15.07.2026 -- 221.293// Zuwachs zum 30.06.2026: 2.769
Der russische Leutnant Iwan Nikolajewitsch Kriwoschejew wurde in der Ukraine getötet und am 16. Dezember 23 im Dorf Lapschowo in der Region Pensa beerdigt. Soweit der wesentliche Inhalt einer der vielen Todesmeldungen, die wir täglich im Internet sichten.
Auf der Suche nach einem Foto des Leutnants stellte sich heraus, dass der von uns bearbeitete Beitrag doch recht weit von der Wirklichkeit entfernt war.
Zunächst die erste von uns entdeckte Nachricht vom 14.12.23:
Orenburg: Unfertig und verlassen -- Urheber: - CC BY 3.0
Orenburg - der Name klingt deutsch, aber sonst hat die Oblast und die Stadt Orenburg nichts mit deutscher Kultur zu tun. Die Region liegt im Süden Russlands mit einer langen Grenze zu Kasachstan. Die Fläche der Oblast entspricht etwa Bayern, Baden-Württemberg und Hessen zusammen. Wie viele andere Grenzregionen Russlands verzeichnet auch Orenburg einen hohen Blutzoll im Krieg gegen die Ukraine.
Oblast Orenburg: Teil I bis 99 -- Teil II bis 200 -- Teil III bis 300 -- Teil IV bis 500 -- Teil V bis 700 -- Teil VI bis 1.000 -- Teil VII bis 1.500 -- Teil VIII bis 2.000 -- Teil IX bis 3.000 -- Teil X ab 3.001
Weiterlesen: Jugend aus Orenburg - getäuscht, belogen und geopfert - Teil VI
Maxim Aristarchow wurde Anfang November bei einem russischen Angriff auf Awdijiwka getötet. Er gehörte zu einer Sturm-Z Einheit, die sich aus Häftlingen der russischen Gefängnisse zusammensetzt.
Im Jahr 2022 war Maxim Aristarchow wegen Doppelmordes zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er gehörte zu einer Organisation von russischen Neonazis rund um den Vlogger Maxim Marzinkewitsch, besser bekannt als "Tessak". Seine Verbrechen hatte Aristarchow aus Rassenhass begangen.
Weiterlesen: Rechtsradikaler Mörder getötet beim Sturm auf Awdijiwka

Magadan - Foto: CC BY-SA 3.0
Magadan, eine russische Hafenstadt im ganz fernen Osten, hat knapp einhunderttausend Einwohner und ist die Hauptstadt der gleichnamigen Oblast. Auf einer Fläche so groß wie Schweden leben insgesamt etwa 150.000 Menschen, davon ein Großteil in der Hauptstadt. Der Hafen von Magadan, der auch im Winter eisfrei ist, wird militärisch und kommerziell genutzt. Bergbau und Fischverarbeitung sind die Wirtschaftsfaktoren der Region. Ansonsten hat Magadan eine gruselige Geschichte aus Zwangsarbeiterlagern und Gulag.
Auch aus dieser fernen Region sterben Bewohner im Krieg gegen die Ukraine.
Magadan: Teil I bis 100 -- Teil II ab 101
Weiterlesen: Magadan - Wehrordnungen, Weisungen, Pflichten souverän erfüllt - Teil II
In einem freigegebenen US-Geheimdienstbericht vom 12.12.23 veröffentlichte die USA nun eigene Zahlen zu den russischen Verlusten im Krieg gegen die Ukraine. Danach hätte der Krieg bisher Russland 315.000 Opfer gekostet - Verwundete und Tote zusammengerechnet. Das berichtet Reuters vom 13. Dezember 23.
Russland hätte in Februar 2022 die Invasion der Ukraine mit 360.000 Soldaten begonnen. Es wären somit 87% der Gesamtzahl, mit der der Krieg begonnen wurde, getötet oder verletzt worden.
Nachdenkliche Stimmen zum Krieg gegen die Ukraine findet man in den sozialen Medien Russlands so gut wie nie. Um so überraschender, wenn man doch mal auf solch eine Meinungsäußerung trifft. Allerdings musste die Autorin dann doch einige Beispiele auf Empfehlung der Moderation herausnehmen, wie sie selbst schreibt.
Marina Birjukova - 7. Dez. 14:53 -- Link
Heute habe ich in meinem Feed eine Nachricht über die Aufstellung von "Heldentischen" in Schulen, deren Absolventen in der SVO gefallen sind, gefunden. In einem kleinen Tatischewski-Bezirk gibt es gleich zwei solcher Tische. Sergej Lygin (links) und Alexander Fjodorow.
Dies ist ein Beitrag der kritischen Initiative Dovod aus der Oblast Wladimir. Da im Artikel weitere Detais zu den sogenannten Sturm-Z Einheiten berichtet werden, haben wir ihn übernommen. Die hier beschriebenen Angriffe gehen noch immer weiter. Es sieht so aus, dass bis zur Präsidentenwahl 2024 die Stadt Awdijiwka erobert werden soll - koste es was es wolle.
Ein ehemaliger Sicherheitsoffizier wurde für den Krieg aus einem Strafgefangenenlager rekrutiert, wo er eine Strafe wegen Korruptionsverbrechen verbüßte.
Weiterlesen: Ein Ex-Mitarbeiter der Antikorruptionsabteilung wurde in der Ukraine getötet

Bushaltestelle, Republik Sacha -- Urheber: Artem Svetlov Lizenz: CC BY 2.0
Jakutien oder Sacha wie das Land heute amtlich heißt, ist eine Republik im nordöstlichen Teil des asiatischen Russlands. Die Fläche des Landes ist beinahe so groß wie Indien, aber dünn besiedelt, gerade mal eine knappe Million Einwohner hat die Region. Das Land ist reich an Bodenschätzen - Edelmetallen, Erdöl, Erdgas, Kohle und Diamanten.
Der Journalist Vitaly Obedin zu Jakutien: „Leider kann der Chef von Jakutien derzeit am besten das Image einer kreativen, exotischen und fortschrittlichen Region auf föderaler Ebene verkaufen ... Und dies wird nicht durch die Tatsache behindert, dass mehr als ein Viertel der Bevölkerung hier im Winter bei minus 40 "auf Holztoiletten geht, heizt die Räumlichkeiten mit Holz und nutzt mangels fließendem Wasser das auf den Seen gehackte Eis".(Telegram-Link)
Sacha (Jakutien): Teil I bis 100 -- Teil II bis 300 -- Teil III bis 500 -- Teil IV bis 1.000 -- Teil V bis 2.000 -- Teil VI ab 2.001
Weiterlesen: Jakutien - mit goldenen Händen zum Krieg in der Ukraine - Teil III
Im Juni 2023 meldete sich Andrej Sysojew aus der Stadt Uwarowo, Region Tambow, freiwillig bei der Armee, er wollte am Ukrainekrieg teilnehmen. Andrej, dessen Alter wir nicht kennen, hatte keinerlei militärische Erfahrung. Er gehörte zu den russischen Bürgern, die in die Behindertenkategorie III eingestuft wurden.
Foto: Trauerfeier für Andrej
Dies ist unsere zweite Veröffentlichung, die sich auf alle russischen Regionen bezieht. Wir haben alle am 15.10.23 neu aufgenommen Verwaltungseinheiten nachgearbeitet, so dass wir ein umfassendes Gesamtbild vorlegen können. Die Zahl der russischen Kriegstoten bewegt sich aktuell wieder im selben hohen Rahmen, wie Anfang des Jahres. Wir kommen im Moment kaum nach, unsere Tabellen wenigstens langsam zu aktualisieren. Das sind die unsere Zahlen zum 31.10.23:
Weiterlesen: Getötete russische Soldaten im Ukrainekrieg - Stand: 31.10.23
In der Tradition der britischen und indischen Armee spielen Gurkha-Einheiten eine große Rolle. Die Gurkhas kommen aus Nepal und gelten als die härtesten Kämpfer, wenn es im Krieg Mann gegen Mann geht. Die Einheiten wurden zu Kolonialzeiten gebildet und im Kampf im Dschungel oder in abgelegenen Gebieten eingesetzt.
Inzwischen hat die britische Armee die Anzahl der Ghurkas nach und nach reduziert, es gibt aber immer noch einen großen Andrang in Nepal für Neuaufnahmen. All das ist vertraglich zwischen den drei Regierungen geregelt.
Da wundert es nicht, dass auch Russland in Nepal nach geeigneten Soldaten für den Grabenkampf Ausschau hält.
Über die Person von Sergej Wladimirowitsch Smirnow (Foto) wissen wir nichts, schon gar nicht, warum der Mann in der Stadt Kochma, Region Iwanowo, inhaftiert war.
Sergej wurde im Gefängnis zum Sturm-Z Bataillon rekrutiert. Über den darauf folgenden Ablauf wissen wir etwas mehr:

Kreml von Kasan - Urheber:
Die russische Republik Tatarstan hat etwa 3,8 Millionen Einwohner, davon leben 1,14 Millionen in der Hauptstadt Kasan. Namensgeber der Republik sind die Tataren, die etwas über die Hälfte der Bevölkerung stellen. Die Tataren sind ein Turk-Volk muslimischen Glaubens. Die größte Minderheit in Tatarstan stellen die Russen mit etwa 40% Bevölkerungsanteil.
Tatarstan gilt als eine der reichsten Republiken Russlands mit reichhaltigen Gas- und Erdölvorkommen und einer entwickelten Industrie.
Republik Tatarstan: Teil I bis 100 -- Teil II bis 200 -- Teil III bis 300 -- Teil IV bis 500 -- Teil V bis 700 -- Teil VI bis 1.000 -- Teil VII bis 1500 -- Teil VIII bis 2.000 -- Teil IX bis 2.500 -- Teil X bis 3.000 -- Teil XI bis 3.500 -- Teil XII bis 4.000 -- Teil XIII bis 4.500 -- Teil XIV ab 4.501
Weiterlesen: Tatarstans Jugend verblutet in der Ukraine -- Teil VI
31.10.23 - Мальгин Константин - Originaltext
In Kamensk-Uralsky verabschiedeten sie sich vom 27-jährigen Konstantin Malgin. Der Kommandant eines Sturm-Z-Trupps starb in der Sondereinsatzzone, Informationen darüber wurden von der Stadtverwaltung bestätigt. Verwandte beschreiben ihn als willensstarken, freundlichen, sympathischen Menschen, aufmerksamen Sohn und zuverlässigen Freund.

Der Wagner-Friedhof bei Jekaterinburg in der Kleinstadt Berjosowski wurde jetzt auch umgestaltet. Wie alle Wagner-Friedhöfe in ganz Russland bekam er ein einheitliches Aussehen. Anstelle von Kreuzen sind nun schwarze Pyramiden mit den Namen der Opfer auf den Gräbern angebracht.
Saratow an der Wolga - Urheber/Fotograf: CC BY-SA 4.0
Die Oblast und Stadt Saratow haben eine deutsche Geschichte. Auf Einladung der deutschstämmigen Zarin Katharina II zogen sehr viele Deutsche, besonders aus Süddeutschland, in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in die Region - die Wolgadeutschen, wie sie genannt wurden. Josef Stalin beendete dann 1941 deren Einfluss auf die Region. Aus Angst vor Kollaboration mit den vorrückenden deutschen Truppen wurden die deutschstämmigen Bürger nach Zentralasien und Sibirien deportiert.
Auch Saratow hat eine hohe Anzahl von gefallenen Soldaten im Krieg gegen die Ukraine zu verzeichnen.
Saratow: Teil I bis 99 -- Teil II bis 300 -- Teil III bis 500 -- Teil IV bis 700 -- Teil V bis 1.000 -- Teil VI bis 1.500 -- Teil VII bis 2.000 -- Teil VIII bis 3.000 -- Teil IX bis 4.000 -- Teil X bis 5.000 -- Teil XI ab 5.001

Tomsk am Abend -- Foto: Vladimir Zhdanov -- Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Oblast Tomsk liegt nördlich der drei westsibirischen Regionen Omsk, Nowosibirsk und Kemerowo. In der Region leben 1,05 Millionen Menschen, davon in der gleichnamigen Hauptstadt 525 Tausend. Die Förderung von Gas und Öl, deren industrielle Weiterverarbeitung und die Holzwirtschaft sind die ökonomischen Schwerpunkte von Tomsk. Die Stadt Tomsk ist eine der ältesten Städte Sibiriens und zudem eine Universitätsstadt mit etwa 100.000 Studenten. Die Region hat zudem mit 0,9% eine noch zählbare Minderheit an Russlanddeutschen.
Oblast Tomsk: Teil I bis 200 -- Teil II bis 500 -- Teil III bis 1.000 -- Teil IV ab 1.001

Moskau - Kremlmauer -- Foto: -- Lizenz: CC BY-SA 4.0
Moskau - Hauptstadt Russlands und Regierungssitz - erst nach 141 Tagen Krieg und 2.500 hier öffentlich gemachten Kriegstoten konnten wir den ersten, uns bekannt gewordenen toten Soldaten aus der Stadt Moskau vermelden. Obwohl in der Stadt Moskau etwa acht Prozent der russischen Bevölkerung lebt, schien der Ukrainekrieg an der Hauptstadt ohne Verluste vorbeizuziehen. Passend dazu liefert die Erstinformation nicht ein Pressemedium aus der Stadt, sondern eine regionale Plattform aus Kaliningrad.
Die größte Stadt Russlands hat mit Abstand die geringste Anzahl an getöteten Soldaten gemessen an der Einwohnerzahl zu verzeichnen. Die Herrscher des Kremls schützen ihre Angehörigen.
Moskau: Teil I bis 100 -- Teil II bis 300 -- Teil III bis 500 -- Teil IV bis 1.000 -- Teil V bis 2.000 -- Teil VI ab 2.001
Weiterlesen: Stadt Moskau - kaum Verluste im Ukrainekrieg -- Teil III

Dorf Kuwa - Udmurtien -- Urheber: -- CC BY-SA 4.0
Udmurtien ist eine Republik im russischen Föderationskreis Wolga mit etwa 1,5 Millionen Einwohnern. Hauptstadt ist Ischewsk mit über 600 tausend Einwohnern. Udmurtien liegt im europäischen Teil Russlands westlich des Uralgebirges zwischen den Flüssen Kama und Wjatka. Das Land ist stark industrialisiert und gut erschlossen.
In der Republik gab es einige sehr intelligente Proteste gegen den Krieg in der Ukraine, die aber von der Polizei schnell unterbunden wurden. Wir hatten einen kleinen Teil hier dokumentiert.
Udmurtien: Teil I bis 200 -- Teil II bis 400 -- Teil III bis 1.000 -- Teil IV bis 2.000 -- Teil V bis 3.000 -- Teil VI ab 3.001
Weiterlesen: Udmurtien - Helden im Kampf gegen Nazis - Teil III

St. Petersburg, Eremitage/Winterpalast -- Urheber: -- Lizenz: CC BY 3.0
St. Petersburg ist mit 5,4 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Russlands. Sie wird umgeben von der Oblast Leningrad mit ca. 1,8 Millionen Einwohnern, deren Verwaltung auch in St. Petersburg beheimatet ist. Die historische Innenstadt von St. Petersburg ist Weltkulturerbe.
St. Petersburg & Oblast Leningrad:
Teil I bis 100 -- Teil II bis 300 -- Teil III bis 500 -- Teil IV bis 700 -- Teil V bis 1.000 -- Teil VI bis 1.500 -- Teil VII bis 2.000 -- Teil VIII bis 3.000 -- Teil IX ab 3.001
Weiterlesen: St. Petersburg & Oblast Leningrad - Sag wo die Soldaten sind? Teil V

Auf dem Foto sieht Igor wie ein professioneller Soldat aus, in Wirklichkeit war er eher ein Ritter der traurigen Gestalt. Entsprechend verlief auch seine Zeit als Vertragssoldat. Im August 2024 kam er in ukrainische Gefangenschaft, ein Verhör mit ihm wurde veröffentlicht. Aber niemand vermisste ihn. Igor wurde nach einiger Zeit ausgetauscht und musste wieder zurück in den Krieg. Am 23. Mai 2026 war dann Schluss. Igor Gennadjewitsch Kalinin wurde am 04.07.1974 geboren und lebte im Dorf Iljinsky in Karelien. Am 11.06. wurde er dort begraben.
Es ist alles zusammen gekommen, die Hitze der letzten Tage, die unsere Arbeitsmoral untergraben hat, durch die hessischen Ferien bedingte dünne Besetzung und schließlich ist unsere EDV-Erfassung auch noch abgestürzt. So dauerte unsere Zusammenfassung des Monats Mai länger als geplant. Wir bitten um Entschuldigung.
Die Todeslisten aller russischen Regionen sind jetzt bis zum Monat Mai 2026 aktuell. Die übliche Zusammenfassung werden wir bis zum 16.07.26 vorlegen.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
Wir hatten etwas Probleme mit unserer internen IT, deshalb haben wir uns mit dem Monat April 2026 weiter verspätet und konnten auch keine aktuellen Themen einschieben. Die Zusammenfassung werden wir am morgigen Donnerstag vorlegen.
Alle russischen Regionen wurden bereits mit den Daten des Monats April 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats März 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Monat März 2026 und die erfassten Daten zum April 2026 werden wir bis spätestens 12. Mai vorlegen können.
CK, 11.05.2026
Wir sind gerade im Stress und bereiten den Abschluss des Monats März 2026 vor. So haben wir versehentlich einen unfertigen Beitrag online gestellt: „Für Glaube und Vaterland in Nowomoskowsk“. Wir bitten um Entschuldigung.
Wir haben den Beitrag wieder versteckt, er wird erst in den nächsten Tagen - dann hoffentlich komplett - veröffentlicht.
OM 07.05.2026
Am Abend des 5. Mai 2026 war unsere Domain „oskarmaria.de“ nicht zu erreichen. Nach hektischen Versuchen, das Problem auf unserem Webserver zu suchen, mussten wir feststellen, dass wir nicht unternehmen können. Die Namensauflösung für de-Domains war bei Denic gestört. Über unsere zweite Domain https://www.gibtsnet.eu sind wir weiterhin & ungestört zu erreichen.
Zum Beitrag über die beiden in Russland inhaftierten Frauen Natalia Leonhardt und Daria Jegerewa wollen wir noch einige Anmerkungen nachreichen.
Nach der Verhaftung der beiden Frauen wurde zunächst nur der Name von Daria Jegerewa bekannt. Die Familie von Frau Leonhardt wollte, dass ihr Name nicht genannt werden solle. Sie versprachen sich so bessere Chancen vor Gericht. Das ist nicht eingetreten.
Aber dazu passt: Wir hatten beim Unterstützerkomitee angefragt, ob wir ein Foto benutzen können, das beide Frauen zeigt. Am folgenden Tag haben wir die Erlaubnis bekommen, die dann wenig später zurückgezogen wurde. Die Verantwortliche hatte unsere Webseite besucht und meinte danach, dass eine Fotoveröffentlichung in unserem Kontext den beiden Frauen eher schaden würde. Wir wollen das nicht weiter kommentieren.
Russische Freiwillige, die in den ersten drei Monaten nach Vertragsunterzeichnung an der Front getötet wurden, stellen wir unter der Überschrift „Ohne viele Worte“ vor. Da es zu viele waren, haben wir zunächst maximal einen Gefallenen pro Tag veröffentlicht. Aktuell ist die Situation so, dass es in vielen Regionen inzwischen untersagt ist, die genauen Daten anzugeben, wann der Vertrag unterschrieben und wann der Freiwillige getötet wurde. Neue Freiwillige sollen durch solch eine Wahrheit nicht abgeschreckt werden, meinen die russischen Behörden.
Wir haben uns deshalb entschieden, wieder alle Kurzzeitsoldaten zu veröffentlichen, die wir registrieren. Das sind meist Männer aus Burjatien, da in dieser Region - teilweise - noch immer ausführliche Nachrufe publiziert werden. Burjatien steht stellvertretend für alle russischen Regionen, wie unser aktuelles Beispiel aus Transbaikalien zeigt. Im Bezirk Krasnotschikoisky haben wir unter 128 Gefallenen insgesamt 36 Kurzzeitsoldaten gefunden.
Eine aktuelle Liste der Antrittsprämien aller rusischen Regionen, die der russische Staat für Zeitsoldaten bezahlt, haben wir hier veröffentlicht.
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Februar 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Februar 2026 und die erfassten Daten zum März 2026 werden wir bis spätestens 10. April vorlegen können.
OM, 09.04.2026
Vielleicht ist euch aufgefallen, dass wir sehr häufig Personen aus Burjatien vorstellen. In unserer Rubrik der Kurzzeitsoldaten (Ohne viele Worte) sind überwiegend Gefallene aus Burjatien vertreten. Das hat einfache Gründe - in Burjatien werden gewohnheitsmäßig ausführliche Nachrufe auf die im Krieg getöteten Landeskinder veröffentlicht. So erfahren wir viele Details. Das kommt in anderen Regionen eher selten vor, häufig werden auch mißliebige Daten gezielt verheimlicht. So zum Beispiel dass die getöteten Soldaten aus der Haft an die Front entlassen wurden, dass sie nur eine kurze Überlebensdauer hatten, usw. In einigen Regionen wie Baschkortostan sind inzwischen solche detaillierten Nachrichten verboten, häufig wird sogar das Alter verschwiegen.
So muss Burjatien als Beispiel herhalten, wenn es um Kurzzeitsoldaten, jugendliche Dummköpfe und Häftlinge geht. Es wird in allen anderen Regionen nicht viel anders sein.
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Januar 2025 aktualisiert.
Es wurden neun neue Listen angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Januar 2026 und die erfassten Daten zum Februar 2026 werden wir bis spätestens 13. März vorlegen können.
OM, 12.03.26
Der Trend bei den Nachrufen hält an - konkrete Daten werden nicht mehr angegeben. So will es die russische Regierung. Damit kann man nicht mehr abschätzen, wie lange der Zeitvertrag mit dem Militär dauerte oder besser, wie schnell der Soldat nach Vertragsunterzeichnung getötet wurde. Auch wird die Feststellung verhindert, wie lange der getötete Soldat irgendwo an der Front liegen blieb.
Normalerweise haben wir max. einen Kurzzeitsoldaten pro Tag in unserer Rubrik „Ohne viele Worte“ veröffentlicht. Das haben wir heute ausnahmsweiße verändert und alle Kurzzeitsoldaten gelistet, die uns im Zeitraum vom 19. bis 20. Januar 26 aufgefallen sind. Als Beleg dafür, dass auch weiterhin viele russischen Freiwilligen nur kurze Zeit an der Front überleben, auch wenn diese Tatsache unterdrückt werden soll.
CK, 23.02.26
Nach aktuellen Berichten wurden von der russischen Behörde für das Internet "Roskomnadsor" alle „Sozialen Netzwerke“ des Meta-Konzerns abgeschaltet. Folglich sind Facebook, Instagram und der Nachrichtendienst Whatsapp in Russland nicht mehr zu erreichen. Für uns ist das beinahe bedeutungslos. Nur aus der russischen Teilrepublik Nordossetien-Alanien kamen manchmal Informationen via Instagram.
Schwieriger stellt sich die Situation bei Telegram dar. Viele Meldungen von unabhängigen & kritischen Gruppierungen kommen aus Russland über Telegram. Und auch staatliche Akteure nutzen dieses Medium häufig zur Präsentation und Dokumentation ihrer Arbeit. Im Moment berichten Nutzer aus Russland, dass sich Videos und Fotos nur langsam aufbauen - wenn überhaupt. Telegram ist also noch nicht ganz abgeschaltet, aber der Zugriff deutlich erschwert. Wir werden weiter berichten.
OM, 11.02.26
Wir haben jetzt alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Dezember 2025 aktualisiert. Es wurden sechs neue Listen angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Dezember 2025 und die erfassten Daten zum Januar 2026 werden wir bis spätestens 4. Februar vorlegen können.
CK, 01.02.26
Noch zwei Tage und wir sind endlich mit den Kriegstoten vom Dezember 2025 durch. Dann müssen die Namen noch übersetzt und alles in unsere Tabellen eingetragen werden, was zusätzlich zwei bis drei Tage in Anspruch nimmt. Zum gleichen Zeitpunkt werden dann auch die erfassten Zahlen vom Januar 2026 verfügbar sein.
Ein Blick in unsere Datenbank zeigt - es wird keine großen Überraschungen geben. Baschkortostan und Tatarstan, führend bei den Kriegstoten nach Regionen, werden ihren Vorsprung weiter ausbauen. Dahinter kommt die Region Swerdlowsk usw. Und wenn man die Kriegstoten ins Verhältnis zur Bevölkerung der Regionen stellt, bauen die ethnisch bestimmten Regionen wie Tuwa, Burjatien, Tschukotka, Altai und Jakutien ihren Abstand zu den russisch geprägten Regionen weiter aus.
OM, 28.01.26
Zu unserer Berichterstattung über den russischen Angriffskrieg passt der Bürgerprotest über den Abriss eines Gebäudes in St. Petersburg vordergründig nicht. Wir meinen aber, der Artikel passt sehr gut.
Zum einen ist er einer der wenigen breit aufgestellten Bürgerproteste seit Beginn des russischen Angriffskrieges. Auf Anhieb fallen uns dazu nur noch die Proteste im baschkirischen Baimak Anfang 2024 ein.
Zum anderen dokumentiert er sehr gut die verschiedenen Meinungen und Vorurteile der Stadtbürger von St. Petersburg. Die „Migranten“ im Beitrag sind keine Migranten in unserem Sinne, sondern ganz normale russische Staatsbürger, deren Geburtsregion der russische Kaukasus ist. Dagestan ist die größte, überwiegend muslimisch geprägte russische Teilrepublik im Kaukasus.
Und vielleicht, vielleicht ein ganz klein wenig, existiert der zivile Ungehorsam in Russland immer noch. Und konnte auch durch die seit Beginn des Krieges ständig erweiterte Repression nicht ganz ausgerottet werden.
Wir haben jetzt alle russischen Regionen mit den Daten des Monats November 2025 aktualisiert. Es wurden 21 neue Listen angelegt:
Bei den Fotos zu den neuen Tabellen haben wir auf Kritik reagiert und möglichst keine Postkartenmotive ausgewählt. Denn diese bilden die Lebenswirklichkeit der Menschen in diesen Regionen nicht ab.
Die große Zahl an russischen Kriegstoten lässt uns kaum noch Zeit zu aktuellen Berichten. Wir können etwa 300 Kriegstote pro Tag bearbeiten, da darf aber nichts dazwischen kommen - wie zum Beispiel persönliche Angelegenheiten. Tatsächlich haben wir im Moment durchschnittlich etwa 400 Fälle in unseren Listen.
Heute haben wir den 20. November bearbeitet, es wird also mindestens noch 11 Tage dauern, bis wir den November abgeschlossen haben.
Die hohe Zahl an Kriegstoten resultiert nicht aus dem aktuellen Kampfgeschehen. Durch das Erbschaftsregister können viele Suchanfragen auf VKontakte und Telegramkanälen geschlossen werden - Soldat tot.
Das alles hindert uns nicht, in den nächsten Tagen einen Zwischenstand zum 15. Dezember zu veröffentlichen.
Wir haben heute alle russischen Regionen mit den Daten des Oktobers aktualisiert. Es wurden drei neue Listen angelegt:
Wir werden für eine kurze Zeit nicht erreichbar sein - einfach später wieder kommen.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Doppelt
Wladimir: 25. Artem Kozhenkov // Nischni Nowgorod: 35 Artem Kozhenkov
Wolgograd: 01 Juri Agarkov // Pskow: 41 Juri Agarkow
Kutelev Stanislav, dreifach, Kostroma, Rjasan und Orenburg. Nur Orenburg
Nikolai Symov, Rjasan & Tschuwaschien - nur Tschuwaschien
Mamontov Mikhail - Krasnodar Teil 1 & Teil 2
Ivan Alekseevich Chulkov, Kostroma, Pos. 51/56
Elimov Alexey Michailowitsch , Kostroma & Tschuwaschien
Falsch einsortiert
Ruslan Khamitov, Tscheljabinsk, kein Söldner der Gruppe Wagner
Wir hatten bereits über die Aussage der russischen Militätbloggerin Agnes Becker berichtet, die in ihrem Telegramkanal eine angeblich unabhängige Studie zitiert hatte. Danach würde die durchschnittliche Überlebensdauer eines Soldaten bei einem Angriff an den vordersten Positionen nur 20 - 35 Minuten betragen. Am letzten Mittwoch bestätigte der CIA-Direktor John Ratcliff diese Aussage:
„Unsere Erkenntnisse decken sich mit einigen Berichten aus offenen Quellen, die Sie möglicherweise im Zusammenhang mit der Ukraine gesehen haben: Die durchschnittliche Lebenserwartung eines russischen Rekruten, der derzeit auf dem Schlachtfeld in der Ukraine eintrifft, wird auf 20 bis 30 Minuten geschätzt.“
Durch den Einsatz von Drohnen mit KI-Unterstützung steigen jedoch die Verlustzahlen auch weit hinter der Front. Im folgenden Video sieht man solch eine Drohne, die zielgerichtet einen russischen Militärlaster ausschaltet. Vermutlich handelt es sich um die in Deutschland hergestellt HX-2 der Rüstungsfirma Helsing.
Ilja Eduardowitsch Tirskij, 26 Jahre
Geburtsdatum: 18.07.1998
Todesdatum: 08.04.2025
Todesort: Oblast Donezk, Bezirk Wolnowacha, Siedlung Schewtschenko
Art des Dienstes: Vertrag vom 27.02.2025, Militäreinheit 46102
Ziviler Beruf: Koch
Wohnort: Jakutsk
Telegram-Kanal „Die Toten aus Sacha“ vom 02.06.26
Wladimir Sergejewitsch Nenartowitsch, 59 Jahre
Telegram-Kanal „Die Toten aus Sacha“ vom 28.05.2026
Die Kleinstadt Tschulym liegt etwa 130 km westlich der Hauptstadt Nowosibirsk. In der Stadt und im dazugehörigen Bezirk leben rund 20.000 Menschen - Tendenz rückläufig. Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt, etwa ein Drittel aller Erwerbstätigen arbeiten in diesem Bereich.
Ein Denkmal erinnert an die Toten aus den sowjetischen und russischen Kriegen. Im Krieg in Afghanistan sind zwei Soldaten aus dem Bezirk getötet worden, in den Tschetschenienkriegen wurden acht Männer getötet und im aktuellen Krieg gegen die Ukraine wurden bisher 113 Namen eingraviert.
Setzt man jene 113 Kriegtoten ins Verhältnis zur Bevölkerung, so würde jene Region an zweiter Stelle aller russischen Regionen in unserer entsprechenden Tabelle stehen.
Nikolai Afanassjewitsch Atlasow (Rufname „Odun“), 35 Jahre alt
Status: Verstorben Geburtsdatum: 29. Oktober 1989
Sterbedatum: 28. März 2025
Geburtsort: Rajon Changalasski, Dorf Katschikatsy
Sterbeort: Region Donezk, Siedlung Jelisawetowka
Dienstverhältnis: Vertragsdienst (ab 30. November 2024)
Kinder (Anzahl): Unbekannt
Ziviler Beruf: Abfüllung und Lieferservice für reines Trinkwasser
„Die Toten aus Sacha“ vom 5.5.26