Nikita Tretjakow Nach vier Jahren Krieg ist in Russland der „Hurra-Patriotismus“ verflogen, geblieben ist die Ernüchterung, dass Russland eben doch nur begrenzte imperiale Möglichkeiten besitzt.

Wir wollen an dieser Stelle einen kompletten Kommentar des russischen Militärjournalisten Nikita Tretjakow veröffentlichen. Nikita ist 34 Jahre alt,  hat Geschichtswissenschaften studiert und sein Studium während seines Militärdienstes abgeschlossen. Danach war er in leitender Position bei der russischen Nachrichtenagentur Regnum. Auch er wurde im Herbst 2022 zum Dienst an der Front mobilisiert und agiert seither als Z-Blogger auf allen möglichen Kanälen des Internets, natürlich eingebunden in das russische Militär. Während seines Aufenthalts an der Front trat er übrigens auf eine Mine und verlor ein Bein.

Chugtey Chan

Wir sind ganz im Süden Burjatiens, der heilige Berg Chugtey Chan auf dem Foto ist nur einen Kilometer von der mongolischen Grenze entfernt. Es gibt am Fuß des Berges mehrere alte Gräberfelder, eine heilige Quelle und auf dem Gipfel werden religiöse Massenzeremonien abgehalten. Das Dorf Ust-Dungay, von dem wir berichten wollen, hat gerade noch etwas mehr als 500 Bewohner - Tendenz stetig fallend- und liegt am Fuße des heiligen Berges.

 Acht Männer aus dem Dorf sind inzwischen im Krieg gegen die Ukraine getötet worden - ein enormer Verlust für das kleine Dorf. Im Januar 2026 errichtete eine private Initiative ein Denkmal für die Soldaten.

BaschkortostanDaten

In unserer Rubrik „Ohne viele Worte“ stellen wir getötete russische Soldaten vor, die nur eine kurze Zeitspanne zwischen Vertragsunterzeichnung und Front überlebt haben. Das sind keine Einzelfälle, in der Vergangenheit hätten wir jeden Tag diese Rubrik mit vielen Kurzzeitsoldaten füllen können. Inzwischen fällt uns auf, dass solche Zeitangaben immer seltener veröffentlicht werden. 
Da wundert uns dieser Bericht aus Baschkortostan nicht wirklich.

Die Redakteure der Bezirkszeitungen erhielten vom Presse- und Medienamt der Republik Baschkortostan eine interessante Anweisung. In Artikeln über Teilnehmer des Krieges in der Ukraine wurde den Redaktionen untersagt, die Daten der Vertragsunterzeichnung und die Todesdaten in Fällen anzugeben, wenn der Zeitraum zwischen ihnen weniger als ein Jahr beträgt. Ein ähnliches Erfordernis gilt auch für Nachrufe. Selbst wenn der Nachruf von einem Verwandten verfasst wurde, müssen die zu nahe beieinander liegenden Daten der Vertragsunterzeichnung und des Todes bereinigt werden.

Ein karelisches Dorf stirbt aufgrund des Abbaus von Grabsteinen

Steinabbau in Kaskesrutsche

Steinabbau in Kaskesrutschei

Das alte Wepsendorf Kaskesrutschei ist vom Verschwinden bedroht: Es ist von Steinbrüchen umgeben, in denen Steine ​​für Grabsteine ​​abgebaut werden. Ständige Explosionen erschüttern die Mauern der Holzhäuser, das Ufer des Onegasees, an dem das Dorf liegt, erodiert, der See verliert seine Fischbestand und die Brunnen versiegen.

Die Bewohner von Kaskesrutschei sind der Ansicht, dass ihr Recht als kleines Volk, in ihrer Heimat traditionell zu leben, massiv verletzt wird. Sie wenden sich schriftlich an das Ministerium für natürliche Ressourcen und beschweren sich bei Präsident Putin. Doch alles ist vergebens.

Tausende Transportunternehmen in Russland stehen vor der Liquidation

Russische Fernfahrer

Russische Fernfahrer

Etwa 7.000 Transportunternehmen befanden sich im Jahr 2025 in der Liquidation oder Insolvenz. Aufgrund gestiegener Kraftstoffpreise und Leasingzahlungen, gestiegener Wartungskosten für Fahrzeuge, hoher Leitzinsen sowie gestiegener Abwrackprämien geben Spediteure mehr aus, als sie verdienen, sodass Transporte unrentabel werden. Darüber hinaus sagen Experten, dass sich auch der allgemeine Rückgang der Industrie auf den Transport auswirkt.

Vorbemerkung: Die folgenden Statistiken basieren auf unserer elektronischen Erfassung der russischen Kriegstoten. Erst bis zum 20.12.25 haben wir bisher die Daten kontrolliert und vervollständigt, der Rest steht noch aus. Es sind allerdings keine großen Korrekturen zu erwarten. In der Regel fischen wir wenige doppelt erfasste Namen heraus, aber es kommen auch neue dazu.

Das Volk will den Sieg

In einem Monat und einer Woche geht Russlands Angriffskrieg ins fünfte Jahr und weiter ist kein Ende in Sicht. Doch Präsident Putin hat seiner Bevölkerung große Versprechungen gemacht. Er will Kleinrussland zurück ins russische Staatsgebiet holen.

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