15.12.2025 -- 168.022 // Zuwachs zum 30.11.2025: 5.109
Wer als Soldat in den Krieg zieht, muss damit rechnen, nicht lebend wieder nach Hause zu kommen. Zuhause hoffen die Angehörigen häufig auf ein Wunder, wenn Lebenszeichen von der Front ausbleiben. Nachstehend ein Beispiel für viele Fälle, denen wir so begegnen:
Anja Andreeko schreibt im Forum "Militärkrankenhaus" am 28.08.23
"Ich suche meinen Bruder! Militärangehöriger, Magomed Novruzowitsch Gasanovw, geboren am 23.02.2000 Er liegt irgendwo im Krankenhaus, mit einer Gehirnerschütterung, Gedächtnisverlust und einer Kopfverletzung. Bitte helfen Sie mir, ihn zu finden."
Ein staatliches Sozialportal aus dem Bezirk Magaramkent, teilt am 19.10.23 lapidar mit:
"Am 23.02. starb während der Ausübung des Militärdienstes während einer besonderen Militäroperation in der Ukraine ein Soldat, ein aus dem Dorf Novy aul in der Region Magaramkent der Republik Dagestan stammender Soldat, Oberleutnant Magomed Novruzovich Gasanov. Geboren im Jahr 2000, nicht verheiratet. Deine Leistung ist unsterblich, Soldat! "
Aus Sewastopol auf der Krim erreichen uns folgende Nachrufe im Originaltext:
Heute verabschiedete sich Sewastopol von zwei unserer Soldaten – dem Gefreiten Konstantin Evgenievich Vysharenko und dem Freiwilligen der Sturm-Z-Abteilung Sergei Valerievich Vidnichuk.
Konstantin Evgenievich Vysharenko wurde in Sewastopol geboren und wuchs dort auf. Er absolvierte die Schule Nr. 35, studierte dann an einer Berufsschule und erhielt mehrere Berufsausbildungen – Automechaniker, Mechaniker, Schiffsreparaturmann.
Er erhielt eine höhere juristische Ausbildung, arbeitete aber weiterhin in Arbeiterberufen. Er war ein Patriot Russlands und seiner Stadt. Im September unterzeichnete er einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium und wurde einer Angriffseinheit zugeteilt. Konstantin Evgenievich starb heldenhaft Anfang Oktober während der Offensive unserer Truppen im Bezirk Skelevaty der Region Saporoschje.
Sergei Valerievich Vidnichuk ist ein Kämpfer der Freiwilligenabteilung Storm Z. Er ist ebenfalls in Sewastopol geboren und aufgewachsen. Zuerst besuchte er die Schule Nr. 22 und machte meinen Abschluss an der Schule Nr. 49. Anschließend studierte er an der Marineschule in Sewastopol. Er arbeitete auf Baustellen in der Stadt und führte Renovierungsarbeiten durch. Sergei Valerievich stolperte in diesem Leben und landete für kurze Zeit in einer Justizvollzugsanstalt. Er beschloss, seine Schuld zu büßen und unterzeichnete im Frühjahr 2023 einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium. Gestorben in der Region Marinka der DVR.
Medet Akischew, Kasache mit Universitätsabschluss in Geschichte, berichtet auf VKontakte regelmäßig über den Tod ethnischer Kasachen, die als Bürger Russlands im Krieg gegen die Ukraine sterben. Aktuell hat er sich zur Situation seiner Landsleute in Russland folgendermaßen geäußert:
Es wurde nun genau festgestellt, dass wir zusätzlich zu den getöteten 520 ethnischen Kasachen etwa 2.000 hoffnungslos verkrüppelte und behinderte Menschen vorfinden, von denen viele noch immer bewusstlos sind, einige ohne Beine, Arme, Augen und einigen wurde sogar der halbe Kopf weggeblasen.
Im Augenblick sind viele ethnische Kasachen Russlands eher daran interessiert, die 8 Millionen Sarggeld zu erhalten, anstatt ihre Lieben zu retten.
Ethnische Kasachen denken möglicherweise darüber nach, wenn die Zahl der Todesopfer über 20.000 liegt. Dann können sie ihre Unzufriedenheit gegenüber den Behörden und Putin persönlich zum Ausdruck bringen. Jetzt ist es sinnlos, ihnen etwas zu erklären, sie glauben, dass sie Kiew einnehmen werden und Russland siegen wird.
Keine wichtige Geschichte, sondern nur eine kleine Episode aus all den kruden Geschehnissen, die wir als Chronisten immer wieder lesen müssen.
Juri Viktorowitsch Tschischko, geb. 02.09.1984, kommt aus Dalmatowo, Region Kurgan. Auch er gehörte zu den Wagner-Söldnern, die aus der Haft für den Kriegseinsatz rekrutiert worden waren und hat an der Front den Monat April 23 nicht überlebt.
Er war Soldat im Tschetschenienkrieg und scheint wohl aus der Gesellschaft gefallen zu sein. Zwischen 2020 und 2022 wurde er mehrfach zu kleineren Strafen verurteilt, bis er dann am 11.04.2022 wegen zwei weiteren Diebstählen die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekam - er bekam 2,5 Jahren Knast aufgebrummt.
Juri hatte im November 2021 zweimal das Olimpiysky-Geschäft an der Adresse Dalmatowo, Gagarina Str. 84 beklaut. Im ersten Fall hatte er eine 1,5 Liter-Flasche Bier der Marke „Starkes Glück“ für 105 Rubel aus der Vitrine gestohlen, im zweiten Fall eine Flasche „tschechisches“ Bier "Bochkarev light“ mit 1,25 Liter für 87 Rubel.
Evgeny Viktorowitsch Rozhnev, geboren 1974, war einer der Separatisten, die 2014 für die Unabhängigkeit des Donbass gekämpft hatten. Er schloss dafür einen Vertrag mit der dortigen "Volksmiliz". Evgeniy wäre ein sehr lächelnder, fröhlicher und hilfsbereiter Mensch gewesen, heißt es in seinem Nachruf. Denn Evgeny hat sich dann freiwillig der russischen Armee angeschlossen, beim Sturm auf Awdijiwka Mitte Oktober kam er nicht lebend zurück.
Jetzt trauert seine Heimatgemeinde Naumovsky um den Soldaten. Die liegt nicht im Donbass sondern in der Oblast Tomsk in Sibirien.
Ein Bauer aus der Region Saratow wollte mehr Land bewirtschaften. Dazu sollten eine Reihe von herrenlosen Immobilien als sein Eigentum eingetragen werden. Der Leiter des Bezirks und der Bürgermeister waren dabei gerne behilflich. Aber natürlich nicht für den Lohn Gottes, sondern für Rubel bar auf den Tisch des Hauses.
Der Bauer willigte zunächst in den Handel ein, allerdings überkamen ihn Zweifel und er offenbarte sich dem Inlandsgeheimdienst FSB. Bei der Übergabe von 550 Tausend Rubel wurden Landrat und Bürgermeister festgenommen. Im Jahr 2021 wurden beide Beamte wegen Bestechlichkeit zu 7,5 Jahren in einer Hochsicherheitskolonie verurteilt.
Im Juni 2023 kehrte dann der Bürgermeister Oleg Waleriewitsch Mortow (Foto rechts) nach Hause zurück. Er hatte sich der Gruppe Wagner angeschlossen, war beim Beschuss an der Front verwundet worden und jetzt ein freier Mann.
Der Landrat brauchte etwas mehr Zeit für seine Rückkehr, er wurde dafür Mitte Oktober 23 mit Orchesterklängen, Salutschüssen und der Anwesenheit von Saratows Landwirtschaftsminister empfangen. "Unser Landsmann, Teilnehmer einer speziellen Militäroperation, Alexander Wladimirowitsch Wassiltschikow (Foto links), ist bei der Erfüllung seiner Militärpflicht zum Schutz der Staatsinteressen der Russischen Föderation heldenhaft gestorben," meinte sein Nachfolger im Amt.
Wer glaubt, dass das russische Söldnerunwesen sich durch die Liquidierung der Gruppe Wagner langsam dem Ende neigt, täuscht sich gewaltig. Stattdessen treten andere Akteure an ihre Stelle, so wie die bereits hier öfters erwähnten Söldner des PMC Redut. Das Unternehmen soll dem russischen Verteidigungsministerium unterstehen, aber auch Gazprom und der russische Oligarch Oleg Deripaska sollen beteiligt sein. Wie auch immer, die Methoden zur Rekrutierung neuer Söldner gleichen denen der Gruppe Wagner:
Alexander Tschumatschenko saß aus uns unbekanntem Grund in der Justizvollzugskolonie Nr. 15 ein. Das Gefängnis befindet sich in Bataisk, einer russischen Großstadt in der Region Rostow am Don. Der Mann wurde durch PMC Redut für den Krieg gegen die Ukraine rekrutiert und landete im zweiten Zug der dritten Angriffsbrigade.
Seine Einheit kam am 19. August 2023 in der Nähe der Stadt Soledar unter Beschuss. Danach war die Verbindung zu dem Mann unterbrochen und seine Angehörigen versuchten etwas über sein Schicksal zu erfahren. Ein paar Wochen später wurde Tschumatschenko ganz ohne Öffentlichkeit begraben.
Immer wieder findet man bei VKontakte noch getötete Söldner der Gruppe Wagner. Die Meldung über Alexander Anatolyevich Khaibulin stammt vom 30. Mai 23 von seiner Halbschwester, wurde dann aber schnell von ihr gelöscht, als die Hintergründe des Heldens bekannt wurden.
Alexander Khaibulin, geboren 11.06.1989, war 2015 Dauergast beim Gericht in Archangelsk: Diebstähle, Raubüberfälle und Vergewaltigung führten schließlich zu einer Gesamtstrafe von 11 Jahren. Besonders ekelhaft war die Tatsache, dass er sein Vergewaltigungsopfer auch noch mit Syphilis angesteckt hatte.
Auch Khaibulin wurde aus der Haft heraus für die Gruppe Wagner rekrutiert und bekam als Söldner drei Orden. Getötet an unbekanntem Ort in der Ukraine.
VKontakte Eintrag
Aus Omsk wurde im letzten Herbst der 25-jährige Iwan Martynow mobilisiert. Zum Training ging es zunächst in ein Zeltlager in der Nähe. Dort kam es zum Eklat. Iwan hatte sich wohl über seinen Vorgesetzten geärgert und nachdem er genügend getrunken hatte, schritt er zur Tat.
Ivan versetzte seinem Befehlshaber, Major Perewalovw, mit den Fäusten mindestens zwanzig Schläge auf den Kopf. Das stellte zumindest das Militärgericht später fest. Auf jeden Fall wurde der Major mit einem gebrochenen Nasenbein, einem Schädel-Hirn-Trauma und einer Gehirnblutung auf die Intensivstation eingeliefert. Im Februar 23 wurde Iwan dann zu zu sechs Jahren Gefängnis in einer Hochsicherheitskolonie verurteilt.
Auch Iwan fiel auf leere Versprechungen herein – für sechs Monate Dienst an der Front gäbe es die unverzügliche Freiheit. Die Gruppe Wagner war schon aus dem Rennen, jetzt war das Verteidigungsministerium mit Sturm-Z daran, die Häftlinge zu übertölpeln.
Iwan brachte es an der Front zum Kommandeur einer Selbstmordeinheit. „Fünfzehn von uns gingen, sechs kamen zurück“, sagte er einmal seiner Frau am Telefon. Zwei Monate früher kam er dann nach Hause – im Sarg.
OM, 02.11.23
Ein Konvoi mit Soldaten aus Tschuwaschien wurde Ende Oktober durch ukrainische HIMARS-Raketen getroffen und fast vollständig zerstört. Über die Verluste will der Militärkommisar von Tschwaschien Bakhtiyor Kholikov lieber nicht sprechen, will aber jeden verklagen, der unzutreffende Gerüchte und falsche Informationen weitergäbe.
Von der Front werden 19 tote und 40 verwundete Soldaten gemeldet, entsprechende Listen kursieren im Internet.
OM, 01.11.23
Auch auf der Krim werden den Schülern Vorbilder präsentiert. Allerdings solche, die im Kampf gegen das Mutterland Ukraine getötet wurden. In der Stalnowskaja-Schule in Dschankoj hat man zweier solcher Helden gedacht, einer davon war gerade mal 22 Jahre alt.
Die Rede ist von Alexander Surenowitsch Sargatjan, der reaktionsschnell und mutig gewesen wäre. Ausgestattet mit unglaublichem Mut und selbstloser Liebe zum Vaterland hätte er die Leistung eines Kriegers, eine Leistung des Glaubens, der Pflicht und des Eids vollbracht. So zumindest erzählt es die Schule ihren Zöglingen.
Unser Alexander hatte es mit seinen 22 Jahren tatsächlich weit gebracht. Er saß seit dem Jahr 2020 eine Strafe von 6,5 Jahren in einer strengen Kolonie ab. Er war an einem Drogenhandel als kleines Licht beteiligt, sollte das Dope irgendwo in der Landschaft verstecken, dann ein Foto von dem Versteck machen und die Kooridinaten an seine Instruktoren weiterreichen. Dafür bekam er eine Prämie. Alexander flog auf, jener Drogenhändler natürlich nicht. Und auch eine vorzeitige Freiheit über die Gruppe Wagner ging schief. Alexander wurde am 06.12.2022 getötet.
Alexej Slowidow, ein Freiwilliger aus Archangelsk, wurde im Ukrainekrieg verwundet und ist im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Er gehörte zu den entschiedenen Befürwortern des Krieges. Entsprechend war auch sein Nachruf formuliert:
"Schon vor 11 Jahren hatte Alexei das Gefühl, dass mit dem Vaterland etwas nicht stimmte, und er folgte dem Ruf des nationalen Führers. Als Mann, als Vater fühlte er sich verpflichtet, für die Verteidigung des Vaterlandes einzutreten und den Fehler seiner Väter zu korrigieren, der vor 30 Jahren zum Verlust der Souveränität unseres Landes führte.
Er wollte den Staat, in dem er geboren wurde, innerhalb der heiligen Grenzen des Vaterlandes wieder herstellen, für die unser Volk im Jahr 1945, für die unsere Großväter auf den Schlachtfeldern des Großen Vaterländischen Krieges ihr Leben ließen. Er setzte den Kampf um die Souveränität bereits in der heißen Phase der Konfrontation mit dem kollektiven Westen fort. Im Jahr 2022 meldete er sich freiwillig, diente in den Reihen der russischen Armee (Streitkräfte der Russischen Föderation), kämpfte fast ein Jahr lang im postukrainischen Gebiet in Richtung Saporoschje und befreite das russische Volk von der Unterdrückung durch den Nationalsozialismus."
Alexander Plotnikow ist Leiter der Verwaltung des Stadtbezirks Chlevensky der Region Lipezk mit etwa 25.000 Einwohnern. In einem Dorf seines Zuständigkeitsgebiets musste er Abschiedsworte für einen in der Ukraine gefallenen Soldaten vortragen:
Dieser Krieger wusste, was er tat und wusste, dass Russland niemals niederknien würde. Und dieser nationalistische Abschaum, der versucht, seinen Kopf zu erheben, wird zerstört. Und es wird nicht diskutiert!
Der Telegram-Kanal "Magadan aktuell" meldet aus dem fernen Osten:
Heute sind mindestens 93 Einwohner und Einheimische von Kolyma bei der „Sonderoperation“ ums Leben gekommen – 73 Menschen dienten in den russischen Streitkräften, 20 im Wagner PMC. Der jüngste der Toten war 18 Jahre alt.
Die Zahl der in der Ukraine getöteten Magadan-Bewohner ist neunmal höher als die Verluste der Kolyma-Bewohner während der beiden Tschetschenienkriege. Zehn Menschen starben damals.
Jewgeni Roschtschin, 23 Jahre, hatte Radioelektronik an der Militäruniversität vom Tscherepowez studiert, Die Stadt liegt etwa 400 km nördlich von Moskau und ist die Hauptstadt der Oblast Wologda. Auf Grund seiner guten Noten sollte Jewgeni nach Ende seines Studiums Anfang August nach Moskau versetzt werden. Doch den jungen Mann zog es lieber in wärmere Gefilde - so landete er schließlich in Sewastopol auf der Krim.
Doch das dortige Klima konnte er nur kurz genießen. Ende August wurde der junge Leutnant an die Front kommandiert und landete im Hotspot Bakhmut. Doch auch dort blieb er nur kurz. Nach drei Tagen setzte ein Granatsplitter seinem jungen Leben ein Ende.
Die sibirische Kleinstadt Ust-Kut haben wir in einem Beitrag vom 01. Oktober vorgestellt. Unter den dort aufgeführten Wagner-Söldnern steht an 3. Stelle auch Alexander Sergeevich Ermilow. Auch dieser wurde aus der Lagerhaft rekrutiert. Er hatte noch maximal drei Jahre Haft vor sich.
Das Bezirksgerichts Irkutsk verurteilte Ermiliow nämlich am 24. Dezember 2009 zu 15 Jahren Gefängnis, abzusitzen in einer Hochsicherheitskolonie.
Ermilov beging zusammen mit zwei Komplizen einen Raubüberfall mit dem Ziel, ein Auto zu stehlen. Den Autobesitzer prügelten sie mit einem Ast zu Tode, zogen den leblosen Körper in die Büsche und verscharrten ihn im Schnee.
Auch Alexander Ermilow wurde 2023 irgendwo an der Front in den Tod geschickt.
Der Grenzschützer Ilja Eduardowitsch Samigullin hatte Anfang September einfach Pech. Er war zur falschen Zeit am völlig falschen Ort. Eigentlich kam der Beamte aus der Region Amur, das ist eine halbe Weltreise von der Region Brjansk entfernt, wo er am 03. September 23 Dienst hatte. Aus der Ukraine waren ausgerechnet dort wo Ilja Dienst hatte, russische Freischärler eingesickert. Es kam zu einem kurzen Schußwechsel, den der Grenzschützer nicht überlebte. Und wie es im russischen Märchenland dann so klingt: Jene Freischärler wollten unschuldige Zivilisten meucheln, aber der heldenhafte Kampf von Ilja hätte das verhindert.
In der russischen Welt ist es einfach, ein Held zu werden. Man muss nur im Krieg gegen die Ukraine getötet werden. Egal ob man vorher seine Frau geprügelt, mit dem Auto besoffen Fußganger überfahren hat und ob man zu langen Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Der Tod adelt den Helden. Und die Verwandtschaft freut sich am Ende über die extra hohe Abfindung (Sarggeld, meist nur Sarg genannt). Nachstehend eine Meldung von der Krim im Original:
"Am 04.09.23 verabschiedeten sie sich in Sewastopol vom Freiwilligen, Teilnehmer der speziellen Militäroperation Viktor Viktorovich Panchishin. Viktor Viktorovich wurde im Dorf Ternovka geboren und absolvierte dort die Schule. Sein Leben war nicht einfach: Er wurde von einer Mutter großgezogen.
Im Jahr 2017 wurde Viktor Wiktorowitsch vor Gericht gestellt und zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Er hatte seine Strafe praktisch abgesessen; es blieben ihm nur noch zwei Jahre. Aber Viktor Viktorovich wollte beweisen, dass er Respekt verdient, und ging, um sein Heimatland zu verteidigen.
So landete er an der Front des nördlichen Militärbezirks unter den Kämpfern der Sturm-Z-Einheit. Viktor Wiktorowitsch starb heldenhaft in einer erbitterten Schlacht im Gebiet Belogorowka in der Volksrepublik Lugansk. Ewige Erinnerung!"
Sergej Borisowitsch Schobanow, 29 Jahre, stammt aus Elektrougli, einer Kleinstadt am Rande Moskaus. Überall wo er antrat, war er einer der Besten. Im Judo, im Sambo und im Universalkampf war er Meister, sein Militärstudium an der Hochschule von Ryzan beendete er mit Auszeichnung. Und im Krieg gegen die Ukraine schlug der Oberleutnant einer Fallschirmjägereinheit dem Gegner so manches Schnippchen.
Verletzungsbedingt musste er im Winter eine Auszeit nehmen. Die nutzte er, um als Redner junge Studenten für das Militär und den Krieg zu begeistern. Unterstützt wurde er von seinem Vater, der den Zuhörern erklärte, wie er solch einen tollen Burschen großgezogen und welche Pläne und Wünsche Sergej für sein Leben hatte.
Die jungen Menschen waren nach Angaben der Berichterstatter beeindruckt von solch einem lebendigen Beispiel eines Patrioten. Der zudem damit seine Schulden gegenüber dem Mutterland zurückgezahlt habe, wie ein anwesender Bürgermeister formulierte.
Kein Thema bei den Veranstaltungen war, dass im Krieg auch die eigenen Soldaten getötet werden.
So auch Sergej - am 31.August 23 war für ihn Schluss.
Quellen: 1,2,3
Kein Jubiläum, aber eine runde Zahl: Heute haben wir den 400. Tuwiner eingetragen, der im Ukrainekrieg gefallen ist. Keine Region hat mehr Opfer zu verzeichnen - gemessen an der Bevölkerung. Es handelt sich um Syldys Valerevich Dargan, über den wir nur wissen, dass er am 01.09.23 getötet wurde. Da die Meldungen aus Tuwa alles Übliche sprengen, geben wir diese im Original (mit Google übersetzt) wieder:
"Deine Liebe ist wunderschön, deine Stimme ist voller Glück, die Wärme eines Jungen, die Liebe deiner Frau, die Liebe deiner Frau, die Liebe deines Lebens, die Liebe deines Lebens, die Liebe deines Lebens, die Liebe Ihres Lebens, der Liebe Ihres Lebens, der Liebe Ihres Lebens, der Liebe Ihres Lebens, wir hören uns die Geschichte von Dargan Syldys Valerevich Dargan an, der am 1. September 2023 im Bezirk Krasnojarsk verhaftet wurde. Hören wir einander zu, bevor wir uns hinsetzen.
Kharylzaalazhir Telefonnummer: Ak Shonchalai,
Stimme: Ulyana Dargan, 89016785383."
Die letzten Worte für einen gefallenen Soldaten sprach Priester Mark aus der Region Lipezk:
"Der heilige Philaret Drozdov schreibt: „ABER KRIEG IST EIN HEILIGER FALL FÜR JENE, DIE IHN AUS DER NOTWENDIGKEIT, ZUR VERTEIDIGUNG DER WAHRHEIT, DES GLAUBENS, DES VATERLANDES FÜHREN.“ Wer in diesem Kampf mit Waffen kämpft, vollendet die Heldentat des Glaubens und der Wahrheit, die die christlichen Märtyrer durch das Bekenntnis des Glaubens und der Wahrheit, durch Leiden und Tod für dieses Bekenntnis vollbracht haben. Und indem er Wunden akzeptiert und sein Leben in dieser Schlacht spielt, folgt er der Spur der Märtyrer zur unangemessenen Krone."
Die Schoren - das ist ein kleines indigenes Volk, das hauptsächlich in der russischen Region Kemerowo siedelt. Das kleine turksprachige Volk zählt gerade mal noch 15.000 Personen. Ihrer traditionelle Lebensweise mit Fischfang, Jagd und Holzwirtschaft können sie kaum nachgehen, da fast alles durch einen Nationalpark untersagt ist.
„Es sind nur noch sehr wenige von uns Schoren übrig. Unser Volk stirbt aus“, sagt ein Dorfbewohner. "Junge Leute ziehen in die Städte. Oder sie trinken sich zu Tode, da wir keine Immunität gegen Alkohol haben. Warum trinken sie sich zu Tode? Weil es keine Arbeit gibt."
So fallen die jungen Menschen auf die staatliche Propaganda herein und ziehen in den Krieg gegen die Ukraine. In einem 600 Seelendorf zählt man bereits drei Kriegstote, Verletzte oder Verstümmelte kommen noch dazu.
Für weitere Informationen empfehlen wir den Bericht von Radio Free Europe aus Sibirien - mit dem Google-Übersetzungsprogramm leicht lesbar.
Vitaly Borisovich Kirsanov kam aus Selenodolsk, eine beinahe 100 Tausend Einwohner große Stadt in Tatarstan. Er war dort auch mal Kommandant der Feuerwehr. Statt Feuer in der eigenen Stadt zu löschen, zündete er lieber Feuer auf fremdem Territorium an. Konkret gehörte er zu den "Separatisten" des Donbass und war seit 2014 dort mal Panzerkommandant, Kommandeur einer Mörserbesatzung und vieles andere mehr.
Beim richtigen Krieg gegen die Ukraine konnte Vitaly natürlich nicht zuhause bleiben. Im April 2022 meldete er sich freiwillig, Ende August 23 starb er nach einer Verwundung im Krankenhaus.
In seiner Heimatstadt war Vitaly auch Funktionär der Kommunistischen Partei Russlands - genauer, er war Ideologiesekretär des Regionalkomitees, was immer das auch bedeuten mag. So gehörten der Partei auch die Abschiedsworte: "Heute verabschieden wir uns von einem überzeugten Kämpfer, einem Patrioten, ein Kommunist, ein Bürger mit einem großen C. Sein gesellschaftspolitischer Weg zeigt uns, dass er ein helles, gutes Leben führte, wie ein Meteor."
OM, 23.09.23
Sohn Dmitri Andrejewitsch Samolyga aus Kemerowo
Heute ist es genau ein Jahr her, seit er gestorben ist, mein einziger Sohn. Ein Jahr voller Schmerz, Melancholie, Bitterkeit, Tränen. Ein Lebensjahr ohne Leben.
Es ist so seltsam und beängstigend zu erkennen, dass man nie wieder einen Menschen sehen wird ... Besonders die Person, die man von ganzem Herzen liebt ...
Wenn man nur flucht und Schluss mit jemand macht, hat man eine Chance ... es gibt eine Chance Ihn in der Menge zu treffen, zusammenzustoßen und alles zu verändern.
Wenn ein Mensch in die Ewigkeit geht, gibt es keine Chancen. Zurück bleiben ein Foto, ein Grab und ein Meer von Erinnerungen, Erinnerungen, die einem die Kraft zum Leben und zum Atmen geben und die einen gleichzeitig zerreißen.
Du lebst, du tust etwas, aber warum? Es gibt keine Antwort... Du versuchst, die Menschen anzulächeln und so zu tun, als würdest du wieder atmen, aber tatsächlich wandelt deine Hülle auf dieser Erde, es scheint dasselbe zu sein, aber etwas darin ist für immer kaputt und kann nicht repariert werden.. .
Du fehlst mir wirklich, mein Held
Sohn Artem Govorukhin, 20 Jahre:
Gestern ist die letzte Hoffnung gestorben. Oder besser gesagt, ihre geisterhaften Krümel. Aber gestern war Artems 21. Geburtstag. Und gestern konnte ich meine Hand nicht heben, um zu schreiben, dass Artem gestorben ist.
Er ist Anfang Juli gestorben und wird nun immer 20 Jahre alt sein. Nicht mehr und nicht weniger. Sobald wir die Gelegenheit haben, uns von ihm zu verabschieden, werden wir Sie auf jeden Fall informieren. Das ist alles für den Moment...
Obwohl nein, nicht alles. Wir sind alle verschieden. Wenn einer von Ihnen das Bedürfnis hat, Kerzen anzuzünden, Gottesdienste zu bestellen, Gebete zu verrichten, sich an Krishna, Buddha usw. zu wenden. - Es ist Ihr gutes Recht, das macht uns nichts aus.
Aber bitte informieren Sie uns nicht über all das. Wir haben unsere eigene Meinung zu verschiedenen Arten von Religionen. Und schließen wir hier die religiöse Frage ab. Jeder trifft seine eigene Wahl. Jeder hat sein eigenes Leben.
Und wir lernen, in neuen Realitäten zu leben ...

„Vergesst mich nicht, ich bin immer noch derselbe MAESTRO, der sich selbst angesichts des Todes nicht unterkriegen lässt, ich werde lächeln und den Tod zum Teufel schicken, bis der Herr beschließt, mich zu sich zu holen, ich werde leben, ich habe nicht vor, zu sterben!!“, schrieb Artur voller Angst, als er die Realitäten des Krieges erleben musste. Kurz danach im Dezember 2024 wurde Artur Wladimirowitsch Rout, geboren am 16. Juli 1995 in Tomsk, zum Angriff in ein Waldgebiet geschickt und kam nicht zurück. Seine Mutter meldete seinen Tod am 17.04.2025. Diese Mutter dürfte auch der Grund sein, für Arturs Soldatentum. Ein Jahr zuvor schwenkte sie die Fahne der Söldnergruppe Wagner.
Die große Zahl an russischen Kriegstoten lässt uns kaum noch Zeit zu aktuellen Berichten. Wir können etwa 300 Kriegstote pro Tag bearbeiten, da darf aber nichts dazwischen kommen - wie zum Beispiel persönliche Angelegenheiten. Tatsächlich haben wir im Moment durchschnittlich etwa 400 Fälle in unseren Listen.
Heute haben wir den 20. November bearbeitet, es wird also mindestens noch 11 Tage dauern, bis wir den November abgeschlossen haben.
Die hohe Zahl an Kriegstoten resultiert nicht aus dem aktuellen Kampfgeschehen. Durch das Erbschaftsregister können viele Suchanfragen auf VKontakte und Telegramkanälen geschlossen werden - Soldat tot.
Das alles hindert uns nicht, in den nächsten Tagen einen Zwischenstand zum 15. Dezember zu veröffentlichen.
Wir haben heute alle russischen Regionen mit den Daten des Oktobers aktualisiert. Es wurden drei neue Listen angelegt:
Wir werden für eine kurze Zeit nicht erreichbar sein - einfach später wieder kommen.
Unter den Positionen 1021 und 1022 der Region Krasnojarsk haben wir die im Beitrag „Die Särge sind natürlich geschlossen“ genannten Alexej und Michail Leschok bereits gelistet. Der Originalbeitrag über Alexej ist nicht mehr verfügbar, deshalb haben wir auf eine Zweitveröffentlichung verlinkt. Der Status von Michail Leschok auf VKontakte ist allerdings weiterhin online, dort findet man noch weitere Fotos. Den dritten Bruder Wladimir haben wir bisher noch nicht in unserer Datenbank.
Am 8. November 1939 explodierte um 21:20 h im Bürgerbräukeller in München eine Bombe. Sie galt Adolf Hitler, der zwei Monate zuvor den Angriffskrieg gegen Polen gestartet hatte. Allerdings hatte der „Führer" wegen schlechten Wetters seine Zeitplanung umgestellt und war bereits auf der Rückreise. Wäre das Attentat erfolgreich gewesen, wäre der Welt - vielleicht - jener zweite Weltkrieg erspart geblieben und jene begonnen Kampfhandlungen wären eingestellt worden.
Der schwäbische Tischler Georg Elsner hatte jenes Attentat akribisch geplant, er wurde kurz vor Kriegsende im KZ Dachau ermordet.
Jenes Attentat hat auch im deutschen Grundgesetz Eingang gefunden. In Artikel 20 Absatz 4 der Verfassung heißt es: „Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“
Auch in Russland bedarf es dringend solch mutiger Menschen, die jenem blutigen & verbrecherischen Gemetzel in der Ukraine ein Ende setzen.
Günter W. Berger, 08.11.25
Die hohen Verlustzahlen der russischen Armee stellen uns aktuell vor unlösbare Probleme. Wir können pro Tag etwa 300 Meldungen verarbeiten bei sechs Arbeitstagen in der Woche. Folglich kommen wir im Moment jeden Tag mit etwa 100 bis 150 Meldungen in den Rückstand.
Aktuell haben wir etwa 7.000 Kriegstote aus dem Oktober bearbeitet - also die regionale Herkunft, das Alter und weitere Informationen in unsere Datenbank eingetragen. Es wird also noch mindestens 12 Tage dauern, bis wir den Monat Oktober 2025 komplett abschließen können.
An den von uns bereits veröffentlichten Zahlen wird sich allerdings nur marginal etwas ändern.
Alle russischen Regionen wurden jetzt mit den Daten des Monats September 2025 aktualisiert.
Folgende neue Listen wurden angelegt:
Die Monatszusammenfassung 09/25 werden wir bis zum 14.10.25 auch fertig bekommen.
Uff....
Aus aktuellem Anlass wollen wir darauf hinweisen, dass wir in unserer Statistik der russischen Kriegstoten in der Regel keine ausländischen Söldner erfassen, die auf der Seite von Russland kämpften. Wir wissen, dass nordkoreanische Einheiten in der Region Kursk am Krieg teilgenommen haben, dass Russland in Nepal, Indien, China, in afrikanischen Staaten und in Kuba aktiv Söldner angeworben hat und viele dieser Männer im Einsatz auch getötet wurden. Und auf Baustellen und in Wirtschaftsbetrieben gibt es Razzien auf Arbeiter ohne russischen Aufenthaltstitel. Da es aber keine öffentlichen Meldungen der russischen Armee über die eigenen Verluste gibt, erfahren wir nichts über diese Kriegsopfer.
Ausnahmen sind dann gegeben, wenn die Ukraine den Tod von Söldnern öffentlich macht oder wenn die ausländischen Soldaten in Russland gelebt und verwurzelt waren. Dann gibt es Meldungen in den lokalen Medien und auch eine Beisetzung auf russischem Boden.
Ein Ableger der staatlichen Initiative „Ich will (jemanden) finden" mit Namen „Ich will leben“ hat heute eine Liste mit gefallenen Söldnern aus Tadschikistan veröffentlicht, die 446 Namen enthält. Die Initiative schreibt dazu:
„Russische Nationalisten haben gemeinsam mit der Polizei eine Jagd auf (Arbeits-)Migranten organisiert: Gefangene werden gezwungen, Verträge zu unterzeichnen, um im Krieg zu kämpfen. Ihnen drohen Abschiebung oder Gefängnis. Duschanbe ignoriert all das weiterhin.“
Stand 30.09.2025 wurden im September 8.626 Kriegstote neu in unsere Datenbank aufgenommen - so viele wie noch nie. Die hohe Zahl an getöteten russischen Soldaten überfordert uns im Moment. Für all diese Namen müssen ja noch die persönlichen Daten festgestellt werden - also Herkunft, Alter, usw. Im Moment haben wir etwa 6.000 davon bearbeitet, wir werden also noch mindestens 12 Tage für unsere übliche Monatszusammenstellung benötigen. Eine vorläufige Zusammenstellung veröffentlichen wir in den kommenden Tagen.
Die monatlich im Jahr 2025 erfassten Toten:
| Januar | 5.360 |
| Februar | 5.578 |
| März | 5.018 |
| April | 3.894 |
| Mai | 3.245 |
| Juni | 4.592 |
| Juli | 7.084 |
| August | 7.224 |
| September | 8.626 |
| Summe 2025 | 50.621 |
| Durchschnitt Monat | 5.625 |
An der Front in der Ukraine wären die Kampfhandlungen leicht zurück gegangen oder zumindest nicht eskaliert, lesen wir aus den Mitteilungen der beiden Kriegsparteien heraus. Doch mit unserer Statistik der Kriegstoten können wir das nicht bestätigen. Natürlich wissen wir, dass die Informationen sehr zeitversetzt bei uns ankommen, aber die Zahlen gehen ständig weiter nach oben. Und im September 2025 gibt es keine außergewöhnlichen Sonderinformationen, wie die vorgestellten Listen der staatlich ukrainischen Initiative "Ich will finden" in den Monaten zuvor.
Doch wenn wir die von uns bisher erfassten Zahlen auf den ganzen Monat hochrechnen, dürften im September mehr als 8.000 neue Kriegstote dazu kommen. Der höchste Wert seit Beginn des Krieges.
24.09.25
In der ersten Hälfte des Septembers 2025 haben wir 4.022 getötete russische Soldaten neu erfasst. In einem halben Monat sind mehr Gefallene zusammengekommen als im Monat April 25 oder Mai 25. Wie üblich sind auch ein paar Auswertungen von Videos und Denkmälern dabei mit Gefallenen der vorherigen Jahre, aber der Anteil ist nicht sehr hoch.
Daraus ergeben sich die folgenden Zahlen nach unseren bewährten Schätzungen:
| Kriegstote 15.09.25 | 137.845 |
| Geschätzt (nur 60% erfasst) |
230.000 |
| Versehrte Soldaten | 804.000 |
| Kriegsopfer gesamt | 1.034.000 |
Die monatlich im Jahr 2025 erfassten Toten:
| Januar | 5.360 |
| Februar | 5.578 |
| März | 5.018 |
| April | 3.894 |
| Mai | 3.245 |
| Juni | 4.592 |
| Juli | 7.084 |
| August | 7.224 |
| bis 15. September | 4.022 |
Alle im Monat August 2025 gefundenen russischen Kriegstoten sind jetzt in den entsprechenden Tabellen der Regionen eingepflegt.
Auf Grund der hohen Verlustzahlen sind einige Tabellen neu dazu gekommen:
Die ausführliche Zusammenfassung des Monats August wollen wir bis zum 11.09.25 vorlegen.
Vor mehr als 20 Jahren hatte ich einen Versuch gestartet, englische Texte mit einem Übersetzungsprogramm in die deutsche Sprache übersetzen zu lassen. Ich habe den Versuch schnell abgebrochen, weil das Ergebnis völlig unbrauchbar war. Also habe ich weiter einen professioneller Übersetzer an die Texte gesetzt.
Dank KI-gesteuerter Übersetzungsprogramme sind die Ergebnisse im heutigen Arbeitsalltag inzwischen mehr als brauchbar, ohne diese Hilfe wäre unsere Webseite nicht finanzierbar.
Seit Beginn des russischen Angriffskrieges haben sich zudem die Übersetzungen stetig verbessert. Bei normalen Texten gibt es kaum noch einen qualitativen Unterschied zwischen den beiden von uns benutzten Programmen "DeepL" und "Google Translate". In beiden Fällen nervt allerdings, dass beide Sprachmodelle ihre Basis in der englischen Sprache haben. Begriffe wie Firmennamen, Namen von Institutionen usw. werden immer in der englischen Übersetzung ausgegeben.
Der Vorteil des von Google herausgegeben Browsers Chrome ist, dass man Webseiten sehr einfach in die gewünschte Sprache übersetzen kann. Das funktioniert für uns allerdings häufig nicht - lässt man sich eine russische Telegram-Seite mit Chrome anzeigen, bekommt man in der Regel keine brauchbare Übersetzung, Das Programm fabuliert etwas wild zusammen, weil es annimmt, die Texte wären in englischer Sprache geschrieben. Die selbe Reaktion hat man auch häufig beim russischen sozialen Netzwerk VKontakte und fast immer bei Odnoklasniki. Man fragt sich, warum ein Ki-Programm die russische Sprache in diesen Fällen nicht erkennt, besonders weil alle Texte zudem auch in kyrillischer Schrift geschrieben sind.
Die Übersetzungen der russischen Namen sind allerdings für uns das größte Problem. Mit Google Translate bekommt man in der Regel nur eine englischsprachige Übersetzung, die man in Deutsch oft nur schwer aussprechen kann. Besser ist da DeepL, das Programm hat sich zudem in den letzten Jahren in dieser Disziplin stetig verbessert. Doch seit drei Monaten bringt es uns zu Verzweiflung. Unsere Namenslisten werden zerhackt, Namen doppelt übersetzt, Leerzeichen missachtet, Zeilenschaltungen vervielfacht und html-Code wird im Klartext gleich mitgeliefert. Aus den Listen macht das Programm ein wildes Durcheinander. Obwohl die reinen Namensübersetzungen besser wurden, können wir mit dem Ergebnis zunächst nichts anfangen. Das nennt man dann Fortschritt.
OM, 08.09.25
Im August hatten wir Urlaubszeit und zusätzlich für 14 Tage einen Totalausfall unserer Internetverbindung. Der vierte Techniker hat es dann geschafft, uns wieder eine stabile Verbindung herzustellen. In der Zwischenzeit mussten wir uns mit mobilem Internet behelfen.
Dazu sind die erfassten Kriegstoten noch einmal angestiegen. Einer der Gründe dafür ist die Liste der russischen Einheit "Schwarze Husaren", deren Auswertung glücklicherweise von anderer Stelle vorgenommen wurde.
| Monat | ermittelt |
| Januar 25 | 5.360 |
| Februar 25 | 5.578 |
| März 25 | 5.018 |
| April 25 | 3.894 |
| Mai 25 | 3.245 |
| Juni 25 | 4.592 |
| Juli 25 | 7.084 |
| August 25 | 7.224 |
Es wird jetzt noch ein paar Tage dauern bis wir die endgültige Auswertung vorlegen können.
Auf Grund der Ferienzeit und der Tatsache, dass wir im August wahrscheinlich einen neuen fragwürdigen Rekord mit den erfassten Kriegstoten aufstellen werden, wird es mindestens noch 10 Tage dauern, bis wir die übliche Zusammenfassung vorlegen können. Wir haben im Moment etwa 5.000 Gefallene in unserer Datenbank und so wie es aussieht werden wir über 7.000 getötete Soldaten erfassen.
Dann müssen wir die Namen noch übersetzen, damit sie für unsere westlichen Besucher überhaupt lesbar sind und schließlich in unsere Tabellen einpflegen...
01.09.25
Alle im Monat Juli 2025 gefundenen russischen Kriegstoten sind jetzt in den entsprechenden Tabellen der Regionen eingepflegt.
Auf Grund der hohen Verlustzahlen sind viele Tabellen neu dazu gekommen:
Die ausführliche Zusammenfassung des Monats Juli wollen wir bis zum 11.08.25 vorlegen.
Beim Blick auf den Kopf unserer Webseite könnt ihr sehen, dass wir im Monat Juli 6.973 russische Kriegstote erfasst haben. Das ist ein neuer Monatsrekord, der hauptsächlich durch die Auswertung von Videos, Denkmälern und Listen zusammen gekommen ist. Aber auch die aktuellen Todeszahlen sind wieder hoch.
| Monat | ermittelt |
| Januar 25 | 5.360 |
| Februar 25 | 5.578 |
| März 25 | 5.018 |
| April 25 | 3.894 |
| Mai 25 | 3.245 |
| Juni 25 | 4.592 |
| Juli 25 | 7.084 |
Auf Grund der Ferienzeit und der großen Anzahl an Kriegstoten wird die endgültige Auswertung noch etwa sieben bis zehn Tage dauern. Wir werden deshalb unsere vorläufige Abschätzung vorziehen und noch am 1. Augst 25 veröffentlichen.
Korrektur: Wir hatten eine Gruppe von 107 Namen gestern unterschlagen. Wir haben die Zahlen entsprechend korrigiert.
Quer durch ganz Russland von kleinen Gemeinden aufwärts zu Großstädten gab es in den letzten Wochen überall Gedenkveranstaltungen zu den Toten im Krieg gegen die Ukraine. Die Veranstaltungen werden in Videos und Fotoserien festgehalten. Es werden Denkmäler mit Tafeln eingeweiht, auf denen die Namen der Gefallenen eingraviert wurden. Bemerkenswert ist, dass die Veranstaltungen meist nur von Angehörigen, der lokalen Prominenz und den Militärvereinigungen besucht werden. Dazu kommen noch abkommandierte Jugendliche der Jugendarmee. Aber es sind niemals Veranstaltungen mit sehr vielen Teilnehmern.
Über die im Internet dokumentierten Videos und Fotos können wir viele neue Namen in unsere Listen aufnehmen - meist keine aktuellen Fälle, sondern Soldaten, deren Tod oft längere Zeit zurück liegt. Im aktuellen Monat Juli werden wahrscheinlich 6.000 neue Gefallene und mehr dazu kommen, ein neuer Monatsrekord, von dem man aber nicht auf die aktuelle Kriegssituation schließen sollte.
Durch den damit verbunden hohen Arbeitsaufwand werden wir mit neuen Beiträgen im Moment kürzer treten müssen.
Die Anzahl der russischen Kriegstoten nimmt nicht ab. Wir verarbeiten zur Zeit Listen aus Tatarstan, Baschkortostan, Kemerowo und Krasnojarsk mit Soldaten, deren Tod ein - bis zwei Jahre zurückliegt. Die Personen, um die es hier geht, treten als menschliche Wesen zurück, alles was wir notieren sind Name, Region, Geburts- und Todesdatum, dazu noch ihren militärischen Status falls verfügbar. Das andere verschwimmt in der schieren Menge der getöteten Soldaten.
Um wenigstens hin und wieder eine Person herauszugreifen, gibt es eine neue Rubrik links auf unserer Seite - KriegsGalerie. Hier wollen wir in Zukunft Fotos einzelner Personen oder Gegebenheiten kurz vorstellen, die uns im Wust all der Toten aufgefallen sind.
Alle im Monat Juni gefundenen russischen Kriegstoten sind jetzt in den entsprechenden Tabellen der Regionen eingepflegt. Auf Grund der weiter hohen Verlustzahlen sind wieder einige Tabellen neu dazu gekommen:

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Doppelt
Wladimir: 25. Artem Kozhenkov // Nischni Nowgorod: 35 Artem Kozhenkov
Wolgograd: 01 Juri Agarkov // Pskow: 41 Juri Agarkow
Kutelev Stanislav, dreifach, Kostroma, Rjasan und Orenburg. Nur Orenburg
Nikolai Symov, Rjasan & Tschuwaschien - nur Tschuwaschien
Mamontov Mikhail - Krasnodar Teil 1 & Teil 2
Ivan Alekseevich Chulkov, Kostroma, Pos. 51/56
Elimov Alexey Michailowitsch , Kostroma & Tschuwaschien
Falsch einsortiert
Ruslan Khamitov, Tscheljabinsk, kein Söldner der Gruppe Wagner
Die vom Kriegsfront zurückgekehrten russischen „Helden der speziellen Militäroperation“ haben mehr als tausend Bürger Russlands getötet oder verletzt.
In den fast vier Jahren des Krieges gegen die Ukraine haben die vom Kriegsfront zurückgekehrten Veteranen der „SVO“ mehr als 1000 Menschen getötet und verletzt, wie die Publikation „Вёрстка (Layout)“ zusammenstellte. Ihre Opfer sind meist Angehörige und Bekannte, die Verbrechen werden häufig während Sauftouren begangen.
So zum Beispiel hat der 43-jährige Einwohner der Stadt Wladimir, Alexej Demeschenko, nach seiner Rückkehr aus der Ukraine einen Mitsäufer in der „Snack-Bar“ mit einem Messer erstochen, weil dieser sich gegen den Krieg aussprach. Der Täter bekam neun Jahre aufgebrummt. Das Gericht sah allerdings einen mildernden Umstand für den Täter, da das Opfer sich gegen den Krieg aussprach.
Oder zum Beispiel hat der 33-jährige Andrej Kurbasow, gebürtig aus der Stadt Wladimir, eine 17-jährige Frau vergewaltigt und getötet. Der mobilisierte Soldat Pawel Sawtschenkow erstach einen Mittrinker in der Grill-Bar „Mirage“ und der Soldat aus der Wladimir-Region, Valery Schumilow, erstach einen Saufkumpan in der Küche wegen eines Streits über den Krieg.
Ein Oberst, der Folter und Diebstahl in der Strafanstalt IK Nr. 15 untersuchte, wurde im Krieg getötet. Seine Angehörigen erfuhren von seiner Todesnachricht von der Bank.
Der FSIN-Oberst Alexander Wladimirowitsch Tscheprasow führte eine interne Untersuchung in der Kolonie Nr. 15 in Angarsk durch (Oblast Irkutsk), nachdem dort ein Gefangenenaufstand und ein Feuer stattgefunden hatten. Später wurde von Folter berichtet. Tscheprasow stieß auf ein großes Netzwerk von Sicherheitskräften und Geschäftsleuten, die Holz stahlen und ins Ausland schickten.
Er konnte die Sache nicht zu Ende untersuchen: Tscheprasow wurde selbst der Bestechung beschuldigt und zu 12 Jahren Strafkolonie verurteilt. Dort unterzeichnete er einen Vertrag, ging an die Front und verschwand spurlos.
Was mit ihm passiert ist, können seine Frau und Mutter nicht erfahren. Weder im Wehramt noch in der Militäreinheit selbst antwortet man ihnen. Es gibt auch keine offizielle Todesanzeige.
Aus dem Telegram-Kanal „Menschen vom Baikal“. Den gesamten Beitrag in russischer Sprache gibt es hier.
Der Telegram-Kanal „Udmurtien gegen Korruption“ hat einen Film vom Soldatenfriedhof der Stadt veröffentlicht. Abonnenten des Kanals haben auch Fotos der Soldatengräber eingereicht, allerdings nur von eineinhalb Reihen. „Das ist schwer anzusehen“, erklärten sie.
Wir konnten auf Grund dieser Fotos 21 Namen neu in unsere Datenbank aufnehmen.
Anmerkung: Es empfiehlt sich den Film in größerer Auflösung anzuschauen, dazu nur auf die Überschrift des Beitrags klicken.
Seit dem Jahr 2022 wurden in Usbekistan 338 Strafverfahren gegen eigene Bürger eingeleitet wegen Beteiligung an bewaffneten Konflikten im Ausland. Fast alle dürften auf Seiten Russlands im Krieg gegen die Ukraine gekämpft haben.
Laut usbekischer Darstellung wurde die überwiegende Mehrheit der Beteiligten durch Täuschung in den militärischen Konflikt hineingezogen oder nach Kontakt mit kriminellen Organisationen in Kampfgebiete geschickt. In seltenen Fällen erfolgte die Teilnahme aus finanziellen Gründen.
Eine unserer Informationsquellen aus Baschkortostan ist seit Beginn des Krieges der Telegram-Kanal „Aspekte Baschkortostan“. Er lieferte Einblicke in die bevölkerungsreichste russische Teilrepublik und veröffentlichte auch Namen der im Krieg gegen die Ukraine gefallenen Soldaten. Um nicht unter Zensurmaßnamen zu fallen, beschränkte sich der Kanal ausschließlich auf die Berichterstattung aus der Region und verzichtete auf Kommentierungen und Wertungen.
Das hat alles nichts geholfen. Am 21. November 25 wurde auch Aspekte als „ausländischer Agent“ eingestuft. Das russische Justizministerium schreibt in seiner Erklärung:
„Die Publikation verbreitete Falschinformationen über Entscheidungen und Maßnahmen russischer Regierungsstellen und lehnte die Militäroperation in der Ukraine ab. Sie war an der Erstellung und Verbreitung von Botschaften und Materialien ausländischer Agenten an die Öffentlichkeit beteiligt.“
Die Publikation „Aspekte – Baschkortostan“ wurde vom Team von Echo Moskwy in Ufa kurz nach der Schließung ihres Radiosenders im Frühjahr 2022 ins Leben gerufen. Die erste Sendung wurde am Morgen des 1. April 2022 auf dem YouTube-Kanal des Projekts ausgestrahlt. Seitdem konzentriert sich „Aspekte“ auf regionale Nachrichten.
Jetzt prangt über jedem Beitrag von Aspekte der großgeschriebene Satz: „18+ DAS VORLIEGENDE MATERIAL (INFORMATIONEN) WURDE VON EINEM AUSLÄNDISCHEN AGENTEN DER INTERNETPUBLIKATION „ASPEKTE VON BASCHKORTOSTAN” VERÖFFENTLICHT ODER BEZIEHT SICH AUF DIE TÄTIGKEIT EINES AUSLÄNDISCHEN AGENTEN DER INTERNETPUBLIKATION „ASPEKTE VON BASCHKORTOSTAN”.
Zwei Journalisten des Projekts, Ruslan Walijew und Jewgeni Konoplin, haben Russland inzwischen verlassen und leben in Deutschland.
Wladimir Wachidowitsch Otschkassow, geboren am 17.10.1998, lebte in der Stadt Kursk und war ein junger Idiot. Ohne große Suche wurden wir in zwei Strafverfahren fündig. Am 21.09.21 wurde er wegen öffentlichen Randalierens unter Alkohol zu einer Ordnungsstrafe verurteilt. Und am 10.01.23 bekam er eine Haftstrafe in einer Anstalt des strengen Regimes wegen Diebstahls eines Smartphones. Die Dauer wurde allerdings nicht veröffentlicht. Auch Wladimir wollte lieber sein Leben riskieren, als im Knast zu sitzen. Am 24.01.2025 suchte sein Bruder öffentlich nach ihm. Da war er schon tot, gefallen am 29.12.2024.
Im KI-generierten Video durfte er sich dann ordentlich von seiner Familie verabschieden.
Angesichts der hohen Verlustzahlen des russischen Militärs müssen alle Regionen zusammen ständig neue Zeitsoldaten anwerben. Wir hatten vor vor knapp einem Jahr geschrieben, dass Russland jeden Monat etwa 30.000 neue Soldaten für den Krieg in der Ukraine rekrutiert. Daran hat sich nichts geändert. Janis Kluge von der Stiftung Wissenschaft und Politik hat aktuell die Daten aus dem russischen Haushalt zur Personalbeschaffung ausgewertet. Danach akquiriert das Land auch im Jahr 2025 durchschnittlich etwa 30.000 Zeitsoldaten, um die Reihen der Armee wieder aufzufüllen (Diagramm).
Auch die russischen Militärausgaben sind weiter angestiegen. Janis Kluge schreibt: „Im 3. Quartal stiegen sie im Vergleich zum 2. Quartal um über 3,6 Billionen Rubel. Im Jahr 2024 betrugen die Militärausgaben im 3. Quartal nur 2,6 Billionen Rubel, was bedeutet, dass die Ausgaben – nominal – in diesem Jahr 38 % höher waren als im Vorjahr.“
Den gesamten Beitrag in englischer Sprache gibt es hier.
Ende April 2023 fand eine Gerichtsverhandlung im Dorf Debjesi in Urtmurtien statt. Angeklagt war Sergej Wladimirowitsch Golubkow, der bereits mehrfach wegen kleinerer Diebstähle zu Gefängnisstrafen verurteilt worden war. Diesmahl ging es wieder um einen Diebstahl. Sergej war in den Keller eines Mehrfamilienhauses eingedrungen, hatte das Türschloss aus der Halterung gerissen und einen Sack Saatkartoffeln geklaut - mit einem Gewicht von 38,55 kg und im Wert von etwa zehn €. Danach ging er mit einem Kumpel nach Hause, stellte den Kartoffelsack neben seinen Wohnzimmersessel und ging ins Bett. Essen konnte er die Kartoffeln nicht, denn am nächsten Tag beschlagnahmte die Polizei die Sore.
Sergej bekam am Ende der Verhandlung glatte zwei Jahre Haft verordnet, abzusitzen in einer Strafkolonie mit strengem Regime. Auch Sergej tauschte die Kolonie gegen den Kriegsdienst ein. In der Kreiszeitung „Neuer Weg“ vom 15.08.2025 wurde sein Tod gemeldet.
In der Oblast Uljanowsk wird für die Dauer des Krieges gegen die Ukraine das mobile Internet stark eingeschränkt. Dies beträfe in erster Linie Gebiete mit sensiblen Wirtschafts-, Regierungs- und Militäreinrichtungen. Dazu gibt es eine weiße Liste mit Webseiten und Funktionen, die nicht gesperrt würden, wie zum Beispiel der Regierungsdienstleister Gosuslugi, die russische Technologieplattform Yandex, die sozialen Netzwerke Vkontakte und Odnoklassniki, die Online-Marktplätze Ozon und Wildberries sowie das Zahlungssystem Mir. Doch es häufen sich Klagen, dass auch diese Dienste häufig nicht aufzurufen wären. Der Staat empfiehlt besser über lokale WLAN-Zugänge das Internet zu nutzen, da diese nicht eingeschränkt wären.
Inzwischen wird in vielen russischen Regionen das mobile Internet regelmäßig temporär abgeschaltet, wenn ukrainische Drohnen über Russlands Himmel auftauchen. Es wird befürchtet, dass die Drohnen auch über das russische mobile Internet Daten senden und empfangen könnten.
Das Dorf Werchnewiljuisk mit rund 6.500 Einwohnern liegt in der russischen Teilrepublik Sacha (Jakutien). Im Dorf gibt es ein Waisenhaus, einige jugendliche Bewohner hatten die Rockband „Chatan"gegründet. Die Brüder Wladimir und Wassili Klimowski, Andrej Kirillin, Aichal Fedotow und Konstantin Oppojew waren so gut, dass sie im Jahr 2017 das Waisenhaus bei einem bundesweiten Fernsehwettbewerb "Du bist super!" vertreten durften.
Die Karriere von Aichal Fedotow (Foto) hat acht Jahre später der Krieg gegen die Ukraine beendet. Der jakutische Telegram-Kanal "Die Toten aus Sacha" meldete seinen Tod.
Russische Soldaten rennen einen Feldweg entlang. Auf einer Strecke von etwa 200 Meter liegen links und rechts verteilt die Körper von getöteten Kameraden. Manche Soldaten versuchten im Gebüsch Schutz vor den Drohnen zu finden - meist erfolglos. Wir haben auf der kurzen Strecke etwa 25 Leichen gezählt.
Das ist das Produkt der aktuellen Taktik der russischen Armee mit kleinen Gruppen oder einzelnen Soldaten vorzurücken, um die ukrainische Verteidigung zu infiltrieren.
Man hofft, dass sich Soldaten hinter den ukrainischen Linien sammeln und den Nachschub für die ukrainischen Stellungen unterbrechen können. Hohe Verluste werden dabei billigend in Kauf genommen. Die getöteten Soldaten sind schwer zu bergen, zudem agieren die Kommandanten gerne mit dem Begriff vermisst, um die wahren Verluste zu verschleiern.
Das Video dokumentiert wieder einmal die grausame Realität dieses russischen Angriffskrieges. Das menschliche Leben gilt nichts. Für Kinder und Jugendliche ist das Video ungeeignet - Link.
Das Lewada-Zentrum in Moskau hat am 21.10.25 eine neue Umfrage veröffentlicht. Es ging um die materielle und finanzielle Unterstützung der Soldaten an der Front und um Hilfe für die vom Krieg betroffenen russischen Regionen durch die russischen Bürger. Das Lewada-Zentrum fasst das Ergebnis so zusammen:
Im vergangenen Jahr sammelten vier von zehn Befragten Geld und Hilfsgüter für Teilnehmer an der Spezialoperation. Jeder Vierte half Bewohnern von Grenzregionen, die von Militäraktionen betroffen waren. Diese Zahlen sind im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Fast die Hälfte der Befragten ist bereit, 1.000 bis 2.000 Rubel pro Monat zu spenden, um die Armee zu unterstützen und die Gehälter der an Spezialoperationen teilnehmenden Soldaten zu erhöhen. Dieser Anteil ist in den zweieinhalb Jahren seit der letzten Umfrage unverändert geblieben.
Am 30. August wurde in der Großstadt Miass in der Oblast Tscheljabinsk der 20-jährige Danil Jurjewitsch Trubejew beigesetzt. Wann und wo Danil im Krieg gegen die Ukraine gefallen ist, wurde nicht mitgeteilt. Doch das Schicksal von Danil hat eine Vorgeschichte.
Bereits im Herbst 2024 war der damals neunzehn Jahre alte Danil in unkrainische Kriegsgefangenschaft geraten. Ukrainische Soldaten gruben vier russische Kämpfer aus dem Schutt eines eingestürzten Hauses aus, darunter auch Danil. In einer Befragung beklagte sich die ganze Gruppe, dass ihre Kommandeure sie bewusst im Stich gelassen hätten, indem sie sie mit einem Sturmgewehr gegen einen Panzer geschickt hätten (Video)
Bei einem Gefangenenaustausch wurde Danil dann im April 2025 gegen ukrainische Kriegsgefangene ausgetauscht. Da durch die Gefangenschaft nach russischem (und auch ukrainischem) Recht der Vertrag mit dem russischen Militär nicht beendet wird, musste auch Danil wieder zurück in den Krieg. Er hat den zweiten Einsatz an der Front nicht überlebt.