31.03.2026 -- 199.201// Zuwachs zum 28.02.2026: 8.227

Maxim Sergejewitsch, 19 Jahre
Zur Ergänzung unserer aktuellen Statistik der russischen Kriegstoten kann der Lebenslauf von Maxim herhalten. Maxim Sergejewitsch Lineitsew wurde am 06.04.2006 im großen Dorf Krasny Tschikoy in Transbaikalien geboren. Im Jahr 2023 beendete er die Schule und wollte Grundschullehrer werden. Doch er hielt nur ein Jahr durch, danach musste er die Hochschule verlassen. Solche Studienabbrecher werden gezielt als Drohnenpiloten angeworben, so auch Maxim. Am 18.10.2024 unterschrieb er einen Vertrag mit dem russischen Militär. Als Drohnenpilot wurde er mehrfach verwundet, am 1.12.2025 schließlich getötet.
Iwan Alexandrowitsch, 24 Jahre
Der eigentliche Fehler von Iwan geht auf das Jahr 2021 zurück. Damals heiratete der 18 oder 19 Jahre junge Mann eine Frau mit drei Kindern. Die galt es zu versorgen. Also beschloss Iwan im Jahr 2023 sich als Zeitsoldat beim russischen Militär zu verdingen. So musste er im Angriff durch unbekanntes Gelände marschieren, das zudem von den eigenen Leuten oder von der Ukraine vermint war. Das ging schief, am 29. Januar 2025 wurde er getötet. Jetzt bekam seine Witwe einen Tapferkeitsorden und ob der Sterbepräme des Gatten zuzüglich der Militärrente dürfte sie gut versorgt sein. Iwan Alexandrowitsch Iwaschow, geboren am 2404.2001, lebte in der Kleinstadt Arkadak in der Oblast Saratow.

Daniil Andrejewitsch, 18 Jahre
Bei einem Drohnenangriff wäre der Daniil in der Region Kursk getötet worden, schreibt ein Nachrichtenmagazin aus Orenburg. Daniil Andrejewitsch Sarajew, 18 Jahre alt, war ein russischer Wehrpflichtiger aus dem Dorf Karavanny in der Region Orenburg. Warum der junge Mann sich im Kampfgebiet befunden hatte, wird nicht berichtet. Am 8. April wurde er begraben.

Timerjan Maratowitsch, 22 Jahre
Aelita schreibt auf einer VKontakte-Suchseite am 12.10.24: „Suche meinen Bruder Timerjan Maratowitsch Fazullin. Geburtsdatum: 05.07.2002, Militäreinheit: 91711, Rufzeichen: „Kreuz“, verwundet am rechten Arm (unbeweglich), letzter Kontakt: 23.09.2024.“ Timerjan kam aus der Stadt Murawlenko im Süden des Automomen Kreises der Jamal-Nenzen. Auch wenn sein rechter Arm unbeweglich ist, dann hat er immer noch den linken, der ein Gewehr halten kann. Timerjan musste wieder zum Angriff antreten und war, wie wir heute wissen, am 25. September 2024 tot.
Keschik Arsenowitsch, 21 Jahre
„Ich suche meinen Sohn, Keschik Arsenowitsch Oorschak, geboren am Donnerstag, den 18.07.2003, Rufzeichen Schwarz, aufgebrochen aus der Region Charkiw zwischen dem 1.12.24 bis 10.12.24. Seit einem Monat warte ich unerbittlich. Wohin soll ich mich wenden? Bitte um Rat“, schrieb Keschiks Mutter am 14.11.2025. Ihr Sohn war da beinahe ein Jahr tot, bestätigt das russische Erbschaftsregister. Keschik stammte aus dem tuwinischen Dorf Chowu-Aksy.

Jedeiko Konstantinowitsch, 19 Jahre, Nenze
„Nichts geschieht zufällig, alles ist vorherbestimmt“, war das Motto von Jedeiko Konstantinowitsch Serotetto auf seinem VKontakte-Status. Jedeiko, geboren am 27.Juni 2006, war ein Nenze, seine Eltern lebten traditionell in der Tundra, hüteten Rentiere und gingen auf die Jagd. Der junge Nenze wuchs im Dorf Jar-Sale im „Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen“ auf. Vermutlich hat er seine Ausbildung abgebrochen und hatte -betrunken- in der Öffentlichkeit etwas randaliert, also wollte er seine Zukunft auf einem Zeitvertrag mit dem russischen Militär aufbauen. All das war nicht vorbestimmt. Erst danach ging sein Motto in Erfüllung - Ende 2025 schloss er einen Vertrag mit dem Militär, am 20.02.26 wurde er in seinem Heimatdorf begraben.
Denis Maximowitsch, 18 Jahre
Helden werden nicht geboren, sondern gemacht, wie das Beispiel Denis Maximowitsch Mosin zeigt. „Mit 18 Jahren verweigerte er den Wehrdienst und meldete sich freiwillig zum Verteidigungsministerium. Nach seiner Einberufung bat er um die Versetzung zu einer Sturmbrigade der Luftlandetruppen. Nach seiner Ausbildung wurde er als Schütze und Pionier in ein Luftlande-Sturmbataillon versetzt. Er fiel heldenhaft bei einem Einsatz im Dorf Mirny... Denis, ein wahrer Verteidiger des Vaterlandes, verteidigte die Interessen seiner Heimat und seines Volkes. Und die Nation vergisst ihre Helden nicht. Ein herzliches Dankeschön an seine Mutter für die liebevolle Erziehung ihres Sohnes“, fabuliert die Heimatseite von Slawgorod, einer Stadt in der Region Altai.
Ilja Igorewitsch, 24 Jahre
„Ich studiere in Orenburg und trainiere dort MMA (Mixed Martial Arts). Jeder sollte Sport treiben! Und junge Männer sollten fit sein; sie müssen ihr Vaterland, ihre Familien und ihre Lieben verteidigen. Ich ermutige alle jungen Männer zu einem gesunden Lebensstil!“, meinte der damals 17-jährige Ilja gegenüber den Dorfnachrichten. Diesem Weg blieb er treu, ging zu den Fallschirmjägern nach Pskow und am 19.01.2026 wie viele andere russische Soldaten bei Pokrowk in den Tod. Ilja Igorewitsch Chalezin, geboren im Jahr 2002, lebte im Dorf Isjangulowo im Süden Baschkortostans. Das Foto zeigt ihn mit seinem Vater, einem Veteranen des Tschetschenienkrieges.

Pawel Olegowitsch, 21 Jahre
Pawel Olegowitsch Wasjukow, geboren am 11.07.2004, kam aus der Stadt Waldai in der Oblast Nowgorod, war verheiratet und hatte ein Kind. In der Nähe der Stadt liegt auch die geheimnisvolle Residenz des russischen Präsidenten. Pawel hatte als Motto in seinem VKontakte-Status gewählt: „Ich erinnere mich, also lebe ich!“ Mit dem Erinnern ist es vorbei, Pawel zog mit seinem Vater in den Krieg und beide sind jetzt tot. Am 30.Januar 2026 wurde Pawel begraben.

Juri Alexejewitsch, 18 Jahre
37 Tage nach seinem 18. Geburtstag war Juri tot, gefallen irgendwo an der Front. Erst 14 Monate später wurden seine Überreste in seiner Heimat begraben. Wladislaw schrieb in einem - inzwischen gelöschten - Kommentar: „Er ist nicht freiwillig gegangen, sondern musste gehen. Er hat in der Gegend einiges angestellt und musste deshalb gehen. Schade, aber er ist selbst schuld.“ Völlig falsch - egal was er angestellt hatte, ein Todesurteil hatte Juri niemals verdient. Und so wie es aussieht, wurde Juri ohne militärische Ausbildung in seinem ersten Einsatz in den Tod geschickt. Juri Alexejewitsch Artemjew, 04.12.2006 - 10.01.2025, stammte aus der städtischen Siedlung Muromzewo in der Oblast Omsk.

Wladimir Wladimirowitsch, 18 Jahre
Der Krieg kann ja so eine coole Sache sein. Voll mit Action, Spannung und Thrill. Da musste Wolodja auch dabei sein. Drei Monate nach seinem 18. Geburtstag war er mitten drin und postete Szenen von der Front und Soldatenfotos auf seinem VKontakte-Status. Lange währte sein Soldatentum nicht, bereits einen Monat später war es aus mit Fotos & Videos. Mitte Februar 2026 meldete seine Mutter Ljubow Plotnikowa auf einer Kleinanzeigen-Seite Wolodjas Tod. Wladimir Wladimirowitsch Schteinikow, geboren am 21.07.2007, getötet wahrscheinlich im November 2025, wuchs im Dorf Krasny Woschod (Roter Sonnenaufgang) in der Region Perm auf.
Danil Alexandrowitsch, 19 Jahre
Nach dem veröffentlichen Lebenslauf hat Danil seine weiterführende Schule an einem Kolleg in Selenginsk in Burjatien nicht abgeschlossen. So musste er im Mai 2024 seinen Wehrdienst ableisten und nach keinem halben Jahr unterschrieb er einen Zeitvertrag mit dem Militär. Am 29. Juli 2025 wurde er an der Front getötet. Danil Alexandrowitsch Zaitsew, geboren am 19.01.2006, wuchs im Dorf Turuntajewo in Burjatien auf und wurde dort am 27.03.2026 bestattet.
Valery Sergejewitsch, 18 Jahre
19 Jahre im Schnelldurchlauf: Valery Sergejewitsch Wasjutin, 22.01.2006 - 06.08.2025, ging in der Stadt Nerjungri in der Republik Sacha (Jakutien) in die Schule. Er zeugte ein Kind und wollte schnell zu Geld kommen.

Anton Eduardowitsch, 18 Jahre
Schul - und Studiumabbrecher sind lohnende Opfer für die Rekrutierer der Armee. Anton Eduardowitsch Isadykow, geboren am 26. Februar 2007, hatte nach der Schule eine Ausbildung zur Strafverfolgung an einer technischen Universität begonnen und wohl nicht beendet. Also musste er seinen Wehrdienst ableisten und wurde nach drei Monaten vom Kriegsdienst „überzeugt“. Im September 2025 schloss er den Vertrag, am 19. Januar 2026 war er tot. Er wäre Kampfingenieur gewesen, was auf den Umgang mit Drohnen hindeutet. Anton kam aus dem kleinen Dorf Staroarsamatowo in Baschkortostan, das hauptsächlich von Mari bewohnt wird.

Iwan Sergejewitsch, 18 Jahre
Die Stadt Workuta in der russischen Teilrepublik Komi war die Hölle und daran hat sich wenig geändert. Die Stadt liegt innerhalb des Polarkreises, ist die östlichste Stadt Europas und es gibt keine normal befahrbare Straßenverbindung dorthin. Zwischen 1930 und 1950 war sie Teil des sowjetischen Gulagsystems, tausende deportierte Russen und Kriegsgefangene starben ob der schweren Arbeit in den Kohlegruben und der miserablen Umstände. Zum Ende der Sowjetära lebten etwa 115.000 Menschen in der Stadt, heute sind es nur noch die Hälfte und es gibt Stimmen die sagen, dass nur noch ein Viertel der Bewohner übrig geblieben ist. Die Stadt zerfällt in weiten Teilen.
Das als Vorwort zu Iwan Sergejewitsch Schirjajew, der am 12. April 2007 in Workuta geboren wurde. Mit 17 Jahre ist er von Zuhause ausgebüxt, was im extremen Klima Workutas lebensgefährlich sein kann. Im Juli 2025 hatte er ein Strafverfahren wegen Gewalttätigkeiten am Hals, so meldete er sich im August 2025 freiwillig zum Kriegsdienst. Auch er hatte keine echte Chance, weder von zuhause aus, noch beim Militär. Bereits im Oktober 2025 wurde er getötet. „Er war ein freundlicher und mitfühlender Mensch“, schreibt der Nachruf.

Artjom Alexandrowitsch, 18 Jahre
Artjom Alexandrowitsch Ischakow, geboren am 26. Juni 2006 lebte in Jekaterinburg und hatte wohl seine Freundin geschwängert. Er brauchte Geld, meldete sich freiwillig, trat seinen aktiven Dienst am 22.09. an und war am 25.09.2025 tot. Sein Vater, der nichts von seinem Sohn wissen wollte, machte es ihm gleich. Er unterschrieb im Dezember 2025 einen Militärvertrag & ging am 23.01.26 verloren. Wer bekommt jetzt die Kohle, will die Mutter wissen?

Sergej Andrejewitsch, 18 Jahre
Wie viele Schweißer haben wir in unserer Todesstatistik? Wir haben sie nicht gezählt, aber sehr viele. Immer wenn die Lehrer meinen, dass der Junge kein Potential zu höheren Aufgaben besitzt, wird ihm eine Ausbildung als Schweißer vorgeschlagen. Sergej Andrejewitsch Iwanow war auch so ein Fall. Er wurde am 3. März 2007 im Dorf Kljuewka geboren, das direkt am Baikalsee liegt. Einen Monat nach seinem 18. Geburtstag meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst und war am 19.11.2025 tot. Er wollte das Dorf Wremiwka in der ukrainischen Region Donezk einnehmen, es ist nicht gelungen. Ende Dezember war das Dorf noch immer umkämpft, Iwan Borissow, genau so alt wie Sergej und auch aus Burjatien, wurde dann dort getötet.

Iwan Alexandrowitsch, 18 Jahre
Wie schlecht es um die Bildung und die ökonomische Situation der jungen Menschen in Burjatien bestellt ist, zeigen die hohen Verlustzahlen im Krieg gegen die Ukraine. Obwohl in jedem Dorf bereits Soldatengräber aus dem Krieg gegen die Ukraine mahnen, ziehen weiter ganz junge Soldaten in einen Krieg, der auf Lügen basiert, die sie nicht durchschauen. Sie riskieren ihr Leben in der Hoffnung, endlich viel Geld zu verdienen. So auch Iwan Alexandrowitsch Borissow, geboren am 24.04.2007 im Dorf Treskowo in Burjatien. Er hatte keine abgeschlossene Berufsausbildung, wurde im Mai 2025 zum Wehrdienst eingezogen und ließ sich nach drei Monaten zum Kriegsdienst „überreden“. Am 29.12.2025 war auch Iwan Geschichte.

Sergej Viktorowitsch, 18 Jahre
Sergej Viktorowitsch Badmajew wurde am 17. Januar 2007 in Ulan-Ude, der Hauptstadt Burjatiens, geboren. Im Jahr 2022 war er mit der Schule fertig und hätte eine Ausbildung als Forstarbeiter angefangen. Von einem Abschluss ist nicht die Rede. Stattdessen jobbte er als Wachmann bei einer Einzelhandelskette und schuftete im Schichtdienst in einer Goldmine. Einen Monat nach seinem 18. Geburtstag meldete er sich freiwillig als Drohnenpilot zum Kriegsdienst. Sein Vater, ebenfalls an der Front, wurde am 19.10.25 getötet. Am 3. Dezember 2025 folgte ihm sein Sohn in den Tod.

Alexander Andrejewitsch, 19 Jahre
Alexander Andrejewitsch Wagner, geboren am 30. Mai 2004, lebte in Barnaul, der Hauptstadt der Region Altai und war russlanddeutscher Abstammung. Er spielte in einer Jugendmannschaft Fußball, von Schule und Ausbildung war auf seinem VKontakte-Status nichts zu sehen. So machte er keine Ausbilung, wurde direkt nach dem 18. Geburtstag zum Wehrdienst eingezogen und meldete sich freiwillig zum Krieg in der Ukraine. Seine Mutter Olesja suchte ihren einzigen Sohn öffentlich am 25.08.2023, da war er bereits über einen Monat tot. Das Erbschaftsregister nennt den 04.07.2023 als seinen Todestag.

Valery Konstantinowitsch Gruntmann lebte in Borowitschi in der Oblast Nowgorod. Höchstwahrscheinlich stammt er aus einer russlanddeutschen Familie, denn er wurde in Kasachstan geboren. Viele Russlanddeutsche wurden in der Zeit des 2. Weltkrieges nach Kasachstan deportiert. Valery hatte Bauingenieur studiert und arbeitete in diesem Gewerbe. Er war lediglich als Einzelunternehmer registriert. Zudem wäre er Altarpriester in der örtlichen Allerheiligenkirche gewesen, was immer das auch sein mag. Auch Valery wollte kurz vor der Rente seinen Kontostand aufbessern und meldete sich freiwillig. Seine Firma wurde 13. April 2026 liquidiert.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Timofej Timofejewitsch Iwanow (Rufname „TT“), 45 Jahre alt
Nachricht vom 01.03.2026 des Telegram-Kanals „Die Toten der Republik Sacha (Jakutien)“
Anton Jurjewitsch Dmitriew, 39 Jahre alt
Nachricht vom 28.02.2026 des Telegram-Kanals „Die Toten der Republik Sacha (Jakutien)“
Überall in Russland wird Werbung für den Vertragsdienst beim russischen Militär geschaltet, denn Russland benötigt jeden Monat mehr als 30.000 frische Soldaten, um die Verluste an Verletzten und getöteten Soldaten an der Front in der Ukraine wieder wett zu machen. Die in den Anzeigen ausgelobten Beträge sind häufig reine Fiktion, sie entsprechen nicht den Vertragsbedingungen. Die hohen Summen bei Vertragsunterzeichnung gibt es nur in wenigen Regionen, der angegebene monatliche Verdienst wird nur dann bezahlt, wenn man an vorderster Front bei den Sturmtruppen aktiv ist. Ist der Soldat verletzt und befindet sich in Behandlung wird nur ein Bruchteil bezahlt. Zudem stellt die Armee nur eine bescheidene Ausrüstung, Schutzwesten, Brillen, Handschuhe usw müssen die Soldaten selbst bezahlen. Auch die Kommandeure verlangen einen großen Obolus für die Regimentskasse, weil sonst der Nachschub nicht gewährleistet wird.
Aktuell ist eine Anzeige aufgetaucht, die 17,5 Millionen Rubel für eine Vertragsunterzeichnung verspricht. 17,5 Millionen Rubel sind umgerechnet knapp 200.000 €, kaufkraftbereinigt sogar noch deutlich mehr. Bei solchen Summen kann man schon mal schwach werden und das Risiko eines Vertragsdienstes auf sich nehmen. Bei einem genaueren Blick auf die Details erfährt der Soldat, dass die vielen Rubel nur dann rollen, wenn er -vertragsgemäß- tot von der Front nach Hause kommt. Ein kriegsunterstützender Telegram-Kanal schreibt zur Anzeige: „In der Werbung wird der jährliche Verdienst zusammen mit der Sterbegeldversicherung angegeben. Könnte jemand Verantwortlicher diesen Werbetreibenden endlich eine Abfuhr erteilen?“
Innokentij Konstantinowitsch Rojew (Rufzeichen „Max“), 41 Jahre
Status: Gefallen
Geburtsdatum: 11.04.1984
Todesdatum: 08.08.2025
Geburtsort: Dorf Neryuktayinsk-1, Ulus Olekminsky
Sterbeort: Unbekannt
Dienstart: Zeitdienst seit Sommer 2025
Kinder (Anzahl): 3
Zivilberuf: Förster
Wohnte in: Pokrowsk, Hangalasski Ulus
Originalnachricht des Telegram-Kanals „Die Toten der Republik Sacha“
Den Medien in Russland ist es verboten, über die Resultate ukrainischer Drohnenangriffe zu berichten. Es werden deshalb ausschließlich Erfolgsmeldungen veröffentlicht - wie zum Beispiel „42 Drohnen abgeschossen“. In der Nacht vom 3. auf 4. April 2026 gab es einen ukrainischen Drohnenangriff auf ein Chemiewerk in der Stadt Toljatti in der Region Samara. Um etwas über die Stimmung unter der Bevölkerung zu erfahren, lohnt es sich, die Kommentare zu den Presseberichten zu lesen:
Das russische Militär braucht dringend frische Zeitsoldaten, um die Verluste an der Front in der Ukraine auszugleichen. Für technikaffine junge Leute gibt es deshalb die Möglichkeit, als Drohnenpilot ausgebildet zu werden. Bisher wurden hauptsächlich junge Studenten, die über 18 Jahre alt waren, an den Hochschulen und Fachschulen gezielt angesprochen. In Wolgograd machen jetzt bereits einige Schulen Werbung zum Vertragsdienst als Drohnenpilot.
Spätestens mit 16 Jahren endet in Russland die Schulzeit, so auch in den beiden Sekundarschulen Nr. 57 und 83. in Wolgograd. Und doch fand sich auf den VKontakte-Seiten der beiden Schulen am 13. Februar 2026 eine Werbeanzeige für den Vertragsdienst in der russischen Armee, speziell als Drohnenpilot. Die Schule Nr. 57 hat die Anzeige inzwischen entfernt, auf den Seiten der Schule Nr. 83 ist die Anzeige immer noch zu finden.
Die Werbeanzeige der Schule Nr. 57, die Anzeige der Schule Nr. 83.
Kirill Dmitrijew ist der eigentliche Außenminister Russlands. Kirill wurde im Jahr 1975 in Kiew in der Ukraine geboren und war einer der ersten sowjetischen Austauschschüler in den USA. Dort erhielt er einen Universitätsabschluss und arbeitete anschließend als Investmentbanker in den USA und Europa. Im Jahr 2000 ging er zurück nach Russland und verwaltete große russische und ukrainische Vermögen. Aktuell ist er Wladimir Putins persönlicher Gesandter bei den Verhandlungen mit der Ukraine. Gute Ratschläge gibt er bei Twitter (X) gerne gratis. So schreibt er angesichts der Verwerfungen durch den US-amerikanischen Krieg gegen den Iran:
„Die EU warnt 15 JAHRE ZU SPÄT: Sie ist nicht auf einen „lang anhaltenden Energieschock“ vorbereitet. Die EU hat es versäumt, die Energieströme zu diversifizieren; sie ließ sich von russophober, grüner und woker Ideologie leiten. Immer noch nur Warnungen, keine wirklichen Lösungen. Nur Ideen: Preiserhöhungen an der Zapfsäule auf eine pro Tag begrenzen und Energieverbrauch senken.“
Kirill irrt wie meist, denn jene angeblich russophobe, grüne und woke Ideologie hat dazu geführt, dass Deutschland sich in Sachen Gas und Erdöl komplett von Russland unabhängig gemacht hat und nicht mehr erpressbar ist. Und zudem - je mehr grüne Energie in Deutschland selbst hergestellt wird, um so weniger sind wir von den aktuellen und zukünftigen Verwerfungen auf dem internationalen Energiemarkt abhängig.
Das russische Militär benötigt ständig neue Zeitsoldaten, um die großen Verluste an der Front zu ersetzen. Der Gouverneur der Region Rjasan, Pawel Malkow (Foto), verpflichtet jetzt Firmen, eine gewisse Quote ihrer Mitarbeiter an die Front abzustellen.
Der entsprechende Erlass sieht vor, dass Unternehmen mit einer Belegschaft von 150 bis 300 Mitarbeitern zwei Zeitsoldaten abstellen müssen, Firmen mit einer Belegschaft von 300 bis 500 Mitarbeitern müssen drei und Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern müssen fünf Vertragssoldaten stellen.
Rechtliche Grundlage ist ein Erlass des russischen Präsidenten aus dem Jahr 2022, die den Leitern der Regionen die Befugniss erteilt, „Maßnahmen zur Deckung des Bedarfs“ der russischen Streitkräfte umzusetzen.
Meldung des Telegram-Kanals „Die Toten der Republik Sacha“