pak4Belojarski ist eine Kleinstadt mit etwa 20.000 Einwohnern im Autonomen Kreis der Chanten & Mansen /Jugra. Dort gibt es eine Zweigstelle der Organisation "Rettet Jugra", die sich dem Schutz der indigenen Völker dieser Region verschrieben hat. Nach ihrer eigenen Definition sind ihre Aufgaben:

  • Konsolidierung der indigenen Völker des Autonomen Kreises Chanty-Mansijsk – Jugra;
  • Schutz ihres Lebensraums;
  • Bewahrung der ethnischen Identität, Lebensweise und Kultur des Volkes der Chanten, Mansen und Nenzen, die im Autonomen Kreis der Chanten und Mansen – Jugra leben;
  • Bereitstellung eines (rechtlichen, sozialen, wirtschaftlichen) Schutzsystems für die kleinen Völker des Nordens, Schaffung einer Selbstverwaltung, die eine unabhängige Festlegung ihrer Entwicklungsprioritäten gewährleistet;
  • Interaktion mit der Regierung des Autonomen Kreises Chanty-Mansijsk – Jugra, den Stadtverwaltungen des Autonomen Kreises, Stärkung der Beziehungen in der finno-ugrischen Welt.

Einer ihrer Schützlinge hätte der junge Konstantin Sergejewitsch Pjak (Foto) sein können.

Nikolai Wiktorowitsch JakowlewNikolai Wiktorowitsch Jakowlew war 46 Jahre alt, von Beruf Maurer und lebte im Dorf Novochershilinsky im Bezirk Leninogorsk in Tatarstan.

Am 19.10.23 schloss er als Freiwilliger einen Vertrag mit dem Militär auf ein Jahr, am 14. November 23 war er schon tot. Wenn man miteinbezieht, dass zwischen Vertragsunterzeichnung auch eine Anreise zu einem Übungsgelände liegt, zumindest eine rudimentäre Soldateneinweisung erfolgen muss, so kann man davon ausgehen, dass der Mann schon beim ersten ernsthaften Einsatz getötet wurde.

Uns liegt ein ausführlicher Artikel über Nikolai des lokalen Internetmediums vor, den wir nachstehend dokumentieren - über den schnellen Tod kein Wort. Dabei ist das keine Ausnahme, täglich registrieren wir solche erbärmlichen Kurzeinsätze von Freiwilligen an der Front. Einfache Menschen mit überschaubarem Lebenslauf, die in sogenannten "Fleischattacken" in den Tod getrieben werden.

Astra Bericht

In den von Russland besetzten Gebieten der Ukraine wurden schnell neue Polizeistrukturen eingerichtet. Mit Beamten aus Russland wird sichergestellt, dass es keinen zivilen Ungehorsam gegenüber den Besatzern gibt. Schon mehrfach waren deshalb Polizeidienststellen Ziele ukrainischer Raketen. Hier ein Bericht der Nachrichtenagentur Astra vom 29.11.23:

Vier Polizisten, darunter der „Chef der Nachhut“ und der „stellvertretende Abteilungsleiter“, wurden bei einem Angriff auf die Besatzungs-„Polizeiabteilung“ „Novokakhovsky“ in der Region Cherson getötet, 17 verletzt.

Tscheljabinsk2021

Tscheljabinsk - " Walk of Fame" -- Urheber: Vyacheslav Bukharov -- Lizenz: CC BY-SA 4.0 

Tscheljabinsk, die Millionenstadt im Ural, trat vor zehn Jahren in den Mittelpunkt des Interesses. Im Gebiet der Oblast ging ein ein riesiger Meteor mit einem Gewicht von etwa 12.000 Tonnen nieder - der größte seit über 100 Jahren. Durch die Druckwelle entstand eine laute Abfolge von Knallen, Fenster gingen zu Bruch und das Dach einer Fabrik stürzte ein.

Im Krieg gegen die Ukraine wird auch in der Oblast Tscheljabinsk fleißig gestorben. Die Opfer kommen vorwiegend aus den Dörfern und Kleinstädten, was die Zuordung häufig erschwert.

Tscheljabinsk: Teil I bis 100  -- Teil II bis 200 -- Teil III bis 400 -- Teil IV bis 600 -- Teil V bis 800 -- Teil VI bis 1000 -- Teil VII bis 1.500 -- Teil VIII ab 1.501

Puder1

Foto des Hinterhalts am 18.01.24

Russland benötigt für den Ukrainekrieg ständig neue Soldaten. Dafür zieht man ganze Garnisonen von den Grenzen zur NATO und zur Ukraine ab und schickt Wehrpflichtige stattdessen zur Grenzsicherung. Wir hatten im Sommer bereits über einen jungen Soldaten berichtet, der Essen für  Wachposten an der Grenze brachte und auf der Rückfahrt in einen Hinterhalt tschetschenischer Soldaten geriet, die auf Seiten der Ukraine kämpften.

Unser aktueller Fal ist beinahe identisch. Diesmal heißt der junge Wehrpflichtige Maksim Tschernyschew und kommt aus der Stadt Tomsk in Sibirien. Er wurde am 26. Februar 2003 geboren und fährt wohl einen roten Audi. Im Rahmen seines Wehrdienstes landete er als Fahrer einer Grenzschutzeinheit in der Region Brjansk. Zusammen mit drei Kollegen war er am 18. Januar 24 in einem tarnfarbenen Armeelaster mit aufgemaltem "Z" in der Grenzregion unterwegs.

Seit beinahe zwei Jahren überzieht Russland die Ukraine mit einem mörderischen Krieg. Fast täglich gibt es dabei zivile Opfer, wenn die russischen Raketen, Maschflugkörper und Artilleriegeschosse irgendwo einschlagen und dabei vorwiegend zivile ukrainische Opfer treffen.

Zum Jahreswechsel erlebte die russische Stadt Belgorod einen massiven Angriff ukrainischer Drohnen - wohl gerichtet auf militärische Ziele in der Stadtregion. Die russische Luftabwehr wurde aktiv, einige ihrer Raketen schlugen direkt im Stadtgebiet ein, Bruchstücke der Drohnen und der Luftabwehr gingen über Belgorod nieder. Ingesamt wurden dabei 25 Menschen getötet, über 100 verletzt.

Auch wenn im folgenden Beitrag die Autorin Täter und Opfer verdreht, zeigt er doch die vielen menschlichen Tragödien, die das Regime Putin hüben und drüben der Grenze zu verantworten hat:

Agzu

Dorf Agzu in der Region Primorje -- Urheber: Романвер из русский Википедия -- Lizenz: CC BY-SA 3.0

Es gibt nicht mehr viele von den Udehe, weniger als 2.000 hat man Anfang dieses Jahrtausends gezählt. Die Udehe sind ein indigenes Volk, das im Süden Russlands entlang des Amur und seiner Nebenflüsse siedelt. Sie sind tradionelle Jäger und Sammler und leben auch heute noch hauptsächlich von der Pelztierjagd. Seit der Perestroika kämpfen die Udehe für die Selbstbestimmung über ihre Siedlungsgebiete - bisher ohne Erfolg.

Im Dorf Agzu leben ausschließlich Udehe. Es ist eines der abgelegensten Dörfer im Nordosten der Region Primorje mit etwa 150 Einwohnern - abnehmende Tendenz. Das Dorf kann nur per Hubschrauber oder über eine 60 km lange Forststraße zum nächsten Dorf Samarga erreicht werden. Nun gibt es zwei Dorfbewohner weniger - auch sie sind als russische Soldaten im Krieg gegen die Ukraine gefallen.

OMZur Mitte des Monats Januar wollen wir einen Einblick in unsere Datenbank geben. Da sind die Daten leidlich aktuell, in das Eintragen der Listen nach Regionen kommen wir allerdings kaum nach. Gegenüber unserer letzten Veröffentlichung sind 1.351 neue Namen dazugekommen. Wir haben zum Termin 15.01.24 insgesamt 41.304 russische Kriegstote namentlich erfasst.

Der große Sprung gegenüber unserer letzten Veröffentlichung ist darauf zurückzuführen, dass wir zum Jahreswechsel versehentlich nicht alle Daten erfasst hatten. Wir haben das in den letzten Tagen korrigiert. Es wird deshalb eine korrigierte Fassung unseres Jahresabschlusses 2023 erstellt werden.

 Chocolate and Alexandrovsky park

 Stawropol:  Wohnkomplex Chocolate (links) & Alexandrovsky Park (rechts)-- Urheber: Tucvbif -- Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Region Stawropol liegt im hügeligen Vorland des Kaukasus, etwa in der Mitte zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer. Die Region besitzt das typische Kontinentalklima mit kurzen kalten Wintern und heißen Sommermonaten. In der Region leben etwa 1,8 Millionen Menschen, davon etwa 400.000 in der gleichnamigen Hauptstadt. Wichtigster Wirtschaftszweig ist die gut entwickelte Landwirtschaft - auch mit Wein- und Gartenbau. Daneben gibt es eine Vielzahl von Heilwasserquellen mit Kur- und Erholungsheimen bzw Heilstätten.

1995 hatten tschetschenische Terroristen bei der Geiselnahme von Budjonnowsk im Krankenhaus der Stadt 1600 Menschen als Geiseln genommen. Darunter befanden sich 150 Kinder und viele schwangere Frauen. Die Besetzung des Krankenhauses dauerte sechs Tage. 106 Geiseln, 11 Milizionäre und 14 Militärangehörigefanden dort den Tod. Heute sterben die wehrfähigen Einwohner im Krieg gegen die Ukraine.

Stawropol: Teil I bis 200 -- Teil II bis 400 -- Teil III ab 401

Astrachan

 Panorama Astrachan   -   Urheber: Мадюдя Денис Вячеславович -- CC BY-SA 3.0

Am Kaspischen Meer liegt die Oblast Astrachan mit etwa einer Million Einwohner. Die Hälfte der Bevölkerung  lebt in der gleichnamigen Hauptstadt, die sich im Wolgadelta befindet. Die Bevölkerung besteht mehrheitlich aus Russen, es gibt aber bedeutende kasachische und tatarische Minderheiten. Wirtschaftlich bedeutend ist traditionell die Fischerei, in jüngerer Zeit wurden Erdöl- und Erdgasfelder entdeckt, die ausgebeutet werden. 

 Im russischen Krieg gegen die Ukraine sind die ethnischen Minderheiten dabei überproportional vertreten.

Astrachan: Teil I bis 100 -- Teil II bis 300 -- Teil III ab 301

Znamensky ist ein ländlicher Vorort der Stadt Krasnodar. Im Juli 23 hatten wir über eine Gedenkstätte berichtet, die die Namen von gefallenen Soldaten im Krieg gegen die Ukarine aus der Region Krasnodar auflistet. Finanziert wurde die Anlage durch Spenden von Angehörigen der Kriegsopfer und auch aus öffentlichen Mitteln.

Dieses Denkmal ist ein gutes Dokument für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Zahl der Opfer wächst ständig.

Denkmal Znamensky 12.07.23:

Znamensky 12.07


Denkmal Znamensky 10.09.23:

Anton SiebertVon den vielen Russlanddeutschen in der Region Altai sind nur wenige geblieben, der Großteil ist nach Deutschland umgesiedelt. Von denen, die geblieben sind, beteiligten sich einige am Krieg gegen die Ukraine - entweder unfreiwillig, weil mobilisiert oder freiwillig, meist aus finanziellen Gründen.

Anton Siebert (Foto links) war solch ein junger Mann, geboren wurde er am 19. März 1997 im kleinen Dorf Kamyschenka im Bezirk Petropawlowsk. Dort ging er auch zur Schule, danach zog es ihn in die Hauptstadt Barnaul, wo er in der Berufsschule eine Ausbildung zum Schweißer absolvierte. Gearbeitet hat er in diesem Beruf aber nicht, sondern hat als Fahrer seinen Unterhalt verdient. Und in seiner Freizeit hat er Fußball gespielt.

Georgij Nikolajewitsch DmitriewDie Söldnertruppe Wagner ist Geschichte, aber noch immer erreichen uns bisher unbekannte Informationen über im Krieg gegen die Ukraine gefallene Mitglieder. Der junge Mann, der ganz harmlos und freundlich auf dem Foto erscheint, gehörte auch zu den Söldnern, die die Gruppe Wagner aus den russischen Gefängnissen rekrutiert hatten.

Es ist Georgij Nikolajewitsch Dmitriew, geboren am 23.08.1992 aus Tomsk, der bereits im Alter von sechzehn Jahren eine Latte von Straftaten begangen hatte, die ihm 2008 drei Jahre Gefängnis einbrachten. Gebessert hat er sich danach nicht. Zusammen mit einem Komplizen tötete er betrunken einen Bekannten:

Kirow

 Bahnhofsvorplatz in Kirow  -- Urheber: ecom -- CC BY-SA 3.0

Kirow ist die Hauptstadt der gleichnamigen Oblast. Die Stadt hat etwa 470 Tausend Einwohner, die gesamte Oblast etwa 1,3 Millionen. Die Stadt liegt an der Transsibirischen Eisenbahn und am schiffbaren Fluss Wjatka. Kirow beherbergt Industrie in den Bereichen Maschinen- und Gerätebau, Elektrotechnik, Elektronik, mikrobiologische Industrie, Holzverarbeitung, Lebensmittel- und Leichtindustrie.

Kirow: Teil I bis 200 -- Teil II bis 400 -- Teil III ab 401

OMDer Krieg Russlands gegen die Ukraine hat sich im Jahr 2023 verschärft. Die Opferzahlen sind gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. War es am Jahresanfang 2023 noch der russische Sturm auf Bakhmut, hauptsächlich vorgetragen durch Insassen von Haftanstalten, der die Todesrate in die Höhe schnellen ließ, werden diese zum Ende des Jahres übertroffen. Zu keiner Zeit haben wir mehr russische Kriegstote notiert, wie in den letzten Monaten des Jahres 2023.

Mit dem Eintragen in unsere Listen nach Regionen kommen wir kaum nach, unsere Datenbank ist aber aktuell. Danach ergeben sich Stand 31.12.23 folgende Zahlen:

Belgorod Rakete

Bei einem Raketenbeschuss der russischen Stadt Belgorod nahe der Grenze zur Ukraine soll es nach russischen Angaben 24 Todesopfer und 110 Verletzte  gegeben haben. Unter den Todesopfern befänden sich danach auch drei Kinder.

Tatsächlich gab es einen Raketenangriff der Ukraine auf militärische Ziele im Stadtgebiet von Belgorod. Ein großes Waffendepot wurde auch getroffen. Bei dem Versuch, diesen Angriff abzuwehren, sind wohl Teile der Raketen beider Seiten über der Innenstadt abgestürzt und explodiert. Es gibt auch Videoaufnahmen die zeigen, wie fehlgeleitete Abfangraketen direkt im Stadtgebiet aufschlagen.

Einen Tag zuvor hatte Russland mit deutlich über 100 Raketen und Drohnen die Ukraine angegriffen und hauptsächlich zivile Ziele getroffen. Dabei kam es zu einer wesentlich höheren Anzahl an Toten und Verletzten.

Nikita Viktorowitsch WoronaVorbemerkung: Nikita Viktorowitsch Worona war ein junger Vorzeigeoffizier der russischen Armee. Er durfte Russland bei internationalen militärischen Wetbewerben vertreten.

Doch irgend etwas lief schief in seiner Karriere. Er wurde an die Front versetzt und direkt dem  Himmelfahrtskommando einer Sturm-Z-Einheit zugeteilt. Am 29.10.23 kam er ohne jegliche Kampferfahrung an, bereits am 08.11.23 war für ihn Schluss.

Nachfolgend der Beitrag der regionalen VK-Seite Amur.info aus Blagoweschtschensk.

MilitaerPolizei

Am 09. November 23 war in einem unscheinbaren Gebäude in der Stadt Skadowsk eine Morgenbesprechung der russischen Militärpolizei angesetzt, an der hochrangige Offiziere teilnahmen. Die Stadt Skadowsk liegt im russisch besetzten Teil der Region Cherson. Ganz genau nannte sich jener Truppenteil "126. militärische Ermittlungsabteilung des Russischen Untersuchungskomitees".

Bakinskaya n

Der erste Friedhof der im Ukrainekrieg gefallenen Wagner-Söldner wurde in der Nähe der Großstadt Krasnodar angelegt. Auf halber Strecke zwischen Krasnodar und der Kleinstadt Gorjatschi Kljutsch liegt das Dörfchen Bakinskaya, das nur wenige Kilometer vom Trainingsgelände der Gruppe Wagner entfernt liegt. Knapp 700 Gräber haben wir dort gezählt, mit Holzkreuzen für die christlich getauften Söldner oder mit Halbmond für die Muslime.

All das ist inzwischen verschwunden, es gibt keine Grabhügel mit Blumen, Kränzen, Kreuzen oder Halbmonden mehr. Ersetzt wurde das alles durch sogenannte Drachenzähne - eigentlich eine  Panzersperre, hier mit Namen und Daten der gefallenen Söldner versehnen.

Iwan Nikolajewitsch KriwoschejewDer russische Leutnant Iwan Nikolajewitsch Kriwoschejew wurde in der Ukraine getötet und am 16. Dezember 23 im Dorf Lapschowo in der Region Pensa beerdigt. Soweit der wesentliche Inhalt einer der vielen Todesmeldungen, die wir täglich im Internet sichten.

Auf der Suche nach einem Foto des Leutnants stellte sich heraus, dass der von uns bearbeitete Beitrag doch recht weit von der Wirklichkeit entfernt war. 

Zunächst die erste von uns entdeckte Nachricht vom 14.12.23:

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