekrieg gefallenen Soldaten. Routiniert, bar jeder Emphatie für die betroffenen Familien, brachte sie diese Aufgabe hinter sich:

  • Der Abschied von Ruslan Yesenaliev, der während der SVO starb, findet am 13. November 2023 im Dorf Savinka, Stepnaya Str. 60, statt. Wir sprechen Ruslans Familie und Freunden unser aufrichtiges Beileid aus
  • Der Abschied von Mukeev Amangeldy, der im nördlichen Militärbezirk starb, findet am 13. November im Dorf Komsomolsky statt. Wir sprechen Amangeldys Familie und Freunden unser aufrichtiges Beileid aus.
  • Der Abschied von Nikolai Nightingale, der im nördlichen Militärbezirk starb, findet am 13. November 2023 um 12:00 Uhr im Dorf Zavolzhsky, Z. Kosmodemyanskaya Str., 14 statt. Wir sprechen Nikolais Familie und Freunden unser aufrichtiges Beileid aus

Pawel SchipowalowOriginaltext eines Telegram-Kanals aus Omsk
Ein Kapo*, der in einer Omsker Strafkolonie Menschen gefoltert hat, ist im Krieg in der Ukraine gefallen. Der Tod von Pawel Schipowalow wird auf der Website des 147. Gymnasiums in Omsk gemeldet, wo er zur Schule ging.
Schipowalow kam in die Strafanstalt LIU-2 in Omsk, wo er zum Kapo wurde - unter der Kontrolle des Leiters der Kolonie folterte er Menschen. Angeblich wegen guter Führung wurde Schipowalow im September 2021 von der LIU-2 in die Zwangsarbeit verlegt, und ein Jahr später wurde er erneut wegen Drogenhandels in großem Stil inhaftiert, berichtet Gulagu.net.
Darüber hinaus ist bekannt, dass Schipowalow Geld von Häftlingen erpresst und erhalten hat und ihnen bei Bezahlung verschiedene Privilegien versprochen hat.
*Im Gefängnisjargon sind Kapos Gefangene, die mit den Aufgaben des Barackenleiters, des Aufsehers und des Leiters des Arbeitsteams betraut sind.

Dmitri TschudinDmitri Tschudin (Foto bei Jogaübung) aus Bijsk in der Region Altai war schon gerichtsnotorisch bekannt, als 2019 das Regionalgericht Altai einen weiteren Fall über seine Person  verhandelte. Der hatte es in sich.
Ort des Geschehens war eine Bar, dort wurde reichlich gebechert und es kam zum Streit mit einem anderen Gast. Dmitri schlug ihn nieder. Der Geschlagene wollte sich auf keinen weiteren Konflikt einlassen, verließ die Bar und wollte mit einem Taxi wegfahren. Dmitri und Helfer vereitelten die Flucht, zerrten das Opfer aus dem Taxi und verprügelten es gründlich.
Danach wurde es obskur - niemand kam dem Opfer zu Hilfe. Im Gegenteil - die beiden Prügelknaben ließen sich samt Opfer mit dem Taxi zu Dmitri nach Hause fahren. Dort wurde der Mann gefesselt, sein Mund mit Klebeband verschlossen und danach weiter malträtiert. Als das Opfer sich zwischenzeitlich losreißen konnte, töteten die beiden den Mann mit Messer und Axt. Soweit das Verbrechen in Kurzform, die Langform wäre noch erschreckender.
Dmitri Tschudin bekam 18 Jahre Lagerhaft aufgebrummt, dann kam der Ukrainekrieg und auch Tschudin durfte für die Gruppe Wagner um seine vorzeitige Entlassung kämpfen. Das halbe Jahr Front hielt er nicht durch, am 07.04.23 wurde auch er getötet.

In den Waisenhäusern Russlands wird gezielt für den Militärdienst geworben. Den Jungs wird beigebracht, dass über das Militär sie in die Gesellschaft integriert werden können. Und zudem zahlen sie so, ihre "Schulden gegenüber dem Staat" zurück, wie es später im Nachruf am Soldatengrab heißen wird.
Kolpino ist eine Großstadt in der Nähe von St. Petersburg. Die ehemaligen Zöglinge des dortigen Waisenhauses haben eine Gruppe bei VKontakte. Dort gibt es am 08.11.23 folgenden Beitrag:

♥♥♥ Alumni CLUB♥♥♥ - 8. November um 18:32 -- Link
Liebe Vereinsmitglieder!
Wir alle wissen, dass dies schwierige Zeiten sind. Die Spezialoperation kann unterschiedlich betrachtet werden, das ist für jeden eine persönliche Angelegenheit, aber das ist die heutige Realität.
Wir wissen, dass Dmitry Evgenievich Kulikovsky jetzt da ist, viele von Ihnen kennen ihn, unsere Absolventen sind da – Juri Moschkin, Maxim Talalaev.
Sergey Stosew selbst war als Freiwilliger dort. Er hat nicht einmal in der Armee gedient, er musste sich viel Mühe geben, um einen Militärausweis zu bekommen. Er hat es geschafft. Er kämpfte. Leider hat mir Igor Aleksandrovich Golubovsky heute erzählt, dass Sergej am 21.09.23 in der Zone des nördlichen Militärbezirks gestorben ist. Sergej war Kommandeur eines Mobilfunkpostens und wurde für eine staatliche Auszeichnung nominiert. Er wurde heute beerdigt, wie es sich für einen Krieger gehört – mit Orchester und Salven. Sergei erlebte seinen 37. Geburtstag in nur einem Monat nicht mehr. Ewige Erinnerung an Sergei!

Islam Isaevich IsmailowOriginalmeldung:
Am 1. November wurde in Orechowo das SVO-Mitglied Islam Isaevich Ismailow (30.08.1977 – 27.10.2023) auf seine letzte Reise mitgenommen.
Islam meldete sich freiwillig, in das SVO-Gebiet zu gehen. Es war seine bewusste Entscheidung, für unser Vaterland einzustehen. Er nahm an den Kämpfen um die Stadt Bakhmut teil. Er führte würdig Kampfeinsätze in der Zone einer besonderen Militäroperation durch und wurde mit Medaillen ausgezeichnet. Er wurde an der Front schwer verletzt. Nach der Freilassung Bachmuts kehrte er in seine Heimat zurück. Aufgrund von Verletzungen und Krankheiten konnte sich der Islam jedoch leider nicht erholen.
Doch eigentlich war alles ganz anders. Unser Islam Isaewitsch Ismailow war wohl ein klandestiner Kiffer und in der Szene als solcher bekannt. Im September 2020  will Islam irgendwo in der Region Wolgograd eine größere Ansammlung von wildem Hanf gefunden haben. Den erntete er unverzüglich und trocknete die Beute. So hatte er am Ende etwas mehr als 600 Gramm wirkstoffhaltiges Cannabis zusammen. Damit es besser wirkt, mischte er teilweise noch etwas Haschisch darunter.
Auf der Suche nach einem Käufer geriet er an einen Informanten der Polizei. Ein Testkäufer der Polizei kaufte einen Teil, danach wurde bei einer Hausdurchsuchung die ganze Ware gefunden und beschlagnahmt.  Im Mai 2021 wurde Islam von einem Gericht der Region Wolgograd zu insgesamt 10 Jahren und vier Monaten strenger Lagerhaft verurteilt.
Den Rest der Geschichte kennen inzwischen unsere Leser. Von der Gruppe Wagner aus der Haft rekrutiert, hineingeworfen in den Kampf um Bakhmut, schließlich zuhause an seinen Verletzungen erlegen.
Meldung, Gerichtsprotokoll

Kazgulag, ein kleines Dorf aus der Region Stawropol hat Ende September ein Festival des "patriotischen Liedes" veranstaltet. Wer genug Muse hat, kann sich die zweistündige Veranstaltung aud Youtube anschauen. Bemerkenswert ist zudem der Begleittext zur Veranstaltung, den wir hier in Auszügen dokumentieren:
Das Zentrale Kultur- und Kulturzentrum Kazgulak veranstaltete ein bezirksübergreifendes Festival des patriotischen Liedes „Wir geben unser eigenen nicht auf“ zur Unterstützung der russischen Armee und des Präsidenten der Russischen Föderation W.W. Putin. Das unter der Flagge eines großen Landes konsequent und klar die Interessen Russlands vertritt...
Unsere Landsleute kamen während einer speziellen Militäroperation in der Ukraine ums Leben. Sie gaben ihr Leben, um die Zivilbevölkerung des Donbass vor dem blutigen Neonazi-Regime von Kiew zu schützen...

Erinnern wir uns an die treuen Söhne des Vaterlandes, die in Kämpfen mit Neonazis ihr Leben verloren haben. Erinnern wir uns an unsere Brüder und Schwestern, die von Kriegsverbrechern und Kollaborateuren des Kiewer Regimes getötet wurden. Erinnern wir uns mit einer Schweigeminute...
Die Festivalteilnehmer begeisterten das Publikum mit Werken über Russland und die Armee sowie mit Liedern, die die moderne Zeit im Zusammenhang mit der militärischen Sonderoperation in der Ukraine widerspiegeln. Es gibt einfach nicht genug Worte, um die Atmosphäre auf dem Festival zu beschreiben, wie vereint wir sind und voller Liebe für unser Land.
Heute sprechen wir gemeinsam... Das ist unsere Region, das ist unser Präsident, das ist unser Volk, das Russland zu neuen Grenzen, zu neuen Errungenschaften, zu neuen Siegen führt! Wir sind für den Präsidenten, wir sind für den Sieg, wir geben unsere eigenen nicht auf!

Irina Wolkowa aus der Stadt Tosno in der Nähe von St. Petersburg berichtet auf der örtlichen VK-Seite vom Tod eines Stadtbewohners, der im Ukrainekrieg gefallen ist:
Im Krieg gibt es keinen Platz für Freude und Leichtigkeit. Der Krieg erfordert von uns Hingabe, Mut und die Bereitschaft, unser eigenes Wohl zu opfern, um andere zu retten. Unser Militärpersonal ist bereit, an vorderster Front zu stehen und uns und unsere Freiheit zu schützen. Sie bringen Frieden inmitten des Chaos, Hoffnung in Zeiten der Verzweiflung und Leben in Zeiten des Todes...

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