Geboren unter Putin, getötet unter Putin


Sergej Sergejewitsch Schatow
geboren am 05. März 2001

Dascha-Nima Bairowitsch Babujew
geboren am 01. Januar 2002

Egor Nikolajewitsch Gurinow
geboren am 01. Januar 2002

Bain Erdynewitsch Lubsanow
geboren im Jahr 2.000

Erdem Schoischodorschiewi. Tsyrenow
geboren 16.03.2001

Maxim Bimbajewitsch Tsydypow
Maxim Bimbajewitsch Tsydypow
geboren 25.09.2000


Alexander Jewgenjewitsch Jerbajew
geboren 25. 11.2002

Alexej Dmitrijewitsch Tokarew
geboren 23. Juni 2000

Iwan Alexandrowitsch Nikitin
geboren 11. Januar 2000

Dmitri Wladislawowitsch Michejew
geboren 25. August 2004

Pjotr Andrejewitsch Alexandrowski
geboren 26. April 2003

Alexander Zyrenow
geboren 1. September 2004

VivaEPK02

Balettaufführung zum Jahr des "Verteidigers des Vaterlandes" des Polydisziplinären Kollegs in Jeisk

Im Monat Februar 2025 waren 10 Prozent aller von uns erfassten russischen Kriegstoten nach dem 1. Januar 2000 geboren. Wir halten genau diesen Stichtag für relevant, weil alle diese jungen Menschen unter der Präsidentschaft von Wladimir Putin geboren wurden. Die Gründe, warum so viele junge Männer in den Krieg ziehen sind vielfältig - manche werden übertölpelt, andere sind in der Ausbildung gescheitert, viele lockt das viele Geld, einige entziehen sich einem Urteil und Haft und generell wurden die meisten der jungen Männer in ihrer gesamten Entwicklung zu einem militärischen Patriotismus erzogen.

Schule und Studium sind mit dem Soldatentum fest verwoben. Die jungen Leute erreichen ihre Ziele schneller, wenn sie bei den vielfältigen Angeboten der Jugendarmee (Junarmija) innerhalb der Ausbildungseinrichtung mitmachen und deren gängige Narrative übernehmen: Russland ist ein bedrohtes Land, es verteidigt seine Kultur in der Ukraine, die dort gefallenen Soldaten sind Helden und leben ewig weiter...

Am Beispiel des Polydisziplinären Kollegs in Jeisk wollen wir dieses Ineinander von Ausbildung und Militarismus aufzeigen. Am 27. Februar 2025 fand auf dem Gelände und in der Aula des Kollegs eine Gedenkveranstaltung für die im Krieg gegen die Ukraine gefallenen Absolventen statt. Siehe auch Video am Ende des Beitrags

Tuwa Parlament

Am 20. Februar 2025 wurden im "Obersten Chural", dem Parlament der russischen Teilrepublik Tuwa, "Mutorden" an die Angehörigen im Krieg gegen die Ukraine gefallenen Soldaten verliehen. Insgesamt wurden an diesem Tag 26 Mutorden feierlich verteilt, wobei diese Ehrung beinahe jedem im Krieg getöteten russischen Soldaten zu Teil wird.

Über die wirtschaftliche Situation in Tuwa schreibt die russische Wikipedia: "Tuwa ist die ärmste subventionierte Region der Russischen Föderation (die Armutsquote in der Republik lag 2017 bei 41,5%). Die Kinderarmut in der Republik ist beispiellos. Der Kinderanteil in der Bevölkerungsstruktur beträgt etwa 35%, und aufgrund der fehlenden Beschäftigung bezieht die Mehrheit der Familien Sozialleistungen."

Viktor Nikolajewitsch BleiderDie Dorfschule gab den Tod von Viktor Nikolajewitsch Bleider bekannt. Viktor kam aus dem Dorf Biriktschul in Chakassien, war 43 Jahre alt und hatte sich wahrscheinlich freiwillig gemeldet. Er wurde am 24. Januar 2025 in der ukrainischen Region Donezk getötet. Daniel Nikolajewitsch Reinwald

Daniel Nikolajewitsch Reinwald hatte sich wohl nach dem Wehrdienst als Zeitsoldat verpflichtet. Er wurde in der Ukraine getötet und im kleinen Dorf Moscharow-Maidan in der Oblast Nischni-Nowgorod begraben. Geboren am 25. Juli 2002, getötet am 5. November 2024.
Lew Ockert
Lew Wladimirowitsch Ockert war untauglich und musste keinen Wehrdienst ableisten. Das wurmte ihn, er wollte ein richtiger Mann sein. Aber beim Kriegsdienst nehmen sie jeden und so unterzeichnete er einen Militärvertrag. Seiner Freudin erklärte er: „Vika, ich möchte meine Mutter, alle meine Lieben und dich beschützen."  Lew lebte in Bratsk, einer Großstadt in Irkutsk.

Die folgende Liste enthält 42 Namen aus dem Monat Februar 2025, die von Russlanddeutschen sein könnten. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und vielleicht haben manche Namen auch einen anderen Ursprung. Korrekturen nehmen wir gerne entgegen und wer sich mit der Material näher beschäftigen möchte, dem stellen wir gerne auch die ganze Namensliste aus dem Monat Februar 2025 zur Verfügung (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Ich suche DichWir haben am 25. Februar das ukrainische staatliche Projekt "Ich will jemanden finden" vorgestellt, über das russische Bürger eine Suche nach vermissten oder gefangenen russischen Soldaten starten können. Es gibt so viele Fragen innerhalb der russischen Bevölkerung nach dem Schicksal von Soldaten, Angehörige suchen nach weiteren  Informationen oder wollen wissen, wie sie eine Identifizierung unterstützen können - die Behörden und das Militär helfen dabei in der Regel nicht.

Viele getöteten Soldaten liegen im Niemandsland zwischen den Fronten - teilweise schon seit über einem Jahr. Die Leichen sind in einem verwesten Zustand, von Tieren angefressen und nur unter Lebensgefahr zu bergen. Deshalb kümmert sich die Armee nur wenig darum.

Die Angehörigen dagegen werden über das Schicksal der Soldaten häufig im Ungewissen gelassen.

Inzwischen gibt es zahlreiche Initiativen auf VKontakte, Telegram oder mit eigenen Webseiten, die sich mit all den Suchanfragen beschäftigen. Dazu gibt es Chatrooms auf Telegram, in denen sich Angehörige austauschen können. Wir wollen einige vorstellen.

Wie behinderte Menschen aus dem Krieg mit der Ukraine in Russland leben

Ein Soldat ohne Bein krabbelt die Treppe hinauf - Artem Glebow bat seine Freundin, dieses Video zu drehen, um die Haltung gegenüber behinderten Menschen in Russland zu zeigen. Der ehemalige Soldat aus Surgut (Großstadt im Autonomen Kreis der Chanten und Mansen/Jugra), der an der Invasion in der Ukraine teilgenommen hat, hat seine gesamten Raten für Kredite und medizinische Behandlungen ausgegeben und ist nun gezwungen, bei seinen Eltern zu leben. Er wartet seit fast zwei Jahren auf eine Prothese für sein rechtes Bein. Seine Freunde schreiben Beschwerden an die Staatsanwaltschaft und den Präsidenten - sie bleiben unbeantwortet.

Andere Kriegsversehrte geben gegenüber den Journalisten zu, dass Artems Situation nicht die schlimmste ist - immerhin hat er Zahlungen für seine Verletzung erhalten.

Im Krieg gegen die Ukraine gefallene Soldaten aus der Oblast Astrachan

Astrachan Titel

Junge Rekruten unter Führung eines Popen wurden zur Feier abkommandiert

Die Oblast Astrachan liegt im Südosten des europäischen Russlands, die Wolga mündet in der Region in das Kaspische Meer. In der gesamten Oblast leben etwa eine Million Menschen.

Am 23. Februar 25 fand in der Stadt Astrachan die Eröffnung eines Denkmals für die gefallenen Soldaten der gesamten Oblast statt. Auf den 13 Tafeln befinden sich 1.112 Namen der im Krieg gegen die Ukraine getöteten Männer. Stichtag war der 15. Januar 25 und seither werden neue Namen dazugekommen sein.

Dieses Denkmal mit all den vielen Namen dürfte die umfassendste Gedenkstätte zum Krieg gegen die Ukraine in Russland sein. Sie ist gleichzeitig ein Menetekel für die russische Führung, das zeigt, dass ihre Zeit langsam aber sicher abläuft. Denn diese ungeheuren Verluste an Menschen kann auch die russische Gesellschaft auf Dauer nicht verkraften

Abschied

Wie die Suche nach Kriegstoten zu einer Einnahmequelle für ihre Frauen wird

Das ukrainische Projekt „Ich will jemanden finden“, das bei der Suche nach vermissten Russen hilft, hat nach eigenen Angaben in den drei Jahren des Krieges mehr als 60 Tausend Suchanfragen erhalten. Im Januar 2025 erhielt das Projekt mehr als 8.000 Anträge, was einen Rekord für den Krieg darstellt.

Die genaue Zahl der im Krieg mit der Ukraine vermissten russischen Soldaten lässt sich noch nicht ermitteln. Anna Ziwilewa, Putins Nichte und Leiterin der Stiftung „Verteidiger des Vaterlandes“, schätzt die Zahl auf 45.000, während die ukrainische Seite vermuet, dass etwa 60.000 Russen an der Front verschollen sein könnten. So oder so suchen russische Ehefrauen weiterhin nach ihren Männern, und einige nutzen das Kriegsthema, um ihre Social-Media-Konten zu promoten und damit Geld zu verdienen.

Projekt „Ich will jemanden finden“

Suchanfragen

Der staatliche ukrainische Telegramkanal befasst sich mit der Suche nach vermissten Soldaten der russischen Armee. Etwa 60.000 Suchanfragen sollen inzwischen dort eingegangen sein, im Januar 2025 waren es danach 8.548 Suchanfragen, die bisher höchste Zahl.

Um die Suche nach einem vermissten russischen Soldaten einzuleiten, können russische Angehörige eine Anfrage an den Telegram-Bot "@hochunaiti_bot" stellen. Die Zahl der Vermissten lässt sich anhand indirekter Daten abschätzen. 

Im Dezember 2024 sagte die stellvertretende Verteidigungsministerin und Nichte Putins, Anna Zivilewa, bei einem Treffen in der Staatsduma , dass seit Beginn des Krieges bei Angehörigen von Militärangehörigen 48.000 DNA-Tests zur Identifizierung der sterblichen Überreste durchgeführt worden seien.

Nachfolgend die Angaben des ukrainische Telegramkanals:

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine geht in das vierte Jahr und alle Medien haben darüber berichtet. Da wollen wir keinen weiteren Besinnungsaufsatz hinzufügen. Aber ein paar unserer Gedanken und Gefühle wollen wir einwerfen. Die Gefühle zuerst.

Die Durchsicht all der Meldungen zum Tod der russischen Soldaten hat uns häufig innerlich zum Kochen gebracht. All diese Lügen über die angeblichen Kriegsgründe Russlands, all die Verklärung der toten Soldaten zu Helden und all das Ignorieren des Offensichtlichen in einer Dauerschleife ohne Ende sind schwer zu ertragen.

Gerne hätte wir in den Kommentaren zu den Meldungen diese zurechtgebogen. Aber das hätte nur den Ausschluss unserer Accounts in den russischen Sozialen Medien zur Folge gehabt und damit unsere Arbeit erschwert.

Nun kommt aus den USA die selbe verlogene Rhetorik wie aus Russland. Die Ukraine ist schuld am Krieg, Zelensky ist ein Diktator und Russland hat sich seine Eroberungen mit dem Blut seiner Soldaten redlich verdient. Dazu will Präsident das Dreifache der amerikanischen Militärlieferungen zurückgezahlt bekommen, ausgezahlt in Seltenen Erden.

Alga

Das Alga-Freiwilligenbataillon wurde im Juni 2022 von der lokalen Regierung in Tatarstan geschaffen, um den russischen Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen. Der Begriff "Alga" kommt aus der tatarischen Sprache und bedeutet vorwärts. Den Freiwilligen, die einen Vertrag unterzeichnen wollten, wurde „ein stabiles Gehalt von 205.000 bis 270.000 Rubel, je nach militärischem Ausbildungsgrad angeboten. In Wirklichkeit erhielten die Militärangehörigen ihre ersten Zahlungen erst nach ihrer Ankunft im Kampfgebiet in der Ukraine und der größte Teil ihres Gehalts musste für den Unterhalt der Soldaten selbst ausgegeben werden.

Die Kriegseinsätze von Alga führten mehrfach zu hohen Verlusten innerhalb der Truppe. Mindestens 228 Freiwillige des Bataillons sind inzwischen gefallen und viele mehr wurden verletzt. Jedes Jahr wollen Angehörige am 6. Februar den gefallenen Soldaten gedenken. Die Veranstaltung im Jahr 2025 zeigt der Film am Ende dieses Beitrags. Dort wurde ein Banner mit 228 Namen gefallener Soldaten ausgerollt, wir konnten 58 neue Gefallene nachtragen.

Baschkortostan LogoDrei Fragen nach Baschkortostan

Seit Oktober 2024 gibt es einen beachtenswerten Telegramkanal aus Baschkirien, der über die Kriegstoten einfühlsam und mitfühlend berichtet, sich gleichzeitig aber deutlich von diesem Krieg distanziert.

Wir haben dem Telegram-Kanal "Fremder Krieg" aus Baschkortostan drei Fragen gestellt:

  • Warum weist Baschkortostan die höchsten Opferzahlen in Russland auf?
  • Warum gibt es so viele Freiwillige aus Baschkirien, obwohl die meisten den Einsatz nicht überleben?
  • Wann wird dieser Krieg enden, der den Reichtum Russlands verbrennt und der nur Opfer auf beiden Seiten bringt?

Wir haben folgende ausführliche Anwort aus Baschkortostan erhalten:

Unser Projekt ist der Wunsch, allen Baschkiren zu sagen, dass dies nicht ihr Krieg ist!

Baschkortostan 31.01Die russische Teilrepublik Baschkortostan hat zur Zeit die meisten Kriegstoten aller russischen Regionen in absoluten Zahlen. In unserer Statistik liegt zwar die Republik Tatarstan ganz vorne, dort hat eine Initiative die Aufgabe übernommen, alle Kriegstoten seit Beginn des Krieges zu recherchieren. Solch eine Anstrengung fehlt noch in Baschkortostan.

Die Grafik links zeigt einen ziemlich normalen Anstieg der Gefallenenzahlen entsprechend dem Kriegsverlauf bis zum Beginn des Jahres 2024. Danach wird die Kurve steiler und steiler.

Im ersten Teil unseres Bericht wollen wir aufzeigen, wie die Führung der Republik sich zum Krieg gegen die Ukraine stellt. Im zweiten Teil wollen wir die baschkirische Initiative "Fremder Krieg" zu Wort kommen lassen, die ab September 2024 einen aktiven Telegramkanal betreibt.

Ilirnei

Das Dorf Ilirrnei in Tschukotka -- Foto: AlGaman -- Lizenz: CC BY-SA 3.0

Wieder berichten wir aus dem Autonomen Kreis der Tschuktschen, heute aus dem kleinen Dorf Ilirnei mit 188 Bewohnern im Landesinneren von Tschukotka. Im Dorf leben hauptsächlich Tschuktschen, die Rentierzucht und Fischerei betreiben.

Ilrnei ist schwer zu erreichen. Der nächste Ort ist Bilibino, das über eine 150 km lange Winterstraße verbunden ist. Ansonsten gibt es regelmäßige Hubschrauberflüge zu dem Dorf.

Aktuell berichtet die Presseagentur von Tschukotka, dass zwei junge Männer aus Ilirnei im Krieg gegen die Ukraine getötet wurden. Wir geben den Bericht vom 12. Februar 25 im Original wieder. Im Verhältnis zu der Einwohnerzahl nimmt Tschukotka einen Spitzenplatz bei gefallenen Soldaten im Krieg gegen die Ukraine ein.

Wir haben dieses Projekt auf Basis eines Irrtums begonnen. Wir waren der Meinung, wenn die russische Bevölkerung über das wahre Ausmaß der Verluste an Menschen und Kriegsmaterial informiert würde, dieser Krieg schnell vorbei wäre. Tatsächlich hatten zu Beginn des Krieges einige russische Propagandisten nicht geglaubt, dass beim Überfall auf die Ukraine überhaupt russische Soldaten getötet werden würden und haben unsere ersten Berichte, gestützt auf Nachrichten in den lokalen russischen Medien, in Zweifel gezogen.

Unsere Datenbank weist zum 17. Februar 2025 insgesamt 100.181 Namen von getöteten russischen Soldaten auf und es ist kein Ende dieses Gemetzels abzusehen. Noch immer versucht das russische Militär unter hohen Verlusten sich Kilometer um Kilometer vor zubewegen, um bei möglichen Verhandlungen in einer günstigeren Position zu sein. Das Leben der eigenen Soldaten spielt dabei keine Rolle.

Konstantin Jurjewitsch Laubenstein Adam Anatoljewitsch Gerk Egor Borissowitsch Weber
Konstantin Jurjewitsch Laubenstein
aus der Stadt Uwa in Udmurtien, geb. 18.02.1993, beigesetzt am 14.01.25
Adam Anatoljewitsch Gerk
aus Dorf Troizkoje in der Region Omsk, mobilsiert, geb. 20.01.1989, getötet am 06.01.25
Egor Borissowitsch Weber
aus der Industriestadt Prokopjewsk in Kemerowo
Aleksey Alekseevich Goferberg Alexej Wladimirowitsch Reimer Sergej Wiktorowitsch Salzmann
Aleksej Aleksejewitsch Goferberg
aus Nowosibirsk
27.02.2001 - 24.12.2024
Alexej Wladimirowitsch Reimer
aus Chanty-Mansijsk im Autonomen Kreis der Chanten & Mansen, mobilisiert, geb. 14.04.88, getötet am 02.01.25
Sergej Wiktorowitsch Salzmann
aus Dorf Andronowo in der Region Kaluga
03.06.1984 -02.01.2025

Insgesamt konnten wir bei einer oberflächlichen Suche unter den getöteten russischen Soldaten im Januar 2025 insgesamt 51 deutsche Namen  identifizieren.

Issetskoje Schule1

Kreuz und quer durch Russland sind wir gerade im großen Dorf Issetskoje mit über 8.000 Einwohnern. Das Dorf liegt am westlichen Rand der Region Tjumen, die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt und der nächste Bahnhof ist 68 km entfernt.

Am 30. Januar 25 besuchten die Schüler Krasnowskaja Sekundarschule eine andere Schule im Bezirk, wo gemeinsam eine militär-patriotsche Unterrichtseinheit stattfand.

Also lassen wir die Schule selbst zu Wort kommen:

Zwei russische Angreifer beobachtet von einer ukkrainischen Drohne

Wie Kranke und Krüppel zum Kampf gezwungen werden

Neulich wurde ein weiterer mobilisierter Russe an die Front geschickt, der in die Kategorie „D“ (wehrunfähig) eingestuft worden war. Nach seiner Verwundung wurde er einer Einheit in Omsk zugeteilt, aber nach zweimonatiger Behandlung wurde er auf Krücken direkt an die Front geschickt. „Du gehst auf Krücken? So, auf Krücken und du gehst zur Infanterie!“ - zitierte Ilja Kowalenkos Frau den Kommandeur seiner Militäreinheit #90600 in einem Interview mit der Redaktion von „Fenster“.

Menschenrechtsaktivisten sagten, dass die Entsendung von Personen der Kategorie „D“ an die Front bereits vor drei Monaten - ab November 2024 - begonnen hat: Sogar diejenigen ihrer Mandanten, deren Ansprüche noch vor Gericht verhandelt würden, würden in den Krieg geschickt.

Alexei Repin

Balaschicha ist eine Großstadt an Moskaus östlicher Stadtgrenze, vom Zentrum der Hauptstadt etwa 25 km entfernt. Im Stadtteil Schelesnodoroschny gibt es ein militärisches Ausbildungs- und Taktikzentrum, an dem  feierlich ein Wandgemälde eingeweiht wurde.

Das Gemälde zeigt Alexej Alexandrowitsch Repin, geboren 1987 im sibirischen Tjumen. Der Mann war seit 2005 russischer Berufssoldat, der 2014 sich in einen Donbass-Separatisten verwandelte.  Alexej wurde schließlich im April 2024 in der Ukraine getötet. Posthum erhielt er einen Mutorden, den beinahe jeder gefallene russische Soldat verliehen bekommt.

Klassentreffen 1

Am 7. September 24 trafen sich die Schüler der „Akramowskaja Sekundarschule“ mit einem jungen Schulabsolventen. Zur Orientierung - wir befinden uns im kleinen Dorf Akromowo mit knapp 300 Einwohnern. Die Sekundarschule gehört zum Bezirk Morgauschki mit etwa 30.000 Bewohnern, der in der russischen Teilrepublik Tschuwaschien liegt.

Zu Gast war der 19-jährige Jewgeni Wladimirowitsch Sokolow, hier vermummt auf dem Bild oben, der sich auf Urlaub vom Kriegsdienst befand und der zum Schulanfang von seinen Erfahrungen im Krieg gegen die Ukraine berichtete.

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