Omsk Oblast

 Omsk Oblast -- Urheber: Alexey aus Ekaterinburg - Lizenz: CC BY 2.0

Omsk ist eine Großstadt in Sibiren mit 1,1 Millionen Einwohnern. Es ist auch die Hauptstadt der gleichnamigen Oblast mit einer Gesamtbevölkerung von knapp zwei Millionen. Die Region Omsk ist der viertgrößte Wirtschaftsstandort Russlands, mit einem Zentrum der Petro- und Rüstungsindustrie. Angebunden ist die Stadt an die Transsibirische Eisenbahn.

Auch Omsk ist eine Stadt aus den Randgebieten Russlands. Die Oblast grenzt im Süden an Kasachstan. Nach Kiew sind es etwa 3.000 km Luftlinie, trotzdem sterben junge Menschen auch im Krieg russischen Krieg gegen die Ukraine.

Omsk: Teil I bis 200 -- Teil II bis 400 -- Teil III bis 1.000 -- Teil IV bis 2.000 -- Teil V ab 2.100

001 wagner

Wie die Behörden den Friedhof der Wagner-PMC-Söldner zunächst versteckten und dann stoppten

Innerhalb von vier Monaten verdoppelte sich die Zahl der Söldner des PMC Wagner bei Irkutsk von 66 auf 140 Gräber und war kein Geheimnis mehr. Die Erweiterung ihrer Fläche kostete die Stadt 14 Millionen Rubel. „Menschen am Baikalsee“ untersuchte, wer dort begraben lag, ob in den Kolonien noch Rekrutierungen durchgeführt wurden und warum sich Gefangene für den Krieg meldeten.

Text: Elizaveta Petrova - 20. September 2023 -- Link

Ende August, drei Tage nach dem Tod des Chefs des Wagner PMC, Jewgeni Prigoschin, wurde im Zentrum von Irkutsk ein Denkmal für die gefallenen Söldner des Wagner PMC enthüllt. In der Menge standen Eltern mit Kindern, Männer in Tarnkleidung. Drei Frauen mittleren Alters hielten das rote Banner einer Infanteriedivision, die im Zweiten Weltkrieg kämpfte. Ein etwa zwölfjähriger Junge hielt mit beiden Händen eine Stange, auf der eine schwarze Satinfahne mit einem Totenkopf wehte – das Symbol der privaten Militärfirma.

derbent

 Kaspisches Meer bei Derbent/Dagestan  -- Urheber: Alexey Komarov // CC BY-SA 4.0

Dagestan galt lange als eine der unruhigsten Republiken des Kaukasus. Islamisten stellten die von Russland diktierte Ordnung in Frage.  So haben die bewaffneten Konflikte im Kaukasus seit 2014 knapp 150 Sicherheitskräften das Leben gekostet. Das ist jetzt vorbei - vom Beginn Russlands Krieg gegen die Ukraine an sind die ethnisch/religiösen Konflikte kein Thema mehr. Gestorben wird jetzt in der Ukraine und davon reichlich. Führend im Kaukasus ist Dagestan.

Dagestan: Teil I  bis Position 101, Teil II bis  199, Teil III bis 400 -- Teil IV bis 500 -- Teil V bis 700 -- Teil VI bis 1.000 -- Teil VII bis 2.000 -- Teil VIII ab 2.001

Andrey Robertovich ShutovDer 58-jährige Andrej Robertowitsch Schutow aus Wotkinsk in Udmurtien starb bei seinem ersten Angriff auf ukrainische Stellungen in der Nähe von Lisitschansk. Dies geschah vom 10. bis 13. Juni 2023. Erst am 21. Juli erfuhren Angehörige durch seinen Kameraden zufällig von seinem Tod. Am 5. September wurde ihnen mitgeteilt, dass die Leiche gefunden worden sei und nach Rostow und dann nach Udmurtien gebracht werde.

Der Sohn des Verstorbenen berichtete von seinem Schicksal:

OM Rechnet man die  Soldaten zusammen, die auf Seiten der Sowjetunion im Krieg in Afghanistan und auf Seiten Russlands in den beiden Tschetschenienkriegen getötet wurden, dann entspricht die Summe in etwa unseren Erhebungen aus 19 Monaten Krieg gegen die Ukraine - nämlich etwa 32.000 Kriegstote.

In den 66 Regionen haben wir Stand 15.09.23 insgesamt 26.211 russische Kriegstote namentlich vorgestellt. Hochgerechnet auf ganz Russland ergibt das 32.000 gefallene Soldaten, die Zahl entspricht unserer internen Datenbank für ganz Russland, die wir im Moment noch nicht öffentlich gemacht haben.

Die Region Omsk war seit Beginn des Krieges mit der Veröffentlichung von Kriegsopfern sehr restriktiv. Durch eine lokale Initiative hat sich das geändert, knapp 20 % neue Kriegsopfer konnten wir nach einem Abgleich unserer Statistik hinzufügen.

Belgorod

Bezirk Shebekinsky in der Oblast Belgorod -- Urheber: Лобачев Владимир -- Lizenz: CC BY-SA 3.0 

Belgorod - die Oblast liegt direkt an der Grenze zur Ukraine. Sie hat etwa 1,5 Millionen Einwohner, davon leben ca. 350.000 in der gleichnamigen Hauptstadt. Die Oblast ist  eine hoch entwickelte russische Industrie- und Agrar Region mit traditionell guten Handelsbeziehungen zur nahen Ukraine.

Belgorod: Teil I bis 250 -- Teil II bis 400 -- Teil III bis 543 -- Teil IV ab 544 -- Teil V bis 2.000 -- Teil VI ab 2.001

Dorf Susch

Dorf Susch an Autobahn-km 748  -- Urheber: Vladimir Shalaev -CC BY 3.0

Die Republik Tuwa ist eine zur Russischen Föderation gehörende autonome Republik im südlichen Teil von Sibirien. Dort leben etwa 300.000 Einwohner. Die Tuwiner sind ein Turkvolk und stellen die Mehrheitsbevölkerung in der Republik. Im Vergleich zu anderen russischen Regionen ist die Wirtschaft unterentwickelt - hauptsächlich Landwirtschaft mit Viehhaltung. Die Republik weist die schlechtesten Werte für Kriminalität, Armut, Lebensqualität, Lebenserwartung, Arbeitslosigkeit und Alkoholismus auf.

Der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu kommt aus Tuwa. Was ihn nicht hindert, die Jugend seiner Republik in der Ukraine in den Tod zu schicken.

Tuwa: Teil I bis 200 -- Teil II bis 400 -- Teil III bis 1.000 -- Teil IV bis 2.000 -- Teil V ab 2.001

JeiskDer von Russland entfesselte Krieg findet längst nicht mehr in den Grenzen der Ukraine statt. Auch auf russischem Boden und über die Grenzen hinweg wird geschossen. Dabei sterben nicht nur Soldaten sondern auch Zivilisten - Unbeteiligte, die sich zur falschen Zeit am falschen Ort befunden haben. Um es deutlich auszudrücken - auch diese Zivilisten sind Opfer der russischen Kriegsmaschinerie, egal ob sie durch russisches oder ukrainisches Militär getötet wurden. Sie wären am Leben, wenn es ein friedliches Miteinander der beiden Staaten gegeben hätte.
Foto: Flugzeugabsturz in Jeisk 10/22

Wir haben eine Liste der russischen Webseite 7x7 horizontales Russland übernommen und geringfügig die Übersetzung redigiert.  Insgesamt hat die Webseite 95 zivile Todesopfer auf dem Territorium Russlands zusammengetragen. Es sind nur die russischen Bürger aufgenommen, die sich auf dem Territorium Russlands aufgehalten haben.

OssetrowoFlusshafen Ossetrowo - Foto: Artem Svetlov - Lizenz: CC BY 2.0

Ust-Kut ist eine Stadt in der Oblast Irkutsk in Sibirien mit knapp 50.000 Einwohnern. Sie liegt am linken Ufer des Flusses Lena, einem der längsten Flüsse der Erde. Ab Ust-Kut ist die Lena schiffbar und deshalb ist der Ort wirtschaftlich als Verkehrsknotenpunkt von Bedeutung. Der Flusshafen Ossetrowo (Foto) ist der Umschlageplatz zwischen der Schifffahrt auf dem Fluss und dem Güterverkehr auf Schienen oder Straßen.

Männer aus Ust-Kut sterben auch im Krieg gegen die Ukraine. Eine örtliche Initiative hat  deren Daten zusammengetragen.

Alexey Tayursky Vladimir WeissAlexey Tayursky (Foto links) und Wladimir Weiss aus Ust-Kut in der Region Irkutsk waren gute Freunde. Wladimir Weiss hatte dem Namen nach deutsche Wurzeln. Im Dezember 2015 tranken sie Alkohol in der Datscha von Weiss’ Mutter. Dabei beschwerte sich Alexej darüber, dass ein Bekannter die Rückzahlung von Schulden verlange.  Aus alter Freundschaft heraus bot Wladimir Weiss an, diesen Bekannten zu töten.

Sie stahlen ein Jagdgewehr aus einer benachbarten Datscha und beschlossen, ein Auto zu stehlen, um in die Stadt zu gelangen. Beide gingen auf die Straße und Weiss schoss auf einen vorbeifahrenden Kleinbus. Im Auto saß ein Paar, das von der Hochzeit ihres Sohnes nach Hause kam. Wladimir Weiss tötete sie mit Kopfschüssen.

Kirill Nikolaevich KugubaevAm 08. September 23 wurde im Dorf Nischni Katschmasch in Baschkortostan der 23-jährige Kirill Nikolajewitsch Kugubajew (Foto) beerdigt. Der einfache Soldat wurde irgendwo in der Ukraine getötet. Er ist das 1.000 Opfer aus Baschkirien, das wir in unsere Listen eingetragen haben. Nach den Regionen Swerdlowsk und Krasnodar ist Baschkortostan damit die dritte Region mit über Tausend bekannten Kriegsopfern.

Dem Begräbnis wurde versucht, eine feierliche Atmosphäre zu verschaffen, die ärmliche Umgebung konnte man trotzdem nicht verdecken.

Ruslan RafalovskyWenn es eine Hölle gäbe, könnte man sich diese etwa so vorstellen: Jeden frischen Tag werden hunderte von Soldaten losgeschickt, ein bestimmtes Areal, einen Wohnblock, einen Graben oder eine Straße zu erobern. Der Gegner erwartet schon den Angriff und deckt die stürmenden Truppen mit allen verfügbaren Waffen ein. Es ist ein Gemetzel, beim Angriff werden die meisten getötet, zur Unkenntlichkeit entstellt, Verwundete bleiben irgendwo liegen und nur wenige erreichen das Ziel - wenn überhaupt.

Mit dieser Taktik hat die Gruppe Wagner die ukrainische Stadt Bakhmut erobert. Jeden Tag ein bißchen. Die Toten und Verletzten kümmerte niemand, es waren entbehrliche Soldaten überwiegend rekrutiert aus den Haftanstalten Russlands. Über 20.000 solcher Toten soll die Eroberung Bakhmuts gekostet haben, nur ein Bruchteil wurde öffentlich bekannt.

In verschiedenen Telegramkanälen (z.B. zkwagner) versuchen jetzt Angehörige etwas über den Verbleib oder das Schicksal jener Entbehrlichen zu erfahren. Einige Beispiele aus der Masse:

OM Wir beobachten die Situation in 66 Regionen Russlands und haben damit 81,8 % der Gesamtbevölkerung Russlands im Blick. Alle registrierten Kriegstoten stammen aus offenen Quellen und werden von uns auf die Originalinformation verlinkt. Es kann allerdings vorkommen, dass diese von den Verfassern nachträglich gelöscht werden. In diesem Fall liegt uns ein Screenshot vor.

Nicht berücksichtigt werden von uns Daten aus den beiden "Volksrepubliken" Donezk und Luhansk. Deren Armeen setzen sich zum überwiegenden Teil aus Bürgern Russlands zusammen, so dass wir diese Todesfälle meist in den Regionen verzeichnen können. Die ukrainischen Bürger, die auf der Seite Russlands fallen, nehmen wir nicht auf.

In unserer internen Datenbank haben wir aus ganz Russland 31.300 Todesmeldungen gespeichert - Stand 03.09.2023. Dazu gehören sehr viele Wagner-Söldner und auch normale Soldaten, die wir keiner Region zuordnen können. Und natürlich die 19 Regionen, die wir bisher nicht vorgestellt haben. Hier fehlen noch die Übersetzungen, Formatierungen und Bildzuordnungen. So interessant da manche Informationen noch sein mögen, für den gesamten Überblick spielen sie keine Rolle. Unsere Hochrechnung von ca. 82% der russischen Bevölkerung kommt zum 31.08.23 auf 31.200 russische Kriegstote.

Aderbievka

Blick auf Aderbievka & den Markotkhsky-Kamm (bei Gelendschik) -- Foto: Наталья Филатова -- CC BY 3.0

 Die Region Krasnodar zählt zu den dichtestbesiedelten und wirtschaftlich am stärksten entwickelten Regionen Russlands. Insbesondere die Landwirtschaft ist ein Schwerpunkt der Region. Die fruchtbaren Schwarzerdeböden brachten der Region Krasnodar den Namen „Kornkammer Russlands“, dazu gibt es Weinanbau, Tee, Tabak und Zitrusfrüchte.

Bei etwa fünf Millionen Einwohnern sind die bisher gemeldeten Kriegstoten im Ukrainekrieg keine bedeutende Zahl. Aber auf den Friedhöfen der Region wächst die Anzahl der Soldatengräber, so ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch jene verheimlichten Verluste in die Öffentlichkeit gelangen. Die Kriegsgräber rund um Krasnodar haben wir in einer gesonderten Datei zusammengefasst, soweit es keine weiteren Informationen zu den dort begrabenen Soldaten gibt, die zudem auch aus anderen Regionen kommen können.

Krasnodar:
Teil I bis 102 -- Teil II bis 300 -- Teil III bis 400 -- Teil IV bis 600 -- Teil V bis 800 -- Teil VI bis 1.000 -- Teil VII bis 1.500 -- Teil VIII bis 3.000 -- Teil IX bis 4.000 -- Teil X bis 5.000 -- Teil XI ab 5.001
Friedhöfe I bis 100 -- Friedhöfe II bis 300 -- Friedhöfe bis 500 -- Friedhöfe ab 501
Wagner-Friedhof I -- Wagner Friedhof II -- Wagner Friedhof III

Alexei WolnjankoIn St. Petersburg wurde Alexei Wolnjanko Ende August auf dem Nordfriedhof mit militärischen Ehren beigesetzt. Ein Orchester spielte, Soldaten schossen Salut. Laut den Angaben auf seinem Grab war Alexei am 23. Juni 23 gestorben. Er war einer der vielen getöteten Soldaten in der Ukraine. Aber er war auch ein Mörder – im Juli 2019 hatte er die russische Aktivistin Elena Grigorieva bestialisch ermordet, die sich für die Rechte der Lesben und Schwulen eingesetzt hatte.

WagnerEndeAm 23.08.23 stürzte eine Privatmaschine auf dem Flug von Moskau nach St. Petersburg über der Region Twer ab. An Bord waren zehn Personen, darunter Jewgeni Prigoschin, Oligarch und Chef der Gruppe Wagner, Dmity Utkin, militärischer Befehlshaber der Gruppe Wagner und deren wirtschaftliche Leiter Waleri Tschkalow.

Für die Absturzursache gibt es unterschiedliche Darstellungen. Die unwahrscheinlichere Variante ist ein Abschuss durch ein russisches Flugabwehrsystem, die wahrscheinlichere ist die Zündung einer Bombe an Bord. Eine internationale Untersuchung des Absturzes wurde abgelehnt, weitere Erkenntnisse wurden bisher nicht veröffentlich. Vermutlich wird das so bleiben.

Als militärische Opfer werden wir die sieben Passagiere führen und alle unter St. Petersburg eintragen, dem Sitz der Gruppe Wagner führen. Die zivilen Opfer, also die drei Besatzungsmitglieder, werden wir wie all die vielen Zivilsten, die der Krieg fordert, nicht in unsere Listen aufnehmen.

Dmitri Wassiljewitsch StadolskiEine der russischen Legenden um den Euro-Maidan 2013/2014 besteht darin, dass es sich um einen von der USA finanzierten Putsch gehandelt hätte. Tatsächlich gab es damals zahlreiche Demonstrationen zur Unterstützung der prorussischen Regierung, bei denen bezahlte Demonstranten, sogenannte Tituschki auftraten - junge Männer aus Fitnessstudios in Sportkleidung.

Auf die Demonstranten des Euro-Maidans traf dies nicht zu. Dafür wurden diese durch Berkut-Spezialeinheiten hart angegangen. Dmitri Wassiljewitsch Stadolski aus Sewastopol (Krim) war  solch ein Mitglied dieser Spezialeinheit des Innenministeriums. Nachdem diese 2014 aufgelöst worden war, war er zunächst arbeitslos. Auch er hat gegen sein Heimatland gekämpft. Auf Telegram wurde sein Tod vermeldet:

Kreml Nischni Nowgorod

Kreml in Nischni Nowgorod  -- Urheber: A.Savin - Eigenes Werk - Lizenz: Free Art License 1.3

Die Oblast Nischni Nowgorod liegt im europäischen Teil Russlands an der Wolga und ihre Fläche ist beinahe so groß wie Österreich. Von Moskau aus erreicht man die gleichnamige Hauptstadt leicht mit der Transsibierischen Eisenbahn, die Fahrtzeit beträgt etwa vier Stunden. Nischni Nowgorod gehört zu den interessantesten russischen Städten.

Mit Beginn der Mobilisierung Ende September 2022 haben sich die Todeszalhlen russischer Soldaten im Krieg gegen die Ukraine in fast allen Verwaltungseinheiten an der Wolga beschleunigt - auch aus der Oblast Nischni Nowgorod. Es sieht danach aus, dass die frischen Rekruten vorwiegend aus diesen Regionen mit wenig Vorbereitung an die Front geworfen wurden.

Nischni Nowgorod: Teil I bis 100 -- Teil II bis 300 -- Teil III bis 500 -- Teil IV bis 700 -- Teil V bis 1.000 -- Teil VI bis 2.000 -- Teil VII bis 3.000 -- Teil VIII ab 3.001

In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges war mein Vater in französische Kriegsgefangenschaft geraten. Bei Marseille musste er Bahngleise aufschütten und Instand halten. Mein Großvater schrieb ihm einen Brief ins Gefangenenlager und legte einen Zeitungsausschnitt bei. Es ging um den damaligen evangelischen Landesbischof von Württemberg Theophil Wurm.

Im Oktober 1945 war dieser einer der Mitunterzeichner des Stuttgarter Schuldbekenntnisses, in dem die evangelische Kirche ihr Versagen im Dritten Reich eingestand. Darum ging es in dem Zeitungsausschnitt. Mein Vater antwortete kurz und bündig: "Mit diesem Mann bin ich fertig." Mein Bruder und ich haben mehrfach versucht, wenigstens eine Entschuldigung von ihm zu bekommen - vergebens. Die dadurch entstandene Entfremdung löste sich nie mehr auf.

Mit fadenscheinigen Argumenten hat Russland einen Eroberungskrieg gegen sein Nachbarland Ukraine begonnen. Und wieder sind es die Kirchen und Religionsgemeinschaften, die diesen Konflikt befeuern, statt all dem Töten und Zerstören Einhalt zu gebieten. Ganz vorne daran steht die Russische-Orthodoxe Kirche, dazu die Buddhisten aus Tuwa und Burjatien und heute können wir über den ersten katholischen Priester berichten, der offensichtlich an der Front starb.

Statt medizinischer Versorgung und Urlaub wurden zwei Krim-Marinesoldaten zu einem selbstmörderischen Angriff geschickt. Einer von ihnen ist bereits gestorben.

Am 2. August 23 wurden zwei Marinesoldaten der 810. Brigade von der Mannschaft getrennt. Zachar Blochin und R. K. wurden in einer Strafzelle im Militärregistrierungs- und Einberufungsamt der Stadt Tokmak (Region Saporoschje) untergebracht. Die Soldaten wollten eigentlich medizinische Hilfe bekommen - R.K. schrieb einen Bericht, dass er aufgrund seines moralischen und psychologischen Zustands nicht kämpfen könne.

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