Rim Ildarowitsch Agzamow

Rim Ildarowitsch Agzamow wurde am 13.09.2025 in Ufa geboren. Er unterzeichnete einen Vertrag mit dem russischen Verteidigungsministerium und ging in den Krieg in der Ukraine, wo er starb. Er wurde am 18.07.1996 in seiner Heimatstadt begraben. 
🕯 Baschkortostan bleibt der führende Verlustträger in Russland. Insgesamt sind derzeit 9056 getötete Baschkiren bekannt. Besuchen Sie unsere Website, hier finden Sie vollständige Informationen.
Die Vernichtung der baschkirischen Nation geht weiter. Wie viele Menschen müssen noch in einem für uns fremden Krieg sterben?

Unsere wichtigste Informationsquelle aus Baschkortostan hat ihre Veröffentlichungen eingestellt. Das obige Foto und der Text dazu war ihr letzter Beitrag.

Wir haben die Initiative „Fremder Krieg“ bereits mehrfach hier vorgestellt (Teil I, Teil II). Erst durch die Arbeit dieses Telegram-Kanals wurde öffentlich, dass Baschkortostan die höchsten Verluste aller russischen Regionen zu verzeichnen hat. Ende Januar 2026 hatten wir knapp 9.000 Namen aus dieser Region in unserer Liste der getöteten Soldaten.

Ilja Remeslo

Vom Saulus zum Paulus?

Bisher war Ilja Remeslo, russischer Rechtsanwalt und Propagandist, ein treuer Anhänger des russischen Angriffskrieges und der Präsidentschaft von Wladimir Putin. Am 17. März 2026 veröffentlichte er auf seinem Telegram-Kanal eine schonungslose Kritik am Krieg gegen die Ukraine und am russischen Präsidenten. Die gesamte internationale Presse hat seine Stellungnahme aufgegriffen. Remeslo betonte zudem, dass sein Telegram-Kanal nicht gehackt worden wäre und dass er das wirklich so meine. 

Zwei Tage später meldet die uns als seriös bekannte St. Petersburger Internetzeitung „Fontanka“, dass Ilja Remeslo in die psychiatrische Klinik  „Skwortsowa-Stepanowa Nr. 3“ in St. Petersburg eingeliefert worden wäre. Eine durchaus gewöhnliche Praktik im totalitären Russland für kritische Stimmen, die man nicht gleich ins Gefängnis werfen will.

KAI Gebäude 8

8.  Gebäude des Kasaner Luftfahrtinstitutes - (ehemals Deutsch-Russisches Institut für Neue Technologien, heute Chinesisch-Russisches Ingenieurinstitut) -- Foto: Ksenia Balberova -- Lizenz: CC BY-SA 4.0

Im vergangenen Dezember begann Russland mit der Rekrutierung von Studenten für den Krieg in der Ukraine. Zunächst wurde in den besten technischen Universitäten akquiriert, danach bemühte man sich um Studienabbrecher und Studenten vor der Zwangsexmatrikulation. Und weil man damit noch  immer nicht genügend Zeitsoldaten bekam, wurden an fast allen Hochschulen Russlands alle volljährigen Studenten angesprochen. Wir haben darüber mehrfach berichtet.

Aktuell wurde am Kasaner Luftfahrtinstitut (KAI) ein Fragebogen zu dieser Thematik an die Studiengruppen verteilt und diese wurden dringend aufgefordert, die Formulare auch auszufüllen. (Link 1, 2) Kasan ist die Hauptstadt der russischen Teilrepublik Tatarstan.

Dieses Video wurde Anfang März von der staatlichen Universität Wjatka veröffentlicht. Wjatka ist ein Fluss im östlichen Teil des europäischen Russlands und der historische Begriff für die heutige Region Kirow. Anfang März 2026 hat die Universität eine Initiative gestartet, um ihre Studenten als Drohnenpiloten für den russischen Angriffskrieg zu rekrutieren.

KIU Studentenrat

Studentenrat der Kasaner Innovationsuniversität (KIU)

Russland hat im Moment Probleme mit der Rekrutierung neuer Zeitsoldaten. Jeden Monat müssen 30.000 bis 35.000 neue Soldaten akquiriert werden, um die Verluste an verletzten und getöteten Soldaten auszugleichen. 

Zudem hat das bisherige System der Anwerbung ein schwerwiegendes Problem - die verpflichteten Soldaten gehören nicht gerade zum Bild eines gut trainierten und motivierten Soldaten, sondern sind häufig zu alt, mit bescheidener Gesundheit und Physis und wollen meist nur irgendwie dem schnellen Tod entgehen.

An einer staatlichen Fachhochschule in Kasan, der Hauptstadt von Tatarstan, wurde Anfang des Jahres 2026 ein neues System der Rekrutierung versucht. Alle Studenten der Abschlussklassen, die älter als 18 Jahre alt waren, wurden einfach exmatrikuliert, egal ob säumige oder durchgefallene Studenten, egal ob Prüfungen und Arbeiten noch offen waren. Denn aktuell braucht die Armee junge Kämpfer - Wiederholungskurse, Abschlussarbeiten und Prüfungen könnten nach dem Ende des Krieges nachgeholt werden.

Jeden Tag starten in Russland hunderte von sogenannten Schahed-Drohnen gen Ukraine und versuchen, die dortige Luftabwehr zu übersättigen. Was auch gelingt, einige kommen immer durch. Wir wollen zeigen, wo und wie in Russland diese Drohnen gefertigt werden.

Jelabuga ist eine Stadt mit etwa 74.000 Einwohnern in der russischen Teilrepublik Tatarstan. Im Norden der Stadt gibt es die Sonderwirtschaftszone Jelabuga, in der sich zahlreiche westliche Industrieunternehmen angesiedelt hatten. Die meisten dieser Investitionen dürften inzwischen durch den russischen Staat enteignet worden sein. Dafür wurde dort eine neue Produktionslinie etabliert - die Drohnenherstellung.

Da in Russland ein Arbeitskräftemangel besteht, besonders bei hoch qualifizierten Arbeitskräften, akquirieren die Unternehmen mit Werbefilmen in ganz Russland minderjährige junge Leute, die schulbegleitend in der Serienproduktion von Drohnen eingesetzt werden. Das obige Video ist ein Beispiel dafür.

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