ToljattiToljatti an der Wolga -- Urheber: Alexxx1979  -- Lizenz: CC BY-SA 4.0

Toljatti ist die zweitgrößte Stadt in der Oblast Samara. Die Samara/Toljatti gilt als eines der wirtschaftlich am weitesten entwickelten Gebiete Russlands und hat eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten in der Russischen Föderation. Toljatti ist die Heimat des Lada, des bekanntesten russischen Autos. Benannt wurde die Stadt nach dem italienischen Kommunisten Palmiro Togliatti.

Hatte die Region Samara bisher eine geringe Rate an toten Soldaten im Krieg gegen die Ukraine, änderte sich das mit der Sylvesternacht schlagartig. Mindestens 138 Soldaten aus der Region sollen bei einem Raktenangriff auf eine von der russischen Armee als Unterkunft und Hauptquartier benutzten Berufsschule in Makijiwka.

Samara : Teil I bis 100 -- Teil II bis 200 -- Teil III bis 400 -- Teil IV bis 600 -- Teil V ab 601

Murmansk

Panorama Murmansk -- Urheber : Вячеслав Лобанов - CC BY 3.0

Murmansk liegt nördlich des Polarkreises, durch die Ausläufer des Golfstroms besitzt die Stadt einen auch im Winter eisfreien Hafen. Murmansk sowie das 20 km nördlicher gelegene Seweromorsk sind wichtige Stützpunkte der russischen Nordflotte. Die Oblast Murmansk hat etwa 800.000 Einwohner, davon leben in der Stadt 300.000 Menschen. Wichtigster Wirtschaftszweig ist neben der Marine der Bergbau, in der Oblast werden Apatit, Nickel, Eisenerz, Kupfer und andere Bodenschätze gewonnen. Daneben haben der Fischfang und die Holzwirtschaft Bedeutung.

Murmansk: Teil I bis 100 -- Teil II ab 101

OMNatürlich beschäftigen wir uns auch mit der Frage, wieviele Kriegstote hat Russland tatsächlich zu verzeichnen? Auf die staatlichen Mitteilungen ist kein Verlass, hier wird häufig nur das bestätigt, was sowieso schon bekannt war. Aber auch viele Familien behandeln ihre gefallenen Verwandten als Geheimsache und wollen keine Öffentlichkeit – warum auch immer.

Auf der anderen Seite bestätigen staatliche Stellen unsere Zählungen – zum Beispiel über die Zurückstellungen für Abfindungen für getötete oder verletzte Soldaten in den regionalen Etats. Aber auch regionale Medien oder Initiativen haben die Registrierung von Kriegstoten nicht wirklich eingestellt und liefern Vergleichszahlen.

Omsk

 Omsk - Panorama -- Urheber: sergey trubitsyn - CC BY 3.0

Omsk ist eine Großstadt in Sibiren mit 1,1 Millionen Einwohnern. Es ist auch die Hauptstadt der gleichnamigen Oblast mit einer Gesamtbevölkerung von knapp zwei Millionen. Die Region Omsk ist der viertgrößte Wirtschaftsstandort Russlands, mit einem Zentrum der Petro- und Rüstungsindustrie. Angebunden ist die Stadt an die Transsibirische Eisenbahn.

Auch Omsk ist eine Stadt aus den Randgebieten Russlands. Die Oblast grenzt im Süden an Kasachstan. Nach Kiew sind es etwa 3.000 km Luftlinie, trotzdem sterben junge Menschen auch im Krieg russischen Krieg gegen die Ukraine.

Omsk: Teil I bis 200 -- Teil II bis 400 -- Teil III ab 401

Waisen im KriegAngarsk ist eine Großstadt in der Oblast Irkutsk in Sibirien. Im Waisenhaus von Angarsk wurde mit einem Banner Werbung für den Ukrainekrieg gemacht.

Im „Zentrum für Hilfe für Kinder ohne elterliche Fürsorge“ gibt es jetzt eine Ecke für die "Helden" des Kriegs gegen die Ukraine. Ein Transparent, das in der Lobby hängt, zeigt Fotos von sechs ehemaligen Zöglingen des Waisenhauses, die in den Krieg in die Ukraine aufbrachen.

Kirow

 Bahnhofsvorplatz in Kirow  -- Urheber: ecom -- CC BY-SA 3.0

Kirow ist die Hauptstadt der gleichnamigen Oblast. Die Stadt hat etwa 470 Tausend Einwohner, die gesamte Oblast etwa 1,3 Millionen. Die Stadt liegt an der Transsibirischen Eisenbahn und am schiffbaren Fluss Wjatka. Kirow beherbergt Industrie in den Bereichen Maschinen- und Gerätebau, Elektrotechnik, Elektronik, mikrobiologische Industrie, Holzverarbeitung, Lebensmittel- und Leichtindustrie.

Kirow: Teil I bis 200 -- Teil II ab 201

Sacha

Werchojansker Gebirge, Republik Sacha -- Urheber: Ilya Varlamov Lizenz: CC BY-SA 3.0

Jakutien oder Sacha wie das Land heute amtlich heißt, ist eine Republik im nordöstlichen Teil des asiatischen Russlands. Die Fläche des Landes ist beinahe so groß wie Indien, aber dünn besiedelt, gerade mal eine knappe Million Einwohner hat die Region. Das Land ist reich an Bodenschätzen - Edelmetallen, Erdöl, Erdgas, Kohle und Diamanten. 

Der Journalist Vitaly Obedin zu Jakutien: „Leider kann der Chef von Jakutien derzeit am besten das Image einer kreativen, exotischen und fortschrittlichen Region auf föderaler Ebene verkaufen ... Und dies wird nicht durch die Tatsache behindert, dass mehr als ein Viertel der Bevölkerung hier im Winter bei minus 40 "auf Holztoiletten geht, heizt die Räumlichkeiten mit Holz und nutzt mangels fließendem Wasser das auf den Seen gehackte Eis".(Telegram-Link)

Sacha (Jakutien): Teil I bis 100 -- Teil II bis 300 -- Teil III ab 301

Berjosowski WagnerLangsam werden immer mehr Details über den Wagner-Friedhof bei Jekaterinburg bekannt. Der Friedhof wird für die Wagner-Söldner benutzt, die entweder keine Angehörigen haben oder wo Verwandte nichts mehr mit dem Menschen zu tun haben wollen. Aber es gibt auch Ausnahmen.

Die Journalisten von "NeMoskva" konnten die Identität einiger der dort Begrabenen herausfinden. Einige stammen nicht aus der Region Swerdlowsk, wahrscheinlich alle wollten als Söldner vom Gefängnislager in die Freiheit entkommen.

BerjosowskiDurch ein Video wurde ein neuer Wagner-Friedhof publik. Er befindet sich auf dem Nordfriedhof der kleinen Stadt Berjosowski, die nur 15 km von der Hauptstadt Jekaterinburg entfernt ist. Berjosowski ist übrigens das Zentrum der Goldförderung im Ural.

Den Wagner-Gräbern wurde ein eigener Sektor auf dem örtlichen Friedhof zugewiesen. Es wurden 67 Gräber gezählt. Alles sind Männer, das Durchschnittsalter liegt bei 30-40 Jahren. Die meisten Todesfälle ereigneten sich, den Aufschriften nach zu urteilen, im Dezember-Januar (es gibt auch Februar). Alle Gräber sind vom gleichen Typ: ein Kreuz, eine Tafel, zwei Kränze, einer davon mit der russischen Trikolore und einem Doppeladler. Alle sind mit Nadelzweigen bedeckt.

Stand 23.03.23 wurden 68 Namen identifiziert. Alle sind unter Swerdlowsk V aufgeführt

Kaliningrad

 Kaliningrad - Blick auf die Stadt -- Urheber: Valdis Pilskalns -- CC BY 3.0

Kaliningrad, das frühere Königsberg, ist eine russische Exklave eingeschlossen durch Polen und Litauen. Die Stadt und die Oblast haben zusammen knapp eine Million Einwohner. Wirtschaftlich ist die Region ohne große Bedeutung, sie hat aber für Russland große militärstrategische Relevanz.

Der Hauptstützpunkt der russischen baltischen Flotte befindet sich im ganzjährig eisfreien Hafen von Baltijsk. Dazu ist das dortige Militär seit 2015 mit Iskanderraketen ausgestattet, die mit Nuklearsprengköpfen bestückt werden und mit ihrer Reichweite auch Deutschland erreichen können.

Kaliningrad: Teil I bis 150 -- Teil II ab 151

Khyshikto Bazarovich TsybikovKhyshikto Bazarovic Tsybikov ist der 600. gefallene Soldat aus Burjatien, den wir hier aufgelistet haben. Keine Region Russlands hat seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine solch hohe Verlustzahlen zu beklagen wie Burjatien. Und sie steigen weiter, in einigen Regionen der Teilrepublik wurden deshalb öffentliche Veranstaltungen abgesagt.
Für Russlands imperiale Ambitionen sterben bevorzugt die nicht russischen Ethnien, wie zum Beispiel die Burjaten oder Tuwiner. Menschen aus den abgelegenen Provinzen Russlands, die unter ärmlichen oder einfachsten Bedingungen leben und durch den für ihre Verhältnisse extrem hohen Sold in den Kriegsdienst gelockt werden. Jenen Soldaten Khyshikto
wollen wir vorstellen, der allerdings zu den mobilisierten Burjaten gehört.

Logo of the Wagner GroupDie Zahl der Kriegstoten der Gruppe Wagner wächst beständig schnell. Und das obwohl viele Angehörige von gefallenen Söldnern diese Zugehörigkeit verschweigen. Auf dem Wagner-Friedhof in Bakinskaya ist die Zahl der Gräber jetzt auf 413 angestiegen. Über alle russischen Regionen hinweg haben wir den Tod von 1.319 Söldnern registriert - in der Summe 1.732 tote Wagner-Kämpfer.

Udmurtien

Dorf Kuwa - Udmurtien -- Urheber: GeocoIumbus -- CC BY-SA 4.0

Udmurtien ist eine Republik im russischen Föderationskreis Wolga mit etwa 1,5 Millionen Einwohnern. Hauptstadt ist Ischewsk mit über 600 tausend Einwohnern. Udmurtien liegt im europäischen Teil Russlands westlich des Uralgebirges zwischen den Flüssen Kama und Wjatka. Das Land ist stark industrialisiert und gut erschlossen.

In der Republik gab es einige sehr intelligente Proteste gegen den Krieg in der Ukraine, die aber von der Polizei schnell unterbunden wurden. Wir hatten einen kleinen Teil hier dokumentiert.

Udmurtien: Teil I bis 200 -- Teil II bis 400 -- Teil III ab 401

Petrosawodsk

Blick auf Petrosawodsk im Sommer -- Urheber: Eniisi Lisika - CC0

Die Republik Karelien hat eine über 700 km lange Grenze zu Finnland. Ihre Landschaft stellt eine Fortsetzung der finnischen Seenlandschaft nach Osten dar. Die Forstwirtschaft bietet wenig Arbeitsplätze, die Landwirtschaft darbt, die alten Felder und Wiesen verbuschen, die Dörfer sind über Schotterpisten schlecht erreichbar. Karelien hat etwa 640.000 Einwohner, davon leben 260.000 in der Hauptstadt Petrosawodsk.

Karelien: Teil I bis 100 -- Teil II ab 101

Kreml Nischni Nowgorod

Kreml in Nischni Nowgorod  -- Urheber: A.Savin - Eigenes Werk - Lizenz:: Free Art License 1.3

Die Oblast Nischni Nowgorod liegt im europäischen Teil Russlands an der Wolga und ihre Fläche ist beinahe so groß wie Österreich. Von Moskau aus erreicht man die gleichnamige Hauptstadt leicht mit der Transsibierischen Eisenbahn, die Fahrtzeit beträgt etwa vier Stunden. Nischni Nowgorod gehört zu den interessantesten russischen Städten.

Mit Beginn der Mobilisierung Ende September 2022 haben sich die Todeszalhlen russischer Soldaten im Krieg gegen die Ukraine in fast allen Verwaltungseinheiten an der Wolga beschleunigt - auch aus der Oblast Nischni Nowgorod. Es sieht danach aus, dass die frischen Rekruten vorwiegend aus diesen Regionen mit wenig Vorbereitung an die Front geworfen wurden.

Nischni Nowgorod: Teil I bis 100 -- Teil II bis 300 -- Teil III bis 500 -- Teil IV bis 700 -- Teil V ab 701

Narwa

 Grenzfluss Narva zwischen Iwangorod (Russland) und Narwa (Estland)
Urheber: Diego Delso  -- Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0

St. Petersburg ist mit 5,4 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Russlands. Sie wird umgeben von der Oblast Leningrad mit ca. 1,8 Millionen Einwohnern, deren Verwaltung auch in St. Petersburg beheimatet ist. Die historische Innenstadt von St. Petersburg ist Weltkulturerbe.

St. Petersburg & Oblast Leningrad:  Teil I bis 100 -- Teil II bis 300 -- Teil III bis 500 -- Teil IV bis 700 -- Teil V ab 701

Perm FlusstalFlusstal in Perm -- Urheber:  Annapurna - Eigenes Werk - CC BY-SA 4.0

Perm, die Haptstadt der Region, ist von Moskau gut 1.300 km entfernt. Die östlichste Millionenstadt Europas war noch bis 1991 eine für Ausländer verbotene Stadt. Der Grund waren die Rüstungsbetriebe in der Stadt, auch heute verfügt die Stadt über eine sehr starke industrielle Produktion - noch vor Ufa und Jekaterinburg. Und als Nebenprodukt soll Perm auch die höchste Kriminalitätsrate Russlands aufweisen. Siehe auch Bezrk Vereshchaginsky.

Perm: Teil I bis 100 -- Teil II bis 200 -- Teil III bis 400 -- Teil IV bis 600 -- Teil V bis 800 -- Teil VI bis 1.000 -- Teil VII ab 1001

Spaso Kamenny Kloster klein Das 550 Jahre alte Spasso-Kamenny Kloster im Kubenasee - Urheber: Yury SaygonCC BY-SA 3.0

Die Oblast Wologda gehört zum Föderationskreis Nordwestrusslandund und hat etwa 1,2 Millionen Einwohner. Verwaltungssitz ist die gleichnamige Stadt mit etwa 300.000 Bewohnern, die am Fluss Wologda liegt. Der wichtigste Wirtschaftsstandort der Region ist die Stadt Tscherepowez mit 310.000 Einwohnern. Die Landschaft der Oblast ist hügelig mit vielen Flüssen, Seen und Sümpfen. Wichtigster Wirtschaftsfaktor ist die Metall verarbeitende Industrie.

Wologda: Teil I bis 150 -- Teil II bis 300 -- Teil III ab 301

Lena

Panorama des Dorfes Lena -- Urheber: msdte - CC BY 3.0

Archangelsk (wörtlich „Erzengelstadt“) ist eine Hafenstadt in Nordrussland mit 348.783 Einwohnern. Sie ist administratives Zentrum der Oblast Archangelsk mit insgesamt 1,2 Millionen Einwohnern und befindet sich oberhalb der Mündung der Nördlichen Dwina in das Weiße Meer.

Insgesamt 38 im Ukrainekrieg gefallene Soldaten wurden bisher öffentlich gemacht, darunter auch der Sohn des stellvertretenden Gouverneurs des Autonomen Kreises der Nenzen.

Archangelsk: Teil I bis 150 -- Teil II bis 300 - Teil III ab 301

Tuwa

Aus Tuwa -- Urheber: Тыва музей - CC BY-SA 4.0

Die Republik Tuwa ist eine zur Russischen Föderation gehörende autonome Republik im südlichen Teil von Sibirien. Dort leben etwa 300.000 Einwohner. Die Tuwiner sind ein Turkvolk und stellen die Mehrheitsbevölkerung in der Republik. Im Vergleich zu anderen russischen Regionen ist die Wirtschaft unterentwickelt - hauptsächlich Landwirtschaft mit Viehhaltung. Die Republik weist die schlechtesten Werte für Kriminalität, Armut, Lebensqualität, Lebenserwartung, Arbeitslosigkeit und Alkoholismus auf.

Der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu kommt aus Tuwa. Was ihn nicht hindert, die Jugend seiner Republik in der Ukraine in den Tod zu schicken.

Tuwa: Teil I bis 200 -- Teil II bis 400 -- Teil III ab 401

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