Ende November hatten wir über eine Bande Krimineller berichtet, die im Volksmund "Trassoviki" genannt wurden. Deren Anführer Alexander Enaleev war 2013 zu 25 Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Die Bande hatte in Zusammenarbeit mit korrupten Polizisten auf der Autobahn in Polizeiuniform Lastwagen angehalten, um deren Ladung und die Transporter zu versilbern. Fünf LKW-Fahrer wurden dabei getötet.
Auch Boss Alexander Enaleev zog die Wagner-Option im November 22 - ein halbes Jahr an der Front, dann winkt die Freiheit. Kurz vor Ablauf jener Frist war dann auch für ihn Schluss.
OM 22.05.23

Wladislaw Anatoljewitsch GrigorjewDer Krieg gegen die Ukraine begann bereits 2014, als die Krim annektiert wurde und und im Auftrag Russlands Igor Girkin mit russischen Geheimdienstsoldaten versucht hatte, den Donbass militärisch zu besetzten. Nach außen gab man vor, dass dies eine Revolte von Separatisten wäre. Oder Urlauber - wie z. B. Wladislaw Anatoljewitsch Grigorjew:
Geboren am 23. November 1988 in der Stadt Sosnovka, Gebiet Kirow. Er absolvierte die High School in seiner Heimatstadt. Wehrdienst bei der Einberufung in den Luftlandetruppen - im Rahmen des 217. Garde-Ordens von Kutusow, des Fallschirmregiments der 98. Garde-Luftlandedivision Svir Rotbanner-Orden von Kutusow, Division 2. Grades (Militäreinheit Nr. 62295 Stadt Iwanowo).
Er hatte auch Erfahrung mit der Teilnahme an Feindseligkeiten – nach dem Militärdienst ging er mit einem Vertrag nach Georgien. Im August 2014 meldete er sich freiwillig für den Donbass. In der Miliz trug er das Rufzeichen „Pturshchik“.
Am 31.08.2014 im Kampf um den Flughafen Luhansk getötet.
"... Sie kamen am 23. August am Schauplatz der Feindseligkeiten an. Und eine Woche später, am 31. August, als die Miliz, darunter Freiwillige aus Russland, den Flughafen Lugansk stürmte, wurde das Auto, in dem Vlad reiste, bombardiert ... Er gehörte zu einer Gruppe, die diejenigen deckte, die den Flughafen stürmten ..." Er wurde in der Stadt Sosnovka in der Region Kirow beigesetzt.
OM, 19.05.23

Vitaly TimofeevVitaly Timofeev, geboren 1991, war ein kleiner Drogenkurier aus Wolgograd. Zwischen August 2020 und Mitte Oktober 2020 bestand seine Aufgabe darin, eine größere Menge Drogen irgendwo abzuholen und danach in kleineren Portionen irgendwo wieder zu deponieren. Für jeden ausgeführten Job bekam er 250 - 300 Rubel, das sind etwa drei bis dreieinhalb Euro. Die Hintermänner dieses Geschäftes kannte er nicht, alles wurde über einen Telegram-Kanal abgewickelt.
Vitaly wurde von der Polizei erwischt und war geständig. Das Gericht bewertete Vorstrafen als strafverschärfend, sein Geständnis und eine diagnostizierte psychische Störung als strafmildernd und schickte den jungen Mann für 10,5 Jahre in eine verschärfte Strafkolonie. Das Urteil wurde dann auch im Frühjahr 2022 vom Bezirksgericht bestätigt.
Die Geschichte endet wie vorhersehbar: Vitaly wählte die Todesstrafe via Gruppe Wagner, nämlich Kanonenfutter an der Ukrainefront, mit einer geringen Chance auf Begnadigung. Am 16. April 23 wurde diese dann vollstreckt.  (Überschrift Zitat aus Todesmeldung)
OM, 16.05.23

Erwin SchwabEnde April melden lokale Medien den Tod von Erwin Schwab aus Nowosibirsk, geboren 1992 . Der Mann stammt offensichtlich aus einer russlanddeutschen Familie. Und er ist der erste uns bekannte deutschstämmige Russe, der als Söldner der Gruppe Wagner im Ukrainekrieg gefallen ist. Erwin stammt aus dem kleinen Dorf Arisowo, etwa in der Mitte zwischen Omsk und Nowosibirsk, lebte aber offensichtlich in Nowosibirsk.
Eine kurze Recherche förderte leider wenig Erbauliches über den jungen Mann zu Tage. Er war bereits wegen Diebstahls vorbestraft, als er 2016 vom Bezirksgericht zu 10 Jahren Kolonie mit strengem Regime verurteilt wurde. Er hatte betrunken eine ältere Frau, die ihn bei sich zum Abendessen eingeladen hatte, zunächst mit seinen Händen bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt. Danach ein Stromkabel aufgezwirbelt und mit den Drähten den Hals ganz zugedrückt bis sie starb.  Am Ende stahl er 29.000 Rubel aus der Wohnung und floh vom Tatort.
Auch Erwin Schwab hoffte auf Freiheit und schloss sich der Gruppe Wagner an. Am 12. April wurde er an der Front getötet.
OM, 14.05.23

Inguschetien ist eine kleine Kaukasusrepublik mit etwa 400.000 Einwohnern. Im Gegensatz zu anderen russischen Teilrepubliken ist die Bevölkerung dort sehr homogen - knapp 94% sind muslimische Inguschen. Dort bereitet sich eine Unabhängigkeitsbewegung auf den Zusammenbruch des russischen Staates vor, der dem Volk eine Chance auf Selbständigkeit bieten würde. 
Ein Auszug aus der Erklärung des Komitees für die Inguschische Unabhängigkeit:
Diese Entscheidung wird vor dem Hintergrund der schwerwiegenden Folgen getroffen, die das Inguschenvolk aufgrund der jahrelangen Besatzung und Gewalt durch das Russische Reich in all ihren Formen erleidet.
Diese schicksalhafte Entscheidung ist auf die Notwendigkeit zurückzuführen, sich auf den bevorstehenden Zusammenbruch der Russischen Föderation vorzubereiten, der unweigerlich zu einer Konfrontation innerhalb der russischen Eliten, aller Arten von PMCs und Banden führen wird, die von den kriminellen Behörden des Kremls geschaffen wurden. Die Entscheidung zielt auch darauf ab, die territoriale Integrität Inguschetiens (GIalgIayche) wiederherzustellen und seine Grenzen vor möglichen aggressiven Aktionen russischer Satelliten zu schützen.
OM, 10.05.23

Sergey KakschinSergey Kakschin aus Nischni Tagil in der Oblast Swerdlowsk suchte im Januar 2017 seine Ex-Ehefrau Daria Zembitskaya. Denn die war auf dem Weg zur Arbeit spurlos verschwunden. Zusammen mit der Polizei begab er sich auf die Suche nach ihr.
Ein paar Tage später fand man die Frau im Schnee begraben, nicht weit außerhalb der Stadt. Sie war geschlagen und schließlich erwürgt worden. Es war nicht schwer, den Ehemann als Täter zu identifizieren.
Sergey bekam 9,5 Jahre in einer Kolonie mit "strengem Regime".
Die Geschichte fand im November 22 ihren Abschluss. Sergey Kakschin starb als Söldner an der Front bei Bakhmut wie so viele andere Sträflinge, die sich der Gruppe Wagner verpflichtet haben.
Nach russischer Lesart hat er damit seine Sünden getilgt.
OM, 09.05.23

NachtWoelfe01"Ein helles Ereignis mit den Nachtwölfen" - so berichtet das Nikolo-Terebensky-Kloster (Region Twer) von einer Veranstaltung im April.
Zu Ehren eines im Krieg gegen die Ukraine getöteten Novizen des Klosters, war der Motorradklub "Night Wolfes" herangedonnert, um einen Gedenkstein zu errichten und Linden zu pflanzen. Angeführt wurde die Horde von deren Präsident Chirurg, bürgerlich Alexander Saldostanow, der auch gleich dokumentierte, dass zwischen der Haarpracht eines orthodoxen Priesters und eines Nachtwolfs kein großer Unterschied besteht (Foto).
Jener Novize, um den es bei dem Treffen ging, war wohl auch ein Nachtwolf und ging als Freiwilliger an die Front. "Er starb als wahrer Christ", schrieb das Kloster.NachtWoelfe02

OM, 09.05.23

Andrej LazarchukEs sind immer wieder die selben Geschichten: Andrej Lazarchuk, 29 Jahre, kommt aus der Region Jaroslawl. Aufgewachsen ist er zusammen mit seinen Geschwistern in einem Waisenhaus. Wenn man seinem Nachruf glauben kann, dann war er ein sehr guter Schüler. Geholfen hat es nichts, er verdiente schließlich sein Geld als einfachster Arbeiter.
2021 wurde er zu 10 Jahren Lagerhaft mit strengem Regime verurteilt. Er hatte irgend etwas zu tun mit " der illegalen Herstellung, Verkauf oder Weitergabe von Betäubungsmitteln, psychotropen Substanzen oder deren Analoga sowie illegaler Verkauf oder Weitergabe von Pflanzen, die Betäubungsmittel enthalten" - vermutlich Hanf. Ein großer Dealer war er sowieso nicht, im Waisenhaus meinte man, er wäre reingelegt worden.
Rettung nahte in Gestalt von Jewgeni Prigoschin. Ein halbes Jahr Dienst bei der Gruppe Wagner und man bekam die "Sie kommen aus dem Gefängnis frei - Karte". Auch Andrey Lazarchuk wählte diesen Ausgang, der eigentlich ein Weg ins Nichts ist.
Am 14. April wurde er in der Ehren-Allee der Stadt Pereslawl bestattet.
OM, 28.04.23

Wjatscheslaw TschepsarakowChakassien war schon immer besonders. Zu Beginn des Krieges gegen die Ukraine musste jeder leitende Staatsbeamte, egal ob Schuldirektor oder Leiter der Müllabfuhr, in den örtlichen Medien einen Besinnungsaufsatz abliefern - Thema: Warum die Spezialoperation gegen die Ukraine richtig und wichtig ist.
Aktuell könnte sich ein umtriebiger Einzelunternehmer namens Wjatscheslaw Tschepsarakow (Foto) aus der Hauptstadt für den "Darwin Award" bewerben. Der wollte unbedingt zur Söldnertruppe Wagner, unterschrieb am 25.02.23 einen Vertrag und war am 02.03.23 bereits tot. Schneller geht es kaum.
Auf der Beisetzung zeigte der Bürgermeister der Hauptstadt Abakan, Aleksey Lemin, dass er irgendwie auch nicht bei Sinnen ist: "Staatsterror und langjährige NS-Ideologie brechen Menschen. Der Kampf für das Vaterland gegen den Nationalsozialismus ist nicht nur ein Dienst. Dies ist eine Manifestation von Mut und Hingabe an Menschen auf höchstem Niveau. Der Mut unserer Kämpfer basiert auf einfachen, aber wichtigsten Werten: Menschlichkeit, Aufrichtigkeit und Hingabe. "
OM, 27.04.23

Maxim VladimirovMaxim "Zazu" Vladimirov, ein Fan von Zenit St. Petersburg, 40 Jahre alt, war im September 22 zum Krieg mobilisiert worden. Ende Februar 23 wurde er an der Front getötet. Im April wurde er in Begleitung anderer Fans beerdigt. Also sprach Militärkommissar Alexander Filkow:
Als Wehrkommissar möchte ich sagen, dass wir uns jetzt in einer solchen Phase befinden und wir Menschen nicht nur militärisch, sondern auch moralisch verlieren. Aber ich glaube, dass Maxim durch seinen Tod das Leben anderer gerettet und das Leben unseres Staates ermöglicht hat...

Ende Februar gab es für die russische Armee ein Debakel bei Wuhledar, einer Kleinstadt im Südosten der Ukraine. In Hinterhalten der ukrainischen Armee blieben die Panzervorstöße stecken, die Angreifer mussten sich zurückziehen und eine Vielzahl an militärischem Gerät zurücklassen. Eine Todesmitteilung an Angehörige zeigt, dass Soldaten der U-Boot-Flotte am Angriff beteiligt waren:
Liebe Ljudmila Wladimirowna,
Das Kommando und das Personal des 310. separaten U-Boot-Abwehrgeschwaders der Pazifikflotte informieren Sie mit Bitterkeit und Bedauern über den Tod Ihres Sohnes, Oberfeldwebel Wladimir Sergejewitsch Rudnik, am 28. Februar 2023. Ihr Sohn hat heldenhaft gekämpft und seine militärische Pflicht während einer militärischen Spezialoperation in der Ukraine erfüllt.
Während der Befreiung der Stadt Uglsdar (Wuhledar) von den Nationalisten fiel er einen Heldentod. Während des Kampfes zeigte er Mut und Entschlossenheit. Für die Soldaten des 310. separaten U-Boot-Geschwaders ist dies ein schwerer Verlust. Wladimir war während seines Dienstes ein Vorbild für die Erfüllung seiner offiziellen Pflichten, blieb dem Militäreid treu, beachtete heilig die Verfassung der Russischen Föderation und hielt sich strikt an die Anforderungen der Militärvorschriften, Befehle von Kommandanten und Vorgesetzten. Er zeigte sich als echter Krieger.
Worte können eine schreckliche Wunde im Herzen nicht heilen. Aber die strahlenden Erinnerungen an Wladimir als Helden werden immer stärker sein als der Tod. Er ist für immer in unseren Herzen. Für Mut und Tapferkeit, die während einer besonderen Militäroperation gezeigt wurden, wurde Oberfeldwebel Rudnik Vladimir Sergeevich । vorgestellt staatliche Auszeichnung.

Wladimir Sergejewitsch Rudnik

Vadim SokolovDa wir leider weder die Region Oryol noch die Oblast Moskau in unseren Aufstellungen berücksichtigen, fiele eigentlich Vadim Sokolov durch unser Raster. Aber eine kurze Notiz sollte der Mann schon wert sein. Das ist sein Nachruf auf V-Kontakte:
Vadim Andreevich Sokolov  ist ein russischer Wikipedianer, Historiker, Kandidat der Geschichtswissenschaften, Balkanist.  Er war Mitglied der russischen Wikipedia seit dem 11. Juli 2011 unter dem Spitznamen Sokolrus. Es war der beste Spezialist für Serben, Serbien und Jugoslawien in der russischen Wikipedia. 453 Artikel geschrieben, 30 Feature-Listen, insgesamt über 30.000 Änderungen vorgenommen.
Er starb am 16. März 2023 in der LPR, nachdem er von einer Mine in der Nähe von Lisichansk in die Luft gesprengt worden war, als er die Verwundeten herausgetragen hatte. 
Schade dass der Mann nichts aus den Balkankonflikten gelernt hat, nämlich dass solche Konklikte friedlich gelöst werden müssen. Und schade auch, dass immer wieder die selben Lügen in solche Nachrufe einfließen. Dass nämlich die Täter zu Opfern gemacht werden (hat Verwundete heraus getragen).
OM, 22.04.23

Damit niemand den Überblick verliert - über folgende Wagner-Friedhöfe haben wir berichtet:

  • Irkutsk
    Alexanderfriedhof - 57 Gräber von Wagner-Söldnern
  • Krasnodar
    Wagner-Friedhof Bakinskaya - 603 Gräber von Wagner-Söldnern
  • Luhansk
    Friedhof Dorf Kirovka - 38 Gräber von Wagner-Söldnern
  • Moskau
    Wagner Friedhof von Fryanovo (Stadt Shchelkovo) - 20 Gräber von Wagner-Söldnern
  • Nowosibirsk
    Gusinobrodsky-Friedhof -  69 Gräber von Wagner-Söldnern
  • Samara
    Nikolaevka Friedhof - 217 Gräber von Wagner-Söldnern
  • Swerdlowsk
    Berezovsky Friedhof bei Jekaterinburg - 60 Gräber von Wagner-Söldnern

OM, 19.04.23

BaikonurZu den Merkwürdigkeiten im russischen Krieg kam Ende März eine neue dazu. Zwei Kriegstote wurden in Kasachstan auf dem Weltraumbahnhof Baikonur bestattet. Der Oberfeldwebel der Luftlandetruppen Vitaly Anatolievich Bubenov und der Gefreite der Luftlandestreitkräfte  Grigory Aleksandrovich Arsyutov wurden dort zu Grabe getragen - warum auch immer.

Beide finden keinen Platz in unseren Zusammenstellungen und eine Region Baikonur wollen wir nicht eröffnen.
OM, 14.04.23

Faritzhan KhakimzhanovFaritzhan Khakimzhanov  ist der 700. von uns erfasste Kriegstote aus der Region Swerdlowsk. Die Oblast an der Kontinentgrenze zwischen Europa und Asien hat Burjatien den Rang abgelaufen, das seit Kriegsbeginn immer die höchsten Opferzahlen zu verzeichnen hatte. Allerdings ist ein Vergleich wenig sinnvoll, denn die Oblast Swerdlowsk hat mehr als die vierfache Bevölkerungszahl Burjatiens.
Über Faritzhan ist leider wenig bekannt. Nur dass er Ende März im Dorf Troitskoye, Bezirk Bogdanovichsky, begraben wurde.
OM, 08.04.23

Weitere neun Namen haben wir in unserer Liste der Wagner-Söldner unter unbekannte Region eingestellt. Basis war ein rührseliger  "Werbefilm" für die Söldner-Armee, in dem angegeben wird, all diese getöteten Männer wären für Russland als Helden gestorben. Dabei sind alle nur die schnell vergessenen Verlierer in einem sinnlosen Krieg.

Leonid Vladimirovich SkrebnevskyLeonid Vladimirovich Skrebnevsky war ein russischer Soldat aus Tatarstan, der im Krieg gegen die Ukraine getötet wurde. Auch nach seinem Tod bescherte er seinen Angehörigen nichts als Ärger.
Es ist anzunehmen, dass der Mann nicht Teil der regulären Armee war, denn er wurde zunächst in Samara bestattet. Die Familie erwirkte dann bei den Behörden, dass er in sein Heimatdorf Buta, Bezirk Almetjewsk  umgebettet wurde. Während der Bestattungszeremonie brannte dann sein Elternhaus auf Grund maroder Elektrik vollständig nieder.
CK, 30.03.23

martynova 1024x683Ein Ehepaar aus der Region Twer wurde zu 7 bezw. 6,5 Jahren Haft verurteilt. Das Verfahren gegen Alexander Martynov und Lyudmila Razumova wurde im März 2022 eröffnet, sie waren verhaftet und ins Gefängnis gebracht worden.
Die beiden hatten im russischen Klassenkameraden-Netzwerk (OK) Videos veröffentlicht, die nach Meinung des Gerichts die Russische Armee verunglimpfen würde. Außerdem brachten sie mit vorbereiteten Farben und Schablonen Inschriften an den Wänden von Gebäuden in Mokshino, Varaksino, Teshilovo, dem Dorf Mirny, dem Dorf Novozavidovsky an. Die Inschriften wurden auch auf dem örtlichen "Katyusha-Denkmal" angebracht - einer modernen Nachahmung eines Raketenwerfers aus dem Großen Vaterländischen Krieg.
OM, 29.03.23

Wladimir SolodownikowGewaltbereite Fußballfans rotten sich in Russland zum Krieg gegen die Ukraine zusammen. In der Schlacht um die ukrainische Ortschaft Wuhledar hörte man zum ersten Mal von einer privaten Militäreinheit "Espanyola".
Jene "PMC Espanyola" setzt sich danach zusammen aus Fußballfans verschiedener russischer Regionen  und Vereine. Hatte man früher am Rande von Fußballspielen gegeneinander gekämpft, so geht es jetzt vereint gegen den gemeinsamen Feind Ukraine.
Eingesetzt wurde die Einheit im Kampf um die ukrainische Kleinstadt Wuhledar, wo russische Einheiten in einen Hinterhalt gelockt wurden. So gab es unter den Fans auch einige Verluste. Prominentestes Opfer war Wladimir Solodownikow, ein Fan von ZSKA Moskau, mit dem Rufzeichen "Crazy". Der galt als erfahrener Kämpfer im Umgang mit schweren Waffen und hatte angeblich öffentlich getönt, die Ohren eines ukrainischen Asow-Soldaten als Trophäe mit nach Hause zu bringen.
OM, 27.03.23

Aleksey Vyacheslavovich BlagovenkoAleksey Vyacheslavovich Blagovenko ist ein junger Mann aus Tscheljabinsk über den wir eigentlich so gut wie nichts wissen. Sein Foto zeigt einen freundlichen jungen Mann mit roter Schildmütze. Aleksey ist im russischen Krieg gegen die Ukraine getötet worden.
Julija Romatschenko aus Jemanschelinsk hat auf der örtlichen VKontakte-Seite über seinen Tod berichtet. Und dabei eine Formulierung gewählt, die wir bereits öfters gelesen haben: "Aleksey starb, um seine Schulden gegenüber dem Mutterland zu bezahlen."
Das erinnert an ein mittelalterliches Verständnis des Leibeigenen. Also eines Menschen, dessen Wohl und Wehe vom Leibherrn bestimmt wird - bis in den Tod.
OM, 22.03.23

Artyom Aleksandrovich ParamonovArtyom Aleksandrovich Paramonov, geboren am 15. Juni 1993, stammt aus Petrosawodsk in Karelien. Er starb im russischen Krieg gegen die Ukraine als Söldner der Gruppe Wagner und wurde am 13. März begraben. Seinen Abschied musste eine Tante organisieren.
Es fällt auf, dass unter den Kriegstoten - über ganz Russland hinweg - häufig von Waisen und jungen Menschen berichtet wird, die in Waisenhäusern aufgewachsen sind. Wir führen dazu keine Statistik, erwähnen aber diese Tatsache immer, wenn verfügbar.
Junge Menschen ohne den Halt einer Familie suchen den gerne im Reglement der Armee, das könnte einer der Gründe sein. Oder sie sind leichter verführbar, ein anderer Grund.
OM, 21.03.23

Maxim KotowMaxim Kotow aus der Oblast Leningrad, wurde am 7. Februar 23 an der Front in der Ukraine getötet. Die Erlöserkirche von Wsewoloschsk veröffentlichte jetzt einen Nachruf mit seinem Lieblingszitat aus der Bibel:

Wenn du nur wüsstest, was es bedeutet: Ich will Barmherzigkeit, nicht Opfer...

Maxim war mehrere Jahre in unserer Kirche im Dienst. Er ging regelmäßig ins Walaam-Kloster, lebte dort monatelang und leistete jeglichen Gehorsam. Mehr als alles andere auf der Welt liebte er unseren Herrn Jesus Christus, die Allerheiligste Gottesgebärerin, besonders verehrte er Johannes den Täufer, hatte Eifer für Gott und für den Tempel.

Er war bescheiden, demütig, lehnte nie Hilfe ab, wusste zu schätzen, Freund zu sein und zu lieben. Er hatte 3 Hochschulbildungen, las viel, kannte die Heilige Schrift praktisch auswendig. Er träumte davon, seine irdische Reise innerhalb der Klostermauern zu beenden. In allen schwierigen Lebenssituationen, die sein ganzes Leben umgaben, verlor er nie den Mut, sondern verherrlichte immer Gott und vertraute nur auf ihn.

Nachdem er die Heiligen Mysterien Christi verkündet hatte, stieg er Anfang Januar in einen Zug und ging als Freiwilliger in die NWO-Zone, um den Jungs zu helfen, bei sich hatte er nur den Psalter und einen kleinen Rucksack mit Kleidern.
OM, 20.03.23

Wie zu Beginn des Ukrainekrieges häufen sich Todesfälle unter den Soldaten Burjatiens. Seit Beginn des Jahres haben wir im Moment etwa 200 Gefallene aus der Region recherchiert - täglich werden es mehr.
Einwohner Burjatiens beschwerten sich, dass sie nirgendwo eine Totenwache organisieren können. Alle Cafés sind von Firmenfeiern besetzt. Ein Leser wandte sich an die Redaktion der Zeitung Dzhidinka und sagte, dass mehrere Leichen toter Soldaten in den Bezirk Dzhidinka gebracht worden seien. Ihm zufolge wollten Verwandte eine Totenwache veranstalten, aber zur Zeit wären alle Cafés von Firmenfeiern besetzt.
OM 17.03.23

Artem ReschetnikowArtem Reschetnikow (Foto) und Iwan Gudkow, beides Söldner der Gruppe Wagner, sind bei Bakhmut, wie so viele vor ihnen, beim Sturm auf die Stadt gefallen. Artem bekam - posthum - sogar einen Orden der Tapferkeit. Dafür gibt es jetzt in den russisch sprachigen "Sozialen Medien" einen Shitstorm.

Artem Reschnikow war Lehrer und künstlerischer Leiter von Kindercamps, die Kinder haben ihn gemocht. Und Artem hat die Kinder auch gemocht - bis zum Mißbrauch. Das ging eine Weile gut, Fälle wurden vertuscht, bis er schließlich 2018 vor Gericht kam und zu 15 Jahren Lagerhaft verurteilt wurde. Dass der Mann jetzt beinahe wieder in Freiheit gewesen wäre, ja sogar mit Orden ausgezeichnet, das lässt des Volkes Seele kochen.
Dagegen ist der Drogenhandel, wegen dem sein Kollege Ivan Gudkow zu knapp elf Jahren verurteilt wurde, beinahe eine lässliche Sünde in der öffentlichen Meinung.
Das Töten von Menschen im Krieg scheint dagegen völlig normal zu sein, die Soldaten werden zuhause - tot oder lebendig - als Helden gefeiert.
OM,10.03.23

In einer Lagerhalle nahe dem Flughafen Tolmachevo von Nowosibirsk warteten Mitte Februar über 100 Särge auf den Weitertransport in die verschiedenen Städte und Dörfer Sibiriens. Auf den Holzkisten sind mit Kreide die Namen der Regionen zu sehen, wohin geliefert werden soll. Beigefügt sind auch die Sterbeurkunden.

Auf einer Kiste ist der Name des aus Chakassien stammenden Sergey Yumashev zu lesen. Er starb danach am 08.02.23 in der Nähe von Bakhmut. Er war ein Söldner der Gruppe Wagner und klamm. Man fand seine Daten in der Datenbank des Föderalen Gerichtsvollzieherdienstes.


OM, 04.03.23

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