28.02.2026 -- 190.974 // Zuwachs zum 31.01.2026: 8.084
Die ukrainische Stadt Lyman mit ehemals mehr als 20.000 Einwohnern in der Oblast Donezk wird durch ukrainische Truppen gehalten. Allerdings ist die Front nahe. Die Intensität der Kampfhandlungen lässt sich jetzt nicht so sehr an den zerstörten Gebäuden ablesen, sondern vielmehr an der Menge an Glasfaserfäden.
Ukrainische Drohnenaufnahmen zeigen, wie Lyman jetzt aussieht. Die russischen Truppen sind nahe und ganz allmählich wird die Stadt von einem „Spinnennetz“ bedeckt. Jeden Tag fliegen Hunderte von russischen und ukrainischen Drohnen hin und her – und jede hinterlässt ihr Spur.
In den älteren Generationen in Russland ist die ehemalige Sowjetunion noch tief verwurzelt. Das gilt auch für die Mitglieder der Kommunistischen Partei Russlands, die gerne wieder die Sowjetunion in ihrer imperialen Größe auferstehen lassen möchten. Daher unterstützen sie die russische Regierung im Krieg gegen die Ukraine, die ebenfalls die Schmach der Perestroika abschütteln und die ehemaligen Teilstaaten der Sowjetunion wieder heim ins Reich zwingen will.
Die Union der sowjetischen Offiziere, eine Unterorganisation der Kommunistischen Partei, hat anlässlich der Beerdigung eines im Krieg gegen die Ukraine gefallenen Mitglieds, ihre Einstellung zum Krieg gegen die Ukraine dargelegt - „eigentlich ein Krieg zweier brüderlichen Völker“. Sie benennen damit Russen und Ukrainer als eigenständige Völker und nicht wie Wladimir Putin, der die Ukrainer als Teil des russischen Volkes sieht - als Klein (Ukrainer)- und Großrussen.
Der übersetzte Text:
Weiterlesen: Ein Bürgerkrieg zwischen zwei brüderlichen Völkern

Die Bauarbeiter des Kernreaktors fordern ihre Löhne
Ende September bezeichnete Präsident Putin auf dem internationalen Forum „Weltatomenergiewoche“ den im Bau befindlichen Kernreaktor in Dimitrowgrad in der Region Uljanowsk als revolutionäre Entwicklung russischer Wissenschaftler und Ingenieure, die es in Zukunft ermöglichen werde, das Problem der Entsorgung von Atommüll fast vollständig zu lösen. Doch wie sich herausstellte, gibt es auf der Baustelle große Probleme: Rund 300 Bauarbeiter traten in den Streik, weil sie seit zwei Monaten keine Löhne mehr erhalten haben. Sie versammelten sich vor dem Büro der Firma „Institut Orgenergostroy“, forderten die Begleichung der Schulden und nahmen eine Videobotschaft an den Leiter des FSB, Alexander Bastrykin, auf.
Wieviele junge Männer, die ohne elterliche Fürsorge in Waisenhäusern aufgewachsen sind, bereits im Krieg gegen die Ukraine verheizt wurden, haben wir nicht gezählt. Aber es sind bemerkenswert viele.
Wir wollen einige Fotos aus dem Waisenhaus Planeta zeigen, das sich in Dimitrowgrad befindet, einer Großstadt mit rund 120.000 Einwohnern in der Oblast Uljanowsk. Am 10. 10.25 nahm eine Delegation des Jugendhauses am Militärspiel „Zarnitsa" teil. Und wenig später wurde der Tod des 18-jährige Kirill Sleptsow gemeldet, aufgewachsen in jenem Waisenhaus und gefallen in der Ukraine.

Unvollendeter Schulbau in Sljudjanka
Mitte November nahmen die Einwohner der Stadt Sljudjanka am Baikalsee ein Video mit einer Botschaft an Putin und Gouverneur Kobsew auf. Sie beklagten sich über den baufälligen Zustand der einzigen Schule in der Stadt. Der Bau eines neuen Schulgebäudes in Sljudyjanka wurde bereits vor sechs Jahren begonnen, aber 2022, als der Krieg begann, in dem bereits 17 Absolventen dieser Schule ums Leben kamen, wurden die Bauarbeiten eingestellt.

254.000 Russen wurden aufgrund wirtschaftlicher Probleme beurlaubt. Dies geht aus Daten des Arbeitsministeriums hervor. Zu Beginn des Jahres befanden sich 98.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Vor dem Hintergrund des Abschwungs in verschiedenen Wirtschaftssektoren hat sich die versteckte Arbeitslosigkeit in Russland innerhalb von 10 Monaten somit um das 1,5-Fache erhöht. Ein Rückgang des Wachstums ist derzeit sogar in der Rüstungsindustrie zu beobachten, in die die russischen Behörden nach dem Einmarsch in die Ukraine enorme Haushaltsmittel investieren.

1998 aufgegebenes Dorf Iultin im Autonomen Kreis der Tschuktschen
Foto: Levanchuk Vitaly (http://astafiev.narod.ru/iultin.html)
Die östlichste und ganzjährig befahrbare Straße in Russland ist 340 km lang und verbindet die städtische Siedlung Egwekinot an der Küste der Tschuktschen-Halbinsel am Beringmeer mit der Siedlung Mys Schmidta, die an der Tschuktensee liegt. Die Orte an der Straße verlieren immer schneller ihre Bewohner und die Straße zerfällt. Die Lagerstätten für seltene Metalle und Gold sind erschöpft, viele Bergwerke geschlossen und die Arbeiter sind weggezogen.
Für die einheimische Bevölkerung der Tschuktschen und Eskimos stehen immer weniger finanzielle Mittel zur Verfügung, die Bevölkerung der Tschuktschen-Dörfer nimmt stetig ab und die Männer, die vom Fischfang, der Jagd und der Renntierzucht leben, werden mit viel Geld zum Kriegsdienst in der Ukraine angeworben.
Weiterlesen: Die Folgen des russischen Krieges ganz im Nordosten Russlands
Etkol-Sekundarschule Nr. 1 im Bezirk Baimak
Die russische Teilrepublik Baschkortostan hat in absoluten Zahlen die meisten Gefallenen aller russischen Regionen im Krieg gegen die Ukraine - 7.182 Kriegstote zum 30.09.24. Wir haben über den Bezirk Baimak schon mehrfach berichtet, weil er eine Sonderstellung einnimmt. Die Bevölkerung besteht mehrheitlich aus Baschkiren und Anfang 2024 gab es dort die größten Proteste in ganz Russland seit Beginn des Krieges (Baimak Teil I, Teil II und Teil III).
Ein dreiviertel Jahr später hat sich im Bezirk nichts geändert. Jede Woche werden etwa zwei neue Kriegstote gemeldet, die Bevölkerung ist zur Unterstützung der Soldaten aufgerufen, sammelt Geld und Sachspenden. Frauen weben Tarnnetze. Und der Schulunterricht ist durch eine fortschreitende Militarisierung geprägt. Einen guten Überblick dazu gibt die VKontakte-Seite der Kampfbruderschaft Baimak.
Weiterlesen: Schulbildung im Bezirk Baimak in Baschkortostan
Die Veröffentlichung jener russischen Zusammenstellung der menschlichen und technischen Verluste in den ersten acht Monaten des Jahres 2025 blieb in den Diskussionsforen der sozialen Medien nicht unwidersprochen. Prominentester Kritiker jenes angeblich geleakten Papiers war das russische Exilmedium "Mediazona", das zusammen mit der BBC wie wir die russischen Verluste an Soldaten dokumentiert. Dieser Kritik schlossen sich eine Vielzahl von Diskutanten an, die das veröffentlichte Papier als Fake-News abtaten.
Ob das Papier tatsächlich aus russischer Quelle stammt oder ob es sich um ein Machwerk der ukrainischen Gegenpropaganda handelt, können wir nicht gänzlich herausfinden. Was wir können, ist festzustellen, ob die im Papier genannten Zahlen uns plausibel erscheinen und ob das Dokument in sich stimmig ist.
Weiterlesen: Russischer Verlust-Leak - plausibel oder nicht plausibel
86.744 Tote, 33.966 Vermisste, 158.529 Verwundete, 2.311 Soldaten in Gefangenschaft.
Wir haben die staatliche ukrainische Initiative "Ich will (jemanden) finden" schon mehrfach hier vorgestellt. In diesem Jahr hat diese Initiative mehrere Listen gefallener russischer Soldaten aus russischen Einheiten veröffentlicht, die sich bei Überprüfung als plausibel herausstellten.
Heute hat hat die Initiative eine Zusammenstellung aller russischen Verluste seit Anfgang des Jahres 2025 bis einschließlich August veröffentlicht. Es sind erschütternde Zahlen.
Wir veröffentlichen den Telegram-Beitrag von "Ich will finden" in deutscher Übersetzung:
Weiterlesen: Russische Verluste vom 1. Januar 2025 bis 1. September 2025
Ende September wurde in Krasnodar im Süden Russlands die erste Drohnenschule für Kinder & Jugendliche eröffnet. Dort sollen die Schüler die grundlegenden Fähigkeiten im Zusammenbau und in der Steuerung von Drohnen sowie im 3D-Druck erlernen. Die Ausbildung findet an echten Fluggeräten und Simulatoren statt. Doch nicht jedes Schulkind wird aufgenommen. Voraussetzung sind gute feinmotorische Fähigkeiten und eine Affinität zu technischen Berufen.
Die Ausbilder sind zum Teil Drohnenpiloten, die am russischen Angriffskrieg teilnehmen oder teilgenommen haben.
Wie schwierig es ist, im Kampfgebiet zu überleben, zeigt das kurze Video aus ukrainischer Quelle. Werden russische Angreifer lokalisiert, dann schwirren die Kamikazedrohnen wie Stechmücken umher - auf der Suche nach einem neuen Opfer. Im Video ist das besonders zum Ende hin gut zu sehen.
Russland ist weiter auf dem Vormarsch mit nur geringen Geländegewinnen und hohen menschlichen Verlusten - wie auch unsere Statistiken zeigen. Die ukrainische Armeeführung berichtet aktuell von einer geänderten russischen Taktik im Kampfgebiet.

Sawwa Anatoljewitsch Michailow war der erste Sekretär des Jakutsker Stadtkomitees der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation und Mitglied des Büros des Republikanischen Komitees der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation. Sawwa, Jahrgang 1984, wurde im Herbst 2022 mobilisiert und befand sich bei den russischen Truppen in der Ukraine.
Nach Absprache sollte er einen Sitz im Parlament von Sacha (Jakutien) von einem älteren Parteigenossen übernehmen. Doch der weigerte sich plötzlich sein Mandat abzugeben und Sawwa, der bereits sich auf der Rückreise nach Jakutien befand, musste umkehren und zurück an die Front. Dort holte er sich eine Magen- & Darmkrankheit, an der er schließlich im Hospital verstarb.
Das war im Jahr 2023, Sawwa wurde danach posthum in Jakutien geehrt. Seine Frau nahm seine Orden & Auszeichnungen entgegen. Im Oktober 2025 waren sie und ihr 11jähriger Sohn auch tot - erstochen und erschlagen mit Messer und Hammer. Verhaftet wurden zwei 16jährige Mädchen, ihre Tochter und deren Freundin. Die Tochter hätte den Tod ihres Vaters nicht verkraftet.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Ein Foto von seinem „Heldenschreibtisch“. Anmerkung: Den Boxer Wladislaw Jurkewitsch, links auf dem Heldenschreibtisch, haben wir hier vorgestellt.
Im Jahr 2013 saßen etwa 700.000 Häftlinge in Russlands Haftanstalten. Diese Zahl hat sich inzwischen mehr als halbiert. Wladimir Dawydow, stellvertretender Vorsitzender des Obersten Gerichtshofs Russlands, nannte dazu aktuelle Zahlen: „308.000 Bürger befinden sich in Gefängnissen und Untersuchungshaftanstalten. […] Auch die Zahl der Untersuchungshäftlinge ist mit 89.000 Personen auf einem historischen Tiefstand“. Seine Begründung für diesen Rückgang ist allerdings skurril: „Dies ist das Ergebnis eines Kurses hin zu einer humaneren Gesetzgebung und Strafverfolgungspraxis“.
Richtiger wäre, Russland verheizt seine Strafgefangenen im Krieg gegen die Ukraine. Der ukrainische Geheimdienst veröffentlichte Anfang 2025 eine Schätzung von 140.000 - 180.000 Gefangenen, die vom russischen Militär für den Krieg rekrutiert wurden. Im Jahr 2025 kam sicher noch eine beachtliche Anzahl dazu.
Das einzige Foto von Schamil, das wir auf seinem VKontakte-Status vom 14.04.2028 gefunden haben. Es gibt noch ein Foto von seinem „Heldenschreibtisch“.
Wie dringend die russische Regierung neue Freiwillige für den Krieg in der Ukraine benötigt, zeigen diese Aufnahmen aus den Straßen von Moskau. Überall in der Stadt finden sich solche Webetafeln. Dabei geht es nicht mehr um die ideologische Rechtfertigung des Krieges wie „Kampf gegen den Faschismuss oder die Nato“, sondern nur noch um Geld: „Steigen Sie in die Drohnenstaffel ein und verdienen Sie dasselbe wie ein Lehrer in Belgien“. Der unbefangene Leser dieser Werbetafeln könnte meinen, dass man nach Vertragsunterzeichnung irgendwo in einem Kontrollzentrum sitzt - fernab jedweder Gefahr, Drohnen bedient und dabei Millionen Rubel scheffelt. Doch das ist falsch - es gibt keine speziellen Verträge für Freiwillige als Drohnenpiloten. Das Militär schickt die Männer mit neuen Zeitverträgen dorthin, wo gerade der Personalstand niedrig ist. Und so scheitern viele Hoffnungen auf ein gutes Leben in den Todeszonen an der Front.
Russland musste im Januar 2026 nach langer Zeit wieder auf seine Goldreserven zurückgreifen und hat 300.000 Feinunzen Gold verkauft. Wer mit dem Begriff Feinunze nichts anfangen kann, eine Unze entspricht etwa 31 Gramm. Russland hat folglich mehr als neun Tonnen Gold verkauft und damit ungefähr 1,2 Milliarden € erlöst. Damit lässt sich das Loch, das der Krieg gegen die Ukraine in den russischen Haushalt reißt, zumindest teilweise stopfen.
Zudem hat Russland noch Glück mit seinen Goldreserven. Auf Grund der weltweiten Unsicherheiten gilt Gold als sichere Anlage und die Nachfrage wächst. So ist der Goldpreis im letzten Jahr stark gestiegen und die etwas geringeren russischen Reserven sind trotzdem mehr wert als im Jahr 2024.
Meldung des Telegram-Kanals „Die Toten der Republik Sacha (Jakutien)“ vom 20.01.2026
Mark Nikolajewitsch Jegorow (Rufname "Titt"), 52 Jahre alt
Status: Verstorben
Geburtsdatum: 05.08.1973
Todesdatum: 06.11.2025 (begraben am 20.01.2026 in Jakutsk auf dem Friedhof des Stadtteils Pticefabrika)
Geburtsort: Jakutsk
Todesort: Region Saporischschja
Dienstart: Vertragsdienst seit September 2025.
Kinder (Anzahl): 3
Friedlicher Beruf: Mitarbeiter der Sicherheitsdienstes von JAPTA (Alrosa) seit 1996
Ende August 2024 haben wir eine Sperrverfügung von der russischen Regulierungsbehörde für das Internet "Roskomnadsor" erhalten. In der Begründung heißt es: „Die Tätigkeit der Internet-Ressource wurde als rechtswidrig und als Verstoß gegen die Rechte der Bürger auf Privatsphäre, Persönlichkeits- und Familiengeheimnis anerkannt“. So kann man das nennen, wenn man die Menschen in Wort, Bild und mit persönlichen Daten über all die vielen getöteten russischen Soldaten im Krieg gegen die Ukraine informiert.
Mit einer ähnlichen Begründung geht Roskomnasdor jetzt auch gegen Telegram vor. Sie wirft der Plattform vor, personenbezogene Daten von Russen illegal zu verbreiten, unter anderem in Form von „persönlichen Dossiers“. Telegram solle eigenständig die Weitergabe von personenbezogenen Daten russischer Bürger verhindern. Und natürlich meint die Behörde mit diesen verschwurbelten Formulierungen nichts anderes als die vielen Kanäle aus Russland heraus, die Informationen über die regionalen Verluste im Krieg liefern. Russland will weiter Krieg führen, dafür das Leben vieler ihrer Soldaten opfern - nur soll die Bevölkerung nicht mit solch negativen Informationen beunruhigt werden.
Der Chat- & Nachrichtendienst Telegram soll in Russland komplett gesperrt werden. Im Moment scheint er dort noch eingeschränkt nutzbar zu sein. Das bringt viele russische Informations- und Propagandakanäle zur Verzweiflung, weil sie ihr Geschäftsmodell darauf aufgebaut haben.
Warum die russische Regierung trotzdem Telegram abwürgen will, könnte auch an Kanälen wie „Erwarten Sie keine guten Nachrichten“ liegen. Bei diesem Projekt, wahrscheinlich aus der Ukraine heraus initiiert, können sich russische Teilnehmer melden und ihre Videos veröffentlichen. Es geht zum Beispiel um
Die meisten Beiträge enthalten selbst aufgenommene Videos der Betroffenen oder ihrer Angehörigen, dazu amtliche Dokumente und Schriftverkehr. Natürlich muss man in diesem Zusammenhang erwähnen, dass all diese persönlichen und familiären Dramen daraus entstanden sind, dass die russischen Teilnehmer an diesem Krieg sich einen schnellen Rubel durch das Töten ihrers Nachbarvolkes versprochen hatten. Doch all diese vielen Dramen zusammen verstärken das düstere Bild eines Russlands, das seine imperialen Interessen ohne Rücksicht und Gnade gegenüber den eigenen Bürgern durchsetzt.
Wer in der russischen Gesellschaft vorankommen will, braucht Beziehungen. Waisen haben diese in der Regel nicht und können diesen Makel auch nicht durch gute Leistungen ausgleichen. So bleibt häufig nur das Militär, wir haben das schon viele Male dokumentiert.
Andrej Walerjewitsch Zlygostjew, geboren am 1. Dezember 2006, wurde im Alter von vier Jahren aus einem Waisenhaus heraus von einer Pflegemutter übernommen. Er besuchte die Mittelschule Nr. 2 in Ust-Ordinsk in Irkutsk und ab der 9. Klasse die Abendschule. Anschließend erlernte er ein Jahr lang den Beruf des Kochs und Konditors. Die Familie zog dann nach Jakutien (Sacha) und Andrej sattelte auf den Beruf des Gasschweißers um.
Vielleicht wurde Andrej am 22.10.2025 zum Wehrdienst eingezogen und zum Vertragsdienst „überredet“ oder er meldete sich gleich freiwillig zum Kriegsdienst - der Nachruf lässt beide Versionen zu. Sicher ist - Andrej kam zum Kampfeinsatz an die Front und wurde zwei Tage nach seinem 19. Geburtstag getötet. Sein Militärdienst dauerte damit gerade 43 Tage.