Iwan Nikolajewitsch KriwoschejewDer russische Leutnant Iwan Nikolajewitsch Kriwoschejew wurde in der Ukraine getötet und am 16. Dezember 23 im Dorf Lapschowo in der Region Pensa beerdigt. Soweit der wesentliche Inhalt einer der vielen Todesmeldungen, die wir täglich im Internet sichten.

Auf der Suche nach einem Foto des Leutnants stellte sich heraus, dass der von uns bearbeitete Beitrag doch recht weit von der Wirklichkeit entfernt war. 

Zunächst die erste von uns entdeckte Nachricht vom 14.12.23:

orenburg2 Orenburg: Unfertig und verlassen -- Urheber: Сергей Метик - CC BY 3.0

Orenburg - der Name klingt deutsch, aber sonst hat die Oblast und die Stadt Orenburg nichts mit deutscher Kultur zu tun. Die Region liegt im Süden Russlands mit einer langen Grenze zu Kasachstan. Die Fläche der Oblast entspricht etwa Bayern, Baden-Württemberg und Hessen zusammen. Wie viele andere Grenzregionen Russlands verzeichnet auch Orenburg einen hohen Blutzoll im Krieg gegen die Ukraine.

Oblast Orenburg: Teil I bis 99 -- Teil II bis 200 -- Teil III bis 300 -- Teil IV bis 500 -- Teil V bis  700 -- Teil VI bis 1.000 -- Teil VII bis 1.500 -- Teil VIII bis 2.000 -- Teil IX bis 3.000 -- Teil X ab 3.001

Maxim Aristarchow Maxim Aristarchow wurde Anfang November bei einem russischen Angriff auf Awdijiwka getötet. Er gehörte zu einer Sturm-Z Einheit, die sich aus Häftlingen der russischen Gefängnisse zusammensetzt.

Im Jahr 2022 war Maxim Aristarchow wegen Doppelmordes zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er gehörte zu einer Organisation von russischen Neonazis rund um den Vlogger Maxim Marzinkewitsch, besser bekannt als "Tessak". Seine Verbrechen hatte Aristarchow aus Rassenhass begangen.

 Magadan

Magadan - Foto: Johannes Rohr - CC BY-SA 3.0

Magadan, eine russische Hafenstadt im ganz fernen Osten, hat knapp einhunderttausend Einwohner und ist die Hauptstadt der gleichnamigen Oblast. Auf einer Fläche so groß wie Schweden leben insgesamt etwa 150.000 Menschen, davon ein Großteil in der Hauptstadt. Der Hafen von Magadan, der auch im Winter eisfrei ist, wird militärisch und kommerziell genutzt. Bergbau und Fischverarbeitung sind die Wirtschaftsfaktoren der Region. Ansonsten hat Magadan eine gruselige Geschichte aus Zwangsarbeiterlagern und Gulag.

Auch aus dieser fernen Region sterben Bewohner im Krieg gegen die Ukraine.

Magadan: Teil I bis 100 -- Teil II ab 101

Ildar ZainullinIn einem freigegebenen US-Geheimdienstbericht vom 12.12.23 veröffentlichte die USA nun eigene Zahlen zu den russischen Verlusten im Krieg gegen die Ukraine. Danach hätte der Krieg bisher Russland 315.000 Opfer gekostet - Verwundete und Tote zusammengerechnet. Das berichtet Reuters vom 13. Dezember 23.

Russland hätte in Februar 2022 die Invasion der Ukraine mit 360.000 Soldaten begonnen. Es wären somit 87% der Gesamtzahl, mit der der Krieg begonnen wurde, getötet oder verletzt worden.

Sergey LyginNachdenkliche Stimmen zum Krieg gegen die Ukraine findet man in den sozialen Medien Russlands so gut wie nie. Um so überraschender, wenn man doch mal auf solch eine Meinungsäußerung trifft. Allerdings musste die Autorin dann doch einige Beispiele auf Empfehlung der Moderation herausnehmen, wie sie selbst schreibt.

Marina Birjukova - 7. Dez. 14:53 -- Link

Heute habe ich in meinem Feed eine Nachricht über die Aufstellung von "Heldentischen" in Schulen, deren Absolventen in der SVO gefallen sind, gefunden. In einem kleinen Tatischewski-Bezirk gibt es gleich zwei solcher Tische. Sergej Lygin (links) und Alexander Fjodorow.

Sergei AndryukhinDies ist ein Beitrag der kritischen Initiative Dovod aus der Oblast Wladimir. Da im Artikel weitere Detais zu den sogenannten Sturm-Z Einheiten berichtet werden, haben wir ihn übernommen. Die hier beschriebenen Angriffe gehen noch immer weiter. Es sieht so aus, dass bis zur Präsidentenwahl 2024 die Stadt Awdijiwka  erobert werden soll - koste es was es wolle.

Ein ehemaliger Sicherheitsoffizier wurde für den Krieg aus einem Strafgefangenenlager rekrutiert, wo er eine Strafe wegen Korruptionsverbrechen verbüßte.

Bushaltestelle in Jakutien

Bushaltestelle, Republik Sacha -- Urheber: Artem Svetlov Lizenz: CC BY 2.0

Jakutien oder Sacha wie das Land heute amtlich heißt, ist eine Republik im nordöstlichen Teil des asiatischen Russlands. Die Fläche des Landes ist beinahe so groß wie Indien, aber dünn besiedelt, gerade mal eine knappe Million Einwohner hat die Region. Das Land ist reich an Bodenschätzen - Edelmetallen, Erdöl, Erdgas, Kohle und Diamanten. 

Der Journalist Vitaly Obedin zu Jakutien: „Leider kann der Chef von Jakutien derzeit am besten das Image einer kreativen, exotischen und fortschrittlichen Region auf föderaler Ebene verkaufen ... Und dies wird nicht durch die Tatsache behindert, dass mehr als ein Viertel der Bevölkerung hier im Winter bei minus 40 "auf Holztoiletten geht, heizt die Räumlichkeiten mit Holz und nutzt mangels fließendem Wasser das auf den Seen gehackte Eis".(Telegram-Link)

Sacha (Jakutien): Teil I bis 100 -- Teil II bis 300 -- Teil III bis 500 -- Teil IV bis 1.000 -- Teil V bis 2.000 --  Teil VI ab 2.001

Andrej SysojewIm Juni 2023 meldete sich Andrej Sysojew aus der Stadt Uwarowo, Region Tambow, freiwillig bei der Armee, er wollte am Ukrainekrieg teilnehmen. Andrej, dessen Alter wir nicht kennen, hatte keinerlei militärische Erfahrung. Er gehörte zu den russischen Bürgern, die in die Behindertenkategorie III eingestuft wurden.

Foto: Trauerfeier für Andrej

OM Dies ist unsere zweite Veröffentlichung, die sich auf alle russischen Regionen bezieht. Wir haben alle am 15.10.23 neu aufgenommen Verwaltungseinheiten nachgearbeitet, so dass wir ein umfassendes Gesamtbild vorlegen können. Die Zahl der russischen Kriegstoten bewegt sich aktuell wieder im selben hohen Rahmen, wie Anfang des Jahres. Wir kommen im Moment kaum nach, unsere Tabellen wenigstens langsam zu aktualisieren. Das sind die unsere Zahlen zum 31.10.23:

NepalesischerSoldatIn der Tradition der britischen und indischen Armee spielen Gurkha-Einheiten eine große Rolle. Die Gurkhas kommen aus Nepal und gelten als die härtesten Kämpfer, wenn es im Krieg Mann gegen Mann geht. Die Einheiten wurden zu Kolonialzeiten gebildet und im Kampf im Dschungel oder in abgelegenen Gebieten eingesetzt.

Inzwischen hat die britische Armee die Anzahl der Ghurkas nach und nach reduziert, es gibt aber immer noch einen großen Andrang in Nepal für Neuaufnahmen. All das ist vertraglich zwischen den drei Regierungen geregelt.

Da wundert es nicht, dass auch Russland in Nepal nach geeigneten Soldaten für den Grabenkampf Ausschau hält.

Sergej Wladimirowitsch SmirnowÜber die Person von Sergej Wladimirowitsch Smirnow (Foto) wissen wir nichts, schon gar nicht, warum der Mann in der Stadt Kochma, Region Iwanowo, inhaftiert war.

Sergej wurde im Gefängnis zum Sturm-Z Bataillon rekrutiert. Über den darauf folgenden Ablauf wissen wir etwas mehr:

Kreml Kasan

Kreml von Kasan - Urheber: A.Savin

Die russische Republik Tatarstan hat etwa 3,8 Millionen Einwohner, davon leben 1,14 Millionen in der Hauptstadt Kasan. Namensgeber der Republik sind die Tataren, die etwas über die Hälfte der Bevölkerung stellen. Die Tataren sind ein Turk-Volk muslimischen Glaubens. Die größte Minderheit in Tatarstan stellen die Russen mit etwa 40% Bevölkerungsanteil.

Tatarstan gilt als eine der reichsten Republiken Russlands mit reichhaltigen Gas- und Erdölvorkommen und einer entwickelten Industrie.

Republik Tatarstan: Teil I bis 100 -- Teil II bis 200 -- Teil III bis 300 -- Teil IV bis 500 -- Teil V bis 700 -- Teil VI bis 1.000 -- Teil VII bis 1500 -- Teil VIII bis 2.000 -- Teil IX bis 2.500 -- Teil X bis 3.000 -- Teil XI bis 3.500 -- Teil XII bis 4.000 -- Teil XIII bis 4.500 -- Teil XIV ab 4.501

31.10.23 - Мальгин Константин - Originaltext

In Kamensk-Uralsky verabschiedeten sie sich vom 27-jährigen Konstantin MalginDer Kommandant eines Sturm-Z-Trupps starb in der Sondereinsatzzone, Informationen darüber wurden von der Stadtverwaltung bestätigt. Verwandte beschreiben ihn als willensstarken, freundlichen, sympathischen Menschen, aufmerksamen Sohn und zuverlässigen Freund.

Berjosowski 1

Der Wagner-Friedhof bei Jekaterinburg in der Kleinstadt Berjosowski wurde jetzt auch umgestaltet. Wie alle Wagner-Friedhöfe in ganz Russland bekam er ein einheitliches Aussehen. Anstelle von Kreuzen sind nun schwarze Pyramiden mit den Namen der Opfer auf den Gräbern angebracht.

Saratow II

Saratow an der Wolga - Urheber/Fotograf: Alexxx1979 - - CC BY-SA 4.0

Die Oblast und Stadt Saratow haben eine deutsche Geschichte. Auf Einladung der deutschstämmigen Zarin Katharina II zogen sehr viele Deutsche, besonders aus Süddeutschland, in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in die Region - die Wolgadeutschen, wie sie genannt wurden. Josef Stalin beendete dann 1941 deren Einfluss auf die Region. Aus Angst vor Kollaboration mit den vorrückenden deutschen Truppen wurden die deutschstämmigen Bürger nach Zentralasien und Sibirien deportiert.

Auch Saratow hat eine hohe Anzahl von gefallenen Soldaten im Krieg gegen die Ukraine zu verzeichnen.

Saratow: Teil I bis 99 -- Teil II bis 300 -- Teil III bis 500 -- Teil IV bis 700 -- Teil V bis 1.000 -- Teil VI bis 1.500 -- Teil VII bis 2.000 -- Teil VIII bis 3.000 -- Teil IX bis 4.000 -- Teil X bis 5.000 -- Teil XI ab 5.001

Tomsk Abend

 Tomsk am Abend  -- Foto: Vladimir Zhdanov -- Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die Oblast Tomsk liegt nördlich der drei westsibirischen Regionen Omsk, Nowosibirsk und Kemerowo. In der Region leben 1,05 Millionen Menschen, davon in der gleichnamigen Hauptstadt 525 Tausend. Die Förderung von Gas und Öl, deren industrielle Weiterverarbeitung und die Holzwirtschaft sind die ökonomischen Schwerpunkte von Tomsk. Die Stadt Tomsk ist eine der ältesten Städte Sibiriens und zudem eine Universitätsstadt mit etwa 100.000 Studenten. Die Region hat zudem mit 0,9% eine noch zählbare Minderheit an Russlanddeutschen.

Oblast Tomsk: Teil I bis 200 -- Teil II bis 500 -- Teil III bis 1.000 -- Teil IV ab 1.001

Moskau Kremlmauer

Moskau - Kremlmauer -- Foto: W. Bulach -- Lizenz: CC BY-SA 4.0

Moskau - Hauptstadt Russlands und Regierungssitz - erst nach 141 Tagen Krieg und 2.500 hier öffentlich gemachten Kriegstoten konnten wir den ersten, uns bekannt gewordenen toten Soldaten aus der Stadt Moskau vermelden. Obwohl in der Stadt Moskau etwa acht Prozent der russischen Bevölkerung lebt, schien der Ukrainekrieg an der Hauptstadt ohne Verluste vorbeizuziehen. Passend dazu liefert die Erstinformation nicht ein Pressemedium aus der Stadt, sondern eine regionale Plattform aus Kaliningrad.

Die größte Stadt Russlands hat mit Abstand die geringste Anzahl an getöteten Soldaten gemessen an der Einwohnerzahl zu verzeichnen. Die Herrscher des Kremls schützen ihre Angehörigen.

Moskau: Teil I bis 100 -- Teil II bis 300 -- Teil III bis 500 -- Teil IV bis 1.000 -- Teil V bis 2.000 -- Teil VI ab 2.001

Udmurtien

Dorf Kuwa - Udmurtien -- Urheber: GeocoIumbus -- CC BY-SA 4.0

Udmurtien ist eine Republik im russischen Föderationskreis Wolga mit etwa 1,5 Millionen Einwohnern. Hauptstadt ist Ischewsk mit über 600 tausend Einwohnern. Udmurtien liegt im europäischen Teil Russlands westlich des Uralgebirges zwischen den Flüssen Kama und Wjatka. Das Land ist stark industrialisiert und gut erschlossen.

In der Republik gab es einige sehr intelligente Proteste gegen den Krieg in der Ukraine, die aber von der Polizei schnell unterbunden wurden. Wir hatten einen kleinen Teil hier dokumentiert.

Udmurtien: Teil I bis 200 -- Teil II bis 400 -- Teil III bis 1.000 -- Teil IV bis 2.000 -- Teil V bis 3.000 -- Teil VI ab 3.001

1280px Sankt Petersburg.palatul de iarna.N

 St. Petersburg, Eremitage/Winterpalast  -- Urheber: Alexandru Baboş Albabos -- Lizenz: CC BY 3.0

St. Petersburg ist mit 5,4 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Russlands. Sie wird umgeben von der Oblast Leningrad mit ca. 1,8 Millionen Einwohnern, deren Verwaltung auch in St. Petersburg beheimatet ist. Die historische Innenstadt von St. Petersburg ist Weltkulturerbe.

St. Petersburg & Oblast Leningrad: 
Teil I bis 100 -- Teil II bis 300 -- Teil III bis 500 -- Teil IV bis 700 -- Teil V bis 1.000 -- Teil VI bis 1.500 -- Teil VII bis 2.000 -- Teil VIII bis 3.000 -- Teil IX ab 3.001

Go to top