Im Süden Sibiriens liegt die kleine russische Republik Chakassien mit etwa einer halben Million Einwohnern. Beim Lesen der dortigen Internetmedien - z.B. https://vg-news.ru/ - bekommt man eine Gänsehaut. Zu Beginn des Ukrainekrieges musste jeder leitende Staatsbeamte dort abwechselnd öffentlich erklären, warum die "Sonderoperation" in der Ukraine richtig, wichtig und nützlich für Russland wäre. Und aktuell wird jede Propagandameldung der russischen Staatsführung über die Erfolge der Armee so abgehandelt, dass die Ukraine längst völlig ausgelöscht sein müsste.
Wer wie Deutschland die Ukraine in ihrem Abwehrkampf unterstützt, steht auch im Fokus der Berichterstattung in Chakassien. Da kommt es gelegen, dass aktuell der Spiegel wie gewohnt alarmistisch, den Untergang der deutschen Ökonomie befürchtet hat. Denn Energiepreise und Corona hätten der stark zugesetzt, selbst Traditionsunternehmen wie Hakle und Goertz wären insolvent. Das freut doch die Menschen in Chakassien, wenn Deutschland ob seiner Russland-Sanktionen auf die Nase fällt und deshalb hat man schnell, den gesamten Artikel in russisch ins Netz gestellt. OM, 19.09.22

Denis Dinarovich FatkhutdinovBaschkortostan schickt zwei Bataillone mit Freiwilligen in den Krieg gegen die Ukraine. Benannt wurden die Abteilungen nach zwei Kriegsveteranen , Shaimuratov und Dostavalov. Seit Ende August ist das erstgenannte Bataillon bereits im Kampfeinsatz, das andere soll aktuell eingreifen.
Kaum im Krieg angekommen, wird schon der erste Tote vermeldet. Der 28.jährige Automechaniker Denis Dinarovich Fatkhutdinov wurde am 11. September getötet - irgendwo an der Front in der Ukraine. Der Mann war einer der Ersten, die sich freiwillig gemeldet hatten und ist folgerichtig auch als Erster gestorben.
Um den Blutzoll zu rechtfertigen, wurden erneut alte Märchen aufgewärmt: "Sie schützen die Menschen im Donbass vor faschistischen bösen Geistern. Wir werden uns an alle erinnern, die nicht gekommen sind, wir werden stolz darauf sein, dass wir mit so würdigen Menschen und Helden wie Denis aufgewachsen sind und auf demselben Land gelebt haben, " predigte der örtliche Militärkommissar am Grab. OM, 18.09.2022

TjumenSpirituellFreiwillige Soldaten aus der russischen Oblast Tjumen wollten vor der Abreise ins ukrainische Kriegsgebiet sich von allem befreien. Zu diesem Zweck reiste der Rektor der Kosakenkirche Tjumen in die Region Nischni Nowgorod, wo die Freiwilligen auf ihren Kriegsdienst vorbereitet wurden. Fünfzehn Soldaten gestanden ihre Sünden und beichteten, drei wurden sogar getauft. Und weil er schon da war, segnete der Geistliche auch noch allerlei Kriegsgerät.

Aber auch ihre Schulden sind die Freiwilligen los - zumindest in nächster Zeit. Denn auf Antrag beim Gerichtsvollzieher, werden alle Schulden eingefroren und nicht vollstreckt. Und bei der Rückkehr - ob tot oder lebendig, hat man genug auf dem Konto, dass alle Schulden beglichen werden können. OM, 10.09.22

Heute wurde auch Samara entsprechend der Region Perm aktualisiert Auch hier machen die gelisteten Todesmeldungen russischer Soldaten eine Sprung. Statt bisher 66 einzelnen Meldungen wurden jetzt 93 Todesmeldungen registriert. OM, 30.08.22

Wir listen aus den russischen Regionen die Kriegstoten im Ukrainekrieg aus den Veröffentlichungen der lokalen Medien. In Perm sind das die Webseiten 59.ru, perm.kp.ru und chaikovskie.ru von denen wir die Mehrzahl aller Meldungen entnommen haben. Dazu kommen noch Hinweise auf Vkontakte, denen wir nachgehen.
In den letzten Tagen haben wir einen Vergleich mit einer russischsprachigen Liste vorgenommen, die vorwiegend die sozialen Medien wie Vkontakte und Telegram auswertet, wahrscheinlich auch mit Hilfe einiger Bots.
Dabei stellte sich heraus – bis Ende Mai waren die Ergebnisse der russischen Liste mit unseren Erkenntnissen fast identisch. Danach allerdings ergaben sich bei uns deutliche Lücken, unsere Liste ist von 89 Kriegstoten auf 109 angewachsen. Offensichtlich werden in Perm nicht mehr alle Todesfälle von den Behörden den Medien gemeldet. Oder es gibt eine freiwillige oder unfreiwillige Zensur, nicht über jeden gefallenen Soldaten zu schreiben. OM 30.08.22

Burjatien, die russische Republik in Fernen Osten, verzeichnet in absoluten Zahlen die höchsten Gefallenenzahlen im Krieg gegen die Ukraine. Fast täglich kommt "Cargo 200" in Ulan Ude an. Aber das scheint der dortigen Regierung egal, sie wirbt weiterhin für Freiwillige, die die neue Einheit „Baikal“ bilden sollen. Der Führungsstab stehe bereit, was fehlt sind die einfachen Soldaten, schreibt Baikal-Daily. Und ein Heimkehrer aus dem Krieg kommt zu Wort: „Leute, hört auf, zu Hause zu sitzen und alle möglichen Ketzereien im Internet zu lesen. Es gibt eine Sonderaktion, es gibt keinen Zucker, es gibt keinen Strand.“
Offensichtlich ist auch im armen Burjatien der Wunsch nicht besonders ausgeprägt,  tödliche Risiken einzugehen. So legt aktuell die Regierung als Antrittspräme noch einmal 100.000 Rubel oben drauf, statt bisher 100 gibt es jetzt 200 Tausend Rubel (ca. 3.300 €). OM, 23.08.22

Daria DuginaDaria Dugina ist tot. Sie wurde heute in der Nähe von Moskau in ihrem SUV Prado von einer Autobombe getötet. Das berichten russische Medien. Daria Dugina war eine gelehrige Tochter ihres Vaters, des rechtsnationalistischen Politikers und Philosophen Alexander Dugin. Ganz im Duktus ihres Vaters sieht sie den Ukrainekrieg als Zusammenprall der globalistischen, von den USA gesteuerten Zivilisationsidee mit der eurasischen Idee einer konservativen Umwälzung unter Führung Russlands.
Beim Lesen ihrer Agenda wird man schnell an die Argumente der russischen Trollarmee erinnert, die westliche Medien in deren Kommentarbereich fluten und auch manche Internetseite betreiben. Kein Wunder, denn auf der Webseite ihres Vaters Geopolitika.ru werden genau jene Thesen formuliert, mit denen die Trolle dann die Kommentarbereiche füllen. Und offensichtlich waren Vater und Tochter auch mit der St. Petersburger Trollfabrik verbandelt, wie eine Facebook-Recherche ergeben hat.
Wer den Tod von Daria Dugina wollte, ist bisher unbekannt. Wahrscheinlich Zufall, aber zu erwähnen wäre in diesem Zusammenhang, dass vor ein paar Tagen Zemfira Suleymanova durch eine Mine im Donbass getötet wurde. Zemfira war das Cover-Girl der ultranationalistischen Limonow-Partei, die sich der Nachfolge der verbotenen Nationalbolschewistischen Partei Russlands verschrieben hat. Alexander Dugin war der Co-Vorsitzende der ehemaligen Partei. OM 20.08.22

Deutschland hisse die weiße Flagge, meldet die Online-Ausgabe der russischen Boulevard-Zeitung Moskovsky Komsomolets. Die Zeitung bezieht sich auf eine Debatte, die der FDP-Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki entfacht hat - nämlich Nord Stream II in Betrieb zu nehmen. Die Zeitung nennt auch noch einen weiteren Unterstützer der Inbetriebnahme - nämlich Klaus Ernst, seines Zeichens Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Klimaschutz und Energie. Der Linken-Politiker gehört zu der Spezies von Querdenkern, die die USA für den Überfall Russlands auf die Ukraine mitverantwortlich machen. Die Zeitung zitiert Ernst, dass es sinnvoll wäre, wenn Berlin mit Russland über Gas verhandele. OM, 20.08.22

Ivan Nikolaevich AgafonovWie bei vielen der im Ukrainekrieg gefallenen burjatischen Soldaten fand die Trauerfeier für Ivan Nikolaevich Agafonov auch im Lukodrom von Ulan-Ude statt. Am 11. August wurde dort der Soldat Agafonov (Position 272) verabschiedet, er war im Ukrainekrieg getötet worden. Wann genau, wo und warum teilt die Verwaltung nicht mit.
Dabei hat das Verteidigungsministerium den Mann erst kürzlich öffentlich gelobt. "Im Kreuzfeuers hat Ivan mit mutigen und entschlossenen Aktionen drei Ukrainer persönlich eliminiert. Dem Feind, der erhebliche Verluste an Personal und Ausrüstung erlitten hatte, blieb keine andere Wahl, als sich zurückzuziehen. Dank der Professionalität und des Heldentums von Private Agafonov erreichte die Kolonne des Haubitzenartilleriebataillons pünktlich und ohne Verluste das angegebene Gebiet und unterstützte, nachdem sie vorteilhafte Schusspositionen eingenommen hatte, die weitere Offensive der russischen Truppen gezielt und mit massivem Artilleriefeuer,"  schrieb das Kriegsministerium vor gerade 14 Tagen. OM, 14.08.22

Radij Faritowitsch ChabirowRadij Faritowitsch Chabirow ist Präsident der russischen Republik Baschkirien und muss auch in Sachen Ukrainekrieg Flagge zeigen. Das Land hat zwei Bataillone aus Freiwilligen aufgestellt, die nach kurzer Übungszeit demnächst in die Ukraine geschickt werden sollen.
In den letzten Tagen hat der Mann beide Truppen auf ihren Übungsgeländen besucht, bevor es dann zum Kriegseinsatz in die Ukraine geht. Als besonderes Bonbon hat Chabirow jedem Soldaten einen Talismann überreicht. Abgebildet ist darauf ein altes baschkirisches Kampfschild. OM, 10.08.22

Die Deutsch- und Englischlehrerin Irina Gen wurde in Pensa (Russland) zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, von ihrer Anstellung suspendiert und drei Jahre Unterrichtsverbot verfügt. Sie muss allerdings nicht in Haft, die Gefängnisstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Irina Gen unterrichtete an der Staatlichen Autonomen Bildungseinrichtung der Olympischen Reserveschule in Pensa. Sie war im März 2022 von ihren 13- und 14-jährigen Schülern gefragt worden, warum russischen Athleten an der Teilnahme von internationalen Wettkämpfen ausgeschlossen würden.
„Bis Russland anfängt, sich zivilisiert zu verhalten, wird die Nichtzulassung russischer Athleten zu Wettkämpfen für immer andauern … Ich denke, das ist richtig. Russland wollte Kiew erreichen und die Regierung stürzen! Die Ukraine ist tatsächlich ein souveräner Staat, es gibt eine souveräne Regierung … Wir leben in einem totalitären Regime. Jede abweichende Meinung gilt als Verbrechen“, antwortete sie ihren Schülern.
Ihre Stellungnahme wurde von einer Schülerin aufgezeichnet, in den sozialen Medien verbreitet und bei der Polizei zur Anzeige gebracht. Frau Gen trat als Lehrerin sofort zurück. OM, 05.08.22

Die Menschen in der kleinen russischen Republik Inguschetien sind meist arm. Und da die russische Regierung Mühe hat, genügend Soldaten für die "Spezialoperation" in der Ukraine aufzutreiben, lockt man in den armen Regionen des Landes mit Geld - mit sehr viel Geld. Wir haben hier bereits darüber berichtet. Eine aktuelle Broschüre des südlichen Heereskommandos, die in Nasran,  der größten Stadt Inguschetiens, aktuell verteilt wird,  legt noch einiges an Boni drauf.

Das Kommando verspricht besondere Zuwendungen für die Zerstörung oder Eroberung ukrainischer Ausrüstung und dem Töten von Soldaten. Wer ein Flugzeug abschießt bekommt 300.000 Rubel extra (umgerechnet etwa 5.000 €), 200.000 für einen Panzer, 100.000 für einen feindlichen Zug und 50.000 Rubel für Drohnen und Schützenpanzer. OM. 03.08.22

udssrIn der Hauptstadt Barnaul der Region Altai werden Unterschriften gesammelt. Die Teilnehmer fordern: „Gorbatschow vor Gericht“, „gegen den Zusammenbruch der UDSSR“ und „für ein geeintes Vaterland in den Grenzen von 1945“.
Damit dürften die Bürger auf Linie der russischen Regierung liegen, die den Krieg gegen die Ukraine auch im Sinne der Restaurierung untergegangenen Sowjetunion sieht. OM, 02.08.22

Sachar KukarenkoDer russische Gefreite Sachar Kukarenko wollte nicht in den Krieg gegen die Ukraine ziehen. Musste er auch nicht, denn die Teilnahme an jener „Spezialoperation“ ist freiwillig. Dafür erhielt er einen Stempel in seinen Militärausweis: „Anfällig für Verrat, Lügen und Betrug“. Wegen des Stempels wurde Kukarenko nicht vom Ministerium für Notfälle eingestellt. Auch der Leiter der Personalabteilung der in Dagestan stationierten 136. motorisierten Schützenbrigade der Sondergarde, K. Zharov, benutzte das gleiche, nicht gesetzlich vorgeschriebene Siegel auf der Dienstakte eines Vertragssoldaten, der wegen seiner mangelnden Kampfbereitschaft entlassen wurde.
stempel unzuverlaessigDie Militärstaatsanwaltschaft der Rjasaner Garnison erklärte jetzt den Stempel im Militärausweis des Gefreiten Sachar Kukarenko für rechtswidrig. OM 02.08.22

Aus den Niederlanden kommt der Militärblog Oryx, der unter anderem aus öffentlich verfügbaren Quellen, Daten zum Krieg Russlands gegen die Ukraine sammelt. Dabei werden auch die Verluste an Kriegsmaterial detailliert aufgeschlüsselt und dokumentiert. Besonders interessant sind die russischen Verluste an Kriegstechnik – man hat den Eindruck, dass das Land über immense Bestände verfügt – egal ob veraltet oder modern. Hauptsache das Material taugt zum Einsatz an der Front.
Laut aktueller Aufstellung hat das Land beinahe 5.000 Stück Militärtechnik verloren, darunter 900 Panzer, 500 Schützenpanzer, 38 Kampfflugzeuge und 49 Hubschrauber. Eine gewaltige Menge, wenn man bedenkt, dass Deutschland gerade mal über 300 Panzer verfügt.
Die aktuellen russischen Verlustzahlen bleiben weiter hoch. Am 12. Juli 22 verzeichnete Oryx noch 4683 Stück verlorene Militärtechnik, darunter 865 Panzer. Innerhalb von 15 Tagen hat Russland folglich mindestens 292 Stück weiter eingebüßt, darunter 35 Panzer. OM, 29.07.22

Nachtrag 01.08.22: Die Leute von Oryx haben nachgetragen. Stand heute - 5020 Stück verlorenes Militärmaterial, davon 916 Panzer. Seit dem 12. Juli hat Russland folglich 337 Stück Militärtechnik verloren, davon 51 Panzer.

Wir haben berichtet - die kleine russische Republik Tuwa weist die höchste Todesrate im Ukrainekrieg in Bezug auf die Bevölkerungsanzahl auf. Tuwa ist zudem die Heimat des russischen Kriegsministers Schoigu. Wenn die Soldaten dann zurück in die Heimat fliegen, dann sitzen auf der einen Seite in der Maschine, die, die den Krieg überlebt haben. Und auf der anderen Seite sind die Kisten mit den Särgen der Gefallenen gestapelt. OM, 28.07.22

Lada Niva LegendDie russische Autoproduktion ist aufgrund der Sanktionen völlig zusammengebrochen. Wichtige Autoteile können nicht mehr importiert werden. Jetzt beginnt der russische Autohersteller AvtoVAZ mit der Auslieferung eines billigeren Lada Niva Legend – in einer Sanktionsedition zum Preis von 796.500 Rubel, das entspricht etwa 13.200 €.
Das Auto hat immerhin noch eine Servolenkung, 16-Zoll- Stempelräder, elektrische Fensterheber an der Vordertür, Tagfahrlicht und einen Bordcomputer eingebaut, aber Sitzheizung, Klimaanlage oder Audiosystem fehlen.
All das wäre verschmerzbar, doch der Sanktionsedition fehlen wichtige Sicherheitselemente. Es gibt auch kein ABS-Bremssystem und keine Airbags. Dann mal los in den russischen Verkehr, bei dem immer noch Wildwestmethoden an der Tagesordnung sind! OM 25.07.22

In der Region Cherson sollen ukrainische Soldaten drei russische Bataillons-Taktikgruppen (BTGs), darunter eine Spezialeinheit der Kompanie und einen Panzer, umzingelt haben. Das berichtet die russische Webseite "The Insider". Das Medium will aus ukrainischen Quellen erfahren haben, dass es sich dabei um bis zu 2.000 Militärs handeln könnte. Die russischen Befehlshaber baten um einen „grünen Korridor“ als „Geste des guten Willens“ zum Abzug ihrer Soldaten aus der Umklammerung.

Der geforderte grüne Korridor erinnert fatal um den Kampf um Ilowajsk 2014. Nachdem die Stadt von ukrainischen Truppen eingenommen worden war, wurden deren Streitkräfte von acht russischen Bataillonen umzingelt. Der russische Präsident Wladimir Putin gab damals bekannt, dass er sich für einen „humanitären Korridor für die eingekesselten ukrainischen Soldaten“ einsetze. Die Ukrainer nutzten diesen vermeintlichen Korridor unbewaffnet zur Flucht aus der Stadt und wurden beinahe wehrlos beschossen. Etwa 1.000 ukrainische Soldaten wurden bei diesem ungleichen Kampf getötet. OM, 22.07.22

Volodymyr Yanovych, ein Kämpfer aus Kryvyi Rih, zeigt in einem kurzen Film, wie Flüchtlinge aus der Oblast Cherson in Richtung Kryvyi Rih ziehen.

Die Bewohner von Cherson verlassen ihre Häuser oft zu Fuß, auf Fahrrädern und mit leeren Händen. Sie laufen durch die Felder und riskieren ihr Leben unter russischem Beschuss.

 

AlekseyAnastasiaSergei

Wolgograd hat in den letzten beiden Tagen drei prominente Kriegstote zu verzeichnen. Am 13. Juli wurde der Tod von Alexey Avramchenko gemeldet. Der Oberst war stellvertretender Kommandeur der in Wolgograd stationierten 20. Guards Motorized Rifle Division. Aufgewachsen auf der Krim wechselte er bei der Annexion die Seiten.
Am selben Tag wird der Tot der Soldatin Anastasia Savitskaya öffentlich, die erste bekannt gewordene gefallene Soldatin. Die 35jährige Frau war überzeugte Militaristin mit allerdings kurzem Einsatz in der Ukraine - am 18. Juni reiste sie in Wolgograd ab, am 12. Juli wurde ihr Tod bekannt.
Aktuell wird der Tod des Stabschefs der 20. Garde-Division aus Wolgograd gemeldet. Oberst Sergei Kens starb am 10. Juli 2022 irgendwo in der Ukraine. Die Nachrufe für alle drei Russen findet man in unserer Aufstellung Wolgograd Teil II. OM, 14.07.22

Alexey Tolstokulakov„Wenn es die Hölle auf Erden gibt,
sind wir hier.
Ich lebe noch, aber nicht mehr lange,
wie es scheint.
Hilf mir."

Die letzte Nachricht des 20jährigen russischen Soldaten Alexey Tolstokulakov an seine Tante - zehn Tage später war er tot.

Wie Russland seine Jugend im Ukrainekrieg verheizt, wie selbst den Angehörigen kaum Unterstützung zuteil wird, zeigt beispielhaft ein Artikel des russischen Internetmagazins Novaya Gazeta, der auch in englischer Sprache vorliegt.

„Ich lebe noch, aber nicht mehr lange“
Die Geschichte eines 20-jährigen russischen Wehrpflichtigen, der sich zum Vertragsdienst meldete und vier Monate später in einem mit Zink ausgekleideten Sarg aus der Ukraine zurückkam

Die Moskauer Staatsanwaltschaft hat bei einem dortigen Gericht beantragt, die Journalistengewerkschaft zu liquidieren. Deren Tätigkeit muss jetzt sofort eingestellt werden. Die genauen Gründe dafür sind im Moment nicht bekannt.

Darüber hinaus wurde gegen die Gewerkschaft ein Verwaltungsverfahren eingeleitet, in Bezug auf "Öffentliche Maßnahmen, die darauf abzielen, den Einsatz der Streitkräfte der Russischen Föderation zu diskreditieren." Im Gerichtsbeschluss wird aufgeführt: Die Gewerkschaft und ihre Gebietsorganisationen nutze Informationsquellen im Internet, die Informationen rechtswidriger Art enthielten und auf deren Webseite würden unzuverlässigen Informationen über den Verlauf der speziellen Militäroperation zum Schutz der DVR und der LVR veröffentlicht, die darauf abzielen würden, den Einsatz der Streitkräfte der Russischen Föderation zu diskreditieren .OM,13.07.22

Diverse Internetseiten, die Informationen über getötete russische Soldaten veröffentlichen, wurden vom Bezirksgericht Kirovsky in St. Petersburg verboten. Die betroffenen Webseiten sind inzwischen in Russland gesperrt und nicht mehr erreichbar.

Wie der gemeinsame Pressedienst der Stadtgerichte am 21. Juni mitteilte, enthüllten die Informationen den Verlust von Personal der russischen Streitkräfte, die Namen und persönlichen Daten der Toten. „Der Zugang zu den Seiten der Website ist kostenlos“, fügte der Pressedienst hinzu.

Betroffen sind Radio France Internationale, die Publikation „Belarusians and the Market“, der kirgisische Dienst von Radio Liberty, Radio Azattyk,  das Portal der türkischen Agentur Anadolu, die tschechische Ausgabe des Senders CNN und ukrainische Publikationen. OM, 21.06.22

Über 600 junge Wehrpflichtige wurden von Russland in den Ukrainekrieg geschickt. Das gab am 07. Juni der ermittelnde Staatsanwalt Artur Yegiev bekannt. Insgesamt wurden zwölf Offiziere identifiziert, die für die Entsendung verantwortlich wären. Die Militärs sollen bestraft oder aus dem Dienst entlassen werden. Wie viele dieser Wehrpflichtigen im Krieg gefallen sind, wurde allerdings nicht mitgeteilt.
Bekannt wurde ein Matrose des Flaggschiffs Moskau und ein Wehrpflichtiger aus Baschkirien. OM 08.06.22

Es ist nur ein 12 Sekunden Video von der Abschlussfeier einer Schule aus Dagestan, einer Kaukasusrepublik im Süden Russlands. Veröffentlicht wurde der kurze Schnipsel im Nexta-Live Telegram-Kanal.
In Dagestan wird an allen Schulen der Feiertag "Letzte Glocke" für die Absolventen abgehalten. Bei der Kundgebung vor allen Schülern protestiert ein Mädchen gegen den Ukrainekrieg und äußert sich kritisch zum Präsidenten Putin: " Nein zum Krieg! Freiheit für die Ukraine! Putin ist der Teufel!" OM 22.05.22

Go to top