Krasnodar II

Strand Bezirk Krasnodar -- Urheber: Aleksey Litovchenko  -- CC BY 3.0

 Die Region Krasnodar zählt zu den dichtestbesiedelten und wirtschaftlich am stärksten entwickelten Regionen Russlands. Insbesondere die Landwirtschaft ist ein Schwerpunkt der Region. Die fruchtbaren Schwarzerdeböden brachten der Region Krasnodar den Namen „Kornkammer Russlands“, dazu gibt es Weinanbau, Tee, Tabak und Zitrusfrüchte.

Bei etwa fünf Millionen Einwohnern sind die bisher gemeldeten Kriegstoten im Ukrainekrieg mit 376 keine bedeutende Zahl. Aber auf den Friedhöfen der Region wächst die Anzahl der Soldatengräber, so ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch jene verheimlichten Verluste in die Öffentlichkeit gelangen. Die Kriegsgräber rund um Krasnodar haben wir in einer gesonderten Datei zusammengefasst, soweit es keine weiteren Informationen zu den dort begrabenen Soldaten gibt, die zudem auch aus anderen Regionen kommen können.

Krasnodar:
Teil I bis 102 -- Teil II bis 300 -- Teil III bis 400 -- Teil IV bis 600 -- Teil V bis 800 -- Teil VI bis 1.000 -- Teil VII bis 1.500 -- Teil VIII bis 3.000 -- Teil IX ab 3.001 -- Teil X ab 4.001
Friedhöfe I bis 100 -- Friedhöfe II bis 300 -- Friedhöfe bis 500 -- Friedhöfe ab 501
Wagner-Friedhof I -- Wagner Friedhof II -- Wagner Friedhof III

cargo200 kisten01In Holzkisten werden die toten burjatischen Soldaten ins 6.000 km entfernte Ulan-Ude transportiert - als Cargo 200, wie es in der Militärsprache verklausuliert heißt. In den Holzkisten befinden sich dann die Zinksärge, die ins Leichenschauhaus gebracht werden. Die Holzkisten mit Namen und Nummerierung bleiben achtlos zurück.

Tuwa Fr

Eine Gruppe Freiwilliger, etwa 30 Mann stark,  ist am 19. Juli von Tuwa aus ins Kriegsgebiet der Ukraine abgereist. Die Söldner werden zum ersten Mal in die Kampfzone geschickt und sollen ihre Vorgänger ersetzen, die seit Beginn des Ukrainekrieges an den Kampfhandlungen teilgenommen haben oder inzwischen tot oder verwundet sind. Der Job ist gut bezahlt, die Überlebenschancen allerdings gering.

orenburg2 Orenburg: Unfertig und verlassen -- Urheber: Сергей Метик - CC BY 3.0

Orenburg - der Name klingt deutsch, aber sonst hat die Oblast und die Stadt Orenburg nichts mit deutscher Kultur zu tun. Die Region liegt im Süden Russlands mit einer langen Grenze zu Kasachstan. Die Fläche der Oblast entspricht etwa Bayern, Baden-Württemberg und Hessen zusammen. Wie viele andere Grenzregionen Russlands verzeichnet auch Orenburg einen hohen Blutzoll im Krieg gegen die Ukraine.

Oblast Orenburg: Teil I bis 99 -- Teil II bis 200 -- Teil III bis 300 -- Teil IV bis 500 -- Teil V bis  700 -- Teil VI bis 1.000 -- Teil VII bis 1.500 -- Teil VIII bis 2.000 -- Teil IX ab 2.001

Wolgograd Panorama Mamajew Huegel

Blick auf die Stadt vom Mamaev-Hügel - Urheber: FontCity - Eigenes Werk CC BY-SA 4.0

Wolgograd - auf dem Mamajew-Hügel steht heute eine große Gedenkstätte der russischen Opfer in der Schlacht um Stalingrad (heute Wolgograd). Vielleicht sollte eine weitere Gedenkstätte hinzukommen, denn die Stadt hat hohe Opferzahlen im Ukrainekrieg zu verzeichnen.

Wolgograd: Teil I bis 99 -- Teil II bis 200 -- Teil III bis 300 --  Teil IV bis 400  -- Teil V bis 600 -- Teil VI bis 800 -- Teil VII bis 1.000 -- Teil VIII bis 2.000 -- Teil IX bis 3.000 -- Teil X ab 3.001

luhansk58

Sie tauchen zunächst in keiner Statistik auf - die gefallenen Soldaten der Pseudorepubliken Donezk und Luhansk. Immerhin hat am 22. Juni Donezk Zahlen bekannt gegeben. Danach wären 2128 Soldaten gefallen und 8897 Verwundete zu verzeichnen. Luhansk hält es wie Russland geheim.

Sergey Ochirov und Danil Dmitriev„War is hell“ oder „Krieg ist die Hölle“ ist eine Aussage, die dem amerikanischen General Sherman zugesprochen wird. Und doch gelten in der Kriegshölle bestimmte Regeln. Kriegsgefangene sind menschlich zu behandeln, ihre Tötung ist strengstens verboten.

Aktuell geht es um das Schicksal zweier junger russischer Soldaten, die ganz am Anfang des russischen Krieges gegen die Ukraine irgendwie von ihrer Einheit getrennt wurden oder sich verlaufen hatten und von der ukrainischen Territorialverteidigung festgenommen wurden. Ihre Verhaftung wurde sogar auf Video festgehalten. Doch beide Soldaten aus Burjatien sind tot in ihre Heimat zurück gekehrt und wurden Anfang Juli bestattet.
(Foto oben Sergey Ochirov, unten Danil Dmitriev)

tuwa

Tuwa ist eine kleine autonome Republik im Süden Sibiriens mit gerade mal 300.000 Einwohnern. Etwa 80% der Bevölkerung stellen die Tuwiner, ein Turkvolk, das sich überwiegend zum tibetischen Buddhismus bekennt. Und Tuwa ist auch die Heimat des russischen Kriegsministers Sergei Schoigu. Da wundert es nicht, dass der Blutzoll des Krieges gegen die Ukraine das Volk von Tuwa besonders hart trifft. Gemessen an der Bevölkerung hat Tuwa den zweithöchsten Anteil an gefallenen Soldaten in Russland.

31. Guards Separate Air Assault

31. Airborne Assault Brigade aus Uljanowsk

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine begann bereits 2014. Igor Girkin war mit Geheimdienstsoldaten in den Donbass eingesickert und sollte für den Kampf gegen die Zentralregierung die russischstämmige Bevölkerung mobilisieren. Das gelang allerdings nicht wie erwünscht. So stand seine Soldateska im August 2014 vor der Niederlage. Erst als die reguläre russische Armee in die Kämpfe eingriff, wendete sich das Blatt. Zugegeben hat Russland diese Tatsache niemals - niemals wären reguläre Truppen im Donbass im Einsatz gewesen.

In Uljanowsk weiss man das besser. Dort ist die 31. Guards Separate Air Assault Brigade stationiert.

UlanUde

Panorama von Ulan-Ude -- Urheber: Zeitung "Number One" (Fotograf: Беркут)

Die Burjaten, Namensgeber der Republik, sind eine mongolische Ethnie, die vorwiegend den Buddhismus als Religion praktizieren. Sie stellen aber in der Republik eine Minderheit dar, zwei Drittel der Bevölkerung sind Russen.

Die Entfernung zwischen Ulan-Ude und Kiew beträgt über 5.000 km Luftlinie, mit dem Auto sind es noch einmal 1000 km extra. Trotzdem tragen Burjaten einen erheblichen Beitrag zum Krieg Russlands gegen die Ukraine bei. Keine andere Region Russlands hat bisher so viele Kriegstote zu beklagen.

Burjatien: Teil I bis 99, Teil II bis 199, Teil III bis 300, Teil IV bis 400, Teil V bis 500, Teil VI bis 700, Teil VII bis 900, Teil VIII bis 1100, Teil IX bis 1.500, Teil X ab 1.501

Barkhan Sary Kum

Sary-Kum ist eine große Sanddüne im Kumtorkalinsky Distrikt Dagestans -- Urheber: VadimPTG - CC BY-SA 4.0

Die Republik Dagestan ist flächengrößte und bevölkerungsreichste Republik der russischen Kaukasusrepubliken mit etwa 3 Millionen Einwohnern. Dagestan gehört zu den ärmsten Regionen Russlands mit hoher Arbeitslosigkeit.  94% der Bevölkerung sind Muslime. Die Region hat die zweithöchsten  toten Soldaten im Ukrainekrieg zu verzeichen. Im zweiten Teil fassen wir die Meldungen ab dem 102 bis zum 199 Kriegstoten zusammen.

Dagestan: Teil I  bis Position 101, Teil II bis  199, Teil III bis 400 -- Teil IV bis 500 -- Teil V bis 700 -- Teil VI bis 1.000 -- Teil VII bis 2.000 -- Teil VIII ab 2.001

Ulan Ude bei Nacht

Foto : Ulan Ude, die Hauptstadt Burjatiens, bei Nacht - Urheber:Community "Anonymous 03" bei "Vkontakte" - CC BY-SA 4.0

Die meisten Todesopfer im Krieg Russlands gegen die Ukraine kommen aus der autonomen Republik Burjatien. Eine Region mit gerade mal einer Million Einwohnern. Damit die Todesmeldungen übersichtlich bleiben, hier geht es ab der 100. bis zur 199 Meldung weiter.

Burjatien: Teil I bis 99, Teil II bis 199, Teil III bis 300, Teil IV bis 400, Teil V bis 500, Teil VI bis 700, Teil VII bis 900, Teil VIII bis 1100, Teil IX bis 1.500, Teil X ab 1.501

Stein aka Alexey PozharowAm 9. Mai 22 zum russischen Feiertag für die Befreiung vom Nationalsozialismus erklärte Wladimir Putin: „Heute kämpfen unsere Soldaten wie ihre Vorfahren Schulter an Schulter für die Befreiung ihrer Heimat vom Nazidreck.“ Und meinte damit Russlands Krieg gegen die Ukraine.

Wie verlogen diese Behauptung ist, zeigt die Bestattung eines russischen Soldaten vor zwei Tagen in St. Petersburg. Dort wurde Alexei Pozharow (Foto) mit dem Rufzeichen „Stein“ beerdigt.

Am 2. Juni wurde im Dorf Kirpichnoye im Leningrader Gebiet der 18-jährige Fallschirmjäger Gleb Tikhomirov beerdigt, der in der Ukraine ums Leben kam. Eine kurze Kondolenznachricht von Beamten erschien auf mehreren Internetquellen. Der Korrespondent von Sever.Realii ging nach Kirpichnoye und traf sich mit der Großmutter des verstorbenen Fallschirmjägers Lyubov Tikhomirova, die ihren Enkel von Kindheit an großzog.

Tikhomirov01
Die Straße zum Dorf Kirpichnoye

inguschetien

Blick auf die kleine Hauptstadt Magas, Ali-Jurte und Ekazhevo vor dem Kaukasusgebirge  - Urheber: Адам Сагов - CC BY-SA 4.0

Inguschetien ist die kleinste autonome Republik der Russischen Föderation. Sie liegt im Süden Russlands, im nördlichen Kaukasusvorland zwischen Nordossetien-Alanien im Westen und Tschetschenien im Osten. In Inguschetien lebten 2010 etwa 400 Tausend Einwohner. Mittlerweile gehören fast alle Bewohner zum Volk der muslimischen Inguschen, es dominiert Landwirtschaft.

 Zwei Züge mit Soldaten aus Inguschetien befinden sich im Juli 2022 auf dem Territorium der Ukraine. Das berichtet die Internetseite Fortanga am 26.07.22. Die Teilnahme am Eroberungskrieg gegen die Ukrainer wird gut bezahlt, wirbt die Verwaltung. Militärpersonal kann eine spezielle Hypothek, eine einmalige Zahlung von 100.000 Rubel, ein Gehalt von bis zu 300.000 Rubel und am tödlichen Ende einen Sarg von 12,5 Millionen Rubel beantragen.

tjumen

 Buchara Sloboda in Tjumen - Urheber: Romualdas Arm -- CC BY 3.0

Tjumen ist eine Oblast im Süden des Westsibirischen Tieflandes mit einer Bevölkerung von etwa 1,3 Millionen. Hauptstadt ist die Stadt Tjumen mit knapp 600 Tausend Bewohnern. Mehrere Universitäten haben ihren Sitz in der Stadt, dazu gibt es Maschinen- und Schiffsbau und chemische Industrie. Und die Stadt liegt an der Transsibirischen Eisenbahn.

Tjumen: Teil I bis 100 -- Teil II bis 200 -- Teil III bis 500 -- Teil IV bis 1.000 -- Teil V ab 1.001

Narwa

 Grenzfluss Narva zwischen Iwangorod (Russland) und Narwa (Estland)
Urheber: Diego Delso  -- Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0

St. Petersburg ist mit 5,4 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Russlands. Sie wird umgeben von der Oblast Leningrad mit ca. 1,8 Millionen Einwohnern, deren Verwaltung auch in St. Petersburg beheimatet ist. Die historische Innenstadt von St. Petersburg ist Weltkulturerbe.

St. Petersburg & Oblast Leningrad: 
Teil I bis 100 -- Teil II bis 300 -- Teil III bis 500 -- Teil IV bis 700 -- Teil V bis 1.000 -- Teil VI bis 1.500 -- Teil VII bis 2.000 -- Teil VIII ab 2.001

StadtteichJekaterinenburg

Stadtteich in Jekaterinburg-- Urheber: Pawel Maryanov -- CC BY 2.0

Der Föderationskreis Ural ist eine administrative Einheit in Russland. Verwaltungssitz ist Jekaterinburg. Ural gehört zu den reichsten Kreisen Russlands, die Oblast Swerdlowsk ist der industriell stärkste Teil des Ural-Kreises. Jekaterinburg ist von Moskau etwa 1800 km entfernt.

Wir haben das Portal "e1.ru" durchsucht, nach lokalen Meldungen über den Ukrainekrieg. Tatsächlich gibt es ab Ende Februar einige Berichte über Antikriegsproteste. Einen veröffentlichen wir nachstehend, andere in einem extra Beitrag. Hier sind die Meldungen über gefallene Soldaten bis zur Position 100 gelistet.

Swerdlowsk: Teil I bis 100 -- Teil II bis 200 -- Teil III bis 300 -- Teil IV bis 502 -- Teil V  bis 700 -- Teil VI  bis 701 -- Teil VII bis 1.100 -- Teil VIII bis 1.300 -- Teil IX bis 1.500 -- Teil X bis 2.000 -- Teil XI  bis 2.500 -- Teil XII bis 3.000 -- Teil XIII bis 4.000 -- Teil XIV bis 5.000 -- Teil XV ab 5.001

Baschkortostan

Foto: Naturpark "Iremel",  Baschkortostan -/- Limoro - CC BY-SA 4.0

Baschkortostan, offiziell oder inoffiziell Baschkirien ist eine Republik mit Hoheitsrechten im östlichen Teil des europäischen Russlands. Titularnation sind die Baschkiren. Baschkortostan ist die bevölkerungsreichste Republik der Russischen Föderation mit etwa vier Millionen Einwohnern und gehört zum Föderationskreis Wolga.

Die Zahl der toten Soldaten wächst ständig, die lokale Presse veröffentlicht die Todesmeldungen zumindest ohne russische Propagandalügen.

Baschkortostan:
Teil I bis 99 -- Teil II bis 200 -- Teil III bis 300 -- Teil IV bis 500 -- Teil V bis 700 -- Teil VI bis 900 -- Teil VII bis 1.100 -- Teil VIII bis 1300 -- Teil IX bis 2.000 -- Teil X bis 2.500 -- Teil XI bis 3.000 -- Teil XII bis 3.500 -- Teil XIII bis 4.000 -- Teil XIV bis 4.500 -- Teil XV bis 5.000 -- Teil XVI bis 6.000 -- Teil XVII bis 7.000 -- Teil XVIII ab 7.001

burjatenBurjatien ist eine autonome Republik in Russland mit etwa einer Million Einwohnern. Die Hauptstadt ist Ulan-Ude. Die Republik Burjatien liegt im Föderationskreis Ferner Osten an der Grenze zur Mongolei. Sie umfasst das Ostufer des Baikalsees und reicht bis zum Jablonowygebirge.

Die Burjaten waren nicht zum ersten Mal in die Ukraine abkommandiert. Bereits 2014 machte sich deren Regiment um die Eroberung von Debaltsewo verdient. Der Ort im Donbass wurde unter einer Vielzahl von Opfern erobert, als die Vereinbarung zu Minsk II bereits unterschrieben war und Debaltsewo eigentlich zum Bereich der ukrainischen Regierung gehörte. Die Neue Zürcher Zeitung hat darüber berichtet.

Auffallend ist, dass auch im Krieg gegen die Ukraine sehr viele Burjaten unter den Kriegstoten zu finden sind.

Burjatien: Teil I bis 99, Teil II bis 199, Teil III bis 300, Teil IV bis 400, Teil V bis 500, Teil VI bis 700, Teil VII bis 900, Teil VIII bis 1100, Teil IX bis 1.500, Teil X bis 2.000, Teil XI bis 3.000, Teil XII ab 3.001

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