Die Veröffentlichung jener russischen Zusammenstellung der menschlichen und technischen Verluste in den ersten acht Monaten des Jahres 2025 blieb in den Diskussionsforen der sozialen Medien nicht unwidersprochen. Prominentester Kritiker jenes angeblich geleakten Papiers war das russische Exilmedium "Mediazona", das zusammen mit der BBC wie wir die russischen Verluste an Soldaten dokumentiert. Dieser Kritik schlossen sich eine Vielzahl von Diskutanten an, die das veröffentlichte Papier als Fake-News abtaten. 

Ob das Papier tatsächlich aus russischer Quelle stammt oder ob es sich um ein Machwerk der ukrainischen Gegenpropaganda handelt, können wir nicht gänzlich herausfinden. Was wir können, ist festzustellen, ob die im Papier genannten Zahlen uns plausibel erscheinen und ob das Dokument in sich stimmig ist.

Finden 186.744 Tote, 33.966 Vermisste, 158.529 Verwundete, 2.311 Soldaten in Gefangenschaft.

Wir haben die staatliche ukrainische Initiative "Ich will (jemanden) finden" schon mehrfach hier vorgestellt. In diesem Jahr hat diese Initiative mehrere Listen gefallener russischer Soldaten aus russischen Einheiten veröffentlicht, die sich bei Überprüfung als plausibel herausstellten.

Heute hat hat die Initiative eine Zusammenstellung aller russischen Verluste seit Anfgang des Jahres 2025 bis einschließlich August veröffentlicht. Es sind erschütternde Zahlen.

Wir veröffentlichen den Telegram-Beitrag von "Ich will finden" in deutscher Übersetzung:

Drohnenschule 3

Ende September wurde in Krasnodar im Süden Russlands die erste Drohnenschule für Kinder & Jugendliche eröffnet. Dort sollen die Schüler die grundlegenden Fähigkeiten im Zusammenbau und in der Steuerung von Drohnen sowie im 3D-Druck erlernen. Die Ausbildung findet an echten Fluggeräten und Simulatoren statt. Doch nicht jedes Schulkind wird aufgenommen. Voraussetzung sind gute feinmotorische Fähigkeiten und eine Affinität zu technischen Berufen.

Die Ausbilder sind zum Teil Drohnenpiloten, die am russischen Angriffskrieg teilnehmen oder teilgenommen haben.

Birsk 4

Heute sind wir zu Besuch in der baschkirischen Stadt Birsk. Die Stadt hat rund 45.000 Einwohner und liegt etwa 100 km nördlich der Hauptstadt Ufa. Ende August wurde in Birsk ein Denkmal für die Einwohner der Stadt eingeweiht, die in den sowjetisch/russischen Kriegen nach dem zweiten Weltkrieg getötet wurden. 

Drei Bewohner der Stadt starben in Afghanistan, vier in den beiden Tschetschenenkriegen und bisher etwa 200 im russischen Krieg gegen die Ukraine.

Wie schwierig es ist, im Kampfgebiet zu überleben, zeigt das kurze Video aus ukrainischer Quelle. Werden russische Angreifer lokalisiert, dann schwirren die Kamikazedrohnen wie Stechmücken umher - auf der Suche nach einem neuen Opfer. Im Video ist das besonders zum Ende hin gut zu sehen.

Russland ist weiter auf dem Vormarsch mit nur geringen Geländegewinnen und hohen menschlichen Verlusten - wie auch unsere Statistiken zeigen. Die ukrainische Armeeführung berichtet aktuell von einer geänderten russischen Taktik im Kampfgebiet.

Zentrum Woin

Ein ehemaliger Kommandant der Gruppe Wagner wurde in der russischen Stadt Belgorod Leiter des „WOIN“-Zentrums. „WOIN“ - das ist eine von Wladimir Putin per Dekret initiierte Einrichtung, die der militärisch-patriotischen Erziehung von Jugendlichen ab 14 Jahren dienen soll. Andrej Bogatow gilt als einer der ersten Kommandeure der Gruppe Wagner. Bei einem Einsatz in Syrien wurde er verwundet und verlor einen Arm. In der Folge übernahm er das Kommando einer Sicherungseinheit für eine Ölraffinerie. Zurück in Belgorod ist er jetzt in pädagogischer Mission tätig.

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