30.09.2026 -- 241.171// Zuwachs zum 31.08.2026: 11.032
Balettaufführung zum Jahr des "Verteidigers des Vaterlandes" des Polydisziplinären Kollegs in Jeisk
Im Monat Februar 2025 waren 10 Prozent aller von uns erfassten russischen Kriegstoten nach dem 1. Januar 2000 geboren. Wir halten genau diesen Stichtag für relevant, weil alle diese jungen Menschen unter der Präsidentschaft von Wladimir Putin geboren wurden. Die Gründe, warum so viele junge Männer in den Krieg ziehen sind vielfältig - manche werden übertölpelt, andere sind in der Ausbildung gescheitert, viele lockt das viele Geld, einige entziehen sich einem Urteil und Haft und generell wurden die meisten der jungen Männer in ihrer gesamten Entwicklung zu einem militärischen Patriotismus erzogen.
Schule und Studium sind mit dem Soldatentum fest verwoben. Die jungen Leute erreichen ihre Ziele schneller, wenn sie bei den vielfältigen Angeboten der Jugendarmee (Junarmija) innerhalb der Ausbildungseinrichtung mitmachen und deren gängige Narrative übernehmen: Russland ist ein bedrohtes Land, es verteidigt seine Kultur in der Ukraine, die dort gefallenen Soldaten sind Helden und leben ewig weiter...
Am Beispiel des Polydisziplinären Kollegs in Jeisk wollen wir dieses Ineinander von Ausbildung und Militarismus aufzeigen. Am 27. Februar 2025 fand auf dem Gelände und in der Aula des Kollegs eine Gedenkveranstaltung für die im Krieg gegen die Ukraine gefallenen Absolventen statt. Siehe auch Video am Ende des Beitrags
Am 20. Februar 2025 wurden im "Obersten Chural", dem Parlament der russischen Teilrepublik Tuwa, "Mutorden" an die Angehörigen im Krieg gegen die Ukraine gefallenen Soldaten verliehen. Insgesamt wurden an diesem Tag 26 Mutorden feierlich verteilt, wobei diese Ehrung beinahe jedem im Krieg getöteten russischen Soldaten zu Teil wird.
Über die wirtschaftliche Situation in Tuwa schreibt die russische Wikipedia: "Tuwa ist die ärmste subventionierte Region der Russischen Föderation (die Armutsquote in der Republik lag 2017 bei 41,5%). Die Kinderarmut in der Republik ist beispiellos. Der Kinderanteil in der Bevölkerungsstruktur beträgt etwa 35%, und aufgrund der fehlenden Beschäftigung bezieht die Mehrheit der Familien Sozialleistungen."
Die Dorfschule gab den Tod von Viktor Nikolajewitsch Bleider bekannt. Viktor kam aus dem Dorf Biriktschul in Chakassien, war 43 Jahre alt und hatte sich wahrscheinlich freiwillig gemeldet. Er wurde am 24. Januar 2025 in der ukrainischen Region Donezk getötet. |
![]() Daniel Nikolajewitsch Reinwald hatte sich wohl nach dem Wehrdienst als Zeitsoldat verpflichtet. Er wurde in der Ukraine getötet und im kleinen Dorf Moscharow-Maidan in der Oblast Nischni-Nowgorod begraben. Geboren am 25. Juli 2002, getötet am 5. November 2024. |
![]() Lew Wladimirowitsch Ockert war untauglich und musste keinen Wehrdienst ableisten. Das wurmte ihn, er wollte ein richtiger Mann sein. Aber beim Kriegsdienst nehmen sie jeden und so unterzeichnete er einen Militärvertrag. Seiner Freudin erklärte er: „Vika, ich möchte meine Mutter, alle meine Lieben und dich beschützen." Lew lebte in Bratsk, einer Großstadt in Irkutsk. |
Die folgende Liste enthält 42 Namen aus dem Monat Februar 2025, die von Russlanddeutschen sein könnten. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und vielleicht haben manche Namen auch einen anderen Ursprung. Korrekturen nehmen wir gerne entgegen und wer sich mit der Material näher beschäftigen möchte, dem stellen wir gerne auch die ganze Namensliste aus dem Monat Februar 2025 zur Verfügung (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).
Wir haben am 25. Februar das ukrainische staatliche Projekt "Ich will jemanden finden" vorgestellt, über das russische Bürger eine Suche nach vermissten oder gefangenen russischen Soldaten starten können. Es gibt so viele Fragen innerhalb der russischen Bevölkerung nach dem Schicksal von Soldaten, Angehörige suchen nach weiteren Informationen oder wollen wissen, wie sie eine Identifizierung unterstützen können - die Behörden und das Militär helfen dabei in der Regel nicht.
Viele getöteten Soldaten liegen im Niemandsland zwischen den Fronten - teilweise schon seit über einem Jahr. Die Leichen sind in einem verwesten Zustand, von Tieren angefressen und nur unter Lebensgefahr zu bergen. Deshalb kümmert sich die Armee nur wenig darum.
Die Angehörigen dagegen werden über das Schicksal der Soldaten häufig im Ungewissen gelassen.
Inzwischen gibt es zahlreiche Initiativen auf VKontakte, Telegram oder mit eigenen Webseiten, die sich mit all den Suchanfragen beschäftigen. Dazu gibt es Chatrooms auf Telegram, in denen sich Angehörige austauschen können. Wir wollen einige vorstellen.
Weiterlesen: Suche nach vermissten & toten russischen Soldaten
Wie behinderte Menschen aus dem Krieg mit der Ukraine in Russland leben
Ein Soldat ohne Bein krabbelt die Treppe hinauf - Artem Glebow bat seine Freundin, dieses Video zu drehen, um die Haltung gegenüber behinderten Menschen in Russland zu zeigen. Der ehemalige Soldat aus Surgut (Großstadt im Autonomen Kreis der Chanten und Mansen/Jugra), der an der Invasion in der Ukraine teilgenommen hat, hat seine gesamten Raten für Kredite und medizinische Behandlungen ausgegeben und ist nun gezwungen, bei seinen Eltern zu leben. Er wartet seit fast zwei Jahren auf eine Prothese für sein rechtes Bein. Seine Freunde schreiben Beschwerden an die Staatsanwaltschaft und den Präsidenten - sie bleiben unbeantwortet.
Andere Kriegsversehrte geben gegenüber den Journalisten zu, dass Artems Situation nicht die schlimmste ist - immerhin hat er Zahlungen für seine Verletzung erhalten.
Im Krieg gegen die Ukraine gefallene Soldaten aus der Oblast Astrachan
Junge Rekruten unter Führung eines Popen wurden zur Feier abkommandiert
Die Oblast Astrachan liegt im Südosten des europäischen Russlands, die Wolga mündet in der Region in das Kaspische Meer. In der gesamten Oblast leben etwa eine Million Menschen.
Am 23. Februar 25 fand in der Stadt Astrachan die Eröffnung eines Denkmals für die gefallenen Soldaten der gesamten Oblast statt. Auf den 13 Tafeln befinden sich 1.112 Namen der im Krieg gegen die Ukraine getöteten Männer. Stichtag war der 15. Januar 25 und seither werden neue Namen dazugekommen sein.
Dieses Denkmal mit all den vielen Namen dürfte die umfassendste Gedenkstätte zum Krieg gegen die Ukraine in Russland sein. Sie ist gleichzeitig ein Menetekel für die russische Führung, das zeigt, dass ihre Zeit langsam aber sicher abläuft. Denn diese ungeheuren Verluste an Menschen kann auch die russische Gesellschaft auf Dauer nicht verkraften

Wie die Suche nach Kriegstoten zu einer Einnahmequelle für ihre Frauen wird
Das ukrainische Projekt „Ich will jemanden finden“, das bei der Suche nach vermissten Russen hilft, hat nach eigenen Angaben in den drei Jahren des Krieges mehr als 60 Tausend Suchanfragen erhalten. Im Januar 2025 erhielt das Projekt mehr als 8.000 Anträge, was einen Rekord für den Krieg darstellt.
Die genaue Zahl der im Krieg mit der Ukraine vermissten russischen Soldaten lässt sich noch nicht ermitteln. Anna Ziwilewa, Putins Nichte und Leiterin der Stiftung „Verteidiger des Vaterlandes“, schätzt die Zahl auf 45.000, während die ukrainische Seite vermuet, dass etwa 60.000 Russen an der Front verschollen sein könnten. So oder so suchen russische Ehefrauen weiterhin nach ihren Männern, und einige nutzen das Kriegsthema, um ihre Social-Media-Konten zu promoten und damit Geld zu verdienen.
Der staatliche ukrainische Telegramkanal befasst sich mit der Suche nach vermissten Soldaten der russischen Armee. Etwa 60.000 Suchanfragen sollen inzwischen dort eingegangen sein, im Januar 2025 waren es danach 8.548 Suchanfragen, die bisher höchste Zahl.
Um die Suche nach einem vermissten russischen Soldaten einzuleiten, können russische Angehörige eine Anfrage an den Telegram-Bot "@hochunaiti_bot" stellen. Die Zahl der Vermissten lässt sich anhand indirekter Daten abschätzen.
Im Dezember 2024 sagte die stellvertretende Verteidigungsministerin und Nichte Putins, Anna Zivilewa, bei einem Treffen in der Staatsduma , dass seit Beginn des Krieges bei Angehörigen von Militärangehörigen 48.000 DNA-Tests zur Identifizierung der sterblichen Überreste durchgeführt worden seien.
Nachfolgend die Angaben des ukrainische Telegramkanals:
Der Krieg Russlands gegen die Ukraine geht in das vierte Jahr und alle Medien haben darüber berichtet. Da wollen wir keinen weiteren Besinnungsaufsatz hinzufügen. Aber ein paar unserer Gedanken und Gefühle wollen wir einwerfen. Die Gefühle zuerst.
Die Durchsicht all der Meldungen zum Tod der russischen Soldaten hat uns häufig innerlich zum Kochen gebracht. All diese Lügen über die angeblichen Kriegsgründe Russlands, all die Verklärung der toten Soldaten zu Helden und all das Ignorieren des Offensichtlichen in einer Dauerschleife ohne Ende sind schwer zu ertragen.
Gerne hätte wir in den Kommentaren zu den Meldungen diese zurechtgebogen. Aber das hätte nur den Ausschluss unserer Accounts in den russischen Sozialen Medien zur Folge gehabt und damit unsere Arbeit erschwert.
Nun kommt aus den USA die selbe verlogene Rhetorik wie aus Russland. Die Ukraine ist schuld am Krieg, Zelensky ist ein Diktator und Russland hat sich seine Eroberungen mit dem Blut seiner Soldaten redlich verdient. Dazu will Präsident das Dreifache der amerikanischen Militärlieferungen zurückgezahlt bekommen, ausgezahlt in Seltenen Erden.
Weiterlesen: Gleichzeitig zwei widersprechende Meinungen zu haben
Das Alga-Freiwilligenbataillon wurde im Juni 2022 von der lokalen Regierung in Tatarstan geschaffen, um den russischen Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen. Der Begriff "Alga" kommt aus der tatarischen Sprache und bedeutet vorwärts. Den Freiwilligen, die einen Vertrag unterzeichnen wollten, wurde „ein stabiles Gehalt von 205.000 bis 270.000 Rubel, je nach militärischem Ausbildungsgrad angeboten. In Wirklichkeit erhielten die Militärangehörigen ihre ersten Zahlungen erst nach ihrer Ankunft im Kampfgebiet in der Ukraine und der größte Teil ihres Gehalts musste für den Unterhalt der Soldaten selbst ausgegeben werden.
Die Kriegseinsätze von Alga führten mehrfach zu hohen Verlusten innerhalb der Truppe. Mindestens 228 Freiwillige des Bataillons sind inzwischen gefallen und viele mehr wurden verletzt. Jedes Jahr wollen Angehörige am 6. Februar den gefallenen Soldaten gedenken. Die Veranstaltung im Jahr 2025 zeigt der Film am Ende dieses Beitrags. Dort wurde ein Banner mit 228 Namen gefallener Soldaten ausgerollt, wir konnten 58 neue Gefallene nachtragen.
Drei Fragen nach BaschkortostanSeit Oktober 2024 gibt es einen beachtenswerten Telegramkanal aus Baschkirien, der über die Kriegstoten einfühlsam und mitfühlend berichtet, sich gleichzeitig aber deutlich von diesem Krieg distanziert.
Wir haben dem Telegram-Kanal "Fremder Krieg" aus Baschkortostan drei Fragen gestellt:
- Warum weist Baschkortostan die höchsten Opferzahlen in Russland auf?
- Warum gibt es so viele Freiwillige aus Baschkirien, obwohl die meisten den Einsatz nicht überleben?
- Wann wird dieser Krieg enden, der den Reichtum Russlands verbrennt und der nur Opfer auf beiden Seiten bringt?
Wir haben folgende ausführliche Anwort aus Baschkortostan erhalten:
Unser Projekt ist der Wunsch, allen Baschkiren zu sagen, dass dies nicht ihr Krieg ist!
Weiterlesen: Die Republik Baschkortostan und der Krieg - Teil II
Die russische Teilrepublik Baschkortostan hat zur Zeit die meisten Kriegstoten aller russischen Regionen in absoluten Zahlen. In unserer Statistik liegt zwar die Republik Tatarstan ganz vorne, dort hat eine Initiative die Aufgabe übernommen, alle Kriegstoten seit Beginn des Krieges zu recherchieren. Solch eine Anstrengung fehlt noch in Baschkortostan.
Die Grafik links zeigt einen ziemlich normalen Anstieg der Gefallenenzahlen entsprechend dem Kriegsverlauf bis zum Beginn des Jahres 2024. Danach wird die Kurve steiler und steiler.
Im ersten Teil unseres Bericht wollen wir aufzeigen, wie die Führung der Republik sich zum Krieg gegen die Ukraine stellt. Im zweiten Teil wollen wir die baschkirische Initiative "Fremder Krieg" zu Wort kommen lassen, die ab September 2024 einen aktiven Telegramkanal betreibt.
Weiterlesen: Die Republik Baschkortostan und der Krieg - Teil I
Das Dorf Ilirrnei in Tschukotka -- Foto: AlGaman -- Lizenz: CC BY-SA 3.0
Wieder berichten wir aus dem Autonomen Kreis der Tschuktschen, heute aus dem kleinen Dorf Ilirnei mit 188 Bewohnern im Landesinneren von Tschukotka. Im Dorf leben hauptsächlich Tschuktschen, die Rentierzucht und Fischerei betreiben.
Ilrnei ist schwer zu erreichen. Der nächste Ort ist Bilibino, das über eine 150 km lange Winterstraße verbunden ist. Ansonsten gibt es regelmäßige Hubschrauberflüge zu dem Dorf.
Aktuell berichtet die Presseagentur von Tschukotka, dass zwei junge Männer aus Ilirnei im Krieg gegen die Ukraine getötet wurden. Wir geben den Bericht vom 12. Februar 25 im Original wieder. Im Verhältnis zu der Einwohnerzahl nimmt Tschukotka einen Spitzenplatz bei gefallenen Soldaten im Krieg gegen die Ukraine ein.
Wir haben dieses Projekt auf Basis eines Irrtums begonnen. Wir waren der Meinung, wenn die russische Bevölkerung über das wahre Ausmaß der Verluste an Menschen und Kriegsmaterial informiert würde, dieser Krieg schnell vorbei wäre. Tatsächlich hatten zu Beginn des Krieges einige russische Propagandisten nicht geglaubt, dass beim Überfall auf die Ukraine überhaupt russische Soldaten getötet werden würden und haben unsere ersten Berichte, gestützt auf Nachrichten in den lokalen russischen Medien, in Zweifel gezogen.
Unsere Datenbank weist zum 17. Februar 2025 insgesamt 100.181 Namen von getöteten russischen Soldaten auf und es ist kein Ende dieses Gemetzels abzusehen. Noch immer versucht das russische Militär unter hohen Verlusten sich Kilometer um Kilometer vor zubewegen, um bei möglichen Verhandlungen in einer günstigeren Position zu sein. Das Leben der eigenen Soldaten spielt dabei keine Rolle.
Insgesamt konnten wir bei einer oberflächlichen Suche unter den getöteten russischen Soldaten im Januar 2025 insgesamt 51 deutsche Namen identifizieren.
Kreuz und quer durch Russland sind wir gerade im großen Dorf Issetskoje mit über 8.000 Einwohnern. Das Dorf liegt am westlichen Rand der Region Tjumen, die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt und der nächste Bahnhof ist 68 km entfernt.
Am 30. Januar 25 besuchten die Schüler Krasnowskaja Sekundarschule eine andere Schule im Bezirk, wo gemeinsam eine militär-patriotsche Unterrichtseinheit stattfand.
Also lassen wir die Schule selbst zu Wort kommen:
Zwei russische Angreifer beobachtet von einer ukkrainischen Drohne
Neulich wurde ein weiterer mobilisierter Russe an die Front geschickt, der in die Kategorie „D“ (wehrunfähig) eingestuft worden war. Nach seiner Verwundung wurde er einer Einheit in Omsk zugeteilt, aber nach zweimonatiger Behandlung wurde er auf Krücken direkt an die Front geschickt. „Du gehst auf Krücken? So, auf Krücken und du gehst zur Infanterie!“ - zitierte Ilja Kowalenkos Frau den Kommandeur seiner Militäreinheit #90600 in einem Interview mit der Redaktion von „Fenster“.
Menschenrechtsaktivisten sagten, dass die Entsendung von Personen der Kategorie „D“ an die Front bereits vor drei Monaten - ab November 2024 - begonnen hat: Sogar diejenigen ihrer Mandanten, deren Ansprüche noch vor Gericht verhandelt würden, würden in den Krieg geschickt.
Balaschicha ist eine Großstadt an Moskaus östlicher Stadtgrenze, vom Zentrum der Hauptstadt etwa 25 km entfernt. Im Stadtteil Schelesnodoroschny gibt es ein militärisches Ausbildungs- und Taktikzentrum, an dem feierlich ein Wandgemälde eingeweiht wurde.
Das Gemälde zeigt Alexej Alexandrowitsch Repin, geboren 1987 im sibirischen Tjumen. Der Mann war seit 2005 russischer Berufssoldat, der 2014 sich in einen Donbass-Separatisten verwandelte. Alexej wurde schließlich im April 2024 in der Ukraine getötet. Posthum erhielt er einen Mutorden, den beinahe jeder gefallene russische Soldat verliehen bekommt.
Am 7. September 24 trafen sich die Schüler der „Akramowskaja Sekundarschule“ mit einem jungen Schulabsolventen. Zur Orientierung - wir befinden uns im kleinen Dorf Akromowo mit knapp 300 Einwohnern. Die Sekundarschule gehört zum Bezirk Morgauschki mit etwa 30.000 Bewohnern, der in der russischen Teilrepublik Tschuwaschien liegt.
Zu Gast war der 19-jährige Jewgeni Wladimirowitsch Sokolow, hier vermummt auf dem Bild oben, der sich auf Urlaub vom Kriegsdienst befand und der zum Schulanfang von seinen Erfahrungen im Krieg gegen die Ukraine berichtete.

Eine steile Karriere hatte Konstantin Alexejewitsch Poleschajew (14.08.1972 - 21.09.2026) hinter sich. Im Jahr 1996 beendete er sein Studium in der Ukraine als Bauingenieur für Straßen- und Flugplatzbau. Bereits neun Jahre später war er Leiter der Straßenbaubehörde in Belgorod. Schließlich wurde er im Jahr 2015 zum Bürgermeister der Großstadt Belgorod gewählt und vier Jahre später wurde er zum stellvertretenden Gouverneur der Oblast Belgorod ernannt. Aber auch Konstantin ließ sich schmieren, er nahm einen Porsche Panamera und einen Range Rover gegen Gefälligkeiten von einem Bauunternehmen an. Im August 2024 wurde er zu fünf Jahren Haft in einer Hochsicherheitsstrafanstalt verurteilt. Statt in den Knast ging Konstantin an die Front. Eine ukrainische Drohne beendete sein Leben.
An Themen für unsere Titelseite mangelt es uns wahrlich nicht. Leider frisst die Erfassung der vielen Kriegstoten einen Großteil unserer Zeit auf.
Damit wir nicht weiter in Rückstand geraten, konzentrieren wir uns im Moment auf die Erfassung all der vielen russischen Gefallenen.
Im Monat September 26 gibt es zudem eine Besonderheit. Von den über 10.000 erfassten Kriegstoten stammt die Mehrzahl nicht aus dem aktuellen Kriegsgeschehen, sondern aus dem Abgleich mit anderen regionalen und überregionalen Listen.
Die staatliche Berufsschule in der Großstadt Bijsk in der Region Altai hat eine Liste ihrer Absolventen veröffentlicht, die im Krieg gegen die Ukraine gefallen sind. Insgesamt 47 Namen haben wir gezählt. Darunter waren 13 Kurzzeitsoldaten.
Deren Namen haben wir heute in der Rubrik „Ohne viele Worte“ eingestellt, allerdings haben wir auf eine Strukturierung diesmal verzichtet. Wir haben die übersetzten Texte ohne Änderungen veröffentlicht. Sie sind recht kurz, da kann man es schon mal so machen.
Auch an diesem Beispiel bestätigt sich, dass etwa 30% aller Freiwilligen in kürzester Zeit an der Front getötet werden.
Es gibt auch einige Wagner-Söldner unter den Kurzzeitsoldaten, diese dürften alle aus den Haftanstalten stammen.
Die russischen lokalen Nachrichten- und Unterhaltungsseiten im Internet sind mit viel Werbung vollgepflastert. Ganz besonders ärgerlich ist eine besondere Werbeform - die Orginalseite, die man lesen möchte, verschwindet und wird durch eine Bildschirm füllende Werbeanzeige ersetzt. Man kann diese Werbung nur dadurch umgehen, dass man die Seite verlässt und danach neu aufruft. Aber damit nicht genug - man ruft eine Nachrichtenseite auf, zum Beispiel aus Saratow und bekommt Werbung zum Beispiel der „Deutschen Telekom“ oder von „Aldi Talk“ auf den Bildschirm gebeamt. Technisch ist das einfach zu realisieren. Man ist mit einer deutschen IP-Adresse unterwegs und die Werbung wird entsprechend angepasst.
Allerdings muss man sich fragen, warum Firmen wie die Telekom oder Aldi ihren Werbeagenturen erlauben, auf russischen Webseiten sehr dubiose Anzeigeninhalte zu schalten. Und letztlich auch zur Finanzierung dieser russischen systemkonformen Medien beitragen.
Die Liste der deutschen Namen unter den russischen Kriegstoten wird immer länger. Im August sind erneut 60 deutsch klingende Nachnamen dazu gekommen. Es ist zu erwarten, dass wir in wenigen Tagen die Zahl von 2.000 erreichen werden. Wir veröffentlichen dazu auch die regionale Verteilung dieser Namen. Diese stimmt grob auch mit den Siedlungsgebieten der in Russland verbliebenen Russlanddeutschen überein.
Sicher gibt es darunter auch Russen, die nur noch den Namen führen, aber mit russlanddeutscher Kultur nichts zu tun haben. In der Liste befinden sich wahrscheinlich auch jiddische Namen, die aus dem deutschen Sprachraum nach Osten gewandert sind, wie zum Beispiel der Nachname „Zuckermann“ in unserer Liste.
Die Opferlisten der russischen Regionen haben wir in den letzten Tagen bis Ende August 2026 aktualisiert.
Eine Zusammenfassung dieses Monats ist in den kommenden Tagen zu erwarten.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
OM, 16.09.26
Durch die ersten Erkältungskrankheiten sind wir im Moment etwas in Schwierigkeiten. Trotzdem habe ich heute den Monatsabschluss Juli 2026 freigeschaltet, obwohl er nur oberflächlich Korrektur gelesen wurde. Sollten noch Fehler im Fließtext sein, werden diese im Laufe des morgigen Tages korrigiert - versprochen. Die Tabellen & veröffentlichten Zahlen dagegen wurden überprüft.
CK, 25.08.2026
Die Opferlisten der russischen Regionen haben wir in den letzten Tagen bis Ende Juli 2026 aktualisiert. Eine Zusammenfassung des Monats Juli ist in den kommenden Tagen zu erwarten.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
OM, 24.08.26
Im kalten Winter 2022 in Ischewsk, der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Udmurtien, sang eine Gruppe Friedensdemonstranten das Lied „Möge es immer Sonenschein geben“. Wir haben darüber berichtet. Das Lied, aus der Perspektive eines kleinen Jungen, ist ein Apell an uns Menschen, den Frieden zu sichern. Das Lied gehört(e) zur sowjetischen Jugendkultur und wurde auch von den jungen Pionieren in der DDR gerne gesungen. Hier eine Version von Pete Seeger.
Der russische Refrain lautet etwa so:
Möge es immer Sonnenschein geben,
möge es immer blauen Himmel geben,
möge es immer Mama geben,
möge es immer mich geben!
In Anbetracht dieses Jahrhundertsommers können wir feststellen: Den ewigen Sonnenschein und den immer blauen Himmel haben wir. Den Frieden dagegen noch nicht.
OM, 11.08.26
Wir haben unsere Liste mit den deutschen Namen der Kriegstoten bis zum Juni 2026 aktualisiert. Insgesamt sind es jetzt 1.855 Namen.
Bitte beachtet - all diese Kriegstoten müssen nicht unbedingt einen russlanddeutschen Hintergrund haben. Sicher gibt es darunter auch einige Russen, die nur noch den Namen führen, aber mit russlanddeutscher Kultur nichts zu tun haben. Es ist durchaus auch möglich, dass sich darunter auch jüdische Namen befinden, die aus dem deutschen Sprachraum nach Osten gewandert sind.
Typisches Beispiel dafür ist der Nachname „Katzenelnbogen“, den wir einigemale in Russland angetroffen haben. Katzenelenbogen ist eine Kleinstadt am Rande des Taunus, den Namen hat eine jüdische Dynastie angenommen, die dort im Mittelalter gegründet wurde.
Und natürlich - es ist auch möglich, dass wir uns bei einigen der Namen getäuscht haben und diese eine andere Herkunft haben.
CK, 07.08.26
Die Opferlisten der russischen Regionen haben wir in den letzten Tagen bis Ende Juni 2026 aktualisiert. Eine Zusammenfassung des Monats Juni ist in den kommende Tagen zu erwarten.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
OM, 02.08.26
Da wir jeden Tag mehrere Kurzzeitsoldaten unter den russischen Kriegstoten finden, haben wir etwas umgestellt. Diese Personalien sind aus unserer Rubrik „Personalien & Kurznachrichten“ verschwunden, wir haben dafür eine neue Rubrik „Ohne viele Worte“ erstellt. Dort findet man nur den Namen des Kurzzeitsoldaten und das Datum der Veröffentlichung. Mit einem Klick auf den Namen erhält man das übliche Profil dieses Menschen.
Zunächst haben wir unsere letzte Veröffentlichung der 12 Kurzzeitsoldaten dort eingestellt, der Beitrag ist deshalb von der Titelseite verschwunden. In den nächsten Tagen werden wir täglich mehrere neue Kurzzeitsoldaten veröffentlichen, die bisher auf Halde liegen.
Auf Anfrage einiger Leser haben wir unserer Tabelle mit den vermutlich russlanddeutschen Kriegstoten noch eine Liste der regionalen Verteilung hinzugefügt.
Wie zu erwarten kommen die meisten dieser Kriegstoten aus Sibirien: Region Altai, Omsk und Nowosibirsk.
Das Übersetzen der russischen Namen ins Deutsche ist ein Kapitel für sich. Wir machen das mit dem Übersetzungsprogramm von DeepL. Allerdings ist das Ergebnis so, dass man alle Namenübersetzungen überprüfen muss. Spätestens nach einigen Namen fällt das Programm wieder ins Englische zurück und die Ergebnisse sind nur schwer lesbar. Manchmal vergisst das Programm auch Endungen oder wirft Zeichen mit fremden, nicht deutschen Akzentzeichen aus.
Beim Durchgehen der übersetzten Namen markieren wir die deutschen mit einem Sonderzeichen, damit wir diese in eine extra Tabelle überführen können. Was macht DeepL zuletzt? Haben wir solch einen Namen markiert und verbessern in der Folge weitere Namen, dann markiert KI diese auch mit jenem Sonderzeichen. So rutschen auch russische Namen automatisch in unsere Tabelle der Russlanddeutschen.
Folglich - alles muss erneut korrigiert werden.
Es ist alles zusammen gekommen, die Hitze der letzten Tage, die unsere Arbeitsmoral untergraben hat, durch die hessischen Ferien bedingte dünne Besetzung und schließlich ist unsere EDV-Erfassung auch noch abgestürzt. So dauerte unsere Zusammenfassung des Monats Mai länger als geplant. Wir bitten um Entschuldigung.
Die Todeslisten aller russischen Regionen sind jetzt bis zum Monat Mai 2026 aktuell. Die übliche Zusammenfassung werden wir bis zum 16.07.26 vorlegen.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
Wir hatten etwas Probleme mit unserer internen IT, deshalb haben wir uns mit dem Monat April 2026 weiter verspätet und konnten auch keine aktuellen Themen einschieben. Die Zusammenfassung werden wir am morgigen Donnerstag vorlegen.
Alle russischen Regionen wurden bereits mit den Daten des Monats April 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats März 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Monat März 2026 und die erfassten Daten zum April 2026 werden wir bis spätestens 12. Mai vorlegen können.
CK, 11.05.2026
Wir sind gerade im Stress und bereiten den Abschluss des Monats März 2026 vor. So haben wir versehentlich einen unfertigen Beitrag online gestellt: „Für Glaube und Vaterland in Nowomoskowsk“. Wir bitten um Entschuldigung.
Wir haben den Beitrag wieder versteckt, er wird erst in den nächsten Tagen - dann hoffentlich komplett - veröffentlicht.
OM 07.05.2026
Am Abend des 5. Mai 2026 war unsere Domain „oskarmaria.de“ nicht zu erreichen. Nach hektischen Versuchen, das Problem auf unserem Webserver zu suchen, mussten wir feststellen, dass wir nichts unternehmen können. Die Namensauflösung für de-Domains war bei Denic gestört. Über unsere zweite Domain https://www.gibtsnet.eu sind wir weiterhin & ungestört zu erreichen.
Zum Beitrag über die beiden in Russland inhaftierten Frauen Natalia Leonhardt und Daria Jegerewa wollen wir noch einige Anmerkungen nachreichen.
Nach der Verhaftung der beiden Frauen wurde zunächst nur der Name von Daria Jegerewa bekannt. Die Familie von Frau Leonhardt wollte, dass ihr Name nicht genannt werden solle. Sie versprachen sich so bessere Chancen vor Gericht. Das ist nicht eingetreten.
Aber dazu passt: Wir hatten beim Unterstützerkomitee angefragt, ob wir ein Foto benutzen können, das beide Frauen zeigt. Am folgenden Tag haben wir die Erlaubnis bekommen, die dann wenig später zurückgezogen wurde. Die Verantwortliche hatte unsere Webseite besucht und meinte danach, dass eine Fotoveröffentlichung in unserem Kontext den beiden Frauen eher schaden würde. Wir wollen das nicht weiter kommentieren.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Doppelt
Wladimir: 25. Artem Kozhenkov // Nischni Nowgorod: 35 Artem Kozhenkov
Wolgograd: 01 Juri Agarkov // Pskow: 41 Juri Agarkow
Kutelev Stanislav, dreifach, Kostroma, Rjasan und Orenburg. Nur Orenburg
Nikolai Symov, Rjasan & Tschuwaschien - nur Tschuwaschien
Mamontov Mikhail - Krasnodar Teil 1 & Teil 2
Ivan Alekseevich Chulkov, Kostroma, Pos. 51/56
Elimov Alexey Michailowitsch , Kostroma & Tschuwaschien
Falsch einsortiert
Ruslan Khamitov, Tscheljabinsk, kein Söldner der Gruppe Wagner
Die Liste der russischen Regionen über die Prämien für den Abschluss von -unbefristeten- Zeitverträgen mit dem Militär haben wir aktualisiert. Weiterhin sind die Unterschiede in der Höhe der Zahlungen extrem unterschiedlich. Wenn eine Region Probleme hat, ihre von Moskau vorgegeben Quoten zu erreichen, werden die Zahlungen erhöht. Im Fall dass eine Region ausreichend Zeitsoldaten stellen kann, werden die Zahlungen reduziert. Wir haben die Veränderungen in der Liste mit einem Sternchen (*) markiert.
Die höchsten Zahlungen leisten im Moment St. Petersburg und die umgebende Oblast Leningrad mit 4.500.000 Rubel, umgerechnet etwa 47.000 €. Zahlreiche Regionen zahlen allerdings die Mindestsumme von 800.000 Rubel oder 8.400 €.
Zudem berechnen wir die Durchschnittsprämie über ganz Russland hinweg, allerdings ohne die von Russland besetzten Gebiete in der Ukraine. Größere Veränderungen könnten anzeigen, ob Russland Schwieigkeiten hat, genügend Zeitsoldaten zu rekrutieren. Das scheint nicht der Fall.
Im Juli 2026 zahlten die Regionen im Durchschnitt 2.167.000 Rubel als Prämie, Anfang September erhöhte sich der Durchschnittsbetrag leicht auf 2.339.000 Rubel und ist im September mit 2.280.000 Rubel wieder etwas gefallen.
Die Stadt Schelechow muss man nicht kennen, sie ist eine Satellitenstadt der Regionalhauptstadt Irkutsk und existiert hauptsächlich auf Grund eines großen Aluminiumwerkes. In der Stadt gibt es auch das „Irkutsker Anti-Pest-Institut“. Dort arbeitete Daria Schipilowa, eine 28jährige junge Frau, die von den Behörden mal als Labortechnikerin, mal als wissenschaftliche Mitarbeiterin bezeichnet wurde.
Höchst wahrscheinlich stimmt letztere Angabe, die junge Frau forschte zur Wirksamkeit von antibakteriellen Medikamenten gegenüber Pestbakterien. Sie nahm zudem am jährlichen Allrussischen Kongress für Infektionskrankheiten (März) und an den internationalen Übungen von Schnelleinsatzteams für Notfälle (August) teil.
Am 29. September wurde die Frau ins Krankenhaus eingeliefert mit Verdacht auf Pest, offizielle Diagnose: Lungenentzündung mit unbekannter Ursache. Daria starb am 1. Oktober - an Lungenpest. Angeblich wäre ihr ein Reagenzglas mit Pestbakterien zerbrochen - wobei die Betonung auf angeblich liegt.
Die Behörden stellen etwa 200 Personen unter Quarantäne, die mit ihr Kontakt hatten.
Die ganze Region um den Baikalsee geriet danach in Aufruhr, weil man den offiziellen Beschwichtigungen nicht glaubte. Weitere Erkrankungen wurden bisher nicht festgestellt. Allerdings mussten die Arbeiter im örtlichen Aluminiumwerk mit Schutzmasken zur Arbeit antreten.
Anmerkung: Vielleicht erinnert sich jemand unter unseren Lesern über jene geheimen Bio-Labore, die angeblich die USA in der Ukraine betreiben würden. Die Behauptungen darüber gehen auf eine langanhaltende Desinformationskampagne Russlands zurück, die auch im Zuge des Ukraine-Krieges immer wieder als Argument für die russische Invasion gebraucht wurden. Für deren Existenz gab und gibt es keinerlei Hinweise. Tatsächlich finden sich jetzt solche Labore in Russland.
Die Rekrutierung von Zeitsoldaten für den russischen Angriffskrieg ist straff organisiert. Jede Region hat eine bestimmte Quote an neuen Freiwilligen zustellen, die von der Zentralregierung festgelegt wird. Die Regionalregierungen wiederum geben diese Quoten weiter und schreiben den Bezirken und Städten vor, wie viele Freiwillige diese akquirieren müssen. Die Höhe der ausgelobten Antrittsprämie richtet sich danach, wie schwierig es für die Regionalregierungen ist, neue Zeitsoldaten zu gewinnen.
Der russische Exilpolitiker Andrej Piwowarow berichtet nun, dass ihm 61 Gerichtsurteile vorliegen, in denen Regionalbeamte bestraft wurden, weil sie die gesetzten Quoten nicht erfüllen konnten. Eines der Beispiele handelt vom stellvertretenden Verwaltungsleiter der Großstadt Newinnomyssk in der Region Stawropol. Die Stadt konnte nur 80% der Quote an Freiwilligen erfüllen, der Beamte erhielt deshalb Ende des Jahres 2025 vom zuständigen Friedensrichter eine Geldstrafe von 30.000 Rubel (etwa 300 €).
Wir haben die Liste der russischen Regionen mit den Prämien für den Abschluss von -unbefristeten- Zeitverträgen mit dem Militär aktualisiert.
Seit unserer letzten Veröffentlichung Ende Juli haben einige Regionen ihre Antrittsprämien angepasst. Wenn eine Region Probleme hatte, ihre von Moskau vorgegeben Quoten zu erreichen, wurden die Zahlungen erhöht. Im Fall dass eine Region ausreichend Zeitsoldaten stellen kann, wurden die Zahlungen reduziert. Wir haben die Veränderungen in der Liste mit einem Sternchen (*) markiert.
In der Summe sind die bezahlten Prämien weiter angestiegen. Im Juli zahlten die Regionen im Durchschnitt 2.167.000 Rubel als Prämie, Anfang September 2026 erhöhte sich der Durchschnittsbetrag auf 2.339.000 Rubel.
Neu dabei sind Sonderzahlungen, die manche Regionen für Drohnenpiloten ausloben. Die Regionen Inguschetien, Kaliningrad, Pskow und die Stadt Sewastopol auf der Krim weisen diese Extrazahlungen aus. Eine besondere Pointe setzt die Region Komi - die Zeitsoldaten erhalten extra 100.000 Rubel bei Rückkehr, wohl wissend, dass nicht viele lebend von der Front nach Hause kommen werden.
Die russischen Behörden versuchen auf allen Ebenen zu verhindern, dass Informationen über Kriegstote das Land verlassen. Seit Beginn des russischen Krieges verschicken russische Bürger aus den verschiedensten Regionen Fotos und Videoaufnahmen über neue Kriegsgräber. Und zwar nicht an Geheimdienste, sondern zu den Telegram-Kanälen, die solche Informationen sammeln. Solch offene Info-Kanäle werden natürlich auch von den Geheimdiensten aller Länder gerne besucht, auch wenn diese mit Agententätigkeit nichts zu tun haben.
Nachstehend eine Presseerklärung des Regionalgerichts Jaroslawl vom 08.09.26:
Neuigkeiten vom 8. September 2026
Ein Einwohner von Jaroslawl, der Informationen über tote Soldaten weitergegeben hatte, wurde wegen Hochverrats verurteilt.
Das Regionalgericht Jaroslawl verurteilte heute einen 48-jährigen Einwohner wegen Hochverrats (Artikel 275 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation).
Das Gericht stellte fest, dass der Angeklagte Nikolai Schtscherbakow ab Oktober 2024 regelmäßig den Gedenkfriedhof aufsuchte und dort heimlich die Gräber von Militärangehörigen fotografierte und filmte. Der in Jaroslawl lebende Mann übermittelte die gesammelten Informationen anschließend per Instant Messenger an Vertreter der ukrainischen Geheimdienste.
Kriminelle Aktivitäten wurden von Beamten der FSB-Direktion für die Region Jaroslawl identifiziert und gestoppt.
Mit Urteil des Gerichts wurde Shcherbakov N. des Hochverrats (Artikel 275 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation) für schuldig befunden und zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren in einer Strafkolonie mit strengem Regime verurteilt, gefolgt von einer Freiheitsbeschränkung von 1 Jahr und 6 Monaten.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Im Herbst 2022 hat die russische Armee 300.000 Reservisten für den Krieg in der Ukraine eingezogen. Diese mobilisierten Soldaten sind jetzt viereinhalb Jahre im Dienst in einem Krieg, bei dem kein Ende in Sicht ist.
Bei vielen Meldungen über im Krieg gefallenen Soldaten können wir nicht erfahren, ob der Kriegstote ein freiwilliger Zeitsoldat, ein Mobilisierter oder ein Berufssoldat war. Trotzdem finden wir jeden Tag Meldungen, die den Status des Gefallenen nennen. Und da sind einige mobilisierte Reservisten darunter.
Deshalb stellt sich die Frage, wie viele der mobilisierten Männer noch im Kriegsgebiet vorhanden sind? Janis Kluge, von der Stiftung Wissenschaft & Politik, hat dazu eine Antwort geliefert. Anhand der Zahlungen im Bundeshaushalt für die mobilisierten Soldaten, konnte er ihre Anzahl berechnen. Von den knapp 300.000 mobilisierten Männern waren im Juli 2024 noch 246.303 vorhanden, im Juli 2025 waren noch 168.594 verblieben. Neuere Zahlen gibt es noch nicht. Setzt sich der Schwund fort, so dürften aktuell nur noch etwa 100.000 Mobilisierte im Dienst sein.
Diese Mobilisierten wurden im letzten Jahr häufig unter Druck gesetzt, in einen Zeitvertrag zu wechseln (siehe hier). Der weit größere Teil wurde getötet oder ist kriegsuntauglich, also physisch oder psychisch schwer verletzt.
„Dies ist eine sehr ernste und verantwortungsvolle Angelegenheit. Wir unternehmen gemeinsam mit Ihnen und den Bürgermeistern der Gemeinden auf allen Ebenen größte Anstrengungen, diese Aufgabe mit Würde zu bewältigen“, sprach der Gouverneur von Irkutsk, Igor Kobzew (Foto links), zu den Parlamentariern der Regionalversammlung. Er meinte damit die Erfüllung der Quote an Freiwilligen für den Kriegsdienst, die der Region Irkutsk von Moskau auferlegt wurde. Auf seinen Antrag hin wurden die Prämien von 2,1 Millionen Rubel auf 1,8 Millionen reduziert. Verurteilte und Angeklagte erhalten eine Million Rubel und neu eingeführt wurde die Zahlung von 900.000 Rubel für Ausländer und Statenlose.
Der eingebrachte Gesetzesentwurf wurde überarbeitet und in zweiter Lesung angenommen. Die Behörden gehen wohl davon aus, dass sie ihre Vorgaben hauptsächlich durch die Strafverfolgungs- und Ausländerbehörden abdecken können. Das spart Geld.
In der russischen Teilrepublik Inguschetien im Kaukasus überbringt der Ministerpräsident die Beileidsbekundigungen für die im Krieg gegen die Ukraine getöteten Inguschen persönlich. Mitte August hatte er vier Familien aufzusuchen.
Laut Wladimir Slasteinin, dem Ministerpräsidenten, nehmen insgesamt mehr als zweitausend Einwohner Inguschetiens an den Kampfhandlungen bei der russischen Armee teil. Wir haben bisher 290 Kriegstote registriert, die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen.
Der Telegram-Kanal „Fortanga“ schreibt zu den Kriegsversehrten:
Mehrere hundert Menschen erlitten schwere Verletzungen. Allein im Jahr 2025 wurden in Inguschetien 464 Teilnehmer an den Kampfhandlungen behandelt. Die genaue Zahl der Verletzten und derjenigen, die im Laufe der Kampfhandlungen eine Behinderung erlitten, wird nicht genannt. Die Verwundeten erhalten nicht immer die ihnen zustehenden Prothesen und sind gezwungen, sich bei verschiedenen Behörden zu beschweren.
Eine Gruppe Lehrer hatten die Möglichkeit zu einer Audienz bei Wladimir Putin. Ein Mann berichtet von einem Ausflug zum Nordpol und auf Rückfrage berichtet er, zwei Eisbären gesehen zu haben. Das findet Wladimir interessant und erzählt, dass Orcas Eisbären in Stücke reißen und vertilgen würden (dafür konnte der Verfasser keine Belege finden). So wäre das Leben, meint Wladimir, der Stärkere frisst den Schwächeren, die Nahrungskette eben. Das sollen die Lehrer ruhig ihren Schülern beibringen. Und deshalb würde Russland ja auch die „Spezielle Militäroperation“ durchführen.
Jabloko ist die einzige Partei in Russland, die sich gegen den Angriffskrieg gegen die Ukraine ausspricht. Sie wurde durch Beschluss eines Moskauer Gerichts, von den kommenden Parlamentswahlen ausgeschlossen. Geklagt hatte die linksnationalistische Partei „Rodina“, die sich selbst nationalkonservativ nennt. Soviel zur allgemeinen Verwirrung.
In ihrer Klage warf Rodina der Partei Jabloko Uhrheberrechtsverletzungen vor. So hätte Jabloko ohne Genehmigung Zeilen aus dem Antikriegslied „Es soll immer Sonnenschein geben“ und die Zeile „Wenn es doch nur keinen Krieg gäbe“ aus Alexander Wolodins Theaterstück „Fünf Abende“ verwendet, sowie Umfragedaten des Lewada-Zentrums zitiert. Es gibt in der Klage weitere Vorwürfe ähnlicher Qualität.
Bliebe zum Schluss noch zu erwähnen: Der Sohn des Komponisten des Liedes „Es soll immer Sonnenschein geben“ hatte der Partei ganz offiziell die Erlaubnis zur Nutzung gegeben.
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat Russland 43,5 Tonnen Gold verkauft. Aber es hat noch reichlich Reserven, Anfang Juli sollen sich noch 2.282 Tonnen Gold in den staatlichen Tresoren befunden haben. Trotzdem bedeutet dieser Verkauf den größten Rückgang der Goldreserven in den letzten 25 Jahre.
Der Goldverkauf dient in erster Linie der Deckung des russischen Haushaltsdefizits, der Staat muss immer höhere Ausgaben für den Krieg gegen die Ukraine finanzieren. Allerdings dürfte jenes verkaufte Gold meist im Land geblieben sein. In unsicheren Zeiten heben die Russen gerne ihre Rücklagen vom Konto ab und kaufen dafür Gold.
Die Kleinstadt Bad Ems liegt an der unteren Lahn und nur wenige Kilometer von der Stadt Koblenz entfernt. Bad Ems hatte seine Glanzzeit im 19. Jahrhundert. Es war die Kurstadt und Sommerresidenz von bedeutendem Adel und angesagten Künstlern. So führte zum Beispiel die Emser Depesche zum Französisch-Deutschen Krieg 1870/71.
Auch der russische Zar Alexander der II. verbrachte den Sommer gerne in Bad Ems. Dort unterzeichnete er am 30. Mai 1876 den „Emser Erlass“. Damit verbot er die Einfuhr und Veröffentlichung von Schriften in ukrainischer und belarussischer Sprache im Russischen Kaiserreich und stellte Zuwiderhandlungen unter Strafe. Eine kaiserliche Kommission hatte festgestellt, dass die Verwendung der ukrainischen Sprache staatsgefährdend wäre.
Dieses russische Überheblichkeitsdenken gegenüber den „Kleinrussen (Ukrainer)“ wirkt bis heute nach. Auf ihm basiert auch der propagandistische Überbau, mit dem der „Putinismus“ den russischen Angriffskrieg begründet.
Foto: Silin2005 -- Lizenz: Gemeinfrei -- Die Plakette wurde nach dem russischen Angriffskrieg 2022 von Unbekannten entfernt.
Wir hatten bereits über die Aussage der russischen Militätbloggerin Agnes Becker berichtet, die in ihrem Telegramkanal eine angeblich unabhängige Studie zitiert hatte. Danach würde die durchschnittliche Überlebensdauer eines Soldaten bei einem Angriff an den vordersten Positionen nur 20 - 35 Minuten betragen. Am letzten Mittwoch bestätigte der CIA-Direktor John Ratcliff diese Aussage:
„Unsere Erkenntnisse decken sich mit einigen Berichten aus offenen Quellen, die Sie möglicherweise im Zusammenhang mit der Ukraine gesehen haben: Die durchschnittliche Lebenserwartung eines russischen Rekruten, der derzeit auf dem Schlachtfeld in der Ukraine eintrifft, wird auf 20 bis 30 Minuten geschätzt.“
Durch den Einsatz von Drohnen mit KI-Unterstützung steigen jedoch die Verlustzahlen auch weit hinter der Front. Im folgenden Video sieht man solch eine Drohne, die zielgerichtet einen russischen Militärlaster ausschaltet. Vermutlich handelt es sich um die in Deutschland hergestellt HX-2 der Rüstungsfirma Helsing.
Die Kleinstadt Tschulym liegt etwa 130 km westlich der Hauptstadt Nowosibirsk. In der Stadt und im dazugehörigen Bezirk leben rund 20.000 Menschen - Tendenz rückläufig. Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt, etwa ein Drittel aller Erwerbstätigen arbeiten in diesem Bereich.
Ein Denkmal erinnert an die Toten aus den sowjetischen und russischen Kriegen. Im Krieg in Afghanistan sind zwei Soldaten aus dem Bezirk getötet worden, in den Tschetschenienkriegen wurden acht Männer getötet und im aktuellen Krieg gegen die Ukraine wurden bisher 113 Namen eingraviert.
Setzt man jene 113 Kriegtoten ins Verhältnis zur Bevölkerung, so würde jene Region an zweiter Stelle aller russischen Regionen in unserer entsprechenden Tabelle stehen.
Peter Frankopan ist Professor für Weltgeschichte an der Universität Oxford. In einem Essey über Wladimir Putin zitiert er den exilrussischen Telegram-Kanal „Astra“. Astra selbst zitiert in einem Beitrag eine/n Z-Blogger/in „Agna Becker“ der/die den Telegram-Kanal „Haus unter Lorbeeren“ betreibt. Agna Becker wiederum zitiert „unabhängige Studien von 'N' “ und damit kommen wir zur eigentlichen Nachricht.
Nach dieser Studie würde die durchschnittliche Überlebensdauer eines Soldaten bei einem Angriff an den vordersten Positionen nur 20 - 35 Minuten betragen. Laut der selben Studie betrage die „durchschnittliche Lebenserwartung“ eines Soldaten von der Zeit seiner Ankunft auf dem Übungsplatz bis zu seiner Abreise in den Kampfgebiet von zehn Tagen bis zu drei Wochen.
Ganz unrealistisch sind diese Aussagen nicht, wie unsere vielen Beispiele über Kurzzeitsoldaten zeigen. Wir haben Agna Becker angeschrieben und um einen Link auf die Originalveröffentlichung gebeten. Eine Antwort ist nicht zu erwarten.
„Ich freue mich auf meinen Tod“ ist der Titel einer bekannten Kantate von Johann Sebastian Bach. Die ist dem Autor spontan zum unten veröffentlichten - KI-generierten - Video eingefallen. In diesem werden 46 russische Soldaten vorgestellt, die alle aus der Großstadt Artjom oder deren näheren Umgebung in der Region Primorje stammen. Zur Erinnerung - die Region Primorje liegt im Fernen Osten Russlands. Die Soldaten im Video werfen ihre Waffen weg, lachen dabei und schreiten ins Nirwana.
Wieviel sinnvoller wäre es gewesen, wenn all diese Soldaten sich diesem verbrecherischen Krieg verweigert und gemeinsam ihre Waffen niedergelegt hätten? Sie wären zumindest lebend nach Hause gekommen. So dürfte auch diese KI-generierte Schmonzette keine Hilfe und Trost für ihre Angehörigen darstellen.
Im ersten Quartal 2026 floss beinahe jeder zweite Rubel aus dem russischen Staatshaushalt in das Militär. Das berichtet ein Mitarbeiter der deutschen Stiftung Wissenschaft und Politik in seinem aktuellen Rundschreiben. Ganz genau betragen die militärischen Ausgaben inzwischen 46% des gesamten russischen Haushalts.
Am 01.08.1914 ist Deutschland in den Ersten Weltkrieg eingetreten, am 11. November 1918 unterzeichnete eine deutsche Delegation den Waffenstillstand. Berechnet man die Zeitspanne des Krieges, so kommt man auf 1.564 Tage Krieg.
Am 24.02.2022 begann die zweite russische Invasion der Ukraine. Bis zum heutigen Tag gerechnet sind das inzwischen 1.570 Tage Krieg, der Konflikt dauert also inzwischen länger als der Erste Weltkrieg - trotz zwischen 300.000 und 500.000 russischen und vermutlich 100.000 ukrainischen Kriegstoten, all den Kriegsversehrten und unermesslicher Zerstörung der Lebensgrundlage der Menschen in der Region. Und noch immer ist kein Ende in Sicht.
Und zur Erinnerung: Die erste russischen Invasion in der Ukraine fand bereits im Jahr 2014 statt, als Russland die Krim gewaltsam annektierte und russische Geheimdiensttruppen in den Donbass einsickerten.
Das Dorf Uinskoje liegt in der russischen Region Perm mit etwa 4.000 Bewohnern. Vermutlich wurde in diesem Dorf ein Versuchsballon gestartet. In einer Information auf der VKonatkte-Seite der „Verwaltung des Stadtbezirks Uinsky“ wurde eine Anzeige der Verwaltung veröffentlicht. Danach werden Frauen in der Region Perm für den Kriegseinsatz rekrutiert. Die Behörden versprechen ein Gehalt von 210.000 Rubel pro Monat und einen Bonus von 1,5 Millionen Rubel für die Unterzeichnung eines Vertrags mit dem russischen Verteidigungsministerium. Der Vertrag soll eine Laufzeit von einem Jahr beinhalten. (Allerdings können solche Verträge laut einem Erlass des Präsidenten so lange verlängert werden, solange die Mobilisierung nicht aufgehoben ist.)
Laut dem Informationstext können nur Frauen zwischen 18 und 35 Jahren einen Vertrag als Drohnenpilotin unterzeichnen, Frauen unter 45 Jahren dürfen sich für Positionen als Fahrerin für humanitäre Hilfstransporte bewerben.
Die Informationsseite wurde inzwischen gelöscht. Allerdings ist es uns gelungen, noch einen Screenshot der betreffenden Anzeige zu sichern (Original, deutsche Übersetzung.).
Die russische Zensur verbietet die genaue Berichterstattung über die vielen ukrainischen Drohnenangriffe auf Erdölraffinerien und Militärstützpunkte im ganzen Land. Die örtlichen Medien berichten deshalb nur sehr zögerlich über die Resultate und zitieren lieber staatliche Erfolgsmeldungen, dass wieder eine Vielzahl von Drohnen abgeschossen wurden.
In den Kommentaren zu den Berichten der großen lokalen Medien ließen die Bürger ihrer Wut freien Lauf und verspotteten Behörden und Regierung. Wir haben mehrfach solche Kommentare veröffentlicht.
In den letzten Tagen gab es erneut Drohnenangriffe auf die Region Krasnodar und St. Petersburg. Wieder wurde im Raum Krasnodar eine Erdöl verarbeitende Anlage in Brand gesetzt und bei St. Petersburg wurde ein Munitionslager angegriffen. Es kam zu Explosionen, die Bevölkerung in der Nähe wurde evakuiert.
Leserkommentare zu den Berichten von Fontanka in St. Petersburg sind jetzt nicht mehr möglich, die Funktion wurde deaktiviert.
Die russische Staatsbank hat eine neue Tabelle über ihre Währungsreserven bis einschließlich 1. Mai veröffentlicht. Danach verkauft die Zentralbank seit Jahresanfang monatlich eine beträchtliche Menge an Gold - insgesamt knapp 28 Tonnen.
Russland dürfte durch den Verkauf etwa 3,7 Milliarden Euro eingenommen haben. Das russische Staatsvermögen wird aber nur zu einem geringen Teil, wenn überhaupt, bei den Bürgern ankommen. Der Staat benötigt die Einnahmen, um seinen Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren.
„Udmurtien gegen Koruption“ ist ein Telegram-Kanal, über den wir auch Meldungen über russische Kriegstote aus der russischen Teilrepublik Udmurtien beziehen. Der Gründer des Kanals, Iwan Elisejew, hatte bis zum Jahr 2021 das regionale Büro Alexej Nawalnys geleitet. Ende 2021 verließ auch Elisejew Russland, um einer Verhaftung zu entgehen.
„Udmurtien gegen Koruption“ wurde inzwischen in das russische Register der „ausländischen Agenten“ aufgenommen. Iwan Elisejew wurde aktuell vom russischen Innenministerium zur Fahndung ausgeschrieben.