Alexei Walerjewitsch Schimbjew

Alexej Walerjewitsch, 18 Jahre

„Ein junger, gütiger und mitfühlender Mann, ein liebevoller Sohn und Enkel, ist von uns gegangen“, schreibt der Nachruf. Alexej Walerjewitsch Schimbjew wurde am 30. Dezember 2025 volljährig, bereits am 6. Februar 2026, also einen Monat danach, schloss er einen Zeitvertrag mit dem russischen Militär. Natürlich hatte er keinen Wehrdienst abgeleistet noch andere militärische Erfahrung. Erzogen von Mutter und Großmutter, gab es keine Männer in der Familie. Da wollte Alexej wohl zeigen, dass er ein richtiger Mann ist. Aber nur für ein halbes Jahr - am 23.08.26 wurde auch er im Krieg verheizt. Alexej kam aus dem burjatischen Dorf Tochoi mit 261 Bewohnern im Jahr 2010.

Jegor Stepanow 13.02.2025

Jegor Jurjewitsch, 20 Jahre

„Nach seinem Schulabschluss wählte Jegor den Weg des Verteidigers des Vaterlandes. Er suchte weder große Worte noch Ruhm. Er stand einfach zur Stelle, als das Vaterland rief. Diese Entscheidung ist ganz und gar Jegors Verkörperung: wortkarg, eigensinnig und loyal“, schrieb Jegors ehemaliger Lehrer im Nachruf. Jegor Jurjewitsch Stepanow (11.02.2006 - 08.09.2026) wuchs in der Stadt Wjasniki in der Oblast Wladimir auf.

Dmitri Petrowitsch Kamlenkow

Dimitri Petrowitsch, 18 Jahre

Dimitri Petrowitsch Kamlenkow (Камленков Дмитрий Петрович ) (20.06.2006 - 07.12.2024) stammte aus der Kleinstadt Uren in der Oblast Nischni Nowgorod. Wie er in den Krieg geriet, wurde nicht veröffentlicht. Vielleicht ist jenes martialische Foto von Dimitri auch KI-generiert, denn eigentlich war er ein ganz normaler Jugendlicher. Aber was soll man von seiner Berufsschule halten, die in ihrer Kopfseite auf VKontakte die alte Sowjetunion aufleben lässt. Oder von einem Militärkommissar, der seinen Eltern im April 26 einen Orden verpasste und dazu meinte: „Sie führten Befehle aus und schützten Himmel, Erde und ihre Kameraden mit ihren Körpern. Sie gaben ihr Leben, um anderen das Leben zu retten.“ Dem so indoktrinierten Dimitri war es dann egal, er gammelte zu diesem Zeitpunkt irgendwo im Niemandsland zwischen den Stellungen vor sich hin, bis er schließlich am 18.09.2026 in Uren bestattet wurde.

Hoffmann

Denis Jurewitsch, 19 Jahre

Suchanfrage in einem geschlossenen Telegram-Chat vom 08.06.2025:
Denis Jurewitsch Hoffman, geb. am 17.12.05, 439. Regiment, 41885. Einheit. Krapal – Deutscher. Seine Angehörigen suchen ihn – bitte helfen Sie, falls jemand etwas von ihm weiß.
Denis war zu diesem Zeitpunkt bereits tot, laut Nachlassregister ist er am 5. April 2025 gefallen. Er kam aus der boomenden Großstadt Surgut im Autonomen Kreis der Chanten und Mansen. Ein Foto von Denis haben wir nicht gefunden.

Jewgeni Sergejewitsch Tschernow

Jewgeni Sergejewitsch, 18 Jahre

Bykow war mal eine städtische Siedlung mit über 8.000 Bewohnern. Sie liegt etwa 60 km nördlich von Juschno-Sachalinsk, der Hauptstadt der Insel Sachalin. Als der Kohleabbau nahe des Dorfes sich nicht mehr lohnte, wanderten die Menschen ab, jetzt hat das Dorf gerade mal 3.000 Einwohner. Und auch die Bahnstrecke in die Hauptstadt wurde eingestellt. Ob dieser Zukunftsaussichten wundert es nicht, dass sich junge Männer zum weit entfernten Krieg gegen die Ukraine melden. Jewgeni Sergejewitsch Tschernow wurde am 18.11.2007 in Bykow geboren. Vermutlich wurde auch er während seines Wehrdienstes zum Vertragsdienst überredet. Seinen 19. Geburtstag hat er verpasst, er wurde am 28.08.2026 getötet.

Sergej Wjatscheslawowitsch Kamysch

Sergej Wjatscheslawowitsch, 21 Jahre

Für all die vielen russischen Kriegstoten ist ein 74jähriger Mann im Kreml direkt verantwortlich, der ohne Not einen Krieg gegen einen Nachbarstaat Russlands angezettelt hat. Jedes einzelne im Krieg verlorene Leben ist schlimm genug, manche Soldateneltern bekommen dazu noch eine extra Portion Leid: Sergej Wjatscheslawowitsch Kamysch wurde am 29. August 2005 in der burjatischen Stadt Gussinoosjorsk geboren. Nach der Schule absolvierte er eine Berufsausbildung und danach kam der Wehrdienst. Die jungen Leute werden häufig während ihres Pflichtjahres bedrängt, einen Zeitvertrag mit dem Militär abzuschließen. Auch Sergej konnte dem Druck nicht widerstehen, im September 2025 ging es an die Front. Im April 2026 wurde er schwer verwundet und ins Krankenhaus eingeliefert. Nach einem langen Kampf um sein Leben, ohne jemals wieder das Bewusstsein zu erlangen, starb Sergej am 14. September 2026.

Danila Aleksejewitsch Nowikow

Danila Aleksejewitsch, 19 Jahre

Danila veröffentlichte dieses Foto am 2. September 2026 in seinem VKontakte-Status. Seine Mutter Nina schickte ihm als Antwort zwei große rote Herzchen. Sie war so stolz auf ihren Filius. Acht Tage später war Danila tot. Danila Aleksejewitsch Nowikow (13.08.2007 - 10.09.2026) wuchs im Dorf Iljinsko-Podomskoje im Süden der Region Archangelsk auf. Eine Berufsausbildung hat er wahrscheinlich nach der Schule nicht ergriffen, dafür meldete er sich ohne militärische Vorkenntnisse im Mai 2026 freiwillig zum Kriegsdienst in der Ukraine. Seine Mutter hat versagt, ihn in dieser Entscheidung unterstützt, statt ihn aufzuhalten. Dafür spendet seine ehemalige Schule noch dumme Worte zu seinem Tod: „Er erwies sich als wahrer russischer Patriot, bereit, sein Leben für die Sicherheit unseres Landes und die friedliche Zukunft seiner Landsleute zu opfern.“

Roman Romanowitsch Konyschew

Roman Romanowitsch Konyschew (01.10.2005 – 21.08.2026) lebte in der Stadt Dalnegorsk am östlichen Ende Russlands. In der Stadt wird Blei, Zink & Bor in Bergwerken abgebaut, die Stadt gehört zu den verschmutztesten Orten der Erde. Junge Leute wollen da möglichst schnell weg. Doch an der Front ist die Luft auch blei- und dynamithaltig, Roman, mit der Anmutung eines Kindersoldaten, traf die falsche Wahl.

Alexander Afanassjewitsch Osipow

Alexander Afanassjewitsch, 20 Jahre

  • Name:  Alexander Afanassjewitsch Osipow
  • Status: Gefallener
  • Geburtsdatum: 13.05.2006
  • Todesdatum: 19.09.2026
  • Geburtsort: Werchnewilujsker Uljus, Dorf Werchnewilujsk
  • Todesort: Stadt Dobropolje, Pokrowski Bezirk, Donezkaja Oblast
  • Dienstverhältnis: Wehrpflichtiger, der einen Vertrag unterzeichnet hat
  • Dienstort: 64. separate Garde-Panzergrenadierbrigade (Militäreinheit 51460)
  • Kinder (Anzahl): 0
  • Beruf im zivilen Leben: Keiner

Telegram-Kanal „Die Toten aus Sacha (Jakutien)“ vom 22.09.26

Tamerlan Irekowitsch Kuwatow

Tamerlan Irekowitsch, 20 Jahre

Russlands Präsident hat seine eigene Jugendbewegung, die „Bewegung des Ersten“. Die Organisation hat in Russland etwa fünf Millionen Mitglieder, die Leitung wird von Wladimir Putin persönlich besetzt. Und was vollbringt jene Bewegung? Sie organisiert „patriotische“ Veranstaltungen. Tamerlan war Leiter der Bewegung an seiner Berufsschule, stellvertretender Vorsitzender in seiner Stadt und Mitglied des Rates seiner Region. Als so indoktrinierter „Patriot“ meldete er sich nach der Berufsschule freiwillig in den Krieg und wurde einen Monat nach seinem 20. Geburtstag getötet. Tamerlan Irekowitsch Kuwatow (27.07.2006 - 25.08.2026) wuchs in der Großstadt Orsk in der Region Orenburg auf. In Abwandlung einer Zeile von Bob Dylan „Don't follow leaders, watch the parking meters“ würde man gerne Tamerlan zurufen „Folge keiner Elite, riech lieber an der Margerite" - zu spät.

Nikita Iwanowitsch Alymow

Nikita Iwanowitsch, 18 Jahre

„Herr, warum haben sie ihn sterben lassen? Warum haben sie ihn nicht davon abgehalten? Warum haben sie ihn nicht zurückgehalten?
Er ist doch noch ein Kind.
Herr, welch ein schreckliches Leben. Möge der Herr ihre Seelen erretten.
Und auch unsere, denn Kinder sterben zu sehen, ist entsetzlich“, schrieb Onisja am 6.08.26 zu obigem Foto. Nikita Iwanowitsch Alymow kam aus der Oblast Nowosibirsk.

Alexander Jurjewitsch Drigunow

Alexander Jurjewitsch, 23 Jahre

Valentina hat ihren Sohn im Krieg gegen die Ukraine verloren. In ihrem VKontake-Status schreibt sie: „Unser Sohn Sascha ist verstorben. Er war stets ein fröhlicher und gütiger Mensch. Er versuchte, ein rechtschaffenes Leben zu führen und anderen zu helfen. Er hatte Pläne, war jung und wollte natürlich unbedingt leben. Doch er starb im Einsatzgebiet der Spezialoperation, wo er seine Pflicht bis zum Ende erfüllte.“  Doch die Adjektive fröhlich, gütig, rechtschaffend, helfend und lebensbejahend passen schwer zu einem jungen Mann, der freiwillig in den Krieg zog, um die Bewohner eines anderen Landes zu töten. Alexander Jurjewitsch Drigunow (15. August 2002 – 9. August 2026) kam aus Ulan-Ude und studierte in Moskau öffentliche Verwaltung - wahrscheinlich ohne Abschluss.

Alexander Wiktorowitsch Tschimitow

Alexander Wiktorowitsch, 20 Jahre

„Während er sich im Einsatzgebiet befand, schickte mein Sohn Fotos und Videos. Alles geschah so plötzlich und unerwartet“, sagt Mutter Inna und meint damit den Tod ihres Sohnes Alexander. Nur - der Tod ist im Krieg kein unerwartetes Ereignis, sondern die logische Konsequenz. Alexander Wiktorowitsch Tschimitow, geboren am 16. Juni 2006, wuchs in der Siedlung Ust-Ordynski in der Oblast Irkutsk auf. Nach der Schule studierte er an einer Fachschule Hydrologie. Im April 2026 schmiss er die Ausbildung und meldete sich freiwillig zum Krieg in der Ukraine. Von seinem Einsatz schickte er noch voller Stolz ein Video an seine Mitschüler. Am 20.08.26 war auch sein junges Leben beendet.

Sergej Nikolajewitsch Akschumow

Sergej Nikolajewitsch, 18 Jahre

„Es gibt keine Situationen ohne Ausweg. Es gibt Situationen, deren Ergebnis einem nicht gefällt“, war das Motto von Sergej laut seinem VKontakte-Status. Leider falsch - Sergej hatte sich freiwillig zum Krieg gemeldet und landete in einer ausweglosen Situation. Zudem dürfte das Ergebnis ihm auch nicht gefallen haben, denn Sergej wurde an der Front getötet. Sergej Nikolajewitsch Akschumow, geboren am 14. Dezember 2007, wuchs in der Stadt Nischni Nowgorod auf. Am 4.09.26 wurde er begraben. Und auch Swetlana, die die Beisetzung öffentlich machte, irrt, wenn sie schreibt: „...verabschieden Sie sich von dem Mann, der im Alter von 18 Jahren für Ihre Sicherheit starb.“ Sergej wurde getötet, weil er ein fremdes Land mit erobern wollte.

Alexej Sergejewitsch Schabajew

Alexej Sergejewitsch, 18 Jahre

Schnelle Autos und junge Frauen, junge Frauen vor schnellen Autos, darüber ein vermummter Soldat, das ist in etwa die Zusammenfassung seines VKontakte-Status. Alles nur ein Jungmännertraum. Alexej Sergejewitsch Schabajew, geboren am 2. Dezember 2007, wuchs in der Stadt Belowo in der Oblast Kemerowo auf. Als er 18 Jahre alt wurde, wollte er schnell viel Geld verdienen, um seine Träume wahr werden zu lassen und meldete sich freiwillig zum Kriegsdienst. Nur 109 Tage lang war er 18, am 20.03.2026 war er tot.

Vitali Sergejewitsch, 18 Jahre

Der junge Mann im Film heißt Vitali Sergejewitsch Smyschljajew, geboren am 29.10.2007. Er wuchs in einem Waisenhaus in Kaliningrad auf. Im Spätsommer 2024 hatte seine Psychologin einen Betreuer für Vitaly gefunden - Motto: Lebe im Jetzt, blicke in die Zukunft. Von den Begegnungen der beiden handelt das kurze Video. Nach der Schule absolvierte Vitaly eine Ausbildung zum Schiffsbauer - und dann? Mit 18 Jahren müssen die jungen Leute das Waisenhaus verlassen und eigentlich, sollte der Staat ihnen eine Wohnung zur Verfügung stellen, was meist nicht passiert. Diese Waisen sind das bevorzugte Ziel der russischen Kriegsanwerber: „Melde dich freiwillig zum Militär, da verdienst du viel Geld und wenn du nach einem Jahr zurück kommst, garantieren wir dir eine Wohnung, Arbeit und alles andere.“ Der Betreuer, der ihm jene Zukunft bringen sollte, hat ihm den Tod vermittelt. Seinen 19. Geburtstag erreichte Vitaly nicht mehr, er wurde am 15.08.26 getötet.

Anton Iwanowitsch Belogolowzew

Anton Iwanowitsch, 21 Jahre

„Möge Anton in Frieden ruhen und mögen seine Eltern die Kraft finden, diesen Schmerz zu ertragen. Ihr habt einen wundervollen Mann großgezogen“, schrieb Tatjana unter den Nachruf von Anron. Leider war Anton alles andere als ein wundervoller Mensch. Am 5. Juli 2025 war er ohne Führerschein mit dem Auto unterwegs und hatte dabei einen Menschen zu Tode gefahren. Laut Gesetz kann die Strafe fünf bis zwölf Jahre betragen. Dem Prozess hat er sich entzogen, indem er einen Vertrag zum Kriegsdienst mit dem russischen Militär abschloss. Anton Iwanowitsch Belogolowzew wurde im Jahr 2005 geboren und lebte im aussterbenden Dorf Bobylewka in der Oblast Saratow. Schlimm genug einen Menschen durch Leichtsinn getötet zu haben. Doch den jungen Mann dafür in den Tod zu schicken, ist eine staatlich gewollte sadistische Grausamkeit.

Wladimir Jurjewitsch Sidorow

Wladimir Jurjewitsch, 19 Jahre

Wowa wuchs im kleinen Dorf Oschkukow im Südosten der Oblast Swerlowsk auf. Auf dem Foto ist er elf Jahre alt und hatte ziemlich genau noch acht Jahre zu leben. Damals wollte er ein starker Mann werden mit schnellen Autos. Vielleicht zog er deshalb in den Krieg, um das zu erreichen. Das Ziel hat er verfehlt. Es dauerte über ein Jahr bis Wladimir Jurjewitsch Sidorow (26.05.2005 - 03.04.2025) in seinem Dorf beigesetzt wurde.

Daniil Vitaljewitsch Rymar

Daniil Vitaljewitsch, 18 Jahre

Daniil konnte es kaum erwarten, 18 Jahre alt zu werden. Kurz nach seinem Geburtstag schmiss er die Berufsausbildung und meldete sich freiwillig zum Krieg in der Ukraine. Drohnenpilot, wie cool. Oder besser, wie dumm. Nach seiner dreimonatigen Drohnenausbildung war dann auch gleich Schluss - für immer. Daniil Vitaljewitsch Rymar (Рымарь Даниил Витальевич) wurde am 26.12.2007 im Dorf Zakladnoje in der Region Altai geboren. Der Dorfname heißt sinnigerweise Hypothek. Im Januar 2026 meldete Daniil sich freiwillig, am 10.05.26 war er tot.

Kirill Pawlowitsch Zelenin

Kirill Pawlowitsch, 18 Jahre

„Drohnenpilot - wie cool, fast wie ein Computerspiel, nur in echt! Und dazu das viele Geld, das man verdienen kann!“ Knapp vier Wochen nach seinem 18. Geburtstag, am 25.05.26, unterschrieb Kirill einen Vertrag mit dem Militär. Er wurde als Drohnenpilot ausgebildet und an die Front geschickt, wo er bereits am 7. August getötet wurde. „Er war ein freundlicher, fleißiger, aktiver, hilfsbereiter und fröhlicher Junge, der stets zur Stelle war, wenn man ihn brauchte. Er begeisterte sich für Autos und Motorräder und bastelte gerne mit Holz.“ schreibt der Nachruf. Kaum zu glauben. Kirill Pawlowitsch Zelenin (30.04.2008 - 07.08.2026) wuchs im Dorf Kuschtomak in der Region Perm auf.

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