Danil Alexejewitsch Kokus

Danil Alexejewitsch, 18 Jahre

Immer wieder erzählen wir die selbe Geschichte. Der Weg vieler Jugendlicher, die in russischen Waisenhäusern aufwachsen, führt nachdem sie 18 Jahre alt geworden waren und das Waisenhaus verlassen mussten, direkt in die Arme des Militärs und von dort in den Tod. Danil Alexejewitsch Kokus, geboren am  17.06.2006, wuchs in der Einrichtung "Michailowsky Zentrum für Kinderhilfe" in der Großstadt Rubzowsk in der Region Altai auf. Direkt nach seiner Entlassung aus dem Waisenhaus meldete er sich ohne militärische Erfahrung zum Kriegsdienst beim russischen Militär. Im April 2025 wurde er getötet.

Nikita Gennadijewitsch Melzin

Nikita Gennadijewitsch, 18 Jahre

Nikita Gennadijewitsch Melzin wurde am 13. Juni 2006 im Dorf Kormowischtsche in der Region Perm geboren. Seinen 19. Geburtstag hat er nicht erlebt, Nikita wurde am 30.04.25 im Krieg gegen die Ukraine getötet. Warum er dort gelandet ist, war nicht zu erfahren. Aber die Trauerfeier durfte nicht in der örtlichen Kirche stattfinden, da Nikita nicht getauft wurde.

Dmitri Wladimirowitsch Butschnew

Dmitri Wladimirowitsch, 18 Jahre

In der Berufsschule hat es für Dimitri nur zur Ausbildung als Traktorfahrer gereicht. Auch die beendete er nicht und zog lieber in den Krieg. Im November 2024 unterschrieb er einen Militärvertrag, der am 3. März 25 mit seinem Tod endete.Nun ziert sein Konterfei einen „Heldenschreibtisch“ und zudem eine Gedenktafel an der brökelden Fassade seiner Schule. Dmitri Wladimirowitsch Butschnew wurde am 19.06.2006 im Dorf Nikolskoje in der Oblast Tambow geboren.

Roman Michailowitsch Denisow

Roman Michailowitsch, 19 Jahre

Roman hat das Berufskolleg abgebrochen und meldete sich am 17.11.24 freiwillig zum Kriegsdienst. Vielleicht hat er das Kolleg nicht bewältigt, vielleicht war ihm das viele Geld der Freiwilligen wichtiger als zu lernen. Keine vier Monate hielt Roman an der Front durch. Roman Michailowitsch Denisow  wuchs im Dorf Kruposawod in der Region Uljanowsk auf.

Artem Alexandrowitsch Burlakow

Artem Alexandrowitsch, 18 Jahre

Die russische Welt bleibt dem Autor fremd, wie auch das Beispiel von Artem zeigt. Im September 2022 wurde Artems Vater für den Krieg in der Ukraine mobilisiert und ist immer noch an der Front. Er hätte also drei Jahre lang seinen Sohn über die Schrecken des Krieges, die vielen Toten, schwer Verwundeten und all die Zerstörung berichten können, die der russische Angriff verursacht. Er hat das wohl unterlassen. So zog sein Filius, gerade 18 Jahre alt, ohne militärische Ausbildung in den Krieg. Im März 2025 unterschrieb er den Vertrag, im Mai war er tot. Artem Alexandrowitsch Burlakow, geboren am 30. Oktober 2006, lebte im Städtchen Babuschkin, das an der Transsibirieschen Eisenbahn (Schienenkilometer 5.477 ab Moskau) liegt.

Anton Wladimirowitsch Michailow

Anton Wladimirowitsch, 18 Jahre

Nur die Erinnerung bleibt“, schreibt Natalja zu obigem Foto. Anton Wladimirowitsch Michailow wurde am 29. August 2006 in einer Siedlung der Stadt Nerjungi in Jakutien (Sacha) geboren. Mit gerade mal 18 Jahren war er bereits verheiratet. Doch Anton hatte etwas ausgefressen. Am 1. April 2025 stand er vor Gericht und wurde verurteilt. Die Tat und das Urteil wurden ob seiner jungen Jahren nicht veröffentlicht. Doch sicher ist - die Todesstrafe hatte Anton nicht verdient. Genaues wissen wir nicht, aber höchst wahrscheinlich wurde Anton vor die Wahl gestellt - Knast oder Kriegsdienst. Anton traf die falsche Entscheidung. Bereits am 30. Juni 25 war er tot.

Artem Walerjewitsch Schagejew

Artem Walerjewitsch, 18 Jahre

Artem Walerjewitsch Schagejew  gehört zur Gruppe der jungen Männer, die kurz nach dem Erreichen des 18. Lebensjahres sich sofort zum Kriegsdienst verpflichten. Sie haben natürlicherwiese keine militärische Grundausbildung hinter sich, bekommen eine 14-tägige Einweisung auf einem Übungsgelände und werden dann ins Kampfgebiet geschickt. Artem wurde am 20.01.2007 in der ostbaschkirischen Stadt Utschaly geboren. Wir wissen nicht wann er den Vertrag unterschrieben hat und auch nicht das Datum seines Todes. Wahrscheinlich wurde auch Artem sehr schnell getötet und diese Tatsache wird verschwiegen. Am 11. September 2025 wurde Artem beigesetzt.

Igor Alexandrowitsch Lematschko

Igor Alexandrowitsch, 19 Jahre

Igor Alexandrowitsch Lematschko wurde am 27.06.2004 im Dorf Tsagan-Tschelutay in Transbaikalien geboren. Nach der Schule und einer abgeschlossenen Berufsausbildung zum Koch musste er im Jahr 2022 seinen Wehrdienst ableisten. Auch er machte den Fehler sich danach zum Kriegsdienst zu verpflichten. Am 23.07.24 sollte er ein ukrainischer Dorf erstürmen, vom Angriff kam er nicht mehr zurück. Erst im September 2025 wurde das, was von ihm noch übrig war, in seiner Heimat bestattet.

Igor Valeriewitsch Marutko

Igor Valeriewitsch, 19 Jahre

Laut seinem VKontakte-Status war Igor auf aktiver Partnersuche. Doch die Front im Krieg gegen die Ukraine war dafür sicher nicht der geeignete Platz. Auch sonst war Igor nicht der hellste Stern seines Dorfes. Nach der Schule hat es nur zu einer Ausbildung als Schweißer gereicht. So wundert es auch nicht, dass Igor sich gleich freiwillig zum Krieg gemeldet hat. Am 2. Juli wurde er getötet, am 16. September 25 beigesetztIgor Valeriewitsch Marutk , geboren am 24.05.2006, wuchs im kleinen Dorf Zagriwje in der Region Leningrad auf.

Afanasy Wilesow

Afanasi Igorewitsch, 19 Jahre

Afanasi Igorewitsch Wilesow (Schulfoto), geboren am 3. Juli 2006, war der Sohn des Rektors der orthodoxen Kirche in Kudymkar. Kudymkar ist eine Stadt der Region Perm und Zentrum der Komi-Permjaken. Afanasis  Bruder war in den Krieg gezogen und als Afanasi 18 Jahre alt wurde, meldete er sich freiwillig. Afanasi wurde den "Schwarzen Husaren" zugeteilt, von denen kaum jemand lebend nach Hause kommt (siehe).  Am 24. August 25 war es dann auch um Afanasi geschehen. Seine Familie teilte der Öffentlichkeit Folgendes mit: „Seine Eltern sind stolz auf ihren Sohn, der wie die Heiligen Gottes sein Leben für seine Freunde gab. Wir alle werden eines Tages sterben, aber auf unterschiedliche Weise: Manche durch Drogen, manche durch Wodka, manche durch Unzucht, manche durch Altersschwäche oder wie Christus und die Heiligen, indem wir unser Leben für unsere Freunde geben“.

Wiktor Sergjewitsch Jazwenko

Wiktor Sergjewitsch, 20 Jahre

Wiktor Sergjewitsch Jazwenko, geboren am 31. Mai 2005, stammte aus der Großstadt Magnitogorsk in der Oblast Tscheljabinsk. Er war Wehrpflichtiger, hielt dem Druck seines Kommandanten nicht stand und unterschrieb einen Militärvertrag. An der Front wurde es noch schlimmer. Der Kompaniechef kassierte Schutzgeld, wer nicht zahlte, wurde zum Angriff geschickt. Nach acht Monaten war dann Schluss, am 17. Juli 25 wurde Wiktor getötet.

Gleb Gennadjewitsch Bannikow

Gleb Gennadjewitsch, 18 Jahre

Über Gleb war eigentlich wenig zu erfahren, auch nicht warum er in den Krieg gezogen ist. Vielleicht reicht dieses Foto mit seinem Vater und seinem Großvater. Oder vielleicht, dass der Geburtstag seiner Mutter der 14.12.1992 ist. Sie war also 14 Jahre alt, als Gleb geboren wurde. Gleb Gennadjewitsch Bannikow, geboren am 11.04.2007, wuchs im Dorf Archangelskoje mit etwa 100 Bewohnern  in der Region Pensa auf. Er wurde nach dem 6. August 2025 begraben.

Bogdan Iwanowitsch Chworostjan

Bogdan Iwanowitsch, 19 Jahre

Bogdan Iwanowitsch Chworostjan, geboren am 8. Mai 2005, absovierte eine Kadettenschule in der Stadt Omsk. Er hätte hervorragende Ergebnisse beim militärischen Teil der Ausbildung erzielt. Nach der Schule zog der Staat Bogdans Namen nicht zum Wehrdienst, da verpflichtete sich er gleich zum vertraglichen Kriegsdienst. Er wurde zum Drohnenbediener ausgebildet und am 25. Juni 24 getötet. Erst am 3.9.25 wurde er zuhause bestattet. Trost spendet seine ehemalige Schule: „Sein Leben war kurz, aber heiter. Bogdan, der sein Leben für die Sicherheit unseres Landes und die freie Zukunft unseres Volkes gab, ging in die Unsterblichkeit ein und blieb für immer neunzehn Jahre alt...“ 

Aydinbek Eduardowitsch Tadyschew

Aydinbek Eduardowitsch, 23 Jahre

Das malerisch gelegene Dorf Balyktujul liegt auf 1.400 Meter Höhe in der Repupublik Altai. Bewohnt wird es von Altaiern. An das öffentliche Straßennetz ist es nur durch eine unbefestigte Straße angeschlossen. Auch diesem abgeschiedenen Dorf sterben junge Männer im Krieg gegen die Ukraine. Aydinbek Eduardowitsch Tadyschew wurde im Dorf am 1. Februar 2002 geboren und machte eine Ausbildung zum Lehrer. Doch während seines Wehrdienstes beging er zu Beginn des Krieges im Jahr 2022 den Fehler, sich zum Vertragsdienst zu verpflichten. Am 21.06.25 wurde er bei einem Angriff tödlich verwundet.

Maxim Dmitrijewitsch Parchatschew

Maxim Dmitrijewitsch, 18 Jahre

Maxim Dmitrijewitsch Parchatschew, geboren am 11.01.2007, wuchs in der Kleinstadt Sorsk in Chakassien auf. Auch er fand das Soldatentum und den Krieg eine coole Sache, zeigte sich vermummt auf Fotos von der Front und bevor er die düstere Realität des Krieges richtig begriffen hat, war er schon tot. Am 10. August 25 wurde er auf dem Friedhof der Eisenbahnstation Jerbinskaja begraben.

Artem Batyrbekowitsch Schenspaew

Artem Batyrbekowitsch, 19 Jahre

Wer Angst hat, ist schon halb besiegt“, schreibt Artem auf seiner VKontakte-Seite. Hätte er nur Angst gehabt und sich deshalb nicht zum Krieg gemeldet, würde er heute noch leben. So starb Artem als ethnischer Kasache für die russische Welt. Artem Batyrbekowitsch Schenspajew (29.12.2005 - 25.05.2024) stammte aus der Stadt Kartaly in der Oblast Tscheljabinsk. Erst im August 2025 wurde sein Tod bekannt. Der Patch auf seiner Mütze bedeutet: „Mama sagte, ich solle es anziehen".

Denis Andrejewitsch, 19 Jahre

Er sagte: ‚Mama, ich gehe auf einen Kampfeinsatz.‘ Seitdem habe ich nichts mehr von meinem Sohn gehört“, sagt Swetlana, die nach ihrem vermissten Sohn sucht. Im Untersuchungsgefängnis wurde Denis ein Vertrag als Freiwilliger untergeschoben, weil er sich so einer Verurteilung entziehen könne. Damit wurde aus einer eventuellen Gefängnisstrafe ein Todesurteil. Denis Andrejewitsch Talalajew, geboren am 11. September 2005 in Sergijew Possad, Region Moskau, hatte am 9.11.24 zuletzt mit seiner Mutter Kontakt, die Todesurkunde wurde zum 20.11. ausgestellt. Mitte Mai 25 hatte die Mutter Gewissheit.

Alexander Michailowitsch Gwosdew

Alexander Michailowitsch, 18 Jahre

Alexander war für den Wehrdienst untauglich, aber er wollte unbedingt Soldat werden. Meldet man sich als Freiwilliger für den Ukrainekrieg, dann nimmt das Militär jeden, der auf zwei Beinen laufen kann. Alexander erzählte erst einen Tag vor seiner Abreise von seiner Vertragsunterschrift, weil er die Reaktion seiner Familie geahnt hatte. Fünf Monate nach seinem 18. Geburtstag wurde er in seinem Heimatdorf begrabenAlexander Michailowitsch Gwosdew, geboren am 21. Februar 2007, lebte im großen Dorf Grigoropolis in der Region Stawropol.

Schamil Rinatowitsch Auchatow

Schamil Rinatowitsch, 18 Jahre

Schamil Rinatowitsch Auchatow wurde am 8. September 2006 im Dorf Kusbajewo in Baschkortostan geboren. Mit 12 Jahren kam er in ein Kinderheim, danach in eine Pflegefamilie. Als er sechzehn war, machte er eine Ausbildung zum Landwirt. Die machte er gut, gewann Preise und sogar ein Stipendium der Republik Baschkortostan. Doch seine Familie unterstützte seine Entscheidung, als Freiwilliger in den Krieg zu ziehen. "Jetzt bin ich ein Verteidiger der Heimat", schrieb er zum Abschiedsfoto mit der Familie. Er wurde verletzt und zeigte danach einige düstere Grafiken auf seiner VKontakte-Seite. Am 6. Juni 25 wurden diese Ahnungen wahr.

Stanislaw Romanowitsch Sodnajtis

Stanislaw Romanowitsch, 19 Jahre

Stas, ein junger Kolyma-Bewohner wurde am 2. Juli 25 im Krieg in der Ukraine getötet. Er verpasste seinen 20. Geburtstag um 20 Tage. Über Stanislaw Romanowitsch Sodnajtis, geboren am 22.07.2005 in Magadan, war kaum etwas zu erfahren. Er legte nach Bedarf einen neuen VKontakte-Account an, den er danach kaum mehr bediente. Stas mit 12 Jahren, mit 14 Jahren und mit 18 Jahren.

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